Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Nägel mit Köpfen

#16 von Reinhard , 21.08.2014 08:41

Nägel mit Köpfen

Die ungeklärten Beziehungen zwischen dem Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal und einer Bürgerstiftung Blumenthal sind ein Fragenkomplex, zu dem von der Linken bereits vor ein paar Tagen ein Antrag im Beirat gestellt wurde, auf den es vorab über einen Zeitungsartikel bereits erste Antworten gab.

Die haben offenbar nicht ausgereicht, denn die Linke hat jetzt ihren Fragenkomplex noch erweitert. Dabei geht es vor allem um das „Meisterstück“ des Fördervereins, also den Bolzplatz auf der Bahrsplate, der auch etwa 80% der Fördersumme ausmacht, die der Förderverein in diesem Jahr bisher ausgegeben hat.

Der Bolzplatz kann damit nicht nur Kindern und Jugendlichen, die gern auf der Bahrsplate bolzen wollen, viel Freude bereiten; er besitzt auch Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung des Fördervereins. Ja, wenn die erste hohe Investition mit weiteren Folgekosten verbunden sein sollte, kann er sogar den Förderverein belasten. Der Bolzplatz würde dann nicht, wie vor allem vom Vorstand erhofft, das Image Blumenthals verbessern, sondern eher das Gegenteil bewirken.

Daher ist es wichtig, dass endlich Klarheit in die Eigentums- und Überlassungsverhältnisse gebracht wird, die rechtlich und finanziell hinter dem Projekt stehen. Da auf diesem Gebiet bisher nichts auf der Website der Stiftung Blumenthal bzw. vom Förderverein veröffentlicht wurde, waren über zwei Dutzend Frage nötig, um in diesem Dickicht von rechtlicher und finanzieller Intransparenz einmal Nägel mit Köpfen zu machen und Durchblick zu schaffen

Die jetzt zusätzlich aufgenommenen Fragen beziehen sich vor allem auf einen von der Umweltbehörde für notwendig gehaltenen Überlassungsvertrag mit dem Eigentümer und entsprechende Regelungen für eine Hütte, die als Toilettenhäuschen und Aufbewahrungsort für Zubehör genutzt werden soll, wie der Fördervereinsvorsitzende anlässlich der Bolzplatzeröffnung mitgeteilt hat.

Schließlich erkundigt sich die Linke auch nach den weiteren Eigentumsverhältnissen auf der Bahrplate, so u.a. für die Gedenkstätte, die Skateranlage und den Bouleplatz.

Besonders wichtig im Hinblick auf die finanzielle Zukunft des Fördervereins dürften mögliche Vereinbarungen in einem Überlassungsvertrag sein. Hier könnte, wie die Diskussion um das Tanklager Farge gezeigt hat, eine Rückbauverpflichtung für den Bolzplatzes eine Belastung sein, die auch bilanziell zu berücksichtigen wäre.

Man kann als mit Spannung drauf warten, welche Verträge demnächst eingesehen werden können und damit das ermöglichen, was eigentlich mit dem Gedanken einer Bürgerstiftung unmittelbar verbunden sein sollte, damit sich Spender und Stifter bei ihr gut aufgehoben fühlen: Transparenz.

So hat beispielsweise die Bürgerstiftung Braunschweig eine entsprechende Selbstverpflichtung unterschrieben:

„Wer für das Gemeinwohl tätig wird, sollte der Gemeinschaft sagen:
Was die Organisation tut, woher die Mittel stammen, wie sie verwendet werden und wer die Entscheidungsträger sind“


Diese Transparenz gibt es durch den Förderverein bisher nicht. Er lobt zwar den Bolzplatz als sein „Meisterstück“, lässt jedoch die Fragen zur Finanzierung und vor allem zu den vertraglichen Grundlagen für die Nutzung des Grundstücks auf der Bahrsplate völlig im Dunkeln.

Hätte der Förderverein nicht nur auf eine gute Darstellung seines Projektes in den Medien unter dem Motto „Fußball, Fußball, Fußball“ geachtet, sondern das Projekt in rechtlicher und finanzieller Hinsicht transparent dargestellt, wären die Fragen der Linken vermutlich überflüssig gewesen.

Wenn sich also jemand über die Anzahl der Fragen aufregt, sollte er seinen Ärger auf den eigentlichen Urheber richten, der eine transparente Information der Öffentlichkeit unterlassen hat.


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Wo ist der Förderverein Bürgerstiftung?

#17 von Reinhard , 24.08.2014 12:34

Wo ist der Förderverein Bürgerstiftung?

Unter dem Titel „Freiwillige gesucht. Veranstalter des Freiwilligentags verbuchen enorme Resonanz bei Einrichtungen“ hat der Weser Report am 17. August von den Vorbereitungen für den Freiwilligentg berichet, der am 11. Oktober im Vegesacker Bürgerhaus stattfinden soll.

Dort können interessierte Bürger die Arbeit von Vereinen und Institutionen kennenlernen, die auf die Arbeit von Ehrenamtlichen angewiesen sind. Das Interesse scheint von beiden Seiten aus groß zu sein, da einerseits der Staat viele Leistungen nicht finanzieren und optimal ausführen kann und andererseits vor allem viele aktive Pensionäre und Rentner nach einer sinnvollen Tätigkeit im Alter suchen.

Die Veranstaltung im Bürgerhaus wendet sich nicht nur an den Stadtteil Vegesack. Vielmehr ist der gesamte Bremer Norden angesprochen. So haben sich auch bereits die Begegnungsstätte in Rönnebeck und der Förderverein Bibliothek aus Blumenthal angemeldet, um über sich zu informieren und für sich zu werben.

Unter den bereits gut 50 gemeldeten Institutionen fehlt jedoch der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal, obwohl er selbst erst kürzlich auf die Bedeutung von Zeitstiftern für seine Arbeit hingewiesen hat. Das gilt ohnehin für Bürgerstiftungen, wie etwa die Beispiele Achim und Lilienthal zeigen, wo man in einem Ort, der nur gut halb so groß wie Blumenthal ist, 150 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt.

