Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Benzol-Kontaminationen sind in Bremen und Niedersachsen nicht dasselbe

#76 von Reinhard , 21.09.2015 22:18

Benzol-Kontaminationen sind in Bremen und Niedersachsen nicht dasselbe

Wer heute Abend die Originalsendung des NDR-Magazins "Markt" nicht gesehen hat, kann sich in einem Kurzvideo informieren:



Als Anhaltspunkte für einen Vergleich mit den Kontaminationen durch das Tanklage Farge können einige Zahlen dienen. In Rodewald hat man 1988 nach einem TÜV-Bericht in den Gasen, die durch ein Rohre in die Luft "entsorgt" wurden, eine Benzolkonzentration von "bis zu 1.890 Milligramm pro Kubikmeter" gemessen. Das ist das 120-fache des Werts, ab dessen Erreichen Maßnahmen getroffen werden müssen.Das wird auch derzeit in Rodewald gemacht, wo man den Boden des Lageplatzes abträgt.

Die Messdaten beim Tanklager Farge beziehen sich jeweils auf das Grundwasser. Es gelten daher abweichende Standards. Hier wurde beispielsweise am Verladebahnhof II eine Belastung mit 50.000 μg BTEX/l , einer Gruppe von Kohlenwasserstoffen, die Benzol einschließt,gemessen, während die Maßnahmenschwelle bei 50-100 μg liegt. Damit beträgt die Verseuchung in Blumenthal das 500- bis 1.000-fache der zulässigen Menge.

In der längeren Filmversion gab es eine denkbare Erklärung für das unterschiedliche Verhalten der Politiker und Behörden in Bremen und Niedersachsen. In Rodewald war ein Bürgermeister selbst an Leukämie erkrankt und musste daher sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

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Grün ist nicht gleich Grün

#77 von Reinhard , 22.09.2015 16:42

Grün ist nicht gleich Grün

In Verbindung mit der gestrigen Ausstrahlung des NDR-Berichts über eine Häufung von Leukämiefällen in Rodewald (Landkreis Nienburg) gibt es heute neue Veröffentlichungen zu diesem Thema. Da in der kurzen Zeit, die seit den Recherchen der Fernsehleute vergangen ist, noch keine neuen Untersuchungsergebnisse vorliegen, stehen dabei die Reaktionen verschiedener politischer Gremien im Mittelpunkt.

Erdölförderung und Leukämie

Dabei wird auf die größere landespolitische Dimension des Falls verwiesen, da vergleichbare Belastungen auch in Bothel und Rotenburg nachgewiesen wurden, wofür man ebenfalls die Erdgas- bzw. Erdölförderung verantwortlich macht. Allerdings sind in beiden Fällen unterschiedliche Einwohnergruppen gefährdet, wenn man die Erkrankungen nach dem Alter und dem Geschlecht differenziert. Während in Rodewald "Menschen unter 40" betroffen sind, handelt es sich im Kreis Rotenburg vor allem um ältere Männer. Das legt nahe, dass bei derartigen Krebsstudien sehr genau auf das Alter und Geschlecht geachtet werden muss

Die Position der Grünen

Wie beim Tankager Farge fällt das erhöhte Krebsrisiko auch in Niedersachsen in das Ressort eines grünen Umweltministers bzw. -senators. Das hat jedoch den umweltpolitischen Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag Volker Bajus nicht davon abgehalten, klare Forderungen zu stellen, wenn er jetzt verlangt: „Es muss schnellstmöglich geklärt werden, wie es um die Krebserkrankungen in der Region steht. Die Gesundheitsbehörden in Kreis und Land sind gefordert, die Krebshäufigkeit umgehend zu untersuchen und auch im Umfeld weiterer Förderplätze tätig zu werden."

