Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Umweltbedingte Krebserkrankungen und Krebsregisterdaten

#1 von Reinhard , 25.01.2013 15:37

Obwohl sich Bremen gern als Bundesland mit den kurzen Wegen bezeichnet, scheint das in manchen Fällen nur für die Luftlinie, aber nicht für den Dienstweg zu gelten.

So hat der Senat der CDU-Fraktion zwar eine Antwort auf ihre Anfrage vom 19.12. 2012 gegeben. Allerdings sind darin konkrete Aussagen Mangelware, etwa zum Krankheitsrisiko. So hat man zwar das Naheliegende getan und angeblich „vorsorglich“ eine kleinräumige Auswertung des Krebsregisters erbeten.

Dort scheint man aber nicht so zu arbeiten, wie man es im Computerzeitalter erwartet: Informationen, die für Teilräume gespeichert sind, lassen sich durch einen „Knopfdruck“ umgehend für jeden beliebigen Teilraum auf den Monitor bringen und ausdrucken. Nur scheint das bei Krebsregister unmöglich zu sein; denn es heißt: „Gegenwärtig liegen keine Erkenntnisse über statistische Auffälligkeiten vor.“

Das mag ja sein, und man kann sich dann seine Gedanken über die Zusammenarbeit der Behörden und die Datenorganisation des Krebsregisters machen. Nur warum gelangt der Senat dann trotzdem bereits jetzt zu einer Aussage wie: „Unabhängig davon wird das Gefährdungspotential durch die frühere Nutzung verunreinigten Grundwassers aufgrund der geringen Exposition und vor dem Hintergrund sonstiger möglicher Wirkfaktoren insgesamt als zu gering eingeschätzt, um einen signifikanten Zusammenhang empirisch belegen zu können"?

Da fragt man sich, ob es der richtige Ansatz für eine wissenschaftliche Untersuchung ist, wenn man unterstellt, dass man nichts finden wird. Üblicherweise versucht man Hypothesen zu widerlegen, die die Existenz einer Substanz bzw. eine Häufung von Krankheiten annehmen; denn das „Nichts“ lässt sich bekanntlich nur dadurch nachweisen, dass man es nicht nachweisen kann. Da waren sogar die Autoren der Bibel bessere Wissenschaftler, als sie formulierten: „Suchet, so werdet ihr finden.“ (Lukas,11,9)


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RE: Krebsregister

#2 von Lola , 25.01.2013 17:58

http://www.chemtrails-info.de/chemtrails...stoff%20%20JP8?
Zitat
Gesundheitsgefahren durch Universal-Militärtreibstoff JP8?
Die bisher erkannten JP8-Krankheitsauswirkungen - die sicher erst die Spitze des Eisberges darstellen! - sind hochgradig alarmierend.
Aufgrund vieler Erfahrungen mit dem JP8-Kerosin selbst, seinen Ausdünstungen und seinen Verbrennungsabgasen am Boden und in der Luft (z.B. im Fallout der Abgase bzw. Kondensstreifen) werden folgende Gesundheitsauswirkungen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit JP8 in Zusammenhang gebracht:

"kein Stoff ist bekannt, der die Abwehrkräfte (Immunsystem) so gründlich schädigt"
JP8 kann Tumore, Krebs erzeugen
kann lymphoplastische Leukämie hervorrufen
verändert, schädigt das Blut
schädigt innere Organe (vor allem Leber, Lungen, Nieren)
schädigt Embryonen, schädigt das Erbgut, hohes Risiko für Missbildungen und Fehlgeburten
Zitat Ende

http://www.stachel.de/01.10/10ngo.html
..eine Anfrag aus dem Jahr 2001 an den Rat der Stadt Oldenburg..
Zitat
Gefährlicher NATO-Treibstoff JP 8 in Oldenburg

Anfrage nach NGO § 22c an den Rat der Stadt Oldenburg:

Sehr geehrter Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,

nach der Lektüre, "Umweltkrank durch NATO-Treibstoff? Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS) und Militär-Emissionen" Verlag H. Hohl, Heidelberg 2001, ISBN 3-98 05 389-3-1 von Marion Hahn mit einem Vorwort des international anerkannten Toxikologen Prof. Dr. Wassermann, frage ich den Oberbürgermeister und den Rat der Stadt Oldenburg:

· Wissen Sie um die Gesundheitsgefährdung von Menschen und Tieren durch den NATO-Treibstoff JP 8?

