Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

"Rekumer Straße" zum Zweiten

#1 von Reinhard , 15.06.2015 15:13

Ein neuer Fall "Rekumer Straße"?

„Geschichte wiederholt sich nicht“, glaubt und hofft man zumindest, wenn man an Kriege und Schreckensherrschaften denkt. Aber lernt die Menschheit tatsächlich aus ihren negativen Erfahrungen? Auch hier kann man in Zweifel geraten, wenn man sieht, wie nachlässig gut 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa mit dem Frieden umgegangen wird.

Das ist die große Bühne. Aber auch Blumenthal hat spätestens seit dem 17. Oktober 2014 sehr einprägsam gezeigt, dass ein Ortsamtsleiter und eine Sozialsenatorin zwar nicht die Welt erschüttern, wohl aber einer bei ihnen nicht sehr beliebten Wählervereinigung und ihrem Spitzenkandidaten zu einem Wahltriumph verhelfen können.

Dazu war nicht einmal die große politische Kompetenz und Kunst erforderlich. Es reichte völlig aus, ein Bootcamp, das keines war und sein sollte, in ein Wohngebiet zu legen und darüber vorab nur Beiratsmitglieder in einer Geheimsitzung zu informieren. Auf diese Weise wollte man sich offenbar viele notwendige sozialpädagogische und stadtpolitische Rückfragen ersparen.

Leicht verändert scheint sich jetzt in Blumenthal ein ähnlicher Vorgang abzuzeichnen. Wiederum geht es offenbar um die Unterbringung von Flüchtlingen, über die der OAL bereits einiges erfahren hat, was er jedoch den Blumenthalerinnen und Blumenthalern offenbar nicht mitteilen kann. Hier scheint sich Geschichte als Tragödie und als Farce zu wiederholen, wie es Karl Marx vermutet hat.

Das lässt sich wohl in mehrfacher Hinsicht als eine Tragödie bezeichnen. Zum einen sollen Flüchtlinge sehr provisorisch in einer Turnhalle untergebracht werden, weil ein Umbau nicht rechtzeitig fertig geworden ist. Es handelt sch also um eine weitere Episode im Trauerspiel der Sozialsenatorin, die seit Jahren und Monaten von wachsenden Flüchtlingszahlen redet, aber kein Konzept für eine transparente und sachlich begründete Unterbringung entwickelt hat, sodass es sich bei Bedarf umsetzen lässt. Tragische Aspekte hat es zweifellos auch, wenn trotz aller Kritik am Vorgehen im Oktober 2014 diesmal wieder keine ausreichende Information und Beteiligung der betroffenen Anwohner stattfinden soll.

Neu ist hingegen die Farce, also die „bewusste Absurdität oder der Unsinn“, die nach der Erläuterung durch den OAL aktuell mit seinem Verhalten verbunden ist.

Danach würde er gern, wie er in einer Facebookdiskussion sein Dilemma schildert, über alles sprechen, was er als OAL von der Bremer Verwaltung erfahren hat, „zumal der Senat beschlossen hat, dass es in Flüchtlingsfragen einen engen Dialog zwischen allen beteiligten Institutionen gibt.“

Nur müssen die Bürger jetzt trotzdem auf die wichtigen Informationen warten, weil es angeblich derzeit in Blumenthal keinen Beirat gibt. Dafür soll die bisherige Opposition im Beirat verantwortlich sein, die eine Regelung wie bei der Bremer Bürgerschaft „abgelehnt“ haben soll. Das ist schon ein merkwürdiger Vorgang, für den es offenbar keine Absicherung in der Geschäftsordnung oder in einem Protokoll gibt!

Wie einst im Oktober 2014 müssen die Blumenthalerinnen und Blumenthaler also erneut auf eine notwendige und im Gesetz vorgesehene Information warten. Neu ist nur die dubiose Erklärung. War der Beirat im Oktober angeblich gar nicht zu beteiligen, so kann er jetzt nicht beteiligt werden, weil er nicht existieren soll. Offensichtlich will die Verwaltung wieder einmal die Beiratsmitglieder und Bürger herausfordern, indem man ihnen praktisch sagt: Ihr bekommt eure Rechte nur, wenn er sie vor Gericht durchsetzt.

Bis dahin werden die senatorischen Behörden planen und Tatsachen schaffen, bevor frühestens am 6. Juli der neue Beirat zusammentritt.


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O-Ton des OAL

#2 von Reinhard , 16.06.2015 15:48

O-Ton des OAL

Eine wichtige Aussage lässt sich jetzt auch über youtube an 24 Stunden täglich hören, nachdem in der Anmoderation darauf hingewiesen wurde, dass der OAL schon einmal „auf den Beirat verzichtet“ und „damit keine guten Erfahrungen gemacht hat“. Diese unwidersprochene Reporteraussage muss nicht nur wegen ihres Euphemismus überraschen, denn der OAL hatte Ende letzten Jahres bekanntlich alle Beteiligungsmöglichkeiten des Beirats beim Thema "Rekumer Straße 12" bestritten. Da ist ein "Verzicht" doch etwas ganz anderes und eine schöne Bestätigung der Position, die hier unmittelbar im Anschluss an die Geheimsitzung vertreten wurde.

Diese angebliche "Sternstunde" von damals, die jetzt sogar vom OAL als "Debakel" bezeichnet wird, soll sich nach den Worten von Herrn Nowack jetzt nicht wiederholen: „Wir haben uns in die Hand versprochen nach dem Debakel um die Rekumer Straße, dass Sozialbehörde, Ortsamt und Beirat nichts entscheiden, ohne dass man vorher miteinander gesprochen hat“.(ab 3:02)

Werden sie sich daran halten? Oder bereitet man bereits Maßnahmen vor, die dann ohne eine ergebnisoffene Diskussion umgesetzt werden, weil die Flüchtlinge nicht Wind und Wetter ausgesetzt werden dürfen. Die notwendige Humanität könnte dann entsprechend den übergeordneten Bremer Rechtsgrundsätzen an die Stelle des Ortsbeirätegesetzes treten.


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Friede beginnt im Kopf, nicht auf einer Demo!

#3 von Reinhard , 30.06.2015 16:07

Friede beginnt im Kopf, nicht auf einer Demo!

In Blumenthal droht eine weitere Konfrontation, wenn am Montag durch eine Demonstration die Atmosphäre weiter aufgeheizt werden kann. Das soll keine Kritik an einer aktiven öffentlichen Meinungsäußerung sein, nur eine Frage aufwerfen. Würde es dem friedlichen Zusammenleben in Blumenthal nicht mehr dienen, wenn sich die Kontrahenten in den nächsten Tagen einmal aussprechen würden. Wäre das nicht auch eine gute Gelegenheit für den Stadtteilmanager, sich als Moderator um einen Ausgleich und den Abbau von Vorurteilen zu bemühen? Er war schließlich durch seine zugeknöpfte "Informationspolitik" nicht ganz unschuldig für die Folgen des 17. Oktober und jetzt bereits wieder für das Aufkommen zahlreicher Gerüchte über weitere jugendliche Flüchtlinge.

Gerade die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg sollte sich durch diesen Vorschlag besonders angesprochen fühlen. Bereits seit 2001 veranstaltetet sie ihre regelmäßigen Aktionen, wobei es zunächst gegen den "Krieg den Terror" in Afghanistan ging. Es folgten der Irakkrieg, und im Herbst letzten Jahres wurde für eine Ölmühle auf Kreta gesammelt, die kaltgepresstes Olivenöl herstellen soll.

Das können alles sinnvolle Aktionen sein. Nur wäre es genau so wichtig, die Konflikte in Blumenthal nicht anzuheizen, sondern die Meinungsverschiedenheiten innerhalb einer demokratischen Diskussionskultur zu klären und dort vielleicht sogar Missverständnisse auszuräumen. Nicht jeder Mitmensch, der eine andere Meinung in der Flüchtlingspolitik vertritt, ist schließlich ein maskierter Rassist.

Auch sollte man bedenken, dass sich Meinungen nur ändern lassen und sich Friede entwickeln kann, wenn man über die Divergenzen gemeinsam spricht, aber nicht durch den Aufbau fester Konfrontationsgruppen, wie das bei einer Demonstration zwangsläufig der Fall ist. Einstellungsänderungen beginnen im Kopf, nicht auf der Straße.


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Blumenthal und Skelleftea (Schweden)

#4 von Reinhard , 10.09.2015 09:26

Blumenthal und Skelleftea (Schweden)

Das schrumpfende Blumenthal

Vor nicht allzu langer Zeit war der demografische Wandel ein zentrales Thema der Politik, da sich viele deutsche Gemeinden mit einer Überalterung ihrer Bevölkerung und sinkenden Einwohnerzahlen herumschlagen müssen. Das gilt zwar nicht für einige Metropolen und Universitätsstädte, die durch die gegenwärtigen Wohnpräferenzen eine starke Zuwanderung mit steigenden Mieten als fast unausweichlicher Folge betroffen sind, aber für den großen Rest des Landes. Kommunen und Stadtteile sind dabei zwar nicht durch eine Schieflage der Sozialversicherungen betroffen, aber durch sinkende Steuereinnahmen und Probleme bei der Auslastung ihrer Infrastruktur. Die gerade auch bei Politikern nicht nur in Wahlreden beliebten Ankündigungen zusätzlicher neuer oder größerer Einrichtungen erscheinen daher mit einem Janusgesicht, da ihr Nutzen mit höheren Kosten verbunden ist, als das bei einer besseren Auslastung der Fall wäre. Besonders sichtbar wird der demografische Wandel immer dann und dort, wenn er mit Leerständen von Wohnungen und Geschäftsräumen verbunden ist. Dadurch entsteht schnell der Eindruck eines Quartiers, das seine beste Zeit hinter sich hat und nicht mehr "in" ist.

