Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Die Antwort vom GAA hat mich zu diesem Beitrag inspiriert...

#31 von Lola , 04.08.2013 08:09

http://www.gewerbeaufsicht.bremen.de/six...en156.c.1655.de
http://www.gewerbeaufsicht.bremen.de/six...en156.c.1693.de
http://www.gewerbeaufsicht.bremen.de/six...en156.c.1907.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Pipeline

Krebsregister
Kerosin: JETAI, F34 und F44
Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?
MCS und andere Umwelterkrankungen
Tanklager Farge: allgemein
Antworten zum Tanklager


http://tanklagerfarge.wordpress.com/2013...lstandsbetrieb/
http://tanklagerfarge.wordpress.com/2013...ntwort-des-gaa/

Ferndiagnose des GAA?
Der Kohlefilter fehlt trotzdem in dem grünen Rohr, das nur ein BElüftungsrohr sein soll.
Die Zeugen haben gesehen und geschnuppert, dass es sich um ein Entlüftungsrohr handelt!

..............................................................

In der Zeit von Januar 2013 bis dato haben die hier schreibenden User durch Recherchen eine Fülle von Infos rund um das Tanklager zusammengetragen.

http://blumenthal-zeitung.blogspot.de/
..auf der rechten Seite kann man unter "Archiv" die jeweils neu überarbeitete Fassung vom Blogbetreiber z.B. über das Thema Tanklager, aufrufen.
Einige Links findet man am Anfang dieses Beitrags.

Die IG Farben war damals mit 18% lt.Wikipedia am Tanklager Farge beteiligt.
..das Konglomerat der IG Farben..
Aut diesem Grund weiß eigentlich keiner so genau was alles auf dem Gelände an Giftstoffen aus dem 2.Weltkrieg noch schlummert. Ein Ing. aus dem Brandenburgischen teilte mir in einem Telefonat mit, dass man bei Kriegsende Munition, tödliche Gifte u.s.w. im Erdreich vergraben hat. Er arbeitet u.a. im Kampfmittelräumdienst.
Über TNT kann man hier einen Bericht lesen u.als Video ansehen. Ein großes Gebiet hat man abgeriegelt, nur das vergiftete Wasser kann man nicht aufhalten.
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen...erzberg135.html


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


Weser Kurier 6.8.2013-Interview mit Umweltsenator Lohse

#32 von Lola , 06.08.2013 07:27

"Natur mach Bremen attraktiv"
Umweltsenator Joachim Lohse über Schutzgebiete und wie sie erhalten werden"

Zitat
Es gibt bisher 18 Naturschutzgebiete in Bremen, demnächst werden es 21 sein. Was macht diese Gebiete so besonders schützenswert?

Antwort vom Senator:
In den Gebieten leben viele bedrohte Tier-und Pflanzenarten, die wir erhalten wollen. Wir haben zum Beispiel Gebiete, die aus Feuchtgrünland bestehen, zum Beispiel an der Wümme, im Blockland, an der Ochtum und an der Weser.

Im Bremer Norden gibt es zudem Heidelandschaften.

Zitat Ende

http://tanklagerfarge.wordpress.com/2013...z-auf-bremisch/
..aus der Farger Heide, neben dem Tanklager Farge ...im Wasserschutzgebiet...

Tanklager Farge: allgemein

..hier kann man sich auch Videos ansehen Videos


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


"IG Metall gegen LKW-Verbot"

#33 von Lola , 07.08.2013 07:31

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,630994.html

Zitat

Stahmann kritisiert SPD-Vorstoß - 07.08.2013
IG Metall gegen Lkw-Verbot
Von Jürgen Theiner

Blumenthal. SPD und Gewerkschaften: In der Regel suchen sie den Schulterschluss, doch bei einem für die örtliche Wirtschaft wichtigen Thema droht nun Streit. Heute Abend will Volker Stahmann, 1. Bevollmächtigter der Bremer IG Metall, den Mitgliedern des SPD-Unterbezirksvorstandes ins Gewissen reden. Er ist entsetzt über die Forderung der Blumenthaler Sozialdemokraten, den Straßenzug Rönnebecker, Dillener, Farger und Rekumer Straße für schwere Lastwagen zu sperren.
Zitat Ende

