Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

RE:- RÖNNEBECK-ANOMALIE!!!

#46 von Lola2 , 26.07.2014 07:37

"Die Norddeutsche" Ausgabe v. 26.7.2014 - zum Beitrag von Michael Brandt - Nachschlag- Beiräte müssen aktiv werden

Zitat der letzten 7 Zeilen:

" Bürger warten nicht, bis ihnen die zuständige Fachbehörde einen abgewogenen ( und nicht selten weich gespülten ) Bericht vorlegt.
Sie verschaffen sich ihren Vorsprung durch Eigeninitiative.
Niemand verbietet den Beiräten, sich davon eine Scheibe abzuschneiden."

Sollten Beiräte sich über die "Rönnebeck-Anomalie" sachkundig machen wollen, dann finden sie Informationen in dem u.a. Link.

http://blumenthal-zeitung.blogspot.de/20...-ronnebeck.html
Ein Bürgerantrag zur Rönnebeck-Anomalie

Jedoch bleibt es bei diesen vorliegenden Ergebnissen offen, ob und wie die statistisch nachgewiesene Rönnebeck-Anomalie durch Kontaminationen des Tanklagers Farge hervorgerufen ist. Ein Bürgerantrag, der Ende April im Blumenthaler Beirat auf der Tagesordnung stand, hat daher von der Gesundheitsbehörde und dem Krebsregister eine nähere Analyse der Leukämieerkrankungen für Rönnebeck gefordert.

Ziel muss es aufgrund des neuen Informationsstandes schließlich nicht sein, ein erhöhtes Leukämierisiko aufgrund des Tanklagers Farge auszuschließen oder nachzuweisen, wie es bisher vom Krebsregister versucht wurde. Schließlich ist das Ergebnis dieser Versuche sehr unbefriedigend; denn danach müsste man ein erhöhtes Risiko für die Ortsteile Farge und Rönnebeck insgesamt annehmen, für Farge allein hingegen nicht. Aufgrund der Zahlen lässt sich daher, wie es hier versucht wurde, für Rönnebeck ein erhöhtes Leukämierisiko aus den Auswertungen des Krebsregisters errechnen, wobei es jedoch völlig offen ist, ob diese Rönnebeck-Anomalie mit dem Tanklager Farge in einem Zusammenhang steht, da es dafür bisher keine gesicherten Anhaltspunkte gibt.

Daher muss es jetzt vorrangig um eine Leukämieprophylaxe in Rönnebeck gehen, die für alle denkbaren Erkrankungsursachen offen ist. Das erfordert eine Aufschlüsselung der Fälle von NHL und MM sowie ihre Kartierung in Rönnebeck, damit man erste Hinweise auf mögliche Konzentrationen und damit Entstehungsbedingungen erhält. So lassen sich möglicherweise Ursachen für das erhöhte Erkrankungs- und Sterberisiko finden, die man dann beseitigen kann, um ganz konkret einem oder zwei Menschen pro Jahr die Diagnose „Leukämie“ zu ersparen.

Um das Thema in diesem Beitrag abzurunden, füge ich den Bürgerantrag wie folgt ein:

Bremen, den 17. April 2014
An das Ortsamt Blumenthal
z. Hd. von Herrn Peter Nowack
Landrat-Christian-Straße 107
28779 Bremen

Bürgerantrag Aufklärung der rätselhaften Mess-und Analyseergebnisse am Tanklager Farge

Sehr geehrte Damen und Herren im Beirat,

auch wenn das Tanklager Farge inzwischen stillgelegt und die Rückgabe der Betriebsgenehmigung durch den Eigentümer angekündigt wurde,
bleiben bis auf Weiteres die Altlasten in Form der Boden-und Grundwasserkontaminationen und eines vermutlich erhöhten Krebsrisikos bestehen.

Falls man in diesem Zusammenhang die von der HPC AG und dem Krebsregister Bremen betreuten oder durchgeführten Messungen und
Analysen durchsieht, fallen einige ungewöhnliche Daten auf. Dabei handelt es sich um extrem hohe Messwerte, für die es in den veröffentlichten
Unterlagen keine Erläuterungen oder Erklärungen gibt. Es besteht daher die Gefahr, dass sich diese bedrohlichen Auffälligkeiten wiederholen bzw.
unentdeckte Risiken auch nach der Stilllegung des Tanklagers fortbestehen können.

Ich möchte daher den Beirat bitten, bei der Umweltbehörde und dem Krebsregister folgende Informationen einzuholen:

1. Die extremen Messwerte im Bereich des Verladebahnhofs II Bei den Messungen der Jahre 2010-1 wurden im Bereich der Sanierungsbrunnen extrem hohe BTEX-Konzentrationen ermittelt, worüber der Beirat am 10.12.2012 in einer Präsentation durch die Umweltbehördeinformiert wurde. Später hat man diese Werte deutlich nach unten korrigiert, ohne dass es dafür in den veröffentlichten Sachstandsberichteneine Erklärung gibt.

So wurde aus dem zunächst publizierten Messwert vom 4.8.2010, der 594.990 μg BTEX/l betrug, eine Giftkonzentration
von 331.790 μg BTEX/l. Auch damit lag die Belastung allerdings weiterhin beim Zehnfachen der zuerst am 20.10.2009 ermittelten Konzentration.
Ich möchte daher den Beirat bitten, bei der Umweltbehörde nachzufragen, welche Aussagen die unveröffentlichten Sachstandsberichte zu den
Rahmenbedingungen für diese ungewöhnlichen Messwerte enthalten und welche Begründungen es für die Korrekturen der zunächst kommunizierten Daten gibt.

Muss man aus den Werten auf eine Leckage nach den vorangegangenen Messungen schließen, bei denen die Messwerte deutlich niedriger lagen,
und muss man auch nach der Stilllegung des Tanklagerbetriebs weiterhin mit solchen extremen Daten aufgrund besonderer Rahmenbedingungen
bei der Messung rechnen?

2. Die Struktur des MTBE-Kontaminationsgebietes

Wie der 7. Sachstandsbericht vermerkt, wurden seit Mitte 2012 auch hohe MTBE -Werte im und vor allem außerhalb des Tanklagers Farge ermittelt.

Dazu hat die Umweltbehörde dem Blumenthaler Beirat über einer MTBE-Konzentration von 922 μg/l an einer Messstelle außerhalb des Tanklagers
berichtet, während die Umweltdeputation sogar wenige Tage zuvor von 1.600 μg MTBE/l als Maximalwert außerhalb des Tanklagers informiert wurde.

Zur Entstehung dieser Kontamination hat der Gutachter in den veröffentlichten Berichten keine Hypothese vorgetragen. Auch hat man sich offenbar mit keinem Verteilungsmuster beschäftigt und hat daher auch kein räumliches Zentrum bestimmt, von dem diese Kontaminationen ausgehen.

