Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Zentrum auf dem politischen Abstellgleis?

#1 von Reinhard , 02.06.2013 15:29

Stadtteilgerechtigkeit

Nachdem andere das Tanklager-Problem für die Bremer und Blumenthaler Politiker zumindest vorerst gelöst haben, können sich diese jetzt auf die andere große Aufgabe des Stadtteils konzentrieren: die Vitalisierung und Entwicklung des alten Ortsmittelpunktes, die unmittelbar mit der Bebauung des BWK-Geländes und die Beseitigung des sozialen Brennpunktes an der George-Albrecht-Straße verbunden sind, denn niemand wird in Immobilien investieren, wenn sich gleich nebenan „rechtsfreie“ Räume befinden oder die Ansiedlung von Firmen droht, die „rauchen und stinken“.

Dieses Mehr an Aufmerksamkeit ist auch dringend nötig, denn wegen der bisherigen planerischen Hängepartien, in denen viel geredet und wenig bis nichts entschieden wurde, hatte Blumenthal einmal mehr das Nachsehen, und zwar nicht zuletzt mit einem Verweis auf diesen bedenklichen Stand der Konzeptentwicklung.

Vorerst keine Förderung aus dem Bundesprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

In der Sitzung der Umweltdeputation am 30.Mai wurde ein Entwurf zum Städtebauförderungsprogramm vorgelegt, der auch die Haltung des Bau- und Umweltsenators gegenüber dem Blumenthaler Zentrum offen legt.

Vorrangig ging es dabei um ein integriertes Entwicklungskonzept „Alte Neustadt/ Buntentor“, dessen Förderung im Rahmen des Bundesprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ erfolgt. Danach sollen dort 7,3 Mio. € aufgewendet werden, von denen , 2,2 Mio. € vom Bund stammen. Wie die Einzelaufstellung zeigt, lassen sich mit diesem Geld durchaus wünschenswerte Projekte finanzieren. Dazu zählen etwa eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum, eine Stärkung der Außengastronomie, ein Fahrradstellplatz, die Aufwertung einer Blickachse und eine Verbesserung des Anwohnerparkens.

Also alles Dinge, von denen sicherlich auch Blumenthal sehr profitieren könnte.

Diskussionsbedürftiges Auswahlverfahren

Für dieses Füllhorn, das über „Alte Neustadt/ Buntentor“, aber nicht über Blumenthal ausgeschüttet werden soll, nennt der Entwurf auch Gründe. Die Blumenthaler müssen also nicht gleich neidisch sein, sondern dürfen sich zunächst einmal von den Argumenten überzeugen lassen.

Zunächst beruft sich die Bau- und Umweltverwaltung auf ein Gutachten des Büros Junker und Kruse, nach dem „grundsätzlich“ fünf Stadtteilzentren für eine Aufnahme in das Programm geeignet sind, und zwar die Stadtteilzentren Neustadt (Bereich Alte Neustadt / Buntentorsteinweg), Walle, Osterholz, Blumenthal und Vegesack.

Dabei fällt der Bereich Alte Neustadt/ Buntentorsteinweg aus dem Rahmen, da es sich gar nicht um ein Stadtteilzentrum handelt, sondern vielmehr um ein „leicht abgesetztes“ Zentrum für die Ortsteile Alte Neustadt und Buntentor innerhalb des Stadtteils Neustadt. Nach dem Bremer Zentrenkonzept von 2009 sind also dieses Teilzentrum und das Stadtteilzentrum Blumenthal von ihrer Funktion her nicht vergleichbar. (Zentrenkonzept, S. 45)

Auch wird die Situation hier nicht unbedingt negativ beurteilt, wenn es kennzeichnend zur Aufenthaltsqualität heißt: „Gute Einkaufsatmosphäre durch attraktiven kleinteiligen Geschäftsbesatz und Nutzungsmischung mit einzelnen Gastronomiebetrieben. (Zentrenkonzept, S. 138)

Da es das Ziel des Programms „die Stärkung zentraler Versorgungsbereiche mit Funktionsverlusten und Leerständen“ ist, erscheint dieses Teilzentrum wie ein Irrläufer unter den fünf „geeigneten“ Stadtteilzentren.

Aber diese Schlussfolgerung ergibt sich anscheinend nur bei einer zu sachorientierten Analyse; denn der Senator hat anders entschieden. Für ihn hat das Stadtteilzentrum Neustadt (Bereich Alte Neustadt / Buntentorsteinweg) vor allem Priorität, „weil hier bei einem überschaubaren Mitteleinsatz die größten Aufwertungschancen bestehen.“

Mit anderen Worten wurde Alte Neustadt/ Buntentorsteinweg ausgewählt, weil man hier angeblich mit geringen Mitteln viel bewirken kann.

Zum Zentrum Blumenthal heißt es hingegen: „In Blumenthal bestehen durch den Bedeutungsverlust des traditionellen Zentrums und die Umnutzung des Wollkämmereigeländes erhebliche Entwicklungsaufgaben. Diese können jedoch durch das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ nur begrenzt einer Lösung zugeführt werden.“

Für den Umweltsenator ist das Programm also für Blumenthal nicht geeignet, weil hier die Aufgaben zu groß sind.

