Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

"Schatten der Vergangenheit"

#1 von Lola , 31.07.2018 21:33

https://www.weser-kurier.de/region/die-n...id,1753869.html

Zitat

Diskussion um Ehrenbürgerwürde
Schatten der NS-Vergangenheit in Blumenthal

Ina Bullwinkel 30.07.2018 0 Kommentare

Der NS-Gauleiter Otto Telschow war Ehrenbürger in Blumenthal. Formal ist diese Würde längst erloschen, symbolisch aberkannt - wie in anderen Gemeinden - wurde sie bisher nicht.

Alle im Beirat waren sich einig. Ein NS-Gauleiter dürfe nicht Ehrenbürger Blumenthals sein. Vier Jahre ist es her, dass Detlef Gorn einen Bürgerantrag gestellt hat, damit der Beirat dem Gauleiter Otto Telschow die Ehrenbürgerschaft symbolisch aberkennt. Und vier Jahre ist es her, dass der Beirat unisono dafür stimmte. Passiert ist seitdem nichts.

Rechtlich endet die Ehrenbürgerschaft mit dem Tod der gewürdigten Person. „Städte und Gemeinden führen jedoch Ehrenbürger danach weiterhin in ihren Ehrenbürgerlisten an. Aus diesen kann es posthum auch eine förmliche Austragung (Aberkennung) geben, wenn die ehemals verleihende Gemeinde dies so beschließt“, teilte Konrad Elmshäuser, Leiter des Bremer Staatsarchivs, damals mit.

Im Fall Telschows sei das nicht geschehen, weil die unabhängige Gemeinde Blumenthal im Jahr 1939 erloschen ist, sechs Jahre nach Verleihung der Würde. Seitdem gehört der Stadtteil zu Bremen und seine Ehrenbürger sind laut Elmshäuser nicht übertragen worden. „Da bremische Stadtteile keine Ehrenbürgerwürden vergeben, können sie sie auch nicht 'übernehmen' oder auch aberkennen.“

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Der Artikel endet wie folgt:
In Blumenthal hat es solch einen symbolischen Akt nie gegeben. Für die Stadt hat sich die Sache mit der Eingemeindung erledigt. „Wir haben das damals weitergegeben an den Senat, der hat erklärt, dass die Ehrenbürgerschaft erloschen ist“, sagt Ortsamtsleiter Peter Nowack. „Das Thema ist durch, es hat sich erledigt. Wir haben als Beirat alles gemacht, was möglich war.“ Ohnehin betont er, die Ehrenbürgerschaft aller „Nazi-Größen“ sei automatisch nach dem Zweiten Weltkrieg erloschen.

Beiratssprecherin Ute Reimers-Bruns (SPD) war der Fall Telschow bisher nicht bekannt. "Das ist etwas, was wir im Beirat thematisieren und transparent machen sollten." Sie findet es wichtig, auf Telschow aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen. Nach der Sommerpause will sie mit den einzelnen Fraktionen sprechen. „Andere Städte haben es im Amtsblatt oder per Pressemitteilung vermeldet“, sagt Rechtswissenschaftler Tristan Barczak. Unabhängig davon, warum eine Ehrenbürgerschaft erlischt, könne die Stadt sie jederzeit symbolisch entziehen. „Dabei würde es sich um einen schlicht-hoheitlichen Verwaltungsakt handeln, der keine juristische Wirkung hat.“ Das könne niemand mehr angreifen, solch ein Akt unterliege keinem Rechtsschutz. Nach der Beiratssitzung am 10. März 2014 gab es neben dem Protokoll der Sitzung keine Veröffentlichung, keinen symbolischen Verwaltungsakt, keine Pressemitteilung."
Zitat Ende

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