Ich möchte daher den Beirat bitten, von der Umweltbehörde Informationen darüber einzuholen, was in den nicht veröffentlichten
Sachstandsberichten über die Entstehung und Verteilung dieser MTBE-Werte berichtet wird.

Dabei interessiert vor allem auch die Frage, ob der Gutachter die Hypothese geprüft hat, nach der diese Kontaminationen mehr oder wenig unabhängig von der starken BTEX-Konzentration am Verladebahnhof II entstanden sein können, sodass diese MTBE-Belastung einen speziellen Sanierungsplan erfordert.

3. Die Leukämie-Anomalie in Rönnebeck

Das Krebsregister Bremen hat für die Ortsteile Farge und Rönnebeck eine kleinräumige Analyse seiner Daten vorgelegt. Dabei hat sich herausgestellt, dass da s Krebsrisiko für die „Gesamtheit der malignen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems“, deren EntstehungFachleute mit Benzol in Verbindung bringen, in den Ortsteilen Farge und Rönnebeck insgesamt überzufällig erhöht ist, wenn man– statistisch ausgedrückt–einen einseitigen Signifikanztest durchführt. In einer anschließenden Antwort auf die Kritik, die in der außerordentlichen Beiratssitzung am 19.6.2013 vorgetragen wurde, haben die Autorinnen in einer ergänzenden Analyse den Ortsteil Farge allein betrachtet. Dabei stellten sie für diesen Ortsteil ein gegenüber Bremen nur leicht erhöhtes
Risiko fest.

Auf die Implikationen dieser Aussage für Rönnebeck sind sie nicht eingegangen, obwohl ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko für Farge und
Rönnebeck zusammen und ein nur wenig erhöhtes Risiko für Farge allein zwangsläufig ein stark erhöhtes Risiko für Rönnebeck bedeutet.

So entfallen von den 57 Fällen in Farge/Rönnebeck (Kleinräumige Analyse, S.10) insgesamt 17 (Stellungnahme, S. 2) auf Farge, also 40 auf Rönnebeck, obwohl die Einwohnerzahl dort nur um 50% höher liegt.
Ich möchte daher der Beirat bitten, vom Krebsregister weitere Einzelheiten über die beteiligten Krebslokalisationen einzuholen, da das erhöhte Risiko in Rönnebeck vor allem ausgewiesen wird, wenn die Erkrankungen an Non-Hodgkin-Lymphomen und Multiplen Myelomen einbezogen sind.

Dabei sollte auch anderen Erklärungen für diese ungewöhnliche Häufung von speziellen Krebserkrankungen in Rönnebeck
nachgegangen werden.

....................................

In den vorangegangenen Beiträgen kann man nachlesen, dass der "Forschungsauftrag", für den der Beirat gestimmt hat, dieses Thema nicht wirklich berührt und absolut ins Leere laufen wird.
Es ist an der Zeit, dass die einzelnen Beiratsmitglieder sich sachkundig machen müssen, wenn sie ihrer Aufgabe gerecht weden wollen

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Der Rönnebeck-Anomalie auf der Spur

#47 von Reinhard , 18.08.2014 08:42

Der Rönnebeck-Anomalie auf der Spur

Nach den Sonderauswertungen, die das Bremer Krebsregister für eine Region um das Tanklager Farge durchgeführt hat, besteht im Ortsteil Rönnebeck ein erhöhtes Krebsrisiko für Leukämien und Lymphome. Es wurde deshalb von einer Rönnebeck-Anomalie gesprochen, für die es bisher keine Erklärung gibt.

Diese ungewöhnliche Häufung von Fällen gilt vor allem für die in der Studie zusammengefassten Lokalisationen Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) und Multiple Myelome (MM).

Da ein Bürgerantrag vom Beirat nicht an das Krebsregister weitergeleitet wurde, in dem um eine Aufschlüsselung dieser Daten für die beiden Krebserkrankungen gebeten wurde, kann man eine weitere Eingrenzung nicht mit Sicherheit vornehmen. Wahrscheinlich ist allerdings aufgrund der generellen Häufigkeit der Krebslokalisationen, dass es sich vor allem um NHL handelt.

Eine vergleichbare Häufung dieser Erkrankungen wurde an der Mülldeponie Ihlenberg in der Nähe der Hansestadt Lübeck beobachtet. Dort hat man diese Werte auf die Lagerung spezieller Chemikalien wie Unkrautvernichtungsmittel (2,4-Phenoxyverbindungen), Insektizide auf der Basis organischer Phosphorsäureester, Pilzvernichtungsmittel und einiger organischer Lösungsmittel (Benzol, Styrol, Trichloräthylen) zurückgeführt.

Dieser Zusammenhang zwischen bestimmten Chemikalien und dem NHL-Risiko wird auch durch eine umfangreiche Untersuchung abgestützt, in der im Auftrage es Bundesumweltministeriums 700 Personen u.a. über ihre Berufe, ihren Umgang mit Pestiziden, Lösungsmitteln usw. in der Freizeit sowie ihren Erkrankungen befragt wurden. Dabei haben sich Häufungen von NHL bei „Landwirten, Chemiewerkern, Elektroberufen und im Keramik- und Baubereich“ (S. 116) ergeben

Grenzt man das erhöhte Krebsrisiko in Rönnebeck auf NHL und eine Exposition mit den aufgeführten Giften ein, lassen sich möglicherweise die Hintergründe der Rönnebeck-Anomalie finden.

Es ist nur nach Müllkippen zu suchen, die mit den genannten Giften belastet sein können, oder nach Arbeitsstätten, die früher entsprechend belastete Arbeitsplätze hatten. Dabei sind jeweils die langen Latenzzeiten bei Krebserkrankungen zu berücksichtigen, die nicht selten zwei und mehr Jahrzehnte betragen.

Wenn die Suche erfolgreich sein sollte, kann man möglicherweise eine Entwarnung geben, weil es sich um eine Gefahr handelt, die bereits fachgerecht beseitigt ist und der Vergangenheit angehört.

Oder man hat die Möglichkeit, rasch eine noch bestehende Emissionsquelle zu beseitigen. Es macht also viel Sinn, die Suchaufgabe schnell in Angriff zu nehmen.

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Eine verblüffende Ähnlichkeit

#48 von Reinhard , 12.09.2014 15:47

Eine verblüffende Ähnlichkeit

Die Rönnebeck-Anomalie ist kein Einzelfall. Das niedersächsische Krebsregister hat gestern eine Studie über die Krebsfälle in der Samtgemeinde Bothel im Kreis Rotenburg (Wümme) veröffentlicht, die zu überraschenen Ergebnissen geführt hat.

