Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Bremen im Bundesländerranking

#1 von Reinhard , 04.02.2013 14:11

Nach einem Länderranking für öffentliche Schulden, private Armut und schulische Leistungen soll am heutigen Weltkrebstag ein Blick auf die Krebserkrankungen in Bremen erfolgen.

Dazu werden von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) Daten für Krebserkrankungen in den Bundesländern ausgewiesen.

Generell liegt dabei Bremen im Mittelfeld von dreizehn Bundesländern, da der Aufbau der Register in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz noch in den Kinderschuhen steckt.

Wegen der geringen Fallzahlen bei einigen Krebsarten lassen sich deutliche Unterschiede, die auch für mehrere Jahre fortbestehen, nur für relativ verbreitere Lokalisationen auffinden.

Negativ sieht es im kleinsten Bundesland für Männer beim Lungenkrebs aus, wo Bremen mit 74,9 Neuerkrankungen auf 100.000 im letzten Erhebungsjahr (2009) den höchsten Wert unter den Bundesländern auswies. Diese Erkrankung wird üblicherweise mit dem Lebensstil „Rauchen“ in Verbindung gesehen.

Unerfreulich ist auch der Spitzenplatz bei den sogenannten Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL), worunter bösartige Erkrankungen des Lymphatischen Systems zusammengefasst werden. Hier hatte Bremen 2009 mit 18,0 Fällen bei Männern den höchsten und bei Frauen mit 10,3 Fällen auf 100.000 Einwohner den zweithöchsten Wert unter der Bundesländern. Ein möglicher Auslöser für diese Erkrankung können Pestizide sein.

Bei diesen beiden Krebsarten müssen die zuständigen Stellen also nicht tatenlos zusehen, sondern besitzen gute Ansätze für die gesundheitliche Aufklärung; denn zwischen Armut, wie sie bisher vom Bremer Gesundheitsamt untersucht wurde, und dem Rauchen besteht bekanntlich kein naturnotwendiger Zusammenhang.


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RE: Bundesländerranking

#2 von Reinhard Riegert ( Gast ) , 04.02.2013 19:49

Alle Chemikalien, die im Tanklager gelagert werden/wurden,
machen, wenn sie in den Körper gelangen,
sei es durch Einatmen oder durch Nahrungsaufnahme,
mittel- bis langfristig aus den Innereien,
wie Magen, Lunge, Leber usw. "Matsch".
Da diese Stoffe in der freien Natur so nicht vorkommen,
- sondern z.T. Jahrmillionen tief in der Erde eingeschlossen waren
oder durch die moderne Chemie hergestellt wurden, -
hat die Natur nicht gelernt, damit schadensfrei umzugehen.
Das gilt besonders für den Menschen in seinem noch relativ kurzen Erdendasein.
Die Folge ist, dass der menschliche Körper daran zugrunde geht.
Mit Hilfe welcher Krankheit, ist letztendlich egal.
Ein Krebsregister mit seiner statistischen Aussagefähigkeit hilft beim
Wachrütteln der zuständigen Behörden.
Wenn sich daraus Konsequenzen für den zukünftigen Umgang
mit "unnatürlichen" Stoffen ergeben, wäre schon viel gewonnen.
Gemachten Schaden wiedergutzumachen, mutet jedoch bei diesem Umfang nahezu utopisch an.
Trotzdem: Nicht resignieren!

Reinhard Riegert

RE: Trinkwasser für Bremen-20% aus Blumenthal

#3 von Lola , 14.02.2013 08:33

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,499480.html
Zitat
Und dann liest der Hamburger den Bremern am Ende noch gehörig die Leviten: "Ich kenne keine vergleichbare Stadt in Deutschland mit so vielen Altlastverdachtsflächen wie Bremen, keine Stadt, in der ähnlich achtlos mit dem Gut Grundwasser – also Trinkwasser – umgegangen worden ist. Dabei ist das unser wichtigstes Grundnahrungsmittel."
Zitat Ende

Das vergiftete Grundwasser ist kein Problem das allein die Menschen in Blumenthal betrifft, denn lt. Herrn Kafusehr Altlastensanierer
legt das Grundwasser ca. 10-30m im Jahr zurück und wenn die Schadstofffahne nicht umgehend gestoppt wird, dann verseucht es die Trinkwasserbrunnen und somit trifft es J E D E N Bremer Bürger.

Das Tanklager ist somit kein lokales Problem das nur die Farger und Rönnebecker Bürger betrifft, sondern das Umweltdesaster in den Ortsteilen Farge, Rönnebeck und Rekum trifft in ein paar Jahren jeden Bürger in Bremen.

Es geht hier nicht mehr um 30 - 50 - oder 100 Arbeitsplätze, sondern es geht hier um die Trinkwasserversorgung einer Großstadt.

