Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Zwei minus eins gleich: „erhöhtes Krebsrisiko“

#76 von Reinhard , 27.04.2014 13:16

Zwei minus eins gleich: „erhöhtes Krebsrisiko“

Die Daten zu der merkwürdigen Häufung von Krebsfällen in Rönnebeck lassen sich nicht aus einem Sachstandsbericht oder Gutachten entnehmen. Deswegen muss man jedoch auf diese behördliche Absicherung nicht verzichten, nur erfolgt sie nicht direkt, sondern indirekt. Aber auch dieser Weg ist bestens abgesichert, da er in einer ganz einfachen Rechenoperation besteht: Das Bremer Krebsregister hat zunächst die Zahl der Krebsfälle für die beiden Ortsteile Farge und Rönnebeck zusammen veröffentlicht (März 2013). Es waren bei der „Gesamtheit der malignen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems“, deren Entstehung mit Benzol in Verbindung gebracht wird, zwischen 2000 und 2009 57 Fälle.

Dieser Wert bedeutete, wenn man eine vertretbare Annahme zum Signifikanzniveau machte, ein überdurchschnittliches Krebsrisiko in den beiden Bremer Ortsteilen am Tanklager. Mit anderen Worten: Die Häufung der dortigen Krebserkrankungen lässt sich bei den üblichen statistischen Konventionen nicht auf den Zufall zurückführen, entspricht also nicht mehr der statistischen Wahrscheinlichkeit, mit der man mit einem idealen Würfel hintereinander eine „Sechs“ wirft. Dieser Befund würde daher eine Erklärung erfordern, wie man sie nicht zuletzt in den Kontaminationen durch das Tanklagers finden kann.

Offenbar hat diese überzufällige Häufung von Krebserkrankungen die beiden Autorinnen der ersten Studie des Krebsregisters zu einer zweiten Analyse (Juni 2013) angeregt. Das dürfte ihnen nicht ganz leicht gefallen sein, da sie in diesem Fall weiter gegen ihre vorher erklärten Grundsätze verstoßen mussten. Früher hatten sie sich jedenfalls beispielsweise geweigert, bei der Analyse von Auswirkungen der BWK-Sondermüllanlagen den Ortsteil Blumenthal mit seinen ca. 10.000 Einwohnern als Gebietseinheit zu betrachten, da er angeblich zu klein war. (BWK-Studie 2004)

Das scheint jetzt für Farge mit nur knapp 3.000 Einwohnern nicht zu gelten; denn in der Anschlussauswertung werden nicht mehr Farge und Rönnebeck zusammen betrachtet, sondern ausschließlich Farge allein mit Bremen insgesamt. Dabei haben die Autorinnen dann festgestellt, dass es in Farge allein kein überhöhtes Krebsrisiko gibt.

Damit war den Autorinnen im zweiten Anlauf das gelungen, was man als Ergebnis praktisch aller kleinräumigen Analysen findet, die sich mit den möglichen Auswirkungen von Kontaminationen beschäftigen: Es gibt angeblich kein überzufällig erhöhtes Risiko.

Allerdings haben die Autorinnen zumindest in ihrem veröffentlichten Text dabei die Folgen für den Ortsteil Rönnebeck „übersehen“, der aus diesem Ergebnis ohne den Einsatz komplexer Analyseprogramme folgt. Die mathematischen Grundregeln und der gesunde Menschenverstand kommen zu einer klaren Aussage. Wenn in zwei Teilen zusammen ein erhöhtes Risiko besteht, in einem dieser Teile jedoch nicht, muss sich das Risiko auf den zweiten konzentrieren.

Und so ist es auch hier, wie die konkreten Zahlen zeigen. Da von den 57 relevanten Krebserkrankungen 17 auf Farge entfallen (Juli 2013, S. 2), müssen zwischen 2000-2009 40 Einwohner Rönnebecks an dieser Gruppe von Krebslokalisationen erkrankt sein.

In Rönnebeck besteht damit ein Krebsrisiko, das deutlich über dem bereits überzufälligen von Farge und Rönnebeck liegt.

Offen ist jedoch seine konkrete Erklärung, wenn man unterschiedlich starke Kontaminationen durch das Tanklager für Farge annimmt. Eine Hypothese kann dabei die Annahme von Prof. Chantalaut sein, für den als Trinkwasser verwendetes Grundwasser verantwortlich ist. Dadurch würde die Entstehung des Risikos in die Vergangenheit verlagert, als es noch keine öffentliche Wasserleitung gab. Hier wäre dann zu ermitteln, ob in Rönnebeck das Brunnenwasser besonders intensiv genutzt wurde.

