Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Kerosin: JETAI, F34 und F44

#1 von Reinhard , 25.01.2013 08:56

Aus dem Verkaufsprospekt für das Tanklager haben wir erstmals erfahren, was in all den Jahren dort gelagert wurde, während das vorher anscheinend noch als geheim galt. Oder wollte es niemand so genau wissen, um die Anwohner nicht zu „beunruhigen? Wenn ich mich richtig erinnere, gab es sogar nach der Panorama-Sendung zunächst Stimmen, die uns erklärten, die Ergebnisse müssten schlicht falsch sein, da man dort nie bleifreies Benzin gelagert habe.

Das ist jetzt, nachdem das Tanklager leer sein soll, anders aus. Bisher eingelagert waren:
" Benzin
 Diesel: F54, F75, Gasöl
 Düsentreibstoff (Kerosin): JETAI, F34, F44."

Da stellt sich jetzt die Frage, welche möglichen gesundheitlichen Gefahren bei den Produkten im Einzelnen bestehen? Bisher wurde ja fast immer nur über Diesel und Benzin gesprochen. Wie sieht es jedoch beim Kerosin aus?

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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44

#2 von fight4yrights , 26.01.2013 05:00

Medizin, Quelle: Deutsche Ärzteblatt
Chemische Belastung führt Generationen später zu Fettleibigkeit
Freitag, 25. Januar 2013
Pullman – Die Belastung einer Schwangeren mit Giftstoffen kann zu Gesundheitsschäden bis in die Urenkel-Generation führen. Zu den betroffenen Substanzen gehört auch das in Weichmachern enthaltene Bisphenol A. Über ihre Untersuchung an Ratten berichten US-Biologen in den Fachmagazinen Plos One (2013; 8: e55387) und Reproductive Toxicology.
Das Team um den Molekularbiologen Michael Skinner von der Washington State University in Pullman setzte schwangere Ratten den Plastikbestandteilen Bisphenol A sowie den Phtalaten DEHP und DBP aus. Sieben Tage lang spritzten die Forscher den Ratten täglich einen Mix aus 50 Milligramm Bisphenol A je Kilo Körpergewicht der Ratten, 750 Milligramm DEHP je Kilo Körpergewicht sowie 66 Milligramm DBP je Kilo Körper-gewicht. Die Embryonen der Ratten befanden sich in dieser Zeit in der Phase der Ent-wicklung der Keimdrüsen, also ihrer Hoden oder Eierstöcke.
Nachkommen belasteter Ratten ebenfalls krank
Sowohl die Kinder der belasteten Ratten als auch die Enkel und Urenkel wiesen im Vergleich mit einer Kontrollgruppe vermehrt gesundheitliche Schäden auf. Nur die erste Kindgeneration zeigte Krankheiten der Prostata und der Nieren. Bis in die dritte Genera¬tion allerdings fanden die Biologen um Skinner veränderte Pubertätszeitpunkte, Erkran¬kungen der Hoden oder der Gebärmutter sowie Fettleibigkeit.
zum Thema
• Abstract der Studie in Plos One
• Pressemitteilung der Washington State University

Die Vererbung der chemischen Belastung erfolgt der Studie zufolge über sogenannte epigenetische Veränderungen im Spermium. Dabei handelt es sich um die umkehrbare Inaktivierung bestimmter Gene, die durch Umwelteinflüsse erfolgt. Bis vor wenigen Jahren galten epigenetische Faktoren im Gegensatz zu Genmutationen als nicht erblich, weil sie die Buchstaben im genetischen Code nicht ändern. In letzter Zeit mehren sich jedoch Studien, die belegen, dass die Folge von Umwelteinflüssen vererbt werden kann. Auch in den vorliegenden Studien scheint zumindest ein Teil der epigenetischen Veränderungen an den Nachwuchs weitergegeben zu werden.