Dabei ist diese Aufforderung nach der Sendung gar nicht mehr nötig. Die Lokalpolitiker hatten schon die Initiative ergriffen, wenn der Landrat betonteWir nehmen den Hinweis auf die erhöhte Zahl an Leukämie-Erkrankungen sehr ernst, eine weitergehende Untersuchung ist daher unabdingbar.“

Dort hat sich der Bremer Umweltsenator gestützt auf die rot-grünen Mehrheiten in Bremen und Bremerhaven ganz anders als seine Parteifreunde in Niedersachsen verhalten. In dem kleinen Bundesland an der Weser wurde zunächst versucht, die Blumenthaler Umweltkatastrophe zu vertuschen und herunterzuspielen oder möglichen Umweltbelastungen durch die Deponie "Grauer Wall" in Bremerhaven gar nicht nachzugehen, indem die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung die Durchführung einer kleinräumigen Krebsstudie zunächst verhindert hat, weil das angeblich von den Datenlage her nicht möglich sein sollte.

Aber das hat sich inzwischen in Bremerhaven geändert, denn die rot-grüne Koalition wurde im Mai abgewählt . Für Farge und Rönnebeck fehlen jedoch auch fast drei Jahre nach einer Panorama-Sendung, die medial auf die Grundwasserbelastung aufmerksam gemacht hat, weiterhin eine Kartierung der Fälle und eine Analyse der Krebsdaten nach Alter und Geschlecht.

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"Grün ist nicht gleich Grün"

#78 von Lola2 , 24.11.2015 09:37

http://www.kreiszeitung.de/lokales/roten...en-5874664.html
Zitat
Landesbergamt gibt erste Ergebnisse von Bodenanalysen bekannt / Quecksilber in Gräben
Keine Belastungen an Gasförderplätzen

17.11.15
Rotenburg - Von Michael Krüger. Alles in Ordnung im Boden an den Erdgas-Förderplätzen der Region? Keine giftigen Stoffe? Nach Angaben des Landesbergamts (LBEG) liegen die Ergebnisse der ersten 50 Untersuchungen vor. Das Ergebnis: keine Bodenbelastungen.

Mehr als 500 Boden- und Sedimentproben seien in den vergangenen Monaten an 50 Erdgasförderplätzen in den Landkreisen Rotenburg, Heidekreis und Verden genommen worden, für die ersten zwölf Erdgasförderplätze im Landkreis Rotenburg liegen jetzt auf Grundlage von 120 Proben die Ergebnisse vor. Bei diesen Untersuchungen wurden nach LBEG-Angaben keine Bodenbelastungen durch Schwermetalle oder Kohlenwasserstoffe festgestellt. Alle Ergebnisse der Bodenuntersuchungen unterschreiten die Prüfwerte der Bundes-Bodenschutzverordnung. Damit geht von den Böden im Umfeld dieser untersuchten Erdgasförderplätze keine Gefährdung für Mensch und Umwelt aus, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Im Bereich der Erdgasförderplätze Hemsbünde Z1 und Bötersen Z1 seien allerdings in zwei Sedimentproben aus Entwässerungsgräben auffällige Werte für Quecksilber festgestellt worden. In Abstimmung mit dem Landkreis Rotenburg und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz werden weitere Untersuchungen an diesen betroffenen Förderplätzen erfolgen. Nach erster Einschätzung des LBEG besteht auf Grund der ermittelten Quecksilbergehalte keine akute Gefährdung für Mensch und Umwelt.

Der Beitrag endet mit folgender Information:

Die Proben werden im Labor auf mögliche Belastungen durch Schwermetalle (unter anderem Quecksilber, Blei und Cadmium), unterschiedliche Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel BTEX (Benzol, Toluol, Ethylbenzol, Xylol) und PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) untersucht. Kritiker bemängeln allerdings, dass es keine Analyse von Luftwerten, Wasserwerten oder eine Suche nach Schadstoffen in den Pflanzen der Umgebung gibt.
Zitat Ende

Der Weser Kurier hat in seiner heutigen Ausgabe 24.11.2015 - Seite 13- über dieses Thema ebenfalls einen Beitrag veröffentlicht , den man allerdings noch? nicht mit einem Link aufrufen kann.
"Amt sieht keine akute Gefahr - Erste Ergebnise von Bodenanalysen an Erdgasfördeerplätzen/ Nur zwei von 120 Proben auffällig"

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Wache und weniger wache Vertreter von Bürgerinteressen

