Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Gemeinsamer Ruck für eine integrierte Zentrumsentwicklung

#1 von Reinhard , 05.02.2013 10:18

Die Diskussion um die Anschlussfeier auf der Bahrsplate hat gezeigt, was die Politiker im Rathaus und in der Bürgerschaft von Blumenthal erwarten. Es sind keine Huldigungsgesten, indem man durch ein Jahr voller Festivitäten zeigt, wie toll man es findet, nicht zu Niedersachsen gehören zu müssen, sondern ein Teil des Bundeslandes Bremen sein zu dürfen. Dabei hätte dieses Ritual sogar einen ganz besonderen Witz, wie man in Wien sagen würde. In diesem Fall soll schließlich der Gehuldigte die Kosten der Ehrerbietung tragen.

Wie dem auch sei. Auf alle Fälle wollen die führenden Politiker der Mehrheitsfraktionen, dass Blumenthal sich darüber Gedanken macht, wie seine Probleme gelöst werden können. Man erwartet also kein Eventmanagement, das auf der Bahrsplate Entwürfe von Feierlichkeiten präsentiert, mit denen man eventuell für ein paar Tage die bestehenden Schwierigkeiten vergessen kann, sondern genau die Lösung dieser Herausforderungen.

Das dürfte vor allem für das Zentrum des Ortsteils Blumenthal gelten, wenn man es einmal recht weit vom Blumenthal-Center bis zur George-Albrecht-Straße fasst. Hier wurden bekanntlich sehr hohe Hürden für eine positive Entwicklung aufgebaut. So stehen Sondermüllverbrennungsanlagen neben einem Einkaufszentrum, das einem Marktplatz keine Kaufkraft lässt. Auch will ein Grundstückseigentümer eine industrielle Nutzung seiner Immobilie durchsetzen, was eine angedachte Verbindung zur Weser fragwürdig erscheinen lässt. Und nicht zu vergessen: die Ghettoisierung eines Straßenzuges und die flächenmäßige Überdimensionierung des zentralen Bereichs hat zu Leerständen geführt, was nicht nur mit Mietausfällen verbunden ist, sondern Kriminalität geradezu anzieht und damit zu einem sich selbst verstärkenden Prozess des Niedergangs führt.

Über diese Situation kann man lange lamentieren und nach Verantwortlichen suchen. Nur macht das, wenn man einmal darüber nachdenkt, wenig Sinn, weil es an der aktuellen Situation nichts ändert. Man kann nur von dem Hier und Heute aus beginnen.

Bei einem derartigen Problemcocktail müssen möglichst alle Kräfte eines Viertels mobilisiert werden, da man Hilfe von außen nur erwarten kann, wenn man selbst etwas auf die Beine gestellt hat und klar und überzeugend benennen kann, was man von Stadt und Land benötigt. Hier ist mit anderen Worten das Stadtteilmanagement als Impulsgeber für ein bürgerschaftliches Engagement gefordert, auf das Bremen bekanntlich sehr stolz ist. Der Bürgerparkverein ist hier ein auch überregional bekanntes Beispiel.

Daher wäre es sicherlich ein gangbarer Weg, wenn sich die Bewohner gemeinsam um die Entwicklung ihres Gebietes bemühen würden; denn mit der einen oder anderen weiteren Kommission oder Ausschreibung eines Wettbewerbs dürfte es nicht getan sein, da sich so die Betroffenen nicht mobilisieren lassen. Eine Veränderung setzt einen gemeinsamen Ruck aller voraus, damit nicht gut gemeinte Einzelprojekte scheitern, weil sich die Umgebung nicht mitentwickelt hat.

Worin kann dieses bürgerschaftliche Engagement bestehen? Es gibt sicherlich viele Bereiche, wie etwa gemeinsame Aktionen der Einzelhändler und Dienstleister. Noch wichtiger dürfte jedoch sein, die Abgrenzung zwischen den Bevölkerungsgruppen nicht weiter zu verstärken, die hier leben und die man auch durch eine gezielte Selektionspolitik, wie sie SPD und CDU anstreben, nicht schnell beseitigen kann.

