Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Informations-Treffen in Farge

#1 von Reinhard , 10.02.2013 16:53

Viel neue Fragen und kaum Vertrauen in die Umweltbehörde

Das Informations-Treffen für alle Anwohner des Tanklagers Farge, zu dem die Bürgerinitiative am letzten Donnerstag (7.2.2013) um 18.00 Uhr in den Gemeindesaal der reformierten Kirche Rönnebeck-Farge eingeladen hatte, war nicht nur für die Bürgerinitiative ein großer Erfolg, der von den etwa 60 Teilnehmern gleich über 50 als Mitglieder beigetreten sind.

Profitieren dürften auch die Anwohner, da durch dieses Engagement der Betroffenen die Bürgerinitiative ihre weitere Arbeit mit noch mehr Nachdruck verfolgen kann. Und das ist durchaus nötig, denn in der Diskussion wurde deutlich, welche großen Aufgaben bei der Sanierung anstehen.

Unter den Teilnehmern schien niemand den spärlichen Mitteilungen der Umweltbehörde zu glauben, da fast jeder mit seinen eigenen Augen beobachtet hatte, dass man diese Aussagen bestenfalls als Beschwichtigungsversuche verstehen kann.

So gehen die Anwohner davon aus, dass in dem Verkaufsexposé nicht ohne Grund eine Erneuerung der Füllstandanzeige für ca. 1,4 Mio. € von der Bundesbauverwaltung für „notwendig“ gehalten wird. So wurde von Fehlanzeigen berichtet, bei denen es „nicht nur um ein paar Liter geht“.

Als Begründung für die Leckagen wurde darauf verwiesen, dass die Tanks nicht geschweißt, sondern nur vernietet sind. Dabei sind Reparaturen außerordentlich schwierig und damit teuer, da die Tanks mit einer Wandstärke von 20 mm 35 m tief in der Erde liegen.

Im Hinblick auf einen notwendigen ständigen Wartungs- und Ersatzbedarf wurde in einer Stadt mit Werfttradition ein Vergleich zu Tankschiffen gezogen, die unter diesen Bedingungen nach 10 Jahren bereits so porös sind, dass man sie nur noch als Schrott bezeichnen kann.

Einige Teilnehmer berichteten, dass nach wie vor jede Woche ein Tankschiff ankommt, bei dem sich deutlich beobachten lässt, dass eher Ladung gelöscht als aufgenommen wird. Daher fällt es diesen Beobachtern schwer, an eine Aufgabe des Tanklagers zu glauben. Für sie bestätigt bisher nichts die Aussage im Verkaufsexposé, wo es heißt: „Die Firma TanQuid wird das Tanklager leer fahren, stilllegen und den Betrieb vollständig schließen.“

Große Empörung löste die erneute Rechtsbelehrung durch die Umweltbehörde aus, nach der Bremen seine Grundsteuerzahler in der Nähe des Tanklagers nicht dabei unterstützen will, dass sie für den Verfall ihrer Grundstückswerte entschädigt werden, obwohl Behörden von Stadt und Land das Tanklager anscheinend nur mit wenig Erfolg kontrolliert haben.

Besonders beunruhigt wurden von zahlreichen Krebsfällen im Bereichs des Tanklagers berichtet. Daher erwarten die Versammlungsteilnehmer sorgfältige und sachgerechte Analysen der Krebserkrankungen, da die behandelnden Ärzte bei den einzelnen Fällen bisher noch nicht über mögliche Einflüsse von Benzol und F34/ JP-8, das u.a. auch das Erbgut schädigen kann, informieren und in die Therapiepläne einbeziehen konnten.

Es gab also viel Kritik an den Bremer Ämtern und vor allem an der Umweltbehörde, die so lange Zeit die Situation am Tanklager verharmlost hat. Es dürfte daher sehr spannend werden, wenn am kommenden Dienstag ab 19.30 Uhr der Umweltsenator in der Scheune von Haus Blomendal Rede und Antwort stehen kann, will und muss.

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RE: Informations-Treffen in Farge

#2 von Lola , 13.02.2013 06:41

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RE: Podiumsdiskussion v.12.2.2013

#3 von Lola , 14.02.2013 07:27

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,499480.html
Zitat
Senator prüft Sonderkontrolle
Von Volker Kölling

Hat vergiftetes Grundwasser vom Tanklager Farge aus auch schon Erde an der Oberfläche vergiftet? Zwar ist sich Umweltsenator Joachim Lohse sicher, dass das eigentlich nicht passiert sein kann, trotzdem will er durch Messungen bis zur zweiten Aprilwoche Klarheit für die Menschen schaffen, die direkt auf der sogenannten Fahne des belasteten Grundwassers wohnen.
Zitat Ende

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RE: Podiumsdiskussion v.12.2.2013

#4 von Lola , 14.02.2013 08:00

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,499480.html

Eine sehr wichtige Aussage kam von Georg Karfusehr, Altlastensanierer bezüglich der Fließgeschwindigkeit des Grundwassers.
Es sind max. 10-30 m pro Jahr, aber die Fahne muss umgehend gestoppt werden. Wenn nichts passiert wird das vergiftete Grundwasser in einigen Jahren die Trinkwasserbrunnen erreicht haben, die Bremen mit Trinkwasser versorgen.

Hoffentlich wird jetzt auch der Letzte erkennen, dass es auch ihn in ein paar Jahren trifft.

