Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Aufruf "Blumenthal braucht Brückenbauer, keine Spalter!"

#1 von Reinhard , 14.03.2016 18:08

Blumenthal, im März 2016




Blumenthal braucht Brückenbauer, keine Spalter! (1)


Liebe Blumenthalerin, lieber Blumenthaler,
liebe Freundin, lieber Freund Blumenthals,

unser Stadtteil und seine Menschen haben sich in den letzten Monaten verändert. Es scheint ein Riss durch unseren Ort zu gehen, sodass sogar Gespräche mit Nachbarn und Bekannten nicht mehr so freundlich und unbefangen geführt werden wie früher. Stattdessen muss man immer mehr den Eindruck haben, dass zunächst jeder einem von zwei Lagern zugeordnet wird, um dann mit den entsprechenden Vorurteilen versehen in einem von zwei politischen Kästchen zu landen. Darüber sind wir entsetzt und besorgt.

Unsere Betroffenheit

Noch bedrohlicher sind jedoch die Straftaten, die mit diesem Lagerkampf in Verbindung stehen: die Zerstörung von Wahlplakaten, wachsende Angst vor Kriminalität und der Brandanschlag am Kreinsloger. Und alles das ist Teil einer aufgepeitschten Flüchtlingsdiskussion in ganz Deutschland.

Unsere gemeinsame Verantwortung

Diese Spaltung wollen wir nicht sehenden Auges hinnehmen, da wir sie für unerträglich und gefährlich halten. Daher wenden wir uns mit diesem Aufruf an alle, die sich von dieser Entwicklung ebenfalls betroffen fühlen. Die politische Diskussion muss wieder sachlicher werden und die Kontrahenten müssen sich als Mitbürger und nicht als Agitationsroboter verhalten.

Das beginnt bei der Sprache, die vor allem im Internet kaum noch dem Austausch von Meinungen und Argumenten dient, sondern als Mittel missbraucht wird, um Andersdenkende zu beleidigen und herabzuwürdigen. Unsere Mitbürger sind keine "rassistische Scheiße" und jugendlichen Flüchtlingen kann man in Deutschland nicht ohne ordentliche Gerichtsverhandlung "gleich mit´nem Beil die Hand abhacken".

Inzwischen hat sich dieser Krieg mit Worten zu einem virtuellen Vernichtungsfeldzug gesteigert, in dem Diskussionspartner aus Internetforen ausgeschlossen werden, auch wenn sie deren veröffentlichte Regeln nicht verletzt haben. Hier werden in der aufgeheizten Atmosphäre teilweise persönliche Animositäten digital gerächt, was an einen archaischen Tötungszauber mit Voodoo-Puppen erinnert.

Selbstverständlich sollten in dieser gefährlichen Situation alle Beteiligten und Betroffenen ihr bisheriges Verhalten kritisch überdenken. Allerdings sehen wir auch einen wichtigen Unterschied. Wenn jemand unter einem Pseudonym andere in einem Internetforum beleidigt oder für Flüchtlinge eine menschenunwürdige Behandlung fordert, was dann üblicherweise von den zuständigen Administratoren rasch gelöscht wird, lässt sich das nicht mit ähnlichen Aussagen eines Meinungsmachers auf eine Stufe stellen.

Nach der Lebenserfahrung des Sprichwortes "Der Fisch stinkt vom Kopf her" tragen der Beirat und das Ortsamt eine besondere Verantwortung für unseren Stadtteil. Wir erwarten daher, dass unsere politischen Entscheidungsträger die Spaltung in Blumenthal nicht verstärken, sondern durch ihr Verhalten "moderierend", also mäßigend und vermittelnd wirken, wie es das Bremer Ortsbeirätegesetz vorschreibt. Das dürfte kaum möglich sein, wenn auf ihren Webseiten Andersdenkende als "Müll" bezeichnet werden und "eliminiert" werden sollen, da man ihnen ohne jeden Nachweis abspricht, für "Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit" einzutreten.

Wenn man einmal versucht, unter die teilweise sehr dicke Schicht von Beleidigungen und Vorurteilen zu blicken, kann man einen psychischen Unterschied zwischen den Anhängern der beiden Lager erkennen. Die einen stellen ihr spontanes Mitgefühl, ihr Herz, in den Vordergrund, während die anderen stärker auf notwendige sachliche Erwägungen setzen, also den Verstand. Dabei wird im Kampfgetümmel häufig übersehen, dass wir für eine nachhaltig gute Entscheidung beides brauchen, eben eine mit Herz und Verstand.

