Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Islamisierung: Salafistische Wohngebiete

#1 von Reinhard , 28.04.2016 12:33

Islamisierung: Salafistische Wohngebiete


Gegenwärtig ändert sich die subkulturelle Struktur Deutschlands durch drei Entwicklungstendenzen im Bereich der muslimischen Bevölkerung. Hier haben wir einerseits die verstärkte Zuwanderung aus islamischen Ländern wie Syrien, dem Irak, dem Iran, Afghanistan, Pakistan usw., die vor allem als Frage der Integration von Flüchtlingen problematisiert wird

Daneben erfolgt, worauf in Deutschland vor allem Thilo Sarrazin aufmerksam gemacht hat, ein überdurchschnittlicher "natürlicher" Zuwachs an Muslimen, da islamische Frauen in Deutschland mehr Kinder bekommen als die hier lebenden Frauen in Deutschland insgesamt und vor allem die aus höheren Bildungsschichten und damit vermutlich auch Bevölkerungsgruppen kommen, die stärker aufgeklärte und wissenschaftlich begründete und weniger orthodoxe religiöse Positionen vertreten.

Durch diese beiden Effekte allein wird der Anteil der Muslims an der deutschen Bevölkerung, der gegenwärtig bei etwa 5 % liegt, zumindest statistisch in den nächsten Jahren deutlich wachsen.

Das ist eine Aussage, die nur wenig über mögliche Integrationshindernissse aussagt, denn für unsere grundgesetzliche Ordnung spielt es keine Rolle, ob jemand an einen einzigen Gott oder eine komplizierte Dreieinigkeit glaubt, ein Kopftuch trägt oder sich vegan bzw. nur ohne Schweinefleisch und Alkohol ernährt. Das ändert sich jedoch, wenn die Angehörigen einer Religionsgemeinschaft ihren Mitbürgern ein Verhalten vorschreiben wollen, dass im Konflikt zu den Menschenrechten und der demokratischen Organisation des Staates steht.

Die politische Islamisierung der Muslims

Damit ist die dritte aktuelle Tendenz unter den Muslims angesprochen, die in nicht.psamihen Städtn lebn. Wähend hir di meisten Muslims, auch wenn sie regelmäßig eine Moschee besuchen, ihe Religion mit den zahlreichen gebetsvrshiften und Verhaltensvorchrifen kaum ratzieeren, besteht daneben eine islamistische "Erweckungsbewegung", wie sie auch die christlichen Kirchen in früheren Zeiten gekannt haben.

Im Islam wird dabei vor allem der Versuch unternommen, den von der Mehrheitsgesellschaft unterstützten Etablierung eines aufgeklärten Euro-Islams ein Religionsverständnis gegenüber zu stellen, das dem in der Zeit des Propheten und während der ersten folgenden Generationen, d.h. dem der Salafi, entspricht.

Ohne dabei auf die komplizierten Details einzugehen, wie sie etwa der Berliner Imam Ferid Heider, der sich damit ausführlich in einem bei youtube aufrufbaren Vortrag beschäftigt und dabei auch auf die engen Beziehungen zwischen einem dieser Vertreter eine Islams, der die Bedeutung von Koran, Sunna und dem Tauhīd genanten strenen Eingottglaben betont, Salafi und dem saudischen Herrscherhaus eingeht, durch das in einer ganz besonderen Form der Verbindng nicht von Thron und Altar, sondern von Thron und Mihrāb das heute einflussreiche Königreich Saudi-Arabien überhaupt erst entstehen konnte.



In Deutschland haben unter den zahlreichen Formen des Salafismus vor allem eine extrem politische Richtung, wie sie etwa vom Islamischen Staat mit seinem Kalifen als Begründung für seinen Terror herangezogen wird und für den u.a. der Berliner Rapper Denis Cuspert gekämpft hat, und eine Orientierung Bedeuntg, dieeneritige Lebesnfürhrng in den Mittelpunktsellt. Dabei steht die Frage im Denis Cuspert, wie ein Mensch nach den Vorgaben von Koran, Sunna und Hadithe der Hölle entgehen und in den Himmel gelangen kann.

Zu dieser Gruppe zählt der besonders einflussreiche Prediger Pierre Vogel, der sich zwar nicht zum Salafismus rechnet, den er für eine Erfindung des Verfassungschutz und der Medien hält, um den Islam und praktizierendede Muslems zu diskreditieren, sich aber als einen Salaf sieht. Deren Sichtweise erklärt er auch unter seinem arabischen Namen Abu Hamza in einem zehn minütigen youtube-Video.




