Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Roma und Mhallamiye an der George-Albrecht-Straße

#1 von Reinhard , 10.06.2013 08:21

Roma und Mhallamiye

In der heutigen Blumenthaler Beiratssitzung soll das "Projekt George-Albrecht-Straße" der Bremer Verwaltung vorgestellt werden. Das kann nach den teilweise widersprüchlichen Aussagen der verschiedenen Ressorts und Politiker für mehr Klarheit sorgen.

Um sich über Roma und Mhallamiye, also die relativ unbekannten Ethnien, die an der George-Albrecht-Straße vor allem leben sollen, vorab informieren zu können, wurden im Blog einige Fakten zusammengestellt. Das gilt zum einen für die Kultur der Volksgruppe der Roma und zum anderen für die Roma-Politik der Europäischen Union und eine Reihe mehr oder wenige erfolgreicher Integrationsprojekte.

Dabei scheint bereits die Verteilung der Roma-Bevölkerung innerhalb einer Stadt eine ganz entscheidende Weichenstellung zu sein, wenn man beispielsweise an Kriterien denkt, die in Münster offensichtlich erfolgreich eingesetzt werden. So erhalten dort nur kleinere Roma-Gruppen in sozial unbelasteten Stadtvierteln Wohnungen.

Vom Ergebnis her scheint hingegen in Bremen eher eine Ghettobildung herbeigeführt worden zu sein. Allerdings fehlen öffentliche Informationen zu den konkret angewandten Richtlinien.

Aber vielleicht wird man auch das heute Abend erfahren können.


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RE: Roma und Mhallamiye an der George-Albrecht-Straße

#2 von Lola , 10.06.2013 09:16

..vielen Dank für diesen interessanten Beitrag.
Ein schwieriges Thema, das nicht nur mal eben so erledigt werden kann. Es braucht einiges an Vorbereitung und Einfühlungsvermögen für die Kommunalpolitiker um sich Hintergrundwissen zu besorgen.

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Nur statistisch blind?

#3 von Reinhard , 11.06.2013 09:29

Nur statistisch blind?

Im Sachstandsbericht über die Bremer Projekte an der George-Albrecht-Straße wurde gestern die Informationsgrundlage vorgestellt, von der die Bremer Behörden ausgehen. Es sind die Daten der amtlichen Statistik, die auf der Ebene von Baublöcken aufbereitet wurden. Das ist in diesem Fall vor allem der Block 531011 mit 500 Einwohnern am 31.12.2010, nachdem es Ende 2009 erst 452 waren.

Über diesen Block George-Albrecht-Straße lässt sich eine Vielzahl von Merkmalen abfragen. So können wir erfahren, wie viele
Migranten türkischer Herkunft, Türken, Migranten aus GUS-Staaten, Hilfebedürftige, Hilfedürftige unter 18 Jahre, Erwerbsfähige Hilfebedürftige oder Ausländische Hilfebedürftige dort leben und wie groß die Haushalte dort sind bzw. welche Wohnfläche jedem Einwohner zur Verfügung stehen.

Man kann sich also über eine Vielzahl von Fragen informieren, ganz gleich ob sie gerade interessant sind oder nicht. Nur auch wiederum nicht über alles. So tauchen die Roma und Mhallamiye nicht auf, obwohl sie in den Berichten der Polizei vor Ort und in den Artikeln von Journalisten, die in der George-Albrecht-Straße recherchiert haben, eine zentrale Rolle spielen.

Das kann nicht einmal überraschen, wenn man den Erhebungskatalog der amtlichen Statistik kennt. Hier wird bei Migranten das Herkunftsland erfasst. Da es weder einen Roma- noch einen Mhallamiye-Staat gibt, tauchen sie unter Bulgarien, Rumänien oder Türkei auf. Damit wird die Realität dieser transnationalen Volksgruppen jedoch sehr fehlerhaft erfasst, wie beispielsweise die offizielle Politik der EU belegt. Hier werden die Roma als größte ethnische Minderheit gesehen, für die spezielle Integrationsmaßnahmen vorgesehen sind.

Bei der offensichtlichen Wohnsituation an der George-Albrecht-Straße muss man daher fragen, ob sich die herangezogenen Daten für eine fundierte Maßnahmenentwicklung eignen. Wer beispielsweise etwas über Raucher oder Bootsbesitzer erfahren will, wird auch nicht zur amtlichen Statistik greifen, da diese Kategorien dort nicht erhoben werden. Oder will die Sozialbehörde etwa folgern, dass an der George-Albrecht-Straße keine Roma und Mhallamiye leben, weil sie in der Blockstatistik nicht auftauchen? Aber dann dürfte es eben auch keine Raucher oder Bootsbesitzer geben!