Die wahrscheinlichen Gefahren

Das zeigt sich besonders deutlich, wenn wir an die in der nächsten Zeit anstehenden Fragen der Integration der Flüchtlinge vor Ort denken. Mögliche lokale Maßnahmn hängen zwar von den Rahmenbedingungen ab, über die der Bund und das Land Bremen entscheiden. Aber es ist absehbar, dass eine Integration von Flüchtlingen aus anderen Kulturen, die auf Dauer oder zumindest für längere Zeit in Blumenthal leben werden, in dem gegenwärtigen aufgeladenen Klima kaum gelingen kann.

Hier ist zumindest ein Mindestmaß an gegenseitigem Zuhören und an Kompromissen erforderlich. Das beginnt bei einer Verteilung der Flüchtlinge innerhalb des Stadtteils und reicht bis zur Lösung von Konflikten, die aller Erfahrung nach zwischen den Kindern erwartet werden müssen. Auch wird es fast zwangsläufig eine Konkurrenz um preiswerte Wohnungen und Arbeitsplätze mit relativ niedrigen Qualifikationsanforderungen geben. Schwierig kann es auch werden, wenn die unverheirateten jungen Flüchtlinge eine deutsche Freundin suchen. Alle diese absehbaren Probleme erfordern dann viele kühle Köpfe, die ausgleichend wirken, und keine bereits vorher aufgeladene Stimmung.

Die Notwendigkeit einer guten Vorbereitung auf diese Integrationsphase sollte gerade im Ortsteil Blumenthal bekannt sein, da es hier immer noch nicht gelungen ist, die Flüchtlinge aus den Libanon- und den Jugoslawienkriegen zu einem akzeptierten Teil unserer Gesellschaft zu machen. Obwohl die Zuwanderung bereits Jahrzehnte zurückliegt, müssen hier weiterhin spezielle Fördermittel eingesetzt werden, um einen sozialen Brennpunkt zu entschärfen und dem alten Zentrum Blumenthals eine bessere Entwickungsperspektive zu eröffnen.

Ein Brückenbau zwischen den Lagern wäre damit auch ein Beitrag für ein Blumenthal, das wieder an frühere Zeiten anknüpfen kann. Das gilt nicht zuletzt für die finanzielle Seite; denn Steuergelder sind zweifellos besser investiert, wenn man sie für mehr Bildung und ein attraktives Ortsbild verwendet als für die Finanzierung von Polizeieinsätzen oder die Beseitigung von Sachbeschädigungen.


(1) Anmerkung: Wer diesen Ausruf unterstützen möchte, kann ihn gern über Facebook oder seine Homepage teilen.


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Positive Reaktionen mit einer Ausnahme

#2 von Reinhard , 17.03.2016 14:36

Positive Reaktionen mit einer Ausnahme

Da der "Aufruf" seit ca. drei Tagen im Internet aufgerufen und gelesen werden kann, lässt sich eine erste Zwischenbilanz im Hinblick auf die Rektionen von Blumenhlerinnen und Blumenthalern ziehen, die als Facebookfreunde direkt zu einem "Teilen" des Textes eingeladen wurden oder sich durch den veröffentlichten Text angesprochen fühlten.

Dabei gibt es für diese Vorgehennweise in Blumenthal keine Verleichsgröße, da hier bisher Facebookmitgliedergruppen und damit verbundene Diskussionsforen dominieren.

Aufruf und Mitgliedergruppen weisen jedoch zwangsläufig Unterschiede auf, da mit dem Aufruf eine klare persönliche Meinung zu einem längeren Text verbunden ist, von dem keines der beiden politischen Lager besonders angetan sein kann, da die erwähnten und kritisierten Beispiele beiden Lagern zugeordnet werden können. Deutlicher ausgedrückt: Es wurde vielen auf die Füße getreten, um auf diese Weise für die Notwendigkeit eines Brückenschlags zu werben.

Und der scheint durchaus gute Realisierungschancen zu besitzen, da einge sehr bekannte Blumenthaler Politiker den Aufruf unterstützen, ja, sogar ein ehemaliger Kritker, der sich hier im Forum mit der Diskussion zur Rekumer Str 12 ganz und gar nicht einverstanden war, hat den Aufruf geteilt.

Daneben gibt es einige Politiker, die zwar schon vor ein paar Tagen den Text lesen "wollten", das bisher aber noch nicht geschaftt haben. Ähnlich sieht es mit fehlenden Reaktion von den Médienvertretern aus. Mehr oder weniger deutlich ausgesprochene Ablehnung gab es hingegen nur in einem Fall.

Ist das nun Desinteresse oder eher das Dilemma, dass man von dieser Initiative völlig überrascht wurde, weil man einen derartigen Aufruf zum Brückenbau aufgrund seiner Vorurteile gegenüber sognannten geistigen Brandstiftern nicht erwartet hat.

Aber das ist ja auch wirklich eine unangenehme Situation, wenn die "größten Hetzer" sich für ein entspanntes politisches Klima und eine sachliche Diskussion in Blumenthal einsetzen! Werden die Vertreter einer angeblich humanen Position in der Flüchtlingsfrage damit etwa einer Lüge überführt?

Haben etwa ganz andere für das politische Öl gesorgt, das aus einem parteipolitischen Kalkül nach und nach in ein zunächst nur glimmendes Feuer geschüttet wurde?

Das könnte auch für den bisher einzigen Kritiker des Aufrufs zum Brückenschlag zutreffen, der bisher geglaubt hat, mit harten Worten gegen Andersdenkedne zu punkten.


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Internet einmal anders!

#3 von Reinhard , 17.03.2016 18:39

Internet einmal anders!


Die Blumenthaler Politiker haben, wenn man an die eine oder andere Beiratssitzung denkt, ein ganz besonderes Verhältnis zum Internet. Oder solltes man die Aussage vielleicht stärker fokussieren, da man zwischen aktiven und passiven Interessen unterscheiden muss.

Während man sich noch vor einigen Jahren gegen eine angebliche Kampagne wehren wollte, in der man Gefahren für das Blumenthaler Image sah, ist seit einigen Monaten eine ganz neue Ausrichung hinzugekommen.

Über diese neue Spezialität, die man im Blumethaler Ortsamt zubereitet hat, wurden sogar die Zuschauer von "buten un binnen" informiert, als der Ortsamtsleiter zur konstituierenden Sitzung des neuen Beirats den Anwesenden und über die Webseite von Radio Bremen sowie youtube einem weltweiten Publikum zeigen konnte, zu was für Beleidigungen, Feindseligkeiten und böswilligen Unterstellungen Menschen in der Lage sind, wenn sie sich in einer sozial wenig kontrollierten Umgebung psychisch abreagieren. In unserem Fall dient dieses Datenmaterial allerdings nicht einem psychologischen Forschungsprojekt, sondern wird nach der Aussagen des Sammlers an den Staatsschutz geleitet.



Dabei mag es ja noch angehen, wenn eine Privatperson als ihr Hobby nach Straftaten Ausschau hält und damit die Polizei entlastet. Fragwürdig wird es jedoch in zwei anderen Fällen.

Wie ist es etwa zu beurteilen, wenn ein Beamter, der für ganz andere Aufgaben eingestellt ist, diese Kontrollen in seine Dienstzeit ausführt, obwohl der Staat für derartige Aufgabe ganz andere Mitarbeiter als Spezialisten beschäftigt. Kann man da nicht der Meinung sein, dass diese eigenmächtige Verwendung von Arbeitszeit weder die Legislative noch die Exekutive als Vertreterin der Bürger und Steuerzahler gewollt haben? Ist das vielleicht sogar ein Fall von Untreue? Und wo kann ein anderer Arbeitnehmer an einem anderen Arbeitsplatz sein Hobby ohne eine entsprechende Erlaubnis des Arbeitgebers selbst zu seinem von den Bürgern bezahlten Arbeitsinhalt machen?

Politisch erheblich wichtiger als diese Zuliefertätigkeit für die Staatsanwaltschaft ist der Versuch, aus diesen Postings die häufig nur ganz kurze Zeit im Internet stehen, bevor sie von Administratoren aus juristischen Gründen gelöscht werden, auf angeblich "geistige Brandstifter" zu schließen und sogar einen größten "Hetzer" ausfindig zu machen. So kann man zweifellos aus jeder sachlichen Diskussion eine hitzige Kontoverse machen. Das sollte und wird jeder wissen, der im politischen Leben steht. Wenn er es dennoch macht, kann man es nur für beabsichtigt halten.

In der Gedankenwelt von Politikern, die diesen Kurs verfolgen, scheinen daher Aktionen im Internet prinzipiell negativ eingeordnet zu werden, zumal wenn es gelingt, von dieser Sicht auch Journalisten und die Organisatoren von Flüchlingsinitiativen zu "überzeugen", wie man es in Blumenthal beobachten musste.

Und jetzt kommt ein Aufruf zum Brückenbau aus dem Internet und noch dazu einem sozialen Medium wie Facebook, das doch eigentlich nur dafür geeignet ist, sein Abendessen und seinen Körper zu präsentieren.

Das kann doch nur zu Irritationen führen! Wirklich eine riesige Böswilligkeit, wenn jemand es auf diese Weise wagt, die so lieb gewonnenen Vorurteile zu zerstören!

Muss man da nicht einfach suchen und suchen, um ein vermeintliches Haar zu finden, auch wenn es - wiederum sehr verräterisch - eine Liste von "Mitwissern" und "Mittätern sein soll, die nicht auf einem goldenen Tablett geliefert wurde.

Nur hat man bisher auf Antrag des Ortsamtsleiters in Blumenhal noch kein Gesetz verabschiedet, dass einen gläsernen Bürger und ein verfilzte Politikklasse vorschreibt, die wichtige Entscheidungen hinter verschlossenen Türen auszukungeln hat. Glücklicherweise besitzt Blumenthal keine derartige Kompetenz zum Abbau der Demokratie, und außerdem gibt es Bundesgesetze und eine unabhängige Justiz.

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OAL-Aufgabe: Kontrolle unmündiger Bürger?

#4 von Reinhard , 18.03.2016 08:57

OAL-Aufgabe: Kontrolle "unmündiger" Bürger?


Schon seit geraumer Zeit scheinen einige Blumenthaler ein besonderes Verhältnis zur Obrigkeit zu haben, das sich in manchen Familien von Generation zu Generation fortpflanzt und teilweise bis in die Kaiserzeit zurückreicht. Schon damals gab es einen „König“ von Blumenthal und diese schließlich nicht ganz inhaltsleere Bezeichnung übelebte auch noch die Ausrufung der Republick in Deutschland und das NS-Regime mit seinem Führerkult. Man könnte hier also, wenn man Politologe wäre, von einem autoritär denkenden Bevölkerungsteil oder Bodensatz sprechen.

Offenbar können diese Bürger immer noch nicht verstehen, was es heißt, wenn das Volk der Souverän ist, wie es in der Schweiz ausgedrückt wird. In einer Demokratie ist das Volk die höchste Autorität, und zwa ganz unabhängig davon, wie man dessen Meinung beurteilt; denn niemand kann untestellen, dass das Volk immer eine sachlich richtige Entscheidung trifft. Es ist jedoch die einzige legitime, da keine andere Institution sie erstetzen kann, also weder eine Rechtsordnung wie die Scharia oder ein Gremium, das sich Senat nennt und damit an eine Institution anknüpft, die so etwas wie ein Ältestenrat eines Stammes oder eben der antiken Stadt Rom mit ihrem angeschlossenen Weltreich ist.

Und auch jetzt hat diese traditionelle Sicht der Dinge zumindest noch einen Verteter, für den die Bürger weniger Rechte haben als ein einzelner Beamter und die deshalb kontrolleirt werden müssen, damit sie nichts Falsches gegen sich selbst unternehmen

So kann man jedenfalls eine Aussage interpretieren, wenn man die Reaktion des Ortsamtsleiter auf den Aufruf zum Brückenschlag liest. Ihn scheint der Inhalt nicht zu interessieren, sondern nur eine ganz andere Frage, die er deshalb gleich x-fach ins Internet stellt. In einer Version scheint besonders deutlich zu werden, was er eigentlich will. Danach will es sich nicht äußern, "wenn ich nicht weiß, wer der oder die Verfasser sind" und "mich zu den Inhalten äußern „(oder auch nicht, denn ich bin ja nicht verpflichtet, mich zu äußern)“.

Während er also nach seiner eigene Laune oder wie man dieses Verhalten nennen soll, glaubt eine Antwort geben zu können oder auch nicht, verlangt er eine Auskunft über „Mittäter“ oder „Mitwisser“ von den Bürgern. Er will also nur kontrollieren, ohne dazu in unserer demokratischen Ordnung auch nur durch ein Gesetz legitimiert worden zu sein, denn Mails im Internet müssen bekanntlich an keiner Stelle genehmigt werden und schon gar nicht bei einem Ortsamt in Blumenthal.