Offensichtlich weist hier der Blumenthaler Förderverein Bürgerstiftung ein riesiges Defizit auf, das sich vermutlich aus den begrenzten Mitspracherechten von Mitarbeitern und der für eine Bürgerstiftung unüblichen Wahl der Projekte resultiert. Hier wird nicht entsprechend den Stichworten „Bücher" und „Pflanzen“ gemeinsam etwas für die Bildung und das Aussehen des Stadtteils getan, sondern viel Geld in einen Luxusbolzplatz gesteckt, der nur einem sehr kleinen Teil der Einwohner wirklich zugutekommt.

Offenbar sehen hier die oder der Entscheidungsträger nicht, dass Anstrengungen für eine bessere Bildung und ein ansprechenderes Ortsbild mehr Lebensqualität schaffen als ein Bolzplatz für 10- bis 14-jährige am Rande des Stadtteils. Die Bolzbegeisterten in einem Quartier sind schließlich nur eine kleine Minderheit, auch wenn sie sich noch so kräftig artikulieren.

Aber möglicherweise hat das Fehlen des Fördervereins Bürgerstiftung Blumenthal in Vegesack auch seine gute Seite. So wird niemand enttäuscht, der mitgestalten möchte und dann hören und lesen muss, dass alle an einem Strang ziehen sollen, wobei die Richtung offenbar von einem multinationalen Unternehmen und und einem Vorsitzenden bestimmt wird, der bereits Fragen als Diffamierung missversteht.

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Ein Tagtraum von der Bürgerstiftung Blumenthal

#18 von Reinhard , 27.08.2014 16:40

Ein Tagtraum von der Bürgerstiftung Blumenthal

Anfang letzten Jahr ist eine Imagebroschüre für Blumenthal erschienen, an der der Ortsamtleiter einschließlich seiner Ehefrau nicht ganz unbeteiligt war. Das wurde nicht nur im Impressum deutlich, wo Peter und Monika Nowack als fotografische Rechteinhaber aufgeführt sind. Auch in der Beiratssitzung am 11.3.2013 stellte sich heraus, dass Herr Nowack auch „die Inhalte ... selber gemacht“ gemacht hat.

Die Blumenthaler Imagebroschüre

Diese Broschüre, die in Blumenthal ausgelegt wurde, geriet zunächst wegen ihrer Darstellung zur Bebauung der Binnendüne in die Kritik. Insgesamt gesehen stellte sich ihr das Ortsamt vor allem als innovative Verwaltung dar, die viel Schwung nach Blumenthal bringt.

Das Layout und die weitere Serviceleistungen für die Erstellung der Imagebroschüre wurden von der mediaprint infoverlag gmbh in Mering nahe Augsburg erledigt, die auch eine Webseite www.total-lokal.de betreibt. Hier können Kommunen über ihre Politik berichten, was verständlicherweise vor allem Erfolge sind.

Bis gestern beteiligte sich auch der Stadtteil Blumenthal an dieser kommunalen Berichterstattung, der damit auf sich aufmerksam machen und ein positives öffentliches Image erzeugen wollte.

Das ist heute allerdings nicht mehr möglich, denn wenn man die bei google noch gelistete Seite www.total-lokal.de/artikel/brgerschaftli...blumenthal.html aufruft, heißt es jetzt: „Kein Eintrag verfügbar!“.

Das paradiesische Blumenthal

Auf dieser Webseite mit dem Datum vom 27.8.2013 konnte man Erstaunliches lesen. Es schien nicht von dieser Welt zu stammen, sodass man je nach Einstellung von Wachträumen oder biblischen Prophezeiungen sprechen könnte, in denen in einer neuen Welt alles gut geworden ist.

Allerdings werden die Wunder in einer eigentlich ganz realen Welt geschildert, und zwar im Bremer Stadtteil Blumenthal. Dort wurde offenbar eine messianische Botschaft umgesetzt, die alles verändert hat. „Denn hier gibt es eine Bürger­stiftung, welche nur von den Bürgern Blumenthals getragen wird und die Entwicklung des Bremer Stadtteils maßgeblich mitgestaltet.

Bei diesen Sätzen werden sich Realisten die Augen reiben, wenn sie die benutzte Zeitform der Verben beachten. Ja, es ist tatsächlich Präsens gewählt, also mit diesen Worten die Gegenwart im August 2013 beschrieben und nicht irgendeine Zukunftshoffnung.

Und damit gerät man auch gleich in einen heftigen Konflikt mit der Wahrheit; denn in Blumenthal gibt es bekanntlich immer noch keine Bürgerstiftung, sodass sie auch nicht von den Bürgern getragen wird und die Entwicklung des Stadtteils maßgeblich mitgestalten kann.

Für den Autor des Textes gab es jedoch auch eine schlechte Zeit. Die lag allerdings vor der Gründung der Bürgerstiftung, als „die sozi­alen Probleme und die hohe Ar­beitslosigkeit“ „vor einigen Jahren vermehrt“ auftraten.

Aber dann hatte offenbar ein Heilsbringer die gloreiche Gründungsidee und alles verwandelte sich. „Wieder kämpfte die Bürgerstiftung da­gegen an“, stellt der Autor dieses Textes diese Form des bürgerschaftlichen Engagements heraus, „und ist auch heute noch dabei, die Zustände zu ver­ändern.“ Das hat Blumenthal „heute“ „bekannt und beliebt“ gemacht, „für seinen vorortlichen Charme“, sodass es „als liebenswerter, sozialer und innovativer Stadtteil“ gilt.

Und falls es eine Leserin oder ein Leser immer noch nicht glauben, dass es sich hier um eine Beschreibung des heutigen Bremen-Blumenthal handelt, wird der abschließende Satz dieses Textes zweifellos völlig überzeugen. Wer hätte schließlich nicht schon selbst im Umkreis der Burg Blomendal die Wirkung der nicht gegründeten Bürgerstiftung Blumenthal erlebt: „Auch das kulturelle und gesell­schaftliche Leben wird zum gro­ßen Teil durch die Bürgerstiftung organisiert.