Der Konvertit Pierre Vogel,der evangelisch getauft und eine katholische Bekenntnisschule in der Nähe von Köln besucht hat, wechselte später als sussichtsreichr Halbschwergewichtsboxer zur Zeit von Franziska van Almsick an das Berliner Sportinternat im Sportforum Hohenschönhausen. Nach dem Sprechen der Schahāda, dem islamischen Glaubensbekenntnis, im Jahr 2001 gab er den Boxsport auf und lernte Arabisch, um anschließend in Mekka zu studieren.


Salafismus als ungewöhnliche Jugendreligion

Inzwischen ist Pierre Vogel vor allem in der Daʿwa tätig, wie im Islam die Missionierung bezeichnet wird. Dabei kann er von seinem Gedächtnis, das ihm lange beeindruckende Rezitationen aus den wichtigsten islamischen Schriften erlaubt, seine Eloquenz auch auf Arabisch und seinen rhetorischen Fahigkeiten profitieren, auch wenn man als Nicht-Muslim seine Kenntnisse der islamischen Theologie kaum beurteilen kann.

Aber das dürfte seinem wichtigsten Adressatenkreis nicht anders ergehen; denn Piere Vogel wendet sich vor allem an die Söhne zugewanderter muslimischer Familien, die besser Deutsch können als die Sprache ihrer Eltern und daher in Moscheen, wo auf Türkisch oder Arabisch gepredigt wird, bereits von der Sprache her kein optimale Verbindung zur Umma, also der Gemeinschaft aller gläubigen Muslims, finden.

Damit unterscheiden sich die Werte und Normen, die in den Predigten vertreten werden, sehr deutlich von denen anderer Jugendlicher. Das gilt nicht nur für die aktuelle Erlebniskultur der Gleichaltrigen, in der fast alles erlaubt ist, was gerade "in" und "cool" ist, weil es zu einem hohen Ansehen in der eigenen Clique führt, sondern auch von speziellen Weltanschauungen und Religionen Jugendlicher und junger Erwachsener. Zu nennen sind hier etwa die Studentenbewegung der 1960-er Jahre, die im sozialen Bereich gegen die christliche Sexualmoral mit ihrem Gebot der Jungfräulichkeit und ihrem Verbot der Antibabypille aufbegehrt hat. Und auch später haben Jugendsekten zwar die Einhaltung strenger Regeln und Hierarchien gefordert, aber dabei stärker auf Esoterik gesetzt, als auf die lögische Ableitung von detaillierten Verhaltensvorschriften aus einer Offenbarung, die auf geheimnisvoll wundersame Weise zur Erde gelangt sein soll.

Der Erfolg dieser Mission, die nicht nur aus geborenen Muslims praktiezierende machen soll, sondern auch als Teil der Veranstaltungen das Sprechen der Schahada durch mehrere nichtmuslimische Teilnehmer umfasst, lässt sich nur schwer bestimmen. Einige Hinweise können die Aufrufe der Einzelvideos bei youtube liefern, die mit der Facebookseite von Piere Vogel verlinkt sind. Die Zahl der Abrufe hängt dabei naturgemäß von dem Alter der Beiträge ab. Jedoch nicht nur. Besonders häufig werden Talkshowauftritte und eher politisch ausgerichtete Predigten angeklickt, wobei üblicherweise der vom Verfassungschutz und zahlreichen Medien als "Hassprediger" etikettierte Pierre Vogel von diesem Negativbild erheblich profitieren kann, wofür er sich in der Regel auch bedankt. Dadurch erhält er nicht nur Aufmerksamkeit vor allem bei einem jüngeren Publikum, das dem deutschen Staat kritisch gegenübersteht. Seine Reden, in denen er auf die Steine, die ihm viele Städte in den Weg legen wollten und erst durch Gerichtsentscheidungen beiseite gerollt wurden, werden so auch gern im Internet verfolgt. Es kommt eben gut an, wenn offensichtlich nicht eine islamische Gruppe gegen die deutsche Rechtsordnung verstoßen hat, sondern es vielmehr entgegen den Artikeln des Grundgesetzes zur Meinungsfreiheit und zur Demonstrationsfreiheit von Teilen des deutschen Staates versucht wurde. Hier kommt Pierre Vogel häufig auf etwa 200.000 Aufrufe.

Noch interessanter scheinen allgemeine Fragen zum Islam zu sein, denn das Video auf die Frage "Warum essen die Muslime kein Schweinefleisch ?" wurde in acht Jahren über 420.000-mal angeklickt.

