Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Flüchtlingsfrage: Das Informationsproblem

#1 von Reinhard , 29.02.2016 17:09

Das Informationsproblem

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenserfahrungen und psychischen Dispositionen scheinen Menschen sehr unterschiedlich auf Fremde zu reagieren. Die einen sehen in ihnen die Möglichkeit zu neuen Erlebnissen und damit eine Bereicherung ihres Lebens, während andere ein Eindringen in ihren nahen Wohnbereich zunächst einmal skeptisch betrachten. Das ist ein Verhaltensmuster, das man bereits bei kleinen Kindern beobachten kann, die entweder auf unbekannte Menschen zugehen oder ihnen eher auszuweichen versuchen. Allerdings kann diese Einstellung, wie man sie von Extravertierten und Introvertierten kennt, in verschiedenen menschlichen Kulturen unterschiedlich ausgeprägt sein, wenn man etwa die USA als extravertiert und Russland als eher introvertiert beschreibt.

Diese ersten Eindrücke und Einstellungen führen häufig zu Vorurteilen, die sach- und fachgerechten Entscheidungen im Wege stehen Das gilt sowohl für eine „Willkommenskultur“ mit Begrüßungsklaschern auf Bahnhöfen als auch die Verbreitung eigener Ängste und Sorgen, die nicht ganz selten durch die Schilderung von krassen Einzelfällen untermauert werden sollen.

Das sind alles durchaus normale menschliche Emotionen, die man nicht verschweigen oder gar verteufeln sollte. Wichtig ist vielmehr, wie man mit ihnen umgeht und wie man trotz dieser Voreinstellungen, die nicht ohne Einfluss auf unser Denken bleiben, zu einer fundierten objektiven Sicht der Flüchtlingsproblematik gelangen kann.


Eine Ergänzung zu Google und Facebook

Anders als in früehren Gesellschaften müssen wir uns heute nicht auf die unüberprüfbaren Meinungen von Dorfältesten oder Orakeln verlasen. Die statistischen Ämtern des Bundes, der Länder sowie der Städte und vieler Behörden und Organisationen wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder Pro Asyl erheben und veröffentlichen zahlreichen Daten über die Flüchtlinge, die sie teilweise zu interpetierbaren Darstellungen aufbereiten. Auf diese Weise lassen sich Prognosen oder Projektionen erstellen, die soziale Struktur der Flüchtlingspopulation bestimmen oder auch ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen durchführen. So kann man beispielsweise die Verteilung der Flüchtlinge auf Stadtteil berechnen, in denen mehr oder weniger Empfänger von Transferleistungen, also von Hartz IV, leben, oder die Qualifikationen von Flüchtlingen ermitteln, die aus verschiedenen Herkunftsländern stammen.

Um im Bedarfsfall diese Informationen zu erhalten, bietet das Internet eine Reihe von Möglichkeiten an, die auch gern genutzt werden. Das beginnt bei der Eingabe von Stichwörtern bei einer Suchmaschine wie Google, die dann häufig in sozialen Netzwerken wie Facebook diskutiert werden.

Dabei stellt sich relativ schnell heraus, dass dieser Weg, für den gerade in Blumenthal und dem übrigen Bremer Norden mehrere Facebookgruppen mit intensiven Diskussionen zwischen ihren Mitgliedern bestehen, auch Defizite besitzt.

Das Problem ist in beiden Fälle ein vom Nutzer gewünschter Zugriff auf einen ganz speziellen Teil die vorhandene Datenflut, die aufgrund ihrer Größe kein menschliches Gehirn verarbeiten kann. Es sind daher Auswahlkriterien erforderlich, denen die Suchalgorithmen etwa von Google nur sehr bedingt entsprechen, denn die Nutzer suchen fast ausschließlich Informationen, die bestimmte qualitative Eigenschaften besitzen, während es eher nebensächlich ist, ob eine Webseite besonders häufig angeklickt wurde oder der Btreiber mit die günstigen Platzierung gutes Geld verdient hat.

Im Prinzip benötigt ein Nutzer einen kurzen Überblick über eine Thematik oder eine wissenschafliche Studie zu einer wichtig erscheinenden Teilfrage,wobei eine komprimierte Ergebniszusammenfassung nicht fehlen sollte. Das erfordert in der Regel Bewertungen und Einschätzungen wie bei einem Test von Haushaltsgeräten oder Autos. Man möchte eine Auswahl möglichst weniger, dafür aber „guter“ Beiträge, die vor dem kritischen Auge und Verstand anderer User Bestand hatten.