Dieses Märchen über die wundersamen Kräfte einer Bürgerstiftung, die zu paradiesischen Verhältnissen führen, hat offenbar keinen Autor. Zumindest fehlt der Name auf der Webseite.

Die Autorenschaft

Da kann man leicht Vermutungen anstellen. Es kann schließlich eine Reihe von Möglichkeiten geben, da viele Menschen Tagträumer sind und viel Fantasie besitzen. Sicher scheint nur zu sein, dass es nicht der Ortsamtsleiter sein kann, da er immer wieder heftig kritisiert, wenn in Internetforen Pseudonyme benutzt werden. Da wird er sich doch kaum hinter noch weniger als so einem Aliasnamen verstecken.

Oder doch?

Wenn man einmal die Imagebroschüre vollständig liest, wird man sehen, dass dieser namenlose Text wortwörtlich von der Seite 5 übernommen wurde. Damit ist auch die Frage des Verfassers geklärt; denn dazu liegt, wie oben dargestellt wurde, eine Aussage im Blumenthaler Beirat vor.

Die offene Frage ist also eine ganz andere: Was ist von einer innovativen Verwaltung zu halten, die offenbar in ihrer Dienstzeit von wunderbaren Wirkungen nicht gegründeter Bürgerstiftungen träumt? Was von einem Ortsamtsleiter, der dieses irreführende Spiel gegenüber der Öffentlichkeit jetzt aus der Wirklichkeit tilgen will, indem er ein Schild am Bolzplatz auf der Bahrsplate auswechselt und den Text auf der Webseite des mediaprint Verlages offenbar löschen lässt?

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Aushängeschild

#19 von Reinhard , 28.08.2014 15:51

Aushängeschild


Rock die Burg“ kündigt sich wieder einmal für Ende September an. Das ist inzwischen nicht nur ein kulturell-musikalisches Ereignis, sondern auch ein kleines Politikum, wofür allerdings nicht die Veranstalter und Musiker verantwortlich sind.

Im vorigen Jahr gab es bei der Übergabe der Spenden, die bei der Veranstaltung eingesammelt wurden, ein kleines Missgeschick. Offenbar fehlte den Beteiligten damals die Orientierung in der komplexen Gemengelage, die sich zuweilen Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal oder Bürgerstiftung Blumenthal nennt. Zudem scheinen einige Beteiligte nicht genau gewusst zu haben, in welcher Funktion sie die Spende Herrn Nowack übergeben sollten.

Diese Schwierigkeiten galten jedoch nicht nur für die Spender, sondern sogar für den Vorstand des Fördervereins und den OAL, die es eigentlich hätten besser wissen müssen

Das zeigte sich sehr deutlich, als in der Sitzung des Blumenthaler Beirates am 14. Oktober 2013 Vertreter der Veranstalters, also der Old Tablers 292 Lesmona, dem Ortsamtsleiter in dessen Funktion als „1. Vorsitzender des Bürgerstiftung Blumenthal e. V“ ihre Spende übergeben haben. So steht es jedenfalls in dem Beiratsprotokoll, das der Ortsamtsleiter, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins Bürgerstiftung Blumenthal und Autor auf der Webseite www.buergerstiftung-blumenthal.de ist, unterschrieben hat. Die Spende ging also an eine Stiftung, die es gar nicht gibt, und einen Beamten, der offenbar ehrenamtlich noch weitere Tätigkeiten ausübt, die er mit seinem Amt zu vermengen scheint.

Anschließend scheint dieses Spende dann für eine der Fördermaßnahmen des Vereins eingesetzt worden zu sein, ohne dass man darüber Näheres erfährt. Es kann also die Graffiti-Fassade, das Bobby Car-Rennen oder etwas anderes gewesen sein.

Diese Ungewissheiten wollen die Spender offenbar in diesem Jahr vermeiden, denn das Geld der Besucher soll jetzt an die Bildungsbrücke gehen, also das Projekt, für das eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Fördervereins Bürgerstiftung die Finanzen verwaltet.

Man hält sich also möglichst aus dem Stiftungswirrwarr heraus und will die Spende dorthin geben, wo es mehr Transparenz gibt als in den anderen Projekten des Fördervereins. Sie soll also an ein soziales Aushängeschild Blumenthals gehen, für das der Förderverein „nur“ formal die Trägerschaft übernommen hat.

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Vorsicht Verwechslungsgefahr!

#20 von Reinhard , 30.08.2014 09:15

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Ein Verwechselspiel, das einmal begonnen wurde, lässt sich nicht so leicht wieder aus de Welt schaffen. Das zeigt sich jetzt im Fall der weiterhin nicht gegründeten und damit nicht existenten Bürgerstiftung Blumenthal.

In Blumenthal selbst ließen sich die Hinweise auf die angeblichen Aktivitäten des Fantasiegebildes Bürgerstiftung Blumenthal noch relativ leicht beseitigen. So musste bei der Nennung des Verantwortlichen für die Videoüberwachung auf der Bahrsplate nur der Name ausgewechselt werden, und eine Internetseite, die ein Märchen von den schier unglaublichen Leitungen der nicht bestehenden Bürgerstiftung erzählte, verlor einfach ihre Funktionsfähigkeit.

Nur scheint man immer noch nicht überall dieses Blumenthaler Verwirrspiel zu kennen und zu durchschauen. Zumindest beachtet die Bremer Sozialbehörde den Unterschied zwischen einem realen Verein und einer irrealen Stiftung nicht, wenn die Meldung in der heutigen Ausgabe des Weser-Kuriers zutrifft.

Dort wird jedenfalls berichtet, dass die Sozialsenatorin in der übliche Laudatio auf alle irgendwie Beteiligten anlässlich der offiziellen Einweihung des WiN-Quartierstreffs auch einem gedankt hat, den es gar nicht gibt: „Das hätten wir ohne die Bürgerstiftung und ohne Peter Nowack nicht so gut hinbekommen.“, soll sie gesagt haben.