Warum geht hier das Stadtteilmanagement nicht auf die ghettoisierte Bevölkerung zu, die angeblich in einem rechtsfreien Raum leben soll? Man kann Andersartigkeit als Bereicherung sehen und ein multikulturelles Straßen- oder Stadtteilfest organisieren. Daneben gibt es auch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, durch die sich die Integration verbessern lässt, denn auch Clanstrukturen sind nicht ehern. So können etwa engagierte Freiwillige in einem leeren Ladenlokal Nachhilfestunden anbieten, da gerade über die Jugend Veränderungen bewirkt werden können.

Vielleicht sollte das Stadtteilmanagement einfach einmal die Akzente anders setzen und seine Aufgabe nicht in der Planung eines Anschlussjahres sehen, sondern darin Impulse für gemeinsame Aktionen im Kernbereich von Blumenthal zu geben.

Als Ergebnis könnte man dann vielleicht im kommenden Jahr, wenn der Bürgermeister seine Festrede hält, ein Konzept für die Entwicklung des Stadtteilkerns präsentieren und ihm eine bescheidene Wunschliste mitgeben. Es müsste ja nicht gleich ein Klimahaus ganz oben stehen.


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Roma-Diskussion

#2 von Reinhard , 24.02.2013 11:40

In der Bremer SPD gibt es gegenwärtig eine Roma-Diskussion, die auch für das geplante Mini-WiN-Gebiet in Blumenthal von Interesse sein kann. Die umstrittene Sicht des MdBB und pensionierten Lehrers für die Fächer Deutsch und Geschichte Martin Korol findet man in seinem inzwischen revidierten Artikel „Roma in Bremen“. Bemerkenswert ist dabei vor allem sein Briefwechsel mit der Sozialbehörde, der erklären kann, wie in Bremen die Probleme „geschaffen“ werden, die sich anschließend auch mit der Hilfe von Sozialpädagogen kaum lösen lassen.


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RE: Roma-Diskussion

#3 von Lola , 24.02.2013 14:14

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RE: Bewährungsstrafe und Privathsphäre f.15.jährigen Intensivtätet

#4 von Lola , 28.02.2013 11:56

Im Sommer 2012 hat ein 15-jähriger Jugendlicher aus Blumenthal eine 89- jährige Frau in ihrer Wohnung überfallen und schwer verletzt.
Die Gerichtsverhandlung fand vor dem Landgericht Bremen statt. Er mußte sich wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes verantworten. Weil es sich um einen Minderjährigen handelt war die Öffentlichkeit bei dem Prozess ausgeschlossen. Das Urteil lautete: 2 Jahre Haft auf Bewährung. Außerdem muss er sich einer Therapie
in einer speziellen Einrichtung in Schleswig-Holstein unterziehen.
Kann man nur hoffen, dass er diese "Strafe" als Chance für die Zukunft sieht.

Es wurde viel geschrieben über dieses Thema, leider habe ich bis heute nichts darüber lesen können wie es dem Opfer geht.

Quelle: Das BLV - 27.2.2013 - Seite 3

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Forderung nach schneller Abhilfe

#5 von Lola , 27.03.2013 08:52

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,532470.html

Zitat
"Wir haben hier kein ethnisches, sondern ein soziales Problem."
Schulleiter Stefan Wegner
Zitat Ende

Alle Menschen die in dieser Stadt leben und hier ihren Lebensmittelpunkt haben, sind zunächst einmal Bremer Bürger und wenn Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, kann das nichts Gutes werden,nur mal so meine Meinung.
Positiv zu werten ist, dass es hier kein Parteigeplänkel geben soll, sondern wie Herr Bensch es auf den Punkt gebracht hat, "Wir brauchen ein Alle-Mann-Manöver".

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RE: Forderung nach schneller Abhilfe

#6 von Lola , 07.04.2013 14:17

Kurier der Woche- Bremer Tageszeitungen AG - Ausgabe 7.4.2013-Ausgabe Schwanewede

auf Seite 1 habe ich heute gelesen, dass die Bremer Bürgerstiftung in diesem Jahr € 25.000,-- für überwiegend ehrenamtlich tätige Bürger zur Verfügung stellt, die sich mit dem Thema Integration beschäftigen.
Wer neue Ideen hat und diese umsetzen möchte oder bereits laufende Projekte unterstützen möchte, oder Menschen kennt die sich in diesem Sinne einsetzen, der kann sich bis zum 30.April 2013 bei folgender Adresse bewerben:
www.buergerstiftung-bremen.de/Projekte

Ein entsprechende Formular kann man downloaden.