Zahlreiche Internetuser wollen sich auch über die von de Scharia vorgesehenen Strafen informieren. Beispiele sind Videos über "Handabhacken bei Diebstahl" und die Frage "Sind Steinigungen zeitgemäß?". Hier schwankt die Häufigkeit der Aufrufe zwischen 30.000 und über 100.000.

Auf größeres Interesse stoßen auch Videos, in denen der deutsche Konvertit Antworten auf Fragen gibt, die sich vermutlich viele neu bekehrte Gläubige tatsächlich stellen. So erreichen Predigten zu den Themen "Macho-Muslim & deutsche Freundin" oder "Darf man eine Frau ohne Kopftuch heiraten?" innerhalb von ein, zwei Jahren über 50.000 Aufrufe.

Auf viel Aufmerksamkeit stoßen Videos zu einigen Moralthemen, die vor allem auch vom gewählten Sprachstil her besonders angesprochene Altersgruppe betreffen. Hierzu gehören beispielsweise die Jungfräulichkeit vor der Ehe und ganz generell Zina ("Unzucht"), womit vor allem vor- und außereheliche Sexualität, Selbstbefriedigung, Empfängnisverhütung, Prostitution, Pornofilme u.ä. gemeint sind. Diese Videos verzeichnen Aufrufzahlen zwischen 40.000 und 60.000.

Ähnlich häufig gesucht werden Antworten auf Fragen zu Verhaltensweisen, die vermutlich vielen Zuschauerinnen und Zuschauern auf den Nägeln brennen, da sie unter den nicht praktizierenden Muslims und anderen Gleichaltrigen selbstverständlich sind. Zu nennen sind hier das Verbot von Make-up, vom Besuch von Solarien, von Diskos oder das Hören von Musik.

Relativ schnell und häufig werden auch die Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen wie zu den Terroranschlägen in Paris und Brüssel aufgerufen. So kam das Video zu den Pariser Anschlägen in fünf Monaten auf über 180.000 Aufrufe. Dabei muss es sich nicht um wichtige politische Nachrichten halten. Auch ein Video zur Meldung, der Vater Pierre Vogels sei Mitglied bei den Hells Angels erreichte in vier Monaten auf knapp 40.000 Aufrufe.

Nicht ganz so häufig wollen offenbar die Vogel-Follower wissen, wie sie "die Gebetswaschung im Islam (Al Wudu)" verrichten müssen; denn die Antwort wurde in drei Jahen bisher nur 1.702-mal angefordert..

Vermutlich ist die Zahl der Likes für die Facebookseite ein guter Indikator für die Beliebtheit und Reichweite des Predigers Pierre Vogel. Diese Seite gefällt über 156.200 Personen.

Diese Zahlen weichen insgesamt sehr deutlich von denen des Verfassungsschutzes ab, der allerdings auch eine andere begriffliche Abgrenzung verwenden dürfte. Danach lebten 2014 rund6.300 Salafisten in Deutschland, zu denen die Verfassungsschützer auch die Fans von Pierre Vogel rechnen dürften.

Auch wenn die absoluten Zahlen sehr weit auseinanderliegen, gibt es dennoch Gemeinsamkeiten; denn sowohl nach der Selbsteinschätzung der deutschen Salafisten als auch der des Verfassungsschutzs findet ein rasches Wachstum der Anhängerzahl statt. So ist nach den Angaben des Verfassungsschutzberichtes 2014 die Anhängerschaft zwischen 2013 und 2014 um knapp 30 % jährlich gestiegen. (S. 90) Sie ist damit "die dynamischste islamistische Bewegung in Deutschland", und das innerhalb der am schnellsten wachsende Religion der Erde, wie Piere Vogel in seinen Predigten immer wieder betont.

Von der Missionierung zur Bildung islamisierer Wohnviertel

Wenn man, wie Pierre Vogel durch seine Form der Street Dawa, gemeinsame Pilgerfahrten in die heiligen Stätten des Islams in Mekka und Medina, Islam-Kurse sowie ganz und gar nicht zuletzt ein sehr umfangreiches Angebot an Videos im Internet sehr erfolgreich ist, stellt sich eine große Herausforderung. Falls er seine Anhänger nicht an konkurrierende Prediger oder einfach andere Gruppen von Gleichaltrigen verlieren will, in denen anders als bei den Salafisten alles erlaubt ist, was Spaß macht, muss er eine feste Organistionsform anstreben. Das gilt für den Islam in besonderer Weise, da bei ihm den gemeinsam praktizierten Ritualen eine große Bedeutung zukommt, weil die Anhänger auf diese Weise ihr Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und so leichter den Versuchungen des Schaitans widerstehen und den Geboten und Verboten Gottes, wie sie im Koran und in der Sunna niedergeschrieben sind, folgen können.

