Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

.. ist Bremen vielleicht doch heimlich die Sahara Deutschlands :-) ?

#31 von Lola , 23.06.2013 12:51

..es kam auch noch eine Erklärung vom OAL zum Hautkrebs, dass es möglicherweise daran liegt, dass die Bürger in Farge und Rönnebeck sich häufiger im Freien aufhalten, bedingt durch Gartenarbeit o.ä. und sich vielleicht auch nicht eincremen. Diesem Gedanken sind aber die beiden Wissenschaftlerinnen nicht gefolgt.

:-) - zwinker-zwinker - vielleicht ist an dem Gerücht ja doch etwas dran, dass Bremen, und speziell Farge heimlich als die Sahara Deutschlands bekannt ist?


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RE: .. ist Bremen vielleicht doch heimlich die Sahara Deutschlands :-) ?

#32 von Reinhard , 23.06.2013 13:19

Wichtiger Teil einer "innovativen" Verwaltung scheint eine "innovative" Interpretation von Statistiken zu sein. Das reicht von den Kriminalitätsdaten bis hin zu den Zahlen über Krebserkrankungen. Zwar muss ein OAL ein Generalist sein, nur heißt das nicht, dass er zu allen Fragen fundierte Kenntnisse haben kann und muss. Sonst besteht leicht die Gefahr, dass die Grenze zwischen politischem Wunsch und wissenschaftlich abgesicherter Wirklichkeit verschwindet.

Ein Sprichwort fordert nicht ohne Grund: "Schuster, bleib bei deinen Leisten!".


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Weitere Verharmlosung statt Aufklärung

#33 von Reinhard , 02.09.2013 10:38

Weitere Verharmlosung statt Aufklärung

Zur Frage der Linken, die in der Sondersitzung des Beirats zur Tanklager-Krebsstudie am 19.6.2013 an den Gesundheitssenator gerichtet wurde, gibt es inzwischen gleich zwei Stellungnahmen , eine des Senators und zusätzlich eine wissenschaftlich argumentierende Reaktion der beiden Autorinnen zur Kritik, die in der Beiratssitzung an ihrer Studie vorgebracht wurde.

Der Missbrauch von Datenschutzauflagen

In seiner Antwort muss der Gesundheitssenator, nachdem er zunächst auf Vorgaben zum Datenschutz verwiesen hat, die in diesem Fall gar keine Bedeutung haben, einräumen, dass prinzipiell mithilfe der gemeldeten Daten eine Auswertung für die Einwohner möglich wäre, die auf der Kontaminationsfahne oder einem anderen besonders betroffenen Gebiet leben.

Die Rohdaten, die einen Ortsbezug über eine Geododierung nach den Gauß-Krüger-Kooridinaten liefern, werden „jedoch durch ein Computerprogramm so verändert“, dass nur eine räumliche Zuordnung zu Ortsteilen erfolgt. Hier hat das Krebsregister also vor Jahren eine Entscheidung getroffen, die wichtige Informationen vernichtet, wie dieser konkrete Fall beweist. Jetzt ist man nicht bereit diesen Fehler zu korrigieren, sondern versucht stattdessen eine Vorgabe des Krebsregistergesetzes ins Spiel zu bringen, die Angaben zur Anschrift der Kranken verbietet.

Dieser Begründung ist hier jedoch gar nicht zutreffend, denn die Zuordnung zu Ortsteilen unterscheidet sich datenschutzrechtlich in keiner Weise von Zuordnungen zu anderen Teilräumen wie etwa einem Kontaminationsgebiet. Ein simples kreisförmiges Untersuchungsgebiet um den Mittelpunkt der beiden Verladebahnhöfe wäre sogar mathematisch erheblich einfacher als die Zuordnung zu Ortsteilen.

Die Ablehnung einer Sonderauswertung ohne einen starken Verwässerungseffekt wäre also rechtlich möglich gewesen. Sie scheitert entweder an einem völlig unzulänglichen Computerprogramm oder an dem Willen, diese Auswertung mit kleinen Programmmodifikationen durchzuführen.