Außerdem haben bestehende Projekte die Chance den Bürgerstiftungspreis Hilde Adolf 2013, im September verliehen zu bekommen.

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RE: Zahltag in der George-Albrecht -Straße

#7 von Lola , 10.04.2013 08:39

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,542895.html

Zitat
Im sozialen Brennpunkt treiben Finanz- und Polizeibeamte Schulden ein / Bewohner mit wenig Deutschkenntnissen - 10.04.2013
Zahltag in der George-Albrecht-Straße
Von Jürgen Theiner

Vollzugsbeamte des Finanzamtes Bremen-Nord haben gestern in einem Wohnblock an der George-Albrecht-Straße zahlreiche Pfändungsbeschlüsse vollstreckt. Sie wurden dabei von starken Polizeikräften unterstützt, weil Widerstand befürchtet wurde. Während der mehrstündigen Aktion blieb jedoch alles ruhig. Bewohner der Anlage, überwiegend Sinti und Roma, kritisierten die massive Polizeipräsenz.
...
Am Schluss des Beitrags heißt es:
...es ist viel versäumt worden in den vergangenen Jahren...
"Wenn hier Leute aus völlig anderen Kulturen sich selbst überlassen bleiben, kann das nicht funktionieren"

Könnte es vielleicht sein, dass der Graben durch solche Polizeieinsätze immer tiefer wird? Sollen derartige Maßnahmen die Integration fördern? Es wird doch immer gefordert, der Wille zur Integration muss gefördert werden. Auf diese Art bestimmt nicht!

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RE: Beratungen zu den Menschen bringen

#8 von Lola , 01.05.2013 14:12

http://www.das-blv.de/elkat/130501/index.php
Ideen für vernetzte Quartiersentwicklung im Umfeld der George-Albrecht-Straße

Zitat
Statt über mögliches Kompetenzgerangel zu diskutieren, zeigte Margitta Schmidtke ganz andere Inhalte des geplanten Quartiertreffpunkts auf."Es geht darum, dass wir die Beratungen zu den Menschen bringen wollen", sagte die Bürgerschaftsabgeordnete.
Zitat Ende

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„Kümmerliche“ Ergebnisse

#9 von Reinhard , 10.05.2013 14:05

„Kümmerliche“ Ergebnisse

Der Nachrichtenwert des Artikels über das Treffen im Blumenthaler Rathaus steckt nicht in der Aussage, dass Politiker wieder einmal über die Situation an der Mühlenstraße sprechen. Dazu gibt es neben den regulär zuständigen Gremien bereits mehrere weitere Arbeitsgruppen und Ausschüsse.

Neu ist hingegen, dass sich die beiden „Kümmerer“ nicht mehr so nennen lassen wollen. Das mag von ihrer Funktion her durchaus verständlich sein; denn sie arbeiten als Immobilienfachleute bei einem Sanierungsträger. Unter diesen Voraussetzungen können sie auch kaum die Rolle eines „Oberkümmerers“ übernehmen, den sich Herrn Beckmeyer bei seinem Besuch vor Ort als Lösungsansatz für eine bessere Entwicklung gewünscht hatte.

Wer wird jetzt nicht nur über die Probleme reden, sondern sich um deren Lösung bemühen, wenn es weder „Kümmerer“ noch einen „Oberkümmerer“ gibt?

Vielleicht müssen sich die zuständigen Bremer Verwaltungen einmal selbst in den gesamten Komplex einarbeiten, der das bedrohte Blumenthaler Zentrum am Marktplatz, die Leerstände an der Mühlenstraße, die Integration der Roma und anderer Migrantengruppen sowie die Vitalisierung des BWK-Geländes umfasst.

Schließlich lassen sich die Probleme nicht von einer Arbeitsgruppe in die nächste verschieben oder das Heil von einem Kümmerer als Hoffnungsträger erwarten, der anschließend als Sündenbock herhalten muss.

Das wäre nach den vielen Jahren Vorlaufzeit ein wirklich kümmerliches Ergebnis.

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Asylanten wollen nicht nach Bremen Nord

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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