Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

"Shoah"-Regisseur Claude Lanzmann ist tot"

#1 von Lola , 06.07.2018 20:32

https://www.weser-kurier.de/deutschland-...id,1746077.html



Zitat

Mit 92 Jahren
"Shoah"-Regisseur Claude Lanzmann ist tot"
05.07.2018 0 Kommentare

Der französische Regisseur Claude Lanzmann ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Sein Film „Shoah“ über den Völkermord an den europäischen Juden hatte Lanzmann weltberühmt gemacht.


...im Artikel heißt es weiter...

"Mit seiner fast zehnstündigen Zeitzeugen-Dokumentation "Shoah" über den Völkermord an europäischen Juden hat Lanzmann Geschichte geschrieben.

Er ließ darin Opfer und Täter des Holocaust zu Wort kommen."

Zitat Ende


...hier noch Informationen aus der Papierausgabe des Weser Kurier v. 6.Juli 2018 - Seite 3....
Zitat
"Seine Filme sind Werke gegen das Verschweigen, Verdrängen und Vergessen".
Christoph Haubner, Auschwitz-Komitee
Zitat Ende


"Es gibt in Shoah kein Archivmaterial. Das ist nicht die Art, wie ich arbeite."

Claude Lanzmann, Filmemacher


..weiter heißt es erklärend dazu:
Zitat
"Es gibt in "Shoah" keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht", sagte Lanzmann einmal. "Wenn ich einen Film gefunden hätte- einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war-, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden- Männer, Frauen, Kinder- gemeinsam sterben, in der Gaskammer des Krematoriums2 in Auschwitz. Ich hätte ihn nicht nur nicht gezeigt, ich hätte ihn sogar vernichtet.
Ich kann nicht sagen, warum."
Das Obszöne, das von einem solchen Film ausgegangen wäre, hat Lanzmann noch verschiedentlich thematisiert. Vor allem aber die Initiation, die ihm die Dreharbeiten ermöglicht hatte. "Ich machte zwar den Film, aber der Film machte auch mich", sagte er in einem Interview. Dies umso mehr, als sein Wissen über den Holocaust zuvor "gering und dürftig" gewesen sei. Mit den Dreharbeiten von "Shoah" aber habe er sein Thema gefunden, das ihm Pflicht und Lebensinhalt gewesen sei.
Lanzmanns hoher Politisierungsgrad wie auch sein Beharrungsvermögen rühren von seinem jugendlichen Engagement in der kommunistischen Jugendbewegung Frankreichs her, der französischen Widerstandsbewegung. Zwei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs studierte er, der als einer unter wenigen Franzosen schon bald wieder ins Land der Täter reiste, in Tübingen Philosophie. Später arbeitete er als Lektor an der Freien Universität Berlin und verdingte sich als Herausgeber von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir begründeten Zeitschrift "Les Temps modernes". "
Zitat Ende


In der Papierausgabe wird die Begegnung mit Abraham Bomba geschildert, jener jüdische Friseur der Jüdinnen in der Gaskammer des Konzentrationslagers Treblinka das Haar abschneiden mußte. Lanzmann interviewte ihn in seinem Friseursalon in Tel Aviv. "In Materialien zur Schlüsselszene erläutert Lanzmann den Bezugsrahmen:"Nackt, zu Tode erschrocken von den Peitschenhieben der ukrainischen Wachen, kamen die jüdischen Frauen, jeweils 70 pro Schub, in die Gaskammer, wo 17 ausgebildete Friseure auf sie warteten, sie auf zu diesem Zweck bereitgestellten Holzbänken Platz nehmen ließen und ihnen mit vier Scherenschnitten all ihr Haar abschnitten."

..nachzulesen in der Papierausgabe des Weser Kurier v. 6.Juli 2018 - Seite 3

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