Auch Kerosin hat erbliche Effekte auf die Gesundheit
In einer weiteren Studie unternahmen die Forscher vergleichbare Experimente mit dem vor allem beim Militär gebräuchlichen Flugzeugkraftstoff "JP-8". Auch hier zeigte die erste Kindgeneration Nierenschäden und einen veränderten Zeitpunkt der Pubertät. Zudem war die Zahl der Primordialfollikel, der Vorläuferzellen der weiblichen Eizellen, deutlich niedriger. In der dritten Generation gab es bei den weiblichen Ratten ebenfalls nicht mehr so viele Primordialfollikel. Außerdem wiesen die Tiere Erkrankungen der Gebärmutter auf. Männliche wie weibliche Tiere hatten auch hier ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit.
Bereits in früheren Studien konnten Skinner und sein Team für bestimmte Chemikalien zeigen, dass sie über mehrere Generationen hinweg die Gesundheit beeinträchtigen. Mit den nun veröffentlichten Studien ist die Liste der schädlichen Substanzen länger geworden. Skinner erklärte: „Das ist die erste Reihe von Studien, die die epigenetische, generationenübergreifende Vererbung von Krankheiten wie Fettleibigkeit nachweisen.“ Damit liege nahe, dass gesundheitliche Belastungen der Vorfahren ein Faktor bei der Entwicklung dieser Krankheit sein könnten. © dapd/aerzteblatt.de

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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44

#3 von Lola , 26.01.2013 06:25

..zum Beitrag von fight4right..

Das Deutsche Ärzteblatt müßte auch beim Gesundheitsamt Bremen gelesen werden.

Nachdem nun alle involvierten Stellen wissen, dass das Erdreich und das Grundwasser, ausgehend vom Tanklager, verseucht ist, wären ärztliche Untersuchungen der Menschen eigentlich zwingend erforderlich.

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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44

#4 von Reinhard , 26.01.2013 09:23

Wie ich gerade in der Zeitung lese, gibt es ein Bremen-Nord eine Beratungsstelle der Krebsgesellschaft. Vielleicht könnte die Tanklager-BI dazu einmal einen Kontakt aufbauen, um sich über eine mögliche Häufung von Krankheitsfällen in Farge und Umgebung zu informieren. Das Bremer Gesundheitsamt kann sicherlich einen Schrittmacher brauchen, damit es rascher in die Puschen kommt.

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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44

#5 von Lola , 17.02.2013 18:22

..diesen Beitrag habe ich auch in den Thread-MCS und andere Umweltkrankheiten eingestellt.



http://www.biegas.de/de/jp8/jp8_Hahn.htm
Zitat
Die Spur führt zum militär...
Selbst wer sich sicher ist, nicht in unmittelbarer Nähe einer Militäreinrichtung zu leben, atmet dennoch möglicherweise JP-8 aus den Belüftungsvorkehrungen der NATO-Pipeline und den Tanklagern ein. Noch dazu wird - weitestgehend unbeachtet - über unseren Köpfen seit einiger Zeit die Betankung von Kampfflugzeugen in der Luft praktiziert, wobei es möglicherweise ebenfalls zu JP-8-Freisetzungen kommt. So sollen zur Zeit - laut Auskunft eines Insiders - Bomber der US-Airforce, auf dem Weg nach Afghanistan über der US-Airbase des Frankfurter Flughafens betankt werden.
--
Es heißt weiter....

Besonders zwei Stoffen im JP-8 gilt mein besonderes Interesse. Das Vorhandensein des einen - das hochgiftige, im Zivilbereich verbotene 1,2-Dibromethan - wird von der Bundeswehr und vom Verteidigungsministerium bestritten. Ein amerikanischer Text hingegen weist diesen Treibstoffzusatz aus als eines der am häufigsten im Umfeld amerikanischer Militäreinrichtungen in den USA gefundenen Gifte, das u.a. großflächig das Grundwasser verseucht.
Zitat Ende

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/14/064/1406420.pdf- unter Punkt 10:
Das Tanklager Farge bekommt den Nato-Treibstoff F34 /JP-8 per Kesselwaggon
und ist schon betriebsfertig gemischt mit den hochtoxischen Chemikalien.

-nachzulesen in der Antwort des Deutschen Bundestag.

Jetzt stellt sich die Frage wo wurden die Waggons entlüftet?