Da in diesem Ort ein erhöhtes Krebsrisiko befürchtet wurde, haben die Krebsforscher die Neuerkrankungen in den Jahren 2003 bis 2012 ausgewertet. Dabei konnten sie bei 14 Untersuchungsgruppen, die sich jeweils auf einzelne Lokalisationen bezogen haben, keine überdurchschnittlich hohen Werte ermitteln. Aber es gab auch eine Ausnahme und die nur bei Männern.

Bei den Leukämien und Lymphomen (C81-C96) waren 21,3 Neuerkrankungen zu erwarten, tatsächlich wurden jedoch mit 41 Fällen fast doppelt so viele Erkrankungen gemeldet.

Wie vermutlich auch bei der Rönnebeck-Anomalie sind für Abweichungen vom Durchschnitt vor allem Multiple Myelome (C90) und Non-Hodgkin-Lymphome (C82-C85) verantwortlich.

Soweit es also Daten über Rönnebeck gibt, besteht eine auffällige Ähnlichkeit bei dem statistisch nachgewiesenen erhöhten Krebsrisiko.

Offen bleibt bisher auch in Bothel die Ursache. Dort vermutet man einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung.

Anders als in Bremen will das niedersächsische Krebsregister einer mögliche Verbindungskette zwischen karzinogenen Expositionen und einer überdurchschnittlichen Zahl an Krebserkrankungen jedoch nachgehen und daher die Wohnorte und Arbeitsplätze der Erkrankten erfassen.

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Liegt es an den Zahlen, den Parteien oder den Personen?

#49 von Reinhard , 16.09.2014 14:24

Liegt es an den Zahlen, den Parteien oder den Personen?

Zwar bestehen statistische und wissenschaftliche Probleme, wenn man Zusammenhänge und Ursachen von erhöhten Krebsrisiken zu ermitteln, aber mit den möglichen Hinweisen kann die Verwaltung sehr unterschiedlich umgehen.

Das zeigt sich augenblicklich sehr deutlich im Kreis Rotenburg, wo die Zahl der an Leukämien und Leuphomen erkrankten Männer in der Samtgemeinde Bothel im Zeitraum 2003 bis 2012 nicht, wie aufgrund von Durchschnittswerten erwartet, bei 21,3 Neuerkrankungen sondern tatsächlich bei 41 gelegen hat.

Hierzu hat der Landkreis jetzt eine spezielle Information ins Internet gestellt.

Dort kann man lesen, dass der Rotenburger Landrat nicht nur sein Mitgefühl ausgedrückt hat: „Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“

Vielmehr will sich der Kreis mit den Experten des Krebsregisters und des Landesgesundheitsamtes über das weitere Vorgehen beraten. Dabei ist für ihn schon jetzt ist klar, „dass es weitere Untersuchungen geben muss."

Den Analyseweg hat der Leiter des Gesundheitsamtes bereits angedeutet, wenn er betont, dass man bisher noch nichts über die Verteilung der Fälle im der Gebiet der Samtgemeinde Bothel aussagen kann.

In Blumenthal bzw. genauer in Rönnebeck gibt es einen ähnlichen statistischen Befund. Hier sind die Erkrankungen bei denselben Blutkrebsformen zwar nicht um 92,5 % um erhöht, aber die Differenz zwischen den erwarteten 26 und den gemeldeten 40 Fällen liegt immerhin bei 53,8 %.

In Blumenthal gibt es trotzdem keine offizielle Seite zu erhöhten Krebswerten und auf den Seiten des Ortsamtes muss man mühsam suchen, bevor sich im Protokoll der Beiratssitzung vom 28.4.2014 ein kleiner Hinweis findet. Danach hat der Beirat damals einstimmig einen Bürgerantrag zu dieser Frage abgeändert und einen „ausgestalteten“ „Forschungsauftrag des Beirats“ beschlossen.

Über die Arbeit des Ausgestaltens, die gemeinte Forschungsfrage und einen möglichen Auftragnehmer erfährt man hingegen nichts.

So scheint alles im Sande zu verlaufen. Das ist anscheinend für die Beiratsmitglieder mit Ausnahme der Vertreterin der Linken, die in der Zwischenzeit einmal ohne präzises Ergebnis nachgefragt hat, und das Ortsamt akzeptabel, denn hier in Rönnebeck besteht ja „nur“ ein ungeklärtes erhöhtes Krebsrisiko von 53,8 %.

Offenbar haben die Beiratsmitglieder andere Lebenserfahrungen als der Rotenburger Landrat, für den es nicht „nur“ um die Gesundheit sondern um Leben und Tod geht.

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Kooperation statt Konfrontation

#50 von Reinhard , 17.09.2014 09:53

Kooperation statt Konfrontation

Ein Vergleich der Vorgehensweisen, durch die man in Bremen und im niedersächsischen Kreis Rotenburg/ Wümme eine Auswertung von Daten eines Krebsregisters durchführt, ist sehr aufschlussreich. Er zeigt, dass der Weg in Bremen keineswegs gesetzlich vorgeschrieben ist und vermutlich auch nicht zu Ergebnissen führt, die von einer breiten Öffentlichkeit als sachgerecht akzeptiert werden.

Für Bothel hat eine Arbeitsgruppe das Auswertungsprogramm gemeinsam festgelegt, die aus Mitgliedern der an der Diskussion beteiligten Bürgerinitiativen sowie aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes des Landkreises, des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes und der Vertrauensstelle des Krebsregisters bestanden hat. (Studie, S. 1)

Engagierte Bürger und Fachleute aus dem Gesundheitswesen haben so gemeinsam die betrachtenden Diagnosegruppen, den Untersuchungszeitraum und das Untersuchungsgebiet festgelegt.

Es musste daher später keine kritische Diskussion um eine Verwässerung der Daten durch eine fragwürdige Abgrenzung des Untersuchungsgebietes, eine wenig sachgerechte Interpretation der Ergebnisse über Hautkrebs und keine offene Kontroverse der angewandten Signifikanzberechnung erfolgen, wie das in Blumenthal bei den Krebsstudien zum Tanklager Farge der Fall war.

Im Gegensatz zu der Studie über Bothel heißt es in der ersten kleinräumigen Studie zum Tanklager Farge über den Ausgangspunkt der Auswertung: „Anlass der vorliegenden kleinräumigen Untersuchung ist eine am 02.01.2013 vom Ortsamtsleiter des Ortsamtes Blumenthal gerichtete Anfrage an das Gesundheitsamt Bremen und den Senator für Gesundheit zu dem Verdacht einer Häufung von Krebserkrankungen in den Blumenthaler Ortsteilen Farge und Rönnebeck.“ (Bremer Studie, S. 1)

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von interessierten Bürgern und Vertreten der Gesundheitsbehörden hat offenbar im Ortsamt Blumenthal niemand in Erwägung gezogen. Daher müssen sich die Verantwortlichen in Bremen auch nicht wundern, wenn die hinter verschlossenen Türen gefällten Weichenstellungen später die Öffentlichkeit nicht generell überzeugt haben.

