Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Tanklager-Bürgerinitiativen

#1 von Reinhard , 28.02.2013 10:14

Tanklager gibt es bekanntlich nicht nur in Farge und Schwanewede. Daher können Informationen über die Probleme und die Aktivitäten der Betroffenen in anderen Regionen viele Anregungen geben.

Ein Beispiel ist die Bürgerinitiative Thune e.V. ( BITTe.V.) im Braunschweiger Stadtteil Thune. Wie es auf ihrer Webseite heißt, setzt sich diese Initiative für die „Förderung und Erhaltung der Lebensqualität, des Umwelt- und
Landschaftsschutzes sowie des öffentlichen Gesundheitswesen im Bereich Wenden -Thune - Harxbüttel und der umliegenden Gebietskörperschaften“ ein.

Hier ging es zunächst um ein Tanklager der BP, dessen Betrieb zum Jahresende 2008 eingestellt werden sollte. Deshalb wollte der Ölkonzern die belasteten Flächen dekontaminieren und den „Urzustand der Wald- und Wiesenflächen wieder herstellen“.

Dann entschloss sich die BP jedoch, das Tanklager an einen niederländischen Entsorgungsbetrieb zu verkaufen, der dort flüssige Abfallstoffe und Düngemittel lagern wollte.

Um diese Form einer weiteren Nutzung des Tanklagers zu verhindern, entstand die Bürgerinitiative Thune. Ihre wichtigsten Ziele waren die „Erhaltung der bisherigen Wohnqualität“ und die „Dekontamination des Geländes“, wie es die BP ursprünglich zugesagt hatte.

Unmittelbarer Auslöser waren Gerüchte über eine Lagerung und Verarbeitung von Gülle und Tierkadavern.

Die Bi erreichte u.a. durch eine Unterschriftensammlung eine öffentliche Informationsveranstaltung, zu der die Stadt Braunschweig eingeladen hat und die von einem Vertreter der Stadt protokolliert wurde, sodass die Aussagen des Entsorgers damit für mögliche spätere rechtliche Auseinandersetzungen fixiert sind.

Dabei wurden als Vorteile einer Lagerung von Düngemitteln gegenüber der von Mineralölprodukten u.a eine geringere Lärmbelastung, da die Güter seltener umgeschlagen werden, ein reduziertes Gefahrenpotenzial und neue Arbeitsplätze genannt.

Die Sorgen der Anwohner wegen einer drohenden erheblichen Geruchsbelästigung und einem Verfall der Werte ihrer Grundstücke konnten jedoch nicht entkräftet werden.

Inzwischen hat der Entsorger den Standort in Braunschweig und die BI setzt sich in anderen Bereichen für eine „Förderung und Erhaltung der Lebensqualität“ ein.

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Bürgerinitiative Lebensqualität

#2 von Reinhard , 20.11.2013 09:54

Die Bürgerinitiative Lebensqualität Horsten/Etzel/Marx e.V. ist jetzt durch den Kavernenunfall in Etzel in die Medien gekommen.

Auf ihrer Webseite bietet sie eine Reihe interessanter Beiträge an, die u.a. über die generelle Problematik unterirdischer Rohstoffspeicher, aber auch die ganz konkreten Erfahrungen des Vereins etwa mit "beratungsresistenten" Politikern informieren.

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RE: Bürgerinitiative Lebensqualität

#3 von Lola , 20.11.2013 14:49

http://www.nwzonline.de/friesland/blauli...2671038469.html

Zitat
Bedenklich stelle sich aber auch die Informationspolitik des Landkreises Wittmund und des Landesbergamtes (LBEG) dar. „Die bisher verspürte Nähe zur IVG konnte man auch anlässlich dieser Veranstaltung wahrnehmen“, schildert Rudolph seine Eindrücke von der Pressekonferenz am Montag bei IVG Caverns (die NWZ  berichtete).

Die Folgen dieses Ölunfalls, bei dem mindestens 40 000 Liter Erdöl ausgetreten sind, könne man noch nicht abschätzen. Ob die IVG Caverns überhaupt in der Lage ist, die Kosten dieses Großeinsatzes und der nachfolgenden Maßnahmen zu tragen, gelte es im Hinblick auf das Insolvenzverfahren des Mutterkonzerns IVG Immobilien AG zu hinterfragen.
Zitat Ende


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RE: Bürgerinitiative Lebensqualität

#4 von Lola , 22.11.2013 07:23

https://m.weser-kurier.de/articles/71589...g-dauert-wochen

Zitat

Ölunfall Etzel - 22.11.2013
Reinigung dauert Wochen

Von Martin Wein

Vier Tage nach dem Öl-Unfall in der Kavernenanlage im friesischen Etzel ist der Ölfluss offenbar eingedämmt. Allerdings wurde auch in der Nacht zu Donnerstag noch eine der zahlreichen rund um die Uhr überwachten Ölsperren weiter verstärkt.
Zitat Ende

Ein Biologe hat in dem verseuchten Gebiet schon die ersten drei verölten Schwäne und einen Silberreiher gesichtet. Man rechnet damit, dass die Katastrophe weitaus mehr Tiere betreffen.

Dort ist das Umweltdesaster für jeden sichtbar.
Beim Tanklager Farge findet diese Katastrophe im für Bürger " nicht sichtbaren Bereich" statt und hat ein solches Ausmass annehmen können, wie der Stand bis dato ist.