Da ist eine Anmaßung von Rechten die nicht besehen und denen nicht jeder so freundlich entgegenkommt wie Herr Balz, wenn er Hern Nowack weitere Jagdszenen leichter beobachten lässt, ohne dass er auch nur daran gedacht hat, eine Jagdpacht zu zahlen, wie das normalerweise üblich ist.


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Eine Troika im Abseits hilft keiner Mannschaft

#5 von Reinhard , 31.03.2016 16:32

Eine Troika im Abseits hilft keiner Mannschaft

Sozialpsychologen, die sich mit Einstellungsänderungen wie z. B. bei einer Verteidigungsmotivation beschäftigen, wird die Reaktion einiger Blumenthaler Politiker zum "Aufruf" für einen Brückenschlag nicht überraschen.

Dabei wurde aus der rot-roten Polarisierungskoalition im Beirat vor allem eine männliche SPD-Troika aktiv, während sich die Damen, die im Beirat durch ihr Engagement aufgefallen waren, bisher zurückhaltend im Hintergrund belieben.

Unter den drei sozialdemokratischen Kämpfern hat das neue Parteimitglied Christian Milpacher auf eine ganz spezielle Art reagiert. Zunächst hatte er offenbar Schwierigkeiten in dem von ihm einst gegründeten Facebook-Gruppe zu erkennen, dass dort unterschiedliche Meinungen teilweise kontrovers diskutiert werden, so dass man nicht jedes Posting jedem anderen Mitglied zuordnen kann.

Das mag ein schönes Spiel sein, wenn man jemandem ein bestimmtes Etikett anhängen will und dann unter der Vielzahl der Postings nur nach einem Satz suchen muss, der ein inzwischen lieb gewonnenes Vorurteil "bestätigt". Nur wird ein so zu Unrecht als "geistige Brandstifter" eingeordnetes Gruppenmitglied nicht gerade für korrekt beurteilt halten und daher verständlicherweise die falsche Unterstellung zurückweisen.

Dieses Verhaltensmuster mag man ja, wenn man an einem Abbau der Eskalation interessiert ist, noch für einen Informationsfehler halten wollen. Daher habe ich über den Mailkontakt, den dieses Forum für seine Mitglieder anbietet, Herrn Milpacher in einer Mail vorgeschlagen, gemeinsam etwas für einen Abbau der Spannungen in Blumenthal zu tun.

Nachdem er mich zuvor bereits bei Facebook blockiert hatte, kam auf dieses Angebot eine Antwort, die sich an Deutlichkeit kaum noch überbieten lässt. Er hat seine Mitgliedschaft in diesem Forum gelöscht und damit ein Gespräch über den "Aufruf" oder andere Möglichkeiten eines Brückenbaus abgebrochen.

Herr Nowack hat als zweiter Vertreter des SPD-Triumvirats nicht auf die Weisheit der buddhistischen drei Affen gesetzt, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen, sondern seinen nicht mehr originellen Weg gegen einen "Ortsfremden" eingeschlagen und sich auf seine virtuelle Grundqualifikation gebaut, indem er für einen Aufruf, den inzwischen zahlreiche Internetnutzer geteilt haben und in den Beiträge zahlreicher Diskussionspartner eingegangen sind, den Namen eines Autors genannt haben möchte. Dabei hätte er leicht feststellen können, dass er selbst zu den "Mitverfassern" des Textes gehört, da ein großer Teil der Zitate von ihm stammt. Aber das wird er kaum gemeint habe, wenn man seine schon vertrauten Denkmuster beachtet. Danach dürfte er von der Vermutung ausgehen, dass nur ein "Ortsfremder" einen derart perfiden Aufruf für einen Brückenschlag schreiben kann, weil niemand unter seinen Blumenthalerinnen und Blumenthalern so etwas tut. Die wissen schließlich, dass es nur der Stadtteilmanager selbst sein kann, der einen Aufruf schreiben darf, wenn er es denn einmal für richtig halten sollte.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende als dritter Diskussionsteilnehmer hat jetzt den zweiten Part übernommen, den man sonst vom Ortsamtsleiter kennt. Er hat unbelegte Vorwürfe und Beleidigungenen ins Internet gestellt. Das fällt in diesem Fall besonders auf, da gerade Herr Pfeiff es gewesen ist, der durch nachweisbar falsche Gerüchte zum Brandanschlag in Blumenthal eine Erklärung im Beirat begründet hat, die praktisch alle 1.000 Mitglieder der Facebook-Gruppe "Bremen-Nord - das geht uns alle an" zu "geistigen Brandstiftern" erklärt.

