Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

RE: "Erhöhte Krebsrate in Rodewald-Ursachensuche geht weiter"

#91 von Lola , 17.04.2016 22:14

https://netzfrauen.org/2016/04/17/achtun...-ausgesprochen/

Zitat


17. April 2016
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ACHTUNG: Bundesregierung hat sich gegen ein Verbot von Fracking ausgesprochen

Fracking.-380x380Wirtschaft und Energie/Ausschuss – 14. 04. 2016– Kein Verbot von Fracking – Fracking-Gesetzespaket soll noch im Sommer verabschiedet werden.

Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat einen Gesetzentwurf der Grünen-Fraktion für ein Verbot der Fracking-Technik abgelehnt. Ziel des Entwurfs war der Schutz von Umwelt und Menschen vor Gefährdungen, die durch das Fracking verursacht werden.

Erst im Januar informierten wir Sie in unserem Beitrag: Milliardengrab in USA und Bundesamt erklärt Fracking für unbedenklich, darüber, dass das Bundesamt mit einer neuen 180 Seiten starken Studie erklärte, die Öl- und Gasförderung mithilfe der sogenannten Fracking-Technologie sei weit weniger gefährlich als bislang angenommen. „Trinkwasserschutz und Fracking sind vereinbar“, ist das Fazit. Das BGR in Hannover ist das zentrale geowissenschaftliche Kompetenzzentrum der Bundesregierung. Da muss man sich wirklich fragen, was diese Experten getestet haben !?

Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat am Mittwoch ein Verbot der zur Förderung von Erdgas eingesetzten Fracking-Technologie abgelehnt.
Zitat Ende

Das Video ist vom Donnerstag, 31. März 2016, buten un binnen, Radio Bremen TV

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Überraschende Analyseergebnise aus dem Erdöldorf Rodewald

#92 von Reinhard , 18.04.2016 13:45

Überraschende Analyseergebnise aus dem Erdöldorf Rodewald


Kleinräumige Auswertungen von Krebsregisterdaten gehören inzwischen zum üblichen Instrumentarium, mit dem Politiker und Verwaltungen auf besorgte Bürger reagieren, die über eine Häufung von Krebsfällen in ihrer Umgebung beunruhigt sind.

Dabei fallen die Ergebnisse der Wissenschaftler meist für die betroffenen Bürger mehr oder weniger unbefriedigend aus. Zwar besteht häufig ein erhöhtes Krebsrisiko, das jedoch nicht zuletzt wegen einer insgesamt geringen Fallzahl nicht signifikant ist. Es kann also mit anderen Worten auch allein durch Zufälle entstanden sein und lässt nicht mit großer Sicherheit auf eine Emission schließen, durch die krebsauslösende Substanzen in die Luft, das Grundwasser oder den Boden gelangt sind.

Von diesen üblichen Aussagen unterscheidet sich eine aktuelle Studie des niedersächsischen Krebsregisters in Oldenburg, zu der es einen neuen Blogartikel gibt.

Er steht unter dem Titel „Die tödlichen Überraschungen und Rätsel von Rodewald. Eine kleine (fast) signifikante Fallzahl von MM-Patientinnen in einer Erdölgemeinde“ und kann einige ungewöhnliche Fakten herausstellen.

Das gilt einerseits für ein überraschendes des Ergebnis, das in dieser Form nicht einmal von den besorgten Bewohnern vermutet worden war, die sich in einer NDR-Sendung zu den Krebsfällen in ihrer Gemeinden geäußert hatten. In Rodewald im Landkreis Nienburg gibt es nach den Krebsregisterdaten nicht nur eine signifikante Häufung der insgesamt seltenen Leukämiefällen bei Kindern, was vor allem geprüft werden sollte, sondern auch überdurchschnittlich viele Erkrankungen bei anderen Formen von Leukämie.

