Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Antworten zum Tanklager

#1 von Reinhard , 07.02.2013 22:05

Inzwischen hat der Umweltsenator auf die Fragen einer Bürgerin vom 1.12. 2012 geantwortet:

Bürgerantrag "Fragen zur Umweltbelastung durch das Tanklager Farge"

1. Akute Leckage
Sickern auch gegenwärtig noch Umweltgifte wie Benzol durch die Tanks und Rohrleitungen des Tanklagers Farge in den Boden? Wenn ja, was wird unternommen, um die Leckage unverzüglich zu schließen?

Antwort zu 1.
Hierzu nimmt das Gewerbeaufsichtsamt des Landes Bremen wie folgt Stellung:

Mit großer Sicherheit sickern keine Gefahrstoffe mehr in den Boden. Alle erforderlichen Prüfungen sind mit gutem Ergebnis absolviert worden.

Der Bereich VAwS aus meinem Hause nimmt wie folgt Stellung:

Die Anlagen werden auf der Grundlage der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VAwS) regelmäßig alle 5 Jahre (außerhalb von Wasserschutzgebieten) bzw. 2 ½ Jahre (innerhalb von Wasserschutzgebieten) durch einen unabhängigen Sachverständigen geprüft. Bei diesen Prüfungen wurden in den letzten 10 Jahren keine sicherheitserheblichen Mängel festgestellt. Die festgestellten geringfügigen Mängel wurden jeweils umgehend behoben.

2. Kontaminiertes Gebiet
Mit Hilfe welcher Annahmen und Messungen wurde das Kontaminierte Gebiet abgegrenzt? Findet dabei eine Aktualisierung statt? Wo sind die entsprechenden Kartierungen und Daten ausgelegt?

Antwort zu 2.
Im Bereich der Grundwasserverunreinigung am Verladebahnhof II wurden die Untersuchungen mit Grundwassermessstellen (Brunnen) und mittels Direct-Push-Sondierungen durchgeführt. Bei dem Direct-Push-Verfahren handelt es sich um eine gezielte Entnahme von tiefenorientierten Grundwasserproben direkt aus der Sondierbohrung, ohne Anlage eines Brunnens.

Zurzeit werden weitere Untersuchungen im Bereich der Abstromfahne durchgeführt. Außerdem werden die Grundwassermessstellen in regelmäßigen Abständen beprobt und analysiert.

Die Unterlagen können beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Referat 24 Bodenschutz | Altlasten nach vorheriger Anmeldung eingesehen werden.

3. Maßnahmen- und Zeitplan
Liegt für die Beseitigung der Umweltbelastungen ein konkreter Maßnahmen- und Zeitplan vor, dessen Einhaltung stetig überprüft wird? Wenn ja, wo sind diese Unterlagen einsehbar?

Antwort zu 3.
Zurzeit liegt ein Maßnahmenplan für die Sanierungsmaßnahme am Verladebahnhof II vor. Diese ist vorerst solange zu betreiben, bis die Sanierungszielwerte gemäß Anordnung vom 17.05.2010 erreicht worden sind. Die zeitliche Entwicklung wird daher durch den tatsächlichen Sanierungsfortschritt bestimmt. Die Sanierung wird durch regelmäßige Überwachung (Beprobung und Analytik) durch einen Sachverständigen begleitet. Die Ergebnisse sind der Behörde vorzulegen.

Die Unterlagen können beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Referat 24 Bodenschutz | Altlasten nach vorheriger Anmeldung eingesehen werden.

4. Gesundheitsgefährdung
Wurde empirisch geprüft, ob durch die Bodenverunreinigung ein erhöhtes Krankheitsrisiko z.B. bei Umwelterkrankungen wie MCS oder bei Krebs besteht? Wenn ja, was wird für die Unterstützung der Kranken unternommen?