#79 von Reinhard , 22.12.2015 15:03


Wache und weniger wache Vertreter von Bürgerinteressen


Wie hier im Forum und im Blog bereits mehrfach angesprochen, kann im Boden vor allem von Farge und Rönnebeck ein gefährliches Gift lagern, das bereits für eine Reihe von schweren Erkrankungen und Todesfällen verantwortlich sein kann. Nur haben die zuständigen Blumenthaler Beiratsmitglieder sich in diesem Fall offenbar auf die Taktik der Bremer Verwaltung eingelassen, die angeblich niemanden beunruhigen will. Damit können allerdings weniger die Anwohner der Giftfahne des Tanklagers Farge gemeint sein als die Mitarbeiter der Aufsichtsbehörden, die ihren Kontrollaufgaben nicht in der erforderlichen Weise nachgekommen sind, ja, nicht einmal eine Betriebsgenehmigung für die militärische Einrichtung au der NS-Zeit vorlegen können.

Diese offenbare Gleichgültigkeit gegenüber vermeidbaren Krebserkrankungen ist jedoch keineswegs typisch für deutsche Politiker und Verwaltungsmitarbeiter. Einige Kilometer südlich der Bremer Landesgrenzen geht man jedenfalls mit möglichen Gefahren für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger erheblich sorgfältiger um.

Das zeig neben anderen niedersächsischen Regionen auch das Verhalten des Landkreises Nienburg. Hier wurden bei Kindern unter 15 Jahren in der Gemeinde Rodewald zwischen 1987 und 2014 vier Leukämiefälle aus Rodewald registriert, was nach der Statistik eine auffällige Häufung darstellt.

Diese vier Krebsfälle bei Kinder innerhalb von über 25 Jahren haben die Verwaltung zum unverzüglichen Handeln bewegt. Der Landkreis wollte mehr über die Ursachen erfahren und hat sich deswegen an das Kinderkrebsregister gewandt. In dessen Antwort wurden jetzt die zunächst vom NDR berichteten Ergebnisse bestätigt. Auf dieser damit gut abgesicherten Grundlage soll in einem nächsten Schritt das Epidemiologische Krebsregister Niederersachsen (EKN) untersuchen, ob und in welchem Ausmaß auch Erwachsene betroffen sind.

Das alles passiert in einer Kreisverwaltung, die keinen Beirat mt einem Tanklagerausschuss besitzt und in der bereits vor Monaten und Jahren eine Beiratsmehrheit mehr Aufklärung verlangt hat und dem von der Veraltung eine spezielle Untersuchung versprochen wurde. Man kann daher den Eindruck gewinnen, dass das menschliche Leben in Blumenthal einen nderen Stellenwert as n Niedersachsen besitzt. Das gilt nicht nur für sozial-und christdemokratische Politiker, die sich für die Gesundheit als Ziel ihres Handelns einsetzen, sondern auch für schnöde Rechner, die auf die Größes des Problems hinweisen. Nach einer Sekundäranalyse von Daten des Bremer Krebsregisters dürfte die Zahl der Krebstoten allein in Rönnebeck, die oberhalb des Bremer Durchschnitts liegen, etwa ein bis zwei pro Jahr betragen.Das wären in Blumenthal in gut 25 Jahren knapp 50, während es im Rodewald 4 ind.

Auch wenn man über die Gesundheit und den Tod nicht mit einem Taschenrechner entscheiden sollte, wird dadurch deutlich: der Beirat und das Ortsamt
beschftigen sich offenbar lieber mit überflüssigen Themen, die sie erst selbst schaffen wie die Videoüberwachung auf der Bahrsplate oder die Auseinandersetzung um die Rekumer Straße, während ihnen der überflüssige Tod von Menschen eher gleichgültig zu sein scheint.