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RE: Altlasten in Bremen-Nord

#4 von Lola , 23.02.2013 07:04

Die Norddeutsche 23.2.2013 - Seite 1
Ungutes Erbe im Erdreich - von Christina Denker

Zitat:
Nicht nur das Tanklager bereitet Sorgen: Elf Alt-Deponien in Bremen-Nord werden ständig überwacht.

Elf Standorte hat die Umweltbehörde für Bremen-Nord in das sogenannte Altlastenüberwachungsprogramm aufgenommen.
Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um stillgelegte Deponien. Regelmäßige Untersuchungen sollen über den Grad der Verschmutzung Auskunft geben.
In der Landrat-Christian-Straße wird das Sicherungskonzept derzeit grundlegend überprüft.
Zitat Ende

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RE: Bremer Vulkan- eine andere Altlast-

#5 von Lola , 14.03.2013 06:33

..es ist zwar schon lange her, aber die Hintergründe die zur Zerschlagung des Bremer Vulkan geführt haben, sind sicherlich für den einen oder anderen von Interesse, zumal dieses Gespräch von Anfang März 2013 ist und die Vorgehensweise der Börsenpraktiken schildern, die offenbar immer noch Anwendung finden wie dem Gespräch zu entnehmen war.

http://www.zdf.de/Peter-Hahne/Eurokrise-...n-26816210.html

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Wohlfahrtsranking

#6 von Reinhard , 07.05.2013 13:36

Wohlfahrtsranking

Nach den Untersuchungen für die Wirtschaftswoche und die Deka-Bank hat in diesem Jahr das Kieler Institut für Weltwirtschaft ein Ranking deutscher Städte nach dem erreichten Wohlfahrtsniveau durchgeführt. Dabei haben die Wissenschaftler 100 kreisfreie deutsche Städte untersucht. Die Stadt Bremen erreichte dabei den 73. Platz, während es im Ranking der Wirtschaftswoche unter 50 Städten Platz 26 war. Damit rangiert Bremen erneut deutlich hinter Oldenburg und Hamburg.

Ausschlaggebend für den Platz in der Mitte der unteren Tabellenhälfte ist der Rang 83 beim „Sozialkapital“, zu dem Bereiche wie Kriminalität, Gesundheitsversorgung und Freizeitqualität zählen.

Der im Vergleich zur Wirtschaftswoche schlechtere Rangplatz lässt sich auf eine höhere Gewichtung von Indikatoren zurückführen, die für eine nachhaltige, ökologische Stadtentwicklung stehen, die innovativen, wissenschaftsnahen Arbeitsplätzen einen hohen Stellenwert einräumt. Hier ist Bremen sehr, sehr deutlich von den Spitzenreitern Heidelberg, Ulm, Erlangen, Jena und Freiburg entfernt. Das dürfte ein Aspekt sein, den man in Bremen bei der Standort- und Förderpolitik stärker berücksichtigen muss.

Noch deutlich negativer fallen die Daten für Delmenhorst auf Platz 92 und für Bremerhaven auf Platz 99 aus, das nur noch Gelsenkirchen im strukturschwachen Ruhrgebiet hinter sich lässt.

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Niedrige Kompetenz und Kompetenzförderung

#7 von Reinhard , 26.06.2013 15:19

Niedrige Kompetenz und Kompetenzförderung

Am 24. Juni hat die Bertelsmann Stiftung ihren „Chancenspiegel 2013“ veröffentlicht, der u.a. die Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme untersucht und dabei die 16 Bundesländer vergleicht, die für diese Ergebnisse zumindest eine erhebliche Mitverantwortung tragen.

Unter die Vielzahl der betrachteten Teilfragen sind für Bremen vor allem die Entwicklungen in zwei Bereichen von besonderem Interesse, da sie in der Vergangenheit das Ranking Bremens in ähnlichen Untersuchungen erheblich beeinflusst haben.

Zu nennen ist hier zum einen die Zahl der Hauptschüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Hier hatte Bremen bisher einen sehr niedrigen Wert, was in einem früheren Städteranking zu einer positiven Bewertung des Bildungssystems geführt hat. Hier hat sich nach den aktuellen Zahlen der Anteil der Abbrecher von 6,2 % in 2010 auf 8,0% erhöht, womit Bremen zwar deutlich über dem Bundesdurchschnitt, aber noch weit unter den 13,3 % in Mecklenburg-Vorpommern rangiert. Doppelt so hoch liegt jedoch der Wert für ausländische Abgänger mit 16,3%, wo es sogar in Berlin nur 14,3 % sind.

