Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

RE:zum Beitrag 4 - Shell in Köln-Wesseling

#16 von Lola , 18.03.2014 23:33

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebe...mwelt-verseucht

Frontal 21 - Sendung v. 18.3.2014

..auch bei Shell geht es um Leitungen die noch aus den 30iger Jahren des letzten Jahrhundert stammen, ebenso wie beim Tanklager Farge!


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Nach der Bedrohung eine prüfenswerte Chance?

#17 von Reinhard , 19.03.2014 12:48

Nach der Bedrohung eine prüfenswerte Chance?


Jetzt haben die umweltpolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion der Grünen, Frau Dr. Maike Schaefer, das BLV sowie Vorschläge einer Witt Solar AG aus dem baden-württembergischen Ettlingen eine Nutzung ins Spiel gebracht, bei der die Tanks nicht mit karzinogenem Mineralöl, sondern mit eher harmlosem heißem Wasser gefüllt werden, wie man es aus jedem Haushalt kennt. So nennt der einstimmig verabschiedete Bürgerschaftsbeschluss als einziges Beispiel einer zukünftigen Nutzung „mit Wasser betriebene Wärmespeicher“.

Die volatilen Strompreise

Das sollte Grund genug sein, um sich einmal mit diesem möglichen Geschäft etwas näher zu beschäftigen. Die Energiespeicherung könnte ein lukratives Geschäft sein, da Strom bekanntlich nicht immer dann erzeugt wird, wenn man ihn produzieren kann und muss wird. Das gilt vor allem für die erneuerbare Wind- und Solarenergie, die immer dann ausfällt, falls der Wind einmal nicht weht und die Sonne die Wolkendecke nicht durchdringen kann. Aber es gibt das Problem auch bei den alten Kraftwerken, die sich nicht immer kurzfristig ein- und abschalten lassen.

Diese Differenz zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Strom, die als Lastprofil bezeichnet wird, zeigt sich deutlich an der Strombörse in Leipzig, wo der Preis zu verschiedenen Tageszeiten ganz erheblich abweicht. So ist Strom beispielsweise morgens zwischen 4 und 5 Uhr sehr preiswert, um dann abends zwischen 19 und 20 Uhr fast das Fünffache zu kosten. Ähnliches gilt auch für größere Zeitintervalle wie die verschiedenen Wochentage, die Monate und, wie der Hinweis auf Wind und Sonne gezeigt hat, das Wetter ganz generell. An manchen Tagen wird daher der Strom sogar verschenkt oder gar mit finanziellen Zuschüssen „verkauft“, da man die Anlagen nicht stoppen kann und daher die Produzenten dringend Abnehmer benötigt.

Das thermische Verfahren der Stromspeicherung

Bei diesen Preisdifferenzen, die im Kern auf die hohen Kosten für Kraftwerke zurückzuführen sind, die für die Höchstlastzeiten arbeiten müssen und sonst eigentlich nicht gebraucht werden, gibt es eine Reihe von Ansätzen zur Stromspeicherung. Schließlich könnte man dadurch nicht nur schöne Gewinne machen, sondern sich auch den Bau teurer Kraftwerke sparen.

Unter diesen Verfahren sind für Laien die Pumperspeicherwerke besonders verständlich, zu denen das Köpchenwerk in Herdecke zählt, das man von der A1 aus sehen kann. Dort wird wie in einem Wasserkraftwerk Strom erzeugt, nachdem man zuvor während der „billigen“ Stromstunden Wasser in ein höher gelegenes Becken gepumpt hat. Hier liegt der Wirkungsgrad bei ca. 70 %.

Weitere Verfahren der Stromspeicherung sind auf chemischem Wege etwa durch Batterien und Kondensatoren möglich, wobei hier sich bisher nur sehr begrenzte Gesamtleistungen realisieren lassen, sodass ein Einsatz im großen Stil unmöglich ist. Der Wirkungsgrad erreicht dabei sogar Werte über 90 %, aber nur für maximal 36 Megawatt und nicht gerade zu Schnäppchenpreisen.

