Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Frauen auf der BWK

#1 von Reinhard , 18.02.2015 13:57

Vorfreude

Der Förderverein Kämmereimuseum unter seinem Vorsitzenden Detlef Gorn gönnt sich keine Verschnaufpause. Nach der Ausstellung „Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus" die in Blumenthal und Bremen viel Aufmerksamkeit fand, wird auch für dieses Jahr ein ähnliches Event vorbereitet. Dabei sollen die Frauen in der BWK im Mittelpunkt stehen.

Neben dem Hauptthema „Frauen auf der BWK - Eine bebilderte Zeitreise über mehrere Jahrzehnte Frauenarbeit auf der BWK“ steht Anneliese Sendler im Fokus, über die der Verein Fotoalben erhalten hat, die ihr Leben während der Kriegsjahre dokumentieren. Der Arbeitstitel lautet hier „Kriegsjahre in Blumenthal: eine behütetet Jugend zwischen BWK und Blumenthaler Aue“.

Ebenfalls wird erneut eine kleine Vortragsreihe zur Ausstellungsthematik vorbereitet.

Wie diese appetitanregenden ersten Hinweise und veröffentlichte Fotos erkennen lassen, sind damit in diesem Jahr eindrucksvolle Einblicke in das Berufsleben von Frauen in einer Zeit, als es noch keine Gleichberechtigung gab, und in das „normale“ Leben während der NS- und Kriegsjahre zu erwarten.

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Kombi-Angebot

#2 von Reinhard , 08.03.2015 10:29

Kombi-Angebot

Der unter seinem Vorsitzenden Detlef Gorn sehr aktive Förderverein Kämmereimuseum setzt sich nicht nur nach Kräften für ein BWK-Museum in Blumenthal ein, sondern engagiert sich auch generell für eine positive Entwicklung und Wahrnehmung von Bremens nördlichem Stadtteil. Letzte Beispiele hiefür sind die Vorschläge für Straßennamen auf dem BWK-Gelände und vor allem die Veranstaltung „Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus" im letzten August. Gerade diese Ausstellung einschließlich der begleitenden Vortragsreihe, die auf eine breite Resonanz bei Besuchern und Medien gestoßen ist, dürfte einen wichtigen Betrag für ein positives Image Blumenthals geleistet haben, nachdem der Stadtteil zuvor durch einen Beiratsbeschluss in eine fragwürdige Position geraten war.

Diese Aktivitäten will der Kämmereiverein in diesem Jahr fortsetzen. Dazu soll eine ähnliche Veranstaltungsreihe wie im Vorjahr dienen, wobei diesmal das Leben der Frauen auf der BWK im Mittelpunkt stehen wird. Grundlage dafür sind acht private Fotoalben sowie weitere Fotos, die Heinrich Sendler gemacht hat, der in der Wollkämmerei als technischer Zeichner gearbeitet und gleichzeitig sein künstlerisches Talent als Werksfotograf unter Beweis gestellt hat.

Auch diese Ausstellung wird wieder durch den ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder vorbereitet und durchgeführt. Daneben fallen jedoch externe Kosten an, so für die Vergrößerungen der Fotos, Vortragshonorare und für die Durchführung eines Empfangs. Hierfür hat der Förderverein jetzt einen Zuschuss aus den Globalmitteln beantragt, über deren Vergabe der Blumenthaler Beirat entscheiden kann.

Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Summe, die die Eigenmittel des Vereins ergänzen soll. Nach dem Antrag bekäme Blumenthal somit für etwa ein Fünftel der Gesamtausgaben die gesamte Veranstaltungsreihe.