Extremer fallen zum anderen die Werte für die Lesekompetenz der Viertklässler aus, wo Bremen bereits in den PISA-Studien ganz unten gelegen hat. Hier nimmt Bremen auch im Jahr 2011 wieder die letzte Stelle unter den Bundesländern ein, hat also Schüler, die im Durchschnitt noch schlechter lesen als die in den beiden anderen Stadtstaaten Hamburg und Berlin (Tab. 51)

Dabei wurde auch gezielt die Streuung dieser Werte untersucht, wobei sich jedoch nur geringe Abweichungen in Relation zu den anderen Bundesländern zeigen; denn Bremen steht bei den 10 % der besten Schüler im Durchschnitt an letzter Stelle und bei den 10 % der leistungsschwächsten an vorletzter Stelle knapp vor Berlin (Tab. 55 u. 56). Generell kann auch von einer Förderung der Schüler mit Migrationshintergrund oder der von Schülern aus den unteren sozialen Schichten keine Rede sein, da Bremen jeweils zu den Bundesländern mit dem größten Kompetenzabstand zählt.

Eine Erklärung für diese geringe kompensatorische Wirkung des Bildungssystems kann man in dem geringen Anteil von Ganztagsschülern sehen, da 2010 in Bremen nur 28,4% der Schüler eine Ganztagsschule besucht haben, während es im Bundesdurchschnitt 51,1 % waren.

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Rote Laterne für Bremen

#8 von Reinhard , 11.10.2013 11:43

Rote Laterne für Bremen

Seit einigen wenigen Stunden sind jetzt die Ergebnisse des IQB-Ländervergleichs 2012 veröffentlicht, in denen es um die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I geht.

Für das Land Bremen sind die Daten einmal wieder schlecht, wenn man sie nicht sogar richtiger mit katastrophal bezeichnen will, da sich keinerlei Lichtblick finden lässt.

Unter den sechzehn Bundesländer liegt Bremen fast durchgängig auf dem letzten Platz, nur im Fach Physik hat es zum vorletzten Rang gereicht. Der Abstand soll sogar verglichen mit dem Spitzenreiter Sachen zwei Schuljahre ausmachen.

Dabei kann man bei den betrachteten Fächern kaum einen hohen Anteil von Schülern aus Migrationshaushalten für die miserablen Ränge verantwortlich machen, da in Mathematik und Naturwissenschaften die Sprache eine erheblich geringere Rolle spielt als etwa bei der Lesekompetenz.

Der Stadtstaat an der Weser kann nicht einmal bei dem Abbau der Unterschiede nach der sozialen Herkunft oder dem Migrationsstatus mit seinem Schulsystem überzeugen; denn auch in diesen Auswertungen liegt das Land Bremen durchgängig ganz hinten auf dem vorletzten Platz.

Die Leistungen der Bremer Schülerinnen und Schüler sind in Mathematik und den Naturwissenschaften also nicht nur deutlich schlechter als der Bundesdurchschnitt, sondern auch stärker vom Status der Eltern und deren Herkunft abhängig als in fast allen Bundesländern. Die Bremer Politik hat also nicht einmal für mehr Bildungsgerechtigkeit gesorgt.

Besorgniserregend ist die offensichtliche Tatenlosigkeit der verantwortlichen Politiker, wie ein Vergleich dieser aktuellen mit den Daten von PISA 2006 zeigt. Zu beiden Zeitpunkten war Bremen weit abgeschlagen unter den Bundesländern in diesen Schulfächern, die gerade beruflich von Bedeutung sind. Es hat sich also nachweisbar nichts geändert.

Man muss sich daher fragen, was der rotgrüne Senat tatsächlich unternimmt, um die jungen Bremerinnen und Bremer für die Wissensgesellschaft fit zu machen? Er wird ja wohl nicht alle Ambitionen aufgegeben haben und Bremen zu einem Hartz IV-Bundesland „entwickeln“ wollen, da zu viele Schulabsolventen die Qualifikationsanforderungen einer modernen Arbeitswelt nicht erfüllen können.

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Unterschiedliche Reaktionen

#9 von Reinhard , 12.10.2013 10:17

Unterschiedliche Reaktionen

Während die ebenfalls sozialdemokratische Kultusministerin in Niedersachsen von den ostdeutschen Ländern und Bayern „lernen“ will, setzt die Bremer Senatorin auf eine „Verbesserung“ der Unterrichtsqualität. Anscheinend hat sie bisher das Prinzip Hoffnung verfolgt, wenn sie den letzten Platz Bremens mit den Worten kommentiert: „Das sind enttäuschende Ergebnisse. Wir hatten gehofft, dass wir vorangekommen sind.“

Ihre Schlussfolgerung besteht darin, den „Fokus jetzt auf Qualität in Schule und Unterricht zu richten“.