..zu diesem Thema bitte die Beiträge ab Nr. 21 lesen. Es ging um den Antrag zur nächsten Beiratssitzung der SPD, indem beantragt wurde, dass die Fa. Egerland das Areal des Tanklagers ebenfalls als Abstellfläche benutzen könne, weil man erhebliche Belastungen, bedingt durch die LKW-Transporte nach Neuenkirchen, für die Anwohner befürchte.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


"Tanklager:Neue Ergebnisse Ende August"

#34 von Lola , 17.08.2013 08:28

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,638485.html

Zitat
Behörde legt auf Forderung der CDU in der nächsten Deputationssitzung Chronologie der Ereignisse vor - 17.08.2013
Verladebahnhof I: Ergebnisse wohl Ende August
Von Christina Denker

Farge. In der nächsten Deputationssitzung am Donnerstag, 22. August, liefert die Bremische Verwaltung der von der CDU-Fraktion geforderten Darstellung einer Chronologie der Ereignisse um das Tanklager Farge. Unter anderem wollen die Christdemokraten von der senatorischen Behörde wissen, wie und wann die Kontaminierung aufgedeckt wurde, seit wann der Bremer Umweltsenator davon Kenntnis hat, welche Gebiete nach Auffassung der senatorischen Behörde noch zusätzlich untersucht werden müssten und vieles mehr.

..es heißt weiter:
"Ende 2007 konnte schließlich belegt werden, dass sich ein zusammenhängender, bis dahin nicht bekannter Grundwasserschaden vom Verladebahnhof II bis zur Grenze des Tanklagergrundstücks - und wahrscheinlich darüber hinaus - erstreckt", schreibt die Behörde. Die Bevölkerung sei zuerst 2009 informiert worden. Im gesamten Zeitraum hat es der Verwaltung zufolge keine Beschwerden oder Hinweise aus der Bevölkerung bezüglich des verunreinigten Grundwassers gegeben. Das Thema sei erst mit den öffentlich bekannt gewordenen Verkaufsabsichten im Jahr 2012 in den Fokus gerückt.
Zitat Ende

Hätte man einzelnen Bürgern denn überhaupt eine Chance gegeben sich hierzu kritisch zu äußern?

Gab es irgendwann mal Anfragen von Bürgern die einen Brunnen anlegen wollten oder bereits angelegt haben und Bedenken zur Güte des Grundwassers geäußert haben?
Vielleicht gab es keine Kontaktaufnahme mit der Umweltbehörde, sondern vielleicht bei einer anderen Behörde oder sogar beim Tanklager selbst, weil das Grundwasser nach Benzin gerochen hat?
Vielleicht sollte man die Grundstücksbesitzer rund um das Tanklager mal befragen wann und in welcher Tiefe sie Grundwasserbrunnen angelegt haben und bis wann sie diese Brunnen benutzt haben und ob sie Auffälligkeiten bei der Qualität des Wassers bemerkt haben.
Nicht jeder Bürger bewegt sich um Internet und von daher könnten interessante Beobachtungen der Bürger verloren gehen.

In welcher Tiefe werden normalerweise Brunnen auf Privatgrundstücken angelegt?
Gibt es angelegte Brunnen wo man sich entschlossen hat, das Grundwasser aus tieferen Ebenen zu fördern, weil es dann nicht mehr "riecht"?

Es gibt noch viele Fragen, die häufig auch von der Bevölkerung beantwortet werden können, weil ein einzelner Bürger möglicherweise nicht darauf kommt, dass es sich um eine großflächige Verunreinigung handelt.
Das Ausmaß einer derartig ausgebreiteten Kontamination übersteigt die Vorstellungskraft eines einzelnen Bürgers, nachdem wir eine Fülle von Verordnungen und Gesetze haben, nach denen wir uns zu richten haben.


In den vergangenen Monate haben Zeitungsberichte, TV-Videos immer wieder vermittelt, dass es den Behörden in erster Linie darum geht, die Arbeitsplätze auf dem Tanklager zu sichern.
Wollte man überhaupt die Größe der Kontamination wissen?

Wie kann eine Behörde schreiben " bis dahin nicht bekannter Grundwasserschaden vom Verladebahnhof II bis zur Grenze des Tanklagergrundstücks - und wahrscheinlich darüber hinaus - erstreckt", .....
Wasser macht auch vor Grundstücksgrenzen bekanntlich nicht Halt und so hätte man sehr wohl davon ausgehen müssen, dass die Kontamination viel größer ist und über die Grundstücksgrenzen des Tanklagers hinausgeht.