Dabei stellte sich andererseits in einer Subklassenuntersuchung heraus, das es sich dabei vor allem um Fälle von Multiplen Myelomen handelt, die sich mit einer früheren Benzolemission in Verbindung bringen lassen.

Dieser mögliche Zusammenhang weist Ähnlichkeiten mit der hier bereits mehrfach angesprochenen Rönnebeck-Anomalie auf. Danach korrespondieren die Kontaminationen durch das Tanklager Farge ebenfalls mit einer relativen Häufung der Erkrankungen an Multiplen Myelomen. Dieselbe Entsprechung findet man bei den möglichen auslösenden Chemikalien. Zu den ausgetretenen Kohlenwasserstoffen des Tanklagers zählt neben Benzol vor allem BTEX, d.h. eine unter diesem Oberbegriff erfolgte Zusammenfassung von Benzol und drei weiteren aromatischen Kohlenwasserstoffen. Das dürfte ein Befund sein, der zumindest die Hypothese über einen kausalen Zusammenhang zwischen Benzol-Emissionen und Erkrankungen an Multiplen Myelomen nicht gerade entkräftet.

Im niedersächsischen Landkreis Nienburg will man daher einem Zusammenhang weiter nachgehen. Dazu sollen Krankengeschichten erhoben werden, die vor allem mögliche Kontakte mit einer Gasfackel auf einem ehemaligen Erdölfeld in Rodewald und damit eine Benzol-Exposition ermitteln.

Das könnte auch ein wichtiger Analyseschritt im Stadtteil Blumenthal sein, wenn man denn die Gesundheit seiner Bürger als ganz zentrale politische Aufgabe staatlichen Handelns ansieht. Dabei sollte man nicht außer Acht lassen, dass es in Rodewald bereits sie langer Zeit keine Benzolemissionen mehr gibt, während die Kontaminationsfahne des Blumenthaler Tanklagers weiter besteht.

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Auch ein MM-Cluster in Farge/ Rönnebeck?

#93 von Reinhard , 25.04.2016 19:34

Auch ein MM-Cluster in Farge/ Rönnebeck?


Die politische Diskussion des Umweltskandal im Cloppenburger Stadtteil Stapelfeld reicht bereits einige Jahre zurück. Damit hat er jedoch keineswegs seine aktuelle Bedeutung für eine weitere Analyse des erhöhten Krebsrisiko in der Nähe des Tanklagers Farge verloren. Vielmehr lassen sich sogar einige wichtige Schlussfolgerungen für Blumenthal ziehen.

Das gilt, wenn man der Darstellung in einem neuen Blogartikel "Cloppenburg-Stapelfeld: eine Mülldeponie, ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko und ein Kausalitätsstreit" folgt, vor allem unter zwei Gesichtspunkten. Dabei spielen die abweichenden möglichen Kontaminationsquellen keine wesentliche Rolle, auch wenn Unterschiede zwischen einem unterirdischen Tanklager und einer Mülldeponie bestehen.

Die Geschichte der Auseinandersetzung um eine Häufung von Krebsfällen in der Nähe der Mülldeponie Stapelfeld wurden vom VVC, einem lokalen Verkehr- und Verschönerungsverein, in einem Video "Cloppenburg // Ja zur Krebsursachenforschung // 2011" ausführlich dargestellt. Darin wird gezeigt, wie der VVC praktisch als eine Bürgerinitiative die Vertretung der betroffenen Anwohner übernommen hat, nachdem die gewählten politischen Entscheidungsträger nichts unternommen haben.



Dabei wurde zunächst vom niedersächsischen Krebsregister anders als im Fall der Ortsteile Farge und Rönnebeck eine signifikant erhöhte Mortalität testiert. Dem widersprach jedoch eine Auswertung von Krebsneuerkrankungen durch das niedersächsische Landesgesundheitsamt.