Da kann man nur erstaunt fragen, wo der Fokus bisher war und was mit „Qualität“ genau gemeint sein soll. Hoffentlich ist es keine, die nur in Bremen geschätzt ist!

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Schulden und Zukunftschancen

#10 von Reinhard , 08.11.2013 14:56

Schulden und Zukunftschancen

Heute hat das Handelsblatt mit seinem Zukunftsatlas 2013 Zeugnisse für 401 deutsche Kreise veröffentlicht. Die Daten, die vom der prognos AG aus Basel ausgewertet wurden, liefern einen Vergleich im Hinblick auf die ökonomische Situation der einzelnen Regionen und deren Zukunftschancen.

Da diese Analyse in ähnlicher Form bereits für 2010 und frühre Jahre erfolgte, lassen sich auch Entwicklungstendenzen erkennen. Die sind, wenn man die Rangplätze betrachtet, die die Stadt Bremen jetzt und vor drei Jahren einnimmt, nicht unbedingt positiv, denn die Weserstadt ist vom 291. Platz auf den Rang 303 zurückgefallen.

Dabei liegt Bremen bei einigen Teilaspekte sogar deutlich besser, so etwa im Bereich „Innovation“, der u.a. die Verteilung der Arbeitsplätze auf innovative Branchen erfasst, auf Platz 58 und „beim Arbeitsmarkt“, worunter u.a. die Arbeitslosenquote und der Anteil der Tertiärbeschäftigung verstanden wird, auf Platz 94. Das schlechte Gesamturteil ist auf den Beeich „Wohlstand“ zurückzuführen, wo Bremen auf Platz 401 nur einen Rang vor dem Letzten rangiert, und das ist Bremerhaven.

Die extrem hohe Verschuldung und Kriminalität sowie der Anteil an Transferleistungsempfänger haben damit die beiden Städte des kleinsten Bundeslandes etwa hinter die Stadt Oldenburg (Rang 108 ) und die Nachbarkreise Verden (205), Osterholz (Rang 236), Diepholz (Rang 265) und Wesermarsch (Rang 286), die diese Probleme nicht haben, zurückgeworfen.

Wenn Bremen also demnächst einmal bessere Werte erhalten will, sind damit die Bereiche, in denen gehandelt werden muss, klar vorgezeichnet. Das Problem wird dabei sein, Schulden abzubauen, ohne in anderen Bereichen an Attraktivität zu verlieren. Eine hohe Verschuldung verbaut also tendenziell eine gute Zukunft, was der Rang 303 unter 401 deutschen Kreisen deutlich ausweist.

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Die vier Plagen für die Bremer

#11 von Reinhard , 24.04.2014 16:36

Die vier Plagen für die Bremer

Einerseits können sich die Bremerinnen und Bemer freuen, denn sie werden nicht von zehn Plagen heimgesucht, wie sie einst die Ägypter getroffen haben sollen. Es sind nur vier, die auch nicht in Stechmücken, Viehpest oder Heuschrecken bestehen.

Andererseits müssen sie sich mit ganz realen Problemen herumschlagen, die gut belegt sind und sich nicht als fromme Legenden weginterpretieren lassen. Aus der Sicht der vieler Bremerinnen und Bremer handelt es sich um die Bildung, den Arbeitsmarkt, die Kriminalität und nicht zuletzt die Verwaltung, die wenig verantwortungsvoll mit den Steuergeldern umgeht und sich gegenüber den Bremerinnen und Bremern wenig hilfsbereit verhält.

So lassen sich die Ergebnisse einer jetzt vorliegenden Anschlussuntersuchung zur „Lebensqualität aus Bewohnersicht“ zusammenfassen, an der sich auch 500 Bremerinnen und Bremer Anfang 2013 beteiligt haben. Anders als in der vorangegangenen Erhebung haben sich an der aktuellen etwas abgespeckten Studie 20 Städte beteiligt, nachdem es bei der vorangegangenen Untersuchung noch 22 waren.

Erstmals konnten die Befragten diesmal auch angeben, welche Themen sie in ihrer Stadt für besonders wichtig halten. Das ist in Bremen an erster Stelle – und noch deutlich ausgeprägter als in anderen Städte – der Bildungs- und Ausbildungsbereich, der von 68 % aller Befragten genannt wird, und damit noch vor dem Arbeitsmarkt mit 46 % rangiert. Auf dem dritten Platz folgt schließlich das Thema Sicherheit, das jeder Dritte anführt.

Dabei durfte jeder Befragte nicht nur ein Thema nennen, sodass sich in der Summe Nennungen von mehr als 100 % ergeben.

Diese Aufgabefelder für die Politik stimmen mit den Beurteilungen überein, die die Befragten zur Qualität der Stadtpolitik abgegeben haben.