Die Erstellung einer Chronologie ist immer eine ausgezeichnete Idee, weil man dann plötzlich Zusammenhänge erkennt, die man vorher nicht beachtet hat oder die einfach untergegangen sind, weil sie einem nebensächlich erschienen.
..... Vormals unwichtige Details, bekommen plötzlich ein ganz anderes Gewicht!.....

Man darf gespannt auf die Chronologie sein!


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


Nur Kenntnisnahme?

#35 von Reinhard , 22.08.2013 09:42

Nur Kenntnisnahme?

Heute Nachmittag steht eine Anfrage der CDU-Fraktion zum Tanklager Farge auf der Tagesordnung der Umweltdeputation. Konkret haben die Christdemokraten um eine „Chronologie der Ereignisse um das Tanklager Farge“ gebeten.

Diese Aufstellung der Ereignisse, wie sie die Umweltbehörde zusammengestellt hat, wurde inzwischen im Internet veröffentlicht. Wie üblich schlagen die Autoren am Ende ihres Berichts einen simplen Beschluss vor. Die Deputation soll den Bericht „zur Kenntnis“ nehmen.

Wer die Antworten der Behörde liest, wird das vermutlich in dieser Form nicht akzeptieren können und auf viele Nachfragen hoffen, damit mehr Licht in den Fall gebracht wird.

Das gilt vor allem für zwei Bereiche. Zum einen behauptet die Umweltbehörde, dass „das Thema der Grundwasserverunreinigungen .. erst mit den öffentlich bekannt gewordenen Veräußerungsplänen des Bundes im Jahr 2012 in den Fokus der Öffentlichkeit“ rückte. Das ist sachlich falsch, wenn man die tatsächlichen Vorgänge Revue passieren lässt. Auslöser waren vielmehr Presseberichte und vor allem ein Panorama-Beitrag, in dem die These der Umweltbehörde von Kontaminationen als Kriegsfolge widerlegt wurde. Anscheinend will man also diesen Tatbestand vergessen machen, da er die Arbeit der Bremer Umweltsenatoren nicht gerade im besten Licht erscheinen lässt.

Zum anderen hat sich nach dem Verwaltungsbericht „bei der Anlage eines neuen Feuerlöschbrunnens … 2006 unerwartet ein auffälliger Einzelbefund in einem bis dahin als unkontaminiert geltenden Bereich südöstlich des Verladebahnhofes II ergeben“. Vorher wurden angeblich nur kleinere Verunreinigungen auf der damaligen Kanisterabfüllfläche gefunden, wo das Militär es in früheren Zeit offenbar beim Umgang mit Mineralölen nicht so genau genommen hat.

Das würde bedeuten, dass die Bodenkontamination, die sich inzwischen über die Grenzen des Tanklagers hinaus in die angrenzenden Wohngebiete ausbreitet und dort zu drei Anwohnerwarnungen geführt hat, erstmals im Jahr 2006 nachgewesen wurde.

Das muss jedem Tanklager-Laien, der nur mit den einfachsten Grundkenntnissen der Physik vertraut ist, geradezu unglaublich klingen. Er wird sich fragen:

- Wo haben sich die Kohlenwasserstoffe jahrzehntelang verborgen gehalten, die angeblich im Zuge des Krieges oder nach einer späteren Revision dieser Aussage in den 1980er Jahren in den Boden gelangt sind?

- Was hat die anschließende Ausbreitung ausgelöst, die es vorher anscheinend nicht gegeben hat?

- Sind diese Befunde überhaupt ohne die Annahme späterer Leckagen im Tanklager erklärbar?

Man kann daher nur hoffen, dass die Deputierten den Bericht nicht nur abnickend zur Kenntnis nehmen, sondern vor allem mit ihren Fragen für mehr Klarheit über die Entstehung der Kontamination und die Rolle der Umweltbehörde sorgen, die offenbar von ihren alten fehlerhaften früheren Aussagen ablenken will.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


Völlig ungeklärt

#36 von Reinhard , 11.09.2013 09:44

Völlig ungeklärt

Die These der Tanklager-Bürgerinitiative, nach der z.B. „BTEX und MTBE wasserlöslich sind und sich nicht nur über Strömung, sondern auch über Diffusion verteilen“, wirft ein neues Licht auf eine alte Frage: Wann ist die Kontamination wie entstanden?