Antwort zu 4.
Hierzu nimmt das Gesundheitsamt wie folgt Stellung:

Nein. Gegenwärtig liegen keine Erkenntnisse über statistische Auffälligkeiten vor. Vorsorglich wurde das Bremer Krebsregister gebeten, zur Frage nach möglichen gehäuften Krebserkrankungen im Stadtteil Stellung zu nehmen. Unabhängig davon wird das Gefährdungspotential durch die frühere Nutzung verunreinigten Grundwassers aufgrund der geringen Exposition und vor dem Hintergrund sonstiger möglicher Wirkfaktoren insgesamt als zu gering eingeschätzt um einen signifikanten Zusammenhang empirisch belegen zu können. Aktuell kann ein mögliches Risiko wirksam ausgeschlossen werden, wenn empfehlungsgemäß das verunreinigte Grundwasser nicht genutzt wird.

5. Belastung der Bodenluft
Wurde untersucht, ob die Belastungen des Grundwassers durch einen diffusiven
Übergang der Schadstoffe wie Benzol zu erhöhten Konzentrationen in der
Bodenluft führt? Wenn ja, wo können die Messergebnisse eingesehen werden?

6. Belastung der Innenraumluft
Wurde ermittelt, ob die Grundwasserbelastung über die Bodenluft zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen in der Innenraumluft etwa von Kellern und Souterrainwohnungen geführt hat? Wenn ja, was wurde zur Sanierung der Räume unternommen?

Antwort zu 5. und 6.
Nein. Es liegen zurzeit keine Messdaten aus Innenräumen und aus der Bodenluft im Verbreitungsgebiet der Grundwasserverunreinigung vor. Eine abschließend belegte Beurteilung dieses denkbaren Risikopfades ist daher nicht möglich. Die Risikoabschätzung unter Anwendung von Literaturangaben zum Schadstoffübergang Grundwasser – Bodenluft und Bodenluft – Innenraumluft führt zu dem Schluss, dass unter den gegebenen Randbedingungen eine mögliche Gefährdung unwahrscheinlich ist, aber nicht mit absoluter Sicherheit für den ungünstigsten Fall ausgeschlossen werden kann. Zur weiteren Klärung dieser Frage soll eine Bodenluftbeprobung über besonders stark belasteten Bereichen der Schadstofffahne erfolgen. Bei der Auswahl eines geeigneten Bereiches sind auch die Ergebnisse der laufenden Grundwasseruntersuchungen zu
berücksichtigen.

7. Auswirkung auf die Immobilienpreise
Wurde der Frage nachgegangen, ob die Immobilienpreise wegen der
Umweltbelastung in dem betroffenen Areal gesunken sind? Wenn ja, wie können die Eigentümer eine Entschädigung erhalten?

Antwort zu 7.
Nein. Dieser Frage wurde nicht nachgegangen. Eine Grundlage für einen Anspruch gegenüber der Stadtgemeinde Bremen besteht nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Wessel

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RE: Erinnerungen an die Bomben

#2 von Lola , 16.03.2013 21:40

..so heißt die Überschrift eines Beitrages in "Die Norddeutsche" von heute.

Zeitzeugen berichten über die Ereignisse im März 1945

Die Leckagen von bleifreiem Benzin haben jedoch nichts mit der Verseuchung bis 1945 zu tun!

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,524809.html

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RE: verseuchtes Grundwasser/Erdreich

#3 von Lola , 17.03.2013 08:59

Radio- und TV-Sendungen

..im o.a. Link kann man die bisherigen TV-sendungen abrufen.

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#4 von Lola , 17.03.2013 09:00


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zuletzt bearbeitet 17.03.2013 | Top

RE: Tanklager - Bürger fordern Transparenz

#5 von Lola , 21.03.2013 09:02

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,521593.html

Zitat
Umstrittene Immobilie in Blumenthal - 13.03.2013
Tanklager: Bürger fordern mehr Offenheit
Von Christina Denker

Blumenthal. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima, wird den Rückbau des Tanklagers nicht bezahlen. Das sagte jetzt Ortsamtsleiter Peter Nowack vor dem Beirat. Es sehe danach aus, als ob das Gelände bis zum 31. Mai nicht besenrein übergeben werden könne. Bürger haben derweil eine Petition eingebracht.
Zitat Ende

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RE: Tanklager - Bürger fordern Transparenz

#6 von Lola , 30.03.2013 13:41

Ich glaube jeder hier in Rönnebeck und Farge macht sich mittlerweile Gedanken über die Informationen die man zum Tanklager Farge und der Grundwasserkontamination bisher vorliegen hat.
Der Umweltsenator kann nur die Informationen geben die ihm selber vorliegen und die ihm bisher von der Bundeswehr gegeben wurden. Das Gelände war in den letzten Jahrzehnten immer militärisches Gebiet und später hat man seitens der Bundeswehr dieses Gebiet und damit die Informationspolitik "verteidigt", eben weil es der "Geheimhaltung" unterliegt.