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RE: Wache und weniger wache Vertreter von Bürgerinteressen

#80 von Lola2 , 27.12.2015 21:18

http://www.kreiszeitung.de/lokales/roten...rg-5984987.html

Zitat des letzten Absatz:

Für die Kritiker der großflächigen Erdgas- und Erdölförderung in der Region ist das ein klares Signal, da die Krebszahlen im Kreis Nienburg erstmals direkt mit Giftstoffen der Förderung korrelieren. „Das Ergebnis zeigt, dass Kohlenwasserstoff-Förderung in der Vergangenheit andernorts nun auch erwiesenermaßen zu erheblichen krebserregenden Gefahrenpotenzialen geführt hat. Derartige Nachweise sind ein Element, das in Rotenburg fehlt. Dennoch kann auch hier ein Zusammenhang keineswegs ausgeschlossen werden“, so Kathrin Otte vom Netzwerk für Umweltkranke (Genuk), die im Kreis Nienburg mit in der Arbeitsgruppe zu den Vorfällen sitzt. Dass diese Kinder nicht zufällig, sondern durch schädigende Einflüssen von außen erkrankt und zum Teil auch verstorben sind, sei ein schwerwiegendes Ereignis. Trotz aller Vorsicht, um die die verantwortlichen Behörden und Unternehmen im Kreis Rotenburg angesichts des sensiblen Themas bitten, sei festzuhalten: „Es zeichnet sich ein Bild ab, das die voreilige komplette Freisprechung der Erdgas- und Erdölindustrie in Bezug auf potenziell gesundheitsschädliche Auswirkungen immer mehr verbietet.“
Zitat Ende

...es macht mich sehr wütend, dass Verantwortliche der Bremer Politik das Umweltdesaster Rönnebeck/Farge nicht mehr im Focus haben, sich ausgeklingt oder schlichtweg vergessen haben!


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Engagierte Ärzte

#81 von Reinhard , 21.01.2016 15:12

Engagierte Ärzte


In manchen Regionen Deutschlands kümmern sich nicht nur die Politiker um die gesundheitlichen Sorgen ihrer Bürger. Im Kreis Rotenburg (Wümme) sind es ebenfalls viele Ärzte, die nicht nur Krebspatienten behandeln wollen, sondern auch die Beseitigung möglicher Krankheitsursachen anstreben.

Anlass dieser Aktion ist eine überzufällige Häufung von Krebserkrankungen bei älteren Männern im Zeitraum zwischen 2003 und 2012, die möglicherweise mit der Erdgasförderung in dieser Region zusammenhängt.

Deshalb haben über 200 Mediziner, wie gestern der NDR in seiner Regionalsendung „Hallo Niedersachsen“ informiert hat, einen offenen Brief an die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt geschrieben und sie zu einer Pressekonferenz in das Diakoniekrankenhaus Rotenburg eingeladen.

Trotz mehrfacher Bitten ist die Ministerin dieser Bitte jedoch nicht gefolgt, und so konnten die Ärzte das Schreiben nicht persönlich übergeben.

Aber die Politikerin aus dem Hannoveraner Kabinett dürfte bereits vorab über das Anliegen der Mediziner informiert gewesen sein. Danach sehen es die Ärzte, wie es im offenene Brief heißt, „als unsere ärztliche Aufgabe an, präventiv zu beraten.“ Da die Ursache der Häufung der Krebserkrankungen bisher nicht bekannt ist, bitten sie die Ministerin „dringend“, „die Ursachenforschung durch die rasche Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel für die unbedingt notwendigen wissenschaftlichen Untersuchungen sicherzustellen.“

Diese hypothetische Verbindung von karzinogenen Kohlenwasserstoffen und erhöhten Leukämieerkrankungen lässt an die Situation am Tanklager Farge denken. Nur scheint es dort kaum besorgte Politiker und Ärzte zu geben, obwohl in Bremen-Nord sogar eine Leukämie-Selbsthilfegruppe besteht. Hat man hier vielleicht übersehen, dass die Erkrankungen ganz unabhängig davon ausgelöst werden, ob man sie vertuscht, verdrängt oder bagatellisiert?

Der Unterschied zwischen dem Verhalten in Rotenburg bzw. Farge/Rönnebeck besteht vielmehr, wie die verantwortungsbewussten Ärzte herausstellen, in der möglichst schnellen Beseitigung der Ursachen, sodass es im niedersächsischen Landkreis Rotenburg keine weiteren vermeidbaren Krebserkrankungen geben soll.

