Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Grünes St. Magnus

#1 von Reinhard , 05.06.2013 10:35

Grün ohne politische Grüne

Im grünen Stadtteil St. Magnus hat sich im Sommer 2012 eine Bürgerinitiative gegründet, die den Bau von maximal 50 Wohneinheiten an der Billundstraße auf einem Grundstück des Bremer Umweltbetriebes verhindern möchte.

Dabei beruft man sich auf das in der Koalitionsvereinbarung festgeschriebene Prinzip der „Innenverdichtung“ und gegen die Versiegelung eines „bestehenden Landschaftsschutzgebietes“, auch wenn „ironischerweise“, wie die Bürgerinitiative auf ihrer Webseite schreibt, „Bremer Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen“ diesem Vorhaben zustimmen würden.

Zur Lösung des Konflikts wird ein „Runder Tisch“ vorgeschlagen, der „in Bremen-Nord Pilot-Status für kommende Quartiersbesiedelungen erlangen“ könnte.

Um die Öffentlichkeit auf die Position der Bürgerinitiative aufmerksam zu machen, wollen die Mitglieder am Samstag, dem 16 Juni, um 17 Uhr „in einer symbolischen und öffentlichkeitswirksamen Aktion das Gelände und mit ihm unsere Zukunfts-Ideen schützend umstellen“.

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RE: Grünes St. Magnus

#2 von Reinhard , 17.06.2013 13:33

In St. Magnus, also dem Ortsteil, der in Bremen-Nord mit Abstand den höchsten Sozialstatus besitzt, scheinen die Mitglieder der Bürgerinitiative nicht alle Probleme ihres Quartiers vor Augen zu haben. St. Magnus ist mit seinen Parkanlagen nicht nur ein grüner Ortsteil, sondern auch ein Wohngebiet, in dem ein relativ hoher Anteil älterer Menschen lebt. So rangiert St. Magnus unter den Rentner- bzw. Pensionärsortsteilen in Bremen auf Platz 6, wenn man die Anteilswerte der Einwohner im Alter von 65 Jahren und mehr betrachtet.

Das spricht sicherlich für seine Attraktivität als Alterswohnsitz. Nur können damit auch negative Effekte in der Zukunft verbunden sein, sodass man sich möglichst rechtzeitig entscheiden muss, ob man sich einen „sterbenden Ortsteil“ wünscht oder lieber einen lebendigen, in dem sich auch der Wohnungsbestand zwar nicht durch Beton, aber durch Klinker entwickeln kann.

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Die Bremische Neuerfindung der „Bürgerbeteiligung“

#3 von Reinhard , 14.11.2013 19:27

Die Bremische Neuerfindung der „Bürgerbeteiligung“

Gegenwärtig beschäftigt sich die Bremer Bürgerschaft mit Fragen der Bürgerbeteiligung. So hat die rotgrüne Koalition einen Dringlichkeitsantrag gestellt hat, der den Senat auffordert, einen Bremer Entwicklungsplan Bürgerbeteiligung aufzustellen. Dadurch sollen die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden.

Um die Hntegründe zu verstehen, muss man anscheinend in psychologische Tiefen vordringen, die vermutlich eine in dieser Frage besonders engagierte Diplom-Psychologin erläutern wird; denn sie will morgen um 16 Uhr im Haus der Bürgerschaft ihre gerade abgeschlossene Diplomarbeit über „Wertewelt: Bürgerbeteiligung. Eine empirische Studie zur Analyse der impliziten Wertemuster von Politik, Verwaltung und Bürgern in Bremen“ vorstellen, kommentieren und diskutieren. Offensichtlich glauben ihre Kolleginnen und Kollegen in den Fraktionen damit ein völlig neuartiges wissenschaftliches Fundament für den besagten Entwicklungsplan zu besitzen.

Nur scheinen in dieser recht abstrakten Studie die ganz realen Probleme der Bürgerbeteiligung kaum gesehen zu werden; denn die Wissenschaftlerin und Politikerin glaubt anscheinend, dass ihre Kollegen die Bürger, wenn erst dieser Plan vorliegt und umgesetzt wird, nicht mehr „klein halten“ werden, sondern sich die Politiker nur noch als Moderatoren verstehen und verhalten. Das hat sie zumindest in einem Video erklärt.

Diese Hoffnungen einer engagierten Jungpolitikerin soll man sicherlich nicht grob zerstören. Nur sieht die Realität gerade auch in Bremen so verschieden aus, dass man die reale und die in einer psychologischen Diplomarbeit skizzierte Idealwelt kaum in eine Zusammenhang bringen kann.

Das hat die Bürgerinitiative Grünes St. Magnus wieder erfahren müssen, als ihr eine andere aufstrebende Politikerin auf die Argumente, die gegen den vorliegenden Bebauungsplan sprechen, ganz diskursiv mit einem: „Da wird gebaut, basta!“ geantwortet hat.

Wenn sich die Realität und eine angeblich gewünschte Realität derart unterscheiden, kann man vermuten, dass der Entwicklungsplan Bürgerbeteiligung, in dem u.a. „bei Planungsvorhaben regelmäßig geprüft werden“ soll, „ob eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger stattfinden kann und nach welchen Kriterien entschieden wird, ob und in welcher Form eine Beteiligung stattfinden soll“, von einer ungewünschten Realität ablenken soll.

Gibt es für die Koalitionsparteien etwa zu viele reale Bürgerinitiativen, in denen mündige Bürger selbst bestimmen, wo sie sich wie einbringen wollen, ohne das vorher von Politikern und ihren Sachverständigen prüfen zu lassen?


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zuletzt bearbeitet 14.11.2013 | Top

"Bürgerinitiative: Naherholungsgebiet Sr.Magnus erhalten"

#4 von Lola2 , 27.06.2015 11:35

Kritik an Tanklager-Debatte so lautet die Überschrift in der Ausgaben"Die Norddeutsche" von heute 27.6.2015

Zitat
Den Vorschlag der Bürgerschaftsabgeordneten Maike Schaefer, die 300 Hektar umfassende Fläche des Tanklagers Farge perspektivisch als Naherholungsgebiet für die Bürger zugänglich zu machen, wertet die Bürgerinitiative (BI) Grünes St.Magnus als "taktisches Ablenkungsmanöver und einen Anbiederungsversuch bei den Nordbremer Bürgern." "Vor diesem in weite Ferne liegenden Luftschloss eines Naherholungsgebietes liegen die immens zeitaufwendigen Arbeiten für die Sanierung des Grundwassers, die generelle Stilllegung...."
Zitat Ende

Der Artikel klärt weiter auf, dass die BI Grünes St.Magnus nochmal auf das Konzept "St.Magnus Geest" aufmerksam machen möchte, dass bestehende Naherholungsgebiete erhalten bleiben sowie diese Gebiete weiter zu entwickeln.

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RE: "Bürgerinitiative: Naherholungsgebiet Sr.Magnus erhalten"

#5 von Lola2 , 28.06.2015 09:10

..hier ist der Link zum vorigen Beitrag:

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1154461.html

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RE:"Bürgerinitiative kritisiert Beirat"

#6 von Lola2 , 07.01.2016 07:40

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1285647.html

Zitat
Klage über ignorierte Unterschriften
Bürgerinitiative kritisiert Beirat
CHRISTIAN WETH 07.01.2016 0 Kommentare

In Burglesum werden oft und viele Unterschriften gesammelt: mal gegen den Bau von Häusern, mal gegen die Schließung eines Bades. Doch nicht immer werden die langen Listen mit Namen im Beirat so behandelt, wie es die Unterzeichner erwarten. Manchmal tauchen sie im Sitzungsprotokoll auf, ein anderes Mal nicht. Das sagt jedenfalls Olaf Brandtstaedter, Sprecher eines Bündnisses, das die meisten Unterschriften sammelt: der Bürgerinitiative „Grünes St. Magnus“. Die ist jetzt in die Offensive gegangen – mit einem Bürgerantrag, in dem Brandtstaedter und andere Mitstreiter fordern, dass ihre gesammelten Unterschriften „nicht weiter ignoriert“ werden.
Zitat Ende

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