· Verfügen Sie über Informationen, wo auf städtischem und angrenzendem Gebiet JP 8-haltige NATO-Pipelines laufen und wo sie entlüftet werden?

· Lagern neben den mindestens 20 000 Litern auf dem Fliegerhorst noch weitere Tanks mit JP 8 in oder um Oldenburg?

· Haben Sie überprüfen lassen, ob an den Schulen, welche im Katastrophenfall militärisch genutzt werden, eine Verseuchung durch JP 8 vorliegt?

· Ist der Leiter des Oldenburger Gesundheitsamtes beauftragt, auf mögliche Zusammenhänge von MCS, Leukämie, Lungenverätzungen, chronische Müdigkeit etc. und Militäremissionen zu achten?

· Haben Sie Gesundheitserhebungen in militärnahen Wohnsiedlungen veranlaßt? Wenn ja, wie sieht das Ergebnis aus?

· Ihnen dürfte bekannt sein, daß die Zahl der MCS-Erkrankungen in Oldenburg sehr hoch ist. Spätestens seit Erscheinen des Schwerpunktheftes zu MCS der Oldenburger Zeitschrift "Koryphäe" (Nov. 99) mit entsprechenden Informationen auch im "Oldenburger STACHEL" hatten Sie Gelegenheit, die Zusammenhänge Militärtreibstoff und Gesundheit untersuchen zu lassen. Da mir nicht bekannt ist, daß dieses geschah, dränge ich auf sofortige Bearbeitung.
Mit freundlichen Grüßen
Eva Sassen

p.s. "Ich habe nie zuvor eine Chemikalie gesehen, die dermaßen vollständig die Abwehrfunktionen eines Tieres auslöschen kann", schrieb Mark Witten, Toxikologe der University of Arizona, dessen Tierversuche mit dem NATO-Treibstoff JP-8 von der US-Air Force finanziert wurden (S. 108 im oben genannten Buch).
Zitat Ende

Bereits im Jahr 2001 gab es in Ol diese Anfrage

. Im Tanklager Farge wurde/wird dieser Treibstoff gelagert. Die Anlieferung erfolgt mit Kesselwaggon der DB durch dicht besiedeltes Wohngebiet und Wasserschutzgebiet
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/14/064/1406420.pdf

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RE: Krebsregister

#3 von Lola , 27.01.2013 08:32

http://www.gruene-fraktion-bremen.de/fil...in_standort.pdf

Stadtbürgerschaft Sitzung 30.6.2004 (Seite 403 letzter Absatz rechts unten)
Zitat
Ich möchte aber vielmehr auf einen Punkt das Augenmerk
lenken, nämlich die Ergebnisse der Analyse
des Krebsrisikos in Bremen-Nord. Diese Studie
zeigt, dass in Bremen-Nord das Krebsrisiko
signifikant erhöht ist, und zwar auch, wenn man
die durch Asbest entstandenen Todesfälle herausrechnet.
Das heißt, man hat hier Hinweise, irgendetwas
muss dort sein. Wenn wir überhaupt das,
was wir machen, nämlich das Krebsregister, ernst
nehmen, dann muss man sehen, irgendetwas
muss dazu geführt haben, dass hier eine signifikante
Erhöhung des Krebsrisikos vorhanden ist.
Zitat Ende

In 2004 hat man schon erkannt, " dass hier eine signifikante Erhöhung des Krebsrisikos vorhanden ist"
und trotzdem hat man die Genehmigung für eine Sondermüllverbrennungsanlage erteilt?!

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_U...oren_von_Bremen
Der Link zeigt uns wer, wann in Bremen Umweltsenator/in war.

"Das heißt, man hat hier Hinweise, irgendetwas
muss dort sein" - Quelle Link der Bürgerschaftssitzung 30.6.2004
...............................

Den o.a. Beitrag habe ich bereits zum Thema "BREWA Sondermüllverbrennungsanlagen" eingestellt.
Man hatte in 2004 schon erkannt "dass hier eine signifikante Erhöhung des Krebsrisikos vorhanden ist"!!!