Oder wollte man vielleicht durch den Verzicht auf eine Arbeitsgruppe nur die Untersuchung beschleunigen, da sich in Blumenthal solche Gruppen bekanntlich nicht rasch informell bilden lassen, sondern erst die Klärung demokratietheoretischer Optimierungsfragen in einigen Beiratssitzungen erfordern.

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Warum wurde bei den Krebserkrankungen in Farge und Rönnebeck nicht nach dem Geschlecht diffe

#51 von Reinhard , 18.09.2014 11:54

Warum wurde bei den Krebserkrankungen in Farge und Rönnebeck nicht nach dem Geschlecht differenziert?

Mögliche Benzolwirkungen auf das Krebsrisiko, wie sie in Bothel nachgewiesen wurden, sollten eine weitere Analyse der Rönnebeck-Anomalie anregen.

Anders als es in Niedersachsen bei dem Aufsehen erregenden Ergebnis gemacht wurde, hat das Bremer Krebsregister die Krebserkrankungen in Farge und Rönnebeck nicht getrennt für Männer und Frauen ausgewertet. Zumindest wurden keine entsprechenden Ergebnisse veröffentlicht. Es ist daher völlig offen, ob es nicht auch hier ein extrem erhöhtes Risiko für eine Erkrankung an Leukämien und Lymphomen bei Männern gibt.

Nimmt man eine ähnliche Situation wie in Bothel an, hätte man sich bei einer geschlechtsspezifischen Auswertung auch in Blumenthal einen Streit um die Signifikanz der Ergebnisse sparen können, da sie für Männer in Bothel völlig eindeutig sind. Da das nicht für Frauen gilt, führt eine zusammengefasste Auswertung für beide Geschlechter zu einem verwässerten Mischergebnis.

Aufgrund der Befunde in Kreis Rotenburg sollte man die Werte für Farge und Rönnebeck daher umgehend prüfen, damit hier kein für die Gesundheit der Einwohner wichtiges Detail übersehen wird.

Näheres zu den Analysen des niedersächsischen Krebsregisters für Bothel findet man im Blogartikel „Wieder ein neues Leukämiecluster? Das signifikant erhöhte Krebsrisiko in der Samtgemeinde Bothel (Kreis Rotenburg)

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RE: Warum wurde bei den Krebserkrankungen in Farge und Rönnebeck nicht nach dem Geschlecht diffe

#52 von Lola2 , 04.10.2014 07:55

http://www.weser-kurier.de/region/nieder...rid,958051.html
Zitat
Bothel - 04.10.2014
Krebsfälle in Bothel Thema im Bundestag
Von Peter Voith

Bothel. Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens (Linke) will die erhöhte Krebsrate im Landkreis Rotenburg am Mittwoch zum Thema im Bundestag machen. Im Auftrag des Landkreises Rotenburg hatte das Epidemiologische Krebszentrum Niedersachsen (EZN) die Häufigkeit von Krebsfällen in der Samtgemeinde Bothel untersucht. Demnach sind in Bothel lebende Männer doppelt so häufig von Leukämie und Lymphomen betroffen wie Männer anderer Regionen. Nun sollen die Ursachen aufgeklärt werden. „Bislang gab es keine Untersuchungen darüber, ob die Aktivitäten der Erdöl- und Erdgas-Industrie in der Region etwas mit den Krebsfällen zu tun haben. Ich möchte jetzt wissen, ob die Bundesregierung einen Zusammenhang ausschließt“, sagte Behrens.
Zitat Ende

......ob man von dem "Forschungsauftrag" aus Blumenthal noch einmal etwas hören wird?

Hintergrundinformationen zur Rönnebeck-Anomalie findet man hier: http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...-ronnebeck.html

...auf folgenden Beitrag in diesem Thread möchte ich auch noch einmal hinweisen:

........Liegt es an den Zahlen, den Parteien oder den Personen? #49 von Reinhard , 16.09.2014 14:24 .....


Vielleicht muss man in Blumenthal und in den verantwortlichen Behörden auch so reagieren und handeln wie der Landrat in Rotenburg :

............................................ „Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ..............................................................................


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zuletzt bearbeitet 04.10.2014 | Top

„Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ...........

#53 von Lola2 , 15.10.2014 09:10

...die verantwortlichen Behörden in Bremen sollten endlich auch so reagieren und handeln wie der Landrat in Rotenburg.


In Rönnebeck geht es um einen Bürgerantrag.."Rönnebeck-Anomalie"..der vom Beirat vor ca. 6 Monaten auf Vorschlag der CDU abgeändert werden sollte in einen "Forschungsauftrag". [/i].
Am 13.10.2014 gab es auf Anfrage nach dem Ergebnis eine Mail, dass man gemäß Beiratsbeschluss gehandelt hätte:

http://www.ortsamt-blumenthal.bremen.de/...4-14%281%29.pdf
Zitat
"Aufklärung der rätselhaften Mess und Analyseergebnisse am Tanklager Farge"
Herr Nowack erklärt, dass man diesen Antrag aufgrund von datenschutzrechtlichen Gründendes Krebsregisters nicht einfach so beschließen könne.
Bürgerin B trägt ihr Anliegen noch einmal dem Beirat vor und erklärt genau was sie mit den
jeweiligen Fragen wissen möchte. Für Frau Krohne ist der Antrag klar und sollte beschlossen werden.
Herr Schwarz schlägt eine Aufteilung des Bürgerantrags vor. Der erste Teil, der die Verseuchung aufklären soll, könne als Bürgerantrag
unterstützt werden und der zweite Teil, der die Krebserkrankungen betrifft, soll als Forschungsauftrag des Beirats ausgestaltet werden.
Herr Schupp würde gerne Daten aus den Jahren 2012 und 2013 sowie Erläuterungen zuden Daten mitgeteilt bekommen, sofern Messungen stattgefunden haben. Dies solle mit dem Forschungsauftrag gefordert werden.
Herr Nowack stellt den geteilten Antrag zur Abstimmung
.
Abstimmung über den 1. Teil des Antrags als Bürgerantrags und den 2 Teil als Forschungsauftrag des Beirats an den Senator für Gesundheit.
Ergebnis: 12 Ja
-Stimmen, 0 Nein
-Stimmen und 0 Enthaltungen.