Die Folgen für Rönnebeck

Der Hinweis auf eine getrennte Auswertung für die beiden Ortsteile Farge und Rönnebeck blendet die logische Folge für den Ortsteil Rönnebeck aus, wenn einerseits für beide Gebiete eine mehr oder weniger signifikante Erhöhung des Risikos bei Benzol-affinen Krebserkrankungen besteht, in Farge hingegen „keine Auffälligkeiten der Erkrankungsraten“ ermittelt wurden.

Nach den einfachsten Rechenregeln bedeutet das eine Konzentration der gemeldeten Krebserkrankungen auf Rönnebeck. Nur wird dieses Faktum nicht einmal erwähnt.

Diese Stellungnahme des Gesundheitssenators reiht sich damit in die Reihe der Verharmlosungsbemühungen Bremer Senatoren ein, die offensichtlich an einer Aufklärung über die gesundheitlichen Auswirkungen der Tanklager-Kontaminationen nicht interessiert sind. Sie tischen daher Vorwände auf, die angeblich eine unverwässerte Auswertung ausschließen sollen, und kümmern sich nicht einmal um ein möglicherweise deutlich erhöhtes Krebsrisiko in Rönnebeck.

Wissenschaftlichkeit mit den Augen des Gesundheitssenators

Sehr aufschlussreich ist auch die Argumentation, durch die der Senator die Kritik der Linken an der Signifikanzdefinition zurückweist. Hier wird behauptet: „Die Methodik ist wissenschaftlich korrekt“, weil sie „der wissenschaftliche Beirat des Bremer Krebsregisters - ein unabhängiges Gremium wissenschaftlicher Expertinnen und Experten“ „nicht beanstandet“ hat, „als ihm die Analyse im Vorfeld mit der Bitte um Prüfung vorgelegt wurde.“

Glücklicherweise teilen die Autorinnen der Studie diese autoritäre Definition von Wissenschaftlichkeit nicht völlig. In ihrer Stellungnahme räumen sie vielmehr ein, dass die Kritik von Herrn Restat sachlich berechtigt ist. So erkennen sie an, dass es sich um eine einseitige Fragestellung handelt und man üblicherweise eine Sicherheit von 95 % verlangt.

Trotzdem weichen sie von dieser sachlich begründeten Beurteilung ab, da es eine Reihe von Untersuchungen gibt, die das ebenfalls macht. Hier wird also die Konvention höher bewertet als die Sache. Wenn die Wissenschaft immer so vorgegangen wäre, würde vermutlich die Sonne weiterhin um die Erde kreisen, weil man auch dies damals „mit einigen prominenten Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit belegen“ konnte.

Die Signifikanz des erhöhten Krebsrisikos

Allerdings räumen die Autorinnen nach dieser Rechtfertigung ihrer ersten Studie ein, dass man bei Signifikanzen keine Schwarz-Weiß-Malerei betreiben sollte, wie das von anderer Stelle mit der Krebsstudie versucht wurde, sondern besser von „Grauntönen“ sprechen muss. So stellen sie abschließend fest: „Die von uns durchgeführten Analysen liefern einen Hinweis auf höhere Erkrankungsraten in der Untersuchungsregion, die sich nach vorliegender Datenlage allerdings auch noch mit einer zufälligen Erhöhung erklären ließen.“

Dieses korrekte Urteil wird besonders plastisch, wenn man es durch eine sprachliche Umschreibung des Begriffes Signifikanzniveau ergänzt; denn es bedeutet, dass in etwa 95 von 100 Fällen das Krebsrisiko nicht zufällig erhöht ist, während nur in 5 von 100 Fällen der reine Zufall zu den erhobenen Fallzahlen geführt haben kann. Damit dürfte klar sein, welche Annahme die wahrscheinlichere ist.

Leider scheint der Gesundheitssenator diesen Teil der wissenschaftlichen Stellungsnahme nicht gelesen zu haben.

Oder will er diese realen Gefahren für beide Ortsteile und vor allem die für Rönnebeck, die sich aus der Zusatzauswertung ergeben, dadurch aus der Welt schaffen, dass er sie übergeht?

Entspricht das etwa seiner Auffassung von den Aufgaben eines Gesundheitssenators?