Außerdem besteht die Möglichkeit der Wärmespeicherung, wobei hier der Wirkungsgrad die ganz erhebliche Schwachstelle ist, da er bei herkömmlichen Methoden nur 10 % beträgt. Auch neue Verfahren, wie sie u.a. beim Fraunhofer-Institut erforscht werden, sollen mittelfristig nur eine Steigerung auf etwa 20% leisten können. Das ist zwar ein relativ großer Fortschritt, macht aber diese Form de Stromspeicherung nur rentabel, wenn man den Strom zunächst praktisch geschenkt erhält und für die Anlagen zur Umwandlung nicht gerade selbst zahlen muss.

Energiespeicherung im Tanklager Farge

Bezogen auf das Tanklager Frage würden diesen herkömmlichen Verfahren bedeuten, dass hier zunächst billig eingekaufter Strom oder von Windkraftanlagen zur Verfügung gestellter Strom, die wegen fehlender Leitungen ihre Energie nicht nach Süddeutschland transportieren können, zunächst Wasser erhitzt, das dann in den Tanks in Farge gelagert wird. Die dabei entstehende Abwärme ließe sich möglicherweise sogar in einem Gartenbaubetrieb nutzen, der von der preiswerten Bodenheizung profitieren könnte.

Diese Schritte sind relativ unproblematisch, da sich Strom mit einem sehr hohen Wirkungsgrad in Wärme umsetzen lässt, wie jeder Tauchsieder belegt, und auch die Speicherung von Wärme im Wasser ist zumindest, wenn man von den volatilen Tagespreisen profitieren will, relativ leicht möglich. Dafür sind die klassischen Wärmflaschen ein leicht fühlbares Beispiel.

Problematisch wird dann die anschließende Umwandlung von heißem Wasser in Strom, die nicht nur neue Anlagen erfordern würde, sondern auch durch den niedrigen Wirkungsgrad viel Wärme vergeudet.

Hier will jetzt offenbar eine Witt Solar AG einspringen, deren Marketing und Vertriebsleiter ein Nordbremer ist. Diese Gesellschaft hat sich, wenn man sich auf ihrer Homepage informiert, bisher vor allem mit Solarkraftwerken und Meerwasserentsalzungsanlagen in Westafrika beschäftigt. Viele Sonnenstunden und die Lage am Ozean dürften daher wichtige Punkte für die Kosten-Nutzen-Rechnung sein.

Dabei erfolgt eine Projektierung mit de Parabolrinnnen-Technik. Deshalb wurde die Firma auch im Handelsblatt im Zusammenhang mit dem inzwischen in der Versenkung verschwundenen Desertec-Projekt in Verbindung mit der größeren Firma Solar Millennium erwähnt, die inzwischen insolvent ist und deren Management sich mit den Klagen vieler Kleinaktionäre auseinandersetzen muss, die sich für betrogen halten.

Konkret beschäftigt sich die Witt Solar vor allem mit „Machbarkeitsstudien für Wärmespeicherkraftwerke (WSK)“

Der Clue soll dabei ein „patentiertes „Multi- Effect- Solar (MES) System“ sein, „mit dem wirtschaftliche Lösungen im Bereich Trinkwassergewinnung aus Meerwasser, Energieerzeugung und Flächenkühlung von uns geplant und realisiert werden.“

Über dieses MES-System kann man kaum Näheres in Erfahrung bringen, auch nicht in einem Vortrag des Vorstandsvorsitzenden über „Zukünftiger Beitrag von Multi-Effekt-Solarkraftwerken (MES) mit integriertem Energie-speicher zur Grundlaststromversorgung Europas“, den er am 08.10.2008 auf der Europäischen Energiekonferenz in Erfurt gehalten hat, die im Flyer dieser Veranstaltung im Teil "Workshops II aufgeführt ist.