Im Beitrag 39 v. 28.5.2014 gibt es einen Hinweis auf einen Blog-Artikel http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...-ronnebeck.html
zu diesem Bürgerantrag.
http://www.ortsamt-blumenthal.bremen.de/...0TL%20Farge.pdf

Anläßlich der öffentlichen Anwohnerversammlung der BI Tanklager Farge v. 7.10.2014 gab es zur Rönnebeck-Anomalie folgende Info:
"Desweiteren informierte der OAL, dass der Bürgerantrag einer Rönnebecker Bürgerin abgeändert wurde und man will einen Forschungsauftrag dafür genehmigt bekommen und das wäre nicht so einfach, aber jetzt nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat, muss man sehen, dass dieser Forschungsauftrag genehmigt wird, weil vorher kein Zugriff auf die Daten vorhanden war."

Es fehlt leider immer noch das Ergebnis des Forschungsauftrages.
Vielleicht liegt es ja auch an den leeren Kassen in Bremen, wer weiß das schon, oder?



http://www.weser-kurier.de/region/nieder...rid,965867.html
..auf jeden Fall arbeitet man in Bothel an einer Aufklärung der auffällig hohen Krebserkrankungen. Dort spielt u.a. auch Benzol eine große Rolle und man ist sogar schon so weit, dass die Auflagen für die Erdgasförderung strenger werden. Dort hat man die Gefahr für die Bevölkerung sofort erkannt und wie ist es in Blumenthal ________________?
An was glauben denn die Mitglieder vom Blumenthaler Beirat? Sie sollten immer an folgendes denken: „Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ...........

Vielleicht erkundigen sich die CDU-Mitglieder einmal nach dem Schicksal des Bürgerantrages, weil man einen Forschungsauftrag seinerzeit unterstützen wollte .?


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zuletzt bearbeitet 15.10.2014 | Top

RE: „Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ...........

#54 von Lola2 , 17.10.2014 00:43

Initiativen gegen Fracking, Kavernen und unterirdische Lagerung von Öl und Gas (2)
Beitrag 20 v. 16.10.2014

Beim Fracking eingesetzte Chemikalien:

In Deutschland wurde in der Sendung Monitor eine Liste mit den beim Fracking eingesetzten teilweise hochtoxischen Chemikalien veröffentlicht.

Die Frac-Flüssigkeit enthält demnach krebserregende, hormonverändernde und stark wassergefährdende Toxine, nämlich:
Tetramethylammoniumchlorid, .Sicherheitsdatenblatt...http://www.carlroth.com/media/_de-de/sdpdf/4747.PDF
Petroleumdestillate, http://www.aerzteblatt.de/archiv/75/Lamp...oleumdestillate
http://www.bfr.bund.de/cm/343/risikobewertung_von_lampenoelen_auf_kohlenwasserstoffbasis.pdf

Octylphenol http://de.wikipedia.org/wiki/4-tert-Octylphenol ...auf der Liste der besonders besorgmniserregenden Stoffen
http://de.wikipedia.org/wiki/SVHC ..Liste von besonders besorgniserregenden Stoffen
http://de.wikipedia.org/wiki/Chemische_Verbindung
http://de.wikipedia.org/wiki/Karzinogen Blasenkrebs
Zitat
Häufigkeit (Epidemiologie)
Das Blasenkarzinom stellt insgesamt die fünfthäufigste bösartige Tumorerkrankung des Menschen dar. Das Risiko für Männer, an Blasenkrebs zu erkranken, ist rund dreimal so hoch wie das Risiko von Frauen. Dementsprechend ist das Blasenkarzinom der vierthäufigste Tumor des Mannes und bei Frauen nur an zehnter Stelle. Bei Männern finden sich rund 30 Neuerkrankungen pro Jahr auf 100.000 Männer. Bei Frauen ist diese Zahl mit 8:100.000 geringer.

Zitat Ende

und Biozide http://de.wikipedia.org/wiki/Biozid
....Biozide (abgeleitet von bios griech. Leben und caedere lat. töten) sind in der Schädlingsbekämpfung im nicht-agrarischen Bereich eingesetzte Wirkstoffe, Chemikalien und Mikroorganismen gegen Schadorganismen (z. B. Ratten, Insekten, Pilze, Mikroben), also beispielsweise Desinfektionsmittel, Rattengifte oder Holzschutzmittel.
aus der Gruppe der Isothiazolinone. http://de.wikipedia.org/wiki/Isothiazolinone

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RE: „Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ...........

#55 von Lola2 , 17.10.2014 01:41

Gründung, Positionen und Entwicklung (7)

RE: "öffentliche Anwohnerversammlung v. 7.10.2014" Beitrag #95
"Außerdem wurden wir von der Sprecherin der BI informiert, dass die SWB dazu übergegangen ist in kontaminierten Gebieten die Kunstoffwasserrohre gegen Metallrohre wieder auszutauschen, weil man neue Erkenntnisse hat, dass Kunstoffrohre für bestimmte Stoffe durchlässig sind.
Die SWB prüft das Erdreich inzwischen wenn neue Leitungen verlegt werden und eben in kontaminierten Gebieten wird punktuell das Erdreich überprüft."


Eine ähnliche Info habe ich auch hier gefunden:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fra...ikalien-ia.html
Zitat
Fracking in Deutschland

In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind dennoch vor einigen Jahren schon die ersten Fracking-Genehmigungen erteilt worden. Das Bergamt Niedersachsen beispielsweise genehmigte dem Energiegiganten Exxon bereits im Jahre 2008 erste Bohrungen nach Schiefergas. Da das Bergrecht die Information der Öffentlichkeit nicht vorsieht, wusste kaum jemand Bescheid. So erfuhren Wasserbehörden, Wasserwerke und Bürgervertreter erst aus der Presse, dass im Einzugsbereich der Wasserschutzzone per Fracking nach Gas gesucht wird.

Multi-Konzerne wie Exxon, BNK Petroleum, Mingas und Wintershall sind dabei, ihre Fracking-Claims abzustecken, um möglichst bald die erhofften Milliardengewinne einzustreichen
Zitat Ende
Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fra...l#ixzz3GLs3xf2z


Kerosin: JETAI, F34 und F44 (2)
Beim Tanklager Farge handelt es sich um 80 Jahre alte unterirdische genietete Tanks. Ich habe dazu in dem o.a. Thread die Recherchen eingestellt
über Haltbarkeit, Beschaffenheit und Korrosionschutz von heutigen Tanks. Außerdem Angaben über eine Studie über Korrosion die von ThyssenKrupp in Auftrag gegeben wurde, damit man die eigenen Produkte immer nach den neuesten Erkenntnissen Stand herstellt.
Korrosion, Lochfrass und Schlammrückstände zerstören den Stahl, sodass man von diesen uralt Tanks davon ausgehen muss, dass sie ein großes Sicherheitsrisiko für die Menschen, Erdreich und Grundwasser darstellen.