Da die Schadstofffahne erst 2006 „zufällig“ entdeckt worden sein soll und 2009 zur ersten Anwohnerwarnung geführt hat, die jetzt 2013 durch zwei weitere ergänzt werden musste, erscheint es immer unwahrscheinlicher, dass die verursachende Leckage(n) tatsächlich am Ende des 2. Weltkrieges oder spätestens in den 1980er Jahren erfolgten.

Da stellt sich zwangsläufig bereits von diesem traurigen Ergebnis her die kritische Frage an die gewährte Betriebsgenehmigung durch die Bremer Gewerbeaufsicht, die dort wie ein Geheimcode für Atomwaffeneinsätze gehütet wird. Ein bereits durch den Kontaminationsverlauf begründbarer genereller Persilschein für die Tanklager-Verantwortlichen kann sich zumindest kaum auf die bisher veröffentlichten Messdaten und deren fachliche Interpretation stützen.

Das macht nicht zuletzt einen Weiterbetrieb des Tanklagers zu einer unvertretbaren Gefahr, den zumindest die Politiker vor Ort möglichst gemeinsam mit allen Mitteln verhindern sollten.

Oder wollen sie sich auf die Justiz verlassen wie häufig ihre Kollegen im Bundestag?

Vielleicht sollte sich einmal die Presse nach dem Stand der Ermittlungen erkundigen, da hier ein öffentliches Interesse vorliegt. Immerhin wurden angeblich vor allem Unterlagen bei TanQuid, dem letzten Betreiber, beschlagnahmt, der erst 2005 unter australischer Leitung entstanden ist.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


RE: Völlig ungeklärt

#37 von Lola , 11.09.2013 18:56

..ergänzend zu meinem Beitrag Nr. 31 sei noch hinzugefügt, dass die hier schreibenden User eine Fülle von Informationen zusammengetragen haben, die vielleicht der ermittelnden Staatsanwaltschaft hilfreich sein könnten, aus diesem Grund habe ich an den Staatsanwalt geschrieben, der damals im BLV als Ermittler vorgestellt wurde. Er hat mir umgehend auf meine Mail geantwortet, jedoch erhielt ich bedauerlichweise die Antwort, dass er für die Tanklager-Ermittlungen nicht mehr zuständig sei, aber er hat meine Mail an den zuständigen Kollegen weitergeleitet und gegebenenfalls würde man sich mit mir in Verbindung setzen. Leider hat sich niemand gemeldet, aber vielleicht hatte man auch keine Interesse.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: Völlig ungeklärt

#38 von Lola , 11.09.2013 19:27

http://de.wikipedia.org/wiki/Hemel_Hempstead

Zitat
In den frühen Morgenstunden des 11. Dezember 2005 geriet das Buncefield Depot in der Nähe der Autobahn M1 in Brand. Ursache war eine defekte Füllstandsanzeige bei einem der Tanks, der die Nacht hindurch aus einer Pipeline nachgefüllt worden war. Sie zeigte ab einem gewissen Zeitpunkt keine Veränderung des Füllstands mehr an, obwohl die Pumpen weiterhin füllten. Das führte zu einer Überfüllung mit langsamem Überschwappen des Inhalts durch eine Überfüll-Sicherung. Durch Verwirbelungen kam es offenbar zu einer Selbstzündung von Dämpfen, wodurch der Inhalt des ersten Tanks entzündet wurde. Er barst mit einer gewaltigen Explosion, die weitere Explosionen auslöste. Insgesamt gerieten sukzessive 20 Tanks in Brand. Es war einer der größten Brände in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Personenschäden hielten sich in Grenzen, es gab drei Schwerverletzte. Dagegen waren die Verunreinigungen von Luft, Wasser und Boden massiv, auch gesundheitliche Spätfolgen sind nicht auszuschließen.[1]
Zitat Ende

http://www.bmu.de/service/publikationen/...-buncefield-gb/

Auf Grund dieses Unglücks in England, hat der damalige Umweltminister Gabriel einen Arbeitskreis einrichten lassen, damit die Tanklager in Deutschland überprüft werden.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: Völlig ungeklärt