Arbeitsplätze stehen eben nicht an 1.Stelle.

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zur Podiumsdiskussion v.12.2.2013 WASSER

#5 von Lola , 14.02.2013 19:03

http://www.spiegel.de/politik/ausland/un...t-a-708967.html

Zitat
Deutschland gehört nach den Worten seines Botschafters Peter Wittig zu den entschiedensten Verfechtern des Rechts auf sauberes Wasser. "Weltweit haben 884 Millionen Menschen keinen genügenden Zugang zu sauberem Wasser und mehr als 2,6 Milliarden keinen zu einfachen sanitären Anlagen", sagte er. "Jedes Jahr sterben etwa zwei Millionen Menschen an den Folgen unsauberen Wassers, die meisten von ihnen sind Kinder." Deutschland habe sich zwar eine noch klarere Verantwortung in der Resolution gewünscht, stimme diesem Kompromiss aber zu.
Zitat Ende

http://www.das-blv.de/elkat/121212/pages/10002.jpg
Zitat - letzte Spalte oben
"Sie haben ein Recht am Boden, aber nicht am Grundwasser"
Zitat Ende

- also irgendwie passt das nicht !

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RE: zur Podiumsdiskussion v.12.2.2013

#6 von Lola , 14.02.2013 22:01

http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=083506

Ab Minute 10.25

Schauen wir mal wie es weitergeht mit dem Tanklager.

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Termin 25.2.2013 - 18.00 in Farge

#7 von Lola , 20.02.2013 20:53

Die Bürgerinitiative Tanklager-Farge lädt zu einem erneuten Informationsabend in den Gemeindesaal der reformierten Kirche Rönnebeck-Farge ein.

Über eine rege Teilnahme von Anwohnern und Interessierten würden sich alle Mitglieder freuen.

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RE: Termin 25.2.2013 - 18.00 in Farge

#8 von Reinhard , 23.02.2013 11:05

Noch eine kleine Ergänzung zur Thematik aus dem BLV vom 20. Februar 2013 (Seite 20):

Das zweite Treffen der Bürgerinitiative für Erhaltung des Wasserschutzgebietes Blumenthal und Aufklärung der Verseuchung von Grund, Wasser und Boden durch das Tanklager Farge findet am Montag, 25. Februar, 18 Uhr, im Gemeindesaal Farger Straße 19, statt.

Themen sind
die Organisation der Bürgerinitiative,
Grundwasseruntersuchungen der Anwohner,
anwaltliche Vertretung und
Fragenbeantwortungen.

Interessierte Anwohner sind herzlich willkommen.

Kontakt: Tanklagerfarge@t-online.de

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6. Anwohnertreffen

#9 von Reinhard , 09.06.2013 12:11

Das bereits sechste Anwohnertreffen wird am Dienstag, dem 2. Juli 2013, wieder in Farge stattfinden.

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RE: 6. Anwohnertreffen

#10 von Reinhard , 27.06.2013 08:32

Inzwischen wird ein Einladungsflyer für das Treffen am kommenden Dienstag, dem 2. Juli 2013, um 19.00 Uhr
im Gemeindesaal der ev.-reformierten Kirchengemeinde Farge verteilt. Danach sollen folgende Themen behandelt werden:

- die Ergebnisse der von der BI organisierten privaten Grundwasseranalysen ,
- das Gespräch mit dem Umweltsenator,
- die Standpunkte Bremens und des Landkreises Osterholz zur Rückbauauflage,
- die Webseite des Bremer Umweltinfoirmationssystem (BUISY) zur Altlast „Tanklager Farge“,
- eine „Kleine Krebsanalyse“ und
- eine beabsichtigte Vereinsgründung.

Auf die Teilnehmer wartet also auch nach der Stilllegung des Tanklagers ein breites Spektrum an Informationen und Neuigkeiten.

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Neue Tanklager-Karriere

#11 von Reinhard , 03.06.2014 18:00

Neue Tanklager-Karriere

Auch wenn die Nutzung als Tanklager inzwischen Geschichte ist, scheint das Tanklager in Farge jetzt eine neue politische Karriere zu starten. Es dient als Aufmerksamkeitsfänger in der politischen Diskussion vor der Bürgerschafts- und Beiratswahl im kommenden Jahr.

So muss man nicht zu den Anwohnerversammlungen der Tanklager-Bürgerinitiative gehen, um sich zu informieren. Das ist sich am kommenden Donnerstag auch in einem weniger religiös geprägten Ambiente im „Grünen Jäger“ möglich. Dorthin hat die CDU zu einem Bürgerstammtisch eingeladen, an dem auch zwei Vorstandsmitglieder des Vereins, der aus der Bürgerinitiative hervorgegangen ist, teilnehmen werden. Man kann also Neues aus erster Hand und in einer intimeren Umgebung erfahren.

Damit nicht genug nimmt auch eine Wählergruppe, die unter dem Namen „Revolutionisten“ firmieren will und Mitstreiter für eine Beteiligung an der kommenden „Landtagswahl“ auf das Tanklager Bezug. Hier ist der Umweltschutz mit dem Verweis „aktuell Tanklager Bremen-Farge“ das einzige halbwegs konkretisierte Thema. Ansonsten ist fast alles offen, nur sieht man sich trotz des Namens in der linken Mitte.


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zuletzt bearbeitet 03.06.2014 | Top

   

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