Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

100 Tage-Bilanz

#1 von Reinhard , 01.05.2013 19:05

100 Tage-Bilanz

Forum und Blog „Blumenthal – Probleme und Chancen“ können inzwischen schon auf eine paar Monate Kindheitsgeschichte zurückblicken. Wenn man nicht ganz pingelig zählt, lässt sich von den gern erörterten 100 Tagen sprechen.

Das ist häufig der Anlass für eine Zwischenbilanz, die deshalb hier einmal als kurzer Erfahrungsbericht erfolgen soll. Dabei darf etwas Statistik nicht fehlen, damit die Bewertung nicht zu subjektiv ausfällt, also ein zu 50 % gefülltes Glas schon als fast voll wahrgenommen wird.

Da die Betreiber der Blog- und Foren-Seiten einige Auswertungen zu Verfügung stellen, können wir mit diesen „harten“ Fakten beginnen.

Im Forum haben vier Themen mehr als 300 Aufrufe erreicht. Weit an der Spitze rangiert dabei die Diskussion um ein Volksfest auf das Bahrsplate. Hier gab es über 830 Aufrufe und 35 Beiträge.

Dahinter folgen dann die Rubriken „Gründung und Kontakt“ der Tanklager-Bürgerinitiative sowie „Krebsregister“ und „Kraftwerk Farge“, in denen vor allem gesundheitliche Auswirkungen von Umweltbelastungen angesprochen werden. Auf Platz 5 liegt mit knapp 250 Aufrufen das Thema „Bürgerfragen“, wo die Blumenthaler Bürgeranträge zum Tanklager Farge und die anschließenden Stellungnahmen der Umweltbehörde behandelt werden.

Diese Zahlen lassen sich auch durchaus interpretieren, wenn man nach Gründen für die Beliebtheit sucht. Die „Anschlusssause“ war, wie auch ihr Tod nahelegt, ein solch eklatanter Fehlgriff, das offensichtlich viele User einmal etwas Kritisches zu der zunächst so festgefügt scheinenden Mehrheitsmeinung im Blumenthaler Beirat lesen wollten.

Das thematische Interesse wird besonders manifest, wenn es sich organisiert hat. Das zeigen im Forum die Aufrufe des Gründungsthreads der Tanklager-Bürgerinitiative und im Blog der Beitrag zu einem bisher nicht einmal existierenden BWK-Museum. Dieser Artikel rangiert dort mit über 300 Aufrufen deutlich vor dem über das Kraftwerk Farge mit 220 und dem der BWK-Geschichte sowie den Beiträgen zum Tanklager, die etwa 170 mal von neuen Leser aufgerufen wurden.

Für ganz besondere Aufmerksamkeit kann jedoch auch eine gewählte Formulierung sorgen, denn die Rubrik „Worüber die Umweltbehörde nicht informiert“ hat sich zu einem kleinen Shootingstar entwickelt, da sie innerhalb von gut drei Wochen schon über 230 Leserinnen und Leser gefunden hat.

Diese Auswertung der Hits zeigt jedoch auch, wieso andere Foren desselben Anbieters www.homepagemodules.de noch mehr Zugriffe aufweisen. Es geht um Fan-Seiten von Sportvereinen, Diskussionen gemeinsamer Hobbys oder auch Plattformen einzelner Orte, auf denen die Vereine ihre Termine veröffentlichen und Geschäftsleute für ihre Leistungen werben.

Das kann soll hier jedoch nicht in 100 und auch nicht 1.000 Tagen angestrebt werden. Vielmehr war und ist die Diskussion stadtteilpolitischer Probleme und Chancen das Ziel. Maßstab für den Erfolg muss es daher sein, ob Forum und Blog kleine Anstöße in diese Richtung geben konnten und können.

Diese Auswirkungen sind vermutlich kaum zu erfassen. Immerhin haben Blog und Forum schon sehr früh Themen aufgegriffen und Konzepte vertreten, die anschließend in eine andere Richtung entschieden wurden, als es ursprünglich den Anschein hatte. Das gilt sowohl für die Tanklager-Frage als auch die Anschlussfeier, wo es bei der Beiratsmehr zunächst wenig Aufmerksamkeit und sogar Ablehnung für die Positionen gab, die hier meist sehr entschieden vorgetragen worden sind.

Bei solchen Versuchen einer Selbsteinschätzung besteht zweifellos immer die Gefahr von „Wahrnehmungsstörungen“. Dieses Problem dürfte allerdings nicht besonders groß sein, wenn man das Pseudonym „Skeptulant“ gewählt hat. Jedoch kann ein kleines Zipfelchen vom Erfolg auch ein guter Ansporn für kommende Diskussionen sein.

Und da ist noch eine Menge zu tun. Das gilt für die endgültige Beseitigung der Gefahren, die von dem Betrieb eines Tanklagers in einem Wasserschutzgebiet und in der Nähe von Wohngebieten ausgehen, für Anregungen bei die Konzipierung eines jährlichen Stadtfestes, das etwas mehr als ein x-beliebiger Jahrmarkt ist, und für eine Nutzung der Potenziale, die im alten Betriebsgelände der Bremer Wollkämmerei stecken. Hier scheinen einige Politiker nicht zu sehen, dass aus der Lage dieses Areals und den vorhandenen denkmalgeschützten Gebäuden etwas mehr gemacht werden kann und muss als ein weiteres wenig intaktes Bremer Gewerbe- oder Industriegebiet.

Nicht zuletzt kann eine Vitalisierung dieses Nachbargebietes auch zu Impulsen für den alten Ortszentrum Blumenthal führen, der bisher durch das Blumenthal Center an Kaufkraft verliert und durch die Entwicklungen im Bereich der George-Albrecht-Straße auf der einen und das zumindest teilweise verwaiste BWK-Gelände auf der anderen Seite keinerlei Kompensation erhält.

Es gibt also noch viel zu diskutieren. Daher wäre es sehr wünschenswert, wenn sich mehr User als Mitglieder aktiv beteiligen würden. Das gilt natürlich auch für Interessierte, die eine andere Position vertreten, als sie hier bisher im Vordergrund stand.

Reinhard  
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