#39 von Lola , 11.09.2013 21:19

Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen

..wer Interesse hat kann dort auch noch lesen.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: Völlig ungeklärt

#40 von Lola , 12.09.2013 10:18

...! Wer liest ist klar im Vorteil :-)

Meinekomplette Recherche zum Sachstandsbericht, damit meine ich die Nebenschauplätze :-), findet man im Forum.
Leider bin ich etwas in Eile, aber später kann ich es auch in diesen Thread einstellen.
Aber wer sich für das Thema interessiert, hat sowieso schon alles gelesen.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


Schwund

#41 von Reinhard , 12.09.2013 17:02

Schwund

„Ein bisschen Schwund ist immer“, beruhigen wir uns häufig, wenn einmal eine Messung nicht zu dem Ergebnis kommt, das wird eigentlich erwarten, oder wenn schlicht und einfach ein Teil fehlt. Das ist im Alltagsleben etwa beim Kochen und Backen kein Problem, wenn uns täglich im Fernsehen vorgeführt wird, dass alles auch ohne genaue Maße geht.

Anders sieht es jedoch aus, wenn giftige Stoffe im Boden oder Grundwasser auftauchen, über die niemand genau Bescheid zu wissen scheint. Hier sind wir schon an exakten Daten interessiert, denn wir wollen schließlich wissen, wie es zu diesen gefährlichen Kontaminationen gekommen sein kann. In diesem Fall muss irgendwo die Menge fehlen, die jetzt im Boden die Gesundheit belastet, die Grundstückspreise in die Tiefe stürzen lässt und demnächst das Trinkwasser ungenießbar machen kann.

Ein Weg zu möglichen Ursachen kann die Untersuchung der Messmethoden im Tanklager Farge sein. Hier stellt sich ganz einfach die Frage, ob die Messtechnik überhaupt in der Lage ist, auch kleinere Leckagen zu erfassen. Über diesen Problembereich haben sich Diplom-Ingenieure der Tanklager-Bürgerinitiative in ihren Gesprächen während des Tanklagerbesuchs, bei der Gewerbeaufsicht und im Umweltamt informiert.

Dabei besteht allerdings eine bedenkliche Schwierigkeit. Man muss den vorgetragenen Aussagen über das Messverfahren weitgehend glauben, da sich keine Messexperimente durchführen lassen, und außerdem den Resultatangaben der Gesprächspartner vertrauen. Möglich sind allerdings Plausibilitätsüberlegungen, wie sie auch angestellt wurden.

Wenn man weniger Glauben und Vertauen hat, bietet sich ein zweiter Weg an, um einem möglichen Schwund auf die Spur zu kommen. Man kann sich ohne messtechnische Kenntnisse an ganz einfachen betriebswirtschaftlichen Überlegungen orientieren. Das hat offensichtlich die Bremer Staatsanwaltschaft gemacht, als sie die Unterlagen bei TanQuid beschlagnahmt hat. Grundnahme ist bei dieser Methode nur, dass im Wirtschaftsleben niemand etwas bezahlt, was er nicht bekommt. So muss TanQuid bei der Übernahme eine Menge Treibstoffe bezahlt haben, die sich dann durch zahlreiche Transaktionen verändert hat, aber schließlich zu einem rechnerischen Mengenergebnis geführt haben muss, das Ende Mai 2013 „null“ betagen hat. Die notwendigen Belegdaten sind in diesem Fall in den Buchhaltungsakten zu finden, die damit darüber Aufschluss geben, ob es zwischen 2005, als TanQuid beim Tanklager Farge eingestiegen ist, und der Schließung im Jahr 2013 eine, mehrere oder ständige Leckagen gegeben hat. In diesen Aktien stecken also Informationen, die nicht nur strafrechtlich von Interesse sind, sondern auch für die Prognosen der weiteren Ausbreitung der Kontamination und die besten Ansatzmöglichkeiten für Sanierungsmaßnahmen.

Rasche Auskünfte der Staatsanwaltschaft könnten daher nicht nur bei der Erklärung des Tanklagerskandals helfen, sondern auch das weitere Management der Risiken erleichtern. So können sie entweder Auskünfte über eine Größe des „Schwunds“ geben oder im anderen Fall das Schwundproblem auf die Frage fokussieren, warum erst so spät Kontaminationen gefunden wurden, die sich nicht in den Jahrzehnten seit Kriegsende bzw. der 1980er Jahre natürlich abgebaut haben.