Diese Beschreibung könnte auch für Blumenthal zutreffen, wenn man den statistisch abgesicherten Analysen der Nordbremer Stadtplaner vom Anfang dieses Jahres folgt. Danach lebten im Jahr 1995 noch 34.900 Menschen in Blumenthal, während es heute 4.307 und damit 12,4 Prozent weniger sind Daraus wurde das kurze Fazit gezogen: "Blumenthal schrumpft."

Dieses Ergebnis wird auch durch die Arbeit des Immobilienstandortmanagers bestätigt, die ein deutliches Licht auf die Motivation oder ein Gemisch von Desinteresse und Apathie bei den betroffenen Eigentümern wirft. Das gilt nicht nur für die seit Jahren wenn nicht schon Jahrzehnten registrierten Leerstände von Ladenlokalen. Noch weniger ermutigend für jeden Entwicklungsplaner ist die extrem geringe Beteiligung der betroffenen Immobilienbesitzer an der Analyse der Probleme; denn von den 60 verschickten Fragebögen hat es nur elf Antworten gegeben.

Auf der Grundlage dieser Analyse machte der Leiter des Nordbremer Bauamtes auf dem Dialog-Forum der Handelskammer und des Wirtschafts- und Strukturrats Bremen-Nord (WIR) Anfang April den Vorschlag, über neue Konzepte nachzudenken" und dabei auch ein "qualifiertes Schrumpfen" als von ihm bevorzugtes Modell zu berücksichtigen.

Das Denkverbot der Blumenthaler SPD

Für den Bumenthaler OAL war das keine Anregung, um mit "seinem" Beirat etwa im Rahmen einer Planungskonferenz verschiedene Leitbilder für die Entwicklung Blumenthals zu entwickeln und zu erörtern, wie das vom Planungsbüro proloco angeregt worden war. Dieser Vorschlag für einen demokratischen Planungsprozess wurde jedoch von der Blumenthaler Verwaltung und Beiratsmehrheit völlig missachtet. Er scheint in dem Papierkorb gelandet zu sein, in dem sonst missliebige Bürgeranträge verschwinden.

Stattdessen reagierte der OAL mit einem Angriff auf die angeblich Schuldigen an dem Analyseergebnis, ohne sie jedoch konkret zu benennen. Nicht die Blumenthaler und ihre gewählten Vertreter waren gefordert, sich selbst Gedanken über die Zukunft ihrer Heimat zu machen. Seine Forderung "Sorgt dafür, dass wir Menschen kriegen und Arbeitsplätze schaffen" wurde sogar vom BLV besonders als "Zitat der Woche" mit der Erläuterung "Überalterung des Nordens" auf seiner Seite 2 herausgestellt.

Offenbar soll also Bremen in der Pflicht sein, Einwohner nach Blumenthal zu bringen. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, traut es sich der Stadtteilmanager zu, selbst "Arbeitsplätze zu schaffen". Das ist eine zumindest ungewohnte Darstellung der Entwicklung eines Ortes. Außerhalb von Blumenthal machen sich bekanntlich die Entscheidungsträger eher Gedanken darüber, wie sie ihren Ort attraktiver gestalten können, sodass er für Haushalte und Unternehmen als Standort interessant wird.

Aber wie gesagt, dem OAL scheint diese normale Planungslogik ein Buch mit sieben Siegeln zu sein, wenn er selbst keine konstruktiven eigenen Vorschläge anhand einer Situationanalyse macht, sondern lieber Schuldige sucht, denen er Forderungen stellt.

Ohnehin dürfte das Verhältnis zwischen den beiden Kontrahenten nicht allein von der Sache her zu verstehen sein, da, wie die Norddeutsche am 22.12.2012 berichtete, der Blumenthaer OAL dem Bauamtsleiter öffentlich einen "Einlauf" ankündigte.

Allerdings folgten in diesem Fall auch die neuen Beiratskandidaten der SPD, wie ihre Vorgänger offenbar ihrem Leitwolf. Sie entschieden sich gegen eine Erörterung von umfassenden Konzepten für die Entwicklung Blumenthals und wiesen auf die angekündigten Maßnahmen hin, also eine Sanierung im alten Ortszentrum, neue Verkaufsflächen im Blumenthal Center und was dergleichen Einzelaktionen mehr sind. Dabei ist ihnen offenbar entgangen, dass Wohnungen und Läden nicht gebraucht werden, wenn es dafür etwa aufgrund des demografischen Wandels oder einer Abwanderung keine Nachfrage gibt.

Das "Modell" Skelleftea

Allerdings scheint es bei den aktuellen Entwicklungen in Europa auch für Blumenthal ein denkbares Alternativkonzept zum Schrumpfen zu geben, wie es gegenwärtig in der schwedischen Stadt Skelleftea nahe dem Polarkreis getestet wird.

Wie die ARD am Sonntag im Weltspiegel berichet hat, will man dort die Flüchtlinge, die neben Deutschland besonders gern nach Schweden kommen, als Neubürger in die eigene Gemeinde holen. Auf diese Weise will man die Auswirkungen der Abwanderung der ursprünglichen schwedischen Bevölkerung aus der traditionellen Bergbau- und Industriegemeinde, die teilweise auf die Schließung des Bergwerks Boliden zurückzuführen ist, zahlenmäßig kompensieren.

Um die Aufmerksamkeit der Flüchtlinge auf die Gemeinde zu lenken, werden ein Video über de Stadt und eine Informationsbroschüre in Englisch im weltweiten Web angeboten.



Die konkrete Praxis des Zusammenlebens von Schweden und Flüchtlingen führt ein Video des kommunalen Energieversorgers vor Augen, in dem sich die Flüchtlinge besonders leicht erkennen lassen, weil man offenbar bei der Auswahl gezielt auf eine schwarze Hautfarbe geachtet hat.




Vom WiN-Gebiet zum islamischen Quartier?

Die vom OAL geforderte Bedingung für seine Entwicklungsvorstellung von Blumenthal ist inzwischen erfüllt. Menschen sind da, die auf eine Unterkunft warten. Dafür haben die Politiker vieler Völker im ehemaligen Jugoslawien, in Afrika und im Nahen Osten gesorgt. Jetzt wird, wie es die Bundeskanzlerin ausdrückte, die "Flüchtlingskrise Deutschland verändern.

Das kann in ganz besonderer Weise auch für Blumenthal zutreffen, da bei der jetzigen Bevölkerungsstruktur des alten Zentrums von Blumenthal, wie es als WiN-Gebiet abgegrenzt wird, bereits eine soziale Abwertung erkennbar ist. Leerstehende und neue Wohnungen dürften daher bei Deutschen, die kein Hartz IV beziehen, auf kein großes Interesse stoßen.

Hingegen findet man Ansätze einer türkisch gepägten Infrastruktur bereits vor. Es liegt also nahe, wenn man die bisherige Politik Bremens und Blumenthals für dieses Gebiet weiterführt, hier Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan unterzubringen, sodass sich ein islamisches Quartier herausbildet. Das könnte vermutlich sogar das verdrängte Roma-Problem "lösen". Wie die älteren Untersuchungen aus den USA zeigen, gibt es durch die Zuwanderung neuer ethnischer und sozialer Gruppen immer derartige Austauschprozesse, die früher in der Stadtforschung der Chicago School ganz wertfrei mit Begriffen wie Invasion und Verdrängung bezeichnet wurden.

Das zunächst unverständliche Versprechen des Stadtteilmanagers, der Arbeitsplätze schaffen will, wenn er Einwohner erhält, wird vor diesem Hintergrund sogar erklärbar. Die Zuwanderung von Flüchtlingen schafft Stellen in der Sozialindustrie, und zwar nicht gerade wenige. Wie bei der Betreuung an der Rekumer Straße ist auch in Schweden von einer 1:1 Quote die Rede.

Durch Transferzahlungen lassen sich also Arbeitsplätze schaffen, nachdem die Bemühungen um Unternehmen, die für einen Markt produzieren, wenig erfolgreich waren. Aber dadurch wird, wie die Kanzlerin richtig festgestellt hat, nicht nur Deutschland verändert, sondern auch Blumenthal.

Da hier bereits, wie die ausgewiesenen beiden WiN-Gebiete belegen, soziale Brennpunkte mit einem hohen Anteil an Ausländern, Arbeitslosen und Hartz IV-Empfängern leben, wird hier die Veränderung vermutlich besonders gravierend sein.

Diese Veränderung der sozialen Umwelt, die alle Einwohner betrifft, ist bekanntlich nicht naturgegeben, sondern Folge politischer Entscheidungen. Man kann daher nur hoffen, dass vor Ort nicht nur von Verwaltungsbeamten über die Folgen entschieden wird, sondern sich auch die betroffene, jetzt in den Wohngebieten lebende Bevölkerung an der Gestaltung beteiligen kann. Für viele ist schließlich nicht die Welt ihre Heimat, sondern Blumenthal.


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Ende eines Neubeginns?

#5 von Reinhard , 28.09.2015 15:37

Ende eines Neubeginns?

Im Vorfeld der Beiratswahl ist es in Blumenthal zu vielversprechenden Initiativen gerade im alten Ortszentrum gekommen. Ein Anstoß dürfte dabei von dem Umbruch der Kandidatenlisten von SPD und Grünen ausgegangen sein, die ihre bisherigen Beiratsmitglieder mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen nicht wieder aufgestellt haben. Damit ergab sich die Chance, mit neuen Gesichtern und neuen Ideen für ein neues Blumenthal einzutreten. Von dem alten waren schließlich nicht alle so begeistert wie der Ortsamtsleiter. Das legt zumindest das Wahlergebnis mit den hohen Verlusten der SPD und der extrem niedrigen Wahlbeteiligung nahe.