Sollte sich dieser Amtsinhaber nicht darum bemühen, gesundheitliche Gefahren aufzuklären und zu beseitigen?


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RE: Weitere Verharmlosung statt Aufklärung

#34 von Lola , 02.09.2013 13:54

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.de/2013/02/krebs.html

..wenn ich mal überlege welche Nachbarn in den letzten Jahren an einer Krebserkrankung verstorben sind und wieviel erkrankt sind und (noch) nicht gestorben sind, dann schwindet auch noch der letzte Funken Vertrauen in die Umsetzung der Wissenschaft bei den Behörden in Bremen!

Warum geht die Stadt Bremen so schlecht mit ihren Bürgern um?

Hier geht es nicht um irgendeinen Amtsinhaber, sorry aber der ist mir furchtbar egal. Ich erwarte Transparenz und keine verwässerten Zahlen. Er bekommt monatlich sicher gutes Geld für seine Tätigkeit und dafür dürfen die Bürger auch gute Arbeit erwarten. Sie sind an den Personalkosten ja nicht ganz unbeteiligt.
Das nur mal so ganz nebenbei!


Hier geht es um Menschen! Hier geht es um Bürger die hier leben, um Kinder, Männer, Frauen, alte und junge Menschen, die ein Recht darauf haben zu erfahren, wie ihre gesundheitliche Zukunft in Rönnebeck und Farge aussehen wird.

Es ist Zeit für die Aufklärung seitens der Behörden!


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Verdachtsfall Rönnebeck

#35 von Reinhard , 02.09.2013 17:08

Verdachtsfall Rönnebeck

Die Autorinnen der Tanklager-Krebsstudie wollen mit ihrer Stellungnahme zu der Kritik, die vor allem in der Blumenthaler Beiratssitzung am 19. Juni vorgetragen wurde, auf neuen, etwas verschlungenen Wegen die Verharmlosungsstrategie ihres Auftraggebers, des Gesundheitssenators, unterstützen. Dabei muss man im Hinterkopf haben, dass dieser Senator bzw. seine Vorgänger selbst an dem Tanklager-Skandal nicht ganz unbeteiligt sind, da ihnen das Gewerbeaufsichtsamt untersteht, das die Sicherheit des Tanklagers zu kontrollieren hat.

Da die Mitarbeiterinnen des Krebsregisters keine Sonderauswertung für die unmittelbar betroffene Nachbarschaft des Tanklagers durchführen wollen, weil in diesem Fall das wenig geeignete Computerprogramm für die Datenanalyse ergänzt werden müsste, haben sie eine andere Detailauswertung vorgelegt, die anscheinend ein erhöhtes Krebsrisiko durch das Tanklager ausschließt. Für den Ortsteil Farge, in dem nach ihrer Aussage „die Mehrzahl der betroffenen Straßenzüge…liegt“, weisen sie eine Fallzahl nach, die im Vergleich zu Bremen keine höhere Zahl von Krebserkrankungen anzeigt. Technisch ausgedrückt liegt hier die Standardisierte Inzidenzrate (SIR) bei 1,01, während sie in Bremen 1,00 beträgt.

Das sieht für die Einwohner in Farge wie eine deutliche Entwarnung aus. Nur hat dieses Ergebnis seine andere Seite, da in den beiden Ortsteilen Farge und Rönnebeck, wie die erste Studie ergab, insgesamt die Inzidenzrate 1,26 betrug. Mit anderen Worten konzentriert sich also das erhöhte Krebsrisiko fast ausschließlich auf Rönnebeck.

Konkret in Zahlen erhält man hier für die „Gesamtheit der malignen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems“, also die Krebserkrankungen, die eine Benzol-Affinität besitzen, im Zeitraum 2000-2009 40 gemeldete Fälle, während aufgrund der Einwohnerzahl nur 28,4 zu erwarten waren, wenn es kein gegenüber Bremen erhöhtes Krebsrisiko gäbe. Damit beträgt hier die Inzidenzrate SIR 1,41.