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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44

#6 von Lola , 10.02.2014 21:32

Weser Report - Ausgabe v. 9.2.2014 Seite 1

"Tanklager im Naturschutzgebiet"
Umweltsenator Joachim Lohse will das Gebiet "Eispohl-Sandwehen" massiv vergrößern.
Zitat
Erst am 21.Januar hatten die Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft einstimmig die Schließung des Tanklagers gefordert. Dass eine nur knapp 3 Wochen später zurDebatte stehende Bremer Naturschutzverordnung den Weiterbetrieb des Tanklagers ausdrücklich erlaubt, ist für Brigitte Köhnlein, Sprecherin von Umweltsenator Dr. Joachim Lohse, kein Widerspruch. "Das geht rechtlich gar nicht, über eine Naturschutzverordnung ein genehmigtes Tanklager zu verbieten", erklärt sie.
Zumindest die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, sahen offensichtlich sehr wohl mögliche Probleme für das Tanklager. Wie aus der Deputationsvorlage hervorgeht, haben beide Behörden im Verfahren ihre Befürchtungen geäußert, dass der Weiterbetrieb des Tanklagers durch die Schutzgebietsverordnung eingeschränkt werden könnte. WWarum das teils bodenverseuchte Tanklagergelände überhaupt Naturschutzgebiet werden soll, erklärt Brigitte Köhnlein so:
"Über der Oberfläche gibt es trotzdem wertvolle Naturbestandteile wie Tiere und Pflanzen".
Zitat Ende

Leider fehlt bei dieser Aussage der Hinweis, ob Tiere und Pflanzen gesund sind. Die hier lebenden Menschen die auf dem verseuchten Erdreich und Grundwasser leben müssen tragen kein Schild um den Hals "ich bin krank" oder "ich bin sehr traurig weil ich leider keine Kinder bekommen kann".


http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!...q_INtREQDV2mKE/

Zitat
Als staatliche Organisation unterliegt die Bundeswehr natürlich allen gesetzlichen Bestimmungen zum Umweltschutz. Doch sie geht noch einen Schritt weiter: Mit ihrer Selbstverpflichtung nach einem umweltgerechten Dienstbetrieb hat sie sich den verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zur Maxime gemacht – in Deutschland, aber auch in ihren Auslandseinsätzen.
Zitat Ende

Von einem Senator, der sich der "Grünen Umweltpolitik" verschrieben hat, und der obendrein Chemiker ist,erwarte ich als Bürgerin ein anderes Verhalten.


Ich empfehle Frau Köhnlein und insbesondere Herrn Lohse den o.a. Link aufzurufen

"Bundeswehr und Umweltschutz – die unbekannte Partnerschaft".


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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44

#7 von Lola , 10.02.2014 22:43

zu meinem vorherigen Beitrag füge ich ein Zitat ein:
http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!...q_INtREQDV2mKE/


Schutz für Süß- und Salzwasser

Neben sauberer Luft ist reines Wasser ein wertvolles Gut. Die Bundeswehr hat sich deshalb dem Gewässerschutz verschrieben. Ziel ist es, sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen und deren Belastung so gering wie möglich zu halten.

In den Kasernen und Anlagen der Bundeswehr werden die anfallenden Abwässer deshalb, wenn erforderlich, vorbehandelt und an die Kommunen weitergeleitet oder in eigenen Kläranlagen gereinigt. Die Reinigung von Fahrzeugen beispielsweise geschieht in Waschanlagen mit einem eigenen Wasserkreislauf. Etwa 80 militärische Beauftragte für Gewässerschutz widmen sich bundesweit der Einhaltung der geltenden Bestimmungen.



Auf und Nord- und Ostsee unterstützt die Marine das von Bund und Ländern betriebene Havariekommando zudem mit zwei Ölbekämpfungsschiffen und Spezialflugzeugen, die das Meer nach Verschmutzungen absuchen und helfen, deren Verursacher zu ermitteln.

Die Ölauffangschiffe können pro Stunde 120.000 Liter Öl von der Meeresoberfläche absaugen. Die Flugzeuge der deutschen Marine zur Ölortung kommen auf bis zu 1.600 Flugstunden im Jahr, um besonders gefährdete Seegebiete – wie etwa das Wattenmeer, Fischfanggründe, Schifffahrtswege oder Öl- und Gasbohrplattformen – zu überwachen.