Das können Suchmaschinen jedoch nicht leisten, da sie möglichst viele Artikel ausweisen wollen und dabei zudem noch für Geld in der Kasse des Betreibers sorgen müssen, sodass nicht unbedingt die Artikel zuerst genannt werden, die als Antwort auf einen konkreten Informationswunsch besonder gut passen. Man muss in daher durch eine menschliche Urteilsbildung die Spreu vom Weizen trennen.

Ein ganz anderes Problem bei einer Informationssuche behindert die Verwertung von Burteilungen, die bereits andere User geschrieben haben, wenn sie sich in den Weiten des Internets oder auch der Länge einer Facebookseite nur rein theoretisch finden lassen. So muss man etwa in Diskussionsgruppen bei Facebook sogar häufig sehr lange und nicht selten vergeblich suchen, wenn man sich an die Kommentare erinnert, weil ältere Threads nach unten wandern, wo sie keine Suchmasche erfasst.

Der Nutzen für die User

Das ist weitestgehend ein technische Problem, da anders als in diesem Forum bei Facebook eine Gliederung eines Themenfeldes durch Begriffe nicht vorgesehen ist. Ein soziales Netzwerk hat eben eine andere Funktion. Es geht nicht um das schnelle Auffinden von einschlägigen Informationen, sondern um die Selbstdarstellung mit Fotos und kurzen Bemerkungen oder Interaktionen, indem man Emoticons vergibt oder Posts anderer User teilt.

Dieser Versuch, wichtige Informationen zu einem Thema zu bewerten und zu ordnen, verlangt die Mitarbeit verschiedener User mit abweichenden Interessen, da sich so ein großes Feld besonders gut abdecken und untergliedern lässt.

Unter der herausgestellten Zielsetzung einer problemorientierten bewerteten Information ist damit nicht der Umfang von Kommentaren zu Zeitungsartikeln, wissenschaftlichen Studien usw. gemeint. Es kommt vielmehr auf die Auswahl und eine korrekte Bewertung weniger Einzelbeiträge an. So darf es auch nicht wie bei manchen wissenschaftlichen Arbeiten darum gehen, ein möglichst langes Literaturverzeichnis zu erstellen, bei dem man sich fragen muss, ob jemand die aufgeführten Quellen überhaupt in einer angemessene Zeit gelesen haben kann Hier sollen und müssen sich die Beiträge auf einen möglichen Bedarf orientieren. Das dürften Hinweise auf möglichst aktuelle, gut lesbare Artikel und Studien sein, für die der User, der über sie postet, eine sehr kurze Inhaltsangabe macht und beurteilt, ob und für wen die Lektüre sinnvoll sein dürfte.


Die Ordnung in der Informationsflut

Damit sollte deutlich geworden sein, dass eine problemgerichtete Untergliederung des Wortfeldes „Flüchtling“ von ganz entscheidender Bedeutung für das Gelingen dieses Versuchs ist.

Für den Einstieg kann dabei eine leicht theoretich gelenkte Bestimmug verwendbar ein, wie sie hier weiter unten vorgeschlagen wird. Aber das kann und soll nur ein Ausgangspunkt sein. Da sich das Interesse in der Flüchtlingsfrage weiterhin ständig ändern dürfe, muss diese erste Vorgabe aufgrund des Wandels in der Realität ständig geändert werden, denn nur so kann dieses problemorietierte Informationsarchv die angestrebten Leistungen für seine Nutzer erbringen. Damit das gelingt, müssen schnell möglichst alle wichtigen Teilbegriffe abgedeckt werden.

Als Administrator möchte ich daher alle Leser bitten, die auf einen interessanten Beitrag gestoßen sind, einen entsprechenden Hinweis hier einzusellen. Von der kleinen Mühe, die das macht, kann jeder profitieren, wenn er selbst eine Antwort sucht und dann auf das gesamte Archiv zurückgreifen kann. Es gilt also: Kleine Mühe für den Einzelnen, großer Nutzen für (fast) alle! .


Topthema: Flüchtlinge

1) Hintergründe: Fluchtursachen, Entwicklung des Flüchtlingsstroms, Prognosen, deutsche Willkommenskultur

2) Aktuelle deutsche Regelungen: Registrierungsverfahren, Aufenthaltsphasen, Altersbestimmung, räumliche Verteilung in Städten

3) Finanzkalkulationen: Kostenschätzungen, Volkswirtschaftliche Modellrechnungen

4) Polarisierungspolitik: Sprachprogrammierung, AfD-Ausgrenzung

5) Psychosoziale Folgewirkungen: Kriminalität, Verdrängung der alten Wohnbevölkerung, Gettoisierung, Bildung von Parallelgesellschaften, Islamisierung

6) Integration: Evaluation alter Maßnahmen, neue Modelle, Flüchtlingsstädte


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