Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

In einer Woche!

#16 von Reinhard , 07.04.2015 12:52

In einer Woche!

Zu der Ausstellung „Die Bremer Wollkämmerei" des Fördervereins Kämmereimuseum, die im Rahmen der Eröffnung der „Historischen Achse“ stattfindet, ist jetzt eine Sonderausgabe der „Einblicke“ erschienen.

Wer sich schon einmal vorab darüber informieren möchte, was ihn am kommenden Dienstag erwartet, kann die Ausgabe im Internet abrufen.

Ein Highlight dürfte der Schwarzweißfilm des Blumenthaler Filmemachers und damaligen NSDAP-Reichsfilmberichterstatters Jonny Seubert über die BWK im Jahre 1937 sein, der in einer Endlosschleife laufen wird.

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...-u-s-g-b-e.html

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Eine Öffnung (fast) unter Ausschluss der Öffentlichkeit

#17 von Reinhard , 16.04.2015 16:52

Eine Öffnung (fast) unter Ausschluss der Öffentlichkeit


Bekanntlich ist die Blumenthaler Politik an Ankündigungen nicht gerade arm. Manche von ihnen greift man nach Jahren oder Jahrzehnten wieder auf, andere scheinen im Nirgendwo zu verschwinden wie die Idee eines „Essbaren Blumenthals“ oder die eines Forschungsprojektes über die Ursachen eine erhöhtes Leukämierisikos in Bereich des Tanklagers Farge und vor allem auch im Ortsteil Rönnebeck.

Einige werden durch symbolische „erste“ Spatenstiche in Szene gesetzt. Hierzu zählten entsprechende Veranstaltungen mit prominenter Besetzung zum Start der Bauarbeiten für den Bolzplatz auf der Bahrsplate und im November 2013 für den Beginn der Pflasterung der „Historischen Achse“ auf dem BWK-Gelände.

Am Dienstag dieser Woche gab es jedoch etwas ganz Neues. Man konnte das Ergebnis einer langen Planung, für die bereits im Jahr 2010 noch unter der Beteiligung des BWK-Managements ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde, der Öffentlichkeit übergeben. Trotzdem erfolgte dieses Ereignis praktisch unter Ausschluss der Blumenthaler Bürgerinnen und Bürger, die davon später nur aus den Medien erfuhren.

Da wird man schnell nach dem Warum fragen.

Ein Ereignis, dass die künftige Entwicklung Blumenthals betrifft, das von Sachverständigen als Präsentation einer Perlenkette der Industriekultur gewürdigt wird und das Besucher als ein gelungenes Projekt begrüßen, wird unter den Scheffel gestellt. Ursache wird kaum ein gewollter Verstoß gegen die biblische Empfehlung sein, gerade so nicht zu handeln. Schließlich besteht hier sogar eine klare Übereinstimmung mit der Marketingempfehlung, Gutes zu tun und darüber zu reden. Was kann also dann das Motiv sein?

Schamhaftigkeit im Wahlkampf?

Eine Möglichkeit könnte es sein, dass sich die beteiligten Bremer Institutionen wie der Senat vor allem mit dem Wirtschafts- und dem Bausenator, die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) und das Blumenthaler Ortsamt nicht im Wahlkampf mit weitgehend fremden Federn schmücken wollten. Die Gelder stammen immerhin weitestgehend aus einem EU-Topf und vermutlich hätte es nicht jeder in Brüssel, wenn er denn darauf aufmerksam geworden wäre, besonders geschätzt, wenn man dieses Ereignis als Werbeargument verwendet hätte, um der rot-grünen Regierung am 10. Mai seine Stimme zu geben.

Aber kann man eine derartige schamhafte Zurückhaltung wirklich als Grund annehmen? Das bisherige Verhalten etwa vom Bürgermeister und vom Ortsamtsleiter spricht eher dagegen, wenn sie kurz vor der Wahl einen Beauftragten für den Bremer Norden ankündigen oder sich trotz ihrer Beamtenposition, durch die der Blumenthaler Beirat moderiert werden soll, als SPD-Politiker massiv in den Wahlkampf eingreifen und sogar erklären, wer nicht den Beirat gehört.

Verschandelte Perlenkette?

Man wird daher eine plausiblere Erklärung suchen müssen. Wer die aufwendige Pflasterung der verkehrsberuhigten neuen Straße „An der Wollkämmerei“ begeht und die jetzt gut erreichbaren denkmalgeschützten Gebäude aus der BWK-Zeit ungestört betrachtet, wird schnell auch von „Perlen an einer Schnur“ (D. Gorn in "Einblicke") sprechen.

Nach dem Sehen und Erleben wird ein interessierter Besucher sich allerdings fast zwangsläufig einige Fragen stellen. Er wird überlegen, wie die vernachlässigten Perlen wieder Glanz gewinnen können und was mit den Lücken geschehen soll, in denen es keine dieser architektonischen Schmuckstücke gibt, sondern die funktionalen Hallen vor allem aus den 1960-er und 1970-er Jahren verschwunden sind. Hier wird man schnell de Gefahr sehen, dass die Perlenkette durch die weitere Kleidung der Trägerin oder eine Ergänzung durch bunte Glassteine verschandelt werden kann.

Das dürfte sicherlich dann passieren, wenn neben den historischen Backsteingebäuden mit ihren Ziergiebeln wirklich die Zweckbauten stehen werden, die der Wirtschaftssenator angekündigt hat, als er von lärmendem und rauchendem Gewerbe sprach.

Diese drohende Absicht wird jeder Besucher, der die jetzt entstandene Historische Achse mit den Gebäuden schätzen und würdigen gelernt hat, deren Schönheit jetzt öffentlich sichtbar geworden ist, rasch für ein fast undenkbares Sakrileg halten. Eine kostbare Perlenkette und schmutzige Arbeitskleidung passen einfach nicht zusammen. Man findet eine derartige "unmögliche" Kombinationen daher nicht, weil diese Kleidungsstücke aus ganz unterschiedlichen Bereichen unseres Lebens stammen, die niemand vermischen wird. Wir brauchen zwar Arbeitsplätze, an denen man eine Perlenkette tragen kann, aber deswegen muss man gerade die vom Wirtschaftssenator angesprochenen Gewebebetriebe nicht dort ansiedeln, wo bereits eine Perlenkette vorhanden ist und darauf wartet, von den Schäden der Vergangenheit befreit zu werden und eine wirklich passende Ergänzung durch neue Perlen zu erhalten.

Wollte man etwa durch den Verzicht auf eine wirklich öffentliche Einweihung der "Historischen Achse" diese sehr naheliegenden Überlegungen verhindern und vor allem ihre Diskussion mit den Verantwortlichen, die drüber entscheiden werden, ob die Perlenkette einer immer attraktiveres Schmuckstück wird oder ihr stattdessen eine Verschandelung droht.

Vertane Chance?

Dabei hätte sich gerade mit diesem Ereignis eine Aufbruchstimmung in Blumenthal initiieren lassen. Durch eine ansprechende kleine Feier mit Informationen zur Planung und vorgesehenen Entwicklung hätte man an einem Samstag oder Sonntag den Blumentalerinnen und Blumenthaler ganz plastisch vor Augen führen können: Die alte Zeit der BWK ist in Blumenthal mit einer frühen Epoche der Industriegeschichte vorbei. An ihre Stelle muss eine veränderte Zeit treten, deren Arbeitsplätze in neuen Branchen veränderte Anforderungen an die Mitarbeiter stellen. Blumenthals Zukunft liegt daher in einem Aufbau der sogenannten weichen Standortfaktoren wie einer intakten Umwelt und einer besseren Qualifikation vor allem von einigen sozialen Problemgruppen.

Dazu hätte man sehr gut auch die Modelle des Entwurfs zeigen können, nach dem die "Historische Achse" im Rahmen eines Masterplans Blumenthal entwickelt wurde. Immerhin ist dieses Projekt vermutlich eines der ganz wenigen Beispiele, bei dem eine Ankündigung Wirklichkeit geworden ist und zumindest von sehr vielen als gelungen beurteilt wird.

Allerdings würde man bei einer erneuten Präsentation feststellen müssen, dass der prämierte Entwurf bisher nicht vollständig umgesetzt wurde. So fehlen die "grünen Dünen" an der Weser, und auch den angekündigten Zugang zum Weser-Fuß- und Radweg sucht man vergeblich.

Vielleicht war auch das ein Grund, um die Eröffnung nicht in einem größeren Rahmen und wirklich öffentlich zu begehen.

Aber es entstehen ja auch ohne einen derartigen Anstoß bei den Blumenthalerinnen und Blumenthalern Ideen, wie sich der Raum zwischen den beiden Perlenschnüren noch möblieren und verschönern lässt, sodass möglichst viele von "ihrer" "Historischen Achse" sprechen. Verkehrsberuhigte Bereiche und Spielstraßen sind üblicherweise nicht nur leere Räume. Sie sollen daher Erlebnisse bieten, die zu einem Aufenthalt anreizen. Das wird zu einer größeren Identifikation mit der "Historischen Achse" und damit auch zu einer breiteren Aufbruchstimmung führen als das bloße Projektankündigungen leisten, zumal wenn sie nicht mehr ganz neue sind.


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zuletzt bearbeitet 16.04.2015 | Top

Auch mit kleinen Schritten kommt man weiter!

#18 von Reinhard , 21.06.2015 19:21

Auch mit kleinen Schritten kommt man weiter!


Unter Ökonomen kennt man neben nicht nur das betriebswirtschaftliche Gebot, dass marktorientierte Unternehmen ständig nach eine latenten Nachfrage Ausschau halten, um dann durch ein erfolgreiches Angebot für Umsätze und Gewinne zu erzielen.

Daneben besteht noch ein weiterer Wirkungszusammenhang, den man als Saysches Theorem bezeichnet. Danach gilt: „Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst“.

Vor diesem Hintergrund hat der Vorsitzende des Fördervereins Kämmereimuseum einen Nutzungsvorschlag für das BWK-Gelände mit seiner attraktiven Historischen Achse gemacht.

Darin regt Herr Grn beim Vorsitzenden des Wirtschafts- und Strukturrates Bremen-Nord e.V. (WIR), Herrn Rainer Küchen, eine eine Zwischennutzung für die riesige Freifläche vor der Fliegerhalle an. Wesentlicher Standortvorteil ist für den Chef des Kämmereivereins dabei die einmalige Kombination dieser ungenutzten Fläche mit dem Ambiente der „Perlenkette“ aus denkmalgeschützten Backsteinbauten aus der Geschichte dieses einstigen Blumenthaler Weltunternehmens.

Herr Gorn denkt dabei an eine „neue“ BreNor, wie sie der WIR bereits ins Auge gefasst hat, oder Open-Air-Veranstaltungen mit Filmen oder Konzerten, wie sie im Sommer und Herbst in vielen deutschen Städten angeboten werden.

Als mögliche Ergänzung bietet der Förderverein seine Ausstellung zur BWK, erläuternde Führungen zu den einzelnen „Perlen der Industriekultur“ in Blumenthal und ab dem Tag des offenen Denkmals am 13. September einen „Phone Guide“ an.

Der große Vorteil dieses Geländes ist dabei nicht zuletzt das Angebot an Parkplätzen, sodass sich eine notwendige Ergänzung des bereits vorhandenen Angebots in relativ engen Grenzen hält.

Wenn man die Vorschläge des Fördervereins Kämmereimuseum sieht, kann man schon als künftige Zwischennutzung auf ein spannendes kulturelles Angebot hoffen.

Notwendig wären nur Anbieter und Organisatoren, die mit dem Förderverein und seinem kreativen und einsatzfreudigen Vorsitzenden zusammenarbeiten. Auch ein kleiner engagierter Verein mit seinen begrenzten personellen und finanziellen Mitteln kann schließlich nicht im Alleingang für ein angemessenes Ambiente einer architektonischen Perlenkette sorgen.

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Kämmereiverein bringt Leben an die“Historische Achse“ und in die alte Stadtbücherei

#19 von Reinhard , 16.07.2016 14:02

Kämmereiverein bringt Leben an die“Historische Achse“ und in die alte Stadtbücherei


Der Förderverein Kämmereimuseum hat sich auch in diesem Jahr Gedanken darüber gemacht, wie seine Arbeit in das Leben des Stadtteils eingebracht werden kann. Dazu hat man neue Konzepte entwickelt und mit der notwendigen Beharrlichkeit vorbereitet.

Wie die Sonderausgabe 4 der EINBLICKE informiert, werden dabei die Blumenthaler und anderen Interessierte bis zum Jahresende zu drei unterschiedliche Veranstaltungen eingeladen.


Revival des Musikfestes 1995

Ein Leckerbissen für Musikliebhaber, die sich vielleicht auch noch gern an die Veranstaltungen des Musikfestes Bremen in der Fliegerhalle der BWK erinnern, wird am Freitag, dem 19. August, zwischen 19 und 22 Uhr sowie am folgenden Samstag, dem 20. August, zwischen 20 und 22 Uhr angeboten. Die unterschiedliche Länge der beiden Veranstaltungen ist dabei nicht auf die Präsentation unterschiedlicher DVDs von der historischen Konzertveranstaltung der Sinfoniker aus Sydney im Jahr 1995 zurückzuführen, sondern auf die Eröffnungsrede, die der Präsident der Bremer Bürgerschaft, Herr Christian Weber, am Freitag halten wird.

Da die Stadtbibliothek von der Größe her nicht mit der Fliegerhalle konkurrieren kann, wo 1995 immerhin 2.000 Besucher des Konzerts des Sydney Symphony Orchestra gezählt wurden, ist jetzt eine Aufteilung auf zwei Termine vorgesehen, an denen jeweils 60 Zuhörer teilnehmen können.

Daher müssen Interessierte bei Herrn Uwe Böhnisch möglichst in der Zeit zwischen 9 und 11 Uhr unter 04 21-68 65 9 einen Termin abzustimmen.

Fotoausstellung „Verlassene Räume – Geheimnisvolles, Unverhofftes, Einmaliges“

Ein ganz anderer Reiz dürfte von der Fotoausstellung „Verlassene Räume – Geheimnisvolles, Unverhofftes, Einmaliges“ ausgehen. Hier wird keine akustische Brücke in die Vergangenheit geschlagen, sondern den aufmerksamen Augen präsentiert, was von der BWK heute noch übriggeblieben ist.

Für diese Aufgabe konnten zwei Hobbyfotografen motiviert werden, die als „ Urban Explorer“ in Bremen-Nord nach spannenden Motiven suchen. Dank der Unterstützung des Eigentümers WFB war es jetzt möglich, vor allem im Hochbau und im Sortiergebäude auch Innenaufnahmen zu machen. So wird erstmals eine breitere Öffentlichkeit im August sehen können, wie sich die Produktionsschließung eines Großunternehmens visuell auswirkt.

Diesen Blick auf die Relikte de Vergangenheit wird man
- am Sonntag, dem 21.August, von 14 bis 18 Uhr,
- am Dienstag, dem 23. August, von 14 bis 18 Uhr und
- am Donnerstag, dem 25. August, von 14 bis 19 Uhr in den Räumen des Förderverein Kämmereimuseum werfen können.


Tag des offenen Denkmals

Nicht einmal zwei Wochen später können dann Herr Gorn und seine Mitstreiter nach einem Dissens am Jahreswechsel wieder die beliebten Führungen auf der Historischen Achse anbieten und diesen baulichen Aspekt mit der breiten Fotosammlung des Fördervereins verbinden. Der Termin für diese Kombination aus "Führung Historische Achse und Präsentation der Exponate" ist hier der 11.September, und zwar zwischen 10 und 18 Uhr.

Aus diesem Anlass wird in der Zeit von 11 bis 18 Uhr auch die Oldtimerausstellung im ehemaligen Kammzuglager geöffnet sein.

Kreatives und Bürokratisches

Mit der Konzertveranstaltung, die einen idealen Bezug zum früheren kulturellen Lebens im Stadtteil Blumenthal herstellt, und dem fast professionelle Beitrag durch die Urban Explorer haben die Macher des Fördervereins neue Ideen entwickelt und umgesetzt, die sicherlich ein Publikum ansprechen werden, das sich für ganz verschiedenen Aspekten der Arbeit des Fördervereins interessiert.

Allerdings wurden das Engagement und die Arbeitszeit der Mitglieder und vor allem des Vorsitzenden wieder einmal von den Mühen der Verwaltungsarbeit zusätzlich in Anspruch genommen. So hat sich offenbar nach den letzten Beschlüssen von Kulturausschuss und Beirat die Situation mit den zuständigen Bremer Behörden entspannt, aber trotzdem musste der etwas komplizierte Genehmigungsweg mit Ausnahmeregelungen eingehalten werden.

So wurde viel Zeit für die Kontakte mit dem Gebäudeeigentümer, der WFB, der Denkmalpflege, und nicht zuletzt dem Bauamt Bremen-Nord benötigt, das wegen eines „Antrags auf Sondernutzung“„offiziell angeschrieben werden“ musste und dann in seiner Antwort darauf hinweisen konnte, dass „die üblichen Auflagen der früheren Nutzungen … wieder eingehalten werden“ müssen.


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