Umweltschutz auch im Einsatz

Auch im Auslandseinsatz nehmen die Soldaten der Bundeswehr das Thema Umweltschutz ernst. Gelten in den Einsatzgebieten weniger strikte Umweltauflagen als in Deutschland, müssen sich die deutschen Streitkräfte dennoch an die Auflagen aus der Heimat halten. Hat das Einsatzland die strengeren Umweltgesetze, gelten für die Soldaten diese. Schon bei der Planung von Auslandseinsätzen wird auf die Expertise von Umweltbeauftragten Wert gelegt. Diese Experten sind auch an den Erkundungen vor Ort beteiligt.

Im Einsatz wie in Deutschland gilt: Die Bundeswehr will die Belastungen für die Umwelt so gering wie möglich halten.
Zitat Ende

Vor dem Hintergrund der Umweltauflagen, die von der Bundeswehr sich selbst auferlegt wurden und die zuständigen Behörden sahen ebenfalls, dass ein Weiterbetrieb des Tanklagers durch die Schutzverordnung eingeschränkt wurde, ist die Aussage der Sprecherin von Senator Lohse äußerst "verwirrend", weil für mich nicht erkennbar ist, dass die Bürger durch das Umweltamt Bremen geschützt werden.
Was sind das für merkwürdige Prioritäten, die vom Umweltamt Bremen gesetzt werden.


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RE: Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#8 von Lola , 11.02.2014 17:20

..sind wir Bürger in Rönnebeck und Farge vielleicht undankbar?

Sollten wir uns vielleicht freuen, dass uns das Umweltamt ein sooo großes Gebiet als Naturschutzgebiet ausweist?

Andererseits haben sich bei mir auch schon Gedanken eingeschlichen, ob das Umweltamt Bremen dieses Gebiet nur schützen will und zwar vor uns Bürgern, damit wir nicht irgendwann Pläne mit diesem Areal haben, oder? Wenn es erst einmal als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, dann ist es vor Bürgern erstmal sicher, während eine Rücknahme dieser Maßnahme sicher für das Umweltamt Bremen kein großer Akt wäre.

Aber das sind so ein paar Gedanken die in Richtung "Bremensien" laufen, weil auch die Ausweisung des Gebietes in ein Naturschutzgebiet für meinen Geschmack in diese Richtung geht.

Schauen wir mal wie es weitergeht in Bremen-Rönnebeck und Farge, denn die Bundeswehr hat sich auch stark gewandelt:

http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/!ut/p/c...Wxx9ScivN/#par7


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zuletzt bearbeitet 11.02.2014 | Top

Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#9 von Lola2 , 28.09.2014 17:15

Gasöl oder Kerosin wie JP8 = F34 kam nicht nur bei der Luftwaffe zum Einsatz sondern auch .:..JP-8 wird als Universalkraftstoff auch in militärischen Dieselmotoren eingesetzt, wie z.B. bei der Marine.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/14/064/1406420.pdf
Deutscher Bundestag
Drucksache
14/
6420
14. Wahlperiode
25. 06. 2001

Im Jahr 2001 erfolgte auf eine Anfrage der Fraktion der PDS folgende Antwort:
Zitat
. Aus dem bundeswehreigenen Tanklager Bremen Farge wird F-34 nur per Ei-
senbahnkesselwagen ausgeliefert ,.
......

http://de.wikipedia.org/wiki/JP-8

Zitat
JP-8 oder JP8 (für Jet Propellant, etwa Düsentreibstoff) ist ein Flugturbinenkraftstoff für Düsenflugzeuge, dessen Standard 1990 durch die USA festgelegt wurde. Der Treibstoff basiert auf Kerosin. Er ist ein Ersatz für den Treibstoff JP-4, der in der US-Luftwaffe bis etwa Herbst 1996 genutzt wurde.

JP-8 soll weniger Benzol (krebserregend) und weniger Hexan (ein Nervengift) enthalten als JP-4. Dafür riecht der Treibstoff aber stärker als JP-4 und verhält sich wesentlich öliger als der recht dünnflüssige JP-4. Arbeiter, die mit JP-8 in Kontakt kommen, berichten davon, dass sie noch Stunden nach Abschluss der Arbeiten JP-8 riechen und schmecken können. Da JP-8 wegen des hohen Siedepunktes weniger schnell verdunstet, bleiben verunreinigte Flächen länger benetzt, und die Wahrscheinlichkeit für einen direkten Kontakt mit dem Treibstoff steigt.