Der letzte Tanklagerbetreiber hat lt.eigenen Angaben auf der Homepage auch u.a. die Chemische Industrie (tierische Fette, Säuren oder Laugen, heizbare Produkte oder hochwertige Spezialchemie,) beliefert.
Es war bisher nicht möglich genaue Auskünfte und Lagerlisten z.B. über das Umweltamt oder Gewerbeaufsichtsamt zu bekommen.

Die SWB Hansewasser hat die Kunststoffwasserleitungen in dem kontaminiertem Gebiet ausgetauscht gegen Metallleitungen.
Das wird ja nur gemacht wenn man Auffälligkeiten festgestellt hat, z.B. bei turnusmäßigen Wasserproben.

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...-ronnebeck.html
Zitat
Einen ersten Vorschlag für eine wissenschaftliche Erklärung der Leukämieerkrankungen hat der Rekumer Medizinprofessor Dr. Chantelau gemacht, für den in Farge und Rönnebeck späte Anschlüsse an die kommunale Wasserversorgung und eine langzeitige Verwendung des Brunnenwassers als Trinkwasser denkbar sind. (Drieling 2014)
Allerdings gibt es für einen unterschiedlichen Zeitverlauf in Farge und Rönnebeck bisher noch keine Belege. Auch spricht ein zeitlicher Anstieg der gemeldeten Krebserkrankungen vor allem im Zeitraum 2005 – 2009, wie er aus der Studie des Krebsregisters hervorgeht (Luttmann/ Eberle, März 2013, S. 10), nicht gerade für diese Hypothese, da in den letzten Jahrzehnten das Brunnenwasser immer weniger getrunken worden sein dürfte.


Allerdings verdient der Hinweis trotzdem Beachtung, da er einen klaren Weg der Exposition über den Magen-Darm-Trakt zu den letzthin verantwortlichen menschlichen Körperzellen aufzeigt, also von einem statistischen Zusammenhang zu einer medizinischen Erklärung führt.
Zitat Ende

http://de.wikipedia.org/wiki/Blasenkrebs#Wasser
Zitat
Wasser
Eine spanische Fallkontrollstudie kam zu dem Ergebnis, dass chloriertes Wasser das Risiko für Blasenkrebs erhöhe. Demnach haben Menschen, die chloriertes Wasser tranken, ein um 35 Prozent erhöhtes Risiko auf Blasenkrebs. Schwimmen im Chlorwasser steigere die Gefahr sogar um 57 Prozent.[13] Studien mit großer Fallzahl aus der Volksrepublik China und der Republik China kamen zu dem Ergebnis, dass Arsenkontaminationen im Trinkwasser das Risiko für Blasenkrebs steigerten.[3]

Zitat Ende

Ob wir mit diesen Infos der Rönnebeck-Anomalie sehr nahe gekommen sind?


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zuletzt bearbeitet 17.10.2014 | Top

RE: „Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ...........

#56 von Lola2 , 17.10.2014 09:25

...Warum wurde bei den Krebserkrankungen in Farge und Rönnebeck nicht nach dem Geschlecht differenziert?

#51 von Reinhard , 18.09.2014 11:54 ..in diesem Thread

http://www.krebs-und-mehr.blogspot.de/20...-ungeklart.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Karzinogen
Zitat
Häufigkeit (Epidemiologie)
Das Blasenkarzinom stellt insgesamt die fünfthäufigste bösartige Tumorerkrankung des Menschen dar. Das Risiko für Männer, an Blasenkrebs zu erkranken, ist rund dreimal so hoch wie das Risiko von Frauen. Dementsprechend ist das Blasenkarzinom der vierthäufigste Tumor des Mannes und bei Frauen nur an zehnter Stelle. Bei Männern finden sich rund 30 Neuerkrankungen pro Jahr auf 100.000 Männer. Bei Frauen ist diese Zahl mit 8:100.000 geringer.
Zitat Ende


...offene Fragen!!!

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Endlich Klarheit beim „Forschungsauftrag" zur Rönnebeck-Anomalie?

#57 von Reinhard , 04.11.2014 13:32

Endlich Klarheit beim „Forschungsauftrag" zur Rönnebeck-Anomalie?

Die Zahlen des Bemer Krebsregister haben zur Feststellung eines zumindest in Rönnebeck deutlich erhöhten Risikos für eine Erkrankung und Leukämien und Lymphomen, der Rönnebeck-Anomalie, geführt.

Dieser Befund hat für die Bremer Verwaltung in Blumenthal offenbar einen ganz gewaltigen Nachteil: Er kann von jedem Interessierten nachgerechnet werden, wurde aber bisher nicht von einer Institution bestätigt, die von anderen Bremer Behörden abhängig ist. Es handelt sich also um eine für manche Behördenmitarbeiter ungewöhnlich transparente Form von Informationen, wenn aus den durch verschiedene Gremien gefilterten offiziellen Publikationen jedermann wichtige Daten für seinen eigenen Ortsteil ableiten kann, auf die er von der „lieben umsorgenden Mutter” Bremen bzw. Gesundheitssenator nicht aufmerksam gemacht wurde.

Das ist der Hintergrund für eine Entscheidung des Blumenthaler Beirats, der nicht eine weitere Auswertung mit klaren Teilaufträgen beim Krebsregister weiterleiten wollte, sondern sich für einen Auftrag an das Ortsamt entschieden hat. Dort hat sich dann man dann offenbar hart unter Ausschluss von Beirat und Öffentlichkeit gearbeitet.

Um hier endlich für Klarheit zu sorgen, hat eine Bürgerin einen Bürgerantrag "Tanklager Farge: Weiterhin bestehende gesundheitliche Gefahren (durch anomal hohe Krebsrisiken und drohende Kontaminationen des Trinkwassers)", gestellt, der u.a. Eine konkrete Frage an den Ortsamtsleiter stellt.

Einleitend wird auf den letzten Teil der Vorgeschichte hingewiesen:

„Zum Thema Forschungsauftrag gab der Ortsamtsleiter auf der Anwohnerversammlung der BI Tanklager Farge v. 7.10.2014 lt. BLV folgende Information: „Ortsamtsleiter Peter Nowack, der im Publikum saß, erinnerte daran, dass der Beirat sich mit einem Antrag für einen Forschungsauftrag an den Gesundheitssenator gewandt hatte. Dieser sei aber wegen der Haushaltssperre in den Hintergrund geraten. Aber man wolle nun nach Aufheben der Sperre wieder Schwung in die Thematik bringen, sagte Nowack zu.“

Dabei ist es auch bemerkenswert, dass diese Aussage nicht dem Auftraggeber, also in einer Beiratssitzung, gemacht wurde, die Beiratsmitglieder aber auf eine Anfrage der Antragstellerin zum Schicksal des eigenen Beschlusses, nicht geantwortet haben.