Dabei hat sich eine Initiative Alt-Blumenthal gebildet, die ein "integratives und generationenübergreifendes Konzept" erarbeiten will, um das "Blumenthaler Zentrum wieder zu beleben und attraktiver zu gestalten.". So hat das BLV am 1. Juli seine Leser informiert. Als greifbare Aktion folgte Ende August ein Bürgerantrag, der eine Versetzung der Merino-Skulptur von Sir Charles, dem Maskottchen der ehemaligen Bremer Woll-Kämmerei, auf "die höchste Erhebung der öffentlichen Grünfläche im Eingangsbereich der ehemaligen Woll-Kämmerei" vorsah. Dieser Vorschlag erhielt eine Mehrheit, was niemanden überraschen wird, da dieser Beschluss bereits durch den Förderverein Kämmereimuseum vorbereitet war und in der Alt-Blumenthal-Initiative zwei führende Lokalpolitiker der beiden stärksten Beiratsfraktionen bestimmenden Einfluss haben.

Hier wird man warten müssen, wie sich die weitere Arbeit entwickelt. Zumindest die beiden erwähnten Politiker, die inzwischen zu Sprechern des Beirats aufgestiegen sind, haben sehr positive Erwartungen für die Zeit bis zum Ende der jetzigen Legislaturperiode: Das vereinigte Rot und Schwarz will, wenn alles optimal läuft, bis dahin ein Verkehrskonzept umsetzen und "das BWK-Gelände voll mit Kunst, Kultur, Gastgewerbe und so weiter“ belegt haben,

Noch ambitionierter waren die Zielsetzungen einer Willkommensinitiative Blumenthal, die sich bereits Anfang März erstmals getroffen hat und die Integration der damals noch relativ wenigen Flüchtlinge unterstützen wollte. Nach den Worten der Quartiersmanagerin für das WiN-Gebiet "Altes Zentrum Blumenthal" sollte es jedoch nicht nur um Flüchtlinge gehen. Man nahm sich vielmehr vor, "eine Perspektive für Gesamt-Blumenthal" zu erarbeiten.

Auch in diesem Fall konnte man auf gute Startbedingungen vertrauen, denn man hatte nicht nur eine Thematik, die in den kommenden Monaten auf viel Interesse und Engagement stieß, sondern konnte auch auf die Beteiligung der zukünftigen Sprecherin des Blumenthaler Beirats setzen. Sie wird von der Initiative als "Kontaktperson" mit einer Mailanschrift aufgeführt, fungiert also als Ansprechpartner für die Öffentlichkeit. Im Hinblick auf den konreten Gründungsanlass hieß es damals „Ein Flüchtlingsheim im eigenen Wohngebiet, das ist eine Herausforderung, aber es ist auch eine Chance, an einer neuen Willkommenskultur zu arbeiten.“

Blumenthal und sein politisches System konnten sich damit auf einem guten neuen Weg sehen, nachdem die verkrusteten alten Machtverhältnisse im Beirat aufgebrochen waren. Immerhin hatte sich der Beirat mit seiner Rangelei um die Videoüberwachung auf der Bahrsplate, seiner "Geheimsitzung" im Oktober zur Rekumer Sr. 12 und dem dubiosen Versuch, Bürgerinitaitiven unter die Kontrolle des Beirats zu bekommen, nicht gerade viel neues Ansehen erworben. Diese Einschätzung teilten offenbar auch die neuen Beiratssprecher, die sich als Team mit einer "neue Gesprächskultur innerhalb des Stadtteilgremiums" am 23. September im BLV vorstellten und erklärten, man dürfe zwar über die Sache streiten, "aber persönliche Angriffe seien ein „No-Go“".

Nur wenige Tage später kursierte dann in Blumenthal die Einladung an die "Mitstreiter der Willkommensinitiative" zu einer "spontanen Mahnwache", die durch ein Mitglied der Initiative ohne die bei Flugblättern vorgeschriebenen Daten über den Verantwortlichen erfolgte. Das war vermutlich nicht ohne Grund der Fall, denn der Gedanke einer Mahnwache wegen eines Brandanschlags auf ein für Flüchtlinge vorgesehenes Zelt war mit böswilligen Unterstellungen vergiftet. So wurde die Facebookgruppe "Bremen-Nord - Politisches Forum - Das geht uns alle an!", in der u.a. führende Bremer SPD- und CDU-Politiker Mitglieder sind und auch wie die Herren Nowack und Pfeiff diskutieren als "Hetzplattform" bezeichnet, ja, die Mitglieder werden in die Nähe "geistiger Brandstifter" gerückt.

Man kann jetzt darüber rätseln, welche Motive hinter diesen Falschaussagen stehen; denn diese Facebook-Gruppe wurde von Christian Milpacher gegründet, um sich deutlich von der älteren Protestinitiative zur Rekumer Str.12 abzusetzen, die heute den Wutbürgern nahesteht. Auch hat sich der Initiator immer wieder durch Postings und sogar eine größere Informationsveranstaltung bemüht, den Standpunkt des Ortsamtes und der Sozialbehörde zu verdeutlichen.

Wenn er jetzt zu den "geistigen Brandstiften" gezählt wird, muss man in dem Einladungstext den Versuch sehen, eine vermittelnde und ausgleichende Stimme zu diskreditieren. Oder hat sich der Autor vielleicht gar nicht die Mühe gemacht, anstelle seiner Vorurteile nach der Wahrheit zu recherchieren.

Das mag in den Verantwortungsbereich eines einzelnen Mitglieds fallen. Entscheidend wird die Reaktion der Willkommensinitiative Blumenthal sein, die in dem Text direkt angeprochen wird, und die der Beiratsprecherin. Sollen etwa durch diesen Demonstrationsaufruf, der eigentlich eine gute Chance ist, um in Blumenhal zusammenzustehen, die vorhandenen Gräben vertieft werden. Oder sind etwa in diesem Fall persönliche Angriffe kein "No-Go"?


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Stimmungsmache oder Brückenschlag für eine Integrationskultur?

#6 von Reinhard , 11.10.2015 15:40

Stimmungsmache oder Brückenschlag für eine Integrationskultur?


Ein Plädoyer für unsere Rechtsordnung mit Asylrecht und Meinungsfreiheit!


Hier soll keine Meinung nach dem Muster „Ich bin kein .., aber man wird ja wohl noch sagen dürfen“ verfasst werden.

Vielmehr geht es um ein Votum für unsere Demokratie, die nicht nur von angeblichen Rassisten bedroht sein kann, sondern auch durch die überzeugten Anhänger einer Willkommenskultur für alle Menschen, die als Flüchtlinge über die deutsche Grenze kommen.

Auch diese Position wird nicht selten in einer Weise vertreten, die eine ganz erhebliche Gefahr für eine lebendige Demokratie in sich birgt, wenn diese emotionale Einstellungn zu Denk- und Sprechverboten für andere Meinungen führt und ein Sachverhalt nur noch durch vorgeprägte Worthülsen ausgedrückr werden darf. Da soll es dann nach dem Wunsch dieser Menschen keinen Platz mehr für ein unabhängiges Denken geben.

Dieses frühere Ziel unserer Schulbildung scheint sogar für einige Vertreter, die sich auf eine angebliche moralisch-emotionale Überlegenheit berufen, ein ganz unbekanntes Wesen zu sein, wenn erwachsene Menschen, die das deutsche Bildungssystem durchlaufen haben, angeblich davon bedroht sein sollen, in die "Klauen" von geistigen Brandstiftern zu fallen. So hat sich zumindest ein Blumenthaler Beiratsmitglied vor ein paar Tage bei Facebook ausgedrückt.

Was steckt hinter solchen Aussagen nur für ein merkwürdiges Menschenbild! Mit dem Geist der europäischen Aufklärung oder dem früheren SPD-Ideal eines mündigen Bürgers hat das jedenfalls nichts mehr zu tun. Man wird eher an die Vorstellungen von Salafisten erinnert, bei denen ein Schöpfergott alles bestimmt. Nur ist man jetzt so säkularisiert, dass man nicht unter den Göttern, sondern unter animalisierten Menschen nach schuldigen Verführern sucht

Die neue Blumenthaler SPD

Seit ihrer „Sternstunde“ im letzten Oktober hat sich in der Blumenthalet SPD eine neue politische Orientierung durchgesetzt, nachdem sich vorher ihr Ideengeber und Ortsamtsleiter noch gern von der Bild-Zeitung mit markigen Worten gegen Straftäter mit Migrationshintergrund zitiert wurde.

Auch hatte man es gemeinsam mit der CDU für angemessen gehalten, eine Anschlusssause auf der Bahrsplate zu feiern, was man auch als ein Fischen am rechten Rand interpretieren konnte. Den scheint es zumindest in Blumenthal durchaus geben zu können, wenn man an Ergebnisse der französischen Wahlgeographie denkt. Dort hat man festgestellt, dass in manchen Regionen politische Muster des Wahlverhaltens seit der französischen Revolution konserviert wurden. In Blumenthal wäre in diesem Zusammenhang neben der NPD an den großen Erfolg der Sozialistischen Reichspartei (SRP), einer Partei zu denken, die als Nachfolgerin der NSDAP verboten wurde. Sie hatte in der frühen Nachkriegszeit eine ihrer Hochburgen in Blumenthals, wo ihr in einer Bundestagsnachwahl 1952 jeder fünfte Wähler seine Stimme gab.

Diese Verbindung, die damals als „Kastanienkoalition" von Rot, Schwarz und Braun karikiert werden konnte, stieß erst bei den Parteifreunden etwa in Vegesack und in Bremen insgesamt auf Kritik. Immehin sollte hier neben der Gedenkstätte für die Opfer des NS-Regimes bei Bier und Bratwurst der Anschluss Blumenthals an Bremen aufgrund einer Unterschrift Hitlers als Volksfest begangen werden.