Dabei erhält Bremen wieder eine Reihe sehr positiver Bewertungen etwa zur Ausstattung mit Grünflächen. Daneben bestehen aber auch die Bereiche, in denen die Bürgerinnen und Bürger Änderungen erwarten, da man mit ihnen nur wenig zufrieden ist, wenn man die Bremer Daten mit denen der anderen 19 Städte vergleicht.

So sieht man in Bremen weiterhin die Schulen recht kritisch. Hier erreicht der Anteil der mehr oder weniger Unzufriedenen unter den betrachteten Städten mit 37% einen Spitzenwert, während es etwa in dem seit langer Zeit ebenfalls vor allem sozialdemokratisch regierten Nürnberg nur 23 % waren.

Weiterhin sind viele in Bremen der Meinung, dass man an der Weser zwar relativ leicht eine Wohnung, aber keinen Arbeitsplatz finden kann. Mit einem Anteil von 56 % gehört Bremen hier zur negativen Spitzengruppe, der auf der anderen Seite Städte gegenüberstehen, die stärker auf den tertiären Sektor oder eine gezielte Verbindung von Wissenschaft und modernen Industrien gesetzt haben wie Darmstadt.

Kriminalität als dritte „Plage“ wird in keiner anderen Stadt derart bedrohlich wahrgenommen wie in Bremen, und das gilt nicht nur für die Stadt insgesamt, also einschließlich des Bahnhofsbereichs und der Discomeile, sondern auch für die Wohnquartiere. Hier liegen die Vergleichswerte für Nürnberg erheblich niedriger, denn während sich in Bremen 26% der Befragten unsicher fühlen, sind es in der Frankenmetropole nur 6 %.

Die Hintergründe dieser Kriminalitätsproblematik lassen sich möglicherweise in zwei Bereichen finden, die von den Befragten zwar nicht direkt in den Rang zentraler Politikthemen gehoben wurden, bei denen Bremen sich jedoch vom Gros der anderen Städte deutlich unterscheidet. So gibt es für 81% der Befragten in ihrer Weserstadt ein Armutsproblem, während das nur 54 % der Nürnbergerinnen und Nürnberger für ihre Heimatstadt annehmen. Bei der Armutsfrage liegt Bremen damit weitaus an der Spitze der teilnehmenden Städte, denn als nächste Stadt folgt auf Bremen Oberhausen, wo 69 % ebenfalls ein Armutsproblem sehen.

Ähnlich negativ fällt die Bewertung der Ausländerintegration in Bremen aus, auch wenn die Hansestadt hier den negativen Spitzenplatz mit Oberhausen teilen muss und die Abstände insgesamt nicht so gravierend ausfallen. Immerhin sind in Bremen 43% der Befragten der Meinung, dass de Ausländer nicht gut integriert sind, während es in Nürnberg nur jeder Dritte ist.

Die vierte „Plage“ schließlich ist die Stadtverwaltung selbst, die von den lokalen Politikern zumindest mitzuverantworten ist. Das gilt nicht nur für die bei einer Reihe von Themenbereichen sichtbar gewordene Unzufriedenheit, sondern auch für ganz konkrete Einzelfragen direkt zur Stadtverwaltung.

Hier hat man in der Erhebung gefragt, ob die Stadtverwaltung einem „schnell und unkompliziert“ hilft. Davon waren in Bremen 48 % mehr oder weniger überzeugt, was hinter Dresden mit 39% der schlechteste Wert ist. Nürnberg kam hier auf einen Zustimmungsanteil von 55%.

Die Stadtverwaltung ist jedoch in der Sicht der Bremerinnen und Bremer nicht nur wenig hilfsbereit, sondern geht auch schludrig mit dem Geld, also vor allem den Steuern um. Hier glauben 63 % der befragten Bremerinnen und Bremer nicht, dass ihre Stadt „verantwortungsvoll“ mit dem ihr anvertrauten Geld umgeht. Damit liegt Bremen gemeinsam mit Oberhausen und Saarbrücken (jeweils 64 % ) weit an der negativen Spitze. Nürnberg ist bei dieser Frage mit nur 25 % kritischer Befragter nicht einmal eine positive Ausnahme; denn in Fürth und Freiburg sind noch mehr Bürger von einem verantwortungsvollen Umgang der Städte mit ihrem Geld überzeugt.

Wie diese Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse für Bremen und der Vergleich mit Nürnberg zeigen, hängt die Qualität einer Stadtpolitik nicht von der regierenden Partei und ihrer „Ideologie“ ab. Vielmehr muss man die Ursachen offensichtlich im lokalen Machtgefüge suchen.

