Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Das Beispiel Mülldeponie Stapelfeld

#1 von Reinhard , 25.02.2013 10:35

Mülldeponie Stapelfeld

Wenn sich in einem Stadtteil Umweltbelastungen wie ein Tanklager mit Leckage, ein Kohlekraftwerk und Anlagen zur Sondermüllverbrennung in der Nähe des Ortszentrums befinden, kann es hilfreich sein, wenn man sich einmal darüber informiert, wie die Einwohner anderer Orte sich in ähnlichen Situationen verhalten haben.

Ein sehr informatives Beispiel findet man im niedersächsischen Cloppenburg, einer Kreisstadt im Emsland. Dort wurde im Stadtteil Stapelfeld eine anscheinend erhöhte Zahl von Krebserkrankungen und –todesfällen auf eine Mülldeponie zurückgeführt. Das erhöhte Krebsrisiko wurde durch eine Analyse des Krebsregisters bestätigt. Trotzdem gab es praktisch keine Reaktion der zuständigen Verwaltung.

Einen Überblick gibt ein Beitrag des NDR zum „Krebsrisiko Mülldeponie?“.

Mehr Details findet man in einem Video der Bürgerinitiative VVC sowie auf der Homepage des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Cloppenburg (VVC).

In einer Analyse der Deponiegase wurden Kanzerogene (Vinylchlorid, Benzol) nachgewiesen, „die das.. Lebenszeitrisiko erheblich erhöhen, wie auch Lösungsmittel (Xylole, Toluol, Ethylbenzol), die bis zum 700-fachen über den Referenzkonzentrationswerten lagen.“ Auch wurde von Wissenschaftlern darauf hingewiesen, „dass Komponenten wie Benzol/Vinylchlorid verstärkt aufgenommen werden“ und Kombinationseffekte auftreten können, „die die Gefährdung erhöhen“.

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RE: Das Beispiel Mülldeponie Stapelfeld

#2 von Reinhard , 25.02.2013 15:33

Inzwischen scheinen sich die Anstrengungen der BI gelohnt zu haben, da der Kreistag „die Sicherung und Stilllegung der Mülldeponie“ beschlossen hat.

Wenig Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein verrät eine Aussage des Landrats zu dieser verspäteten Maßnahme für eine Anlage, auf die ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko zurückgeführt wurde: „Das Geld liegt auf der Bank und bringt gute Zinsen“.

Bei den aktuellen Minizinsen scheint er den Schutz der Anwohner für keine gute „Anlage“ zu halten, denn sonst könnte man seine rein ökonomische Argumentation kaum nachvollziehen.

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