Da wird sich der Vorstand des unerwähnt gebliebenen Fördervereins sicherlich übergangen fühlen. Oder ?

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Helfende Bürger

#21 von Reinhard , 01.09.2014 21:28

Helfende Bürger


Inzwischen sehen auch immer mehr Blumenthaler, was dem Förderverein Bürgerstiftung und vor allem auch dem Ortsbild in einigen Bereichen fehlt. So wird in einem Bürgerantrag auf einen durch Abfallreste geschaffenen „ungepflegten Eindruck“ der „wunderschönen“ Bahrsplate hingewiesen.

Im Antrag wird daher eine Müllsammelaktion „unter der Regie des Fördervereins Bürgerstiftung Blumenthal e.V.“ vorgeschlagen und der/die AntragstellerIn erklärt sich auch gleich bereit, dabei mitzumachen. Das ist sicherlich ein Beispiel, das Blumenthal gut brauchen kann.

Vielleicht kann der Förderverein unter seinen Bolzfreunden noch für zusätzliche freiwillige Helfer werben. Das sollte nicht so schwer sein, da mit dem Spiel-Raum-Konzept von Werder Bremen auch pädagogische Zielsetzungen verbunden sind.

Dazu müsste es auch die Vermittlung einer ganz grundlegenden Norm unseres Alltagslebens gehören: In einer gerechten Gesellschaft kann es nicht für die einen geschenkte Bolzplätze und für die anderen das Zahlen von Steuern und das Aufsammeln von Müll geben.


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Nur Pech?

#22 von Reinhard , 03.09.2014 15:29

Nur Pech?

Wie an anderer Stelle ausführlich geschildert wurde, schüttet der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal in diesem Jahr sein Füllhorn über eine Reihe von Veranstaltungen aus, um damit das Image Blumenthals zu verbessern.

Allerdings scheint das bereits rein organisatorisch nicht immer ganz zu gelingen, wie zwei aktuelle Beisiel zeigen.

So meinte es Petrus offenbar nicht besonders gut mit dem Förderverein, da die Openair-Premiere des Grusicals „Dracula“, das mit 1.000 € gefördert wird, nach Schwanewede verlegt wurde, weil es in Blumenthal keine geeignete Halle für eine Veranstaltung bei schlechtem Wetter gibt.

Eine kaum größere Werbung für Blumenthal dürfte vom 1. Vegesacker Bobby-Car-Rennen ausgehen. Das findet, wie bereits der Name nur zu deutlich besagt, jenseits der Grenzen Blumenthals statt. Die Förderung dieses Events unter dem Namen eines anderen Bremer Stadtteils, deren Höhe nicht beziffert wird, erfolgt, weil „uns war daran gelegen“, ist, „diese Veranstaltung zu ermöglichen.“

Das ist eine eher gutsherrliche „Begründung“, vor allem wenn man an die Satzung des Fördervereins denkt, gegen die hier verstoßen wird. Dort heißt es im § 2: „Anliegen des Vereins ist es, im Stadtteil Blumenthal die soziale, kulturelle und bildungspolitische Tätigkeit zu unterstützen und anzuregen.“

Von einer Förderung „vieler Blumenthaler Kinder und Jugendlicher“, die an einem Event außerhalb Blumenthals teilnehmen, wie es jetzt als „Begründung“ angeführt wird, ist hingegen nicht die Rede.

Besonders ernüchternd für die Vorstandsmitglieder, die für diesen Satzungsverstoß verantwortlich sind, sollte ein heutiger Bericht im BLV sein. Dort kann man in einem Interview mit der Organisatorin des Rennens lesen, dass das Interesse von Bobby Car-Fans sogar über die Stadtgrenzen Bremens hinausgeht, es sich also nicht um ein Vegesacker und Blumenthaler Ereignis handelt..

Daher kann es nicht überraschen, dass in dem Interview Blumenthal, der Förderverein, eine Bürgerstiftung oder gar der Name eines Vorsitzenden, den man sonst selten vermissen muss, gar nicht erwähnt werden.

Hier wurden also Fördermittel ausgegeben, ohne dass ein Nutzen für Blumenthal erkennbar ist.

Ohnehin muss man sich bei dieser kaum nachvollziehbaren Förderpolitik fragen, ob man Spender motivieren kann, wenn Geld u.a. dafür verwendet wird, dass unter allen über 16-jährigen, auch wenn sie beim Rennen nicht mitgefahren sind, die „erste Miss Bobby-Car“ vom Publikum gewählt wird.

Fällt das unter die Förderung des Sports, der Jugendhilfe oder der „Toleranz auf allen Gebieten der Kultur“, wie es in der Vereinssatzung formuliert ist?

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Vordemokratische Informationspolitik

#23 von Reinhard , 21.09.2014 19:35

Vordemokratische Informationspolitik

Am letzten Montag hat die Mehrheit des Blumenthaler Beirats sich dafür entschieden, nicht weiter über die Hintergründe der fragwürdigen Aktivitäten des Fördervereins Bürgerstiftung und einer gar nicht existierenden Bürgerstiftung Blumenthal aufgeklärt zu werden. Allerdings konnten die beiden Fraktionsspitzen von SPD und CDU, obwohl sie selbst durch ihre Mitglieder im Vorstand des Fördervereins involviert sind, diesmal nur sieben Beiratsmitglieder für ihre ablehnenden Position zur Abstimmung bringen und genauere Auskünfte über diese beiden umstrittenen Organisationen verhindern.

Das ist nicht gerade viel, wenn man einen Beirat mit ursprünglich 17 Mitgliedern denkt.

Aber der Beschluss ist in einem demokratischen Verfahren zustande gekommen, sodass man ihn die Tatsachenentscheidung eines Fußballschiedsrichters akzeptieren muss, auch man sich fragen wird, wieso hier Vorstandsmitglieder über mehr Transparenz in einem Verein abstimmen konnten, in dessen Vorstand sie vertreten und damit für diese hier zur Diskussion stehende Politik mitverantwortlich sind.