Hier ist die Staatsanwaltschaft also zu einer ganz aktuellen Hilfe bei der Sanierungsaufgabe aufgerufen.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


RE: [b]Schwund[/b]

#42 von Klueverbaum , 13.09.2013 21:16

Eigentlich muss so ein Tanklagerbetrieb peinlich genaue Bücher führen über Eingang und Ausgang,Störfälle etc. Alles was in den Boden geflossen ist muss irgendwo fehlen,ob bei der Tanquid oder Vorgängerbetrieben.Sowas kontrolliert gewöhnlich die Gewerbeaufsicht.

Klueverbaum  
Klueverbaum
Beiträge: 78
Registriert am: 31.01.2013


Ohne Information geht es auch

#43 von Reinhard , 24.10.2013 09:38

Ohne Information geht es auch

Wenn man den Artikel „Verseuchter Boden. Ölsee auf Grundwasser zu verkaufen“ des Bremen Redakteurs der taz Klaus Wolschner liest, der früher für das BLV geschrieben hat, kann man den Eindruck gewinnen, dass der Bremer Umweltsenator auch ganz ohne transparente Informationen den Tanklagerskandal überstehen kann.

In diesem Artikel über das Tanklager Farge wird u.a. betont, dass die Firma Tanquid, „die das Gelände und seine Tücken kennt“, kein Interesse an einem Kauf hatte, und die Betriebsgenehmigung verfällt, „wenn das Tanklager drei Jahre ungenutzt bleibt.“

Obwohl sich der Artikel in der überregionalen Zeitung an eine Leserschaft wendet, die mit Einzelheiten kaum vertraut sein dürfte, geht der Beitrag sehr selektiv vor. So ist von der Aufklärung durch einen Panorama-Bericht vor knapp einem Jahr, der die offensichtlichen Mär von den einer Verursachung im letzten Weltkrieg widerlegt, wie sie die Umweltbehörde verbreitet hat, an keiner Stelle die Rede. Der Auslöser für den Skandal wird also „vergessen“ und damit auch die fehlende Aufklärung durch den grünen Umweltsenator, dessen offensichtlich falsche Version der Kontamination der Autor vielmehr unhinterfragt weiter kolportiert.

Allerdings fällt an diesem Bericht nicht nur eine offensichtlich getragene grüne Brille auf, sondern eine insgesamt wenig klare Sicht auf die Tatsachen. Man sollte daher im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit ein wenig vorsichtig sein. Vielleicht hätte sich der Redakteur, bevor er Tanquid als ein „Derivat des Reichswehrministeriums“ bezeichnete, etwas genauer informieren sollen.

Was immer der Begriff „Derivat“ hier bedeuten soll, lässt sich eine Verbindung zum Reichwehrministerium nicht erkennen, denn dieses Ministerium wurde 1935 in Reichskriegsministerium umbenannt und das Tanklager ging nach der deutschen Kapitulation an die US-Army später an die Bundeswehr über.

Der letzte Betreiber Tanquid, auf den die Betriebsführung von einigen zuvor beteiligen deutschen Gesellschaften wie VTG, Preussag, VTG-Lehnkering und zuletzt Ende 2007 von der IVG durch Unternehmenskäufe übernommen wurde, ist ein Vermögensbestandteil eines geschlossenen Fonds Macquarie Infrastrukturfonds, an dem vor allem international agierende institutionelle Investoren wie Versicherungen beteiligt sind.

Wie der Name bereits erkennen lässt, wird dieser Fonds über eine Tochter der Macquarie Group Limited, also einer australischen Bankgruppe gemanagt, die sich nach dem Gouverneur Lachlan Macquarie (1761 - 1824) benennt, der Australien von einer Strafkolonie zu einer Marktwirtschaft entwickelte.

Von einer Verbindung dieser Bank und ihren Fonds zu einem deutschen Kriegsministerium scheint nur der taz etwas bekannt zu sein. Es wäre daher mehr als notwendig, dass sie ihre Quelle für diese Behauptung nennt. Vielleicht hätte sie statt der Nazi- besser die Heuschrecken-Karte spielen sollen, dann hätte man zumindest länger über die Behauptung diskutieren können. Auch wäre der fragwürdige Begriff „Derivat“ überflüssig gewesen.