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss. Berlin und Frankfurt (Oder), deren Bürger in der letzten Untersuchung noch einen lascheren Umgang mit den Finanzen bei ihren Stadtverwaltungen gesehen hatten als die Bremerinnen und Bremer, haben daraus eine bemerkenswerte Schlussfolgerung gezogen. Ob man jetzt wirklich anders mit den Steuermitteln umgeht, lässt sich jedoch nicht erkennen; denn die beiden Städte haben bei den Ausgaben für die Durchführung dieser Erhebung „gespart“ und sich nicht wieder beteiligt.

Da dürfte es interessant sein, welche Schlüsse Bremen oder ganz konkret der Senat und die Bremer Parteien aus den Urteilen der Bremerinnen und Bremer ziehen. Werden sie versuchen, die Schwachstellen zu beseitigen oder dem Weg von Berlin und Frankfurt (Oder) folgen?


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zuletzt bearbeitet 24.04.2014 | Top

Ist Bremen ein deutsches Palermo?

#12 von Reinhard , 14.05.2014 08:23

Ist Bremen ein deutsches Palermo?

Diesen Schluss könnte man aus Umfragedaten der europaweiten Studie „Lebensqualität 2012“ ziehen. Allerdings ist das nur ein Teil der komplexen Wahrheit; denn es gibt auch positive Bewertungen für Bremen und nicht zuletzt positive Entwicklungen.

Einzelheiten lassen sich im Blog-Artikel „Zufriedene und unzufriedene Bremer. Die Bremer Lebensqualität in Bewohnersicht“ finden.

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RE: Ist Bremen ein deutsches Palermo?

#13 von Reinhard , 20.07.2014 09:09

Unter dem Titel „Ich bin zufrieden damit, in Bremen zu leben“: 95 Prozent Zustimmung" hat jetzt das Stat. Landesamt eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse für Bremen veröffentlicht.

Darin wird Bremen mit Gruppen anderer europäischer Städte verglichen. Die Zahlen zur wahrgenommenen Lebensqualität sind dabei zwangsläufig nicht neu und auch trotz der gewählten Überschrift nicht besser. Variiert wurden höchstens die Vergleichsübersichten. So wird auch weiterhin die Armut in Bremen viel stärker als soziales Problem gesehen als in anderen deutschen Städten.

Auch vermerken die behördlichen Statistiker: "Sowohl mit der persönlichen beruflichen Situation (Frage 3a) und der finanziellen Situation des Haushalts (Frage 3b) sind die Bremer deutlich unzufriedener als die Befragten in den anderen großen Großstädten." (S. 18)

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Neue Rankings fü Bremen: Finanzen und Bildungsmonitor 2014

#14 von Reinhard , 20.08.2014 15:03

Neue Rankings fü Bremen: Finanzen und Bildungsmonitor 2014

Die Bürgerschaftswahl im kommenden Mai scheint langsam in das Blickfeld einiger Medien zu rücken. Dabei spielt in zwei Veröffentlichungen der letzten Tage noch nicht das alltägliche Wahlkampfhickhack der Politiker die zentrale Rolle, sondern es geht um Rankings des Bundeslandes Bremen, die teilweise auf neuen Analysen und aktualisierten Daten beruhen.

Wie es zu erwarten ist, wenn es um eine Exklusivveröffentlichung in der Tageszeitung „Die Welt“ und einen Bildungsmonitor 2014 im Auftrag der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) stehen dabei zwei bekannte Schwachpunkte im Fokus: die Finanzsituation und die Bildungsqualität.

Griechenland an der Weser

In der „Welt“ wird Bremen mit seiner höchsten Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland, die Ende 2013 bei 30.000 € gegenüber nicht einmal der Hälfte in Hamburg lag, mit der Situation Griechenlands verglichen. So soll nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), „die der "Welt" exklusiv vorliegen“, Bremen bei ansteigenden Zinsen oder einer schwächelnden Konjunktur „einer drohenden Pleite kaum entgehen können.“ Die deutliche Schlussfolgerung des IfW-Finanzexperten am Ende des Artikel lautet daher: "Wenn die Zinswende kommt, fällt das hoch verschuldete Bremen um und muss vom Bund gerettet werden."

Hochschulen top, Schulen flop

Deutlich umfangreicher ist die Analyse der Bildungssitution im Bildungsmonitor 2014, für die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) 93 Indikatoren herangezogen hat, die aus der amtlichen Statistik, den Pisa-Studien und anderen vergleichbaren Quellen stimmen.

Insgesamt nimmt Bremen danach unter den 16 Bundesländern den 13. Platz ein, wobei es noch vor den ebenfalls SPD-regierten Bundesländern Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Berlin rangiert, während an der Spitze Sachsen, Thüringen und Bayern liegen. Beachtenswert ist dabei, dass es keinen Effekt zulasten der Stadtstaaten mit ihren relativ hohen Migranten- und Hartz IV-Bezieher-Anteilen gibt; denn Hamburg hat es auf einen guten 5. Platz geschafft.