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RE: Engagierte Ärzte

#82 von fight4yrights , 02.03.2016 12:50

In Blumenthal. Bremen-Nord, Bremen kümmern sich Ärzte definitiv nicht um Menschen, die auf Grund Umwelteinflüsse erkranken. Die sind alles andere als engagiert. Sie empfinden diese Patienten bestenfalls als lästig. Schade, dass ich keine Namen nennen darf....
Aber eines Tages werde ich ein Buch schreiben....

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zum Thema: Bohrschlamm-Entsorgung = Sondermüll!

#83 von Lola , 16.03.2016 22:05

Deutsches Umweltrecht (2)
Beitrag 25 v. 16.3.2016

" Die Fragestunde des Bundestages am Mittwoch, 16. März 2016, nimmt der Abgeordnete aus Münster deshalb zum Anlass, die Bundesregierung nach ihrer „bundesweiten Entsorgungsstrategie“ zu fragen. Die Erdöl- und Erdgasindustrie müsse die Kosten der von ihr verursachten Schäden „voll und ganz tragen“, fordert Zdebel im Interview:


"Herr Zdebel, Bohrschlamm ist Sondermüll. Wie kann es sein, dass er in der Vergangenheit einfach vergraben wurde – und man heute gar nicht genau weiß, wo und in welchen Mengen?"


Ab Beitrag 1 kann man in diesem Thread über die Gefahren von Benzol und andere chemische Substanzen lesen, die auch die Fracking-Bohrschlämme zu einer Gefahr werden lassen.

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"Hilferuf aus Rotenburg"

#84 von Lola , 22.03.2016 19:35

http://bohrplatz.org/wp-content/uploads/....-Einladung.pdf
Zitat
Zu dem Protestmarsch lädt ein Bündnis aus Bürgerinitiativen, Parteien, Ärzten, Umwelt-und Verbraucherschutzorganisationen sowie betroffenen und besorgten Bürgern aus den Landkreisen-Rotenburg/W., Heidekreis, Verden, Harburg und Nienburg ein.
Die Protestroute führte durch das Stadtzentrum, wo am Neuen Markt die Abschlusskundgebung stattfindet
Macht die Demo bekannt.

Um ein starkes Zeichen gegen ein „Fracking Erlaubnisgesetz“zu setzen, müssen wir am 26. März 2016 viele,viele Demonstranten sein. Ladet daher Organisationen Freunde und Bekannte ein, mit zur Groß-demo zu kommen.

Das folgende Schreiben habe ich heute als Mail bekommen und hoffe, dass recht viele an der Demonstration teilnehmen, denn bei dieser Gelegenheit möchte ich an die "Rönnebeck-Anomalie"
erinnern....
Umweltbedingte Krebserkrankungen und Krebsregisterdaten (4)

Hilferuf aus Rotenburg
Liebe ............,

im niedersächsischen Rotenburg/Wümme haben viele Menschen einen schwerwiegenden Verdacht: In ihrer Stadt und dem benachbarten Ort Bothel wurden stark erhöhte Krebsraten festgestellt – sie könnten durch die vielen Erdgasbohrungen in der Region verursacht sein. Bei der Gasförderung vor Ort kam in der Vergangenheit die Fracking-Technik zum Einsatz, es gab verunreinigte Bohrplätze, Leckagen an Rohren und Quecksilberfunde im Boden.

Doch inzwischen wehren sich immer mehr Menschen gegen die Vergiftung von Böden und Grundwasser. 200 Ärztinnen und Ärzte haben kürzlich einen Brandbrief an die zuständige Landesministerin Cornelia Rundt (SPD) geschrieben. Und für Ostersamstag rufen Bürgerinitiativen und Umweltgruppen zum großen Protestmarsch in Rotenburg auf. Obwohl Campact nicht Veranstalter der Demo ist, unterstützen wir die Aktion. Wir denken: Wenn die Demonstration groß wird, wird die Situation in Rotenburg/Wümme endlich auch überregional bekannt. Und so erfahren viele Menschen, wie gefährlich Fracking ist.