In dem Vortragsmanuskript heißt es zu dieser Technik lapidar: „Ein MES Kraftwerk sammelt und speichert Solarenenergie in Form von heißem Wasser, ähnlich einem Solarkollektor zur Erzeugung von Warmwasser. Dieses wird in einem Unterdruck-Dampferzeuger teilweise verdampft. Die Dampfturbine treibt den Generator zur Stromerzeugung an. Das zur Kühlung verwendete Meerwasser wird dabei zu Trinkwasser umgewandelt.“

Daraus leitet das Unternehmen „eindeutige Alleinstellungsmerkmale in einem am Anfang stehenden Markt für effektives Wassermanagement“ ab.

Tatsächlich "geringere" Kosten?

Wie auf dieser Grundlage jetzt im Tanklager Farge mit Hilfe der vorhandenen Tanks Strom erzeugt werden soll und vor allem wie hoch dabei die Erzeugungskosten sind, bleibt in dem BLV-Artikel weitestgehend unerwähnt.

Stattdessen hat man eine andere Rechnung vorgetragen, die offenbar wie ein gutes Geschäft für den Eigentümer des Tanklagers aussehen soll. Danach müsste er nicht 500 Mio. € für den Rückbau ausgeben, sondern nur 250 Mio. € für den Bau der von Witt Solar zu entwickelnden Anlagen.

Dabei hofft man offenbar darauf, dass nicht jeder merkt, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden; denn auch nach der Umnutzung würde ja die gesetzliche Rückbauverpflichtung gelten. Sie ist schließlich nicht davon abhängig, ob gefährliche Mineralöle oder simples Wasser gelagert wird. Nur müsste sich diese Verpflichtung dann noch zusätzlich auf das Kraftwerk erstrecken, sodass sich die Rückstellungen für den Rückbau, wie sie der Landkreis Osterholz verlangt, sogar noch erhöhen dürften.

Mögliche Schlussfolgerungen

Da die Witt Solar bisher wenig belegbare Rentabilitätsdaten genannt hat und für ihre Projekte in Regionen in der Nähe des Äquators bisher auf ihrer Webseite nur Machnarkeitsstudien und vorläufige Vertragabschlüsse aufgeführt hat, aber kein effektiv arbeitendes Refenzprojekt nennt, braucht man weitere Informationen. Die wird die Witt Solar AG als seriöses Unternehmen sicherlich gern zur Verfügung stellen und nicht erst in einer Machbarbeitsstudie, die bis zu 500.000 € kosten kann.

Vielleicht sollte daher zunächst einmal eine Bremer Institution, die kein Interesse an einer bestimmten Technologie hat, ihre im Strombereich versierten Kostenrechner mit der Sache beschäftigen.

Da ein Bürgerschaftsbeschluss den Anstoß gegeben hat, könnte der Wirtschaftssenator das vielleicht bei der swb AG „anregen“, auch wenn Bremen dort seine Aktienmehrheit verkauft hat. Aber für den Senator geht es hier um Arbeitsplätze im Bremer Norden und für die swg um ein vielleicht interessantes neues Geschäftsfeld.


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zuletzt bearbeitet 21.03.2014 | Top

RE:"Doch Schließung 2014?"

#18 von Lola , 21.03.2014 16:43

http://tanklagerfarge.wordpress.com/

so lautet die Überschrift einer Meldung der Bürgerinitiative Tanklager.

Zitat
21.03.2013 Wie der Landkreis Osterholz heute in einer Pressemitteilung (hier lesen…) mitteilt, wurde ihm vom Bund die Absicht zur Schließung des Tanklagers noch in diesem Jahr mitgeteilt. Dort ist von der “…heutigen Zusicherung des Bundes über die Rückgabe der Betriebsgenehmigung” die Rede.