Sie liegt damit deutlich über der von Farge und Rönnebeck insgesamt, die im Zeitraum 2000 –2009 den bereits genannten Wert von 1,26 besaß. Und hierfür wurde weiter unten in der Stellungnahme von den beiden Wissenschaftlerinnen des Krebsregisters eingeräumt, dass die Analysen „einen Hinweis auf höhere Erkrankungsraten in der Untersuchungsregion“ liefern, „die sich nach vorliegender Datenlage allerdings auch noch mit einer zufälligen Erhöhung erklären ließen.“

Diese Erklärung durch einen Zufall kann wegen der höheren Inzidenzrate in Rönnebeck jedoch nur mit einer noch geringeren Wahrscheinlichkeit als für beide Ortsteile insgesamt angenommen werden. Daher sollte der Gesundheitssenator dieses Ergebnis in seiner eigenen Stellungnahme nicht verschweigen, sondern erklären, wie er auf dieses hohe Krebsrisiko in einem Bremer Ortsteil reagieren will.


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RE: Verdachtsfall Rönnebeck

#36 von Gast , 05.09.2013 08:09

Die Antwort lautet:
Es ist Krieg: Betroffene Bürger gegen das System
Das System hat die "besseren" Waffen: Macht
Dem können wir bestenfalls mit Masse gegenüber treten, wenn wir nicht auch zu Waffen greifen wollen.
Und da gibt es keinen Unterschied zwischen Farge - Rönnebeck, Syrien, Ägypten oder sonst welchen Krisengebieten. Nur das dort "echte" Waffen benutzt werden.
LG
fight4yrights
Und herzlich grüße ich den MAD....


"Leukämie-Zahlen beunruhigen Bürger"

#37 von Lola , 06.03.2014 08:06

So lautet die Überschrift eines Artikels von Christina Denker in der heutigen Ausgabe "Die Norddeutsche" auf Seite 2.

Prof.Dr. Ernst Chantelau sprach auf der 11.Anwohnerversammlung der" Bürgerinitiative Tanklager-Farge" am 4.3.2014 über Blutkrebsfälle der letzten 10 Jahre.
"Von 7400 Einwohnern sind 57 Personen an Blutkrebs erkrankt". Zum Vergleich führte er Hulsberg und Altstadt mit "8.800 Einwohner - seien im selben Zeitraum
44 gewesen. Damit liegen die beiden Nordbrmer Stadtteile ganze 27 Prozent über dem Schätzwert. Für den Mediziner Ernst Chantelau ist das auffällig".

Herr Chantelau kritisierte auch das Krebsregister, das seine Statistiken nicht personenbezogen, sondern " wertet die Krebserkrankungen nach Wohngebieten aus"

"Chantelau sah das kritisch, so wie er an diesem Abend einiges an der Arbeitsweise des Krebsregisters monierte. Diese Kritik mussten sich die Vertreter des Gesundheitssenators, Ludwig Müller und Antje Post, gefallen lassen.
Anders als die Behördenvertreter kam Chantelau zu dem Schluss, dass die erhöhte Zahl der Leukämiefälle kein Zufallsergebnis sei, sondern auf Benzol zurückzuführen ist.
Allerdings wagte der Mediziner die Prognose, dass aufgrund der Sanierung und der gestiegenen Sensibilität gegenüber den Gefahren die Zahl der Blutkrebserkrankungen im Umfeld des Tanklagers in den kommenden Jahren zurückgehen werden. Chantelau forderte eine Untersuchung darüber, inwieweit die Leukämie-Kranken mit dem Tanklager und dem verseuchten Grundwasser in Kontakt gekommen seien."

Er appellierte an den Vertreter des Senators: "Bringen Sie schnell eine weiterführende Studie auf den Weg" denn diese Untersuchung sei möglich und liefert den Nachweis, dass die Leukämie-Erkrankungen mit dem Tanklager in Verbindung stehen. So etwas erwarte er von der "von uns gewählten und bezahlten Behörde."

Vielleicht kann man den kompletten Bericht später auch im Internet finden.