JP-8 wurde entwickelt, um einen schwerer entflammbaren und somit weniger gefährlichen Treibstoff zu haben und dadurch die Sicherheit im alltäglichen Umgang und die Überlebensfähigkeit der Truppen im Feld zu erhöhen. Es ist geplant, JP-8 bis etwa 2025 zu nutzen. Der Treibstoff wurde auf einigen NATO-Basen bereits 1978 genutzt. Sein NATO-Code lautet F-34. Die Spezifikationen sind beispielsweise in der Militärnorm MIL-DTL-83133 und British Defence Standard 91-87 festgelegt.

JP-8 wird als Universalkraftstoff auch in militärischen Dieselmotoren eingesetzt. Da die Cetanzahl jedoch nicht spezifiziert ist, gibt es bei modernen hoch aufgeladenen Dieselmotoren Probleme mit dem Zündverzug bei Kaltstarts und im Leerlauf bei kaltem Motor. Ebenso ist die Schmierfähigkeit nicht spezifiziert. Deshalb ist dieser Flugzeugkraftstoff für den Einsatz in Common-Rail-Systemen http://de.wikipedia.org/wiki/Common-Rail-Einspritzung

nur bedingt geeignet. Zudem gibt es einen Referenz- bzw. Abnahmekraftstoff nach MIL-DTL-46162 mit engeren Toleranzen und u. a. zusätzlich spezifizierter Cetanzahl. Zusätzlich zur Betankung von Flugzeugen wird JP-8 auch zum Betrieb von Heizgeräten oder Öfen, Panzern oder anderen Militärfahrzeugen eingesetzt.
Zitat Ende

Ich kann mich daran erinnern, dass ich vor einigen Jahren sehr häufig mit meinem Hunde von der Hafenanlage des Tanklagers zum Bunker Valentin
einen Spaziergang gemacht habe und bei der Gelegenheit habe ich auch sehr häufig ein Schiff der Bundesmarine dort gesehen habe. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht warum dort ein Schiff der Bundesmarine lag. Es kann sich ja nur um einen Tankvorgang gehandelt haben, oder?


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RE: Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#10 von Lola2 , 28.09.2014 18:19

Erdöl-Aufarbeitung

http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/v...onen.vscml.html
Zitat
Fraktionen des Erdöls

Die Grenzen für die Abstufung in den Fraktionen sind fließend. Man kann sie grob unterteilen in:

Gase (bis etwa 35 °C): durchströmen die Kolonne
Leichtsieder (bis etwa 400 °C): Leichtentzündliche, dünnflüssige Produkte, aus denen hauptsächlich Brenn- oder Kraftstoffe hergestellt werden
Schwersieder (bis etwa 350-550 °C): Mittel- bis zähflüssige Produkte zur Herstellung von Schmierölen und Einsatzprodukte für Crackanlagen
Nichtsieder (Destillationsrückstand): Stark zähflüssige, schwarze Produkte; Bitumen und Einsatzprodukte für Konversionsanlagen

Hinsichtlich der genauen Unterteilung und Siedegrenzen der einzelnen Fraktionen variieren die Bezeichnungen. Eine übliche Bezeichnung mit Siedegrenzen ist z.B.:

Flüssiggas (Siedepunkt bis 30 °C)
Benzine/Naphtha (ca. 35-180 °C)
Petroleum/Kerosin (ca. 180-250 °C)
leichte Gasöle / Mitteldestillate (ca. 250-350 °C)
schweres Gasöl / Heizöl schwer (ca. 350-400 °C)
Wachsdestillate (ab ~400 bis ~550 °C)
Vakuum-Rückstand (ab ~550 °C)

Flüssiggas (Siedepunkt: bis ca. 35 °C)

Zusamensetzung: C3/C4 -Kohlenwasserstoffe (Propan, Isobutan und n-Butan)
Verwendung: Heizgase sowie Rohstoff für die chemische Industrie

Rohbenzine/Naphtha (ca. 35-180 °C)