Im Bericht heißt es weiter "es bleiben viele Fragen zur Ursache des Unfalls und den technischen Standards der Anlage".

Der BUND fordert für die Zukunft eine strengere Kontrolle der Aufsichtsbehörden. "Die niedersächsische Regierung muss nun alle Kavernen, Öltanks und Ölterminals nochmals auf den Prüfstand stellen, um sicherzustellen, dass das Wattenmeer tatsächlich ausreichend geschützt ist"" fordert die Meeresschutzbeauftragte der Organisation.

Es heißt weiter, dass es falsch gewesen sei, dass die Kavernen vor ihrer Inbetriebnahme 2012 keiner Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen wurden.

Ist es Standard, dass bei solchen Großprojekten im Vorfeld diese Umweltverträglichkeitsprüfungen nicht durchgeführt werden?


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zuletzt bearbeitet 22.11.2013 | Top

RE: Bürgerinitiative Lebensqualität

#5 von Klueverbaum , 22.11.2013 23:34

Die Bürgerinitiative Lebensqualität hat heute Strafanzeige gestellt: http://harlinger.de/Nachrichten.aspx?Art...7&ReturnTab=125

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RE: Bürgerinitiative Lebensqualität

#6 von Lola , 23.11.2013 07:12

zum Link http://harlinger.de/Nachrichten.aspx?Art...7&ReturnTab=125 aus Posting nr. 5 v. Klueverbaum heißt es:

Zitat
Am Verteilerplatz 10 der IVG Caverns sind am Wochenende rund 40 000 Liter Rohöl ausgelaufen und haben umliegende Gewässer verschmutzt. Jede Dorftankstelle, so Janssen-Kucz, sei besser gesichert. „Man muss sich die Genehmigungen durch das LBEG noch einmal anschauen.“
Zitat Ende

Würden die Behörden in Bremen sich auch so zugeknöpft verhalten wenn das gigantische Umweltdesaster in Farge für jeden sichtbar wäre, wie es in Etzel der Fall ist?
Aber wie hieß es aus Bremen? Das Tanklager ist sicher! Es entspricht dem Sicherheitsstandard!

Man kann als Bewohner dieser Region nur hoffen und fordern, dass das Tanklager endgültig geschlossen wird und die " Betriebsgenehmigung" für ungültig, entzogen oder wie immer man das juristisch nennen kann, damit ausgeschlossen werden kann, dass ein findiger Jurist ein Schlupfloch für einen Weiterbetrieb ausmacht.


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RE: Bürgerinitiative Lebensqualität

#7 von fight4yrights , 23.11.2013 17:28

Zitat
Man kann als Bewohner dieser Region nur hoffen und fordern, dass das Tanklager endgültig geschlossen wird und die " Betriebsgenehmigung" für ungültig, entzogen oder wie immer man das juristisch nennen kann, damit ausgeschlossen werden kann, dass ein findiger Jurist ein Schlupfloch für einen Weiterbetrieb ausmacht.



Volle Zustimmung!

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RE: Bürgerinitiative Lebensqualität

#8 von Lola , 24.11.2013 08:29

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,717892.html

Zitat

Etzel - 24.11.2013
Lies macht Ölunfall zur Chefsache
Von WESER-KURIER

Etzel. Nach dem Ölunfall in Etzel hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) das Krisenmanagement gestern nach einem Besuch am Unfallort direkt in sein Ministerium verlagert. Er kündigte die „rückhaltlose Aufklärung“ des Unfalls an. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) werde er anweisen, dem verantwortlichen Unternehmen, der IVG Caverns, den Einbau von Überwachungssystemen von Ölaustritten vorzuschreiben. Außerdem müssten die Kontrollintervalle verkürzt werden. Bericht Seite 16
Zitat Ende

Das ist eine Reaktion die ich von Politikern erwarte.
"Rückhaltlose Aufklärung" - "die Anweisung an das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) dem verantwortlichen Unternehmen IVG Caverns, den Einbau von Überwachungssystemen von Ölaustritten vorzuschreiben. Außerdem müßten die Kontrollintervalle verkürzt werden."

Noch mehr Presseberichte:
http://www.waz-online.de/Nachrichten/Pan...risenmanagement

http://www.bild.de/regional/hannover/oel...19846.bild.html

https://www.facebook.com/pages/BI-Lebens...205995942767984


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Auch aller schlechten Dinge sind drei..

#9 von Reinhard , 29.04.2014 09:34

Auch aller schlechten Dinge sind drei..

Nach dem Tanklager Farge und der Kaverne Etzel sorgt jetzt eine dritte Ölkontamination innerhalb kurzer Zeit für Schlagzeilen in der Presse.

Auf einem Bauernhof im nordrhein-westfälischen Gronau-Epe (Kreis Borken), der sich über ein Ölkaverne befindet, haben sich an mehreren Stellen größere Öllachen oder kleine Seen gebildet.

Während die Ursachen der Leckage auf der Rinderweide noch nicht geklärt sind, wurden bereits 1.000 Tonnen Boden auf allen betroffenen Flächen abgetragen.

Die Besitzer des Bauernhofs mussten inzwischen auch erleben, wie gefährlich Öl im Trinkwasser sein kann; denn sechs Kühe, die das Wasser-Öl-Gemisch getrunken hatten, mussten gekeult werden.

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