Auch wenn so eine formale Mehrheit, die nicht unbedingt die Mehrheit der Blumenthaler repräsentiert, die von der Linken gewünschten Auskünfte über den Förderverein verhindert hat, weiß man inzwischen mehr über dieses Wirrwarr von Förderverein und Bürgerstiftung. Dafür hat nicht nur ein Blogartikel gesorgt, sondern auch ein Interview des Vereinsvorsitzenden, das er dem BLV gewährt hat.

Danach soll die Bürgerstiftung jetzt Ende 2015 gegründet werden, nachdem dieser Schritt zunächst für Ende 2013 vorgesehen war. Offenbar musste der Vorstand also erkenne, dass der Förderverein das Geld, das bei seinen Großsponsoren erhalten hat, nicht zweimal ausgegeben kann, es also für die Bürgestiftung zunächst sparen und gleichzeitig sein Füllhorn über ausgewählte Empfänger ausschütten kann, deren Projekt er für wichtig hält.

Allerdings muss sogar angemerkt werden, dass der Förderverein sogar eine Anregung aufgegriffen; denn seine Spende aus "Rock die Burg", will er in diesem Jahr nicht für "bildungspolitische, soziale und kulturelle Projekte" verwenden, wozu auch da Bobby Car-Rennen und das Graffiti-Bild gehört, sondern für die erheblich weniger diskussionsbedürftige Bildungsbrücke.

Wie in einem vordemokratischen Staat sagt also der Herrscher seinen Steuerzahlern und Militärdienstpflichtigen, was er für richtig hält. Mehr aber auch nicht.

Und das Verschwiegene ist nicht gerade wenig: es sich die Vereinbarungen über mögliche Gegenleistungen für Spenden des internationalen Konzens EDF Suez undd t eer Stadt Stadt Bremen, vor allem die Rechenschaftsberichte über die Einnahmen und Ausgaben des Fördervereins.
aa
Dabei fällt besonders auf, das der Vorsitzende das gegenüber der Öffentlichkeit und damit zukünftigen Spendern nicht einmal für nötig hält, wenn er erklärt: "Wir sind transparent. Vor allem gegenüber unseren Geldgebern"

Als die Sozialdemokraten noch für die parlamentarische Demokratie und gegen das Dreiklassenwahlrecht gekämpft haben, dürften sie das anders gesehen haben. Doch diese Zeiten sind offenbar vorbei, wenn sie selbst den "Monarchen" stellen. Da will man nicht die Bürger informieren, sondern die Geldgeber, ohne dass ein Außenstehender erfährt, was dabei gesagt wird. Und das im Zusammenhang mit einer Bürgerstiftung und keine Stiftung der EDF Suez.


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RE: Vordemokratische Informationspolitik

#24 von fight4yrights , 22.09.2014 07:48

Korrektur zur Beiratsabstimmung bezüglich des Bürgerantrages zur Videoüberwachung an der Bahrsplate:
Das Quorum "Mehrheit" wird zu Beginn der Beiratssitzung festgelegt, z.B.:
Eingeladen wurden 16 Mitglieder, anwesend sind 14, damit ist die (einfache) Mehrheit für diese Sitzung mit 8 Stimmen festgelegt.
In der Sitzung am 15.09. wurde die Mehrheit nach Erklärung der Befangenheit der "Beiratsvorstandsmitglieder" mit 6 festgelegt, denn 11 Mitglieder waren noch "stimmberechtigt" übrig.
Dann flogen die beiden Grünen raus und es wurde abgestimmt:
5 ja (der Rest der anwesenden SPD Fraktion) und der stellvertretene Leiter der Sitzung erklärte dieses Ergebnis als "die Mehrheit", um die weitere Bearbeitung des Antrages abzulehnen.
Rechtswidriges Handeln! Die "Mehrheit" wären 6 Stimmen gewesen, egal ob die beiden Grünen als befangen abstimmungsberechtigt gewesen wären oder nicht.

Die Konsequenz dieses Handels für die weitere politische Arbeit in diesem Beirat ist viel interessanter:
Wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich die Mehrheit erziele oder nicht, dann lasse ich schnell über die "Befangenheit" einzelner Stimmberechtigter abstimmen, schmeiße die raus und erziele so eine Abstimmungmehrheit?????
Geht's noch????

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Die „Freiwilligen“ des Fördervereins Bürgerstiftung

#25 von Reinhard , 11.10.2014 11:42

Die „Freiwilligen“ des Fördervereins Bürgerstiftung


Der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal hat eine originelle Idee umgesetzt, durch die sich sein Mangel an freiwilligen oder ehrenamtlichen Mitarbeitern beseitigen lässt, der bisher personalintensive Projekte verhindert hat.

Wie der Weser-Kurier berichtet, hat der Verein die Arbeit von Helfern für die Entmüllung der Bahrsplate dort gekauft, wo man sich nicht einmal in Bremen an Mindestlöhne halten muss. Man hat für ca. 40 Viertklässler zwei Schulstunden in einer Schule ausfallen lassen und stattdessen Müll auf der Bahrsplate eingesammelt. Als Naturallohn gab es dafür einen Computer und vier Bälle.

Auf diese Weise konnte also die Bahrsplate mit dem Meisterstück des Fördervereins, dem Bolzplatz, weiter aufgewertet werden und sich zum Schmuckstück vor den Fenstern des Ortsamtsleiters entwickeln. Das wird man sicherlich vor allem in den sozialen Brennpunkten Blumenthals als besonders gerecht empfinden, wo über eine Vermüllung geklagt wird.

Gleichzeitig hat diese Aktion den beteiligten Schülerinnen und Schülern eine wichtige offizielle Botschaft aus der Blumenthaler Verwaltung vermittelt: Müll sammeln ist wichtiger als schulisches Lernen.

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Ungeborene leben länger

#26 von Reinhard , 25.10.2014 19:38

Ungeborene leben länger

Nicht nur Totgesagte scheinen ein langes Leben zu führen. Dasselbe gilt offenbar in Blumenthal auch für Organisationen, die es gar nicht gibt, da sie nicht gegründet wurden. Ein Beispiel ist weiterhin die Bürgerstiftung Blumenthal.