Hier geht es um Bremer Bürger und wäre es nicht an der Zeit, dass der Bremer Senat dem Umweltsenator zur Seite steht?
SPD und Bündnis90/Die Grünen bilden in Bremen die Regierung, sind also Koalitionspartner.
Ich bin öfter als Zuhörerin bei den öffentlichen Beiratsitzungen in Blumenthal und merke nichts davon, dass beide Parteien Partner sind.

Hier geht es um Schadensbewältigung und Schadensbegrenzung und "Parteipolitische Scharmützel" sind fehl am Platz.

Hat sich schon einmal jemand aus den Parteien speziell von den regierenden Parteien, um Lagerlisten bemüht?
Was wurde überhaupt jemals im Tanklager gelagert und umgeschlagen?
Hat die Bundeswehr Unterlagen über die Lagerlisten aus der Zeit der Nationalsozialisten?
Hat man sich jemals Gedanken darüber gemacht, ob vielleicht noch irgendwo Chemikalien lagern oder möglicherweise vergraben wurden?
Hat man sich jemals Gedanken darüber gemacht, dass die IG Farben am Tanklager Farge mit 20% beteiligt war?
Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, dass das ZyklonB ursprünglich von den IG Farben als Schädlingsbekämpfungsmittel u.a. auch an das KZ Neuengamme geliefert wurde, in deren Außenlager Farge und Blumenthal zeitweise 10.000 - 12.000 Häftlinge untergebracht waren und deren Unterkünfte mit ZyklonB entlaust wurden?
Ich bin der Meinung, im Bremer Norden müssen alle demokratischen Parteien zusammen arbeiten, jedoch vor allem die Parteien, die die Regierung bilden.

Sollten nicht alle Parteien ganz oben auf ihrem Zettel stehen haben, dass man die Bürger vor Schaden zu bewahren hat?
Sollten nicht alle Ämter, die in Sachen "Umweltdesaster" involviert sind, ebenso auf ihrem Zettel haben, dass sie die Bürger schützen sollen?

Ich finde die Bürger werden in Blumenthal, Rönnebeck und Farge schlecht behandelt.

Vielleicht läßt es sich ändern, wenn auch hier in der Tanklager-Geschichte der der Vorschlag von Herrn Bensch Anwendung findet - "Alle-Mann-Manöver" wie man es sich vorgenommen hat bei der Bewältigung des Problems der George-Albrecht-Straße.

Meine Vision " alle an einem Tisch" ist möglicherweise doch nicht fern ab jeglicher Realität.

Schauen wir mal was daraus wird.

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RE: Tanklager - Bürger fordern Transparenz

#7 von Lola , 05.04.2013 08:33

http://www.ortsamt-blumenthal.bremen.de/...g%20%283%29.pdf

Die Themen der nächsten öffentlichen Beiratsitzung am 8.4.2013

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RE: CDU-Fraktion mit Forderungskatalog

#8 von Lola , 05.04.2013 08:45

Die Norddeutsche - Ausgabe v. 5.4.2013 -

CDU-Fraktion mit Forderungskatalog - Viele Fragen an den Umweltsenator
-Christina Denker-

Der Artikel behandelt die Themen der Beiratsitzung am kommenden Montag, d. 8.4.
..u.a.
Viele Fragen an den Umweltsenator bezüglich des Tanklager-Farge. Man fordert außerdem eine Sondersitzung des Ausschusses für Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Umwelt im Mai.
Die CDU interessiert sich ebenso wie die Bürger über den Stand des geplanten Verkauf vom Tanklager und..und..und..