Damit nicht genug reicht Herrn Pfeiff jetzt der Hinweis, dass man den "Aufruf" nicht auf eine Kritik an Prof. Hickel reduzieren kann, dessen fehlende Berücksichtigung der SPD-Fraktinshef zunächst beanstandet hatte, zu einem Ausbruch von Feindseligkeit. Damit fällt er jetzt über jemanden her, der einen Aufruf zum Brückenbau ins Netz gestellt hat, mit den angeblich charakterisierenden Worten: "widerlich", "Brandstifter", und zwar ohne das Adjektiv "geistig", sowie "Hetzer". Dieser Schwall von böswilligen Unterstellungen soll dabei nicht, wie ein schneller Leser vielleicht denken mag, der Verbreitung des Gerüchts gelten, sondern der Beteiligung an einem Versöhnungsappell.

Da kann man nur hoffen, dass es in Blumenthal auch SPD-Mitglieder und SPD-Wähler gibt, die diesem gefährlichen Hasardeurspiel ein Ende bereiten und die SPD wieder zu einer Partei machen, in der offen diskutiert werden kann und in der man für den sozialen Zusammenhalt des Gemeinwesen eintreten darf, ohne diffamiert zu werden.

Wie das geht, zeigt beispielhaft der einzige in Blumenthal gewählte Bürgerschaftsabgeordnete Rainer Bensch, der sich auf seiner Facebookseite und in der Forumsdiskussion der Mitgliedergruppe "Bremen-Nord - Politisches Forum - Das geht uns alle an!" dafür einsetzt, "dass tatsächlich "innegehalten" wird und bei allen politischen Streitereien Achtung und Respekt nicht verlorengehen."

Mit seiner Haltung war er übrigens unter den Wahlberechtigten bei der letzen Bürgeschaftswahl so beliebt, dass sie ihn durch ihre Personenstimmen vom Platz 11 der Liste auf Platz 6 gewählt haben, denn er bekam immerhin mehr als das Doppelte an Personenstimmen wie die beiden konkurrierenden SPD -Kandidatinnen aus Blumenthal. Damit rangierte er in Blumenthal sogar vor der CDU-Spitzenkandidatin, während die SPD-Wähler mit gewaltigem Abstand Jens Böhrnsen bevorzugten.

Diese Wähler scheinen nun verwaist zu sein. Aber werden sie sich deswegen Politikern anvertrauen, die sie in Abseits führen?

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"Schändung scharf verurteilt"

#6 von Lola , 22.06.2016 08:23

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1402897.html
Zitat
"
Beirat: Werk von Rechtsradikalen
Schändung scharf verurteilt
22.06.2016 0 Kommentare

Der Blumenthaler Beirat hat auf seiner jüngsten Sitzung die Schmierereien und die Zerstörung von Blumenschmuck am Mahnmal „Vernichtung durch Arbeit“ beim Bunker Valentin scharf verurteilt. In einer einhellig angenommenen Resolution von Reinhold Koch (Bündnis 90/Die Grünen) heißt es, die „Schändung“ deute auf das Werk von Rechtsradikalen hin, die offenkundig zurück ins dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte wollten.

In der Resolution wird zugleich an den Brandanschlag erinnert, der vor einigen Monaten auf die Flüchtlingsunterkunft an der Straße Kreinsloger verübt wurde. Alle Demokraten seien aufgerufen, sich der Gefahr von Rechtsextremen gemeinsam entgegenzustellen und gegen Gewalt und Intoleranz die Stimme zu erheben, heißt es in der Resolution.
Zitat Ende

Nachdem es in dem Artikel heißt .." die "Schändung deute auf das Werk von Rechtsradikalen hin"...
hat der Beirat sonst keine Beweise?
Macht man es sich hier nicht zu einfach? Weil alles auf Rechtsradikale deutet, können das nur die Schuldigen sein?

Ich möchte nur in diesem Zusammenhang an folgende Beiträge von Reinhard erinnern:

Zunächst #1 von Reinhard , 14.03.2016 18:08

Aufruf "Blumenthal braucht Brückenbauer, keine Spalter!"

Vielleicht erlaubt es die Zeit der Leser auch die weiteren Beiträge 2-5 von Reinhard zu lesen, die alle zum Thema gehören " Blumenthal braucht Brückenbauer und keine Spalter".


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zuletzt bearbeitet 22.06.2016 | Top

   

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