Eine Liste der Umweltsenatoren in Bremen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_U...oren_von_Bremen

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RE: Krebsregister

#4 von fight4yrights , 27.01.2013 17:55

Meine Familie hat in der "Flethestraße" gewohnt. Keiner hatte einen Industriearbeitsplatz oder einen Arbeitsplatz mit "gesundheitsgefährdenden Stoffen". Sie waren keine Raucher und Säufer. Arm waren sie auch nicht.
Meine Großmutter ist an Pankreas- und Leberkarzinom verstorben. Mein Onkel an Leberkrebs und meine Tante an Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)(beide Großmutters Kinder). Deren Schwester (meine Mutter) ist früh weggezogen und ist heute zwar dement, 88, aber zur Zeit organisch gesund. Sie hat ihre Familie um 30 Jahre überlebt.

Da kein Arzt nachfragen würde: "Wo in Blumenthal leben sie denn?" bleibt eine Zuordnung zu einer möglichen "Umweltbelastung" kausal nicht erkennbar. "Die Familie hat halt schlechte Gene."

Das die Bewohner in dem Bereich jahrzehntelang je nach Wind und Wetterlage von Luftschadstoffen (BWK, Vulkan, Kohle-Kraftwerk Farge und weitere Schlote, Autoabgase) geschädigt worden sind kommt als mögliche Krankheitsursache nicht in Frage, denn allgemein gilt immer noch: "Die Dosis macht das Gift." Selbst wenn aus den Schloten was rauskam, ist es ja schnell verdünnt worden.

Solange in Deutschland die Meinung herrscht, dass Exposition unter einem willkürlich!!! festgelegten Grenzwert nicht schädlich ist, werden solche Ursachen einfach negiert.
Und man muss sich mit weiteren möglichen Krankheitsursachen nicht auseinandersetzen. Ein Grenzwert legt lediglich fest, wieviele Tote sich eine Gesellschaft leisten kann, bevor man eingreifen muss. Und über sogenannte Mischintoxikationen denkt sowieso keiner nach. Wäre mit Arbeit und eigenständigem Denken verbunden!

Und wenn man 2004 schon festgestellt hat, dass Bremen Nord eine auffällige Krebsrate hat, so ging man schlicht davon aus, dass dort viele "Arbeiter" wohnen, die sich kollektiv durch falsches Essen, Rauchen und Saufen selber schädigen.


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RE: Krebsregister

#5 von Lola , 27.01.2013 20:15

...ja fight4right, Du könntest mit Deiner Theorie Recht haben.

...stell Dir nur mal vor, eine Sondermüllverbrennungsanlage soll in Bremen-Stadt direkt an Wohngebieten betrieben werden, würde der Umweltsenator die dafür erforderliche Genehmigung erteilen, obwohl schon Kenntnisse oder der Verdacht da ist, das ein erhöhtes Krebsrisiko vorhanden ist?

Nach allem was ich bisher gelesen und recherchiert habe, ist mein Empfinden und meine Einschätzung das die Kommunalpolitiker
in erster Linie Vorgaben ihrer Parteien aus Bremen? umsetzen wollen /müssen.

Nur dann kann doch passieren, was hier in Blumenthal allgegenwärtig ist.

Wer immer noch behauptet, das die Menschen hier in Blumenthal, Rönnebeck, Farge und Rekum keinen gesundheitlichen Gefahren durch eine verseuchte Umwelt ausgesetzt sind, der verdrängt die Realität.

Hier ist es schon weit nach zwölf und an 1.Stelle sollte immer der Mensch stehen.

Arbeitsplätze sind wichtig aber nicht um jeden Preis!!!

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RE: Krebsregister

#6 von Reinhard , 28.01.2013 14:00

Wie eine Analyse möglicher Umweltbelastungen aussehen kann, zeigt an Parallelfall aus dem niedersächsischen Groß Scheen in der Nähe von Göttingen. Dort hatte ein Biologe eine räumliche Häufung von Krebstoten beobachtet, für die eine Lackiererei verantwortlich gemacht wurde. Nachdem es den ersten Verdacht Ende November gegeben hat, sollen heute Auswertungsergebnisse vorgelegt werden. Die Auswertung hat also zwei Monate gedauert, wobei allerdings nicht nur ein Krebsregister ausgewertet werden musste, das es in Niedersachsen nur ohne einen gesetzlichen Meldezwang gibt.