Die Frage, ob es sich an der George-Albrecht-Straße um ein soziales oder ethnisches Problem handelt, dürfte ohnehin falsch gestellt sein, auch wenn die herrschenden Parteien einst in Bulgarien und Rumänien mit der entsprechenden Brille die Situation der Roma auch nur als soziales Problem sehen wollten.

Nicht selten ist es von Vorteil, wenn man genauer hinsieht und nicht alles auf ein völlig einheitliches Armutsproblem im Kapitalismus zurückführen will. Es gibt auch bei den Beziehern von Hartz IV oder Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Unterschiede, die man beachten sollte, wenn man zielgerichtet etwas verändern will. Dabei wird man kaum übersehen können, dass sich die Probleme bei deutschen Hartz IV-Beziehern und Roma verschieden stellen; denn eine Bevölkerungsgruppe, die nur wenig Deutsch spricht, einen regelmäßigen Schulbesuch für weniger wichtig hält und aus Tradition sehr frühe Heiraten kennt, damit die Bräute noch Jungfrauen sind, verlangt eine andere Form von Sozialarbeit als sie in zahlreichen Bremer WiN-Gebieten praktiziert wird.

Man könnte in den Bremer Verwaltungen vielleicht auch einmal darüber nachdenken, ob es nicht für Bremen sogar von Vorteil ist, an der George-Albrecht-Straße nicht nur ein soziales Problem sehen zu wollen. Immerhin gibt es EU-Mittel für die Roma-Integration.

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Umfrage in Blumenthal..Die Norddeutsche 12.6.2013

#4 von Lola , 12.06.2013 07:15

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,591315.html

Zitat
- 12.06.2013
Umfrage in Blumenthal: Angst, Armut und wenig Perspektiven
Von Christina Denker

Blumenthal. Viele Blumenthaler fühlen sich als "Abfalleimer der Stadt Bremen". Zu diesem Ergebnis kommt die von der Sozialsenatorin in Auftrag gegebene Analyse zur Situation in der George-Albrecht-Straße und ihrem Umfeld. Für diese Studie hat das beauftragte Unternehmen viele Gespräche geführt – mit Alteingesessenen genauso wie mit Bewohnern des sozialen Brennpunkts. Aber auch mit Menschen und Organisationen, die sich von Berufs wegen auskennen – wie etwa Polizisten, dem Verein Bremer Integrationshilfen (Brigg) und Kindergärten.
Zitat Ende

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Referierte Angaben und harte statistische Fakten

#5 von Reinhard , 12.06.2013 11:49

Referierte Angaben und harte statistische Fakten

Wenn man heute die Artikel in der Norddeutschen und im BLV über den Bericht von Herrn Wojke liest, den er unter dem Tagesordnungspunkt „Sachstandsbericht Projekt George-Albrecht-Straße" im Blumenthaler Beirat vorgetragen hat, fragt man sich, was proloco eigentlich untersucht hat. Vielleicht wäre es besser gewesen, nicht nur den Auftraggeber aus der Sozialverwaltung über eine extern vergebene Untersuchung referieren zu lassen, sondern auch einen ausführenden Mitarbeiter wenigstens für Rückfragen vor Ort zu haben.

So lässt sich nicht erkennen, wer eigentlich mündlich befragt worden ist und ob sich die Aussagen in allen Gruppen von Betroffenen entsprochen haben. Das wäre sehr unwahrscheinlich, sodass die fehlende Differenzierung ein gravierender Mangel der Studie ist.

Ohne derartige Angaben lesen sich die „Ergebnisse“ leicht wie eine Sammlung bereits bekannter Vorurteile, über deren Wahrheitsgehalt man wenig Greifbares finden kann.

Das gilt vor allem für die Zahlen, die angeblich für den Bereich der George-Albrecht-Straße, also technisch gesprochen den Baublock 531011, vorgetragen wurden. Hier kann man nur über die Werte sehr überrascht sein, wenn man sie mit den im Internet abrufbaren Daten des Statistischen Landesamtes vergleicht.