Der negative 13. Platz Bremens ist ein typischer statistischer Durchschnittswert, da in Bremen keineswegs alle Teilaspekte in den unteren Regionen zu finden ist Die Autoren der Studie sprechen daher von einem „Bundesland der Extreme“ (S. 112).

Das zeigt sich drin, dass Bremen einerseits eine „Akademikerschmiede“ ist, da die Akademikerersatzquote, d.h. die Relation zwischen den jährlichen Hochschulabgängern und den Akademikern im Berufsleben, einen deutschen Höchstwert erreicht, und die Bremer Hochschulen auch bei Studierenden aus anderen Bundesländern sehr beliebt sind, von denen, die aus Bremen stammen, ganz zu schweigen.

Besonders bei den für die Wirtschaft wichtigen MINT-Fächern, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, liegt Bremen gut im Rennen. Das zeigt sich etwa „beim Anteil der MINT-Wissenschaftler am wissenschaftlichen Personal, wo das kleinste Bundesland „den Spitzenwert aller Bundesländer“ einnimmt.

Andererseits ziehen die Indikatoren für das Schulwesen die Gesamtbeurteilung Bremens bei der Bildung auf den insgesamt nur erreichten 13. Platz. Als wichtige Faktoren stellen die Autoren der Studie dabei die von ihnen zusammengefassten Bereiche „Schulqualität“, „Bildungsarmut“ und „Ausgabenpriorisierung“ heraus.

Unter „Schulqualität“ werden die durchschnittlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften zusammengefasst. Da es sich hier um die aus den PISA-Studien bekannten Leistungstests handelt, kann ein 16. Platz für Bremen im Bundesländervergleich nicht wirklich überraschen. Er entspricht den bereits bekannten älteren Studien und wird auch von den Bremerinnen und Bremern nach den aktuellen Daten zur Lebensqualität so wahrgenommen.

Nur wenig besser auf dem 15. Rang wird die „Bildungsarmut“ in der IW-Studie gesehen. Der Begriff bezieht sich dabei auf den engen Zusammenhang zwischen einer geringen Bildung und dem erhöhten Armutsrisiko mit seinen erheblichen sozialen und gesundheitlichen Begleitererscheinungen. Die Messung erfolgt wie bei der Schulqualität durch Kompetenzmerkmale, wobei der Anteil der PISA-Risikogruppen ermittelt wird, sowie der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die kein Abschlusszertifikat erhalten haben. Zu einer Risikogruppe werden dabei solche Schülerinnen und Schüler gerechnet, die keine Grundfähigkeiten im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften erreichen und deshalb massive Schwierigkeiten haben dürften, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.

Der dritte Bereich „Ausgabenpriorisierung“, bei dem Bremen auf Platz 14 liegt, kann bereits als eine wichtige Ursache für die schlechte Bewertung der Schulen in Bremen dienen. So heißt es in der Studie: „Bremen weist Bildung im öffentlichen Ausgabeverhalten die drittniedrigste Priorität zu“.

Es werden also in dieser Untersuchung nicht die Ausgaben für die schulische Bildung unabhängig vom Landeshaushalt betrachtet, sodass man für niedrige Ausgaben fehlende Einnahmen oder hohe Schulden als Entschuldigung anführen könnte.

Die Messung ist vielmehr etwa komplizierter. Es wird die Relation der Bildungsausgaben pro Teilnehmer zu den Gesamtausgaben der öffentlichen Haushalte pro Einwohner gebildet. Hier weist Bremen im Bereich der allgemeinbildenden Schulen und der Teilzeitberufsschulen „jeweils den schlechtesten Wert aller Bundesländer auf.“ (S. 114)

Auch wenn die Autoren mit ihren Analysen möglicherweise schon Weichen für den Wahlkampf in Bremen stellen wollten, sind die Aussagen gut belegt. Eigentlich führen sie zu einer Forderung, die in diesem Fall wirklich alternativlos zu sein scheint: Sparen, aber nicht bei den Ausgaben für die schulische Bildung. Danach müsste also im Wahlkampf vor allem um die Bereiche gestritten werden, in denen gespart werden soll. Mit anderen Worten kann also mit einer heftigen Kontroverse gerechnet werden, auch wenn man in Bremen oder Berlin durch eine Koalition verbunden ist.

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Alle Jahre wieder

#15 von Reinhard , 12.12.2014 18:28

Alle Jahre wieder

Wie bereits 2012 und 2013 hat die Gütersloher Bertelsmann Stiftung, also Deutschlands wohl bekannteste und einflussreichste Denkfabrik, ihren Chancenspiegel 2014 veröffentlicht. Die theoretische und empirische Arbeit wurde dabei von Wissenschaftlern der Universitäten Dortmund und Jena geleistet.