Obwohl der Ortsamtsleiter eine Webseite für den Förderverein Bürgerstiftung Blumental betreut, auf der von eben diesen seltsamen Geburtsumständen zu lesen ist, berichtet er auf der Webseite des Ortsamtes in einem Beitrag über das 1. BREMER BOBBY CAR RENNEN AM 06.09.2014 etwas anderes. Hier heißt es zu einem der Sponsoren weiterhin: „Die Veranstaltung wird gefördert von der Bürgerstiftung Blumenthal.

Da Ungeborene keine Sponsoren sein können, stellt sich die Frage, warum das den Leserinnen und Lesern dennoch so dargestellt wird. Liegt es etwa daran, dass der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal entsprechend seiner Satzung diese Veranstaltung nicht unterstützen durfte, da sie nicht in Blumenthal stattgefunden hat?

Ist die Falschmeldung auf der offiziellen Seite des Ortsamtes daher vielleicht als Ablenkungsmanöver von diesem Satzungsverstoß zu werten?

Korrekt kann sie ja allein schon aus rein logischen Gründen nicht sein.


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Ein Fall von Kindesvernachlässigung?

#27 von Reinhard , 30.04.2015 14:13

Ein Fall von Kindesvernachlässigung?

Vor fast fünf Jahren wurde in Bumenthal ein Kind geboren, in dem vor allem sein Vater einen Heilsbringer zwar nicht für die gesamt Menschheit, aber wenigstens für Blumenthal sah. Allerdings blieb seine Vaterschaft nicht ganz geklärt, da an der Geburt eine Reihe von Mitgliedern des Blumenthaler Ortbeirates beteiligt war. Aber zunächst ünernahm vor allem der Ortsamtleiter zumindest die soziale Vaterrolle, während die anderen zu Nebenvätern und -müttern wurden, die rasch diese Alibirolle gegenüber einem Familienpatriarchen aufgaben. Was bedeutet es schließlich, wenn man an Entscheidungsfindungen kaum beteiligt wird, aber trotzdem dafür später in der Öffentlichkeit verantwortlich gemacht wird?

Für ein negatives Bild gab es durchaus Gründe, wie an anderer Stelle detailliert dargestellt ist. Wichtige Gesichtspunkte sind dabei die geringe Ausrichtung auf Blumenthaler Bürgerinnen und Bürger, die starke Abhängigkeit von Spenden und geheimen Vereinbarungen mit dem Kohlekraftwerk Farge, wodurch eine objektive Prüfung von dessen Umweltbelastungen durch den Beirat leicht ein Geschmäckle erhalten kann, und die vom Vorsitzenden versuchte Vermischung des Förderverein mit einer gar nicht existenten Bürgerstiftung Blumenthal. Ein eindrucksvolles Bild von den Illusionen, die sich der „Vater“ von seinem nicht geborenen Kind gemacht hat, vermittelt ein Artikel in der Imagebroschüre für Blumenthal. Hier lässt sich nicht zwischen Wirklicheit, angetrebten Zielen und Tagträumen trennen (vgl. S. 5), sodass man leicht einen Relitätsverlust des Autors vermuten kann. Oder war das ausschließlich Vaterstolz?

Das sind Fragen zur Seriosität von Verein und Stiftung. Wichtiger dürfte es jedoch noch sein, wie sich der soziale Vater tatsächlich um sein „Kind“ gekümmert hat.

Ein Blick auf die Webseite, die weiterhin unter „Bürgerstiftung“ aufgerufen werden muss, vermittelt gewisse Hinweise. Dort stellt man fest, dass bei der Arbeit de Vereins offenbar in relativ kurzen Abständen Sabbatjahre eingelegt werden, wie sie teilweise bei Fußballtrainern in Mode kommen, die Entspannung nach stressigen Spieljahren benötigen. Allerdings sind beim Verein die Intervalle sehr kurz, obwohl weder der Druck beim Kampf um die Meisterschaft, die Teilnahme an der Champions oder Europa League oder gar um den Abstieg besteht.

Der Verein weist so für die Jahre 2011 und 2015 bisher keine Aktivitäten aus. Ähnlich sieht es bei den Protokollen der Mitgliederversammlungen aus. Man findet drei, und zwar ausschließlich für die Jahre 2012 und 2013, wobei man sich im Jahr 2012 vor allem mit Möglichkeiten beschäftigt hat, den Verein bzw. eine noch zu gründende Stiftung in Blumenthal bekannt zu machen. Mit dem beschlossenen Projekt hatte man allerdings wenig Erfolg, da sich nur wenige Vereine dazu benutzen lassen wollten, für den dubiosen Förderverein und seine Bürgerstiftung Werbung zu machen.

Danach wird die Öffentlichkeit über keine weitere Mitgliedersitzung auf er Webseite informiert, ohne dass man erfährt, ob der Vorstand vielleicht gar keinen „Bedarf“ gesehen hat, da von einer Beteilung am „Meisterstück" Bolzplatz und der Bildungbrücke im Jahre 2014 nichts bekannt wurde.

Ohnehin endet das Informationsangebot auf der eigenen Webseite mit " Besuch beim Sommercamp im Denkort Bunker Valentin", das "am 11. August 2014 von Peter Nowack""publiziert" wurde unter „Aktuelles“ und bei den "Beiträgen" mit dem "6. “Rock die Burg" am 28. September 2014", "publiziert am 27. August 2014" (!?) von ebenfalls "Peter Nowack". Das mag zwar ein fetziger Abschluss und guter Abschied von diesem "Verein" sein. Nur wird man nach dem Hintergrund dieser weiteren Sabbatzeit fragen.

Möglicherweise bieten dazu einige Postings des Vereinsvorsitzenden eine Erklärung, die er auf der Facebookseite „Bremen-Nord - Das geht uns alle an!" in einer Diskussion gegeben hat.