Während es nach proloco „im Untersuchungsgebiet .. einen hohen Anteil an über 65-Jährigen“ geben und „der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund .. dort 58“ Prozent betragen soll, weichen die Zahlen der Bremer Statistiker davon deutlich ab. So lebten Ende 2010 an der George-Albrecht-Straße 12,0 Prozent Einwohner, die 65 Jahre und älter waren. Das ist im Vergleich zum Blumenthaler Durchschnitt von 22,2 % eher wenig. Noch krasser ist der Unterschied zwischen beiden Datenquellen im Hinblick auf den Migrationshintergrund, wo man in der amtlichen Statistik für diesen Block die Angabe von 70% und bei den unter 15-jährigen sogar von 88,6 % findet.

Man muss also feststellen, dass die George-Albrecht-Straße gerade im Vergleich mit den angrenzenden Baublöcken ein extremes Migrantenghetto mit einer ungewöhnlich jungen Bevölkerung ist.

In diesem Zusammenhang wäre es zweifellos interessant, woher proloco seine Zahlen bekommen hat.

Aber an der Qualität von deren Untersuchung ist sicherlich kein Zweifel angebracht, da dieses Planungsbüro bereits mit der Erstellung eines Handlungskonzepts beauftragt wurde, was nach dem Bürgerschaftsbeschluss eigentlich Aufgabe „einer Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Ressorts Soziales, Arbeit, Bau, Inneres sowie der Senatskanzlei“ sein sollte, „die gemeinsam mit dem Quartiersmanagement ein Konzept für die George-Albrecht-Straße und das Umfeld“ zu erarbeiten hat.

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Trügerischer Hoffnungsfaktor Alter

#6 von Reinhard , 13.06.2013 08:44

Trügerischer Hoffnungsfaktor Alter

Wenn man einmal in den älteren Publikationen der Bau- und Umweltbehörde virtuell blättert, stößt man auf einen Evaluationsbericht zum WiN-Konzept aus dem Jahr 2004.

Diese Studie ist bereits bemerkenswert, da sie nicht wie ein bestelltes Gutachten aussieht, sondern sogar durchaus kritische Hinweise enthält. Das ist sicherlich im politischen Raum recht ungewöhnlich und hatte auch keine erkennbaren Auswirkungen auf die weiteren Entscheidungen in Bremen.

Das gilt – und das ist der hier interessierende Punkt - auch für die Hinweise, die dort vor knapp zehn Jahren dem Senator zum Gebiet an der George-Albrecht-Straße gegeben wurden.

Die Autoren sahen damals einen „Handlungsbedarf“ in diesem „problematischen Kleingebiet“, das unter insgesamt elf kleinräumigen Probleminseln aufgrund einer gewichteten sozialen Problematik auf Platz 1 rangierte (vgl. Tab. 8.6). Damals betrug hier der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund 61,7 %, während es über die Bezieher von Transferleistungen keine Daten gibt, da damals die Umstellung im Rahmen der Agenda-Politik erfolgte.

Inzwischen ist ein Jahrzehnt ins Land gegangen und die Sozialbehörde ist damit beschäftigt, erste Erhebungsdaten auszuwerten.

Da kann man leicht auf den Gedanken kommen, dass die Verwaltung hier auf den Faktor Zeit mit seinen vermeintlichen Folgen setzt. So ist der Anteil der über 65jährigen im größten Baublock des benachbarten WiN-Gebietes Lüssum-Bockhorn inzwischen auf 33,7 % gestiegen. Diese veränderte Altersstruktur kann schon ein Faktor sein, der sichtbare soziale Problem erheblich reduziert. Man denke nur an die Jugendkriminalität.

Nur sieht es an der George-Abrecht-Straße anders aus. Hier bekommen die Bewohner noch Kinder und der Baublock hat damit eine der jüngsten Bevölkerungen von ganz Bremen.

Wenn man die Statistik richtig liest, kann man daher nicht darauf setzen, dass das Alter der Bewohner die Problemlage quasi von selbst entschärft.

Es macht also keinen Sinn, wenn man sich mit der Datenauswertung, der Konzeptentwicklung und vor allem dem Einsatz von Maßnahmen weiterhin Zeit lässt.

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Zum Thema Brennpunkt in Zahlen ...

#7 von Lola , 17.06.2013 12:24

George-Albrecht-Straße konnte man in der Ausgabe des Weser Report v. 16.6.2013 auf Seite 6 einen sehr emotionalen Leserbrief lesen.

Die Verfasserin des Leserbrief stellt in ihrem Text die Frage "warum halten alle die Füße still"?