Es freut mich, dass Herr Chantelau sehr deutlich zum Ausdruck gebracht hat, dass die Behörden von den Bürgern gewählt und bezahlt werden.
Vielleicht wird das einfach zu selten gesagt!

xxx

(Der Artikel lässt sich inzwischen unter http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,795998.html im Internet abrufen. (Administrator))


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RE: "Leukämie-Zahlen beunruhigen Bürger"

#38 von Lola , 17.03.2014 09:55

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,805167.html

Zitat
Krebsfälle Thema der Bürgerschaft - 17.03.2014
CDU fordert Leukämie-Studie
Von Michael Brandt

Farge. Die CDU macht die Zahl der Leukämiefälle im Umfeld des Tanklagers Farge zum Thema in der Bürgerschaft. Für die nächste Fragestunde in der Stadtbürgerschaft am 25. März hat der Nordbremer CDU-Vorsitzende Rainer Bensch drei Fragen eingereicht. Unter anderem möchte Bensch so in Erfahrung bringen, wie der Senat die gestiegene Zahl der Leukämie-Erkrankungen in den vergangenen zehn Jahren in Farge und Rönnebeck beurteilt. Außerdem fragt er, ob der Senat eine Studie plant, um der Leukämie-Gefahr auf dem Grund zu gehen.
Zitat Ende


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Rönnebeck-Anomalie

#39 von Reinhard , 28.05.2014 12:33

Rönnebeck-Anomalie

Unter dem Stichwort „Rönnebeck-Anomalie“ wurde in einem Bürgerantrag und in einigen Postings hier im Forum auf eine aus vorliegenden Statistiken des Bremer Krebsregisters errechnete Häufung von Leukämiefällen im Ortsteil Rönnebeck hingewiesen

Hierzu will jetzt das Blumenthaler Ortsamt einen Auftrag an das Bremer Krebsregister formulieren, wie von zuständiger Stelle zu erfahren war.

In einem neuen Blog-Artikel „Die Rönnebeck-Anomalie. Auswertungen des Bremer Krebsregisters führen auf eine rätselhafte Spur“ kann man sich näher Über diesen Sachverhalt informieren. Zusätzlich wird dabei auf die betroffenen Krebserkrankungen mit ihren Beschwerden und die jeweilige Verkürzung der Lebenserwartung eingegangen.

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Von der Verwässerung zur Fallverringerung

#40 von Reinhard , 29.05.2014 12:53

Von der Verwässerung zur Fallverringerung

Während man noch auf eine offizielle Reaktion auf das statistisch erhöhte Leukämierisiko in Rönnebeck waren muss, hat das Bremer Krebsregister seine erste Krebsanalyse für das Untersuchungsgebiet aus den Ortsteilen Farge und Rönnebeck fortgeschrieben.

Dabei muss man allerdings mit dem Begriff der Fortschreibung mehr als vorsichtig umgehen. Es wurden zwar Daten für das Jahr 2010 ergänzt, wie es in einem Beiratsantrag der SPD-Fraktion aus Blumenthal gefordet wurde, aber dafür haben die Autorinnen die Jahrgänge 2000 – 2004 nicht mehr betrachtet. Aus 57 Leukämiefällen in der ersten Untersuchung sind so 34 geworden.

Da die relative Größe der Bereiche, in denen erhobene Daten noch als zufällig gelten, von der Fallzahl abhängt, war damit das Ergebnis der neuen Analyse fast schon festgelegt und kann nicht mehr wirklich überraschen.

Nachdem das Krebsregister zunächst die ausgewerteten Daten durch die Betrachtung der teilweise gar nicht von den Tanklagerkontaminationen betroffenen Ortsteile von Farge und Rönnebeck verwässert hatte, wird jetzt mit der zeitlichen Verringerung der Fälle ein weiteres probates Mittel angewandt, das immer seinen guten Dienste leistet, wenn man die Wahrscheinlichkeit für signifikante Ergebnisse senken will.

Da inzwischen jedoch der Eigentümer seine Betriebsgenehmigung zurückgeben will und das Tanklager leergepumpt ist, kann man jetzt glücklicherweise diese methodischen Versuche einer Bremer Institution, die vom Land Bremen finanziert wird, mit mehr Gelassenheit verfolgen.


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RE: Von der Verwässerung zur Fallverringerung

#41 von Lola , 29.05.2014 18:25

..ich dachte immer das Krebsregister hätte man eingerichtet um feststellen zu können ob es in bestimmten Gebieten eine auffällige Zahl von Krebsfällen gibt und welcher Art diese sind, damit man der Ursache auf den Grund gehen kann.