Nicht zuletzt aufgrund dieser widersprüchlichen wissenschaftlichen Ergebnisse konzentrierte sich die weitere Diskussion auf die Frage einer möglichen Verursachung der unerwartet häufigen Fälle von Krebserkrankungen und Krebstoten. Dabei rückte das Landesgesundheitsamt aufgrund einer Literaturauswertung eine mögliche Benzolemission in den Vordergrund, die im menschlichen Organismus Multiple Myelome auslösen kann.

Eine derartige Konzentration von absolut wenigen Fällen dieser relativ seltenen Krebserkrankungen findet man neben Stapelfeld und Rodewald auch im Bereich Farge/ Rönnebeck, sodass sich mehrere Multiple Myelom-Cluster identifizieren lassen. Damit sollte die Möglichkeit bestehen, die weiteren Ergebnisse der Krebsuntersuchungen gemeinsam zu betrachten und auszuwerten.

Allerdings fehlt dabei sowohl in Stapelfeld als auch in Blumenthal eine geschlossen Kausalkette, die von einer Exposition des menschlichen Organismus mit einer karzinogenen Substanz zu einer Krebserkrankung führt. Das scheint in Rodewald anders zu sein, wo früher Benzol während de Erdölförderung in die Atemluft gelangen konnte.

Um die Verursachung trotz des Desinteresses der Behörden zu klären, hat in Stapelfeld der VVC kompetente Wissenschaftler eingeschaltet und konnte so eine detaillierte Liste von Fragen und Aufgaben vorlegen, die für eine Suche nach den Ursachen und damit eine Analyse des Zusammenhangs von Emissionen und Krebserkrankungen wichtig sind.

Auf diese Aufstellung von notwendigen Messungen und medizinischen Untersuchungen, die noch durch eine Fragebogenerhebung, wie sie in Rodewald erfolgen soll, ergänzt wird, könnte auch eine Untersuchung zurückgreifen, die die Hntergründe der Rönnebeck-Anomalie bzw. des MM-Clusters Farge/ Rekum aufklären will. Dabei geht es allerdings nicht "nur" um eine akademische Frage, sondern um die Reduzierung von Krebserkrankungen und Krebstoten.

Das offenbar nicht ganz seltene Spannungsverhältnis zwischen wenig engagierten Lokalpolitikern und der existenziellen Betroffenheit der Kranken und ihrer Angehörigen wird im NDR-Video "Krebsrisiko Mülldeponie?" deutlich, wenn der inzwischen durch einen Nachfolger ersetzte Landrat des Kreises Cloppenburg als "arrogant" bezeichnet wird.

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RE: "Erhöhte Krebsrate in Rodewald-Ursachensuche geht weiter"

#94 von Lola , 01.05.2016 23:14

http://www.mw.niedersachsen.de/portal/li...6793&_psmand=18
Zitat
Entsorgung von Lagerstättenwasser bei der Förderung von Erdgas und Erdöl

Der Abgeordnete Stefan Wenzel (GRÜNE) hatte gefragt:


Erdgas und Erdöl werden in Deutschland aus mehreren Tausend Meter tief liegenden Gesteinsschichten gefördert. Dabei handelt es sich vor allem um Sandstein und Carbongestein. Derzeit erwägen mehrere Erdgasunternehmen in Deutschland, die Förderung auf Schiefergestein und Kohleflöze, vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, auszuweiten. Auch in Baden-Württem­berg, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben sich die Unternehmen bereits Aufsuchungslizenzen gesichert. Unabhängig davon, aus welcher Art Tiefengestein das Erdgas gefördert wird, gelangt dabei sogenanntes Lagerstättenwasser mit an die Oberfläche, das anschließend entsorgt werden muss. Dieses Lagerstättenwasser hat verschiedene für die Entsorgung bedenkliche Eigenschaften: Je nach Muttergestein verfügt das Lagerstättenwasser über einen sehr hohen Salzgehalt. Weiter ist es regelmäßig mit Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen und auch radioaktiven Stoffen belastet. Wurde bei der Bohrung die Hydraulic Fracturing genannte Methode zur Stimulation angewandt, vermischt sich das Lagerstättenwasser zusätzlich mit sogenannten Frack-Flui­den, wobei es sich u. a. um Biozide sowie weitere teils toxische und karzinogene Chemikalien handelt. Das Gemisch aus Lagerstättenwasser und zurückströmenden Frack-Fluiden bildet den sogenannten Flowback. Die Menge des Flowback unterscheidet sich je nach Muttergestein zum Teil erheblich. Grundsätzlich ist die Entsorgung des Flowback problematisch. Zunächst muss das Abwasser über teils große Entfernungen transportiert werden. Dies geschieht in Niedersachsen zum Teil durch Leitungssysteme, die die Förderbohrungen in den Förderfeldern verbinden. Die chemisch aggressiven Lagerstättenwässer verlangen den Einsatz speziell dazu geeigneter Rohrmaterialien. Leckagen, die in den letzten Jahren in Niedersachsen an Lagerstättenwasserleitungen aufgetreten sind, lassen sich auch auf dort eingesetzte ungeeignete Materialien zurückführen. Die aufgetretenen Leckagen führten zu Kontaminationen von Boden und Grundwasser vor allem mit krebserregendem Benzol und dem Umweltgift Quecksilber. In der bisherigen Praxis wurden die Abwässer in sogenannten Disposalbohrungen oder in ausgeförderten Erdöl- und Erdgaslagerstätten entsorgt. Der Flowback wird dabei nach einer weitgehend ungeklärten Reinigungsprozedur wieder unterirdisch verpresst. Über die Langzeitauswirkungen dieser Verpressung ist bisher wenig bekannt. Die Verpressung steht darüber hinaus im Verdacht, seismische Erschütterungen auszulösen.

Eine mögliche und großflächige Ausweitung der Erdgasförderung aus unkonventionellen Lagerstätten lässt diese ungelöste Entsorgungsproblematik umso dringender erscheinen.

Ich frage die Landesregierung:

z.B. Frage 13
"Ist eine Rückholung von bereits ohne Genehmigung in Disposalbohrungen verpressten Frack-Fluiden (so z. B. geschehen nahe dem Ort Völkersen) möglich und/oder erforderlich?"


Wirtschaftsminister Jörg Bode beantwortete die Anfrage namens der Landesregierung am 31.05.2012 wie folgt:

In Niedersachsen wird seit über 150 Jahren Erdöl und seit über 60 Jahren Erdgas gewonnen. In diesem Zeitraum hat sich dieser Industriezweig nicht nur zu einem wichtigen niedersächsischen Arbeitgeber, sondern auch zu einem Garanten für die Sicherheit der heimischen Energieversorgung entwickelt. Die Gewinnung dieser Kohlenwasserstoffe ist seit jeher zwangsläufig mit der Förderung von natürlich vorkommenden Tiefenwässern verbunden, die nach der Abtrennung vom gewonnenen Bodenschatz zu entsorgen sind. Dies geschieht im Regelfall über Tiefbohrungen, die entweder sekundären oder tertiären Fördermaßnahmen dienen (Einpressbohrung) oder zur sonstigen Einleitung von Stoffen in den Untergrund bestimmt sind (Versenkbohrungen). Insofern findet das Versenken von Lagerstättenwasser mit oder ohne Additive aus hydraulischen Bohrlochbehandlungen in Niedersachsen seit mehreren Jahrzehnten statt, so dass über diesen langen Zeitraum umfangreiche Erfahrungen mit dieser Technologie vorliegen.

Bei der behördlichen Entscheidung über die Genehmigung von Maßnahmen zur Versenkung von Lagerstättenwasser in den tiefen geologischen Untergrund sind stets auch die Belange des Grund- und Trinkwasserschutzes zu beachten. Grundlage hierfür sind die Regelungen des geltenden Bergrechtes, nach denen die zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde die Auswirkungen von Einpress- und Versenkbohrungen auf Umwelt, Mensch sowie Kultur- und Sachgüter zu überprüfen hat. Aus diesem Grund stehen in Niedersachsen bereits heute bei der Genehmigung derartiger Vorhaben neben der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger auch die Belange des Trinkwasserschutzes im Mittelpunkt der Entscheidungsfindung.