Auch wenn es in diesem Ranking der 16 deutschen Bundesländer um das gerade für Bremen sehr sensible Thema Bildung geht, ist dieser Chancenspiegel keine zweite verkappte PISA-Studie. Nicht die schulische Leistung der Schüler wurde hiefür in umfangreichen Tests erfasst. Vielmehr hat man vorliegende Statistiken im Hinblick auf eine zentrale Größe ausgewertet: die Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem.

Um diesen abstrakten Begriff zu konkretisieren, verwenden die Wissenschaftler vier Teilaspekte, und zwar Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe. Diese Dimensionen werden von den Autoren auch als „Gerechtigkeitsdmensionen“ bezeichnet.

Damit wird deutlich, dass es nicht um einen Leistungsvergleich geht, bei dem Bremen bisher immer so wenig überzeugt hat, sondern um einen anderen Aspekt des Bildungssystems, der in Bremen teilweise als Zielgröße definiert wurde, die man für wichtiger als die reine Leistung hält. Man könnte den Chancenspiegel daher als einen empirischen Versuch betrachten, der im Hinblick auf diese eigene Zielgröße Bremens einen Vergleich mit den anderen Bundesländern durchführt.

Die sprachliche Beschreibung der vier Teildimensionen der Chancengleichheit ist nicht immer ganz einfach. So kombiniert die Integrationskraft vor allem die erreichte Umsetzung von Inklusion und den Ausbau des Ganztagsschulangebots.

Die Durchlässigkeit erfasst sowohl die Chance auf einen Gymnasialbesuch als auch auf eine Berufsausbildung bei maximal einem Hauptschulabschluss.

Für die Kompetenzförderung haben die Wissenschaftler ausschließlich die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Bildungsstandards der Klassenstufe 9 in Mathematik herangezogen. Dabei ist abweichend von dem Gerechtigkeitsgedanken auch die durchschnittliche Mathematikleistung eingegangen. Im Zentrum stehen allerdings die Abstände zwischen dem jeweilige Abschneiden der leistungsstärksten und leistungsschwächsten Schülern. Dabei hat man auch nach der sozialen Herkunft differenziert.

Unter dem Begriff Zertifikatsvergabe wird schließlich das Risiko erfasst, die Schulzeit ohne Abschluss zu beenden oder die Hochschulreife zu erwerben.

Das Ergebnis fällt für die Bundesländer recht unterschiedlich für die vier Dimensionen aus. Das gilt auch für Bremen. So zählt das kleinste Bundesland bei der Integrationskraft zu den besten Bundesländern, reagiert bei der Zertifkatsvergabe im Mittelfeld und steht bei der Durchlässigkeit und der Kompetenzförderung ähnlich wie NRW auf dem untersten Rang ein.

Wie auch in anderen ähnlichen Studien kann man über die Zusammenfassung der Einzelindikatoren zu den vier Dimensionen viel diskutieren. Das gilt vor allem für die Frage, ob man mit einem Begriff wie „Integrationkraft“ bei der Bildungsplanung wirklich mehr anfangen kann als mit Kennziffern wie dem Anteil der Ganztagsschüler oder dem Anteil der Förderschüler in Förderschulen.

Das hat auch die Öffentlichkeit so gesehen; denn es wird nicht über die schlechten Werte bei der Durchlässigkeit und der Kompetenzförderung diskutiert. Im Mittelpunkt steht der mit nur 28,9 % sehr geringe Anteil der Bremer Fünftklässler, die nach der Grundschule den direkten Weg zum Abitur wählen. Das liegt deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 42,9 %. Die Bremer Schulsenatorin führt diesen Wert zwar auf die neu eingerichteten Oberschulen zurück. Im Hinblick auf die Durchlässigkeit des Bildungssystems ist allerdings zu berücksichtigen, dass dafür drei Einzelindikatoren herangezogen wurden. Der schlechte Gesamtwert für Bremen ist also nicht ausschließlich die Folge der geringen Übergangswahrscheinlichkeit zum Gymnasium.

Auch wenn Bremen insgesamt bei dieser Studie zur Chancengerechtigkeit besser abschneidet als im PISA-Test, kann man aus diesen Daten nicht die vereinfachte Formel "weniger Leistung, aber dafür mehr Gerechtigkeit" bestätigt sehen. Schließlich wurde auch in diesem Bereich bei der Durchlässigkeit und der Kompetenzförderung Defizite deutlich. Damit wurden auch die Ergebnisse von 2013 bestätigt, die nach einem abweichenden Konzept gewonnen wurden.


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"Opposition gegen Linnert fast geeint"
Ortsbeirätegesetz (OBG) in der Diskussion

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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