Ich möchte doch keine Studie als Beruhigungspille, sondern ich möchte wissen was der Realität am nächsten kommt.

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RE: Von der Verwässerung zur Fallverringerung

#42 von fight4yrights , 05.06.2014 07:07

Das Krebsregister: angeblich tuen wir doch etwas....
Wir suchen aufwendig nach Ursachen für den Krebs. Als ob diese nicht schon lange bekannt sind!
Und wenn wir dann etwas finden, dann wird das schöngerechnet und über statistische Tricks bereinigt.
Beispiel: Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit. Der Rauch eine Zigarette enthält (z.B.) Blausäure, Formaldehyd, Benzol.
Diagnose Krebs.
Arzt:"Haben Sie geraucht?"
Patient 1: "Ja."
Arzt:"Ursache: Zigaretten"

Diagnose Krebs. "Haben Sie geraucht?"
Patient 2: "Nie im Leben. Aber ich glaube, ich bin durch die "räumliche Nähe" zum Tanklager Farge und dessen Betrieb mit Benzol "vergiftet" worden."
Arzt: "Hören Sie doch auf mit Umweltkrankheiten. Die gibt es nicht. Die Konzentration von Benzol in der Umgebeung (Luft/Wasser/Boden) ist so niedrig, dass eine Schädigung ausgeschlossen werden kann."

Das ist "Wissenschaft" vom feinsten.


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zuletzt bearbeitet 05.06.2014 | Top

Wissenschaftsgläubigkeit?

#43 von Reinhard , 07.07.2014 17:56

Wissenschaftsgläubigkeit?


Ein bisschen Vorgeschichte

Bei einem Vergleich der Studien des Bremer Krebsregisters ist eine Häufung von Leukämiefällen in Rönnebeck aufgefallen, sodass von einer Rönnebeck-Anomalie gesprochen wurde. Das hat zu einem Bürgerantrag in Blumenthal geführt, der vom Krebsregister nähere Informationen über die Struktur und Verteilung dieser Krebserkrankungen einholen wollte. Hintergrund dafür waren Sorgen um bisher unbekannte Belastungen, die möglicherweise zusätzlich zum Tanklager Farge die Gesundheit in Rönnebeck gefährden.

Ein mysteriöser Forschungsauftrag

Dieser Teil des Bürgerantrags wurde in einer Weise, die das Bremer Beirätegesetz nicht vorsieht, in einen abweichende Beschluss umgewandelt, der anschließend ein fast so mysteriöses Leben wie die Rönnebeck-Anomalie selbst führt.

Nach dem Beiratspotokoll vom 28. April wurde einvernehmlich beschlossen, nicht die Fragen des Bürgerantrags an das Krebsregister zu richten, sondern einen vom Beirat „ausgestalteten Forschungsauftrag“.

Suchaktion der Linken

Das war am Ende April. Als in der letzten Beiratssitzung am 23. Juni der Ortsamtsleiter nicht von sich aus über diesen Auftrag des Beirats berichtet hat, erkundigte sich die Fraktionsvorsitzende der Linken nach dem aktuellen Sachstand. Daraufhin erhielt sie eine „Antwort“, deren Bedeutung kaum einer der Anwesenden verstanden haben dürfte. Das ergab zumindest eine stichprobenartige Nachfrage.

Dennoch hat sich kein Beiratsmitglied, das für diesen Auftrag an das Ortsamt gestimmt hat, nach dem tatsächlichen Bearbeitungsstand seines Auftrags erkundigt. Offenbar sehen die Beiräte ihre Aufgabe nur in de Abgabe von Voten, ohne sich um deren praktische Umsetzung zu kümmern.