Unterteilung: Leichtbenzine (35-100 °C), Schwerbenzine (100-180 °C)
Zusammensetzung: je nach Herkunft des Rohöls stark unterschiedlich. Es gibt z.B. naphthenische (Cycloalkane) Leichtbenzine mit geringem Schwefelgehalt und hoher Oktanzahl (westafrikanische Rohöle) oder paraffinische (alkanhaltige) Benzine mit etwas niedriger Oktanzahl und höherem Schwefelgehalt (Mittelost-Rohöle)
Verwendung: hauptsächlich Rohstoff für die Benzin-Kraftstoffe Rohstoff für Aromatenherstellung: BTX-Aromaten (Benzol, Xylol, Toluol) Lösemittel

Petroleum/Kerosin (ca. 180-250 °C)

Verwendung: hauptsächlich Flugturbinenkraftstoff (Kerosin), Aromatengehalt von mindestens 20 % (wegen der Klopffestigkeit, siehe Oktanzahl oben); in kleinem Anteil als Zusatz zum Dieselkraftstoff benötigt

Gasöle (ca. 250-400 °C)

Gasöle werden auch als Mitteldestillate bezeichnet. Sie fallen sowohl bei der atmosphärischen Destillation als auch bei der Vakuumdestillation an. Man unterteilt sie noch in die Leichtgasöle und die Schwergasöle.

Unterteilung: Leichtgasöle (250-350 °C), Schwergasöle (350-400 °C)
Verwendung Leichtgasöle: Leichtes Heizöl; Dieselkraftstoff Schwergasöle: Schweres Heizöl

Wachsdestillate (ab ~400 bis ~550 °C)
Unterteilung nach Verwendung: Spindelöle, Schmieröle (hoher Paraffingehalt benötigt), Zylinderöle

Vakuum-Rückstand (ab ~550 °C)
Verwendung; Bitumen: z.B. für Dachpappe, Straßenbau (Asphalt)

Zitat Ende

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RE: Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#11 von Lola2 , 28.09.2014 18:28

http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/!...q_INtREQDV2mKE/

..im Beitrag Nr. 8 kann ich das Thema Umweltschutz in dem von mir aufgeführtem Link nicht mehr finden.
Habe einen neuen Link gefunden, der auch interessant ist und das Thema Umweltschutz behandelt...siehe oben..

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RE: Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#12 von Lola2 , 28.09.2014 18:41

..zum Thema Korrosion gibt es einen Forschungsauftrag:

http://www.bam.de/de/service/publikation...en/fb276_vt.pdf

Zitat
Beständigkeit von
hochlegierten Sonderedelstählen
und Nickelbasislegierungen als
Tankwandungswerkstoffe für Behälter
zum Transport von Gefahrgütern
und wassergefährdenden Stoffen

Beständigkeit von
hochlegierten Sonderedelstählen
und Nickelbasislegierungen als
Tankwandungswerkstoffe für Behälter
zum Transport von Gefahrgütern
und wassergefährdenden Stoffen
Dipl.-Chem. Margit Weltschev
Dr. rer. nat. Ralph Bäßler

Forschungsbericht 276
Berlin 2006

Impressum
Forschungsbericht 276:
Beständigkeit von hochlegierten
Sonderedelstählen und Nickelbasislegierungen
als Tankwandungswerkstoffe für Behälter zum
Transport von Gefahrgütern und
wassergefährdenden Stoffen
2006
Herausgeber:
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Unter den Eichen 87
12205 Berlin
Telefon: +49 30 8104-0
Telefax: +49 30 8112029
E-mail:
info@bam.de
Internet: www
.bam.de
Copyright © 2006 by Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung (BAM)
Verlag und Vertrieb:
Wirtschaftsverlag NW
Verlag für neue Wissenschaft GmbH
27568 Bremerhaven
Telefon: +49 471 94544-0
Telefax: +49 471 94544-77
Umschlag: Lutz Mittenzwei
Layout: BAM-Arbeitsgruppe Z.67
ISSN 0938-5533
ISBN 3-86509-482-1