Ja, warum halten alle die Füße still?
Warum hat eine Behörde, die schon vor 10 Jahren einen Arbeitskreis gegründet hat, bis heute kein funktionierendes Konzept nicht mal ansatzweise auf die Reihe bringen können? Warum schaut man in Bremen bzw. Bremen-Nord nicht über den Tellerrand ob es möglicherweise in anderen Bundesländern ein funktionierendes Konzept gibt?

Die Bewohner der George-Albrecht-Straße sind mindestens so zornig und enttäuscht wie die Leserbriefschreiberin und ihre Nachbarn. Keine Gruppe bekommt im Grunde genommen Hilfestellung und jede Gruppe lehnt die andere ab.

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Expertenerfolge

#8 von Reinhard , 25.07.2013 09:21

Expertenerfolge

Am sozialen Brennpunkt George-Albrecht-Straße versuchen sich seit Ende letzten Jahres zahlreiche Sozialexperten aus Politik und Verwaltung. Man könnte daher an die Folgen denken, zu der nach einer Volksweisheit die Beteiligung vieler Köche führt. Daher kommt es nicht überraschend, wenn in diesem Fall nicht unbedingt nach einem Lehrbuch vorgegangen wird. Dort hätte man vermutlich den Ratschlag gefunden, erst eine Problemanalyse zu machen, um dann anschließend über erforderliche Maßnahmen und das geeignete Personal zu entscheiden.

Man kann jedoch auch anders verfahren, sozusagen erst das Küchenpersonal einstellen und die Zutaten kaufen, bevor man entscheidet, welcher Brei eigentlich gekocht werden soll.

Diese Vorgehensweise hat nicht zuletzt den Vorteil, dass sich keine bestimmte Reihefolge der Teilschritte mehr aufdrängt. So hatten die Politiker der Mehrheitsfraktionen Ende letzten Jahres bereits Räumlichkeiten für ein Quartiersmanagement in der Nähe der George-Albrecht-Straße vor Augen und wollten die Stelle für eine Quartiersmanagerin bzw. einen Quartiersmanager ausschreiben, der/ die dann später an der Erarbeitung eines Konzepts mitwirken sollte. So wurde es damals auch von der Bürgerschaft beschlossen.

Das hat sich jetzt offensichtlich geändert: ein Handlungskonzept soll extern erstellt werden, die Besetzung der Stelle für das Quartiersmanagement wird vorgezogen und der Inhaber soll jetzt an der Suche nach Räumlichkeiten beteiligt werdenl. Ergänzend haben die Sozialexperten jetzt bereits ein Bewohnerfest im September vorgesehen, an dessen Planung das Quartiersmanagement allein aus Zeitgründen praktisch nicht beteiligt sein kann.

Da sich ohne ein vorhandenes Konzept die speziellen Aufgaben und damit auch die Qualifikationen einer Quartiersmanagerin bzw. eines Quartiersmanagers nicht ableiten lassen, musste der Ausschreibungstext zwangsläufig sehr allgemein gehalten werden. Das ist in diesem Fall nicht ganz belanglos, da im Vorfeld von den Sozialexperten schon ganz unterschiedliche Schwerpunktsetzungen genannt wurden. So ging es um die Beseitigung von Wohnungsmängeln, die Klärung der Situation von Geduldeten, die Probleme von Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und mit den deutschen Nachbarn, eine Kriminalitätsprävention, eine Bildungsberatung und die Organisation von Alphabetisierungskursen, um nur einige Beispiel zu nennen.

Aber derart Konkretes findet man nicht im Anforderungsprofil, wo von der Aktivierung von Bewohnern/-innen, der Unterstützung einer positiven Entwicklungsdynamik im Gebiet, der Förderung der Zusammenarbeit bei der Schwerpunktsetzung und der Umsetzung von Einzelvorhaben gesprochen wird.

Für diese komplexen Aufgaben will man jetzt praktisch über Nacht eine geeignete Stellenbesetzung finden, die schon am 1. August zur Verfügung steht. Das macht ein bisschen misstrauisch, wenn gleichzeitig bereits von „möglichen Konkurrentenklagen“ gesprochen wird.

In diesem ganzen Wirrwarr gibt es jedoch auch etwas Positives. Die Sozialbehörde hat offenbar ihren Sinn für Humor nicht verloren, wenn sie eine „Verstetigung von Erfolgen“ erwartet. Leider wird diese Aussage nicht erläutert. Sollte damit etwa gemeint sein, dass bereits nach gut einem halben Jahr eine Stellenausschreibung erfolgte?

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#9 von Lola , 04.09.2013 16:08

http://www.das-blv.de/front_content.php?idcat=31&idart=1017

Zitat
Und weiter heißt es: „Wir Bremen-Norder haben besonders an Blumenthal erkennen können, was es bedeutet, wenn die soziale Balance im Stadtteil kippt. Dort ziehen mittlerweile Jugendbanden durch die vom Einzelhandel verlassenen Straßen, die von den Integrations-Angeboten Ihres Ressorts überhaupt nichts wissen wollen.“
In Blumenthal selber betrachtet man die Sache allerdings differenziert. Ortsamts-
leiter Peter Nowack setzt sich in Absprache mit den Fraktionsspitzen von SPD und CDU, sowie Beirats- und Koordinierungsausschusssprecher weiter nachdrücklich für die Unterbringung von Flüchtlingen im Stadtteil ein. „Wir haben uns entschieden, in dieser Diskussion mitzumischen und humanitäre Hilfe zu leisten“, sagte Nowack, dem bewusst ist, dass es auch Widerstand geben könnte.
Zitat Ende

..natürlich hat man Platz, aber ein vor 10 Jahren gegründeter Arbeitskreis hat die Probleme in der George-Albrecht-Str. nicht einmal ansatzweise bis heute lösen können und da bietet man "humanitäre" Hilfe an für Menschen die eine schwere Zeit mitmachen, gegen Bezahlung?

Ängste und Mißtrauen? Warum ist man sich da so sicher, dass die Blumenthaler Bürger ihre Ängste und Mißtrauen unbedingt den Kriegsflüchtlingen entgegenbringen?


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RE: "Schüler werden zu Stadtforschern"

#10 von Lola , 09.02.2014 15:09

http://www.weser-kurier.de/bremen_artike...rid,772109.html

Zitat
Studierende begleiten Projekte zum Thema Migration / „Markt der Ideen“ in der Universität - 06.02.2014
Schüler werden zu Stadtforschern
Von Karina Skwirblies

Bremen. Rund 200 Schüler haben zum Auftakt des Projekts „Bremer Stadtforscher“ die Universität besucht. Sie wollen sich im kommenden Halbjahr mit der Zuwanderung in der Hansestadt beschäftigen und fanden bei einem „Markt der Ideen“ in der Uni zahlreiche Ansprechpartner für ihr Vorhaben.
Zitat Ende

Ob auch Schüler aus Blumenthal an diesem Projekt Interesse gezeigt haben?


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..einerseits soll Vertrauen aufgebaut werden und andererseits soll es ein "Angstraum" werden ??!n

#11 von Lola , 12.03.2014 09:01

Blumenthaler Beirat: Bericht zum Win-Gebiet / Parkplatzprobleme in der Helgenstraße - 12.03.2014
Suche nach Quartierstreffpunkt läuft weiter
Von Christina Denker

Blumenthal. http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,800750.html

Zitat
Thema George-Albrecht-Straße: Peter Geis von der SPD wollte wissen, warum dieser Bereich bei der Polizei nicht mehr als Gefahrenort gelistet wird: „Das ist ja auch ein Angstraum.“ Wie berichtet, gibt es in Bremen-Nord nur noch zwei Orte, an denen Personen von der Polizei ohne konkrete Verdachtsmomente kontrolliert werden dürfen. Das sind die Grohner Düne und die Straßenzüge rund um Lüssumer Ring und Lüssumer Heide. Uwe Kröger, Chef der Blumenthaler Polizei erklärte dazu, dass die Kriminalitätsfälle im Umfeld der George-Albrecht-Straße abgenommen hätten. „Wenn die Zahlen wieder ansteigen, kommt sie wohl wieder rein“, schätzte er. Letztlich, sagte Kröger, sei das eine Entscheidung gewesen, die ohne das Zutun des Polizeipräsidenten getroffen worden sei. Er selbst finde, dass die Straße durchaus ein Gefahrenort sei.

Die Bürgerschaftsabgeordnete Margitta Schmidtke (SPD), die am Sitzungsabend im Publikum saß, will Peter Geis’ Antrag, der mit einer Gegenstimme angenommen wurde in die Bürgerschaft einbringen.

Zitat Ende

Nachdem das Thema George-Albrecht.-Str. über viele Jahre vor sich hin dümpelte, ist es schon recht merkwürdig, wie man die Arbeit der Quartiersmanagerin, die zunächst einmal das Vertrauen der Bewohner gewinnen muss, mit Erfolg" im Keim ersticken will".