Mögliche Risken werden dabei im Genehmigungsverfahren auf der Grundlage des geltenden Umwelt- und Bergrechts detailliert bewertet, wobei die Belange des vorsorgenden Trinkwasserschutzes stets Vorrang vor den Maßnahmen der Erdöl- und Erdgasgewinnung haben.

Bei der hydraulischen Behandlung von Erdgasbohrungen wird eine Flüssigkeit unter hohem Druck in tiefe geologische Formationen verpresst und erzeugt dort im Nahbereich des Bohrloches künstliche Risse. Nach der Druckentlastung schließen sich die erzeugten Risse wieder, sofern sie nicht durch die eingebrachten Stützkörper offen gehalten werden, und ein Teil der verwendeten Flüssigkeit fließt zur Oberfläche zurück. Dieser Rückfluss stellt die erste Phase des sogenannten Flowbacks dar und besteht überwiegend aus der eingepressten Flüssigkeit. Anschließend beginnt die Freiförderphase, bei der der Druck am Bohrlochkopf abgesenkt wird. Dabei fällt eine zweite Phase des Flowback an, die mit zunehmender Dauer der Freiförderung immer weniger Anteile der eingepressten Flüssigkeit und immer mehr Lagerstättenwasser enthält. Das Ende der Freiförderphase und damit der Zeitraum in dem Flowback anfällt, wird anhand der Produktionsparameter festgelegt.

Der Freiförderphase schließt sich im Allgemeinen die Produktionsphase einer Bohrung an. In dieser Phase werden vorwiegend Erdgas und Lagerstättenwasser ausgetragen, wobei das Lagerstättenwasser noch geringe Anteile der eingepressten Flüssigkeit enthalten kann. Die während der Produktionsphase ausgetragenen Stoffe werden nicht als Flowback bezeichnet.

Die Aufbereitung des Flowback auf dem Sondenplatz umfasst vor allem die Abscheidung von Feststoffen und gegebenenfalls die Abtrennung noch gelartiger Anteile aus der ersten Flowback-Phase. Feste Bestandteile sind die zurückgeförderten Stützkörper und Gesteinsmaterial aus der Lagerstätte, flüssige Bestandteile sind die eingepresste Flüssigkeit und das Lagerstättenwasser. Die Gele und die Feststoffe des Flowback werden der Abfallentsorgung zugeführt. Die verbleibenden Flüssigkeiten werden in Versenkbohrungen versenkt.

Zu 2.:
Die Versenkung von Lagerstättenwasser ist nicht im Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung oder in der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben geregelt. Dementsprechend wurden Verfahren zur Genehmigung von Versenkbohrungen nicht mit Umweltverträglichkeitsprüfungen oder Öffentlichkeitsbeteiligungen durchgeführt.

Zu 11.:
Das in Niedersachsen bei der Erdöl- und Erdgasgewinnung anfallende Lagerstättenwasser besteht vorrangig aus hoch salinaren Lösungen, die Natriumchlorid, Calciumchlorid, Kaliumchlorid und Magnesiumchlorid sowie Anteile der Kohlenwasserstoffe aus der Lagerstätte enthalten. Je nach Lagerstätte können auch andere Stoffe wie Quecksilber oder NORM-Stoffe (natürliche radioaktive Stoffe) enthalten sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulic_Fracturing
" Die in den amerikanischen Gasfeldern stellenweise übliche Lagerung in offenen Becken ist in Deutschland nicht genehmigungsfähig. Die Behälter, in denen der Flowback bzw. das Produktionswasser gelagert wird, unterliegen wasserrechtlichen Anforderungen, so dass verhindert werden soll, dass Flüssigkeiten in den Boden versickern können."