Es gibt eine große Anzahl von korrosiven Gefahrgütern,
wie z. B. chloridhaltige Substanzen sowie reduzierend
und oxidierend wirkende Säuren, für deren Transport der
Einsatz der gebräuchlichen austenitischen Stähle nicht
oder nur mit Einschränkungen möglich ist. Chemie-
firmen, Transportunternehmen und Tankhersteller benö-
tigen Tanks aus korrosionsbeständigen Werkstoffen, um
die Tankwand zu schützen und die Kontaminierung der
hochwertigen Füllgüter zu verhindern.
Eine Möglichkeit
zur Lösung der Korrosionsprobleme besteht in der In-
nenbeschichtung der Tanks mit einem Polymerwerkstoff.
Der Einsatz von höherlegierten Sonderedelstählen und
Nickelbasislegierungen, wie z. B. der Werkstoffe:
• X1NiCrMoCuN25-20-7 (1.4529, Legierung 926),
• X1NiCrMoCu32-28-7 (1.4562, Legierung 31) und
• NiCr23Mo16Al (2.4605, Legierung 59),
stellt eine Alternative dazu dar.

BAM, IKS Dresden und ThyssenKrupp VDM
haben ein
umfangreiches Versuchsprogramm mit geschweißten
Werkstoffprüfblechen durchgeführt, um neue
Erkenntnisse über das Korrosionsverhalten der
Superaustenite und der Nickelbasislegierung zu
gewinnen und um diese Bewertungen im Abschnitt 5 der
BAM-Liste zu berücksichtigen.

Zitat Ende

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RE: Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#13 von Lola2 , 28.09.2014 20:52

http://www.drahtkupplung.de/gtbhb2458.html
..das ist die Seite der FREMO ..Freunde Europäischer Modellbahnen..

Thema Kesselwaggons..es gibt Beschreibungen der einzelnen Kesselwaggons und auch für welche chem.Substanz der Waggon genutzt wird.
Eine ganz tolle Beschreibung, denn die Modellbauer sind akribisch genau. Es gibt Fotos der einzelnen Waggontypen im Original und die identischen Waggons als Modell.


http://www.vtg.de/v/s/content/128142;jse...C31A2937791F7CD
Zitat
Das Produktspektrum unserer Chemiekesselwagen umfasst neben Tanks aus Normalstahl, mit oder ohne Innengummierungen oder -beschichtungen – auch aus Emaille – ebenfalls Tanks aus Edelstahl oder Aluminium. Immer individuell auf das Produkt abgestimmt.

Die Chemiekesselwagen verfügen über eine Transportkapazität von 18 m ³ bis hin zu 95 m³.
Zitat Ende

Die Chemiekesselwagen sind immer individuell auf das Produkt abgestimmt!

..und die Tanks und Pipelines im Tanklager Farge?

Wie sieht es damit aus?

Hat man das damals beim Bau im Jahre1935 auch auf das jeweilige Produkt vorbestimmt?..... Wohl kaum, oder?


..und eine solche Anlage wie das Tanklager Farge "genießt" Bestandsschutz?

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RE: Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#14 von Lola2 , 28.09.2014 22:14

..zum Beitrag 12....

zum Fors chungsauftrag:
BAM, IKS Dresden und ThyssenKrupp VDM

http://www.iks-dresden.de/
Institut für Korrosionsschutz Dresden GmbH

Akkreditiertes Prüflabor für Korrosion, Korrosionsschutz und Korrosionsanalytik

http://www.iks-dresden.de/index.php?ordn...page=uebersicht
..alles zum Thema Korrosion...

Es gibt sogar Seminare zur Weiterbildung zum Thema Korrosionsschutz..
http://www.iks-dresden.de/index.php?ordn...&page=s_termine

http://www.vdm-metals.com/
http://www.vdm-metals.com/impressumdisclaimer/
http://just-like.club/page/news/thyssenk...ideenmanagement

..... und diesen Fortschritt in der Forschung kennt man in Bremen an verantwortlichen Stellen nicht?

..der Forschungsauftrag wurde bereits im Jahr 2006 veröffentlicht!