Danach „arbeitet“ er „jeden Tag an den großen Aufgaben in unserer Stadt“. Dabei scheint für ihn besonders belastend zu sein, dass er für sein Gehalt „Verantwortung übernimmt“, während andere „nur stänkern“ und „kassieren“

Diese übernommene Verantwortung kann man offenbar nach der Meinung des Vereinsvorsitzenden und Ortsamtsleiters sehen, wenn man „nur hinschaut“.

Das hat anscheinend nicht für alle Diskussionsteilnehmer überzeugt, da die Vermutung geäußert wurde, Herr Nowack habe „etwas getrunken“ oder „phantasiere“.

In dieser Situation, in der der Vorstandschef offenbar häufige Sabbatjahre benötigt und sich durch durch die Verantwortung sehr belastet fühlt, sollten sich die Vereinsmitglieder und Vorstandskollegen fragen, ob sie dieser Qual nicht ein Ende machen müssen. Das wäre sicherlich nicht nur eine menschlich gebotene Lösung, sondern vor allem auch ein Weg für den Verein und eine künftige Bürgerstiftung Blumenthal, die kindlichen Streiche des Vereins vergessen zu machen.

Dazu braucht man keinen Vatermörder wie in einem psychoanalytischen Drama, sondern nur Mitglieder, die die Notwendigkeit eines personell unbelasteten Neuanfangs sehen und umsetzen. Man sollte es für Blumenthal tun, denn ein solcher Verein und eine spätere „Bürgerstiftung“ gehört, wie bereits der Name verspricht, in die Hände der Bürgerinnen und Bürger und nicht die von Ortsamtsleitern und Vorsitzenden ausgewählter Beiratsfraktionen!




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RE: Weltkonzern als Sponsor

#28 von Lola2 , 28.10.2015 17:15

http://www.gdfsuezep.de/cms/upload/PDF/G...tschland_DE.pdf
S.10/11
Zitat
So leistet GDF SUEZ Energie Deutschland an ihren
Kraftwerksstandorten bewusst einen Beitrag, der den
Regionen und ihren Bürgern vor Ort zugutekommt,
zum Beispiel mit den Bürgerfonds in Wilhelmshaven
und in Zolling oder als Partner der Bürgerstiftung Blu-
menthal in Farge. Engagierte Menschen entscheiden
bei diesen Projekten durch ihre Mitarbeit in Jurys und
Beiräten selbst, wie sie die fi nanzielle Unterstützung
des Kraftwerks für die Ausgestaltung des Lebens und
der Kultur in ihrem Umfeld nutzen wollen
Zitat Ende

Lola2  
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Ohne Transparenz, Bürgernähe und Zukunft?

#29 von Reinhard , 25.11.2015 17:08

Ohne Transparenz, Bürgernähe und Zukunft?

Mit dem Amtsantritt des jetzigen Blumenhaler Ortsamtsleiters sollte nicht zuletzt mit der Gründung einer Bürgerstiftung Blumenthal eine neue Zeit in Bremens nördlichstem Stadtteil beginnen. Dazu schrieb der Initiator auch schon gleich einen Artikel in eIner Imagebroschüre über Blumenthal, der diese Zukunft in leuchtenden Farbe ausmalte und dabei kaum zwischen der Gegenwart und dem von ihm erhofften neuen Blumenthal unterschied.

Doch die Realität sah gleich zu Beginn anders aus. Die Bürgerstiftung besaß nur Internetauftritte, ohne jemals gegründet worden zu sein, da die dazu notwendigen Sponsorengelder bisher nicht aufgebracht wurden. So existiert nur ein Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal, dem es immerhin gelang, vom Kraftwerk Farge höhere Spenden zu erhalten, die er an bestehende Organisationen in Blumenthal verteilen konnte. Über die Auswahl der Begünstigten kann man dabei nur rätseln, da es dazu keine veröffentlichten Kriterien für die Verteilung gab und auch in den wenigen zugänglichen Protokollen von Vorstandssitzungen keine Begründungen zu finden sind.

Ein "Meisterwerk" seiner Arbeit gelang dem Förderverein schießlich im Vorjahr mit dem Bau eines Bolzplatzes auf der Bahrsplate, wobei die näheren Umstände bei dem Bau dieser Anlage nicht unbedingt das Image Blumenthals verbessert haben. Der Bau ist so durch Eigenmächtigkeiten belastet, die man in einem demokratisch verfassten Gemeinwesen zumindest in der Häufung nicht erwartet: der Beirat wurde an der Planung und Standortentscheidung nicht beteiligt, das Genehmigungsverfahren durch die Baubehörde lag im Dunkeln, die nicht vorab genehmigte Videoüberwachtung führte zu politischen Querelen und ein Streit über die Befangenheit von Beiratsmitgliedern in dieser Frage drohte den gesamten Beirat lahmzulegen.

Aufbruch im Juni

Diese missliche Situation schien sich im Juni dieses Jahres zu ändern, als auf einer Vorstandssitzung offenbar ein Neuanfang beschlossen wurde. Das Protokoll ist immerhin mit "Einstimmger Beschluss: Ab sofort gilt bei den Geschäftsvorfällen absolute Transparenz!" überschrieben.

Nur wird man hochgesteckte Erwartungen vermutlich schnell revidieren, wenn man das "Kleingdruckte" liest. Das beginnt bei der Teilnehmerzahl; denn von den sieben Vorstandsmitgliedern waren nur zwei anwesend. Auch insgesamt sprach die Beteiligung nicht gerade für eine breite Verankerung in der Einwohnerschaft. So gab es neben den beiden Vorstandsmitgliedern nur eine weitere Teilnehmerin, die im Auftrag des Vorsitzenden eine Förderleitlinie entwerfen sollte. Hierauf bezieht sich auch die angekündigte Transparenz; denn von einer breiteren Information der Öffentlichkeit, die für Bürgerstiftungen typisch ist, gibt es weiterhin nichts zu berichten. Außenstehende erfahren nichts über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins und können damit seine Arbeit nicht anhand dieser harten finanziellen Fakten beurteilen. Sie bleiben wie in der Vergangenheit auf unvollständige Details und Vermutungen angewiesen.