Baudezernent Richard Eckermann wird außerdem zitert: “Eine entsprechende Baumaßnahme dafür hat der Bund haushaltsmäßig eingestellt.“

Pressemeldung der Bürgerinitiative Tanklager Farge:


Der Verein ist als
gemeinnützig
anerkannt
BI Tanklager Farge e.V.
Bremen, den 21.03.2014
PRESSEMITTEILUNG
Über die heute vom Landkreis Osterholz veröffentlic
hte Pressemitteilung zum Tanklager Farge erfuhr die
Bürgerinitiative „Tanklager Farge“ e.V. von der Ent
scheidung des Bundes, das Tanklager durch
Rückgabe der Betriebskonzession endgültig schließen
zu wollen.
Die Bürgerinitiative begrüßt diese Entscheidung aus
drücklich, da sie auch das Resultat ihrer stets
geäußerten und begründeten Schließungsforderungen i
st!
Henning Leber, 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative
„Im letzten Jahr gab es bereits eine gleichlautend
e
Ankündigung des Bremer Umweltamtes zu anstehenden S
chließungsplänen des Bundes. Diese wurden
mit Hinweis auf eine behördliche Fehlinterpretation
des Schreibens nach wenigen Tagen wieder
zurückgenommen. Wir warten daher ab, ob diesmal auc
h wirklich Taten folgen werden.“
Unbeachtet der – der Bürgerinitiative bisher nur al
s Absichtserklärung vorliegenden – Schließungspläne
fordert die Bürgerinitiative weiterhin nachdrücklic
h, zunächst die weiterhin stetig stattfindende
Ausbreitung der Schadstoff in das Grundwasser der u
mgebenden Wohngebiete umgehend durch
geeignete technische Maßnahmen zu verhindern.
Mit einer Schließung des in seiner Konzeption und B
auausführung aus den 1930er Jahren stammenden
und damit nach einhelliger Einschätzung technisch e
indeutig stark veralteten Tanklagers wäre dann der
Weg für die deutliche Intensivierung der bisherigen
Sanierung mehr als bereitet.
Bei der erst jüngst gestarteten Entwicklung von Nac
hnutzungskonzepten biete die Bürgerinitiative
ausdrücklich ihre Unterstützung an.
i.V. Dipl.-Ing. Henning Leber
2. Vorsitzender

Zitat Ende


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Blumenthal endlich ohne Tanklager

#19 von Reinhard , 21.03.2014 23:53

Blumenthal endlich ohne Tanklager

Der Bremer Umweltsenator macht zu der Meldung noch zwei Ergänzungen:

Danach wird "die Sanierung des vom Gelände des Tanklagers ausgehenden Grundwasserschadens durch den Bund .. nach der Stilllegung selbstverständlich unvermindert und zielgerichtet weitergeführt."

Außerdem liegt "der vom Senat angeforderte Masterplan zur Erkundung und Sanierung der Altlasten .. seit dieser Woche vor und wird zurzeit vom Umweltressort geprüft."

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RE: "Wasserstoff: Energiespeicher für eine halbe Millionen Haushalte geplant "

#20 von Lola2 , 03.08.2014 09:08

http://www.energy-storage-online.de/cipp...te_geplant.html

Vom 9-15 März 2015 findet in Düsseldorf die nächste Energy Storage Konferenz statt.
Zitat

Wasserstoff: Energiespeicher für eine halbe Millionen Haushalte geplant

Mit einer beispielgebenden Projektstudie ziehen Wirtschaft und Politik in Niedersachsen beim Thema Energiewende an einem Strang. Bis zum Sommer sollen Experten Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Produktion und Nutzung von Wind-Wasserstoff an der Unterelbe ermitteln und Maßnahmen entwickeln, beispielsweise geeignete Anreizsysteme und Empfehlungen für die Politik.