Über die Untersuchungsschritte berichtet der NDR: „Experten der Gesundheitsämter haben Tausende Totenscheine aus dem Landkreis durchgesehen, außerdem wurden Krebserkrankte und Angehörige von Gestorbenen schriftlich befragt. Grundlage war eine Liste mit 50 Krebsfällen, die ein pensionierter Biochemiker zusammengetragen hatte. Er geht davon aus, dass bei den Untersuchungen der Behörden zahlreiche weitere Fälle entdeckt wurden. Das Landesgesundheitsamt hat nun errechnet, wie viele Krebserkrankungen in Groß Schneen in den letzten 15 Jahren statistisch zu erwarten gewesen wären und sie den tatsächlichen Fällen gegenübergestellt. Damit soll geklärt werden, ob es eine Häufung von Krebserkrankungen gibt oder ob die Zahl statistisch gesehen "normal" ist.“

Diese Ergebnisse lassen logischerweise keine Rückschlüsse auf die Situation in der Nähe des Tanklagers Farge zu, aber sie zeigen eine mögliche Untersuchungsmethode und die Auswertungsprobleme.

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RE: Krebsregister

#7 von Reinhard , 29.01.2013 10:13

In Groß Scheen wurde gestern den über 200 Einwohnern, die sich in einer dortigen Schulaula versammelt hatten, vom Landes- und Kreisgesundheitsamt mitgeteilt, dass die beobachtete überzufällige Häufung von möglichen Krebsfällen auf unzutreffenden Fallzuordnungen beruht haben soll.

Dieser Fehler dürfte im Stadtteil Blumenthal nicht auftreten können, da dort nach der jüngsten Auswertung des Krebsregisters vom November letzten Jahres die Krebsinzidenz deutlich höher war als im Durchschnitt der Stadt Bremen. So lag dieser Indikator bei Männern 6 % und bei Frauen 3 % über dem Bremer Durchschnitt. Hier kann man daher fragen, ob für diese überdurchschnittlichen Inzidenzraten in Farge das dortige Steinkohlenkraftwerk, das Tanklager in den benachbarten Wohngebieten Farges und Rönnebecks oder die BWK-Betriebe in Blumenthal mitverantwortlich sein können.

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RE: Krebsregister

#8 von Weserwehr ( Gast ) , 02.02.2013 08:54

Krebsbetroffen in Bremen-Nord
In Bremen-Farge, in der Witteborg wohnt Herr K.
Er wurde vor 63 Jahren hier geboren und lebt seitdem, nach eigenen Angaben, ohne Unterbrechung an diesem Ort.
In seinem großen Garten baute er Obst und Gemüse an und lebte über 25 Jahre, als Selbstversorger ausschließlich von den eigenen Produkten seines Gartens.
Der Gemüsegarten wurde bei Trockenheit mit dem vorhandenen Grundwasser gegossen, gedüngt wurde mit Kuhdung und Hornspäne, chemische Spritzmittel kamen nicht zum Einsatz.
Herr Kobbe lebte und ernährte sich eigentlich gesund, fühlte sich als Vegetarier auf einem „gesunden“ Weg, er rauchte nicht und trank nicht.
2008 erkrankte Herr K. an Darmkrebs mit den bekannten Folgen.
Da das Grundwasser nachweislich mit krebserregenden Stoffen vergiftet ist, glaubt Herr K. heute, das seine Krebserkrankung ursächlich mit der Umweltvergiftung seines Wohnumfeldes in Verbindung zu bringen ist.


Weserwehr
zuletzt bearbeitet 05.02.2013 22:33 | Top

RE: Krebsregister

#9 von Lola , 03.02.2013 09:43

http://online-petitionen.jimdo.com/petit...senators-loske/
Bremen, 24. Februar 2010
Petition Rolf Kobbe Az.: S 171276


Hallo Weserwehr,
ich habe die Veröffentlichungen über die Bemühungen seitens des Herrn K. auch gelesen und ich kann keine Infos finden ob, wann und wie der Kraftwerksbetreiber auf das Schreiben des Senator Loske v. 24.2.2010 reagierte.
Es wäre sehr schön wenn durch eine Diskussion etwas Transparenz in die Angelegenheit gebracht würde.

Einen schönen Sonntag
wünscht Lola


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RE: Krebsregister

#10 von Lola , 04.02.2013 20:36

,,ich zitiere jetzt einmal den Beitrag von Reinhard Riegert aus dem Forum "Bremen Stadt und Land"

weil ich der Meinung bin, hier müßte der Beitrag auch stehen, denn Herr Riegert verfügt über Fachwissen und weiß daher genau wovon er spricht.