Nicht nur, dass sie nach 6 Monaten immer noch ohne Domizil im Brennpunktgebiet ist, obwohl es etliche Leerstände gibt. Nein, jetzt soll sie auch noch einen zusätzlichen Knackpunkt auferlegt bekommen.

Man darf nicht nur immer Integration fordern, man muss sie fördern und vor allem auch zulassen, dass die Menschen sich überhaupt integrieren können.

Vielleicht sollten die politischen Parteien in Blumenthal sich selbst prüfen, ob sie überhaupt bereit sind eine Integration der dort lebenden Menschen zuzulassen?

Nach diesem "Angstraumantrag" wohl eher nicht, obwohl der Revierleiter einen Rückgang der Delikte mitgeteilt hat.


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RE: ..einerseits soll Vertrauen aufgebaut werden und andererseits soll es ein "Angstraum" werden ??!n

#12 von Lola , 14.03.2014 07:53

https://m.weser-kurier.de/articles/80306...schem-tiefstand

Zitat

Bremen-Nord unter dem Niveau der Gesamtstadt - 13.03.2014
Einbrüche auf historischem Tiefstand

Von Jürgen Theiner

Im vergangenen Jahr ist es der Polizei gelungen, die Einbruchskriminalität in Bremen-Nord massiv zu senken. In Blumenthal wurden die Vorjahreszahlen mehr als halbiert, auch in Vegesack und Burglesum hat sich die Situation verbessert. Unterm Strich zeigt die Kriminalstatistik für den Stadtbezirk durchweg erfreuliche Trends. Nur bei den Körperverletzungen sind die Fallzahlen leicht angestiegen. Ob sich hier ein Trend offenbart, ist noch unklar.
...
Es heißt in dem Bericht weiter:
Wie ist ein solch dramatischer Rückgang binnen Jahresfrist zu erklären? Hamanns Erfolgsrezept klingt simpel, erforderte innerhalb der Polizeiinspektion Bremen-Nord aber einige organisatorische Klimmzüge: Er warf mehr Leute an die Front, vor allem in den Abendstunden, wenn die Einbrechergilde aktiv ist. „Wir haben die Präsenz in den Wohngebieten während der Spätdienstzeiten erhöht“, sagt Hamann. Vor allem Beamte in Zivil waren in den Ortsteilen unterwegs. Zu dem Maßnahmenbündel zählten auch Verkehrskontrollen zum Abfangen von Tätern, die sich ins Umland absetzen wollten.

Da die Einsatzkräfte nicht beliebig vermehrbar sind, bedeutete die Schwerpunktsetzung bei den Einbrüchen zugleich eine Reduzierung des Aufwandes an anderen Stellen, zum Beispiel bei der Observation von Rauschgiftdealern. Doch dazu steht Hamann. Für ihn ist die Polizei vor allem dort gefragt, wo das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung unmittelbar berührt ist. Und das sei insbesondere die Privatsphäre der eigenen vier Wände.

Aber nicht nur die. Eine diffuse Bedrohung empfinden viele Bürger auch bei Nachrichten über Raubtaten, Körperverletzungen und andere Delikte, die sich unter dem Begriff Straßenkriminalität zusammenfassen lassen. Sie stagnierte 2013 gegenüber dem Vorjahr nahezu, registriert wurden 1715 Fälle. In der Unterkategorie der Körperverletzungen ergab sich sogar eine leichte Steigerung, obwohl die entsprechenden Zahlen für die Gesamtstadt rückläufig sind. Eine schlüssige Erklärung für diese Entwicklung hatte Kevin Hamann nicht zur Hand.
Zitat Ende

Das ist doch eine gute Nachricht für Blumenthal und sollte eigentlich im Interesse der Kommunalpolitiker sein.

Warum wird ein solcher Antrag überhaupt gestellt, der dem negativen Image von Blumenthal, genauer gesagt der George-Albrecht-Straße, wieder Nahrung bietet?
Natürlich ist jedes Delikt, ein Delikt zuviel, aber sollte man ein "zartes Pflänzchen" nicht eher behüten anstatt es zu zertreten?
Sollte der Quartiersmanagerin nicht eher geholfen werden, anstatt ihr immer neue Hürden zu bauen? Vielleicht sollte man sich zukünftig überlegen, ob man nicht auch einmal die "Gießkanne in die Hand nimmt " und zusammen mit der Quartiersmanagerin "hegt und pflegt" anstatt zu "roden" oder" plattzumachen".

Ein Gespräch vorab mit der Polizei hätte wahrscheinlich zur Klärung beitragen können, oder?

Es funktioniert, sonst hätten wir heute den interessanten Beitrag in der Norddeutschen nicht lesen können.


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"Musik ist Völkerverständigung"

#13 von Lola , 08.04.2014 07:43

http://www.respekt.tv/botschafter/neuigk...t%C3%A4ndigung/

Ein u.a.von der IG Metall unterstütztes Projekt:


Neuer »Respekt!« Botschafter Franz Lambert: »Musik ist Völkerverständigung«

Dienstag, 04. März 2014

Zitat
102 Musik-Alben hat Franz Lambert schon veröffentlicht. Seine Melodien und Kompositionen sind weltbekannt und werden von Milliarden Menschen gehört - eine davon ist die offizielle FIFA-Hymne zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014.

Wir haben unseren neuen »Respekt!«-Botschafter Franz Lambert besucht und ihn zu seiner Leidenschaft, der Musik, und Respekt befragt. Natürlich hat die Musik eine zentrale Bedeutung in seinem Leben. Er hat gelernt, dass Musik eine Sprache ist, die jeder versteht und somit zur Völkerverständigung beiträgt. Daneben nimmt der Respekt eine Schlüsselrolle ein: »Ich habe bei meinen weltweiten Einsätzen immer wieder neue Menschen aus den verschiedensten Ländern kennnengelernt. Die Menschen spüren einfach wenn man ihnen Respekt entgegen bringt und das geben sie dann auch zurück.«

Außerdem erzählt er uns (beinahe liebevoll) von der ersten Begegnung mit Daniel und Bene von der Frankfurter Hipp Hop Band Azzis mit Herz. Was ihn mit den beiden Frankfurter Jungs verbindet und vieles mehr, seht ihr euch am besten in unserem neuen Interviewbeitrag an!
Zitat Ende

Weitere Beispiele:
http://www.augsburger-allgemeine.de/augs...id29234807.html
Zitat
In der Aula der Realschule Zusmarshausen sind im Stimmengewirr sowohl heimische als auch tschechische und englische Laute zu vernehmen. Aus der Partnerstadt Rymarov (Römerstadt), die etwa 50 Kilometer nördlich der Stadt Olmütz liegt, sind Chor und Schulband zu Gast. „Unsere Verbindung mit Rymarov besteht schon seit vier Jahren, und jetzt findet bereits das zweite Konzert mit unserer Partnerschule statt“, betont Konrektor Michael Kühn, der Initiator der Partnerschaft.
...
Musik als Element der Völkerverständigung - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augs...id29234807.html...

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/e...ndigung-1.46374
Eschweiler (an-o/tob) - Wie führe ich die Menschen verschiedener Nationalitäten zusammen?

Ganz einfach: mit Musik. Wie das funktioniert zeigte der Ausländerbeirat der Stadt Eschweiler am Samstagabend in der Aula der Realschule Patternhof.

Musik als Völkerverständigung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/e...4#plx1161499846
..................................................................................



Inspiriert hat mich ein Bericht in der Ausgabe v. 8.4.2012 "Die Norddeutsche"- Seite 1 - "Der Chor der Liebe", dem Thema" Musik als Völkerverständigung" einmal nachzugehen.
Zitat
In neun von zehn Fällen macht die Grohner Düne wegen Drogen-Razzien oder anderer Polizeieinsätze von sich reden. Eine Gruppe von Syrern könnte das ändern. In einer Wohnung im neunten Stock hat sich der Chor der Liebe gegründet
Am Schluss des Berichtes wird der aus Syrien kommende Chorleiter zitiert "Wir würden gern deutsche Volkslieder singen. Aber ich kenne noch keine. Ich bin neu hier."
Zitat Ende
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Im folgenden Beitrag in diesem Thread steht:
#6 von Reinhard , 13.06.2013 08:44
Trügerischer Hoffnungsfaktor Alter

..." Hier bekommen die Bewohner noch Kinder und der Baublock hat damit eine der jüngsten Bevölkerungen von ganz Bremen."
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Könnte Musik den jungen Bewohnern aus der George-Albrecht-Str.aus den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen helfen, dass nicht der Bezug zu den eigenen Wurzeln verloren geht und gleichzeitig der Schlüssel zur Völkerverstädigung zur neuen Heimat wird?
Die Eltern wird es freuen und werden vielleicht von ihren Kindern sogar inspiriert mitzusingen und sich an Lieder aus ihrer eigenen Kindheit erinnern.