Bitte kommen Sie deshalb zur Demo nach Rotenburg:

Zeit: Ostersamstag, 26. März 2016, 11 Uhr

Ort: Berufsschule Rotenburg/Wümme (BBS), Verdener Straße 96, 27356 Rotenburg/Wümme (Stadtplan-Link)

Anfahrt:

- ab Bremen Hbf um 9.59 Uhr/10.10 Uhr mit dem Metronom (Richtung Hamburg)

- ab Hamburg Hbf um 9.38 Uhr mit dem Metronom (Richtung Bremen)

- ab Verden Bahnhof um 10.25 Uhr mit der Regionalbahn nach Rotenburg/Wümme

Den Aufruf zur Demo finden Sie hier.

Die Demonstration in Rotenburg kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn in Berlin haben sich Union und SPD vorgenommen, das wegen der starken Proteste seit Monaten auf Eis liegende Fracking-Gesetz nun möglichst bald durchzudrücken. Die Fracking-Befürworter/innen aus beiden Parteien stehen unter Zeitdruck: Bringen sie das Gesetz bis zur Sommerpause nicht durch, hätte sich das Thema Fracking wegen der Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein und der Bundestagswahl vorerst erledigt.

Bereits im vergangenen Sommer ist es uns in einem breiten Bündnis gelungen, eine Einigung zwischen Union und SPD zum Fracking zu verhindern. Wir wissen, dass die Streitpunkte zwischen CDU/CSU und SPD weiterhin bestehen – und dass viele Abgeordnete beider Parteien Fracking sehr kritisch sehen. Mit der Demonstration in Rotenburg/Wümme können wir dazu beitragen, dass das so bleibt. Bitte kommen auch Sie deshalb zur Demo und setzen Sie ein Zeichen gegen die gesundheits- und umweltschädlichen Erdgasbohrungen.

Mit herzlichen Grüßen

Gerald Neubauer, Campaigner
Linda Neddermann, Kampagnen-Trainee

PS: Auf der Demo in Rotenburg haben Sie Gelegenheit, Redebeiträge von Menschen zu hören, die bei sich vor Ort direkt vom Fracking betroffen sind. Das wird sicherlich beeindruckend.

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RE: "Hilferuf aus Rotenburg"

#85 von Reinhard , 22.03.2016 23:07

Nachfrage

Der Hinweis auf "Linda Neddermann, Kampagnen-Trainee" wirft die Frage auf, ob es sich bei dieser Aktivistin um die ehemalige Bremer Bürgerschaftsabgeordnete Linda Neddermann handelt und warum sie, falls diese Frage zu bejahen ist, in Niedersachsen und nicht in Bremen, also dort, wo sie früher mitbestimmen konnte, gegen Kontaminationen aktiv wird.

Hat man etwas von ihr gehört, als der grüne Bremer Umweltsenator von den Bürgern zu mehr Informationen über die Situation des Tanklagers Farge "gezwungen" werden musste?

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RE: "Hilferuf aus Rotenburg"

#86 von Lola , 23.03.2016 19:49

zu Linda Neddermann:

In Sachen Tanklager kann ich mich nicht daran erinnern jemals den Namen gehört oder gelesen zu haben. Er sagt mir auch sonst eigentlich nichts und ob die Aktivistin von Campact mit der ehemaligen Bürgerschaftsabgeordneten identisch ist, kann ich nicht sagen, allerdings wäre es

schon sehr verwunderlich, wenn ein ehemaliges Mitglied der Bremischen Bürgerschaft sich in Niedersachsen einsetzt und sich gegen Kontaminationen stark macht und in Bremen wird seit Jahren von einer Bürgerinitiative gegen vergiftetes Grundwasser und kontaminiertes Erdreich gekämpft. Außerdem liefen Eltern Sturm gegen den Verlauf einer Pipeline unter dem Gebäude der KiTa Farge-Rekum, und Frau Neddermann, die Bürgerschaftsabgeordnete, war sogar auch im Betriebsausschuss von KiTa Bremen vertreten. Wurde nicht einmal dieses Problem mit der bedrohlichen Kraftstoffpipeline bei KiTa Bremen angesprochen?

Vielleicht ist die "Spitze" Bremens einfach viel zu weit weg?


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zuletzt bearbeitet 23.03.2016 | Top

Facebook klärt auf

#87 von Reinhard , 24.03.2016 00:22

Facebook klärt auf

Wie man bei dem nicht unbedingt sehr geläufigen Namen Linda Nedderman eigentlich erwarten kann, sind die ehemalige Bremer Bürgerschaftsabgeordnete und die jetzige Umweltaktivistin in Rotenburg identisch.