Zitat
#2 von Reinhard Riegert , Heute 19:49

Alle Chemikalien, die im Tanklager gelagert werden/wurden,
machen, wenn sie in den Körper gelangen,
sei es durch Einatmen oder durch Nahrungsaufnahme,
mittel- bis langfristig aus den Innereien,
wie Magen, Lunge, Leber usw. "Matsch".
Da diese Stoffe in der freien Natur so nicht vorkommen,
- sondern z.T. Jahrmillionen tief in der Erde eingeschlossen waren
oder durch die moderne Chemie hergestellt wurden, -
hat die Natur nicht gelernt, damit schadensfrei umzugehen.
Das gilt besonders für den Menschen in seinem noch relativ kurzen Erdendasein.
Die Folge ist, dass der menschliche Körper daran zugrunde geht.
Mit Hilfe welcher Krankheit, ist letztendlich egal.
Ein Krebsregister mit seiner statistischen Aussagefähigkeit hilft beim
Wachrütteln der zuständigen Behörden.
Wenn sich daraus Konsequenzen für den zukünftigen Umgang
mit "unnatürlichen" Stoffen ergeben, wäre schon viel gewonnen.
Gemachten Schaden wiedergutzumachen, mutet jedoch bei diesem Umfang nahezu utopisch an.
Trotzdem: Nicht resignieren!

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RE: Krebsregister

#11 von Reinhard , 08.02.2013 16:20

In ihrem Dringlichkeitsantrag "Grundwasserverschmutzung am Tanklager Farge" vom 6.2. an die Stadtbürgerschaft fordert die CDU "eine voll umfängliche Erhebung über die Häufung von Krankheiten in dem betroffenen Gebiet durchzuführen, die durch die im Grundwasser nachgewiesenen Schadstoffe verursacht werden können".

In der Begründung verlangen die Christdemokraten nicht nur eine langjährige Analyse von Krebserkrankungen, wenn es heißt:
"Ein Schwerpunkt muss hier sicherlich auf der Frage liegen, ob es in den letzten dreißig Jahren zu einer Häufung von Krebserkrankungen in Farge gekommen ist. Untersuchungen müssen aber auch zu anderen Krankheiten durchgeführt werden, die durch die Schadstoffe verursacht werden können. Dazu zählen zum Beispiel Hauterkrankungen oder Pubertätsstörungen."

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RE: Krebsregister

#12 von fight4yrights , 14.02.2013 06:39

Hallo,
der Ansatz, über den Tellerrand hinaus zu schauen - sprich nicht nur ins Krebsregister zu schauen - ist schon ein guter Denkanstoß.
Die Ärzte in Bremen Nord wären hier gefragt, insbesondere auch die Neurologen.
Das Problem dabei:
Toxische Ursachen werden von vornherein negiert. Wenn ein Patient / eine Patientin über Symptome berichtet, die in Zusammenhang mit Lärm, Luft-, Bodenverschmutzung, möglichem Pestizideinsatz, Innenraumschadstoffe in Schulen, Kitas, öffentlichen Gebäuden oder privaten Wohnraum - kurzum anthroprogene Schadstoffe (=vom Menschen erzeugte, nicht natürlich vorkommende Chemikalien und andere Einflüsse), dann wird er /sie von vornherein als psychisch gestört abgestempelt und in Richtung "Mülleimer der modernen Medizin" (Psychosomatik) abgeschoben.
Aushilfsweise wird er /sie dann mit der Diagnose "Somatisierungsstörung" (das ist noch gnädig), Anpassungs -oder Verhaltensstörungen, bis hin zum Hypochonder (=eingebildeter Kranke) / Öchochonder (ein vom Spiegel geprägter Begriff, als in Dtschl. die ersten Menschen ihre Krankheiten mit "Umweltverschmutzung" in Verbindung brachten) psychiatrisiert.
Die perfide Argumentation:
Wenn die Mehrheit der Menschen durch diese Stoffe nicht krank wird, dann müssen wir uns auch nicht um die kümmern, die durch Schadstoffe krank werden.
Grund: Die Standard Parameter der Schulmedizin ergeben keine verwertbaren Befunde, solange keine Organschädigungen oder akute Vergiftungserscheinungen vorliegen. Hier sind Spezialuntersuchungen angesagt. Die Schulmediziner kennen diese nicht - oder wollen sie nicht kennen. Und wenn man nicht sucht, dann findet man auch nichts.
Und wenn ÄrzteInnen sich trauen, eine Verdachtsdiagnose in Richtung "Krank durch die Umwelt oder Arbeitsplatz" zu stellen, dann rollt eine Lawine von Problemen sowohl auf die ÄrzteInnen als auch PatientInnen zu, die eigentlich unbeschreiblich ist.
Arbeitsmediziner und Toxikologen orientieren sich an sogennanten MAK-Werten (maximale Arbeitsplatzkonzentration eines Schadstoffes, bei dem angenommen wird, dass er für einen gesunden Menschen nicht schädlich ist. Das eine Schädigung bei Exposition über Jahre unterhalb dieser Werte entstehen kann, wird kategorisch abgelehnt. Und über Mischexpositionen ("Giftcocktails") macht sich eh keiner Gedanken.