Menschen die miteinander musizieren, "bekriegen" sich nicht.

Die Quartiersmanagerin in der Grohner Düne hat übrigens sofort reagiert, und dafür gesorgt, dass die Proben inzwischen freitags im Bewohnertreff der Grohner Düne, Bydolekstr.7, stattfinden können.

Ein nachahmenswertes Projekt, dass der Chorleiter Herr Wazir ins Leben gerufen hat.


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zuletzt bearbeitet 08.04.2014 | Top

RE: Integrationspolitik

#14 von Lola , 10.04.2014 00:04

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...e-a-452367.html

Zitat

Gescheiterte Integrationspolitik: 30 verlorene Jahre

Von Anna Reimann

Schulschläger, marodierende Jugendbanden: Schon 1976 warnte das Arbeitsministerium massiv vor "einer völlig unzureichenden Integration von Ausländern". Wie kann es sein, dass die Politik 30 Jahre geschlafen hat, fragt Stefan Luft in seinem Buch "Abschied von Multikulti".
Zitat Ende

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RE:"Blumenthaler CDU fordert Polizeipräsenz"

#15 von Lola , 14.04.2014 09:47

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,828132.html

Zitat
Blumenthal - 14.04.2014
Blumenthaler CDU fordert Polizeipräsenz
Von Sylvia Wörmke

Die Blumenthaler CDU fordert „eine Verstärkung der Polizeipräsenz und den häufigeren Einsatz von Spürhunden“. Dies wird als Reaktion auf „wiederholte Einbrüche im Blumenthaler Ortszentrum“ und die „Respektlosigkeit gegenüber der Polizei“ begründet. Die CDU kritisiert, dass das Gebiet um die George-Albrecht-Straße nicht mehr als Gefahren- und Kontrollort ausgewiesen ist. „Die Polizei muss in diesem Brennort verstärkt präsent sein und jederzeit Personen kontrollieren dürfen.“ Zudem bräuchten Bevölkerung und Geschäftsinhaber das Gefühl, dass alles getan werde, um der Kriminalität zu begegnen: „Polizeihunde sind hervorragend zum Aufspüren, aber auch zur Abschreckung geeignet.“
Zitat Ende

Der o.a. Bericht fiel mir heute sofort auf.

Ich hätte mir eigentlich mal gewünscht, dass von der CDU ein Vorschlag zur Integration und hilfreiche Vorschläge für die Quartiersmanagerin gekommen wären, damit die neue Quartiersmanagerin nicht erst nach 1/2 Jahr endlich geeignete Räumlichkeiten finden konnte.

Ich hatte auch immer noch den folgenden Zeitungsbericht und vor allem den Kommentar dazu, im Hinterkopf:
http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,467122.html

Kernpunkt war ein Dringlichkeitsantrag von CDU und SPD.

Im letzten Absatz des Kommentars v. 6.1.2013 zum Beitrag "Gewoba soll die Häuser kaufen", heißt es:

"Zudem werden die sozialen Probleme weniger wahrgenommen, wenn man sie räumlich outsourct und nicht mehr mit Blumenthal verbindet. Dann muss man sich auch nicht mehr mit besseren Ausbildungsmöglichkeiten und der Suche nach Arbeitsplätzen vor allem für Jugendliche herumschlagen, die sich in ihrer delinquenten Subkultur gut eingerichtet haben."

So viele Jahre hat sich niemand wirklich um diese Probleme gekümmert. Die Gewoba hat die Häuser nicht gekauft und die Kümmerer haben auch nichts bewirkt und Bremen nur noch zusätzlich Geld gekostet.
Was hat man jetzt vor, nachdem man nun den unteren Teil der George-Albrecht-Str. schon umbenannt hat?

Die Polizei kann nicht die Ursachen beheben, sondern nur Einbrüche aufklären und vielleicht noch verhindern.
Klar können Hunde bei der Spurensuche helfen, aber die Ursachen der Probleme kann man auch mit Hunden nicht beheben.

Die Jugendlichen haben sich in ihrer "delinquenten Subkultur gut eingerichtet" und da braucht sich keiner der Verantwortlichen eigentlich noch groß zu wundern.

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Modellvorhaben "Roma-Integration"

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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