Das hat in der letzten Zeit auch Pierre Vogel erkannt und daraus eine Empfehlung an seine Anhänger abgeleitet, auch wenn man sie nicht in den sonst immer gern und ausführlich rezitierten religiösen Vorschriften findet.

So ruft er seine Anhänger dazu auf, möglichst in dieselben Wohngebiete zu ziehen und dort eine spezielle islamische Infrastruktur aufzubauen. Dabei stehen für ihn islamische Kindergärten und Schulen ganz oben auf der Prioritätenliste, damit keinem islamischen Kind am Aschermittwoch ein Aschenkreuz auf die Stirn gemalt wird, ohne dass die Eltern das verhindern konnten.

Dieser Plan für eine islamische Zukunft geht jedoch noch weiter. Da für Kindergärten und Schulen Erzieher und Lehrer benötigt werden, empfiehlt Pierre Vogel ganz unabhängig davon, wie der Islam eine Berufstätigkeit von Frauen sieht, jungen Muslima, entsprechende Ausbildungen zu wählen.





Integration und islamische Wohngebiete

Auf diese Weise kann es den Salafisten vermutlich gelingen, dass ihre Kinder nicht von den Ungläubigen verführt werden und sich auch eine anfangs flüchtige Internetbekehrung verfestigt.

Eine ganz andere Frage ist es jedoch, ob man auf diese Weise Staatsbürgerinnen und Staatsbürger für einen demokratischen Staat sozialisieren kann. Die notwendige Erfahrung, dass es neben der eigenen Meinung und dem eigenen Glauben auch gleichberechtigt andere Sichtweisen gibt, wird sich in einer salafistischen Parallelkultur nur schwer vermitteln lassen.


Reinhard  
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zuletzt bearbeitet 28.04.2016 | Top

"Ich war total schwach"

#2 von Lola3 , 10.02.2017 07:53

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1547660.html

Zitat

Dominic Musa Schmitz über die Jahre als Salafist, den Ausstieg und seine Mission
„Ich war total schwach“
Christian Weth 10.02.2017 0 Kommentare

Herr Schmitz, Sie waren überzeugter Salafist, jetzt sind Sie ein scharfer Kritiker des radikalen Islamismus – warum sind Sie so extrem?

Dominic Musa Schmitz: Ich glaube, das ist ein Charakterzug von mir: Ich bin ein extremer Mensch. Das kann man allerdings nicht auf meine Rolle als Kritiker beziehen. Ich spreche differenziert über meine Vergangenheit, ohne meine Meinung jemandem aufzuzwingen oder damit hausieren zu gehen. Das ist nicht extrem.

Sie hätten auch aussteigen und einfach schweigen können. Weshalb haben Sie sich dagegen entschieden?
Zitat Ende

Das vollständige Interview kann man mit o.a. Link aufrufen.

Lola3  
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" Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig über Toleranz 02.04.2017 – 21:19 "

#3 von Rönnebeck ( Gast ) , 03.04.2017 15:37

http://www.presseportal.de/pm/30479/3602397

Zitat
Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig über Toleranz
02.04.2017 – 21:19

Bremens Innenpolitiker haben eine heikle Mission: Sie sollen bloß keine Panik verbreiten, aber die Gefahren nicht unterschätzen. Sie müssen Bedrohungen klar benennen, dürfen aber denen nicht in die Hände spielen, die unredlich verallgemeinern und aus einigen alle machen. Kurz: Sie tanzen auf einer Nadelspitze.

Manche müssen obendrein ihre Grundsätze in der Zuwanderungs- und Sicherheitspolitik überdenken, die gut gemeint, aber wie in einer heileren Welt zustande gekommen sind. "Wir haben geglaubt, die ganze Welt besteht aus Humanisten. Wir haben zugelassen, dass im Namen der Toleranz die Intoleranten ihre Strukturen aufbauen konnten. Das war unsere Schwäche. Das erkennen wir aber erst jetzt, wo es einen Anschlag nach dem anderen gibt." Diese Sätze stammen von dem Islamkritiker und Politologen Hamad Abdel-Samad. Sie sind kein Plädoyer für Intoleranz, sondern das ganze Gegenteil - eine Verteidigungsrede.

Toleranz heißt eben nicht, jeden nach Belieben gewähren zu lassen. Toleranz bedeutet Auseinandersetzung, sie kostet Mühe, sie will gegen Missbrauch verteidigt werden. Sie muss da ein Ende finden, wo sie selbst bedroht wird.


Zitat Ende

Rönnebeck

   

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