Und wer es trotzdem wagt, seine Gesundheitsstörungen auf Schadstoffe / Umweltgifte zurückzuführen, der scheitert daran, dieses im Vollbeweis zu erbringen. Bremen Nord kennt sich eigentlich sehr gut damit aus. Ich erinnere an die Schicksale der Asbestopfer.

Eine Bekannte von mir ging neulich zu einer Neurologin ( in der Stadt, nicht in Bremen Nord). Sie hat die Diagnose MCS (multiple chemische Sensibilität), schilderte dies und bat um Behandlung / Beachtung. Die Ärztin stand auf, öffnete die Tür und verwies die Patientin ohne weiteren Kommentar des Zimmers.


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RE: Krebsregister

#13 von Lola , 14.02.2013 08:52

..das ist ein sehr guter Übergang zu diesen perfiden Umweltkrankheiten.
Es gibt zum Glück inzwischen Ärzte die dafür die richtige Sensibilität besitzen.

Es gibt weltweit immer mehr Fälle von MCS aber sie sind unbequem und für die Schulmedizin bedeuten sie einfach nur "Probleme".

Ich werde dem Blog-Betreiber schreiben und bitten ob wir das Thema "Umweltkrank" in einem eigenen Thread diskutieren können, denn bei den Umweltproblemen die allein hier in Blumenthal sind, wäre dafür ganz sicher Handlungsbedarf.
Krebs ist nicht die einzige Geißel, genauso schlimm ist der schleichende Krankheitsverlauf bei Menschen die an einer Krankheit wie MCS erkrankt sind.

Packen wir die Gelegenheit beim Schopf!

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RE: Krebsregister

#14 von Klueverbaum , 14.02.2013 11:07

Die Menschen im grundwasserverseuchten Gebiet leben ja gleichzeitig auch in der Umgebung des Kraftwerkes. Ich habe an anderer Stelle schon gepostet, wo man die Emissionen dieses Kraftwerkes finden kann.

Leider weiß ich nicht wie groß die Bürgerinitiative ist, aber ich würde ihr empfehlen, sich parallel auch um die Emissionen des Kraftwerkes zu kümmern, denn 100 kg Quecksilber pro Jahr in der Luft, die kommen auch irgendwo wieder runter.

Das bedeutet, die Menschen leben in einem mindestens zweifach belasteten Gebiet.

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RE: Krebsregister

#15 von hatschi , 23.02.2013 22:13

Krebsregister Bremer Krebsregister : eine lokale Besinderheit
In diesem Register werden die Bremer Stadtteile untereinander verglichen - das ist mit den Bremer schukenauch so gamnahct worden. Alle schuken waren ziemlich schlecht , aber keine besonders schlecht. Also: allesIn Ordnung.
Erst als man die Bremer Schulergebnisse mit denderen Ländern verglichen hatte, kam raus :. im PISA- Vergeich ist Bremen an letzter Stelle.

Der frühere Leiter des BIPS ( Bremer Institut für Epidemiologie) hat eine Studie über Flughafenlärm unddie egsundheitlichen Auswirkungen gemacht - danach stand wissenschaftlichfest, das lärm keune subjektive Empfuinf´dung ist , sondern wissenschauftlich nachweisbar gesundheitliche Schäden macht. Der Prof. Orpod,. heißt Greiser und man kann die Studie ím Interet finden.
Gruß Hatschi


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