Arnd Thomas, Werksleiter von Dow in Stade und Vorsitzender der federführenden ChemCoast-Initiative des VCI Nord, gab gemeinsam mit Vertretern von drei Bundesländern und weiteren führenden Unternehmen den Startschuss: „Es ist uns gelungen, branchenübergreifend alle wesentlichen Akteure entlang der Wind-Wasserstoff-Wertschöpfungskette und die Politik als Sponsoren für das Projekt zu gewinnen. Es wird uns nicht nur einen wertvollen Wissensvorsprung bringen, sondern auch zum Gelingen der Energiewende beitragen.“ Bei einem positiven Verlauf der Untersuchung sollen bereits im Sommer erste Umsetzungsmaßnahmen beginnen. Dow selbst arbeitet an einer Studie zur Energiespeicherung mit Wasserstoff. Die Idee: Überschüssige Windenergie wird durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und in Salzkavernen gespeichert. Bei Bedarf kann der gespeicherte Wasserstoff wieder in elektrische Energie umgewandelt werden. Eine Gasspeicherkaverne umfasst ein Volumen, das etwas über dem des Kölner Doms liegt und genug Wasserstoffenergie speichern könnte, um 480.000 Haushalte einen Monat lang mit Strom zu versorgen. Dieses sogenannte „Power to Gas“-Konzept wurde auch auf einem von der IGBCE initiierten Innovationsforum im November in Berlin präsentiert. Derselbe Ansatz wird jetzt in einer Studie der Chemcoast e.V. auf seine wirtschaftliche Umsetzbarkeit untersucht.

Die Koordination des Projekts übernimmt der ChemCoast e. V., eine Initiative des Verbandes der Chemischen Industrie, Landesverband Nord (VCI Nord). Es wird zur Hälfte von Politik und Unternehmen finanziert. Sponsoren sind neben den Landesregierungen von Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein: ArcelorMittal Hamburg GmbH, Arge Netz GmbH & Co. KG, Aurubis AG, Bayer MaterialScience AG, BeBa Energie GmbH & Co. KG, Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH, E.ON Gas Storage GmbH, Hamburg Energie GmbH, Handelskammer Hamburg, H&R Ölwerke Schindler GmbH, IVG Caverns GmbH, Industrieverband Hamburg e. V., Kreis Dithmarschen, Landkreis Harburg, Landkreis Stade, Linde AG, Stiftung Offshore Windenergie, Sasol Wax GmbH, Shell Global Solutions GmbH, Solvay GmbH, SWB AG, Vattenfall Europe Innovation GmbH, Wasserstoffgesellschaft Hamburg e. V., Yara Brunsbüttel GmbH.

Weitere Informationen: www.chemcoast.de/news/politik-und-untern...er-energiewende
Zitat Ende


Auf der diesjährigen Konferenz lautete die Forderung:

"Energy Storage 2014: Branche fordert bessere Rahmenbedingungen für Energiespeicher

Energy Storage 2014: Branche fordert bessere Rahmenbedingungen für Energiespeicher [04.04.2014]
In seiner Abschlussrede zur diesjährigen Energy Storage-Konferenzmesse erklärte Prof. Dr. Eicke R. Weber:
“Der Energiespeichermarkt ist heute in derselben Situation wie die Photovoltaik vor zehn Jahren, nur muss die Entwicklung bei den Speichern wesentlich schneller vorangehen.“

...............................
Bremen verfügt zum einen über Salzkavernen an der Lesum und zum anderen über das sich im Stillstandsbetrieb befindliche Tanklager Farge.
Ein spannendes Thema.

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Pest oder Cholera?

#21 von Reinhard , 03.08.2014 10:14

Pest oder Cholera?

Spannend ist bei einer großflächigen Lagerung von Wasserstoff auf dem Tanklager-Gelände in Farge vor allem das Sicherheitsproblem. Wasserstoff ist, wie sich vielleicht die Älteren noch in Verbindung mit der Zeppelin-Katastrophe von Lakehurst erinnern können, hochentzündlich und daher explosiv.



Was werden daher die Eltern der Kinder sagen, wenn die Tanks und Leitungen nahe der Kita mit Wasserstoff anstelle von Kohlenwasserstoffen gefüllt sein werden ?

Wird es sie beruhigen, wenn sie bei wikipedia lesen: „Wird Wasserstoff in einfachen Metalltanks unter Druck gelagert, so kommt es wegen der geringen Molekülgröße zur Diffusion, das heißt, Gasmoleküle treten langsam durch die Gefäßwände aus. Die heute für Gastanks und Leitungen verwendeten Materialien berücksichtigen diese Eigenschaften des Wasserstoffs,so dass im täglichen Gebrauch keine größeren Risiken entstehen als z.B. durch die Verwendung von Benzin.

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RE: Pest oder Cholera?

#22 von Lola2 , 03.08.2014 18:50

http://www.bremische-buergerschaft.de/dr...2%20S_f9d3a.pdf

BREMISCHE BÜRGERSCHAFT
Drs. 18/492SStadtbürgerschaft
13.Januar 2014
18. Wahlperiode
(Neufassung der Drucksache 18/414 S

Antrag der Fraktionen Bündnis 90/DIE GRÜNEN und SPD

Zitat Punkt 2:

Die Stadtbürgerschaft erwartet vom Senat, dass in Gesprächen mit den Umlandge-
meinden gemeinsames Vorgehen und Nutzungsvorschläge für eine umweltfreundliche
Nachnutzung (z. B. als mit Wasser betriebene Wärmespeicher)
erarbeitet werden

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RE: Pest oder Cholera? .....beides nicht!!!

#23 von Lola2 , 03.08.2014 20:14

.... interessante Lektüre....

http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/...-id9580251.html

Zitat
Die Verwendung der Stromerzeugungsanlage im Bereich der vorhandenen Druckstufe sei ein Novum bei Arcelor-Mittal in Bottrop. „Durch die Nutzung des Energiemoduls kann man auf Dampfturbinen verzichten. Der Vorteil wirkt sich auf die Betriebskosten aus, da Turbinen wesentlich teurer und wartungsintensiver sind“, sagte der Kokerei-Mitarbeiter.
Essener Stauder-Brauerei befasst sich mit Energiemodulen

Das in der Kokerei genutzte Energiemodul könne aber auch in vielen anderen Industriezweigen eingesetzt werden, da es durch seine kompakte Bauweise sowohl elektronisch als auch thermodynamisch auf die unterschiedlichsten Gegebenheiten abgestimmt werden könne, teilt die Herstellerfirma ENVA System GmbH in Marl mit, die solche Systeme entwickelt, um durch die Nutzung von Abfallwärme und Abfalldampf CO2-freien Strom zu erzeugen.
Zitat Ende

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..interessante Historie...

#24 von Lola2 , 03.08.2014 20:34

http://bremen.arcelormittal.com/kokereibottropchronik.html

Zitat vom letzten Eintrag aus o.a Link

2011
Durch den Verkauf an ArcelorMittal Bremen
wird aus der Kokerei Prosper die
ArcelorMittal Bottrop GmbH

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RE: ..interessanter Lektüre....

#25 von Lola2 , 04.08.2014 05:22

http://www.valmet.com/en/infocenter/news...nt#.U974CNavgjg

Press release: May 20, 2014 12:00:00 PM EET
Valmet to deliver a boiler plant to ArcelorMittal Energy Ostrava in the Czech Republic

Valmet Corporation's press release on May 20, 2014 at 12:00 p.m. EET

Valmet will deliver a complete boiler plant to ArcelorMittal Energy Ostrava s.r.o. in the Czech Republic. The new boiler plant will supply steam to existing turbines, which produce electricity and provide process steam to the adjoining ArcelorMittal steel mill. The boiler plant is scheduled to be started up mid-2016. The value of the order is about MEUR 50. The order was included in Valmet's first quarter 2014 orders received.

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Fragen

#26 von Reinhard , 04.08.2014 08:11

Fragen

Zitat

.... interessante Lektüre....




Noch interessanter wäre es, wenn man auf folgende Fragen eine Antwort bekäme:

Wo ist auf dem Tanklagerareal in Farge der „ungenutzte Dampf“, der sich mithilfe eines „Energiemoduls“ in elektrische Energie umwandeln lässt?

Und welche Bedeutung hat es für die zukünftige Nutzung des Tanklagerareals, wenn ein finnisches Unternehmen eine Kesselanlage (boiler plant) in das tschechische Ostrava liefert?

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RE: Fragen

#27 von Lola2 , 04.08.2014 08:55

.....ich habe versucht herauszufinden welche Techniken es gibt und welche Unternehmen diese anbietet.
Vielleicht kann man die vorhandenen Tanks überhaupt nicht mehr nutzen, und man wird eine neue Anlage erstellen, die möglicherweise oberirdisch gebaut werden soll?

Es gibt Industrie in Farge, angefangen beim Kraftwerk und von dort könnte die überschüssige Wärme/Dampf kommen, die man bisher nutzlos in die Luft entweichen läßt.

Wenn die Parteien sich darüber keine Gedanken gemacht hätten, wäre sicherlich keine Anfrage an den Senat gestellt worden, oder?

Das ganze Tanklagergebiet ist von der Planung und Nutzung her ein "weißer Fleck", für den eine völlig neue Planung erfolgen kann.
Welche Stadt hat schon solche Möglichkeiten?

Allerdings sind die Informationen aus der Politik mehr als dürftig.

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RE: Fragen über Fragen

#28 von Lola2 , 22.06.2015 21:37

Über die Firma Witt Solar AG haben wir im Jahr 2013 schon hören bzw. lesen können. Vor 2 Tagen dann eben der erneute Vorstoß...

http://m.radiobremen.de/fernsehen/buten_...video75544.html

Die Firma Witt Solar AG bietet Machbarkeitsstudien an:

http://www.witt-solar.com/?page_id=29&lang_id=DE

...Wer soll die Machbarkeitsstudie im Falle Tanklager Farge bezahlen?

Im Film von buten + binnen gibt es die Information, dass ein solches Kraftwerk das 1. Kraftwerk dieser Technik weltweit wäre.

Das Tanklager war ja schon gigantisch - erfolgt jetzt eine Fortsetzung?

Glaubt man das die Tanks noch nicht korrodiert sind?

Für folgende Fragen wären Anworten wichtig zu wissen:

1. Ist ein Windpark auf dem Gelände geplant?

2. Ist die Kühlung über Weserwasser geplant und in welchem Maße werden der Weser erwärmte Stoffe(Wasser oder Wasserdampf ) zurückgeführt?

3. plant man wirklich nur eine Erhitzung des Wassers nach dem Tauchsiederverfahren mit anschließender Stromrückgewinnung durch Dampfturbinen?. oder ist geplant sogenannte Zeolithe einzusetzen wie sie auch in Wärmespeicherheizungen oder zur Wasserenthärtung benutzt werden?

4. Welche On oder Offshoreanlagen oder Solaranlagen sollen dort angeschlossen werden und Strom einspeichern?

5 .Gibt es Informationen darüber ob das Kraftwerk Farge als Reservekraftwerk weiterbetrieben werden soll und soll es bei Windflauten etc seinem Strom ebenfalls in den Speicher einspeisen?

..............................................................

Zeolithe https://de.wikipedia.org/wiki/Zeolithe_%28Stoffgruppe%29

.........................

Welchen Vorteil hat die Stadt Bremen? Bleiben die Steuern in Bremen?

Wer wird der Betreiber dieser Anlage?

Wie erfolgt die Sanierung?

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RE: Fragen über Fragen

#29 von Lola2 , 22.06.2015 21:49

http://m.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakte.../WITT_SOLAR.pdf

auf Seite 4 - hat man das Tanklager Farge schon im Prospekt einbezogen??

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Ultimative Problemlösung?
Tanklager-Arbeitskreis mit Bürgerbeteiligung

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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