Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Salafistentreffen

#1 von Reinhard , 29.07.2016 14:03

Bremen: eine Salafistenhochburg?


Nachdem das Flüchtlingsproblem inzwischen sachlicher gesehen wird, ist deutlich geworden, dass man sowohl bei den zugewanderten Flüchtlingen und als auch unter der Wohnbevölkerung mit Migrationshintergrund, die Schwierigkeiten mit der politischen Verfassung unseres Staates hat, deutliche Unterschiede sehen muss. Ein spezielles Problem stellen dabei die Salafisten dar, d.h. die Muslims, die einen Islam praktizieren wollen, wie er wahrscheinlich kurz nach dem Tod des Propheten im heutigen Saudi-Arabien gelebt wurde.

Und auch diese relativ kleine Gruppe von Salafisten ist kein einheitlicher fundamentalistischer Block. Vielmehr bestehen zallreiche Gruppen und Kleingruppen, die sich gegenseitig mit Gewalt bedrohen, was nicht immer nur ein Ausdruck einer blumenreichen orientalischen Sprache ist.

Die bekannteste Salafisten-Formation ist dabei gegenwärtig der Islamische Staat, der die Anweisungen der heiligen Bücher des Islams, also der Korans und der Sunna, aus der Zeit der vom Propheten geführten Kämpfe gegen "ungläubige" Stämme in die Gegenwart überträgt. Danach gelten die Bombenangriffe gegen die Bevölkerung im Gebiet des Islamischen Staates als Rechtfertigung für eigene Terrormaßnahmen.

Von dieser menschenverachtenden Position setzen sich andere salafistische Prediger mit ihren Anhängern ab, die vor einiger Zeit noch vom Staatsschutz als Hassprediger verfolgt wurden, da sie Kämpfer für den islamischen Staat angeworben haben sollen.

Auch diese Auseinandersetzung verblieb nicht im verbalen Bereich, denn bekannte "friedliche" Prediger wie u.a. Pierre Vogel wurden Anfang dieses Jahres auf eine Todesliste des IS gesetzt.

Jetzt soll Anfang September eine großen Gegenaktion erfolgen, da die Gruppe um den Prediger Pierre Vogel für die erste Septemberwoche eine Open Air Veranstaltung gegen den Islamischen Staat, oder den "Idiotischen Staat", wie Herr Vogel das Kürzel IS interpretiert, in Bremen plant.

Die Auswahl des Veranstaltungsortes dieser Vorträge oder Predigten gegen den "Al-Baghdadi-Fanclub" - so eine weitere sprachliche Spitze gegen den IS - wurde bisher nicht konkret erläutert. Ausschlaggebend scheinen vor allem zwei Argumente gewesen zu sein: in Bremen leben relativ viele eigene Anhänger und die Organisation scheint hier vergleichsweise einfach zu sein. Das sind offenbar die Erfahrungen mit der öffentlichen Predigt Anfang Juni 2014.

Die Details zum Zeitpunkt und zum Veranstaltungsort werden vermutlich erst kurzfristig bekannt gegeben, um dem IS keine Gegenreaktion zu erleichtern. Aber auch so muss Bremen vermutlich mit einer schwierigen juristischen und politischen Herausforderung rechnen.


Reinhard  
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zuletzt bearbeitet 04.08.2016 | Top

   

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