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zuletzt bearbeitet 28.09.2014 | Top

RE: Gasöl und Kerosin: JETAI, F34 und F44 und das "Geschenk" an die Bürger

#15 von Lola2 , 30.09.2014 12:50

..an dieser Stelle möchte ich noch einmal auf den Beitrag Nr. 2 von @fight4yrights hinweisen

Zitat
Medizin, Quelle: Deutsche Ärzteblatt
Chemische Belastung führt Generationen später zu Fettleibigkeit
Freitag, 25. Januar 2013

Pressemitteilung der Washington State University


Pullman – Die Belastung einer Schwangeren mit Giftstoffen kann zu Gesundheitsschäden bis in die Urenkel-Generation führen. Zu den betroffenen Substanzen gehört auch das in Weichmachern enthaltene Bisphenol A. Über ihre Untersuchung an Ratten berichten US-Biologen in den Fachmagazinen Plos One (2013; 8: e55387) und Reproductive Toxicology.
Das Team um den Molekularbiologen Michael Skinner von der Washington State University in Pullman setzte schwangere Ratten den Plastikbestandteilen Bisphenol A sowie den Phtalaten DEHP und DBP aus. Sieben Tage lang spritzten die Forscher den Ratten täglich einen Mix aus 50 Milligramm Bisphenol A je Kilo Körpergewicht der Ratten, 750 Milligramm DEHP je Kilo Körpergewicht sowie 66 Milligramm DBP je Kilo Körper-gewicht.

Die Embryonen der Ratten befanden sich in dieser Zeit in der Phase der Ent-wicklung der Keimdrüsen, also ihrer Hoden oder Eierstöcke.
Nachkommen belasteter Ratten ebenfalls krank


Sowohl die Kinder der belasteten Ratten als auch die Enkel und Urenkel wiesen im Vergleich mit einer Kontrollgruppe vermehrt gesundheitliche Schäden auf.

Nur die erste Kindgeneration zeigte Krankheiten der Prostata und der Nieren. Bis in die dritte Genera¬tion allerdings fanden die Biologen um Skinner veränderte Pubertätszeitpunkte, Erkran¬kungen der Hoden oder der Gebärmutter sowie Fettleibigkeit.

Die Vererbung der chemischen Belastung erfolgt der Studie zufolge über sogenannte epigenetische Veränderungen im Spermium. Dabei handelt es sich um die umkehrbare Inaktivierung bestimmter Gene, die durch Umwelteinflüsse erfolgt. Bis vor wenigen Jahren galten epigenetische Faktoren im Gegensatz zu Genmutationen als nicht erblich, weil sie die Buchstaben im genetischen Code nicht ändern. In letzter Zeit mehren sich jedoch Studien, die belegen, dass die Folge von Umwelteinflüssen vererbt werden kann. Auch in den vorliegenden Studien scheint zumindest ein Teil der epigenetischen Veränderungen an den Nachwuchs weitergegeben zu werden.

Auch Kerosin hat erbliche Effekte auf die Gesundheit

In einer weiteren Studie unternahmen die Forscher vergleichbare Experimente mit dem vor allem beim Militär gebräuchlichen Flugzeugkraftstoff "JP-8".

Auch hier zeigte die erste Kindgeneration Nierenschäden und einen veränderten Zeitpunkt der Pubertät.

Zudem war die Zahl der Primordialfollikel, der Vorläuferzellen der weiblichen Eizellen, deutlich niedriger.

In der dritten Generation gab es bei den weiblichen Ratten ebenfalls nicht mehr so viele Primordialfollikel. Außerdem wiesen die Tiere Erkrankungen der Gebärmutter auf.


Männliche wie weibliche Tiere hatten auch hier ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit.

Bereits in früheren Studien konnten Skinner und sein Team für bestimmte Chemikalien zeigen, dass sie über mehrere Generationen hinweg die Gesundheit beeinträchtigen. Mit den nun veröffentlichten Studien ist die Liste der schädlichen Substanzen länger geworden. Skinner erklärte: „Das ist die erste Reihe von Studien, die die epigenetische, generationenübergreifende Vererbung von Krankheiten wie Fettleibigkeit nachweisen.“ Damit liege nahe, dass gesundheitliche Belastungen der Vorfahren ein Faktor bei der Entwicklung dieser Krankheit sein könnten. © dapd/aerzteblatt.de
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http://www.brustkrebs-kompetenz.de/html/spezial1.html ..zum Begriff .. Primordialfollikel,


Lola2  
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