Die Frage der Bürgerin, die hier also in gewisser Weise eine Pflicht erfüllt, die die Beiratsmitglieder mit einer Ausnahme vor längerer Zeit nicht wahrnehmen lautet:

"Wie und mit welcher konkreten Fragestellung will der OAL wieder Schwung in den vom Beirat beschlossenen Forschungsauftrag zum vermutlich erhöhten Krebsrisiko in Farge und Rönnebeck bringen?”

Wird man vielleicht jetzt erfahren, was eigentlich erforscht werden soll? Oder will man vielleicht sogar auf den kostengünstigen und praktikablen Vorschlag „Ergänzte Krebsstudie” aus der Öffentlichkeit zurückgreifen?


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Von der statistischen Anomalie zur medizinischen Erklärung

#58 von Reinhard , 06.11.2014 08:11

Von der statistischen Anomalie zur medizinischen Erklärung

Wie die Statistiker von Krebsregistern immer wieder betonen, kann man aus einem erhöhten Krebsrisiko, wie es für Leukämien und Lymphome in Rönnebeck im Zeitraum 2000 - 2009 nachgewiesen wurde, nicht schießen, dass dafür die Kontamination des Bodens und des Grundwassers durch das Tanklager Farge ursächlich sind.

Um hier eine gesicherte Verursachungskette nachzuweisen, muss der Weg lückenlos beschrieben werden, auf dem die karzinogenen Stoffe, in diesem Fall also vor allem BTEX, in den menschlichen Körper gelangen und dort das Zellwachstum beeinflussen können.

Eine Kontaktmöglichkeit oder Exposition, auf die die Umweltbehörde in ihren Warnschreiben an die Anwohner hingewiesen hat, ist die Verwendung des Brunnenwassers etwa zum Gießen der Pflanzen oder zum Füllen von Planschbecken für Kinder.

Auf einen anderen Weg hat der Rekumer Medizinprofessor Dr. Chantelau hingewiesen, als er späte Hausanschlüsse an die kommunale Wasserversorgung und damit eine langzeitige Verwendung des Brunnenwassers als Trinkwasser angesprochen hat.

De Daten des Krebsregisters stützen diese beiden Hypothesen jedoch beim aktuellen Informationsstand nicht, da sie weder die unterschiedlichen Werte für Farge und Rönnebeck noch die steigende Tendenz der Krebserkrankungen 2000 nd 2009 erklären können.

Vom Forumsmitglied Lola2 wurde daher eine dritte Erklärungsmöglichkeit recherchiert, die sich auf die Möglichkeit bezieht, dass aromatisierte Kohlenwasserstoffe wie BTEX durch Kunststoffwasserrohre diffundieren und in das Trinkwasser gelangen können.

Dieser physikalische Prozess wird beispielsweise auf Seite 194 des im Jahre 2000 erschienenen Lehr- und Handbuchs Wasserversorgung „Wasserverwendung -Trinkwasserinstallation“ von Thomas H. Klümper beschrieben.

Um dieser Hypothese nachzugehen, werden im jetzt eingereichten Bürgerantrag "Tanklager Farge: Weiterhin bestehende gesundheitliche Gefahren (durch anomal hohe Krebsrisiken und drohende Kontaminationen des Trinkwassers)" drei Fragen gestellt, die sich auf die Berücksichtigung der Gefahrenquelle „Kunststoffrohre in mit Kohlenwasserstoff belasteten Böden“ durch die SWB AG beziehen.

Dabei wird darauf hingewiesen, dass es sich hier nicht um eine wissenschaftlich begründete Empfehlung zur Senkung von Krebsrisiken, sondern um eine Verwaltungsvorschrift handelt, die eine vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung von Kontaminationen des Trinkwassers darstellt.

Hier wird man jetzt abwarten müssen, ob der Blumenthaler Beirat die mühsame Recherchearbeit einer engagierten Bürgerin, die jetzt Grundlage eines Bürgerantrags geworden ist, zu schätzen weiß und für eine weitere empirische Prüfung der Hypothese sorgen wird.


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"Die Zeit drängt" Kommentar WK 1.12.2014 v.Silke Looden

#59 von Lola2 , 01.12.2014 07:49

http://www.weser-kurier.de/region_artike...id,1001480.html

Auf Grund der heutigen Zeitungsberichte habe ich mir nochmal die Beiträge und Infos in diesem Thread angeschaut und kann nur hoffen, dass die Politik/Verwaltung in Blumenthal und Bremen von dieser Arbeit in Bothel inspiriert wird.


http://www.ortsamt-blumenthal.bremen.de/...0TL%20Farge.pdf

„Zum Thema Forschungsauftrag gab der Ortsamtsleiter auf der Anwohnerversammlung der BI Tanklager Farge v. 7.10.2014 lt. BLV folgende Information: „Ortsamtsleiter Peter Nowack, der im Publikum saß, erinnerte daran, dass der Beirat sich mit einem Antrag für einen Forschungsauftrag an den Gesundheitssenator gewandt hatte. Dieser sei aber wegen der Haushaltssperre in den Hintergrund geraten. Aber man wolle nun nach Aufheben der Sperre wieder Schwung in die Thematik bringen, sagte Nowack zu.“


nläßlich der öffentlichen Anwohnerversammlung der BI Tanklager Farge v. 7.10.2014 gab es zur Rönnebeck-Anomalie folgende Info:
"Desweiteren informierte der OAL, dass der Bürgerantrag einer Rönnebecker Bürgerin abgeändert wurde und man will einen Forschungsauftrag dafür genehmigt bekommen und das wäre nicht so einfach, aber jetzt nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat, muss man sehen, dass dieser Forschungsauftrag genehmigt wird, weil vorher kein Zugriff auf die Daten vorhanden war."


http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...nklager-bi.html

Vielleicht sind diese Ausführungen für das klamme Bremen hilfreich, nachdem es Probleme durch beschlagnahmte Akten und noch mit einer Haushaltssperre zu kämpfen hatte, um Licht in das Dunkel zu bringen.
Bis heute wurde nicht bekannt gegeben was denn nun erforscht werden soll.