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RE: "Erhöhte Krebsrate in Rodewald-Ursachensuche geht weiter"

#95 von Lola , 01.05.2016 23:33

http://dialog-erdgasundfrac.de/sites/dia...0Mai%202012.pdf

Gutachten zur Abwasserentsorgung und Stoffstrombilanz, ISAH 2012

Gutachten zur Abwasserentsorgung und Stoffstrombila
nz, ISAH 2012
1
Zusammenfassung
Mit dem Gutachten des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik werden die
Umweltbelastungen betrachtet, die mit Lagerung, Transport und Entsorgung von Abwässern
und Abfällen aus dem Tiefbohrbetrieb zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen
Lagerstätten, einschließlich „Hydraulic Fracking“ verbunden sind. Im Vordergrund stehen
zunächst die Charakterisierung und Bilanzierung der eingesetzten Frackfluide und
anfallenden Abwässer (insbesondere Flowback). Anhand dieser Erkenntnisse werden
Empfehlungen zu Wassermanagement, Behandlung, Verwertung oder Entsorgung nach dem
Stand der Technik abgeleitet. Erfahrungen, insbesondere aus den USA, werden in die
Betrachtung einbezogen. Es ist zu erwähnen, dass Fracks (Frackfluidmenge und -zusammensetzung, Prozessbedingungen sowie Anzahl) jeweils an die lokalen Gegebenheiten der Lagerstätte angepasst werden.

Zitat Ende

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"Bürger gegen neue Exxon-Anlage" (Samtgemeinde Bothel)

#96 von Lola , 07.10.2016 08:20

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen...id,1471207.html

Zitat
Gaskonzern will Millionen investieren
Bürger gegen neue Exxon-Anlage
Silke Looden 07.10.2016 0 Kommentare

Die hohe Krebsrate macht den Menschen in der Samtgemeinde Bothel zu schaffen. Nun will der Erdgaskonzern Exxon ihnen auch noch eine neue Aufbereitungsanlage von Abwässern vor die Nase setzen.

In dem kleinen Ort Bellen in der Samtgemeinde Bothel ist die Krebsrate hoch. Ausgerechnet dort, mitten in der Erdgasregion rund um Rotenburg, will der Energiekonzern Exxon nun in einer neuen Anlage Abwässer von Bohrstellen im Umkreis von mindestens 60 Kilometern aufbereiten. Eine Bürgerinitiative hat sich formiert und fordert, dass der Konzern die Pläne solange auf Eis legt, bis die Ursache für die häufigen Krebserkrankungen in der Region gefunden ist. An diesem Freitag läuft die Frist für Einwendungen gegen das 3,6 Millionen Euro teure Bauvorhaben aus.

Der Zeitungsbericht endet wie folgt:

Auch wenn die Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen Schutzanzüge tragen müssen, sei die Strahlendosis der Reststoffe doch so gering wie bei einem Atlantik-Flug, betont der Exxon-Sprecher. „Für Mitarbeiter und Anwohner besteht keine Gefahr“, erklärt Torp.

Über die Genehmigung der Anlage entscheidet das Landesbergamt. Zuvor aber wird es noch einen Erörterungstermin im Dezember geben. Dann können Befürworter und Gegner noch einmal ihre Argumente darlegen. Bürgermeister Eberle weiß, dass es schwierig werden wird, die Aufbereitungsanlage zu verhindern. Schließlich mache es Sinn, Abwässer dort zu reinigen, wo sie anfallen, betont Exxon. Die Bürgerinitiativen meinen indes, dass die Region der Gasindustrie schon heute zu viel Raum gibt. „Wir wollen wissen, woher der Krebs kommt, bevor uns so ein Ding vor die Nase gesetzt wird“, sagt Burmester und spricht damit wohl für viele in Bellen.

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Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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