Aber vermutlich wird der Redakteur wissen, warum er diese unbelegbaren grotesk erscheinenden Behauptungen in die Welt setzt.

Will er vergessen machen, dass es in Farge und Rönnebeck gar nicht um einen nicht mehr beteiligten internationalen Infrastrukturfonds, sondern um das Verhalten senatorischer Behörden in Bremen geht, die sich anders als der angrenzende Kreis Osterholz kaum für die Interessen der Betroffenen eingesetzt haben?


Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013

zuletzt bearbeitet 25.02.2014 | Top

RE: Ohne Information geht es auch

#44 von Lola , 24.10.2013 12:56

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...3/02/krebs.html

..aber mit Informationen dürfte es vielleicht besser sein.

Zitat aus dem taz-Bericht:Verseuchter Boden
Ölsee auf Grundwasser zu verkaufen- Ende des demokratischen Sektors:
22. 10. 2013 Klaus Wolschner Bremen-Redakteur

"Das Krebsregister zeigt keine auffallenden Befunde in den Wohngebieten rund um den militärischen Sperrzaun, sagt die Behörde. Einstimmig hat der Stadtteilbeirat von Blumenthal vor zwei Wochen sich der Forderung der Bürgerinitiative angeschlossen, dass der Tanklager-Betrieb eingestellt wird."
Zitat Ende


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


"Grüne wollen Aus für Tanklager"

#45 von Lola , 29.10.2013 07:50

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,696419.html

Zitat
Aktueller Beschluss der Fraktion - 29.10.2013
Grüne wollen Aus für Tanklager
Von Christina Denker


Blumenthal.

Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen fordert die Stilllegung des Tanklagers Farge. Einen so lautenden Dringlichkeitsantrag hat die Fraktion am Montag auf den Weg gebracht. Darin fordern die Grünen die Stadtbürgerschaft auf, dass sie ebenfalls einen entsprechenden Beschluss fassen möge. Außerdem soll der Senat in Gesprächen mit dem Kreis Osterholz, auf dessen Gebiet ein Teil des Tanklagers liegt, ein gemeinsames Vorgehen absprechen, auch was die Nachnutzung der Fläche angeht.
Zitat Ende

Auf der gestrigen Sitzung in Blumenthal wurden wir vom OAL sowie von Herrn Lohse informiert, dass in den letzten 20 Jahren keine Umweltverschmutzung aufgetreten ist. Der OAL informierte uns noch darüber, dass er aus seiner beruflichen Tätigkeit weiß, dass genietete Nähte, wie bei den Tanks dicht sind. Eine Anlage, auch wenn sie 80 Jahre alt ist, ist doch auf Grund ihres Alters nicht automatisch unsicher.
Sollte ich da etwas falsch verstanden haben, dann bitte ich um Korrektur!!

Was sollte ich als Bürgerin nun für eine Information mit nach Hause nehmen?
..alles halb so schlimm?
..die Betreiber haben vorbildlich gearbeitet?
..und überhaupt, die Verunreinigung ist wenn überhaupt, vor 20 Jahren und früher eingetreten.
..wie aber passt das MTBE dazu?
..die von der CDU vorgetragenen und zitierten Schreiben z.B. aus dem Jahr 1958 - da hat man bereits Bremen über die Grundwasserverunreinigung aufmerksam gemacht. Bei mir ist angekommen, "irgendwie nicht wichtig"
..es wurden weitere Jahreszahlen wie2002 genannt in denen Gutachten erstellt wurden, 1972, 1986, 1989,
..der Senator hat lediglich eingeräumt, dass tatsächlich kein Masterplan oder Meilensteine hinsichtlich der Sanierung, erstellt wurde.

Bei mir ist angekommen, auch wenn das Tanklager alt ist, bedeutet es nicht, das es unsicher ist und man hat in den letzten 20 Jahren vorbildlich gearbeitet.
Was will man denn nun? Dieses "sichere Tanklager" behalten?

Ob ich mich wohl in der Veranstaltung geirrt habe?


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


   

Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?
Worüber der Tanklager-Eigentümer nicht informiert

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen