Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

BWK-Gebäude

#1 von Reinhard , 04.02.2013 10:15

BWK-Gedanken

Kürzlich hat der Weser-Kurier vom „Tag der offenen Tür“ berichtet, den der Förderverein Kämmereimuseum Blumenthal am 13. April anlässlich des 130. Jahrestages der Gründung der Bremer Woll-Kämmerei auf dem ehemaligen Werksgelände organisiert.

Das sollte Anlass genug sein, um sich einmal darüber zu informieren, was in anderen Städten aus ähnlichen großen Werksanlagen geworden ist, die in der deutschen Industriegeschichte eine herausragende Stelle einnehmen.

Gleich in der Blumenthaler Nachbarschaft findet man in Delmenhorst die Nordwolle. Dort sind die alten Gebäude saniert und werden vielfältig genutzt, darunter auch durch das Nordwestdeutsches Museum für Industriekultur, das nicht nur ältere Besucher anzieht, wie zwei Videos A und B im Internet belegen.

Die Leipziger Baumwollspinnerei konnte sogar von einer neuen kulturellen Tradition in der Pleißestadt profitieren, der Neuen Leipziger Schule, die hier in zahlreichen Ateliers und Galerien eine räumliche Heimat gefunden hat. Durch diese Konzentration ist nicht nur ein reger Austausch zwischen den Künstlern möglich, sondern auch eine gezielte Ansprache von Kunstliebhabern.

Das könnten sicherlich Anregungen für Blumenthal und sein Stadtteilmanagement sein. Auch wenn man nicht gleich eine Malereiströmung aus dem Boden stampfen kann, sollte es möglich sein, das vorhandene lokale Engagements der Fördervereins zu unterstützen. Schließlich dürfte es nicht ausgeschlossen sein, dass sogar die Elders Limited ein Heuschreckenimage abbauen möchte und lieber als Sponsor wirken will.

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RE: BWK-Gebäude

#2 von Lola , 04.02.2013 13:45

..das könnte eine Chance für Blumenthal sein, wenn man hier die richtigen Entscheidungen trifft und zwar unter Mitwirkung von kompetenten Fachleuten, denn Fehler hat es hier genug gegeben, damit muss nun Schluss sein.

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RE: BWK-Gebäude

#3 von Reinhard , 05.02.2013 17:46

Der Förderverein Kämmereimuseum Blumenthal e. V bittet in einem Bürgerantrag den Beirat um Unterstützung für den geplanten „Tag der offenen Tür anlässlich des 130igsten Gründungstages der BWK“, zu dem u.a. sowohl der Senator für Kultur, also Bürgermeister Jens Böhrnsen, als auch der Stiftungsrat der "Nicolaus Heinrich Schilling Stiftung" nach Blumenthal eingeladen werden sollen.

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RE: BWK-Gebäude

#4 von Reinhard , 08.04.2013 13:29

Nicht nur als bereichernde Ergänzung zum Besuch der BreNor bietet der Förderverein Kämmereimuseum am kommenden Samstag ein attraktives Programm zum 130sten Jahrestag der BWK-Gründung an. Auch ein Haupttermin dürfte sich lohnen, denn sogar Bürgermeister Böhrnsen kommt, um Grußworte an geladene Gäste zu richten.

Neben den geöffneten Gebäuden und Firmen auf dem BWK-Gelände, zu denen der Oldtimer-Speicher und das ehemalige Direktorengebäude zählen, dürften vor allem zwei handgeschriebene ledergebundene Bilanzbücher aus dem ersten Betriebsjahr 1884 und ein Film aus dem Jahre 1937, der um 14 und 16 Uhr gezeigt wird, für museales Interesse sorgen.

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BWK am Denkmalstag

#5 von Reinhard , 20.08.2013 10:32

BWK am Denkmalstag

Am diesjährigen Tag des offenen Denkmals, dem 8. September, richtet sich das Interesse in Bremen in besonderer Weise auf Blumenthal. Hier findet um 11 Uhr am Bunker Valentin die landesweite Eröffnungsveranstaltung statt, an der u.a. der Bremer Bürgermeister und Kultursenator sowie der aus Bremen stammende Bundesbeauftragten für Kultur und Medien teilnehmen.

Aber in Blumenthal öffnet nicht nur der Bunker Valentin seine Tore, sondern auch die Bremer Wollkämmerei. Dort präsentiert der Förderverein Kämmereimuseum zwischen 11 Uhr und 17 Uhr einen Teil seiner fotografischen Schätze im heutigen Oldtimer Speicher, dem früheren Kammzuglager.

Bei dieser Gelegenheit kann man sich nicht nur über das denkmalgeschützte Gebäude und die Geschichte der Wollkämmerei informieren; denn gleichzeitig darf man sich auch die hier ausgestellten Fahrzeuge des Oldtimerzentrums näher ansehen und begehren.

Außerhalb von Blumenthals kann noch eine Reihe weiterer Denkmale im Bremer Norden, die sonst nur schwer oder gar nicht für die Öffentlichkeit zuänglich sind, besichtigt und durch spezielle Führungen in allen Einzelheiten kennengelernt werden. Dazu zählen in Burglesum die Reste des Lürman’schen Landgutes Lehnhof, die ev.-luth. St.-Martini-Kirche in Lesum und das Schloss Schönebeck.

Schließlich sind in Vegesack der Lange-Speicher, das Schulschiff Deutschland und die Zivilschutzanlage in der Tiefgarage an der Aktion beteiligt.

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Anstoß für eine adäquate Gebäudenutzung

#6 von Reinhard , 25.02.2014 13:31

Anstoß für eine adäquate Gebäudenutzung

Bisher hat es bekanntlich viele Ankündigungen vor allem des Wirtschaftssenators und der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) gegeben, in denen von schönen Nutzungsmöglichkeiten für die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und sogar von den Kosten für eine Sanierung im Bereich der "Historischen Achse" gesprochen wurde. So hat, wie Radio Bremen am 28.11.2012 berichtet hat, die Wirtschaftsdeputation mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken bei Enthaltungen durch die CDU für eine Finanzierung dieser Sanierungen mit 9,4 Mio. € im Zeitraum 2013-15 gestimmt. Diese Mittel sollen übrigens laut der Vorlage aus dem EFRE-Programm 2007-2013 stammen, also dem EU-Fonds für regionale Entwicklung.

Aber das ist bisher offenbar Schall und Rauch geblieben, da man zunächst einmal einen symbolischen Spatenstich auf einem anderen Teil des BWK-Geländes inszeniert hat, während der Zahn der Zeit weiter ungehindert an einigen historischen Gebäuden fressen kann.

Deshalb dürfte die jetzige Initiative des Vorsitzenden des Fördervereins Kämmereimuseum diese alten Ankündigungen aus dem Winterschlaf in die aktuelle Diskussion zurückholen, von der der Weser-Kurier berichtet.

In seinem Brief an den Kultursenator und Bremer Bürgermeister greift Herr Gorn dabei den vom Blumenthaler Beirat verabschiedeten SPD-Antrag zur Schaffung eines Kulturzentrums auf dem BWK-Gelände auf und hat zusätzlich die Unterstützung der vor allem betroffenen Blumenthaler Vereine für dieses Vorhaben eingeholt.

Dabei wird das ehemalige BWK-Sortiergebäude 43/44 als ein Gebäude herausgestellt, „welches sich hervorragend für ein „Kultur-Treffpunkt“ eignen und herrichten lassen würde und zwar sukzessive nach dem „Baukastenprinzip“ nutzerspezifisch erweiterbar.“

In dem Brief an den Kultursenator wird der Bürgermeister auch gleich eingeladen, um sich ein Bild von der Immobilie zu machen. Vielleicht erinnert er sich dann auch an seinen letzten Besuch, als er auf dem BWK-Gelände beim „Tag der offenen Tür“ Grußworte an die geladenen Gäste gerichtet hat.


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Kulturzentrum Blumenthal

#7 von Reinhard , 04.03.2014 11:01

Kulturzentrum Blumenthal

Einen Bricht von "buten und binnen" zum "Kulturzentrum Blumenthal" vom 3. März kann man inzwischen im Internet abrufen:




Dabei wurden die Aufnahmen mit dem Blumenthaler Ortsamtsleiter Peter Nowack im Ausstellungsraum des Fördervereins Kämmereimuseum gedreht, wie sich an den Fotos im Hintergrund unschwer erkennen lässt. Es gibt hier also schon ein Fundament, auf dem man aufbauen kann.


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Was kann „virtuell“ heißen?

#8 von Reinhard , 10.03.2014 16:42

Was kann „virtuell“ heißen?

In der Diskussion um ein Kämmereimuseum in Blumenthal wird immer wieder von einem „Virtuellen Museum“ gesprochen, das als „außerschulischer Lernort“ dienen kann.

Ein Versuch, diese Begriffe mit mehr Inhalt zu füllen, unternimmt ein neuer Blog-Artikel.

Trotz aller Wertschätzung für ein digitales Konzept wird dabei zusätzlich ein weiteres Standbein vorgestellt, das mehr Bodenhaftung in Blumenthal verspricht. Damit ist eine Mitmach-Abteilung gemeint, in der die Besucher selbst handwerklich mit Wolle arbeiten können.


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Bürgerschaftliches Engagement

#9 von Reinhard , 20.03.2014 10:46

Bürgerschaftliches Engagement

„Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“ Dieser moralische Appel des 1963 ermordeten US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy scheint sich sogar auf das konkrete Verhalten der Bürger auszuwirken, und zwar sehr positiv und erfolgreich für die Bürger, die sich engagieren.

Das lässt sich sehr leicht nachweisen, wenn man das Wort „Land“ durch „Blumenthal“ ersetzt und auf die Folgen einiger Initiativen der letzten Zeit blickt.

Der Förderverein Kämmereimuseum hat sich, wie gestern das BLV berichtet hat, sehr intensiv um eine Sicherung und einen Ausbau seiner Rechte in der alten Sortierung auf dem BWK-Gelände eingesetzt. So hat der Vorsitzende sogar persönlich dem Bremer Bürgermeister, als der in Vegesack die Bürgerpark-Tombola eröffnete, ein Schreiben übergeben, in dem sich Blumenthaler Vereine für ein Kulturzentrum und damit auch eine gesicherte Bleibe für den Kämmereiverein aussprechen. Darauf hat jetzt die Senatskanzlei geantwortet, und gerüchteweise wurde eine positive Entscheidung signalisiert.

Damit nicht genug, bereitet der Kämmereiverein eine Ausstellung zum Leben der Menschen auf der BWK während der NS-Zeit gemeinsam mit anderen Bremer Institutionen vor, die von den Vereinsmitgliedern ganz ohne die Einschaltung eines Eventmanagers wie beim „Tag der Vereine“ organisiert wird, dem ohnehin das Fachwissen der Vereinsmitglieder fehlen dürfte. Auch wurde für den August mit der Dependance von Ulla Deetz und Peter KF Krueger ein geeigneter Raum für die Ausstellung gefunden, sodass man hier nicht wie bei einem Bumenthaler WiN-Projekt auf eine kostenpflichtige Halle in Woltmarshausen zurückgreifen muss.

Durch das Engagement der Vereinsmitglieder wird also etwas in Blumenthal bewegt.

Wenn dieser persönliche Einsatz fehlt, geraten Initiativen hingegen schnell in Vergessenheit. Das gilt etwa für das Projekt „Essbares Blumenthal“, das zwar im Beirat auf viel Interesse und Zustimmung gestoßen ist, bei dem sich dann aber nichts mehr getan hat. Hier gab es nur die Idee, um deren Konkretisierung und praktische Umsetzung sich dann jedoch niemand mehr gekümmert hat. Ohne einen persönlichen Einsatz bei der Vorbereitung und der konkreten Arbeit wurden nicht einmal Sachverständige mit Gutachten beauftragt oder Arbeitskräfte über das Job-Center beschafft, wie es bei diesem Projekt angedacht war.

Der Einsatz für Blumenthal muss also gut organisiert und nachhaltig sein, wenn er erfolgreich sein will. Er benötigt daher erstrebenswerte Ziele für die Beteiligten und einen oder mehrere überzeugende Motivatoren, die über Schwierigkeiten hinweghelfen.


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RE: Bürgerschaftliches Engagement

#10 von Lola , 29.03.2014 07:05

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,815958.html

Zitat
Wirtschaftsförderung entwickelt Konzept für Sortiergebäude - 29.03.2014
Bremen plant BWK-Zentrum
Von Sylvia Wörmke

Blumenthal

Das frühere Sortiergebäude auf dem Gelände der Bremer Woll Kämmerei bleibt in Bremer Hand. Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) wird Sanierung, Modernisierung und Vermarktung übernehmen. Ein Mix aus Büros, Ateliers, Gewerbe und eine Nutzung für kulturelle Zwecke sind denkbar. Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen sowie WFB-Vertreter teilten dies beim Ortstermin mit.

Beiratmitglieder und Blumenthals Ortsamtsleiter Peter Nowack erfuhren im alten Industriegebäude die Neuigkeiten. Demnach, so WFB-Abteilungsleiter Heiko Fischer, habe sich kein Investor gefunden, der das Gebäude kaufen möchte. Die WFB will darum in Absprache mit dem Wirtschaftsressort die Entwicklung selber übernehmen. „Alles ist möglich“, meinte er, nur Wohnen nicht.
Zitat Ende

Sehr positiv ist, dass man für das Kämmereimuseum in dem Gebäude einen Standort einplant.

Eine Müllverbrennungsanlage in unmittelbarer Nachbarschaft dürfte ohnehin keine Wohnungssuchenden anziehen, sodass diese "Gefahr" sicherlich nicht besteht.


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zuletzt bearbeitet 29.03.2014 | Top

Nur eine Beruhigungspille?

#11 von Reinhard , 29.03.2014 10:49

Nur eine Beruhigungspille?

Den Blumenthaler Wunsch nach einem Kulturzentrum im Sortiergebäude auf dem ehemaligen BWK-Gelände nimmt man offenbar im Bremer Rathau ernst. Dafür sprechen die Teilnahme des Bürgermeisters bzw. Kultursenators und eines WFB-Abteilungsleiters an einem Ortstermin. Auch die Spitzen des Blumenthaler Beirats war durch die Fraktionsvorsitzenden vertreten, sodass das Treffen auf dem BWK-Gelände einen hohen Stellenwert besaß.

Weniger eindrucksvoll als dieser Rahmen waren hingegen nach dem Zeitungsbericht die Ergebnisse. Zunächst musste die WFB das eingestehen, was in diesem Forum schon seit geraumer Zeit als Prognose für das BWK-Gelände erwartet wird: Die im Bebauungsplan 1288 vorgesehene Mischung von Nutzungen lockt keine privaten Investoren an, da offenbar niemand eine Nachfrage nach Ateliers neben rauchenden und lärmenden Industriebetrieben gesehen hat.

Das war jedenfalls die einzige konkrete Nachricht, die den Blumenthaler Lokalpolitikern mitgeteilt wurde, während die weiteren Ankündigungen in wenig verbindliche Formulierungen der Möglichkeitsform gekleidet wurden, wofür sehr eindrucksvoll die Aussage „Alles ist möglich“ steht.

So bleibt Bremen auf den Gebäuden sitzen und muss sich jetzt selbst Gedanken über ihre konkrete Nutzung machen. Damit werden die blumigen Erwartungen, wie sie die WFB gern gegenüber den Medien ausmalt, einem harten Praxistest ausgesetzt!

Da jedoch die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt, zumal wenn man über ein Jahrzehnt mit ihr gelebt hat, konnte man sich bisher noch nicht dazu durchringen, das Sortiergebäude insgesamt für ein Kulturzentrum zu nutzen. Man glaubt offenbar weiter an einen „Mix aus Büros, Ateliers, Gewerbe und eine Nutzung für kulturelle Zwecke“. Zumindest soll das „denkbar“ sein, was kaum jemand bestreiten wird.

Mit anderen Worten will die WFB jetzt selbst das anbieten, wofür kein privater Investor eine Nachfrage gesehen hat. Da wird man sich einmal davon überraschen lassen können, welche Zeiträume und wie viele Steuermillionen dafür benötigt werden.

Nach allen bisherigen Erfahrungen mit der Entwicklung des BWK-Geländes dürfte die Planung eines „BWK-Zentrums“ nicht von heute auf morgen geschehen. Auch dieses „Gipfelgespräch“, bei dem konkret nur festgestellt wurde, dass sich das oberste Geschoss bzw. der "Dachboden" aufgrund des verglasten Daches ideal für Ateliers eignen dürfte, scheint keinen großen Schwung in die Planung gebracht zu haben. Es ist jedenfalls weder von den Bedürfnissen der interessierten Blumenthaler Vereine noch von sachlichen Hinweisen teilnehmender Baufachleute die Rede.

Aber vielleicht gehen solche Erwartungen auch in eine völlig falsche Richtung. Diente die ganze Veranstaltung vielleicht nur der Beruhigung der Blumenthaler, die weiterhin auf die angekündigten Impulse durch das BWK-Gelände warten, und der Legitimation der Bremer Kultur- und Wirtschaftspolitiker?


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zuletzt bearbeitet 29.03.2014 | Top

Wo bleibt das Blumenthaler BWK-Museum?

#12 von Reinhard , 22.02.2015 11:03

Wo bleibt das Blumenthaler BWK-Museum?


Die kommenden Bürgerschafts- und Beiratswahlen stellen die Weichen für die folgende Legislaturperiode. Das gilt einerseits für die Auswahl des Personals, das die Bremer und Blumenthaler Politik bestimmen wird und über das die Medien gegenwärtig besonders gern berichten.

Daneben haben die Wahlen jedoch auch eine programmatische Seite. Die Parteien beraten ihre Programme, mit denen sie im Wahlkampf punkten wollen und die zumindest eine Richtschnur für die spätere Poltik sind. Mit anderen Worten: Projekte, die jetzt nicht in ein Wahlprogramm aufgenommen werden, haben nur noch relativ geringe Chancen auf eine Realisierung im Zeitraum 2015-9.

Wie bereits schon bei früheren Wahlen entwickelt die SPD ein relativ umfangreiches und konkretes Programm für Bremen-Nord. Damit setzt dieses Programm bereits eine Abstimmung zwischen den drei Stadtteilen Blumenthal, Burglesum und Vegesack voraus.

Zwar hat die Presse von einem engagierten Einsatz der Blumenthaler SPD berichtet, sodass man innerhalb der für Bremen-Nord vorgesehenen Maßnahmen auch eine Berücksichtigung der Blumenthaler Interessen erwarten kann.

Zu den wichtigen Maßnahmen, die die Blumenthaler SPD in den letzten Monaten entwickelt hat, zählt ein Kulturzentrum auf dem BWK-Gelände. Hierzu gibt es einen konkreten Antrag, der im Beirat eine Mehrheit gefunden hat.

Danach möchte die Blumenthaler SPD einen Kultur-Treff „entwickeln“, der sowohl dem „ehrenamtlich geführten Kämmereimuseum eine dauerhafte Heimat“ gibt als auch „Platz für Ateliers, für Theater und Musik“ bietet. Zudem soll durch die dort ebenfalls untergebrachte Stadtbibliothek in Verbindung mit dem Kämmereimuseum ein „außerschulischer Lernort" errichtet werden.

Um diesen Plan praktisch umzusetzen, „fordert“ der Blumenthaler Beirat auf Antrag der SPD den Senator für Kultur auf, „einen Wettbewerb auszuschreiben, in dem Ideen für die Gestaltung und Nutzung des Gebäudes entwickelt werden sollen.“

Das ist ein klarer Beschluss aus Blumenthal, den man fraglos in dieser Form in das Bremen-Nord-Programm der SPD hätte übernehmen können.

Wer die Seite 11 liest, findet dort auch dieses Vorhaben, allerdings so vage formuliert, dass man dahinter kaum ein konkretes Projekt vermuten kann. Nach dem Programm will man „die Errichtung eines neuen kulturellen Ortes auf dem Gelände der BWK in und um das Sortiergebäude“ „unterstützen".

Ganz anders spricht das Nordbremer SPD-Programm hingegen vom Gustav-Heinemann-Bürgerhaus in Vegesack und anderen Nachbarschaftshäusern. Sie gelten für die Sozialdemokraten „als demokratische Zentren, als Orte der Begegnung und der kulturellen Bildung und sind für Bremen-Nord unverzichtbar.“, ja, das Gustav-Heinemann-Bürgerhaus wird sogar aufgrund „einer Leuchtturmfunktion“ ganz besonders herausgestellt.

Das sieht nach einer räumlichen Klassengesellschaft im kulturellen Bereich aus, in der es in Blumenthal keine führenden Orte kultureller Bildung geben muss, sondern „neue kulturelle Orte“, die man zu unterstützen gewillt ist.


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zuletzt bearbeitet 23.02.2015 | Top

Mehr Klarheit

#13 von Reinhard , 11.03.2015 08:50

Mehr Klarheit

Nach und nach veröffentlichen die Parteien ihre Wahlprogramme für Bremen-Nord und Blumenthal. Das gilt neben der SPD inzwischen auch für die Linke.

Unter zahlreichen anderen Zielen wird darin eine deutliche Festlegung für ein Kulturzentrum und ein BWK-Museum auf dem alten Werksgelände getroffen: „..ebenso wünschen wir uns dort natürlich das Kämmereimuseum, ein Bürgerhaus als Treffpunkt für Alle, und für die Jugend ebenfalls einen Treffpunkt und eine Discothek.“

Da kann man jetzt gespannt darauf warten, welche Aussagen die anderen Parteien zu diesem Projekt machen werden.

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Neu gestaltet

#14 von Reinhard , 03.04.2015 22:33

Neu gestaltet

Am 14. April, einem Dienstag, bietet sich den Blumenthalern und allen anderen Interessierten eine ganz besondere Chance. Sie können einmal nachsehen, was aus den Steuergeldern wird, die nach Brüssel fließen und anschließend teilweise für Einzelprojekte in den EU-Mitgliedsländern ausgegeben werden.

Etwa zwölf Mio. € davon wurden für die Renovierung und den Ausbau der Historischen Achse auf dem ehemaligen Betriebsgelände verwendet. Diese Straße, die den Namen "An der Wollkämmerei" tragen soll, wird am 14. April frei gegeben. Der erste symbolische Spatenstich erfolgte hier im November 2013.

Dieses Ereignis, das als Schritt für die weitere Entwicklung Blumenthals zu sehen ist, wird durch den Förderverein Kämmereimuseum ergänzt, der zwischen 10 und 18 Uhr seine neu gestaltete Ausstellung "Die Bremer Wollkämmerei" präsentiert.

Besucherinnen und Besucher können also in räumlicher und zeitlicher Nachbarschaft einen Rückblick auf die BWK-Vergangenheit und einen ersten Eindruck von einer möglichen Zukunft erhalten.


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zuletzt bearbeitet 03.04.2015 | Top

In einer Woche!

#15 von Reinhard , 07.04.2015 12:25

In einer Woche!

Zu der Ausstellung „Die Bremer Wollkämmerei" des Fördervereins Kämmereimuseum, die im Rahmen der Eröffnung der „Historischen Achse“ stattfindet, ist jetzt eine Sonderausgabe der „Einblicke“ erschienen.

Wer sich schon einmal vorab darüber informieren möchte, was ihn am kommenden Dienstag erwartet, kann die Ausgabe im Internet abrufen.

Ein Highlight dürfte der Schwarzweißfilm des Blumenthaler Filmemachers und damaligen NSDAP-Reichsfilmberichterstatters Jonny Seubert über die BWK im Jahre 1937 sein, der in einer Endlosschleife laufen wird.

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