Allerdings kann das nicht die einzige Spur sein, denn die ermittelte Zunahme der Krebserkrankungen in den letzten Jahren spricht eher gegen diese Entstehung vor einigen Jahrzehnten. So ist die Standardisierte Inzidenzrate (SIR) zwischen den Zeiträumen 2000-4 und 2005-9 von 1,16 auf 1,35 gestiegen. (März 2013, S. 10)

Den notwendigen weiteren Weg, den man bei den dramatischen Zahlen für Rönnebeck rasch in Angriff nehmen muss, haben die Wissenschaftler des Krebsregisters selbst vorgegeben. So heißt es in der BWK-Studie von 2004: „Das Erkennen von regionalen Unterschieden ist immer nur der erste Schritt einer ursächlichen Analyse; der nächste Schritt besteht in der Regel im Finden von Erklärungen für diese Unterschiede, welches häufig erst durch weitere Studien unter Einbezug personenbezogener Expositions-Daten möglich ist.“ (BWK-Studie von 2004, S. 3)

Hier ist also zu fragen: Warum muss Rönnebeck weiter auf eine konkrete Analyse der speziellen Erkrankungen und damit die Suche nach deren Ursachen warten?

Soll etwa in Rönnebeck ein erhöhtes Krebsrisiko fortbestehen, ohne dass etwas dagegen unternommen wird?


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Leukämiecluster Rönnebeck

#77 von Reinhard , 29.04.2014 18:38

Leukämiecluster Rönnebeck

Für Bevölkerungsstatistiker dürften die erhöhten Krebsfälle in Rönnebeck kein großes Problem darstellen, da sie in der Regel mit Zahlen in ganz anderen Größenordnungen umgehen. Und auch für die Mitarbeiter von Krebsregistern handelt es sich um eine relativ kleine Anzahl, die sie sicherlich gern als „Zufall“ aus einer komplizierten weiteren Analyse ausschließen möchten.

Der Wert eines gesunden Lebens

Aber auch kleine Zahlen bedeuten Schicksale, wie fast täglich die Medien und speziell einige Illustrierte belegen, die uns in eindrucksvollen Bildern vor Augen führen, dass uns nicht Flüchtlinge, Kriegstote oder verhungernde und fehlernährte Kindern irgendwo in Afrika berühren, wenn damit nur eine wenn auch noch so große Ziffer verbunden ist. Emotional herausfordernder sind immer die Einzelschicksale.

Bei der Krebsanomalie in Rönnebeck geht es einerseits um eine realativ kleine jährliche Zahl von Neuerkrankungen, bei der aber auch die Gefahr droht, dass dieses erhöhte Risiko nicht gestoppt wird, solange seine Ursache unbekannt bleibt.

Auch muss man bei der Zahl der Krankheitsfälle bedenken, dass es sich um Krebslokalisationen handelt, die beim augenblicklichen Forschungsstand kaum oder gar nicht heilbar sind. Es geht also um die Frage, ob Menschen am ganzen Leben teilhaben können oder ob ihre Lebensqualität ganz erheblich eingeschränkt ist und sie damit rechnen müssen, dass ein Jahr nach der Diagnose 20 % der an Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) und 30 % der an Plasmozytomen oder Multiplen Myelomen (MM) Erkrankten gestorben sein werden (Krebs in Deutschland 2007-8, S. 108ff), also bei den Lokalisationen, um die es hier nach dem Bericht des Krebsregisters vom Juli 2013 vor allem geht.

Die Größe der Rönnebeck-Anomalie

Da diese Lokalisationen unter allen Krebserkrankungen mit etwas über 4% bei Männern und Frauen relativ selten sind, betrug die absolute Fallzahl in Farge und Rönnebeck insgesamt im Zeitraum 2000-2009 bei allen malignen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems 57. Davon entfielen 17 auf Farge, sodass in Rönnebeck innerhalb von 10 Jahren 40 erkrankt sind. Bei einem ähnlichen Risiko wie in Farge - also unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einwohnerzahl - hätten es hingegen nur 25 sein dürfen. Mit anderen Worten sind also auf einen unbekannten Rönnebeck-Effekt ca. 15 zusätzliche Erkrankungen in 10 Jahren oder ein bis zwei Fälle pro Jahr zurückzuführen.

Da die Ursache bisher nicht geklärt ist, muss dabei mit einer anhaltenden Tendenz gerechnet werden, die zudem nach den Daten des Krebsregisters nach oben zeigt.

Was zu tun ist

Um dieses erhöhte Risiko mit seine einschneidenden gesundheitlichen Auswirkungen und dem Warten auf den absehbaren Tod zu beenden, darf in einem ersten Schritt diese Anomalie nicht mehr ausgeblendet werden, wie es das Krebsregister mit seiner ausschließlichen Beschäftigung mit Farge getan hat, wo es offenbar dieses Risiko nicht gibt. Hier ist vor allem eine Aufschlüsselung der Krebslokalisationen erforderlich, bei denen das erhöhe Risiko in Rönnebeck besteht, damit die weitere Arbeit fokussiert erfolgen kann.

Anschließend muss dann systematisch nach Ursachen in der speziellen Umgebung Rönnebecks gesucht werden.

Ein erster Ansatzpunkt kann dabei die Verwendung des Grundwassers als Trinkwasser in den letzten 30 Jahren sein, also während der Latenzzeit für diese Krebserkrankungen. Hier wäre also festzustellen, ob die Umstellung auf die kommunale Wasserversorgung in Rönnebeck später erfolgte als in Farge.

Falls diese Spur zu keinem Ergebnis führt, müssten alle Berichte und auch Gerüchte über Gifte und Schadstoffe gesammelt und geprüft werden, die mit dem Raum Rönnebeck in Verbindung gebracht werden.

Um dabei eine Eingrenzung der Ursache zu erreichen, empfiehlt sich eine Kartierung der Erkrankungen, da sich häufig in der Nähe der Kontaminationsquelle die Erkrankungen häufen.

Diese Versuche können allerdings keinen Erfolg garantieren, wie die Ursachensuche im bekanntesten Krebscluster Deutschlands, dem Leukämiecluster Elbmarsch, zeigt. Dort geht es übrigens um die Fälle von 15 – 19 Kindern seit 1989!

Wer allerdings eine gezielte Suche nach den Ursachen in Rönnebeck unterlässt, ist mitverantwortlich für weitere Krebserkrankungen und Sterbefälle. Davor kann jetzt auch nicht mehr der fehlende Hinweis des Krebsregisters Bremen auf die bisher ungeklärte Fallhäufung in Rönnebeck schützen.

Man muss die Suche auch nicht auf die lange Bank schieben, in dem man einen Forschungsauftrag erteilen will, was dann vermutlich im klammen Bremen zunächst einmal an der Finanzierung scheitern dürfte. Hier geht es schließlich zunächst um die Sammlung weniger Informationen zur Wasserversorgung und zur Giftmüllentsorgung sowie um die Kartierung von Daten, die beim Krebsregister vorliegen.

Dazu ist eine Erforschung der Ursachen von NHL und MM oder wie das vorgesehene Thema der angestrebten Untersuchung lauten mag, nicht erforderlich. Hinweise auf Giftmüll kann man beispielsweise jederzeit hier im Forum finden. Das Krebsregister oder die Gesundheitsbehörde können also sofort mit ihren Recherchen beginnen und die Koordinaten der Krebsfälle in Punkte auf eine Karte von Rönnebeck bringen.

Auf dieser Informationsgrundlage können dann fundierte Entscheidungen getroffen werden, ohne dass man sich mit einem voreiligen Forschungsauftrag ein Alibi verschafft und Geld nutzlos verbrennt.


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RE: Info-Veranstaltung der Leukämie-Lymphom- und Plasmozytomtreff Bremen-Nord

#78 von Lola , 30.04.2014 13:37

lädt zur Informationsveranstaltung zum Thema "Chronische Leukämien Diagnostik und Therapien" ein.

Dr. Corinna Gott, Hämato-Onkologin am Klinikum Bremen-Nord, wird referieren und Fragen beantworten.

Veranstaltungsort:
Senioren-Begegnungsstätte der Martin-Luther-Gemeinde
Wigmodistraße 33

Termin: Montag, 5.Mai 2014 - 18.00 Uhr

Eintritt frei- Anmeldung nicht erforderlich

Näheres bei Hans-Hermann Meyerdierks ......Telefon: 0421/ 17 22 591


Quelle: Das BLV - Ausgabe 30.4.2014 - Seite 30


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RE:..was bedeutet Gerechtigkeit auch?

#79 von Lola , 30.04.2014 20:43

Auf der Beiratssitzung v. 28.4.2014 wehrte sich der Ortsamtsleiter gegen weitere Fragen der Leukämie-Anomalie und teilte der Antragstellerin mit, dass bereits im letzten Jahr zwei Wissenschaftlerinnen dieses Thema behandelt hätten.

Er wollte daraus einen Forschungsauftrag machen.
Der Antrag wurde geteilt und der Beirat hat sich für die Teilung entschieden. Vorher vermittelte allerdings der Vertreter der CDU im ruhigen und sachlichem Ton, das man eineTeilung des Antrages unterstützen könnte.
Die Antragstellerin hatte allerdings auch den Eindruck, dass es eher ein Kompromiss und keine Überzeugung war und vielleicht wollte man das dann auch einfach vom Tisch haben, denn es herrschte keine ruhige Stimmung und die hätte dieses wichtige Thema verdient.


Gerecht wäre eine lückenlose Aufklärung dieser rätselhaften Messdaten und zwar in Verbindung mit den Erkrankungen. Ob es einen Zusammenhang gibt oder nicht, sollte man den Fachleuten überlassen, denn das herauszufinden ist ihre Aufgabe.

"Bei der Krebsanomalie in Rönnebeck geht es einerseits um eine realativ kleine jährliche Zahl von Neuerkrankungen, bei der aber auch die Gefahr droht, dass dieses erhöhte Risiko nicht gestoppt wird, solange seine Ursache unbekannt bleibt."

Vielleicht wird manchmal der Begriff "Gerechtigkeit" schon inflationär verwendet, denn gerecht wäre es gewesen meinen Antrag komplett als eine Einheit zu unterstützen.

Die Sicherheit und Gesundheit der Bürger sollte Vorrang vor dem persönlichen Empfinden eines Ortsamtsleiters haben.

Jede Erkrankung ist eine Erkrankung zuviel!

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Politische Leckagen

#80 von Reinhard , 03.05.2014 15:10

Politische Leckagen


Zwar gibt es von der Beiratssitzung am letzten Montag noch kein offizielles Protokoll, aber inzwischen hat das Ortsamt die angenommenen Anträge ins Internet gestellt. Weitere Informationen findet man auch auf der Seite der Linken, wo in der Regel nach jeder Sitzung rasch ein Protokoll zur Verfügung steht. Der Interessierte ist also nicht allein auf die Berichte der Zeitungen angewiesen, die sich vor allem auf einige wenige Storys konzentrieren. Vielmehr kann er auch auf dieses wirklich bürgerfreundliche Engagement in Blumenthal zurückgreifen, das man nicht in jedem Bremer Stadtteil findet.

Jetzt kann kann man hier lesen, dass zwei Teile des Bürgerantrags „angenommen“ wurden, während der dritte Teil ohne jegliche Anmerkung „verschwunden ist. Er ist weder unter den „angenommenen“ noch unter den neuen Anträgen zu finden. Allerdings wurde er auch nicht abgelehnt, was man aus der Fehlanzeige auf der Seite des Ortsamtes schließen müsste.

Die Protokollantin der Linken hat vielmehr festgehalten, dass sich der Ortsamtsleiter „gegen weitere Fragen zur Leukämie-Anomalie in Rönnebeck“ „gewehrt“ hat und „daraus einen Forschungsauftrag machen“ wollte. Wegen der fortgeschrittenen Zeit wurde der Antrag dann nicht weiter erörtert, sondern der Beirat hat „entschieden“, „den Forschungsauftrag zur Leukämie getrennt zu stellen.“

Offenbar wurde also nicht beschlossen, wer diesen Antrag formulieren wird und vor allem was überhaupt Gegenstand der gewünschten Forschungen sein soll.

So kann man fast den Eindruck haben, dass sich in Farge und Rönnebeck nicht nur Messergebnisse vergessen und kurzerhand ändern lassen, sondern auch Beiratsanträge.

Aber vielleicht sollte man nicht zu voreilig sein. Möglicherweise erhält ja innerhalb der nächsten sechs Wochen die Antragstellerin eine schriftliche Antwort, die sie detailliert und begründet über das Schicksal ihres Antrags informiert. So sieht es zumindest das Ortsbeirätegesetz vor, an das die Verwaltung gebunden ist.


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Aus den Augen, aus dem Sinn?

#81 von Reinhard , 04.05.2014 10:04

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Das „Verschwinden“ eines Bürgerantrags macht fast zwangsläufig auf dessen Text besonders neugierig. Man kann sich fragen, ob die Entscheidung des Beirats nachvollziehbar ist oder nicht eher neue Fragen aufwirft.

Damit sich jede Leserin und jeder Leser dazu selbst eine Meinung bilden kann, soll hier der anscheinend nicht von allen Blumenthalern geschätzte Wortlaut veröffentlicht werden.

Der dritte Teil des Bürgerantrags, der unmittelbar auf den vom Ortsamt veröffentlichten Text mit der Einleitung und den beiden Fragenkomplexen „extremen Messwerte im Bereich des Verladebahnhofs II“ und „Struktur des MTBE-Kontaminationsgebietes“ folgt, lautet:

3. Die Leukämie-Anomalie in Rönnebeck


Das Krebsregister Bremen hat für die Ortsteile Farge und Rönnebeck eine kleinräumige Analyse seiner Daten vorgelegt. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Krebsrisiko für die „Gesamtheit der malignen Erkrankungen des hämatopoetischen Systems“, deren Entstehung Fachleute mit Benzol in Verbindung bringen, in den Ortsteilen Farge und Rönnebeck insgesamt überzufällig erhöht ist, wenn man – statistisch ausgedrückt – einen einseitigen Signifikanztest durchführt. In einer anschließenden Antwort auf die Kritik, die in der außerordentlichen Beiratssitzung am 19.6.2013 vorgetragen wurde, haben die Autorinnen in einer ergänzenden Analyse den Ortsteil Farge allein betrachtet. Dabei stellten sie für diesen Ortsteil ein gegenüber Bremen nur leicht erhöhtes Risiko fest.

Auf die Implikationen dieser Aussage für Rönnebeck sind sie nicht eingegangen, obwohl ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko für Farge und Rönnebeck zusammen und ein nur wenig erhöhtes Risiko für Farge allein zwangsläufig ein stark erhöhtes Risiko für Rönnebeck bedeutet. So entfallen von den 57 Fällen in Farge/Rönnebeck (Kleinräumige Analyse, S. 10) insgesamt 17 (Stellungnahme, S. 2) auf Farge, also 40 auf Rönnebeck, obwohl die Einwohnerzahl dort nur um 50% höher liegt.

Ich möchte daher der Beirat bitten, vom Krebsregister weitere Einzelheiten über die beteiligten Krebslokalisationen einzuholen, da das erhöhte Risiko in Rönnebeck vor allem ausgewiesen wird, wenn die Erkrankungen an Non-Hodgkin-Lymphomen und Multiplen Myelomen einbezogen sind. Dabei sollte auch anderen Erklärungen für diese ungewöhnliche Häufung von speziellen Krebserkrankungen in Rönnebeck nachgegangen werden.“


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Messexperten

#82 von Reinhard , 21.05.2014 20:59

Messexperten

Inzwischen liegt eine Antwort des Umweltressort auf die im Bürgerantrag „Aufklärung der rätselhaften Mess- und Analyseergebnisse am Tanklager Farge“ problematisierten Messergebnisse vor, die teilweise in den Sachstandsberichten ganz erheblich korrigiert wurden und zumindest in zwei Fällen in einer Höhe ausgewiesen sind, die sogar einen Laien nur in Erstaunen versetzen kann.

Die Umweltbehörde nennt jetzt als Erklärung für die Datenkorrektur „eine fehlerhafte Berechnung des ausführenden Labors“, ohne näher auf die Hintergründe einzugehen.

Bei dieser extremen Tendenz, nur minimalistisch Auskunft zu geben, bleibt die Art des Fehlers völlig ungeklärt. Das ist vor allem wegen der Größenordnung der Korrektur bedauerlich, da er sich teilweise bei 50% der ermittelten Konzentration von Schadstoffen bewegt, also ein ganz erheblich verzerrtes Ergebnis darstellt.

Bei diesem Berechnungsfehler scheint es sich zudem um einen komplexen Sachverhalt zu handeln, da nicht alle Messwerte beispielsweise um einen bestimmten Faktor verändert wurden, sondern gleichzeitig zu den alten Messwerten Zuschläge und Abschläge erfolgten, wobei von der Größenordnung her die Reduktionen bis zu 50 % betrugen. Allerdings erreichten auch die Zuschläge Werte von bis zu 25%.

Für die Ausreißerwerte an einer Messstelle, die weiterhin in den Sachstandsberichten ohne Kommentar als gleichwertige Messungen aufgeführt werden, soll ein Fehler bei der Durchführung der Messung verantwortlich sein. Hier wurde danach nicht wie beabsichtigt die Konzentration der Belastungen im Grundwasser gemessen, sondern „Anteile der aufschwimmenden Phase in Tröpfchenform“.

Wir haben es also mit Fehlern beim Messen und der Auswertung der Ergebnisse zu tun, wie man sie bei anerkannten Analyseinstituten und eingeführten Unternehmen mit staatlich geprüften Sachverständigen nicht erwartet.

Die Stellungnahme des Umweltsenators enthält damit die Eingeständnisse gravierender Pannen, wie sie bei der bisher kritisierten „Vertuschungsstrategie“ in seinem Hause nicht üblich waren.

In diesem Fall erhält damit die Öffentlichkeit über den Weg eines Bürgerantrag zusätzliche Informationen, die bisher nicht zugänglich waren. Das gilt auch für die Internetseite der Umweltbehörde zum Tanklager Farge, die auf einen Beschluss der Bürgerschaft hin eingerichtet wurde, um für mehr Transparenz zu sorgen

Dabei ist vor allem zu berücksichtigen, dass es sich bei den Fällen, die im Bürgerantrag angesprochen sind, um ganz erhebliche Fehler handelt. Das wirft ein wenig erfreuliches Licht auf die beteiligten Experten. So hat es nach der jetzigen Stellungnahme des Umweltressorts über zwei Jahre gedauert, bis die fehlerhaften Berechnungen entdeckt wurden. Das spricht nicht unbedingt für eine eingespielte fachliche Routine.

Bei den fehlerhaft durchgeführten Messungen auf dem Tanklagergelände muss man sich zudem fragen, ob es hier keine Plausibilitätskontrollen gegeben hat und wieso eine erste falsche Messung sich später wiederholen konnte.

Diese eklatanten Fehler, über die die Tanklager-Webseite stillschweigend hinweggeht, dürften das Vertrauen in die Arbeit der Messexperten und der Umweltbehörde nicht gerade erhöhen.

Daher wäre es zweifellos geboten, endlich alle Sachstandsberichte zu veröffentlichen, damit jeder Interessierte überprüfen kann, ob es nicht noch andere versteckte „Leichen“ in verschlossenen Behördenkellern gibt.

Bisher hat die Umweltbehörde jedoch einen anderen Weg eingeschlagen, auch wenn sie davon inzwischen – möglicherweise aufgrund der Kritik im Internet - abgerückt ist. So hieß es noch vor knapp einem Jahr, als die Internetseite der Umweltbehörde freigeschaltet wurde: „Im Juli 2010 begann die Grundwassersanierung am Verladebahnhof II, dabei wird das Grundwasser in speziellen Brunnen gefördert und die dabei aufschwimmenden Kohlenwasserstoffe (BTEX) abgeschöpft. Bis Ende 2012 konnten so ca. 17.200 Kilogramm Schadstoffe entsorgt und die Schadstoffmaximalkonzentrationen in diesem Bereich um über 90 Prozent gesenkt werden.“

Die damals groß herausgestellte Senkung der Schadstoffmaximalkonzentration „um über 90 Prozent“ war jedenfalls, wie man jetzt zugibt, nicht das Ergebnis einer erfolgreichen Sanierungsarbeit, sondern das Resultat einer falschen Messung.

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RE: Appell an den Blumenthaler Beirat u.a.wegen "Krebs-Anomalie"

#83 von Lola , 22.05.2014 07:48

..zur Beiratssitzung v. 19.5.2014

Ich hatte gehofft, dass die Medien in Bremen-Nord auch Appelle von Bürgern an den Beirat erwähnen, aber bis heute habe ich nichts gefunden.

Ein bekannter Blumenthaler Rechtsanwalt hat in einer flammenden Rede den Beirat Blumenthal aufgefordert, sich über den Sanierungsfortschritt auf dem Tanklagergebiet, sachkundig zu machen und sich nicht zurückzulehnen und diese Aufgabe der Bürgerinitiative zu überlassen. Es wäre bis jetzt lediglich die Menge von einem Tanklastzug aus dem Grundwasser entfernt worden.

Nachdem Innensenator Mäurer an dem Abend als Gast anwesend war, wird er hoffentlich die Sorgen der Blumenthaler Bürger mit zum "Marktplatz" nehmen, auch wenn das Thema sein Resort nicht betrifft, oder vielleicht gerade deswegen. Egal, die Hauptsache ist doch es kommt bei der zuständigen Stelle an.

Auch die "Rönnebecker Krebsanomalie" bedarf noch einer dringenden Klärung und in dieser Angelegenheit appelliere ich an die Mitglieder vom Beirat Blumenthal :

"Handeln Sie endlich einmal selbstbewußt und eigenständig und begegnen Sie dem Thema mit der notwendigen Ernsthaftigkeit , denn als hier lebende Bürger kann es auch Sie als Mitglieder des Beirats oder Ihren Familienangehörigen, wie Ehepartner, Kinder und Enkelkinder treffen.

Liebe Beiratsmitglieder vom Beirat Blumenthal was wollen Sie Ihren Familienmitgliedern dann sagen, denn niemand besitzt einen Schutzschirm und die Gefahr einfach zu ignorieren oder auch wegschauen, funktioniert heute nicht mehr.

Sie sind die Bürgervertreter, dass hat Ihnen auch der Rechtsanwalt am Montag schon mit auf den Weg gegeben.


Ich hätte meinen Appell natürlich auch gerne so vorgetragen wie der Blumenthaler Rechtsanwalt, aber als ehemaliger Spediteur habe ich das nie gelernt, sondern ich hatte immer nur die Tastatur zur Verfügung, aber vielleicht wird mein Appell ja auch von Ihnen gelesen.
Allerdings hatte ich auch den Eindruck als an der vorigen Beiratssitzung als mein Bürgerantrag über die" Krebsanomalie in Rönnebeck" vorgestellt wurde und ich vom Ortsamtsleiter aufgefordert wurde ob ich noch ein paar Worte dazu sagen möchte, dass ich auch ein Gedicht hätte aufsagen können, so interessiert war man im Beirat an dem Bürgerantrag und an der Aufklärung der "Krebsanomalie in Rönnebeck", dass man der Vorgabe des OAL, einen Forschungsauftrag zu beantragen, ohne Widerspruch gefolgt ist. Was nun der Hintergrund des Forschungsauftrages sein sollte, das wurde nicht verraten".


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MTBE: ein Rätsel, dessen Sanierung „zu erfolgen hat“

#84 von Reinhard , 23.05.2014 12:21

MTBE: ein Rätsel, dessen Sanierung „zu erfolgen hat“


Die Kontaminationen von Boden und Grundwasser mit MTBE sind für die Umweltbehörde weiterhin ein ungeklärtes Rätsel. Hier wird in der Stellungnahme die unterschiedliche Konzentration innerhalb und außerhalb des Tanklagers mit maximal 152 µg/l am Verladebahnhof II und 494 µg/l in der Messstelle 04/09 unmittelbar am Grenzzaun gegenüber 2.200 µg/l im Bereich der Straße "Am Rottpohl" bestätigt.

Allerdings sollen hieraus offenbar keine Konsequenzen gezogen werden.

Die Antwort beschränkt sich daher darauf, die denkbaren Möglichkeiten für diese zur BTEX-Kontamination abweichende Verteilung aufzuzählen, also

- partielle Entmischung infolge des Grundwassertransports oder

- Überlagerung verschiedener unabhängiger Einzelschäden.

Immerhin ist man auch der „Möglichkeit einer (Teil-) Quelle außerhalb“ des Tanklagerareals nachgegangen.

Im Ergebnis stellt man jedoch nicht gerade sehr erhellend fest, dass „Sanierungsschritte … mit Blick auch auf die MTBE-Gehalte zu erfolgen haben.“

Das ist wirklich keine großartige neue Erkenntnis, zumal wenn nicht gesagt wird, wie und wann diese Feststellung in konkrete Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden soll. Man kann daher leicht an den Titel eines älteren Films erinnert werden, den man eigentlich nicht mit Experten in Verbindung bringt: „Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos“.

Auch wenn die Ursachen damit weiterhin ungeklärt bleiben, scheint sich die Umweltbehörde um eine offenere Haltung gegenüber der Öffentlichkeit zu bemühen.

Da kann man nur hoffen, dass sich diese Einstellung nicht nur in Worten zeigt, sondern auch ganz konkret bei der anstehenden Sanierungsplanung und vor allem bei ihrer Umsetzung.


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"CDU fordert konkreten Plan für Tanklager-Sanierung"

#85 von Lola , 16.06.2014 06:34

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,875227.html

Zitat
Blumenthal - 16.06.2014
CDU fordert konkreten Plan für Tanklager-Sanierung
Von Michael Brandt

Blumenthal. Die Blumenthaler CDU fordert Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) auf, bis November einen detaillierten Projektplan für die Sanierung des Tanklagers vorzulegen. Einen entsprechenden Antrag will Fraktionssprecher Hans-Gerd Thormeier in der nächsten Beiratssitzung zur Abstimmung stellen. Hintergrund ist die Kritik, dass der zurzeit vorliegende Plan „nur einen sehr groben Umriss über die Sanierungsmaßnahmen“ gebe. Nach Ansicht der Christdemokraten soll ein Zeithorizont für die gesamte Sanierung sowie für einzelne kontaminierte Flächen festgelegt werden.
Zitat Ende

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zur Beiratssitzung v. 15.9.2015

#86 von Lola2 , 16.09.2014 05:52

..zur gestrigen Beiratssitzung hat das Ortsamt Herrn Leferink vom Umweltamt Bremen eingeladen, dem Beirat und den Bürgern den Sanierungsplan zu erläutern.
Es waren vom Ortsamt auch Beamte der Oberfinanzdirektion Hannover sowie vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, eingeladen.
Leider ist kein Vertreter dieser beiden Behörden erschienen und sie waren auch tagsüber für den Ortsamtsleiter telefonisch nicht erreichbar, wie er dem Beirat und den Bürgern sehr v erärgert mitteilte.

Nachdem verschiedene Beiratsmitglieder Fragen an Herrn Leferink stellen konnten, hatten auch die Bürger die Möglichkeiten, Herrn Leferink Fragen zum Tanklager zu stellen.

Ich nutzte die Gunst der Stunde und konnte Herrn Leferink meine Frage stellen, die mich im übrigen schon sehr lange beschäftigt.

Bei den Betreibern des Tanklagers handelte es sich um Wirtschaftsunternehmen, die nicht nur die Bundeswehr beliefert haben, sondern auch die chemische Industrie. Vor über einem Jahr habe ich Herrn Wessel schon nach Lagerlisten gefragt und ich bekam die Antwort, dass das Umweltamt keine Listen hätte und er auch nicht wüßte nach welchen Schadstoffen er suchen soll.

Herr Leferink beantwortete meine Frage knapp und kurz mit "nein, es gibt keine Lagerlisten" und wandte sich sofort dem nächsten Fragesteller zu......


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zuletzt bearbeitet 16.09.2014 | Top

http://de.wikipedia.org/wiki/Gefahrstoff

#87 von Lola2 , 16.09.2014 08:58

...ist für mich nicht nachvollziehbar, dass ein Umweltamt nicht im Besitz von Lagerlisten ist, wenn es das Überwachungsorgan für die Sanierung ist, zumal das Umweltamt Bremen von einem Senator, der von Beruf Chemiker ist, geleitet wird.

Schon vor einem Jahr hat mich die Antwort ziemlich irritiert,

dass man nicht wüßte nach welchen Stoffen das Umweltamt bei der Sanierung suchen soll.

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Lagerung von chem.Substanzen

#88 von Lola2 , 16.09.2014 09:06

Historie des Tanklagers

...Beitrag Nr. 1 ist sehr aufschlussreich......

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Sprengung von einer Bombe aus dem Krieg...vor ca.5-6 Jahren

#89 von Lola2 , 16.09.2014 20:06

t53f7-Nach-welchen-Schadstoffen-sollte-man-suchen.html+Zitat
RE: Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?

#9 von Lola , 01.11.2013 04:10

http://www.weser-kurier.de/region/weserm...rid,524809.html

Zitat
Tanklager: Zeitzeugen berichten über die Ereignisse im März 1945 - 16.03.2013
Erinnerung an die Bomben
Von Christina Denker

Bremen-Nord. Noch immer sind die rund 300 Hektar des Tanklagergeländes für die Öffentlichkeit tabu. Zeitzeugen berichten von riesigen Bombenkratern auf dem Areal. Einige machen die Bombenangriffe Ende März 1945 für die Schadstoffaustritte verantwortlich.
.......
.....
Insgesamt sollen 62 Bomben auf das Areal geprasselt sein. Der Bremer Sprengmeister Andreas Rippert kann nicht sagen, ob bisher alle gefunden worden sind. Er war vor etwa vier bis fünf Jahren auf dem Wifo-Gelände und sprengte dort eine Bombe mit Langzeitzünder. Eine zweite Sprengung sei rund 25 Jahre her.
Zitat Ende

Wie kam es dazu, dass man diese Bombe vor vier bis fünf Jahren gefunden hat?
Ebenso die Bombe, die man vor 25 Jahren gefunden hatte. War es Zufall z.B. beim Sichten von alten Luftaufnahmen oder hatte es mit Kontaminationsflächen zu tun?
.............................................................

Der Bericht ist aus dem Jahr 2013 dass der Bremer Sprengmeister Andreas Rippert der Norddeutschen mitgeteilt hat, dass er auf dem Wifo-Gelände eine Bombe mit Langzeitzünder gesprengt hat, was mittlerweile 5-6 Jahre her ist.


Zu diesem Zeitpunkt wurde das Tanklager aber noch bewirtschaftet. Hat die Detonation der Bombe sowie die Druckwelle keine Schäden an den Pipelines und Tanks anrichten können? Kann man solche Schäden ausschließen? Ebenso die Sprengung von vor 25 bzw. heute vor 26 Jahren? Keine Schäden?


Es wurden nicht nur Treibstoffe gelagert, sondern ebenso chemische Substanzen für die Chemische Industrie.


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Lagerlisten vom Tanklager

#90 von Lola2 , 17.09.2014 11:27

..in der Wüste braucht es 300 Jahre bis eine Platiktüte sich organisch zersetzt hat.

In unseren Breitengraden geht es schneller.

Mein Interesse gilt den Lagerlisten mit den Substanzen mit denen man die chemische Industrie beliefert hat.

Möglicherweise kann man Grundwasser und Erdreich bis zum St.Nimmerleinstag reinigen wenn andere Substanzen einen natürlichen Abbau durch Mikroorganismen verhindern, weil diese zerstört werden.


Der Hinweis des Vorstandes der BI war richtig, dass der Zoll genaue Listen vorliegen hat, aber möglicherweise nur über die Mineralöle, es sei denn alle gelagerten Substanzen befanden sich in einem offenen Zolllager, dann finden allerdings auch vom Zoll Mengenkontrollen über Zu-und Abgänge regelmäßig statt, bzw. der Betreiber des "offenen Zolllagers" ist in der Pflicht diese Listen peinlich genau zu führen, sonst droht ihm der Verlust ein "offenes Zolllager" zu betreiben, denn Zollpapiere sind Steuerklärungen.

Das auch für die Mineralölsteuer, auch dort sind genaue Zahlen unerläßlich, da kennt der Zoll kein Pardon!

Mein Interesse gilt aber mehr den Lagerlisten über die chemischen Substanzen die im Tanklager umgeschlagen wurden.
Das sollte auch aus meinem Verständnis heraus vor allem das Umweltamt interessieren.
Tut es aber offenbar nicht!
Warum nicht?


Wo bleiben die Vertreter der Umweltorganisationen?

Wer schützt die "Mikroorganismen"?


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zuletzt bearbeitet 17.09.2014 | Top

   

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