Das ist ein neues Entscheidungskriterium, das die Ziele dieses Programms praktisch auf den Kopf stellt; denn es soll gerade für die Zentren etwas getan werden, die innerhalb einer Stadt eine Versorgungsfunktion für ein größeres Gebiet ausfüllen müssen. Aber sowohl dieser Stadtteilaspekt als auch die bestehenden Leerstände spielen für die Auswahl in Bremen offensichtlich keine Rolle.

Grüne Klientelpolitik?

Der grüne Senator will damit in diesem Fall also finanzielle Mittel nicht einsetzen, um anerkannte Benachteiligungen abzubauen, sondern um mit begrenzten Mitteln möglichst viel zu bewirken. Da muss man sich fragen, ob sich diese Weise die Kluft in unserer Gesellschaft, die immer so beklagt wird, überwinden lässt? Oder will man etwa auch in der Bildungs- und Sozialpolitik in Zukunft nach diesem Effizienzprinzip verfahren und sich mit den „hoffnungslosen“ Fällen zunächst nicht weiter beschäftigen?

Im Hinblick auf die sozialräumlichen Unterschiede in Bremen scheint es zumindest so zu sein; denn während Blumenthal auf Rang 19 nach dem Benachteiligungsindex zu den eher durch soziale Probleme belasteten Gebieten zählt, gilt das kaum für Alte Neustadt auf Rang 31 und Buntentor auf Rang 38 unter insgesamt 78 Ortsteilen.

Oder gibt es vielleicht noch einen anderen Grund für die Mittelvergabe zugunsten von Alte/Neustadt und Buntentor gegenüber Blumenthal?

Glücklicherweise kann es keine Klientelpolitik sein, denn die gibt es ja bekanntlich nur bei anderen Parteien, wenn sie beispielsweise die Hoteliers begünstigen. Die Wahlergebnisse von 15,5% für die Grünen im Stadtteil Blumenthal gegenüber 35,2 % im Stadtteil Neustadt bei der letzten Beiratswahl können daher wohl kaum der Grund sein. Oder etwa doch?

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RE: Zentrum auf dem politischen Abstellgleis?

#2 von Lola , 02.06.2013 19:35

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...k-b-plan_3.html

Ich beziehe mich auf den Kommentar von TAOG v. 31.5.2013 (ich kann mich dort leider nicht einloggen)
Zitat
Weder das Gelände, noch die Umgebung und der Ausblick machen das BWK-Gelände zu einem hochwertigen Wohnumfeld was vergleichbar zur Überseestadt wäre um Leute mit dem nötigen Kleingeld in teure Wohnungen zu locken.
Zitat Ende

Das Gelände in der Überseestadt wurde ja erst geschaffen und man konnte neu planen. Bei dem BWK-Gebiet handelt es sich um ein altes Gebiet, das einer neuen Nutzung zugeführt werden kann wobei es wichtig ist , dass die Fehler der Vergangenheit nicht fortgesetzt werden, dass man Industriebetriebe ansiedelt, für die auch sicherlich andere Gewerbeflächen innerhalb des Bremer Bezirks zur Verfügung stehen und die nicht in den "Speckgürtel" abwandern müssen. Auch Menschen mit weniger Einkommen müssen nicht neben einem Heizkraftwerk oder Müllverbrennungsanlage wohnen und sind übrigens auch Steuerzahler und auch Wähler :-)
Bei dem Tanklager hat man gebetsmühlenartig immer wieder auf die Arbeitsplätze hingewiesen, die bei einer Schließung des Tanklagers wegfallen würden und dabei hat man vergiftetes Grundwasser und kontaminiertes Erdreich billigend in Kauf genommen und die Menschen in den verseuchten Gebieten müssen dort leben.

Ich glaube es einfach nicht, dass Bremen keine Stadtplaner mit umsetzbaren Ideen hat!
Ich glaube auch nicht, dass es nicht möglich sein wird bezahlbaren Wohnraum zu bauen, sodass man auf dem BWK-Gelände durchaus ein Mischgebiet entstehen lassen kann. Wer sagt denn, dass der Bedarf an Luxuswohnungen so hoch ist und dass man Wohnungen bauen muss wo man sein Auto mit auf die Etage nehmen kann. Wer das sucht, der hat doch die Möglichkeit in der Überseestadt fündig zu werden.

Wenn die verantwortlichen Politiker in dieser Region nicht aufpassen und sie für Industrie, die Gestank und Lärm verursacht auf dem BWK-Gelände grünes Licht geben, kann es durchaus passieren, dass die Leute die es sich leisten können, von hier weg ziehen.
Danach hat man dann "nur" noch den Untergang zu verwalten.

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Vertröstungspolitik

#3 von Reinhard , 03.06.2013 09:51

Vertröstungspolitik

In den letzten Monaten wurden mehrere Arbeitsgruppen zur Blumenthaler Zentrumsplanung konstituiert, die auch ihre ersten Sitzungen bereits abgehalten haben. Dazu zählte letztens etwa die Sitzung des Blumenthaler Beiratsausschusses für Zentrumsentwicklung am 27. Mai. Dabei wurde als Chance die Möglichkeit genannt, Blumenthal könnte in zwei Jahren zum Sanierungsgebiet erklärt werden.