Diese Haltung von SPD und CDU in Blumenthal, die auch in den Medien auf wenig Verständnis stieß, wurde inzwischen durch eine deutliche Zäsur beendet.

Neue Köpfe haben sich in der SPD durchgesetzt, die sich beispielsweise in der Facebookgruppe „Ein Zuhause in Bremen nicht nur für ausgewählte Flüchtlinge“ gefunden haben. Dabei handelt sich um ein offenes Diskussionsforum, das von einem Mitarbeiter der Sozialbehörde unter dem KünsterInnennamen „John lbos“ administriert wird. Als Aushängeschild dient hier der oben zitierte Blumenthaler SPD-Fraktionsvorsitzende.

Wie es bei dieser Aussage, die jedem Menschen, der darum nachsucht, ein Recht auf eine Wohnung in Deustschland einräumen will, nicht anders zu erwarten ist, bleibt diese Grundorientierung nicht ohne Wirkung auf die konkrete politische Arbeit. Das wird besonders in der Einengung des Flüchtlingsproblems deutlich, das fast ausschließlich als Thema für einen verbalen Kampf gegen einen "braunen Haufen" - so in der öffentlich erklärten Zielsetzung der Gruppe - oder gegen "geistige Brandstifer" gehen wird, wie es jetzt einige den Sozialdemokraten nahestehenden Journalisten sowie Mitglieder der Blumenthaler Willkommensinitiative und eben auch die SPD-Fraktion im Beirat formulieren.

Die gespaltene Sicht der Rechtsordnung

Selbsverständlich kann und sollte jeder gewählte Beirat sich gegen Straftaten wenden und den Brandanschlag auf eine noch im Bau befindliche Flüchlingsunterkunft im Ortsteil Blumenthal verurteilen. Man könnte es daher für eine Selbstverständlichkeit halten, wenn der Beirat eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Nur kann und muss das nicht bedeuten, dass man diese Missbilligung noch durch fragwürdige Angriffe auf Bürger ergänzt, die das vom Grundgesetz und von der Erklärung der Menschenrechte keineswegs geforderte Wohnrecht der gesamten Erdbevölkerung in Deutschland nicht teilen.

Das aber versucht der zunächst gestellte Antrag der SPD-Fraktion, der damit die taktisch ungefilterte Position dieser Gruppe wiedergibt.

So will man laut diesem Antrag "den geistigen Brandstiftern, die vor allem in den Sozialen Medien Ihr Unwesen treiben, die mit rassistischen Äußerungen, übertriebenen und falschen Informationen, sowie zum Teil auch gefälschten, Stimmung machenden Berichten, aufzuhetzen versuchen, entschieden entgegen! Sie tragen eine große Mitschuld an fremdenfeindlichen Anschlägen!"

Anstelle durch einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen ein besseres Klima für eine praktische Integrationspolitk zu schaffen, hat es diese weltbürgerliche Partei vorgezogen, unbegründete und pauschale Vorwürfe gegen die Mitglieder von Facebookgruppen zu erheben, die über 1.000 Mitglieder haben. Hier werden also Menschen politisch diskriminiert und diffamiert, während man gleichzeitig jedes Wort von Diskussionspartnern, die eine unabhängige Meinung vertreten, auf eine Spezialwaage legt, die in solchen Fällen offenbar nur ein Ergebnis anzeigt: rassistisch. Dabei ist es absurd, wenn man Eigenschaften von größeren Gruppen alleinstehender junger Männer mit einer "Rasse" in Verbindung bringen würde. Aber an einer sachlichen Diskussion scheint kein Interesse zu bestehen, weil man sich so ausschließlich auf eine Brandstiftung fixiert, während gleichzeitig Flüchtlinge provisorisch in Tunhallen und Zelten den Herbst und vermutlich auch den Winter verbringen sollen. Hier scheint es den "moralisch Guten" wichtig zu sein, Menschen, die nicht die "korrekte" Sprache benutzen und sich auf das Ausspechen von Emotionen beschränken, auszugrenzen, während sinnvolle Forderungen für eine bessere Regelung des Flüchtlingsproblems und damit nachhaltige Hilfe für die Flüchtlinge "vergessen" werden.

Welche Folgewirkungen diese unreflektierte Haltung der größten Beiratsfrakation auslösen kann, sieht man an einem Bürgerantrag, der ebenfalls dem Beirat am Montag vorliegt.

Danach soll der Beirat "den rassistisch motivierten Brandanschlag auf ein Blumenthaler Zeltquartier am letzten September-Wochenende" verurteilen und "Null Toleranz" gegenüber "den Verächtern der Toleranz!" aufbringen.

Bei dieser Formulierung geht es im Beirat nicht nur um die Verurteilung eines Brandanschlags, sondern um die Anerkennung der einfachsten Spielregeln einer Demokratie.

Diese Behauptungen belegen sehr erscheckend, dass für diejenigen, die sich aufgrund ihrer emotionalen Grundhaltung für moralisch gut und überlegen halten, nicht einmal die einfachsten Regeln der Logik eine Bedeutung haben. Kein Mensch, der schon einmal zu denken versucht hat, wird erklären können, wie man wissen kann, dass ein unaufgeklärter Tatbestand "rassistisch motiviert" war. Diese Aussage kann zwangsläufig nichts über mögliche Täter, aber viel über den Antragsteller aussagen. Er kennt offenbar nur Klischees, die er mit seiner Ablehnung eines fairen Gerichtsverfahren für einen möglichen Täter durchsetzen will, denn was soll die Verweigerung von Toleranz gegenüber einem Mitmenschen sonst bedeuten.


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Vo "Alt-Blumenthal" zu einem "Neu-Aleppo"?

#7 von Reinhard , 12.10.2015 16:15

Von "Alt-Blumenthal" zu einem "Neu-Aleppo"?

Nicht nur nach der Einschätzung der Bundeskanzlerein wird sich Deutschland durch die massive Zuwandeung von Flüchtlingen "verändern". Über die Richtung und den Umfang dieses Wandels schweigen die Politiker üblicherweise. Allseits beliebt sind nur die Forderung einer möglichst raschen Integration und das Versprechen, dass keine bisher schon benachteiligte Gruppe gegenüber den Flüchtlingen vernachlässigt werden soll. Das ist ein ganzes Bündel an unscharfen Aussagen, die dringend anstehende Aufgaben auf die lange Bank schieben. Schließlich gilt hier wie auch in vielen anderen Lebenssituationen die Erkenntnis, dass richtige Weichenstellungen am Anfang einer Entwicklung erfolgen müssen, weil spätere Korrekturen meist mit erheblichen Konflikten und Kosten belastet sind. Es ist eben nicht leicht, eingewöhnte Einstellungen durch neue zu ersetzen.

Dieses Ausweichen vor klaren Aussagen über mögliche Veränderungen ist keineswegs notwendig. Es gibt auch keine alternativlose Entwicklung, die eine politische Diskussion von möglichen Entwicklungsmustern überflüssig machen würde.

Richtig ist vielmehr, dass es im Laufe der menschlichen Geschichte schon eine Vielzahl größerer Migrationsprozesse gegeben hat, aus denen man lernen kann, wenn man es denn will. Auch haben die Sozialwisssenschaften eine Reihe von Kenntnissen erarbeitet, die sehr nützlich eingesetzt werden können, wenn man sich mit der Aufnahme einer zuwandernden Minderheit in eine Mehrheitsbevölkerung wirklich sachlich beschäftigen will.


Völkerwanderung oder Zuzug von Schutzschenden?


Historiker können umfangreiche Migrationsprozesse bereits für sehr frühe Kulturen nachweisen. Dazu dienen in der Regel Ausgrabungen, bei denen sich vor und nach einer Zuwanderung die Bestattung der Toten und der Schmuck von Keramik unterscheiden. Vor allem durch Sprachanalysen hat man auf die Zuwanderung indo-europäischer Völker geschlossen, die sich in der Ähnlichkeit wichtiger Begriffe wie Mutter, Vater ,Wasser u.ä. zeigt. Historisch belegt sind die Völkerwanderung der Germanen, die zum Untergang des Römischen Reiches führten, die Eroberung großer Regionen am Mittelmeer durch die Anhänger des Propheten Mohammed und die Invasion Nordamerikas durch christliche Siedler und die Eroberung Südamerikas durch Söldenertrupps aus Spanien, die aufgrund ihrer Bewaffnung die bekannten Hochkulturen der Azteken, Inkas und Mayas zerstörten.

Während wir die Ursachen der Migration in vielen Fällen nicht kennen, waren es in Nordamerika vor allem religiöse Verfolgungen in England, also nach heutigem Recht ein Asylgrund, oder auch eine unvorstellbare Gier nach Gold, das noch heute in der Pracht spanischer Kathedralen zur Schau gestellt wird. Es gab und gibt also vermutlich einen breiten Strauß an Motiven, wobei häufig als Vermutungen für das Verhalten der Indoeuropäer und Germanen Hungerkatastrophen und kriegerische Verdrängungen durch andere Völker genannt werden.

Wenn man die heutge Begrifflichkeit anwenden will, lassen sich diese historischen Völkerwanderungen durchaus auf Motive zurückführen, die denen der heutigen Flüchtlinge mehr oder weniger ähnlich sind.

Daher macht es auch Sinn, einen Blick auf die Wirkungen dieser Völkerwanderungen auf die Aborigines zu werfen, wie man die australischen Ureinwohner nennt. Sie mussten bekanntlich ihre Lebensweise und Religion aufgeben und wurden sehr, sehr häufig in unwirtliche Landesteile abgedrängt, wenn nicht sogar getötet.

Wer also ein wenig aus der menschlichen Geschichte lernen will, kann aus diesen Erfahrungen kaum den Schluss ziehen, dass eine Integration einer zuwandernden Bevölkerungsgruppe ein Prozess ist, der in das Leben der einheimische Bevölkerung nur am Rande eingreift. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall gewesen. Wer also seine Kinder nicht als Alkoholiker in einem Reservat leben lassen will, sollte sich jetzt für einen frühzeitig kontrollierten Integrationsprozess einsetzen.