..und es ist so, wie schon die Sprecherin der BI zum Ausdruck gebracht hat, je weiter man recherchiert umso schlimmer wird es.


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Dringlichkeitsanträge im Blumenthaler Beirat

#9 von Reinhard , 12.05.2013 13:17

Dringlichkeitsanträge im Blumenthaler Beirat

Nach zwei Anfragen und einem Antrag der Linken zum Tanklager Farge hat jetzt die CDU noch eine Batterie von fünf Dringlichkeitsanträgen für die morgige Beiratssitzung gestellt, die alle an den Umweltsenator adressiert sind und ihn somit in den Mittelpunkt der kritischen Fragen rücken.

So soll er (1) einen unabhängigen Sachverständigen damit beauftragen, die technischen Einrichtungen und die Gesamtanlage des Tanklagers Farge darauf hin überprüfen, ob alle nationalen und internationalen Vorschriften eingehalten wurden.

Neben diesem allgemeinen „TÜV-Test“ sprechen die Anträge einige konkrete Details an. So wird vom Umweltsenator eine genaue Aufstellung (2) darüber erwartet, wann die Grundwasserverunreinigung zum ersten Mal festgestellt wurde, wann welche Maßnahmen eingeleitet und wann diese Maßnahmen umgesetzt wurden.

In der aktuellen Situation soll der Bau- und Umweltsenator seinen „Einfluss ausüben“, damit der Verkauf des Tanklagers ausgesetzt wird (3), bis die staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen sind und damit die Fragen der Verantwortlichkeit und der Kostenübernahme geklärt sind.

Da das Tanklager bis Ende Mai von der Bundeswehr aufgegeben wird, erwarten die Antragsteller vom Umweltsenator eine Information (4) darüber, „ob alle Betriebsstoffe aus dem Tanklager Farge bereits abtransportiert sind oder noch nicht.“

Schließlich wollen die Christdemokraten noch eine Aufstellung aller Fragen und Antworten zur Grundwasserkontamination (5), mit denen der Umweltsenator bisher befasst war. Dadurch will man nicht nur einen besseren Überblick gewinnen, sondern auch aufzeigen, dass „viele Anfragen nicht vollständig oder noch gar nicht beantwortet wurden.“

Da es bisher noch keine Anträge der SPD und der Grünen gibt, bleibt es bis zu den Abstimmungen am Montagabend spannend. Wird sich die SPD den CDU-Anträgen anschließen, nachdem im Januar die SPD noch selbst Anträge zum gestellt hatte.

Und was werden die Grünen unternehmen? Lassen sie ihren Umweltsenator im Regen stehen oder werden sie auf die Mitverantwortung anderer für den Tanklager-Skandal hinweisen?

Oder gibt es sogar im aktuellen Beirat Politiker, die den betroffenen Anwohnern ihre Befürchtungen nachhaltig nehmen wollen, indem Bremen auf dem ehemaligen Tanklager-Gelände nach heute geltendem Recht eine neue Nutzung anstrebt?

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Gesetzliche Grundlagen - Broschüre vom Umweltamt

#10 von Lola , 30.05.2013 22:54

http://www.umwelt.bremen.de/sixcms/media...tt_06-12-07.pdf


Zitat aus Seite 16

Altlastenbedingte Grundwasserverunreinigungen im Land Bremen
2.6
Gesetzliche Grundlagen
Seit 2002 gibt es für das Land Bremen das Bremische Bodenschutzgesetz,
welches landes-spezifische Besonderheiten regelt.

Eine der meistdiskutierten Rechtsfragen im Zusammenhang mit Altlasten und altlastenbedingten
Grundwasserverunreinigungen ist die Frage, werdie Kosten für die Sanierung zu tragen hat. Grund
-sätzlich können hierfür der Schadensverursacherund der Eigentümer des Grundstücks, von dem die
Verunreinigung ausgeht, herangezogen werden.Das Bundesbodenschutzgesetz gibt den Rahmen
hierfür vor. In strittigen Fällen wird die Frage derKostenpflicht gerichtlich geklärt.Wenn eine erhebliche Gefahr unmittelbar droht,ist die Stadtgemeinde berechtigt, Untersuchungs-
und Sanierungsmaßnahmen einzuleiten und die Kosten später vom Pflichtigen zurückzufordern.