Zur Info:
„Bei Krebs geht es nicht allein um Gesundheit, sondern um Leben und Tod.“ ........... (Dieser Appell kam vom Landrat in Bothel)

#53 von Lola2 , 15.10.2014 09:10 (in diesem Thread)

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Bürgerantrag v. 3.11.2014 zur Trinkwasserverordnung

#60 von Lola2 , 19.01.2015 23:01

Anke Krohne von "Die Linke" hatte freundlicherweise die Antwort des Bürgerantrages v. 17.4.2014 beim OAL angefragt. Der Beirat und das Publikum wurde vom OAL belehrt, dass die 6-Wochen-Frist nur für den Beirat gilt, wann die Behörde antwortet, darauf hat der Beirat keinen Einfluss.

Hierzu muss ich sagen, dass man meinen BA v. 17.4.2014 nur insofern unterstützen würde, wenn ich mich bereit erklären würde, dass ein Teil des Antrages als Forschungsauftrag weitergeleitet würde. Die CDU Herr Schwarz erklärte mir, dass man meinen BA als Forschungsauftrag unterstützen würde. Ich erklärte mich seinerzeit auf der Beiratssitzung bereit, dass mein BA in diesem Punkt abgeändert werden soll und habe gewartet und gewartet und gewartet.

Am 3.11.2014 habe ich dann einen erneuten Bürgerantrag gestellt, weil ich nun auf die Trinkwasserverordnung der Bundesrepublik gestoßen bin und dort heißt es:

In mit Kohlenwasserstoff belasteten Böden dürfen keine Kunstoffrohre ohne besonderen Schutz für Trinkwasserinstallationen verwendet werden. Damit soll verhindert werden, dass aromatische Kohlenwasserstoffe durch die Kunstoffrohre diffundieren und in das Trinkwasser gelangen können
.

Die Beantwortung dieses Bürgerantrages habe ich heute auf der Beiratssitzung angemahnt.
Der OAL holte auch wieder weit aus und erklärte mir, dass man wegen der Haushaltgssperre und Datenschutz ..und...und...und...mit einen Forschungsauftrag nicht weiter kommen würde.

Dann durfte ich sprechen und habe erst einmal klargestellt, dass ich nie einen Forschungsauftrag an den Beirat gegeben hätte, sondern er selber hat mir mitgeteilt, dass der Beirat einen Teil des BA in einen Forschungsauftrag abgeändert haben möchte und ob ich mich damit einverstanden erklären würde. Ich machte auf der heutigen Beiratssitzung ganz deutlich klar, dass mir ein Forschungsauftrag völlig egal wäre und man hätte damals nicht einmal mitgeteilt was denn nun erforscht werden sollte.
Es ist wieder fast 1 Jahr verstrichen und ich möchte einfach nur wissen ob in den kontaminierten Gebieten die Kunststoff-Trinkwasserrohre gegen andere Materialien ausgetauscht wurden,

.... denn Krebs bedeutet fast immer Leben und Tod - ein bisschen Tod gibt es nicht.

Ich finde diese Form von "Verschleppung " ungeheuerlich und hoffe, dass die Damen und Herren der lokalen Presse dieses Thema aufgreifen.



"Chemikalien in Blumenthal u.Ortsteilen - Erdreich/Grundwasser"
In diesem Thread habe ich die Straßen /Plätze in Blumenthal aufgeführt, die lt.Umweltamt Bremen u.a. mit aromatischen Kohlenwasserstoffen kontaminiert sind.
Auch hier stellt si ch die Frage ob in diesen Gebieten die Trinkwasserleitungen ausgetauscht wurden.

.............................................................................................................................

Bürgerantrag 3.11.2014

"Tanklager Farge: Weiterhin bestehende gesundheitliche Gefahren (durch anomal hohe Krebsrisiken und drohende Kontaminationen des Trinkwassers)"

Sehr geehrte Damen und Herren vom Beirat Blumenthal,
als Rönnebecker Bürgerin mache ich mir große Sorgen um die Gesundheit der Bewohner in Rönnebeck und Farge, ebenso um die meiner Familie sowie um meine eigene Gesundheit.

Das Tanklager ist geschlossen, was aber keinesfalls bedeutet, dass damit auch die Gefahren gebannt sind.

Zum Thema Forschungsauftrag gab der Ortsamtsleiter auf der Anwohnerversammlung der BI Tanklager Farge v. 7.10.2014 lt. BLV folgende Information:
„Ortsamtsleiter Peter Nowack, der im Publikum saß, erinnerte daran, dass der Beirat sich mit einem Antrag für einen Forschungsauftrag an den Gesundheitssenator gewandt hatte. Dieser sei aber wegen der Haushaltssperre in den Hintergrund geraten. Aber man wolle nun nach Aufheben der Sperre wieder Schwung in die Thematik bringen, sagte Nowack zu.“

1. Wie und mit welcher konkreten Fragestellung will der OAL wieder Schwung in den vom Beirat beschlossenen Forschungsauftrag zum vermutlich erhöhten Krebsrisiko in Farge und Rönnebeck bringen?

2.In welchen Straßen und wann wurden die herkömmlichen Trinkwasserleitungen aus Kunststoff bereits gegen andere Materialien gemäß der Verwaltungsvorschrift unter Punkt 3 - 3.1
BMVBW-34-0003-A002.htm der Bundesregierung ausgetauscht?

3. Wann wurde die SWB AG über die Kontamination von Erdreich und Grundwasser ausgehend vom Tanklager Farge informiert?

4. Wann wurde die Bevölkerung zu dieser Thematik informiert?

Ich hoffe sehr, dass mein heutiger Bürgerantrag nicht das gleiche Schicksal ereilt wie zuvor mein Antrag v. 17.4.2014 und meine Mail v. 17.10.2014, die ich jedem einzelnen Beiratsmitglied übersandt habe; aber leider fand sie bis heute keine Beachtung bis auf eine Eingangsbestätigung eines Beirates.

Zur Frage 2 - Ich bitte daher den Beirat, die entsprechenden Informationen gemäß der Vorschrift der Trinkwasserverordnung der Deutschen Bundesregierung einzuholen und erwarte hier je nach Zuständigkeit und Auskunftspflicht bzw. -bereitschaft Antworten vom Ortsamt, dem Bau-und Umweltsenator sowie der SWB AG.

Es geht hier immerhin um die Gesundheit der hier lebenden Menschen, und der Umgang mit unserem Trinkwasser wurde von der Deutschen Bundesregierung ganz klar durch Verwaltungsvorschriften geregelt.


Erläuterung zu Punkt 2.
3. Vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Kontaminationen des Trinkwassers

3.1. Schutz vor Verunreinigungen bei Bau und Reparatur von Anlagen
Zitat
In mit Kohlenwasserstoff belasteten Böden dürfen keine Kunststoffrohre ohne besonderen Schutz für Trinkwasserinstallationen verwendet werden. Damit soll verhindert werden, dass aromatische Kohlenwasserstoffe durch die Kunststoffrohre diffundieren und in das Trinkwasser gelangen können.
Zitat Ende


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