Auch über die Mitgliederentwicklung gab es keine neuen Nachrichten. Offenbar ist es dem Vorstand nicht gelungen, die neuen Beiratsmitglieder für den Verein zu gewinnen, wie das noch bei seiner Gründung zunächst so unproblematisch gelungen ist, dass man in einem Filz aus Politik und Verwaltung kaum die Rollen von Verein, Ortsamt und Beirat unterscheiden konnte. Jetzt scheinen sich die Neuen aus diesem undurchsichtigen und durch seine bisherige Arbeit nicht besonders renommierten Verein heraushalten zu wollen.

Die Blickrichtung des Förderverein: historisch und lokal begrenzt

Neben dieser Förderleitlinie ging es in der Vorstandssitzung vor allem um eine Corporate Identity für Blumenthal. Dabei wurde in dem kleinen Kreis beschlossen, den Ortsnamen "durch den Zusatz "Perle der Industriekultur"...öffentlichkeitswirksam zu positionieren und den Ortsteil Blumenthal unter einem zeitgemäßen Slogan wie z.B. "Blumenthal. Perle der Industriekultur" zu bewerben.

Das Ende der Förderung durch das Kraftwerk Farge?

Das sind alles hehre Absichten. Aber über die eigentliche Grundlage für die Arbeit des Fördervereins konnte zumindest die Öffentlichkeit nicht informiert werden.

Das waren bisher fast ausschließlich die Spenden des Kratfwerks Farge, die zuletzt für zwei Jahre zugesagt wurden. Dieser Zeitraum läuft jetzt ab und von neuen Gesprächen ist an keiner Stelle die Rede.

Wenn man auf die finanzielle Situation anderer Betreiber von Kohlekraftwerken wie e.on und RWE sieht, kann man nicht unbedingt mit Sponsorengeldern rechnen, da nach der Energiewende und dem Überangebot an Ökostrom die herkömmlichen Kraftwerke rote Zahlen schreiben. Und aus Verlusten lassen sich bekanntich keine Spenden zahlen.

Damit rächt es sich, dass der Föderverein sehr stark auf diesen Großsponsor gesetzt hat und es ihm nicht gelungen ist, ein breiteres Engagement für die Bürgerstifung in Blumenthal zu wecken.

Die aktuellen Webseiten des Fördervereins

Diese typische Novembertristesse findet man jedoch nicht nur bei den Finanzdaten, sondern auch auf den Webseiten der Bürgerstiftung, die immer noch unter dem Namen der nicht existierenden Bürgerstiftung geführt werden. Hier scheint die Webseite www.buergerstiftung-blumenthal.de weiter vor sich hinzusiechen. Das lässt sich auch nicht auf ein verlorengeganges Passwort zurückführen, wie bereis kolportiert wurde, da das ein sehr guter Anlass gewesen wre, endlich den noch existenten Förderverein anstelle der fiktiven Bürgerstiftung ins Internet zu bringen. Auch spricht die letzte Meldung, die vom 25. Juni deses Jahres datiert, gegen diese Version; denn der Administrator hat unter "Aktuelles" noch keine Rubrik für das Jahr 2015 eingerichtet. So bleibt bisher als letzte Meldung die Nachricht, dass das Plenum der Bildungsbrücke ein neues Logo ausgewählt hat. Nicht einmal der Plan einer DiscGolf-Anlage wird hier erwähnt. Ist er etwa für den Vorsitzenden und Administrator weniger wichtig als das Logo oder nur realistischer, da ein Logo wenig kostet, was man von der professionell gebauten Freizeitanlage nicht sagen kann.

Es bleibt daher der Internetauftritt bei Facebook, den der Schriftführer inzwischen betreut. Aber hier wird im Anschluss an die Vorstandsitzung in Juni praktisch nur über die Arbeit des Fördervereins Kämmereimuseum und die der Bildungsbrücke berichtet.

Ein kaum genutzter Kopf mit zwei fremden Körpern

Damit besteht der praktische Teil des Fördervereins Bürgerstiftung de facto in der Tätigkeit der beiden Insitutionen Bildungsbrücke und Fördervereins Kämmereimusum, die beide unabhängig von der Bürgerstiftung geführt werden. Nicht einmal als Sponsor hat hier der Fördervein Bürgerstiftung eine zentrale Rolle, denn bei der Bildungsbrücke ist er nur als einer unter zahreichen anderen aufgeführt, ja, ehemalige Sponsoren des Fördervereins geben ihre Spenden inzwischen direkt an die Bildungsbrücke. Über die Gründe wird man nicht lange nachdenken müssen, da jeder Speder gern weiß, was mit seinem Geld gemacht wird. Transparenz ist damit vor allem im finanziellen Bereich notwenig, wenn eine Bürgerstiftung Erfolg haben will.

Diese Unabhängigkeit zeigt sich, wenn der Förderverein bei der Bildungsbrücke nicht mehr als Initiator aufgeführt, sondern in einer Präsentation Frau Binne als "Taktgeberin" bezeichnet wird. Damit hat sich offenbar die Bildungsbrücke vom Förderverein abgenabelt, was beim Förderverein Kämmereimusrum aufgrund seiner anderen Entstehungsgeschichte nicht notwendig war.

Da das Jahr, in dem der Förderverein seine letzten vertraglich zugesicherten Gelder vom Kraftwerk Farge erhalten hat, seinem Ende zugeht, wird man vermutlich in einer bedrückten Stimmung darauf warten müssen, ob das Kraftwerk trotz der schwierigen Marktsituation weiterhin senden kann. Sonst dürfte das Ende des Fördervereins Bürgerstifung drohen, denn ohne die Verteilung von Sponsorengeldern hat er praktisch keine Funktion mehr und die Institutionen, die seine aktuellen Aktivitäten betreiben, sind unabhängig und können auf eigenen Beinen stehen. Wie die letzen Veröffentlichungen von Finanzzahlen in diesen beiden Fllen zeigen, spenden die Bürger auch lieber für diese Institutionen, da sie inzwischen wissen, ewas dann mit ihrem Geld gemacht wird.


Reinhard  
Reinhard
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