Grundstückseigentümer, unter deren Grundstück sich die Schadstofffahne einer Grundwasserver-
unreinigung ausbreitet, die von einem anderenGrundstück ausgeht, müssen nicht für die Sanie
-rung dieses Grundwasserschadens aufkommen.(Weitere Informationen und nähere Erläuterungen
finden Sie in Kapitel 6.3

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Immobilien als Altersversorgung?

#11 von Lola , 09.07.2013 06:23

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,611217.html

Zitat
Verseuchtes Grundwasser in Bremen-Farge - 09.07.2013
Immobilienpreise in Farge sinken
Von Julia Ladebeck

Farge·Rönnebeck. Die Grundwasserverseuchung durch das Tanklager Farge hat für die betroffenen Bürger weitreichende Folgen: Sie können das Grundwasser nicht nutzen, gehen zum Teil nur noch mit einem ungutem Gefühl in ihre Gärten und müssen gesundheitliche Beeinträchtigungen fürchten. Inzwischen haben die Grundwasser- und Bodenkontaminationen zudem deutlich erkennbare Auswirkungen auf den dortigen Immobilienmarkt.
Zitat Ende

...im Bericht heißt es weiter:
"Auch durch die begonnenen Sanierungsmaßnahmen und die augenblickliche Stilllegung des Tanklagers ist in absehbarer Zeit keine Änderung zu erwarten, weil die Kontamination in diesem Jahrzehnt nicht mehr beseitigt wird." Dabei seien vor allem ältere Eigentümer betroffen, die ihre Immobilien als Altersversorgung angesehen hätten, die sie notfalls verkaufen könnten.-

Was nützt den Bürgern ein Bodenschutzgesetz wenn Bestandsschutz des Tanklagers
für die Umweltbehörde Vorrang hat.
Was sind hier bisher für wirtschaftliche Schäden entstanden und was kommt noch für ein immenser Schaden auf die Bürger zu, die ihre Immobilien nicht mehr verkaufen können?

Was sagen nun die Politiker und Verwaltungen dazu, die immer nur die Rettung der Arbeitsplätze im Fokus haben?

Wo ist die Verhältnismäßigkeit?

Als Bürgerin erwarte ich nun auch von denselben Politikern/Verwaltung Hilfe, mit derselben Intensität, mit der sie für den Bestandsschutz des Tanklagers votiert haben.

Ich habe es nicht vergessen!

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RE: Immobilien als Altersversorgung?

#12 von Lola , 09.07.2013 07:15

..zu meinem vorherigen Beitrag hier noch als Ergänzung zwei Videos, das wohl nicht kommentiert werden müssen.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/pa...giftung105.html


http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=083382


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zuletzt bearbeitet 09.07.2013 | Top

RE: Immobilien als Altersversorgung?

#13 von Lola , 10.07.2013 08:38

Die Immobilienpreise ab Farge:
Farge liegt bei ImmobilienScout z.Zt. nichts vor
Rönnebeck €/qm 800,-- ./. 29% zum Vorjahr
Blumenthal 800,-- ./. 6%
Vegesack 1750,-- ./. 15%
St.Magnus 1450,-- ./. 6%
Lesum 1200,-- ./. 4%
Burgdamm 900,-- + 40%
Gröpelingen 900,-- ./. 9%
Westend 900,-- + 10%
Walle 950,-- + 22%
Findorff 1400,-- ..keine Veränderung zum Vorjahr
Buntentor 1950,-- -"-
Alte Neustadt 3000,-- -"-
Neustadt 1500,-- + 40%
Ostertor 2300,-- ..keine Veränderung zum Vorjahr...