Auch die Lösung der Probleme im angrenzenden sozialen Brennpunkt an der George-Albrecht-Straße steht nicht unbedingt vor einer raschen Lösung. So wurden die Umweltdeputierten auf ihrer letzten Sitzung am 30. Mai erneut mit dem Verwaltungsbericht vom 4. März auf den anscheinend immer noch neuesten Informationsstand gebracht.

Deutlicher waren die Aussagen des Bau- und Umweltsenators zur Zentrumsplanung, die allerdings für Blumenthaler Zweckoptimisten auch nicht unbedingt erfreulicher sind. Von vielen Einzelaktionen, die für frischen Wind zu sorgen schienen, ist jedenfalls nicht mehr die Rede. Die Ausweisung eines weiter gefassten WiN-Gebietes an der George-Albrecht-Straße ist vom Tisch und die Immobilienmanager, die alles tun, damit nicht zu große Erwartungen mit ihnen verbunden werden, spielen kaum noch eine größere Rolle. Vielmehr will der Senator anscheinend praktisch wieder auf „Anfang“ zurückgehen und befasst sich mit der Gesamtplanung.

Dabei soll auf „eine Doppelstrategie“ gesetzt werden. So ist für ihn „einmal die Aufstellung eines integrierten Handlungskonzeptes für den erweiterten Zentrenbereich (bestehend aus traditionellem Zentrum, Blumenthal-Center und Wollkämmerei) notwendig“. Diese „stadtteilbezogene Entwicklungsplanung“ wird nach seinen Angaben in der Arbeitsgruppe Bremen-Nord „aktiv betrieben.“

Damit wird das Blumenthaler Zentrum also zu einer Teilfrage der weiteren Entwicklung des gesamten Stadtbezirks Bremen-Nord, es muss also die Aufmerksamkeit in einer hoch angesiedelten Gesprächsrunde mit anderen Themen teilen.

„Parallel dazu“ soll für den Bereich des Marktplatzes „der Entwicklungsprozess durch ein Nutzungskonzept und den Aufbau eines Immobilienmanagements, das auch auf Zwischennutzungen setzt, unterstützt werden.“

Dabei bleibt offen, ob diese Parallelität auch etwas mit einer gegenseitigen Abstimmung zu tun haben soll, da die Nutzungen kaum ohne eine Orientierung an den Funktionen des gesamten Zentrumsbereichs bestimmt werden können, also nicht ohne die weiteren Entwicklungen im Bereich der George-Albrecht-Straße und auf dem ehemaligen BWK-Gelände.

Das sieht alles nicht nach schnellen politischen Entscheidungen aus. Auch der Trost, den der Senator für die Blumenthaler bereithält, setzt sehr stark auf das Prinzip Hoffnung; denn nicht einmal nach einer erfolgreichen Tätigkeit der Arbeitsgruppen werden Maßnahmen und finanzielle Mittel versprochen. Es soll dann nur „geprüft“ werden, ob und inwieweit eine Förderung aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ erfolgen kann. (S. 22)

Über diese für Blumenthal enttäuschende Setzung politischer Prioritäten in der Bau- und Umweltbehörde können auch lokale Aktiönchen wie die Aufhebung von „Parkbeschränkungen an Markttagen“ nicht hinwegtäuschen.

Wer nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag warten will, wird daher nicht weiter auf die kompetenten senatorischen Städtebauexperten hoffen dürfen, sondern das Projekt selbst in die Hand nehmen müssen, damit endlich nicht nur geredet, sondern entschieden und gehandelt wird.

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Suche nach Quartiersmanager beginnt

#4 von Lola , 07.06.2013 07:05

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,587636.html

Zitat

Win-Gebiet Blumenthal: Sozialbehörde bereitet Ausschreibung vor / Arbeitsbeginn in diesem Sommer - 07.06.2013
Suche nach Quartiersmanager beginnt
Von Christina Denker

Die Verbesserung der Wohnsituation spielt eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Probleme in der George-Albrecht-Straße. In vielen Wohnungen regiert der Schimmel in fast allen Räumen. Eines der Themen für den Quartiersmanager, der im Sommer seine Arbeit aufnehmen soll.
Zitat Ende

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Vernetzte oder verknotete Planung?

#5 von Reinhard , 07.06.2013 19:35

Vernetzte oder verknotete Planung?

Anders als beim alten Zentrum am Marktplatz scheint es im Gebiet der George-Albrecht-Straße endlich voranzugehen. Hier haben die Bremer Verwaltungen bereits eine klar definierte Aufgabe, die ihnen die Bürgerschaft am 11. Dezember mit der einstimmigen Annahme des Antrags zur „Vernetzten Quartiersentwicklung im Umfeld der George-Albrecht-Straße!“ gestellt hat.

Während über konzeptionelle Fortschritte noch nicht berichtet werde konnte, hat man jetzt in der Sozialbehörde zwei Kleinmaßnahmen ganz konkret vor Augen: Man will die in der Bürgerschaft bereits damals beschlossene Stelle für ein Quartiersmanagement ausschreiben, deren InhaberIn sich dann speziell um die Wohnungsproblematik kümmern soll. Die Quartiersmanagerin bzw. der Quartiersmanager ist dabei laut damaligem Antrag allerdings „zur Vernetzung der sozialen und sozialpädagogischen Angebote für die Bewohnerinnen und Bewohner der George-Albrecht-Straße und der umliegenden Straßen im Ortsteil Blumenthal“ vorgesehen.

Mietminderung unbekannt?

Jetzt hat die Bremer Sozialbehörde nach dem Bericht in der Norddeutschen festgestellt, dass „die Verbesserung der Wohnsituation eine große Rolle spielt, um in der George-Albrecht-Straße überhaupt etwas zu bewegen.“ Das ist sicherlich eine erfreuliche Erkenntnis für eine Behörde, die dort nicht selten „rund 800 Euro für eine etwa 85 Quadratmeter große Wohnung monatlich“ zahlt. Das macht, wenn man von den einmal genannten 300 Bewohnern ausgeht, schnell einige 100.000 € pro Jahr.
Anscheinend hat man hier bisher also nur regelmäßig das Geld überwiesen, ohne auf die Gegenleistung der Vermieter zu achten. Dabei gibt es in dieser Frage eine eindeutige Gesetzeslage und sogar einschlägige Mietminderungstabellen.

Jetzt wird in einem Quartiersmanagement, dessen Stelle noch nicht einmal ausgeschrieben ist, ein „Bindeglied zwischen den Bewohnern und den Eigentümern der Wohnungen sowie deren Hausverwaltungen“ gesehen und man verweist auf die Möglichkeit, dass die Behörde die Kosten für Hilfen durch einen Mieterverein übernehmen würde.

Dabei hatte die Bürgerschaft die Aufgaben des Quartiersmanagement weniger in einer Mietrechstberatung und – durchsetzung gesehen. So sollte im letzten Dezember sollte noch ein Konzept für „spezifische arbeitsmarkt- bzw. beschäftigungspolitische Maßnahmen und Bildungsangebote“ entwickelt werden, „die den Bewohnerinnen und Bewohnern eine bessere Erwerbsperspektive eröffnen“.

Da scheint es für die Sozialbehörde eine willkommene Chance sein, dem Quartiersmanagement, das sich noch nicht wehen kann, eine zusätzliche Aufgabe aus einem ganz anderen Bereich aufzuhalsen. Man scheint eben genau zu wissen, was man nicht unbedingt selbst machen muss.

Steuergelder als Subventionen für Immobilienspekulanten?

Sicherlich gäbe es auch eine andere Vorgehensweise, die vermutlich jeder wählen würde, der vielleicht die Mietkosten für seine Eltern zahlt, die sich aus welchen Gründen auch immer nicht um Rechts- und Finanzfragen kümmern können. Wer würde in solch einem Fall, kritische Presseberichte lesen, aber selbst praktisch nichts unternehmen? Niemand würde weiterhin brav die vollen Mietkosten überweisen, sondern zumindest nur das zahlen, was die Wohnung auch tatsächlich aufgrund der Nutzungsminderung wert ist.

Eine noch besser Position hätte in solchen Fällen zwangsläufig eine Institution, die nicht nur für eine Wohnung, sondern gleich für eine Reihe von Wohnungen die Mieten zahlt, auf die also kein Vermieter gut verzichten kann.

Kann man hier nicht erwarten, dass einmal zum Hörer gegriffen und auf die Mietminderungen hingewiesen wird?

Wenn eine Behörde nicht solche „unbürokratischen“ Mittel nutzt, kann man leicht zu dem Verdacht gelangen, dass sie nicht ganz unbewusst mit Steuergeldern die Aktivitäten von Immobilienspekulanten subventioniert. Hier werden schließlich angesichts der Mietminderungsgründe unangemessen hohe Mieten gezahlt.

WiN als Prinzip Hoffnung

Die so häufig angekündigte Vernetzung überzeugt allerdings bisher nicht nur bei der Besetzung der Quartiersmanagementstelle und der Beseitigung von Mietmängeln wenig, sondern auch bei der Aufnahme in das WiN-Förderprogramm.

Gerade wenn man an eine fast magische Wirkung dieser dann fließenden Fördermittel glaubt, muss man über die Fortschritte auf dem Weg zu dieser wundersamen Problemlösung enttäuscht sein.

So gab es im Dezember den Auftrag der Bürgerschaft an die Verwaltung, eine Strategie „zur Integration des Quartiers in eine WiN – Förderung“ zu entwickeln bzw. „ggf. eine ähnliche Förderung zu konzipieren“.

In einer Deputationsvorlage vom 7. März hieß es dann, dass diese Fragestellung noch „nicht abschließend geprüft“ worden sei, aber „nach derzeitigem Diskussionsstand .. eine WiN – Förderung .. eher unwahrscheinlich“ sei, „da das Quartier die Anforderungen an ein WiN Gebiet nur teilweise erfüllt.“

Dieser Sachstand wurde am 30. Mai bestätigt, als man die alte Deputationsvorlage erneut als Informationsgrundlage verwendet hat.

Allerdings scheint hierbei nicht jede Masche im Informationsnetz zu funktionieren, wenn der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion in einer öffentlichen Sitzung eines Blumenthaler Beiratsausschusses am 25. März erklärt haben soll, es hätten sich bereits die betroffenen Ressorts in einer Arbeitsgruppe zusammengefunden und einen Antrag an die Bürgerschaft wegen eines WIN-Gebietes gestellt.

Diese vermutlich eher durch die beteiligten Ressorts verknotete als vernetzte Problembearbeitung hat für die Bremer Politiker und Verwaltungen anscheinend durchaus ihre guten Seiten: Es gibt Presseberichte, die von immer neuen Ideen und Aktivitäten berichten können. Man muss dabei allerdings auf vergessliche Wähler hoffen.

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Was ist aus den "Kümmerern" geworden, die nicht mehr so genannt werden möchten?

#6 von Lola , 07.06.2013 21:42

Was war deren Aufgabe überhaupt? Kleingewerbe für die Leerstände zu suchen?
Die Bezahlung erfolgt ja nicht nach dem Erfolgsprinzip, oder doch?
Waren diese Stellen nicht auch Stellen, die durch Fördergelder = Steuergelder finanziert wurden?
Die beiden "Kümmerer" (sorry, ich weiß nicht wie sie sonst genannt werden möchten) waren ja nicht selbständig, sondern Angestellte eines Immobilienunternehmens, oder?

Jetzt soll ein Quartiersmanager gesucht werden.
Kümmert der sich dann um die Wohnsituation? Altersschwache Lüfter in den Wohnungen der George-Albrecht-Straße, kann man durch neue ersetzen lassen, das kann nicht das Problem sein. Die kosten dem Vermieter auch nicht ein Vermögen! Teuer wird es erst, wenn die Wohnungen komplett vom Schimmel befallen sind!!! Aber das will man doch als Vermieter nicht?!
Wenn die Behörden über den desolaten Zustand der Wohnungen wissen, wieso wird die Miete überhaupt voll bezahlt?
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man in der zuständigen Behörde so weltfremd ist und nicht weiß, dass Vermieter Pflichten haben.
Das sind Steuergelder die achtlos vergeudet werden!
Nun ja, wenn man bedenkt das Bremen richtig "klamm bei Kasse" ist.......


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zuletzt bearbeitet 07.06.2013 | Top

Aufklärung zur vernetzten Planung

#7 von Reinhard , 09.06.2013 12:05

Aufklärung zur vernetzten Planung

Im Mittelpunkt der Blumenthaler Beiratssitzung am Montag steht ein „Sachstandsbericht Projekt George-Albrecht-Straße“, für den eine knappe Stunde reserviert ist. In dieser Zeit soll Herr Woijke, der in der Sozialbehörde für die „Koordination der kommunalen Aufgabendurchführung in der Stadtgemeinde Bremen” zuständig ist, über den aktuellen Stand informieren und Fragen der Beiratsmitglieder beantworten.

Bei dem gegenwärtigen Wirrwarr von Aussagen zu den Absichten und Handlungen der verschiedenen senatorischen Behörden verspricht diese Sitzung also viel Aufklärung, sodass deutlich wird, wie die verschiedenen Verwaltungsstellen kooperativ nach einem klaren Konzept vorgehen und endlich zu erkennbaren Ergebnissen gelangen.

Bisher bestehen daran vor allem in fünf Bereichen Zweifel.

1) Das gilt zunächst für die Situation an der George-Albrecht-Straße ganz generell, da die von der Bürgerschaft beschlossene Arbeitsgruppe in ihrer ersten Sitzung am 21. Januar das Institut pro loco mit einer Untersuchung zur dortigen Bevölkerung beauftragt hat, die bis Ende April durchgeführt werden sollte. Hier interessieren die Ergebnisse, also Informationen über die dort lebenden Roma, Mhallamiye und anderen Bevölkerungsgruppen, so vor allem über deren soziale Lage und Probleme, da diese Fakten bisher nicht veröffentlicht wurden und daher die Diskussion leicht von sozialen Vorurteilen ausgehen kann.

2. Weiterhin offen ist die Frage, ob tatsächlich die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm WiN (Wohnen in Nachbarschaften) verfolgt wird. Hier läuft aktuell ein Programm für den Zeitraum 2011-2016, sodass bei einer Ergänzung durch einen weiteren Problembereich wahrscheinlich Mittel zulasten alter WiN-Gebiete umverteilt werden müssten, und zwar sicherlich nicht ohne den politischen Widerstand dieser Betroffenen.

Wenig erfreulich dürfte auch das Warten auf ein Anschlussprogramm sein, das erst 2017 anlaufen würde.

Und dann gibt es die Auswahlkriterien des Bau- und Umweltressorts, nach denen entsprechend dem Monitoring „Soziale Stadt Bremen 2010“ der Bereich George-Albrecht-Straße mit 452 Bewohnern deutlich unter dem Richtwert von 3.000 Einwohnern liegt.

3. Bei der aktuellen Auskunft der Sozialbehörde, die zu den Aufgaben des Quartiermanagements vor allem die Mietberatung und Durchsetzung von Mieterforderungen zählt, scheinen die Hinweise des Blumenthaler Arbeitskreises George-Albrecht-Straße völlig vergessen zu sein, der vorrangig die Bedeutung von Bildungsmaßnahmen herausgestellt hat. Hier müssten die Gewichte einmal geklärt werden.

4. Bei diesem diffusen Sachstand kann möglicherweise der Ausschreibungstext für die Stelle der Quartiersmanagerin/ des Quartiersmanagers für Klarheit über die tatsächlichen Absichten der zuständigen Stellen sorgen. Es drängt sich zwar nicht unbedingt auf, erst ein Quartiersmanagement zu suchen, das dann das Konzept, nach dem es arbeiten soll, mit entwirft. Der Text mit den geforderten Qualifikationen könnte jedoch zumindest klären, welche Leistungen von dieser anscheinend gesuchten eierlegenden Wollmilchsau vor allem erwartet werden.

5. Ganz unklar bleibt auch die generelle Vernetzung der Maßnahmen der zuständigen Senatorinnen und Senatoren. Während in der Umweltdeputation anscheinend die Aufnahme in das WiN-Programm nicht erwogen wird, kommen aus dem Sozialbereich Stimmen, nach denen hier erste Schritte unternommen wurden. Beim Wirtschaftssenator schließlich lassen sich für Blumenthal bereits Anträge im Rahmen der Initiative „Investitionen und bauliche Maßnahmen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“ stellen.

Da kann man nur von dieser Art einer vernetzten Konzipierung der weiteren Entwicklung an der George-Albrecht-Straße überrascht sein, die bisher sogar ohne eine tragfähige Informationsgrundlage auszukommen scheint.

Aber wichtig ist ja, zu welchen erkennbaren Ergebnissen man möglichst bald gelangen wird. Hier ist es sicherlich die Aufgabe des Beirats, die Wichtigkeit dieser „vernetzten Entwicklung“ herauszuarbeiten. Das gilt einerseits für das Image des Stadtbezirks und die Sicherheit seiner Bürger, aber auch die Lebensperspektive der Bewohner an der George-Albrecht-Straße. Andererseits dürfte eine fehlenden Lösung für dieses Problemgebiet auch die Entwicklung des alten Ortszentrums um den Marktplatz behindern, denn wer investiert schon zwischen einem „rechtsfreien“ Raum und einer Industriebrache.

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Als Blumenthal noch nicht zu Bremen gehörte..man schrieb das Jahr 1907..

#8 von Lola , 24.07.2013 08:23

Die Norddeutsche Ausgabe 24.7.2013 - Seite 4
Beitrag: 500 Mark Jahresmiete für vier Amtsstuben
Blick in den Blumenthaler Haushaltsplan von 1907/ Rascher Wandel vom Bauerndorf zum modernen Industriestandort
von Ulf Fiedler

Zitat
Die kommunalen Aufgaben wuchsen in erheblichem Umfang. Wohnungen, Straßen, Schulen und Wasserversorgung erreichten bedrohliche Dimensionen. Dringend war vor allem der Wohnungsbau. "Im Augenblick", schrieb Landrat Berthold damals an seine vorgesetzte Dienststelle in Stade, "befinden sich Blumenthal und Umgebung in einer Art Taumel von Grundstücksspekulationen. Es werden Preise gefordert und bezahlt, die kürzlich noch als völlig schwindelhaft gegolten hätten".
Zitat Ende

Achtung: das war vor 100 Jahren !


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Ende einer Illusion?

#9 von Reinhard , 10.02.2014 14:45

Ende einer Illusion?

Marktplätze sind für Städte nicht nur Flächen, auf denen ein klassischer Wochenmarkt unter freiem Himmel veranstaltet wird, sondern sie haben zusätzlich eine ganz besondere symbolische Bedeutung. Das Marktrecht steht immer auch für den Status als Stadt, die sich damit vom einer ländlichen Umgebung abgrenzt.

Diese doppelte Bedeutung wird in Blumenthal mit seinem Marktplatz, der nicht einmal Marktplatz heißt und dessen Gebäude die Hausnummern der angrenzenden Straßen besitzen, auf merkwürdige Weise deutlich. Es gibt zwar einen Grünmarkt, aber der seit August 1991 besonders gestaltete Platz hat praktisch keine Funktion. Dort dürfen keine Autos parken und gleichzeitig fehlt ihm eine Aufenthaltsqualität, sodass dort nicht einmal an sonnigen Tagen Besucher im Freien ein Eis essen oder einen Kaffee bzw. ein Bier trinken können. Hier ist es der Planung gelungen, einen fast funktionslosen Platz zu schaffen, ohne dass sich daran seit Jahrzehnten etwas geändert hat.

Das dürfte an den Ursachen dieser Misere liegen, die offenbar kein Verantwortlicher deutlich ansprechen möchte. Dabei liegen sie auf der Hand: es sind die fast allmächtige Konkurrenz des Blumenthal Centers und die Nähe zur Industriebrache des alten BWK-Geländes, von deren weiterer Nutzung offenbar in absehbarer Zeit keine Impulse erwartet werden.

Das scheint jetzt entsprechend ihrem aktuellen Beiratsantrag auch die Blumenthaler CDU zu sehen, die sich immer für ein Industrie- und Gewerbegebiet ganz in der Nähe stark gemacht hat. Dazu passt einfach keine aufwendige Planung für einen attraktiven Marktplatz. Daher will man offenbar jetzt den Platz verschwinden lassen und dort – ganz wie am Rande anderer Gewerbegebiete – den Verkehr frei fließen lassen.

Damit nimmt diese Fraktion Abschied von der Illusion, dass man in Blumenthal ein Industrie- und Gewerbegebiet auf dem BWK-Gelände, ein noch weiter auszubauendes Blumenthal Center und einen attraktiven Marktplatz gleichzeitig haben kann. Die Entscheidung wurde dabei gegen ein Stadtteilzentrum getroffen, sodass sich Blumenthal ohne alle bisherigen Verbrämungen und Umschreibungen zu einer Kombination von Industrieflächen und benachbarten Wohngebieten entwickeln soll, deren Bewohner an ökologischen Belastungen aufgrund ihrer Einkommenssituation keinen Anstoß nehmen können.


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zuletzt bearbeitet 10.02.2014 | Top

Bremer "Sparpolitik"

#10 von Reinhard , 14.05.2014 11:47

Bremer "Sparpolitik"

Nach einer aktuellen Befragung glauben überdurchschnittlich viele Bremerinnen und Bremer nicht, dass ihre Stadt „verantwortungsvoll“ mit Steuermitteln umgeht.

Wenn man die Diskussion um die Kümmerer bzw. Immobienmanager in Blumenthal verfolgt, scheint dieser Eindruck nicht ganz falsch zu sein.

Nachdem sie zunächst „beschäftigungslos“ sind, sollen sie demnächst ein Konzept erstellen, wie das BLV berichtet. Das genaue Thema steht jedoch noch nicht fest, und erst nach den Sommerferien sollen die beiden Manager ohne Aufgabe dem Blumenthaler Beirat darüber berichten, was sie für die veranschlagten 90.000 € insgesamt leisten.

Allerdings gibt es in dieser Geschichte über den Umgang des Staates mit Steuern auch einen Lichtblick. Die Studie soll sich voraussichtlich mit dem Thema „Möglichkeiten der Kombination von Wohnen und Arbeiten“ beschäftigen. Das ist ein weites Feld, zu dem es schon viele Untersuchungen gibt.

In Blumenthal hat es jedoch seine Brisanz, wenn man von der Mühlenstraße zum Marktplatz geht und auf das Gelände der ehemaligen BWK sieht. Hier wäre es wirklich lohnenswert, wenn einmal im Auftrag Bremens und in diesem Fall sogar des Wirtschaftssenators untersucht wird, welche Formen von „Arbeiten“ sich mit einer Wohnfunktion vertragen und welche nicht.

Vielleicht sehen Leser in den Büros der Bau- und Wirtschaftsbehörde dann, dass was in Blog-Artikeln und Forums-Postings schon vielfach nachgewiesen wurde: eine Aufwertung des alten Blumenthaler Zentrums setzt einen attraktiven Wohn- und Gewerbepark auf dem BWK-Gelände voraus.

Wenn man dann von der Fokussierung auf ein „stinkendes und lärmendes“ Industriegebiet abkommen würde, hätte man das Geld vielleicht doch noch gut investiert.

Oder soll das geplante Konzept vielleicht nur eine Kopie aus vorliegenden Entwürfen von Bebauungsplänen und Stellungnahmen der Wirtschaftsbehörde werden?

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"Kümmerer: Büro aufgegeben?"

#11 von Lola2 , 06.08.2014 07:18

so lautet die Überschrift eines Artikels in der Ausgabe "Die Norddeutsche" v. 6.8.2014 - Seite 1

Die Linkspolitikerin Anke Krohne bittet den Beirat über das Ortsamt und den Senator für Wirtschaft um Informationen über den Verbleib der beiden Standortmanager, die seit Dezember 2012 beauftragt wurden, einen Strukturwandel in Blumenthal zu entwickeln. Den sogenanngten "Kümmerern" wurde in der Mühlenstraße ein Büro zur Verfügung gestellt, das aber lt. Zeitungsbericht offensichtlich aufgegeben wurde.
Es heißt weiter, dass es auch keine Hinweise über Öffnungszeiten oder Tel.Nr. mehr geben würde.

Nun möchte Anke Krohne wissen ob die beiden Standortmanager ihre Aufgaben erfüllt haben und wo man die Ergebnisse einsehen kann und wieviel es die Stadt Bremen gekostet hat.

Der Bericht klärt am Schluß noch darüber auf, "dass das Projekt von der Stadt und aus EU-Mitteln finanziert wurde. Es wurde mit einem Volumen von rund € 120.000,-- veranschlagt."


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zuletzt bearbeitet 06.08.2014 | Top

Teures Experiment

#12 von Reinhard , 10.08.2014 12:26

Teures Experiment

An einer Stadt an der Weser sollte man es eigentlich wissen. Wasser fließt nicht bergauf. Und genauso gibt es Gesetzmäßigkeiten im Verhalten von Menschen, die man zur Kenntnis nehmen muss, auch wenn sie vielleicht eigene Entscheidungen als falsch erscheinen lassen. Das gilt vor allem dann, wenn man auch noch einfachste mathematische Regeln missachten will.

Wie heute auch der Weser Report berichtet, hat der Wirtschaftssenator sein 120.000 € teures Sozialexperiment abgebrochen, in dem zwei Immobilienmanager Kaufkraft an die Mühlenstraße zaubern sollten. Dabei haben die Bremer Planer gerade durch zwei Maßnahmen eben diese Möglichkeit nach Kräften verhindert. So wurde das Blumenthal Center errichtet und jetzt will der Wirtschaftssenator auf dem ehemaligen BWK-Gelände keine Wohnbevölkerung dulden.

Da muss jeder Unbefangene fragen, wer jetzt und in Zukunft an der Mühlenstraße Einkäufe erledigen und Dienstleistungen nachfragen soll.

Jetzt scheinen die senatorischen Behörden überrascht zu sein, dass auch zwei Immobilienfachleute aus dem Nichts keine Kaufkraft zaubern können.

Wie bereits an anderer Stelle ausführlich aufgezeigt wurde, lässt sich der Raum am Marktplatz nur wieder zu einem Zentrum entwickeln, wenn man die Vorgaben für das BWK-Gelände bzw. genauer den Bebauungsplan 1288 ändert.

Wirklich schade, dass man glaubte, mit 120.000 € nachweisen zu müssen, dass man einen € nur einmal ausgeben kann oder eben Wasser nicht bergauf fließt.

Ober wollte man mit den in den Sand gesetzten Mitteln zeigen, wie sehr man sich um Blumenthal „bemüht“.

Nur ein „bemüht“ in einem Arbeitszeugnis reicht bekanntlich häufig nicht.

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RE: Teures Experiment

#13 von fight4yrights , 11.08.2014 06:32

Und die Immobilie, in der dei Topfblume symbolisch vertrocknet, muss sich für den Besitzer gerechnet haben. €14.000 für 2 Jahre, nicht schlecht.
Mich würde interessieren, wer denn der Besitzer ist. Für den blühte Blumenthal auf.
LG
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"Planer wollen den Kern retten" (in Lesum)

#14 von Lola2 , 02.10.2014 06:41

so lautet die Überschrift eines Beitrages in der Ausgabe "Die Norddeutsche" v. 2.Okt.2014 von Volker Kölling

Zitat
"Änderung des B-Plans 399- Das klingt als Tagesordnungspunkt für eine Beiratssitzung nicht so packend wie etwa:
"Rettung des historischen Ortskerns"
Zitat Ende
Der Bauamtsmitarbeiter Klaus Koch erklärte lt. Zeitungsbericht, dass mit den Bauzonen viel zu großzügig umgegangen wäre weil man rund um historische Bauten praktisch beliebig irgendwelche Klötze neben das Alte gebaut hat.

Er möchte, dass auch Straßenzug für Straßenzug genau überprüft wird und die Trauf-und Firsthöhe festgelegt wird. Für diesen Beschluss gab es grünes Licht.


Vielleicht kann man für Blumenthal auch noch hoffen, dass sich die Planer vom Bauamt Bremen-Nord für eine langfristige Rettung des Ortskerns einsetzen und der weitere Verfall aufgehalten wird.


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Mit neuer Koalition zum neu entwickelten „alten“ Zentrum Blumenthal?

#15 von Reinhard , 09.02.2015 17:33

Mit neuer Koalition zu einem neu entwickelten „alten“ Zentrum Blumenthal?

Im Umfeld der parteipolitischen Neugruppierung nach den Entscheidungen zur Rekumer Str.12 und der Aufstellung der SPD-Liste für die Beiratswahl scheint es nicht nur zu personellen, sondern auch zu inhaltlichen Veränderungen in Blumenthal zu kommen. Darauf kann ein aktueller Antrag der SPD-Fraktion hinweisen, der heute Abend auf der Tagesordnung des Beirats steht. Danach setzen die Sozialdemokraten neue Akzente, indem sie sich für eine Aktivierung des „alten“ Bumenthaler Zentrums einsetzen.

Danach soll dieser Teil Blumenthals zum Stadtumbaugebiet gemäß § 171 b Baugesetzbuch (BauGB) erklären werden, für das gemeinsam mit dem Beirat Blumenthal ein städtebauliches Entwicklungskonzept aufgestellt werden soll. Zu den erforderlichen Finanzmittel für Planung und Umsetzung heißt es , dass sie im Haushalt „zu fixieren sind“.

Mit diesem Antrag unterscheidet sich die Position der SPD zumindest vom Akzent her vom vorgeschlagenen neuen Verkehrskonzept sowie den in den Vordergrund gerückten Wünschen nach einem besseren Zugang durch den Individualverkehr ab, wie ihn die CDU und Blumenthal aktiv vertreten. Zumindest dürfte es im Rahmen einer mittelfristigen Planung kaum sinnvoll sein, eine Entscheidung wie die "Öffnung des Marktplatzes" vorab und ohne Abstimmung mit den weiteren Maßnahmen des Stadtumbaus zu treffen.

Eine rot-rot-grüne Koalition könnte daher neue städtebauliche Weichen stellen.

Reinhard  
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"Kritik am Zentrenkonzept"
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Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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