Eine erwartete Senatsentscheidung

Daher überrascht es jetzt, wenn ein weniger bekanntes Wochenblatt wie der Bremer Anzeige am letzten Samstag berichten konnte, dass das Ortsamt auf eine „Entscheidung des Senats“ wartet, die sich auf einen Forschungsauftrag beziehen soll, „in dem einzelne Fälle konkret untersucht werden“ und „eine aussagekräftige Analyse erfolgt, die auch den „Bürgern gerecht wird.“

Das sind zwar unklare, aber vermutlich weitreichende Zielsetzungen einer Analyse. Hoffen die Leukämieexperten in der innovativen Blumenthaler Verwaltung etwa auf diese Weise statt statistischer Wahrscheinlichkeitsaussagen die tatsächlichen Gründe von einzelnen Krebserkrankungen zu erfahren?

Das ehrt ihre Wissenschaftsgläubigkeit, da die Ursachen der hier zur Diskussion stehenden Non-Hodgkin-Lymphome und Multiplen Myelome bisher unbekannt sind, wie man leicht im Internet herausfinden kann. Vertraut man hier also auf den großen Durchbruch in der Krebsforschung dank eines „Forschungsauftrages“ aus Blumenthal?

Oder will man nur, dass der „Senat“ ein derart irreales Forschungsprojekt ablehnt?

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RE: Wissenschaftsgläubigkeit?

#44 von Lola2 , 08.07.2014 15:15

..ich würde noch Politikgläubigkeit hinzufügen.

Vielleicht sollte auch an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden, dass sich Bürgerinitiativen erst dann bilden, wenn eine Vielzahl von Bürgern sich von der Politik nicht gut vertreten fühlen.

Erst kürzlich haben mich Ansichten und Meinungen von wirklich kranken Menschen sehr schmerzlich getroffen. Man sollte die Untersuchungen und Nachforschungen bezüglich des Tanklager-Desaster der Politik und den Gewerkschaften überlassen.

Können Politiker und Gewerkschafter in Sachen Tanklager, den erkrankten Menschen wirklich in die Augen schauen und soviel Politikgläubigkeit ertragen?

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RE: Wissenschaftsgläubigkeit? - RÖNNEBECK-ANOMALIE!!!

#45 von Lola2 , 24.07.2014 17:55

ww.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/bremen-nord_artikel,-Tanklager-Mangelnde-Informationen-fuer-Neubuerger-_arid,904657.html

Zitat


Heidrun Pörtner befürchtet jedoch, dass der Flyer „nur ausliegt“ und nicht gezielt an Neubürger verteilt wird. Ebensolches vermutet auch Anke Krohne, Fraktion Die Linke im Beirat Blumenthal, die den Informationsgehalt des Flyers zudem als „zu dünn“ empfindet.

Sie hat für die September-Sitzung des Blumenthaler Beirates einen Antrag an die Senatoren für Umwelt und Inneres gestellt und fordert darin Klarheit darüber, wie Neubürger durch die staatlichen Stellen über die Grundwasserprobleme aufgeklärt werden.

Stadtamtsleiterin Marita Wessel-Niepel erklärt dazu, dass die strikte Vorgabe an die Bürgerservicecenter laute, die Flyer nicht nur auf den Schreibtischen auszulegen, sondern auch an Neubürger und Ummelder auszuhändigen. „Ich habe noch einmal an die Verpflichtung erinnert, weil das in der Vergangenheit nicht konsequent gehandhabt wurde.“

Laut Ulrich Wessel vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gibt es keinen gesetzlichen Passus, bei einem Grundstücksverkauf die Verschmutzung des Grundwassers zu thematisieren, da es nicht zum Besitz zählt. Nicht auf die Verschmutzung hinzuweisen könne aber als arglistige Täuschung durch den Verkäufer gewertet werden und sei deshalb zivilrechtlich justiziabel, denkt Wessel.
Zitat Ende

Es ist ja alles sinnvoll, die Sache mit dem Flyer - arglistige Täuschung beim Hausverkauf- u.s.w.

Bis heute habe ichjedoch von niemandem gehört, der sich mit dem Thema "Rönnebeck-Anomalie" - merkwürdige Messdaten - auseinandergesetzt hat.
Wie man einen Bürgerantrag so "verstümmeln" kann, der ein so wichtiges Thema behandelt,
dazu fällt mir immer wieder das Zitat von Max Liebermann ein:

Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen könnte

(Übrigens auf Wikipedia kann man auch lesen zu welchem Anlass Max Liebermann das gesagt hat.)

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Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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