Das sind schon interessante Zahlen. Rönnebeck ist mit Abstand von den Bezirken, die ich heute mal rausgesucht habe, am schlechtesten dran = ./. 29% !!!!
Mal sehen, wenn ich Zeit habe suche ich noch andere Stadtteile heraus. Selbst Vegesack mit 15% Verlust sollte nachdenklich machen, ebenso Blumenthal mit minus 6% .
Vielleicht hat ja auch ein anderer User Lust dazu diese Aufstellung zu machen und vielleicht dazu noch professioneller :-)
.................................................................................


z.B. Vegesack
Immobilien in Vegesack (Bremen)

In Vegesack befinden sich zur Zeit 52 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Vegesack beträgt 5,70 Euro/m² (+2% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1750,00 Euro/m² (-15% zum Vorjahr). In Vegesack befinden sich derzeit 35 Mietobjekte (33 Mietwohnungen und 2 Häuser zur Miete) und 17 Kaufobjekte (9 Eigentumswohnungen und 8 Häuser zum Kauf).
Immobilien in St. Magnus (Bremen)

In St. Magnus befinden sich zur Zeit 38 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in St. Magnus beträgt 6,10 Euro/m² (+5% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1450,00 Euro/m² (-6% zum Vorjahr). In St. Magnus befinden sich derzeit 17 Mietobjekte (14 Mietwohnungen und 3 Häuser zur Miete) und 21 Kaufobjekte (14 Eigentumswohnungen und 7 Häuser zum Kauf).





Immobilien in Lesum (Bremen)

In Lesum befinden sich zur Zeit 29 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Lesum beträgt 6,20 Euro/m² (+2% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1200,00 Euro/m² (-4% zum Vorjahr).

Immobilien in Burgdamm (Bremen)

In Burgdamm befinden sich zur Zeit 33 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Burgdamm beträgt 5,40 Euro/m² (-5% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 900,00 Euro/m² (+40% zum Vorjahr).

Immobilien in Gröpelingen (Bremen)

In Gröpelingen befinden sich zur Zeit 49 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Gröpelingen beträgt 5,30 Euro/m² (+6% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 900,00 Euro/m² (-8% zum Vorjahr). In Gröpelingen befinden sich derzeit 29 Mietobjekte (29 Mietwohnungen und keine Häuser zur Miete) und 20 Kaufobjekte (8 Eigentumswohnungen und 12 Häuser zum Kauf).

Immobilien in Westend (Bremen)

In Westend befinden sich zur Zeit 9 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Westend beträgt 7,60 Euro/m² (+6% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 900,00 Euro/m² (+10% zum Vorjahr). In Westend befinden sich derzeit 5 Mietobjekte (4 Mietwohnungen und 1 Häuser zur Miete) und 4 Kaufobjekte (2 Eigentumswohnungen und 2 Häuser zum Kauf).


Immobilien in Walle (Bremen)

In Walle befinden sich zur Zeit 24 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Walle beträgt 6,40 Euro/m² (+10% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 950,00 Euro/m² (+22% zum Vorjahr). In Walle befinden sich derzeit 8 Mietobjekte (6 Mietwohnungen und 2 Häuser zur Miete) und 16 Kaufobjekte (14 Eigentumswohnungen und 2 Häuser zum Kauf).

Immobilien in Findorff-Bürgerweide (Bremen)

In Findorff-Bürgerweide befinden sich zur Zeit 19 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Findorff-Bürgerweide beträgt 7,70 Euro/m² (+7% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1400,00 Euro/m² (Nahezu keine Veränderungen zum Vorjahr). In Findorff-Bürgerweide befinden sich derzeit 12 Mietobjekte (11 Mietwohnungen und 1 Häuser zur Miete) und 7 Kaufobjekte (4 Eigentumswohnungen und 3 Häuser zum Kauf).

Immobilien in Buntentor (Bremen)

In Buntentor befinden sich zur Zeit 9 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Buntentor beträgt 7,40 Euro/m² (+10% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1950,00 Euro/m² (Nahezu keine Veränderungen zum Vorjahr). In Buntentor befinden sich derzeit 6 Mietobjekte (6 Mietwohnungen und keine Häuser zur Miete) und 3 Kaufobjekte (2 Eigentumswohnungen und 1 Häuser zum Kauf).

Immobilien in Alte Neustadt (Bremen)

In Alte Neustadt befinden sich zur Zeit 27 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Alte Neustadt beträgt 8,80 Euro/m² (+7% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 3000,00 Euro/m² (Nahezu keine Veränderungen zum Vorjahr). In Alte Neustadt befinden sich derzeit 12 Mietobjekte (12 Mietwohnungen und keine Häuser zur Miete) und 15 Kaufobjekte (14 Eigentumswohnungen und 1 Häuser zum Kauf).
Immobilien in Neustadt (Bremen)

In Neustadt befinden sich zur Zeit 14 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Neustadt beträgt 7,50 Euro/m² (+11% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1500,00 Euro/m² (+40% zum Vorjahr). In Neustadt befinden sich derzeit 7 Mietobjekte (7 Mietwohnungen und keine Häuser zur Miete) und 7 Kaufobjekte (3 Eigentumswohnungen und 4 Häuser zum Kauf).

Immobilien in Südervorstadt (Bremen)

In Südervorstadt befinden sich zur Zeit 10 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Südervorstadt beträgt 7,00 Euro/m² (+6% zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 1150,00 Euro/m² (Nahezu keine Veränderungen zum Vorjahr). In Südervorstadt befinden sich derzeit 5 Mietobjekte (5 Mietwohnungen und keine Häuser zur Miete) und 5 Kaufobjekte (5 Eigentumswohnungen und keine Häuser zum Kauf).

Immobilien in Ostertor (Bremen)

In Ostertor befinden sich zur Zeit 29 Immobilienangebote. Die durchschnittliche Kaltmiete für Wohnungen in Ostertor beträgt 8,70 Euro/m² (Nahezu keine Veränderungen zum Vorjahr). Immobilien zum Kauf hingegen besitzen einen durchschnittlichen Kaufpreis von 2300,00 Euro/m² (Nahezu keine Veränderungen zum Vorjahr). In Ostertor befinden sich derzeit 20 Mietobjekte (20 Mietwohnungen und keine Häuser zur Miete) und 9 Kaufobjekte (7 Eigentumswohnungen und 2 Häuser zum Kauf).

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Erste Wirkung?

#14 von Reinhard , 10.07.2013 09:30

Erste Wirkung?

Gleich nach dem Erscheinen des Berichts über den Verfall der Immobilienpreise in Farge und Rönnebeck hat sich etwas getan. Allerdings kam es zu keiner Veränderung auf dem Immobilenmarkt, der durch die Ängste potenzieller Käufer und Mieter und die weitere Ausbreitung der Kontaminationsfahnen bestimmt wird. Vielmehr wurde die Bürgerin, die bereits Mitte Februar 2013 einen Bürgerantrag zur Entwicklung der Immobilienpreise in der Nachbarschaft des Tanklagers gestellt hatte, erstmals über das Schicksal dieser Anfrage informiert.

So hat man jetzt im Ortsamt Blumenthal in den Akten nachgesehen und festgestellt, dass man wegen einer gutachterlichen Aussage zur Entwicklung der Immobilienpreise nicht beim Katasteramt, sondern bei der Finanzsenatorin nachgefragt hatte. Von dort kam dann am 27. Februar eine negative Antwort. Danach ist „für die Kontamination der Bund zuständig .. wird bereits seit Jahren an der Beseitigung und Eindämmung der Schäden gearbeitet .. und wird diese Maßnahme auch in den kommenden Jahren (geplante Laufzeit 5 – 7 Jahre) weitergeführt“. Damit gab es also einen Hinweis auf den vom Eigentümer erwarteten Sanierungszeitraum.

Es folgt dann eine unbegründete Ablehnung der vom Beirat geforderten Auskunft: „Der Bund ist sich seiner Verantwortung bewusst, das vom Beirat beantragte Rechtsgutachten wird aber nicht in Auftrag gegeben.“

Daraufhin hat der engagierte Ortsamtsleiter mit einem Schreiben vom 5. März 2013 erneut darum gebeten, „dass die Senatorin für Finanzen als zuständige Behörde die Frage nach einer evtl. Entschädigung betroffener Grundstückseigentümer unter Wahrnehmung der Fürsorgepflicht und im Interesse der Bürger klärt“.

Auf diese Anfrage hat das Ortsamt bisher nicht einmal eine Antwort erhalten, was viel über die Bürgernähe dieser senatorischen Behörde aussagt.

Diese Vorgänge liegen inzwischen schon vier Monate zurück, ohne dass die Antragstellerin darüber informiert wurde, wie es das § 6 (4) des Bremer Ortsbeirätegesetzes vorsieht.

Hier haben jetzt eine erneute Nachfrage und vermutlich die morgendliche Zeitungslektüre am Dienstag für Bewegung gesorgt. Der Ortsamtsleiter hat die Bürgerin über die Auskunft der Finanzsenatorin und seine Aktivitäten informiert und will die Gelegenheit nutzen, um „die Finanzsenatorin erneut um Stellungnahme zu bitten“.

Da bleibt nur die offene Frage, ob sich unter dem Einfluss einer größeren Öffentlichkeit die Reaktion der Finanzsenatorin ändert oder noch weitere Zeitungsberichte erforderlich sind, damit der Bund sich seiner Verantwortung nicht nur „bewusst“ ist, sondern auch bereit erklärt, den Schaden zu ermitteln und auszugleichen, der durch Emissionen von seinem Grundstück „Tanklager Farge“ entstanden ist und sich mit der Ausbreitung der Kontaminationsfahne noch weiter vergrößert.

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Aussagen zum Bestandsschutz in Bremen und Niedersachsen..

#15 von Lola2 , 14.09.2014 08:53

Kurier am Sonntag 14.9.2014 - (einen Link konnte ich nicht ermitteln)
Seite 2
Explosion : Anwohner hatten gewarnt von Jürgen Hinrichs

Zum Thema ein Kommentar von Jürgen Hinrichs v. 11.9.2014
http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,939225.html

Über das Unglück wurde in der Presse sehr ausführlich berichtet. Bei dem Artikel in der Ausgabe vom Kurier am Sonntag hat mich jedoch ein zusätzlicher Vermerk mit der Überschrift "Kein Wiederaufbau" sehr interessiert.

Zitat
Kein Wiederaufbau
Nach der schweren Explosion in Ritterhude schließt die Bürgermeisterin einen Wiederaufbau der Anlage aus. "Es wird keine Genehmigung für einen Wiederaufbau geben", sagte Susanne Geils (SPD) in dieser Woche. Zunächst hatte der NDR darüber berichtet, dass die Firma unter bestimmten Auflagen Bestandsschutz habe. "Das sind alte Strukturen von vor 20 Jahren" so Geils. Im Laufe der Zeit sei die zunächst kleine Firma Organo -Fluid aber immer mehr gewachsen. Zudem habe es in der Vergangenheit auch schon Proteste von besorgten Anwohnern gegeben.
Zitat Ende


In Bremen hat man das Tanklager Farge immer und immer wieder mit dem Hinweis auf "Bestandsschutz" verteidigt.

In Niedersachsen sieht man offenbar jetzt nach der verheerenden Explosion den Bestandsschutz nicht mehr gegeben, obwohl die Fabrik erst 20 Jahre dort stand.

Das Tanklager wurde vor über 80 Jahren, und dazu noch von einem Unrechtsregime mit Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen erbaut und diente nur der Kriegsführung und wurde von Bremer Politikern und Verwaltung noch bis zum letzten Jahr verteidigt mit dem Hinweis auf Bestandsschutz, Verlust von Arbeitsplätzen und es hat seit 20 Jahren keinen Störfall gegeben!
Den Bestandsschutz hat man auch noch verteidigt, obwohl die Behörden genau über das Ausmass des Umweltdesasters Bescheid wußten, allerdings war dieser Umweltschaden nicht sichtbar.


Nun ja, der Vertrag des letzten Betreibers lief ohnehin zum 31.5.2013 aus und offenbar mußte man nur so lange durchhalten, oder sehe ich das etwa falsch? cool].


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zuletzt bearbeitet 14.09.2014 | Top

   

Historie des Tanklagers
Tanklager schließt zum Monatsende....

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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