Man findet den Nachweis auf ihrer Facebookseite, wo sie durch einen Artikel aus dem Weser-Kurier über das Ende ihrer jungen Karriere als Abgeordnete berichtet, um dann später ihre Follower und Leser zu informieren:

"Hat begonnen, bei Campact zu arbeiten
25. Januar — Kampagnen-Trainee
Verden"

Sollte man hier etwa zum besseren Verständnis des Verhaltens auf eine Redensart zurückgreifen müssen: "Wes Brot ich ess des Lied ich sing"?

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" Rockefeller-Fonds stößt Exxon-Anteile ab "

#88 von Lola , 26.03.2016 08:35

http://www.energynewsmagazine.at/de/rock...nteile+ab_n8415
Von Hannes Breustedt und Jan-Henrik Petermann


Zitat

New York/Berlin, 25.03.2016

Der Trend nimmt zu: Investoren ziehen sich aus Firmen zurück, deren Verhalten sie für "unethisch" halten. Nun zählt auch ein mächtiger US-Fonds dazu, dessen Gründer selbst im Ölgeschäft groß wurden.

Der Familienfonds der US-Öldynastie Rockefeller will seine Anteile am Rohstoff-Riesen ExxonMobil wegen "moralisch verwerflicher" Geschäftspraktiken des Konzerns loswerden. Damit zieht sich der Großinvestor um Nachfahren des Öltycoons John D. Rockefeller aus dem Ölgeschäft zurück. Der Rockefeller Family Fund (RFF) kritisierte am Mittwoch in New York, Exxon habe offenbar über Jahrzehnte versucht, die Risiken des Klimawandels zu verschleiern.

"Es gibt Anzeichen, die nahelegen, dass das Unternehmen seit den 80er Jahren darauf hinarbeitete, die Öffentlichkeit zum Ablauf des Klimawandels zu verwirren", erklärte die wohltätige Organisation in einer Mitteilung. Man habe daher nun entschieden, auf Distanz zu gehen und sich von den Exxon-Aktien zu trennen. "Wir können nicht mit einem Unternehmen in Verbindung gebracht werden, das gegenüber dem öffentlichen Interesse scheinbar so eine Verachtung an den Tag legt."

Der Beitrag klärt weiter auf:
""Es gibt keinen vernünftigen Grund für Unternehmen, neue Quellen von Kohlenwasserstoffen weiter zu erkunden", erklärte der RFF mit Verweis auf den UN-Klimagipfel Ende 2015 in Paris, wo ein Ausstieg aus fossilen Energieträgern über die nächsten Jahrzehnte vereinbart worden war. Ebenso wollen die Nachkommen des US-Industriellen-Clans ihre Mittel aus dem Kohle- und Teersand-Geschäft fast ganz abziehen.
Zitat Ende

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Sturmfest, aber nicht ohne Gespür für Risiken

#89 von Reinhard , 07.04.2016 11:32

Sturmfest, aber nicht ohne Gespür für Risiken

Möglicherweise umweltbedingte Krebserkrankungen erfahren in den Medien und damit auch in der Öffentlichkeit ein unterschiedliches Echo. Das wird im Raum Bremen besonders deutlich, wo zwar der Skandal um das Tanklager Farge erste durch eine Panorama-Sendung ins Rollen kam, die späteren Auswertungen des Bremer Krebsregisters jedoch kaum noch auf großes Interesse gestoßen sind.

Das ist im benachbarten niedersächsischen Landkreis Rotenburg und vor allem der Samtgemeinde Bothel ganz anders.

Mit der dortigen Häufung von Krebsfällen, die mit der Erdölförderung und dem Fracking in Verbindung gebracht werden, haben sich Mitte März das ZDF in seinem Mittagsmagazin, Ende März der NDR und jetzt Anfang April das Magazin Monitor aus München beschäftigt.

Über die bisherige Datenauswertung und die zahlreichen Aktivitäten der dortigen Bürgerinitiativen und der Mediziner wurde bereits im Krebs-Blog und im Forum berichtet.

