Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Bürokratische und „innovative“ Verwaltung

#1 von Reinhard , 26.03.2013 09:31

Bürokratische und „innovative“ Verwaltung

Einige Leser im Forum werden bemerkt haben, dass nicht zuletzt in meinen Postings einige Formen der Verwaltung weniger gut weggekommen sind.

Das ist durchaus richtig, da ich auf diesem Gebiet ganz feste Vorurteile habe. So sollte meiner Meinung nach eine Verwaltung bürgernah, transparent und effektiv sein.

Diese Adjektive haben dabei durchaus eine Bedeutung, die sich auch definieren lässt. So meint „bürgernah“ eine Verwaltung, die sich immer dessen bewusst ist, dass sie Dienstleister für die Bürger ist, die sie als Steuerzahler für ihre Tätigkeit bezahlen, da einige Aufgaben besonders gut von einer staatlichen Institution geleistet werden können. Die Tätigkeit einer Verwaltung sollte sich daher nicht an fiktiven und abstrakten Zielen wie einer sogenannten höheren Staatsräson orientieren, sondern an den Bedürfnissen der Bürger.

Transparent“ bezieht sich auf Verwaltungsvorgänge, die nur dann geheim gehalten werden, wenn es wie bei der Verbrechensaufklärung oder bei Immobilienkäufen tatsächlich notwendig ist. Dazu dürften beispielsweise kaum die Messergebnisse von grundwassergefährdenden Stoffen gehören.

Effektiv“ bedeutet eine stetige Überprüfung des Verwaltungshandels auf seine tatsächliche Wirksamkeit. Dabei werden vor allem Statistiken dazu benutzt, um getroffen Maßnahmen auf ihren tatsächlichen Erfolg hin zu überprüfen. Wenn das nicht der Fall war, darf die Schlussfolgerung nicht eine Uminterpretation der Statistik sein. Vielmehr muss sich die Verwaltung von der Maßnahme verabschieden, auch wenn sie vielleicht mit dem „Herzblut“ der Innovateure verbunden ist, und nach neuen, vermutlich effektiveren Ansätzen suchen.

Dabei geht es immer nur um das ganz spezifische Verwaltungshandeln und nicht um die beteiligten Personen, die sicherlich auch ihre Gründe haben und anders Handeln könnten.

Auch mag man diese drei Kriterien für abwegig halten. Nur sollte man dann einmal in die aktuelle Koalitionsvereinbarung für Bremen schauen oder in einem Lehrbuch über die moderne Verwaltung nachlesen.

Eine andere gute Antwort auf einen Ärger, den man als Leser im Forum hatte, ist zweifellos, sich an der Diskussion zu beteiligen und es denen einmal zu „geben“, mit denen man nicht übereinstimmt.

Auch wenn ich als Administrator selbst die oben erwähnten Vorurteile nicht ganz abbauen kann, ist ein anderes noch stärker. Für mich lebt auch eine aktive kommunale Demokratie durch den öffentlichen Austausch von Meinungen.

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Beteiligen statt kritisieren!

#2 von Reinhard , 26.11.2013 19:23

Beteiligen statt kritisieren!

Von einer Bekannten habe ich gehört, dass ihr der Blumenthaler Ortsamtleiter in einer offiziellen Mail von seinem Interesse an diesem Forum berichtet hat, das er sehr oft besucht, um zu lesen, welche Positionen dort vertreten werden.“

Nur darf man das nicht als Kompliment verstehen, weil er „bisher noch nicht einen positiven Satz über Blumenthal und seine Politik gelesen“ haben will.

Das ist seine persönliche Meinung, wobei man allerdings fragen kann, ob seine Art der Zusammenfassung rein sachlich Sinn macht. Das Forum versteht sich als „stadtpolitisch“, sodass zwar die Schönheiten Blumenthals durchaus schon erwähnt wurden, aber kein Mantra sind, das stets und ständig wie eine Liebesformel wiederholt werden muss.

Themen sind hingegen vor allem lokalpolitische Entscheidungen, die sich auch nicht auf eine „Politik Blumenthals“ reduzieren lassen, da es Blumenthals nach dem Verlust seiner Selbständigkeit, die der Ortsamtsleiter durch die umstrittene „Anschlusssaue auf der Bahrsplate“ feiern wollte, als Gemeinde nicht mehr gibt.

Und auch sonst bestehen immer Mehrheiten und Minderheiten, wobei die Parteien dabei zumindest außerhalb Bremens ihre Position im Machtgefüge auch schon einmal wechseln können.

Aber diese Betrachtung soll hier nicht im Vordergrund stehen, da der Ortsamtsleiter sicherlich einen Grund für diese Art der Formulierung und damit seiner Kritik hat.

Wenn man sich mit diesem Urteil über das Forum quält, gibt es allerdings eine ganz einfache Möglichkeit, um die Situation zu ändern. Man kann das tun, worum hier bereits zum Start es Forums vor knapp einem Jahr gebeten wurde: Positionen und Vorschläge zu diskutieren, sodass „die Politik transparenter wird, die Sichtweisen der Bewohner mehr Bedeutung gewinnen und nicht zuletzt vielleicht sogar die eine oder andere Planungsfrage im Interesse vieler besser gelöst wird“

So ist hier jeder zu Stellungnahmen eingeladen, die auch nicht vorab einem Kronrat oder Küchenkabinett vorgelegt werden müssen, bevor sie überhaupt „zugelassen werden“ und auf eine Beantwortung hoffen dürfen. Es reicht die Einhaltung einer netiquette, was sicherlich auch das Klima vieler Beiratssitzungen gerade in Blumenthal verbessern könnte.

Man muss hier im Forum also keine unberechtigte Kritik hinunterwürgen, sondern kann die eigene Position öffentlich darstellen und erläutern.

Zumindest im antiken Hellas hat man geglaubt, dass ein derartiger Meinungsaustausch auf dem Forum ein Gemeinwesen nicht belastet, sondern voranbringt. Wenn man den Stand des kulturellen Lebens in dieser Zeit mit der anschließenden Feudalzeit vergleicht, scheint diese Position nicht ganz falsch gewesen zu sein.

Ein zentrales Ergebnis dieser Diskussionen war beispielsweise die Erkenntnis, dass erst aus dem Wechselspiel von These und Antithese eine Synthese folgt, nicht aber aus dem beständigen Festhalten an einer alten These, die vielleicht sogar neue Entwicklungen gar nicht einbezogen hat, wie z.B. die Planung des BWK-Geländes zeigt.


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