Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Umstrittene Schulsozialarbeit

#1 von Lola , 12.06.2013 07:26

Linke: Sozialarbeit an Schulen ist wichtig

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,591311.html

Zitat
12.06.2013
Linke: Sozialarbeit an Schulen wichtig
Von Christina Denker

Blumenthal. Während der Sitzung des Blumenthaler Beirats am vergangenen Montag hat das Gremium über einen Antrag der Linksfraktion zum Thema Schulsozialarbeit beraten. Die Linken fordern den Senat auf, keine der entsprechenden Stellen in Blumenthal zu streichen und die Sozialarbeiter über den 31. Dezember hinaus zu beschäftigen.
Zitat Ende

Müssen Trainingsanzüge aus Beiratsmitteln sein?- auch dieser Beitrag passt zum Thema..


Lola  
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zuletzt bearbeitet 07.09.2013 | Top

Undurchsichtige Gerechtigkeit

#2 von Reinhard , 07.09.2013 18:28

Undurchsichtige "Gerechtigkeit"

Einige Bremer Senatorinnen und Senatoren stehen offensichtlich auf Kriegsfuß mit den statistischen Indikatoren, die für eine zielgerechte Verteilung kommunaler Gelder und Maßnahmen auf das Stadtgebiet sorgen sollen. So wird Blumenthal trotz hoher aktueller Anteilswerte für Transferleistungsempfänger bei der Auswahl der WiN-Gebiete übergangen, will die Sozialsenatorin neue Flüchtlingsunterkünfte unbedingt im Stadtteil Vegesack mit seiner benachteiligten Großwohnsiedlung Grohner Düne konzentrieren und plant jetzt die Bildungssenatorin eine Reduzierung der Stellen für die schulische Sozialarbeit nach einem für Außenstehende nicht nachvollziehbaren Schlüssel. Ein Ergebnis scheint dabei eine weitere Benachteiligung des Bremer Nordens zu sein, denn hier müssen 13 Schulen „bereits ab Januar auf ihre Sozialarbeiter verzichten – mehr als in jedem anderen Bremer Stadtteil“.

Den Weg zu diesem Kürzungsresultat scheint nur die Bildungssenatorin zu kennen, wenn sie ihre Presseerklärung unter die Überschrift stellt: „Schulen haben Klarheit: Schulsozialarbeit nach gerechten Kriterien verteilt“. Das mag stimmen, wenn sie ihre Basta-Politik in einer senatorischen Behörde, die für die Bildung in einer demokratischen Gesellschaft zuständig ist, als klar bezeichnet.

Die Frage der Gerechtigkeit scheint hingegen auf einem ganz anderen Blatt zu stehen, da sich die Auswahlkriterien für die Maßnahme nicht nachvollziehen lassen. Und das gleich aus mehreren Gründen. Offensichtlich ist das Bremer Bildungsressort nicht lernfähig, da es der Landesrechnungshof im Jahr 2010 aufgefordert hatte, „seine bisherige intransparente Zuweisungspraxis zu überprüfen und zu ändern sowie einer nicht vertretbaren ungleichen Ressourcenausstattung entgegenzuwirken.“ Dabei verwies der Rechnungshof auf das angewandte „Verfahren von 100 und mehr Kriterien, nach dem die Behörde Schulen mit Lehrern versorgt.“ Dieses Verfahren schien damals dem Rechnungshof so kompliziert und undurchsichtig, „dass er sich außer Stande sah, zu prüfen, ob diese Kriterien korrekt angewendet worden sind“.

Das bezog sich damals auf die Zuweisung von Lehrerwochenstunden. Üblicherweise werden jedoch ähnliche, wenn nicht identische Indikatoren herangezogen, um einen zusätzlichen Bedarf an Sozialarbeit in Schulbezirken zu ermitteln, in denen Schülerinnen und Schüler leben, die einen erhöhten Personaleinsatz auch im sozialen Bereich benötigen.

Anscheinend hat die Bildungsbehörde, wie die aktuelle Diskussion zeigt, in den letzten Jahren offenbar nichts getan, um die unterschiedlichen Belastungen aktuell und nachvollziehbar zu ermitteln und damit den Einsatz von Lehrern und Sozialarbeitern möglichst gerecht zu bestimmen.

Hier scheint es weiterhin nur Defizite zu geben. Als Entscheidungskriterium wird der Bremer Sozialindex genannt, der angeblich einen Wert von 4 und 5 aufweisen muss, „soll die Schulsozialarbeit fortgesetzt werden.“

Nur hat dieser Index gleich mehrere Nachteile, die ihm jede Überzeugungskraft in einer Diskussion über die Vergabe knapper Mittel nehmen. So ist seine Berechnung kaum verständlich, gehen Indikatoren ein, die für die schulische Sozialarbeit kaum eine Rolle spielen und sind die benutzen Daten relativ alt.

Daneben hat der Landesrechnungshof sogar noch ein weiteres gravierendes Problem festgestellt: „Auch Schulen mit einem ähnlichen Sozialindikator erhalten „deutlich voneinander abweichende Mittelausstattungen“.

Es wird daher Zeit, dass die Bildungssenatorin ihre Karten offen auf den Tisch legt, damit jeder selbst überprüfen kann, ob tatsächlich eine aktuell gerechte Entscheidung getroffen werden soll.


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