Man kann die Situation vor Ort aufgrund der aktuellen Fernsehbeiträge jedoch auch dank der Videos der TV-Sender ganz mühelos nacherleben. Das gilt für den Beitrag des ZDF vom 18.3.2016 bei youtube, der unter dem Titel "Viele Krebserkrankungen im Erdgasfördergebiet Landkreis Rotenburg" steht.



Noch aktueller ist der Bericht mit Video des Bayerischen Rundfunks, zu dem auch eine schriftliche Fassung als pdf-Datei vorliegt.

Danach ist für Männer im Landkreis Rotenburg die Wahrscheinlichkeit, an Leukämie oder Krebs-Lymphomen zu erkranken um 31 Prozent und in der Samtgemeinde Bothel sogar um 95 Prozent höher als im regionalen Durchschnitt.

Aus diesen Daten folgert der Rotenburger Umweltmediziner Dr. Paul Matthias Bantz: „Als Umweltmediziner muss ich sagen, wenn ich einen Bereich habe in dem Benzol, Tolul, Xylol, Kohlenwasserstoffe, Quecksilber frei in der Natur vorkommen, mehr als anderswo und gleichzeitig diese bösartigen Tumore auftreten, dass da ein Zusammenhang angenommen werden muss, muss man noch genau klären, aber das muss durch eine unabhängige Forschungsinstitution erfolgen, die von der Industrie unabhängig ist.“

Damit wird möglicherweise auf einen Grund hingewiesen, der die unterschiedliche Aufarbeitung der Kontaminationen in Niedersachsen und Bremen erklärt. Im Kreis Rotenburg gibt es möglicherweise einen privaten Verursacher, während für das Tanklager Farge neben den Kontrollbehörden in Bremen, also die Gewerbeaufsicht und die Umweltbehörde, eine sehr mächtige staatliche Institution die Verantwortung trägt: die Bundeswehr.

Oder liegt das unterschiedlich Risikoverhalten in den beiden Bundesländern an der Persönlichkeit der Niedersachsen, die zwar nach ihrer inoffiziellen Landeshymne, den Naturgewalten trotzen, aber deswegen nicht an vermeidbaren Krebsrisiken leiden und sterben möchten.

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"Erhöhte Krebsrate in Rodewald-Ursachensuche geht weiter"

#90 von Lola , 12.04.2016 08:16

Im Weser Kurier v. 12.4.2016 findet man zu diesem Thema auch einen Bericht.


http://www.tageblatt.de/home_artikel,-Er...id,1209105.html
12.4.2016
Zitat
Steimbke (dpa/lni) - In der niedersächsischen Gemeinde Rodewald gibt es nachweislich eine erhöhte Krebserkrankungsrate, allerdings ist die Ursache weiterhin unklar. Nach einem Bericht des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) geht man für die rund 2500 Einwohner zählende Gemeinde von 20 Lymphom- und Leukämieneuerkrankungen aus, die von 2005 bis 2013 diagnostiziert wurden. Dies sei eine erhöhte Rate, die nur knapp unter dem kritischen Wert von 21 Fällen liege, sagte Michael Hoopmann vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen am Montag bei der Vorstellung des Berichtes in der Samtgemeinde Steimbke (Kreis Nienburg), zu der Rodewald gehört. Erwartet worden seien 12,7 Fälle.

Samtgemeindebürgermeister Knut Hallmann (SPD), der selbst in Rodewald wohnt, sagte, er sei besorgt. Aber es dürfe keinen Platz für Panik und Hysterie geben. Es gehe um eine sorgfältige Ursachenforschung und die sei schwierig.

Signifikant über dem statistischen Wert liegt laut des Deutschen Kinderkrebsregisters die Zahl der Krebsneuerkrankungen im Blutbild bei Kindern unter 15 Jahren: In der vier Gemeinden und 7500 Einwohner umfassenden Samtgemeinde Steimbke waren es von 1987 bis 2014 sechs Fälle, wobei nur 1,7 Fälle erwartet worden seien. Vier von ihnen wohnten in Rodewald, wo statistisch lediglich 0,6 Fälle erwartet wurden.

Landesgesundheitsamt Niedersachsen

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