Von Erwartungen und Frustrationen

Wie auch in anderen Lebensbereichen sind mit der Zuwanderung in ein neues Land und Wohngebiet Erwartungen verbunden. Das ist jetzt wie auch bei den historischen Wanderungen sicherlich zunächst einmal der Schutz vor kriegerischen Überfällen oder religiösen Zwängen wie bei den bekannten Pilgrim Fathers oder anderen christlichen Gruppen, die nicht den Dogmen der herrschenden Kirchen folgen wollten.

Daneben ist jedoch der neue Aufenthaltsort mit positiven Erwartungen besetzt, da man ihm ja nicht zugeteilt wurde, auch wenn das die Vorschriften der EU zu gebieten scheinen, sondern frei gewählt und erst nach einer langen Flucht erreicht wurde, wodurch Deutschland und Schweden ganz oben auf der Präferenzliste stehen. Dieser mühsame Einsatz und die deutsche Willkommenskultur haben, wenn man Interviews in den Medien für repräsentativ hält, für hohe Erwartungen erzeugt, die nicht selten um einen umfangreichen Nachzug von Angehörigen sowie die Aufnahme eines Medizinstudiums mit einem anschließenden sorglosen Leben als Arzt bestehen. Es dürfte absehbar sein, dass die Hoffnungen in sehr vielen Fällen enttäuscht werden, was nach allen Studien der Sozialpsychologie mit Frustrationen verbunden ist, die sich in sehr unterschiedlicher Weise entladen können. Wenn man mögliche Formen einer "Rache" an der Gesellschaft, die enttäuscht hat, vermeiden will, muss immer auf eine realistische Erwartungshaltung geachtet werden.

Subjektiv empfundene Gerechtgkeit

Zu den Standards, nach denen Gesellschaften und Mitmenschen beurteilt werden, gehört heute vor allem ein ausgeprägter Gleichheitsanspruch. Danach hat jeder das "Recht", so ausreichend mit Geld versorgt zu sein, dass er sich alle die Dinge erwerben kann, die man "braucht". Diese finanzielle Voraussetzung dürfte nach den Vorschriften über Transferleistungen für die Flüchtlinge nicht erfüllt sein, sodass sich die Betroffenen als depriviert empfinden werden. Die deutsche Gesellschaft gewährt ihnen nicht das, was alle haben, um glücklich zu werden. Daraus wird dann häufig schnell eine moralische Berechtigung zu einer illegalen Beschaffung abgeleitet. In einem Fall, von dem die Presse kürzlch berichtet hat, brachte für einen Betrug beim Versandhändler Zalando sogar ein CDU-Vertreter sehr viel Verständis auf.

Selektive Wanderung

Wie auch vermutlich schon in der indoeuropäischen Wanderungsbewegung besteht die aktuelle Zuwanderung größenteils aus jungen Männern. Die geschätzten Zahlen liegen dabei zwischen 70 % und 80 %. Man kann also von einer Struktur ausgehen, die kaum Ähnlichkeit mit einem normalen Bevölkerungsaufbau besitzt.

Das führt fast zwangsläufig auch zu einer engen intimen Verbindug der beiden Gruppen, die sich unterschiedlich organisieren lässt. Man kann die sexuellen Bedürfnisse der männlichen Flüchtlinge beispielsweise in einer besonderen Art von Rundumversorgung durch Prostituierte befriedigen lassen, wie das ein Pfarrer vorgeschlagen hat, oder für Möglichkeiten sorgen, durch die sich nicht kommerzielle Partnerbeziehungen leichter entwickeln können.

Selekive Wanderungen führen jedoch nicht nur im Sexualbereich leicht zu Ängsten in der übrigen Gesellschaft. Ähnliches gilt für zahlreiche Formen der Kriminalität, die von jugendtypischen Delikten bis hin zu vielen Formen der Beschaffungskriminalität reichen, die durch die Alters- und Geschlechtsstruktur der Zuwanderer begünstigt wird. Auch hier muss man also die Problemfelder vor Augen haben, wenn man nicht von vielen Formen des abweichenden Verhaltens überrascht werden will. Ein Weg wäre auch in diesem Fall ein Abbau der verzerrten Sozialstruktur der Zuwanderer.


Sozialökologische Invasionsprozesse


Vor allem am Beispiel Chicagos haben amerikanische Sozialökologen die Einwanderung verschiedener Nationalitäten in diese Metropole am Michigansee untersucht. Dabei konnten sie feststellen, dass eine Zuwanderung in der Regel zu einer Dominanz der Neuankömmlinge in einem Quartier führt, weil die alteingesessene Bevölkerung das Viertel verlässt, in dem sie sich nicht mehr heimisch fühlt. Ein ähnlicher, vergleichsweise jedoch schwacher Prozess zeigte sich bereits im WiN-Gebiet "Altes Zentrum Blumenthal" im Umkreis der George-Albrecht-Straße.

Das war bisher ein relativ statischer Vorgang, da es nach dem Kosovokrieg keine weitere massive Zuwanderung aus dem Ausland gab. Dieses langsame Fortschreiten des Veränderungsprozesses könnte sich jetzt beschleunigen, da gerade dieses Viertel aufgrund seiner Gebäude- und Sozialstruktur für die Aufnahme von Flüchtlingen, wenn sie die Erstaufnahmesituation hinter sich haben, prädestiniert ist.

Folgt man einigen aktuellen Schätzungen kann man in diesem Jahr allein mit dem Zuzug von über 1.000 Flüchtlingen nach Blumenthal rechnen. Das würde, wenn man den Erkenntnissen des ehemaligen sozialdemokratischen Finanzsenators und jetzigen Sozialstatistikers Thilo Sarazzin folgt, mit dem Faktor 5 multipliziert, der für das Zuzugsverhalten von Angehörigen und die weitere hohe Geburtenrate steht, schon allein zu einer Anzahl führen, die deutlich über den jetzt dort lebenden ca. 1.500 Einwohnern liegt. Und das ohne einen weiteren originären Zuzug weiterer Flüchtlinge.

Man muss sich also bei dieser erwartbaren Situation Gedanken über die demnächst eintretende Struktur des Viertels machen. Wird es vielleicht durch einen Basar auf dem Marktplatz oder in den Arkadenhäusern belebt, entsteht möglicherweise eine Moschee mit einem für diese Einrichtungen typischen Kulturzentrum auf dem BWK-Gelände? Das ist alles offen und muss von der Politik und den betroffenen Bürgern beantwortet werden, denn es geht dabei letzthin um die zugespitzte Frage, ob aus Alt-Blumenthal in dem durch den Flüchtlingszuzug veränderten Deutschland ein Neu-Aleppo werden soll, in dem sich die Zuwanderer heimisch fühlen, weil es sie zumindest teilweise an ihre alte Heimat erinnert.


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RE: Vo "Alt-Blumenthal" zu einem "Neu-Aleppo"?

#8 von Reinhard , 17.10.2015 05:45

Nur ein Jahrestag?

Heute haben sich vor einem Jahr Blumenthaler Beiratsmitglieder, die dazu ohne eine Information der Öffentlichkeit vom Ortsamt eingeladen wurden, zu einer Sitzung hinter verschlossenen Türen getroffen. Dazu waren keine Journalisten eingeladen und den einzelnen gewählten Beiräten wurde ein Maulkorb auferlegt, wie man ihn sonst etwa von dem parlamentarischen Kontrollgremium für die Geheimdienste kennt.

Dabei wurde in dieser Sitzung nach den Aussagen des Ortamsleiters nicht einmal etwas beschlossen wie etwa eine érhebliche kommunale Investition, die eine Grundstücksspekulation in Blumenthal beflügelt hätte. Stattdessen wurde angeblich nichts entschieden, weil nichts zu entscheiden war, wenn man der Auslegung des Ortsbeirätegesetzes durch die Sozialsenatorin folgt, der sich ohne eigene Begründung der Blumenthaler Ortsamtsleiter anders als der OAL und der Beirat in Vegesack in einem ähnlichen Fall umgehend angeschlossen hat.

Das ist eine Rechtsfrage, die Juristen vermutlich unterschiedlich sehen. Von einem erheblichen politischen Gewicht ist jedoch die Tatsache, dass das Ortsamt und die teilnehmenden Beiratsmitglieder von der Bremer Verwaltung zu einer gezielten Missachtung legitimer Bürgerinteressen benutzt wurden. Dabei haben sie offenbar keinen erkennbaren Widerstand geleistet, obwohl unmittelbar ihre Recht als Vertreter der Blumenthaler Wähler betroffen waren.

Die vom Ortsamt als Sternstunde gefeierte Akzeptanz einer intensiv-pädagogischen Maßnahme der Sozialsenatorin war damit ein ganz schwarzer Freitag für die Bürgerbeteiligung und auch für eine sachgerechte Flüchtlingspolitk in Blumenthal.

Die Kritik des Petitionausschusses der Bürgerschaft am "schwarzen Freitag"

Diese eindeutige Position wurde hier im Forum unverzüglich vertreten, als die Verwaltung im Anschluss an das Geheimtreffen gleich mit ihrer Werbung für die geschaffenen vollendeten Tatsachen an der Rekumer Str. 12 begonnen hat. Die Freunde der "Sternstunde" wollten die vorgetragene Kritk an der Geheimhaltung und an einer pädagogisch mehr als fragwürdigen Maßnahme in einem Wohngebiet nicht akzeptieren und glaubten daher, Unterstellungen über "braune Haufen und "Rassisten" auch in diesem Zusammenhang verwenden zu können wie ihre üblichen multifunktionalen Protestplakate, die den gesamten Bereich von Kapitalismuskritik über Proteste gegen Waffenexporte bis zur Verurtleilung einer Bandstiftung abdecken,

Im ganz konkreten Fall folgte jedoch eine mutige Stellungnahme des Petionsausschusses der Bremer Bürgerschaft zu einer Petition des jetzigen Beiratsmitgliedes Fritjof Balz, der für die herrschende politische Elite Blumenthals inzwischen zur Verkörperung des "Bösen" wurde.

So wiesen Bremer Parlamentarier "darauf hin, dass seiner Auffassung nach die frühzeitige Einbindung der Bevölkerung bei der Ansiedlung von Flüchtlingsunterkünften verbessert werden kann. Dies würde sich voraussichtlich positiv auf die Akzeptanz der gefundenen Standorte und die Bemühungen um die Integration der Flüchtlinge auswirken.


Die aktuelle Konfrontationsstrategie der Beiratsmehrheit


Die symbiotische Verbindung von Ortsamt und den Spitzen der rot-schwarzen Koalition hat diese Erkennisse jedoch nicht in ihre politische Arbeit einbezogen: Man hat aus offensichtlichen Fehlern und deren Folgen, über die man von den Kollegen in der Bürgerschaftschaft aufgeklärt werden musste, nichts gelernt. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass man in der Flüchtlingspolitik ein weiteres Desaster für Blumenthal herbeiführt.

Die neuen Köpfe im Beirat wollen dabei offenbar gestützt auf die Kannenberg-AnhängerInnen, die sich schon früh in einer Facebookgruppe organisiert haben, und die Willkommensinitiative Blumenthal eine Doppelstrategie fahren. Sie besteht darin, wie man es etwa aus Zauberkunststücken im Varieté kennt, den Blick auf eine Frage A zu konzentrieren und damit gleichzeitig vom Thema B abzulenken.

Doch warum will man sich diese Mühe machen, um die Wähler in eine bestimmte Richtung zu lenken?

Angestrebt wird damt vermutlich eine moralisch verstandene Polarisierung zwischen "guten" und "bösen" Wählern, Politikern und Einstellungen zur Flüchtlingsfrage, wie das bei ähnlichen Wähleranteilen auch vor der Gemeindesratswahl in der österreichischen Metropole Wien versucht wurde.

Die "Guten", die zumindest jetzt über die Verwaltungsmacht und Beiratsmehrheit verfügen, versuchen Bürger, Wähler und Politiker, die nicht einer ausschließlich emotionalen Menschlichkeit folgen wollen, möglichst in eine Ecke von "geistigen Brandstiftern" zu drängen. Das wurde deutlich, als jetzt in der Beiratsstzung keine gemeinsame Verurteilung der Brandstiftung an einem Flüchtlingszelt durch alle Fraktionen angestrebt wurde, sondern trotz benachbarten Positionen kein Schritt über die markierte Konfliktline erfolgen durfte. Offenbar soll niemand erkennen können, dass die Unterschiede keineswegs so groß sind, wenn man sie einmal vor dem Hintergrund der geltenden Gesetze und dem aktuellen Asylkompromiss sieht.

Hier will man offenbar die Konfrontation, damit man seine Mehrheit genüsslich auszählen und sich mit dem Ortsamtsleiter gemeinsam über eine Niederlage der Bürger in Wut freuen kann.

Das ist das parteipolitische Kalkül. Allerdings kann man sich dabei leicht verrechnen, wie die Wahl in Wien gezeigt hat, denn dort hat fast ausschließlich die füchtlingsskeptische und von Politologen als rechtspopulistisch eingestufte FPÖ von einem derartigen Konfrontationskurs profitiert, während vor allem den Sozialdemokraten in den traditionellen Arbeitervierteln, wie es sie auch um die ehemaligen Standorte von BWK und Vulkan gab und gibt, die Wähler davongelaufen sind.

Das ist jedoch zunächst einmal eine Frage für die Wahlkampfstrategen der SPD.


Die Gefahren für die Entwicklung Blumenthals

Anders sieht es jedoch aus, wenn durch diesen Konfrontationskurs eine sachliche Integrationspoltik in Blumenthal verhindert wird.

Um die latenten Unterschiede innerhalb der SPD und unter ihren Wählern nicht sichtbar werden zu lassen, beharrte die Führung bisher auf ihrer Verdrängungsstrategie. Das hat auch den Vorteil, dass man sich über konkrete Maßnahme in Blumenthal keine Gedanken machen muss. Die Folgen dieser Vogel-Strauß-Politik sind dabei gerade in Blumenthal bekannt. An der George-Albrecht-Straße ist es zu einer Massierung von Roma- und -Mhallamiye-Familien gekommen, was zu einer Ghettobildung mit den entsprechenden Folgen für einen sozialen Austausch der Wohnbevölkerung in der Umgebung geführt hat.

Hier erhielten die Flüchtlinge kurz nach dem Libanonkrieg 1975 - 1990 und dem Kosovokrieg 1998-9 Wohnungen und wurden dann in einer Weise "integriert", an die sich vermutlich niemand mehr erinnern kann.

Jetzt können, wenn ähnlich verfahren wird, weitere soziale Brennpunkte und Fluchtbewegungen der bisherigen Einwohner aus ihren vertrauten Wohngebieten drohen, in denen sie sich nicht mehr heimisch fühlen.

Es muss daher schnell entschieden werden, ob Blumenthal

- möglichst viele Flüchtlinge als Einwohner auf Dauer erhalten will oder sich bei Verteilungsmaßnahmen eher zurückhalten möchte,

- die Flüchtlinge möglichst räumlich breit im Stadtteil streuen will oder durch diese Zuwanderung bestehende Problemgebiete verändern möchte.

Das gilt etwa für die Umnutzung der leerstehenden Gewerbeflächen im Bereich von Marktplatz und Mühlenstraße.

Wenn man viele Zuwandererfamilien unterbringen muss, wird man aufgrund der Notsituation auch über den Bruch bestehender Bebauungstabus nachdenken müssen. Werden dann vielleicht die leeren Flächen auf dem BWK-Gelände doch noch für Wohnungen genutzt oder will man lieber einen Park in der Nähe des Bahnhofs bebauen?

Das sind die jetzt anstehenden Fragen, die mit der Verurteilung einer Brandstiftung noch nicht beantwortet sind. Die Integrationsaufgabe erfordert vielmehr, wie die Bürgerschaftsabgeordneten des Petitionsausschusses festgestellt haben, keine Konfrontationsstrategie, sondern Entscheidungen, die von einem möglichst breiten Konsens getragen werden.

Die BlumenthalerInnen, denen die Zukunft ihres Stadtteil etwas bedeutet, müssen daher der Beiratsmehrheit klar machen, dass sie keine polemischen parteipolitisch motivierten Attacken, sondern eine sachliche und nachhaltige Arbeit von den entsprechenden Ausschüssen und vom Beirat erwarten.


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Jäger und Überseher

#9 von Reinhard , 21.10.2015 13:36

Jäger und Überseher


Verbeamtete Rassistenjäger

Seit einiger Zeit kann man in Blumenthal wieder ruhig schlafen. Zumindest dann, wenn besorgte Bürgerinnen und Bürger bisher wegen einiger Postings, die es im Internet gegeben haen soll, in Unruhe gelebt haben. Dafür muss man einem Blumennthaler Beamten danken, der sich in einer Art Nebentätigkeit als versierter Facebookfan zum motivierten und erfahrenen Rassistenjäges in der virtuellen Welt gemacht hat. Inzwischen können sogar die Schwaneweder auf seine Arbeit vertrauen, da er sich dort bei einer geschlossenen Gruppe angemeldet hat. Auch dort muss man also auf sein Knowhow nicht mehr verzichten, sodass vielleicht nicht die reale, aber die virtuelle strafrechtliche Kontrolle anderer User zu erwarten ist. Und das ist wirklich erforderlich, denn er versucht sogar neue Postings schneller als Screenshots zu verewigen als sie die jeweiligen Administatoren löschen können.

Das quecksilbrige virtuelle Wild

Damit wird auch deutlich, worauf sich die Behauptungen von angeblichen geistigen Brandstiftern stützen. Anders als bei Inernetportalen wie dem von t-online, die zu brisanten Themen keine Meinungsäußerungen zulassen oder bei Zeitungen wie dem Weser-Kurier, der die Online-Leserbriefe vor einer Veröffentlichung zensiert, kann praktsch jeder seine Meinung oder auch einen nicht ernst gemeinten Tabubruch ins Netz stellen, auch wenn dabei gegen Gesetze verstoen wird, und bei Facebook einer mehr oder weniger interessierten Öffentlichkeit mitteilen. Dabei ist eine Kontrolle der Identität der Mitglieder kaum möglich, da es in Foren von über 1.000 Mitgliedern nicht immer leicht fällt, bei einigen Namen zu entscheiden, ob es sich um ein Pseudonym oder einen Klarnamen handelt und ob auch jeder seinen Namen wirklich korrekt angegeben hat und nicht als Fake unter dem Namen eines anderen seine dunkle Seite sprechen lässt.

Bei dieser Offenheit ist es sachlich unzulässig, von kurzzeitig lesbaren Postings auf eine Gruppenmeinung zu schließen, wie das kürzlich der Weser-Kurier versucht hat. Für die Gruppe werden ihre Administraoren aktiv, die verständlicherweise nicht minütlich neue Eintragungen sorgfätig prüfen und gegebenfalls löschen können. Schließlich übt nicht jeder einn Beruf aus, der einen ständigen Blick ins Internet erlaubt.

Das parteipolitische Kalkül der Jagdgesellschaft

Falls derartige Schlussfolgerungen dennoch gezogen und sogar in einer Resolution mit dem Brandanschlag auf eine gerade errichtete Flüchtlingsunterkunft in Blumenthal in Verbindung gebracht werden, lassen sich nur unter der Rubrik "Entgleisungen einer parteipolitischen Konfronatatinsstrategie" einordnen. Die Initiatoren nutzen dabei Vorurteile aus den Medien aus, die dort über die Postings politisch Andersdenkender im Internet verbreitet werden.

Während etwa die Beiratsmehrheit auf diesem verschlungenn Argumentationspfad in Postings, die kurzfristig einmal auf der Facebookseite einer Gruppe gestanden haben mag, auf gesitige Brandstiftung schließt, um die Gruppen offenbar zu diskreditieren und einzuschüchtern, scheint man andere Bedrohungen unserer demokratischen Rechtsordnung nicht kennen zu wollen.

Die Freiheit der "übersehenen" Agitatoren

Das gilt sogar dann, wenn sie ihre Aktionen exakt im Internet dokumentieren, mühsam gemalte Spruchbänder mit sich durch Blumenthal tragen und dort an mehreren Stellen Reden halten, die nachher sogar über das Internet verbreitet werden. Gemeint sind hier die Gruppen, die konspirativ agieren, indem sie Begriffe wie "Impressum" oder "Vorstand" nicht zu kennen scheinen und damit schon gegen die Rechtsordnung verstoßen. Das scheint einen einfachen und bedenklichen Grund zu haben. Diese Gruppen arbeiten mit konspirativen Methoden, weil sie vom Staatsschutz in Bremen beobachtet werden, der nicht glaubt, dass sie für eine demokratische Regierungsform stehen, wie sie das Grundgesetz vorsieht.

Das ist durchaus nachvollziehbar, da sich diese Gruppen nicht für ein friedliches Zusammenleben nach demokratischen Spielregeln stark machen, sondern ihre intolerante Meinung auch "kriegerisch" durchsetzen wollen.

Ein aktuelles Bespiel gab es für diesen Beitrag zur lokalen Diskussionskultur in Blumenthal Ende September, als die Antifa, was für "Antifaschismus" stehen soll, mit ihrem aus Italien geliehenen Ruf "Alerta Alerta Antifascista“ (Alarm, Alarm, Antifaschisten) mit Transparenten durch Blumenthal marschiert ist.

Damals wurde von dieser angeblichen Demonstration, die mehr den Charakter einer Prozession hatte, sehr wenig öffentlich bekannt. Das haben die Organisatoren jetzt nachgeholt, indem sie ihren Marsch im Internet geschildert, mit Fotos illustriert und mit dem Text einer Rede erläutert haben, die kaum ein Blumenthaler gehört haben dürte,

Ein Blick auf ein Transparent kann bereits schnell über den Geist dieser Gruppe
aufklären. "Keinen Frieden mit Deutchland. Den faschistischen Normalzustand angreifen!", heißt es da. Das lässt sich kaum anders als ein Kriegsaufruf gegen die soziale Ordnung in unserem Land interpretieren; denn dort soll "Faschismus" normal sein und einen "Krieg" nicht nur rechtfertigen, sondern verlangen, wie das Ausrufungszeichen am Ende besagt.

Dieser kreigerische Aufruf steht nicht allein. Auch der Text der ausgewählten Rede macht die ganze Feindseligkeit deutlich, die die Antifa auf ihre gefundenen "Opfer" konzentriert. Das Muster unterscheidet sich dabei nicht allzu deutlich von dem der oben beschriebenen Rassistenjäger. Es werden Behauptung und Unterstellungen aneiandergereiht, sodass ein tendenziöses Bild entsteht. So wird angeblich mit dem "Stadtteil Blumenthal ..inzwischen der Begriff „Rechte Hetze“ in Zusammenhang gestellt", gab es "ekelhafte rassistische Bürgerproteste", die im letzten Herbst zu Hochform aufgelaufen sind" und "Hetzen" "im Internet, auf der Straße und in den Ortsteilbeiräten .. organisierte Neonazis gemeinsam mit besorgten Bürgern und Parteimitgliedern von rechts außen bis weit hinein in die bürgerliche, politische Mitte".

Die besondere Sorgfalt, mit der diese "Tatschenbehautungen" recherchiert wurden, lässt sich an einem kleinen Beispiel aufzeigen. In der Rede sollte das Bild einer "rassistischen Stimmung" nachgewiesen werden. Dazu werden dann sogar Zahlen hergezogen, und zwar das Wahlerebnis zum Blumenthaler Ortsbeirat. Nur hat man dabei, vermutlich weil solche Details bei dem universellen Kreuzzug gegen einen "Faschismus" keine Bedeutung haben, die Resultate mit denen für die Bürgerschaftswahl verwechelt, bei der die Bürger in Wut und die AfD kandidiert haben, während das bei der Wahl zum Beirat nicht der Fall war. So haben dann angeblich 12 % für die Bürger in Wut gestimmt, während es tatsächlich gut 18 % waren. Oder liegt hier sogar ein beabsichtigter Fehler vor, da die "Neonazis" so häufig nun auch wieder nicht sein sollten?

Der Beirat und die politische Verleumdung Blumenthals

Damit fand bei dieser Demonstration das statt, was die Rassistenjäger anderen "geistigen Brandstiftern so gern unterstellen. Nur wurde diese "Hetze" gegen zwei politische Gruppierngen, die CDU und die Bürger in Wut, und mindestens ein Fünftel der Wähler nicht in die Resolution der Beiratsmehrheit aufgenommen.

Bei dieser Unleichbehandlung stellt sich die Frage nach dem Warum. Findet man die Antwort vielleicht bei dem Verhalten der NDR-Innenpolitik-Chefin und Moderatorin Anja Reschke. Die hat Günther Jauch auf die Frage, ob nicht so genannte "linke Ausgrenzer" genauso gefährlich sind wie die ganz Rechten geantwortet. sie wisse nicht, was linke Ausgrenzer sein sollen, aber auf jeden Fall finde sie das nicht.

Die Blumenthaler Beiratsmehrheit scheint damit im Einklang mit den Medien zu stehen: Wenn man mit Logik und Wahrheit offenbar niemanden für seine Form einer Flüchtlingspolitik gewinnen kann, versucht man es mit der Dämonisierung der Bürger, die Sachfragen ansprechen wollen, wie das in einer demokratischen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein sollte.


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Blumenthaler Wesen

#10 von Reinhard , 09.11.2015 19:51

Blumenthaler Wesen


In der letzten Birtssitzung hat eine Mehrheit einen älteren Antrag der SPD-Fraktion, nachdem man ihn sprachlich und orthographisch überbeitet hatte, als gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, Grünen, Linken und FDP beschlossen, womit die Bürger in Wut deutlich ausgegrenzt wurden.

Das war auch vermutlich das Ziel dieser Aktion, da die Wutbürger selbst einen ähnlichen Antrag formuliert hatten, der inhaltlich sehr ähnlich war und ist, aber eine zusätzliche Aussage enthält.

So sieht es auf def formalen Ebene aus. Doch worum geht es inhaltich?

Der Gemeinschaftsantrag enthält

a) Verurteilung des Brandanschlags am Kreinsloger und stellt

b) einen Zusammenhang her, zwischen den Aktivitäten sogenannter "geistiger Brandstifter" im Internet und einem Klima, das angeblich zu Straftaten gegen Flüchtlinge führen soll.

Mit ihrem Antrag deckten die fünf Fraktionen weitgehend die Position der Wutbürger ab, sodass eine gemeinsame Ablehnung der Brandstiftung durch alle politischen Repräsentanten Blumenthals nicht unmögch schien. Eine einvernehmliche Stellungnahme hätte vermutlich eine klare, überzeugende Stellungnahme der Blumenthaler Politik in der Öffentlichkeit bedeutet und gleichzeitig die Mitte November 2014 begonnene Konfrontationspolitik in Blumenthal beendet.

Das wollten jedoch offenbar die Vertreter des Gemeinschaftsantrages nicht; sodass die Wutbürger den dritten Teil ihres Antrags jetzt wieder dem Beirat zur Diskussion und zur Abstimmung vorlegen Darin wird die Kritik an den angeblich rechts verorteten "geistigen Brandstiftern" durch

c) eine Distanzierung sowohl von "radikalen Formationen der rechten als auch der linken Szene" gefordert wird und erklärt, dass Blumenthal "gewaltbereiten Organisationen keinen Boden" zur Verfügung stellen will.

Wenn man einmal von einigen sprachlichen Feinheiten absieht, dürfte nichts gegen diese Position sprechen, da sie sich ganz im Rahmen unserer Verfassung und des Strafgesetzbuchs bewegt. Nur wer rechte Gewalt schlecht und linke gut findet, wird Schwierigkeiten haben, die eigene selektive Wahrnehmung hinter einigen Sprachfloskeln zu verstecken oder den Antrag durch seine Stimmenzahl praktisch ohne Diskussion in den Papierkorb zu verbannen.

Damit haben sich die Mehrheitsparteien in eine Position manövriert, die sie für die Wutbürger in ähnlicher Form bereits im Oktober vorgesehen hatten. Man wollte keinen Abbau der parteipolitiscen Spannungen in Blumenthal, sondern die eigene Stärke im Beirat dazu nutzen, die BiW völlig auszugrenzen und sie mehr der weniger deutlich als "geistige Brandstifter" zu diskreditieren. Da passte offenbar eine Kritik an den fragwürdigen Aussagen von Antifa-Plakaten und -Rednern nicht ins gewünschte Bild und wurde deswegen "vergessen".

Das war das Ergebnis der Abstimmung, das jedoch offensichtlich dem Ortsamt nicht ausreichte. Dort war man von der politischen Qualität und Aussagefähigkeit dieses Textes gegen Gefahren aus dem Internet so überzeugt, dass der Beschluss des Blumenthaler Beiart sich auf den Facebookseiten der SPD-Fraktion seit dem 15. 10. 2015 und des Ortsamtsleiters in einen "Aufruf gegen Fremdenfeindlichkeit" verwandelte.

Der Erfolg dieser diesjährigen Sternstunde bieb bisher sehr überschaubar, wenn man die Anzahl der individuellen Unterzeichner betrachtet. Zwischen Mitte Oktober und heute haben etwa 55 Personen und Institutionen unterschrieben. Dabei bleibt völlig offen, ob z.B. ein "Begleitausschuss Partnerschaft für Demokratie" oder die "Stadtteilschule Bremen-Nord e.V", zu der Erklärung legitimiert ist: "Wir treten den geistigen Brandstiftern entschieden entgegen, die vor allem in den Sozialen Medien ihr Unwesen treiben, die mit rassistischen Äußerungen, mit übertriebenen und falschen Informationen sowie zum Teil auch gefälschten, Stimmung machenden Berichten, aufzuhetzen versuchen".

Offensichtich wollten hier die Initiatoren mehr tun als ihr politisches Pflichtprogramm. Ihr einstimmiger Beiratsbeschluss hat ihnen anscheinend so gut gefallen, dass sie ihn nicht ergänzen und versöhnlicher formulieren wollten. Gerade diese sprachliche Konfrontation sollte und musste e sein!

Das lässt an die Worte des Kaisers Wilhelms II. denken, der bei einem Festmahl für die Provinz Westfalen am 31.08.1907 im Landesmuseum Münster formulierte: "Am deutschen Wesen mag die Welt genesen". Offenbar soll jetzt von Blumenthal aus ein ähnliches Signal in die Welt gehen.

Haben sich vielleicht die Autoren des Antrages, der in einen Aufruf verwandelt wurde, tatsächlich so gedacht? Eigentlich muss schon eine starke innere Überzeugung zu der Aktion des Blumenthaler Ortamtes geführt haben, denn rein zahlenmäßig war sie eher ein Flop, wenn man die Zahl der Unterschriften, die kaum mehr als 50 betragen mit den 1.821 aktuellen Mitgliedern der Facebookgruppe "Rekumer Str.12 - Nicht mit uns" und mit den von dieser Grupppe dem Petitionsausschuss der Bürgerschaft vorgelegten Unterschriften vergleicht.

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Blumenthals Weg in die politische Polarisierung

#11 von Reinhard , 29.03.2016 14:19

Blumenthals Weg in die politische Polarisierung

Die Errichtung einer intensivpädagogischen Einrichung für männliche Jugendliche in einem Wohngebiet, die als Mehrfachstraftäter unter den nach Bremen gekommenen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen der Polizei aufgefallen waren, hatte das politische Klima in Blumenthal verändert. Daher mussten sich die Blumenthaler Politiker mit dieser neuen Lage auseinandersetzen und ein Konzept für die Zukunft ihres Stadtteils entwickeln.

Mit dieser Situation beschäftigt sich ein neuer Blog-Artikel, dessen Titel „Blumenthals Weg in die politische Polarisierung“ bereits aufzeigt, wie sich die Mehrheit der Blumenthaler Politiker im Ortsamt und Beirat entschieden hat.

Dabei ist diese Diskriminierungs- und Polarisierungssstrategie, wie der Beitrag aufzeigt, keine notwendige Folge der Rahmenbedingungen in Deutschland oder neuer gravierender Ereignisse in Blumenthal. Auch haben keine heftigen Sachdiskussionen schwierige Konflikte ausgelöst.

Der Artikel kann sich vielmehr auf die Auswertung von Dokumenten beschränken, wozu vor allem genehmigte Beiratsprotokolle und Screenshots von Internetdiskussionen zählen. So wird eine wachsende Polarisierung weitgehend an der Wortwahl von Resolutionen und Erklärungen des Ortsbeirats sichtbar .

Das chronologisch geordnete Mosaik von Episoden, die den Weg dieser im Mai 2015 gewählten neuen Vertretung der Blumenthaler Bürger darstellen, macht deutlich, wie aus kleinen Textbausteinen, die sich möglicherweise noch unterschiedlich interpretieren lassen, in der Zusammenschau ein Bild entsteht, das auf eine klare Motivation und Zielsetzung zumindest bei einigen Akteuren hinweist.

Bekenntnisse, wie man sie in einigen Internetpostings findet, erlauben dabei sogar Einblicke in den mentalen Hintergrund und können dadurch sogar die objektiven Dokumente durch individuelle Schilderungen psychischer Befindlichkeiten erklären.

Insgesamt wird kaum ein Leser des Artikels die Selbsteinschätzung des Blumenthaler Beirats teilen, der mit Mehrheit beschlossen hat, dass man seine Mitbürger als „"braunen Haufen", "geistige Brandstifter" oder "rechtes Gesocks" bezeichnen und sich gleichzeitig für „fair und menschenfreundlich" halten kann.

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"Informationen zum Sattelhof"

#12 von Lola , 17.10.2016 10:09

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1459057.html

Zitat
Informationen zum Sattelhof fehlen
Volker Kölling 17.09.2016 0 Kommentare

Blumenthal. Was tut sich rund um den Sattelhof als neuer Unterbringungsmöglichkeit für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge? Im Blumenthaler Beirat scheiterte ein Dringlichkeitsantrag zu dem Thema am Votum der SPD-Mehrheitsfraktion. Ralf Schwarz hatte vorher für die CDU ausgeführt, in der Sache sei es verschlafen worden, die Öffentlichkeit mitzunehmen. Ortsamtsleiter Peter Nowack hielt er vor, als einziger im Beirat vom Sozialressort über den Stand des Projektes informiert gewesen zu sein und diese Informationen bewusst für sich behalten zu haben. Immerhin werde die Information der Öffentlichkeit nun ja am 17. Oktober in einer öffentlichen Informationsveranstaltung durch das Sozialressort nachgeholt. Reinhold Koch von den Grünen äußerte sich verwundert darüber, dass am Sattelhof schon gebaut werde. Letztlich setzte sich Beiratssprecherin Ute Reimers-Bruns mit der SPD-Ansicht durch, das Thema nicht breit zu diskutieren. Man solle nicht zum jetzigen Zeitpunkt ohne ausreichende Information „auf das Projekt drauf dreschen".
Zitat Ende


http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1461295.html
Zitat

Umbau des Sattelhofes in Blumenthal
Freizeitheim wird Flüchtlingsheim

GABRIELA KELLER 21.09.2016 3 Kommentare

Jahrelang stand der Sattelhof in Blumenthal leer und verlassen. Jetzt tut sich was im Haus. Im ehemaligen Jugendfreizeitheim sind Vorarbeiten für den Einzug von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen angelaufen.

Im ehemaligen Jugendfreizeitheim sind Vorarbeiten für den Einzug von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen angelaufen. Derzeit werden Schadstoffe entfernt. (Andreas Kalka)



Die Akademie Kannenberg will mit einer Betreuungseinrichtung einziehen. Dazu wird der Sattelhof umgebaut. „Für den Umbau haben wir zwar noch keine Baugenehmigung“, so Peter Schulz von der städtischen Liegenschaftsverwalterin Immobilien Bremen (IB). Bei den aktuellen Arbeiten handelt es sich nach seinen Worten zunächst um Schadstoffsanierungen. „An mehreren Stellen im Haus sind künstliche Mineralfasern, geringfügige Spuren von PCB und Asbest gefunden worden. Die müssen fachgerecht entsorgt werden.“ Das sei ein „sehr umfangreiches und zeitaufwendiges Verfahren“. Die Ausschreibungen für den Umbau sind laut Schulz gelaufen, erste Aufträge vergeben. Bei Immobilien Bremen wartet man jetzt auf die Baugenehmigung. „Wir hoffen, in der kommenden Woche mit den eigentlichen Umbauarbeiten loslegen zu können. Aber das steht noch unter großem Vorbehalt."
Zitat Ende

Das Objekt war in der Vergangenheit u.a. ein Jugendfreizeitheim und offenbar haben die Schadstoffe niemanden weiter interessiert, oder?

Es gibt auch Leserkommentare unter dem online Artikel, aus der die Sorge um die Kosten herauszulesen ist, sowie auch eine Portion Bitterkeit in Bezug auf die Jugendlichen die ihren Lebensmittelpunkt in Blumenthal haben, denen als Nicht-Vereinsmitgliedern die Nutzung der Anlage Burgwall verwehrt ist, weil es offenbar nur zahlenden Mitgliedern gestattet ist, dort zu trainieren, weil nicht jeder die Kosten für den Vereinsbeitrag aufbringen kann. Die Spaltung der Gesellschaft wird durch solche Aktivitäten und Entscheidungen nicht vermieden, sondern vorangetrieben, oder?

Vor nicht langer Zeit hatte ich einen Beitrag von einem jungen Mann aus einem Land in Afrika, der mir seine Mobilfunk Nummer mitgeteilt hat, die ich an den Manager von Werder Bremen weiterleiten sollte.
Ich habe diesen Facebook-Beitrag leider gelöscht, weil ich nichts damit anfangen konnte. Offenbar werden in den Ländern Afrikas gerade die Wünsche und Vorstellungen geweckt über den "Fußball" an das große Geld zu kommen.

Eine sehr ungesunde Entwicklung, denn die Jugendlichen konzentrieren sich nicht mehr auf ihr eigenes Land, sondern sie folgen dem €-Zeichen.
Die Leute dort verfolgen über das Internet die Fußballspiele und Ergebnisse der Bundesliga und kennen auch Spieler und Clubs vom Namen her. Das war 2007 schon.


Lola  
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zuletzt bearbeitet 17.10.2016 | Top

   

" Soziale Brennpunkte im Bremer Norden"
"Lüssumer Heide: Anwohner fühlen sich dort nicht mehr wohl"

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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