Und nicht nur das! In einem Brief an die Beiratsmitglieder hat der Vereinsvorsitzende ein ganz besonderes Angebot gemacht. Falls die Mittel bewilligt werden, erhält Blumenthal nicht nur die Veranstaltungsreihe „Frauen auf der BWK“ als kulturelles Event. Der Verein will vielmehr gemeinsam mit einer zukünftigen Blumenthaler Willkommensinitiative einen "Historischen Rundgang für Flüchtlinge" „ausarbeiten und anbieten.“ Dabei will der Kämmereiverein u.a. auf seinen breiten fotografischen Fundus beispielsweise zur Historischen Achse für einen Erläuterungstext zurückgreifen.

Mit einer Zustimmung zu diesem Kombi-Angebot können die Beiratsmitglieder damit viel für ihren Stadtteil tun; denn sie können sich für konkret geplante Aktivitäten für die Alt- und Neubürger entscheiden, wodurch Blumenthal gleichzeitig positiv auf sich aufmerksam machen kann.


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BWK-Kämmereiverein präsentiert die Vergangenheit der BWK und des Ortsteil Bumenthal

#3 von Reinhard , 03.08.2015 19:41

BWK-Kämmereiverein präsentiert die Vergangenheit der BWK und des Ortsteils Bumenthal

Nach dem Erfolg im vorigen Jahr setzt der BWK-Kämmereiverein seine damals gelungene Konzeption von Fotoausstellung und Vortragsreihe fort. Dabei beweist die Präsentation der Bilder, die Heinrich Sendler, der früher als technischer Zeichner für die BWK gearbeitet hat und der damals als begeisterter Hobbyfotograf sein Unternehmen vor die Linse gebracht hat, von seiner Tochter Anneliese geschossen hat, die Liebe zu seiner Tochter Anneliese.

Näheres zur Fotoausstellung und zu zwei ergänzenden Vorträgen findet man in einer Sonderausgabe der "Einblicke", die vom Förderverein Kämmereimuseum Blumenthal herausgegeben und vom Vorsitzenden, Herrn Detlef Gorn, verfasst wird.


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Ergänzung mit Aktualitätsbonus

#4 von Reinhard , 04.08.2015 12:40

Ergänzung mit Aktualitätsbonus

Der Vorsitzende des Fördervereins Kämmereimuseum, Herr Gorn, konnte für die Veranstaltung "Frauen auf der BWK" Referentinnen aus der "Bremer Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau" und der Bremer Arbeitnehmerkammer gewinnen. Dabei handelt es sich mit Esther Schröder von der ZGF und um Ulrike Reimann um ausgewiesene Fachkräfte im Bereich "Frauen in Arbeit und Wirtschaft". Es sind fachlich ausgewiesene Vertreterinnen, die sich bereits aufgrund ihrer beruflichen Funktion mit der Gleichberechtigung von Frauen in den Bremer Unternehmen beschäftigen.

Dabei kann man schon jetzt mit ein bisschen Spannung darauf warten, ob die Vorträge auch die letzten Tage der BWK ansprechen, als z.B. Heide Hübner zur Handlungsbevollmächtigen aufgestiegen war. Frau Hübner war damit neben Karin Goletz in der Wollhandelsabteilung ein zweites Beispiel über Frauen in leitenden Funkionen der BWK (Quelle: Sir Charles, Heft 13 aus dem Jahr 1990, S.4.) Ansätze zum beruflichen Aufstieg waren 1990 zwar vorhanden, aber sogar in einem Unternehmen mit zahlreichen Mitarbeiterinnen und nicht wenigen Endkundinnen in einer sehr ausbaubedürftigen Größenordnung. Aber das in diesem Zusammenhang und an dieser Stelle nur als Randbemerkung.

Konkret referieren die beiden Frauen aus dem ZGF und aus der Arbeitnehmerkammer über:

18. August um 11 Uhr

Dr. Esther Schröder, Frauen am Bremer Arbeitsmarkt.

Darauf folgt:

20. August um 19 Uhr

Bärbel Reimann, Arbeitsplätze und was noch? Angebote von Unternehmen für Frauen heute im Land Bremen.


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Es geht los!

#5 von Reinhard , 17.08.2015 14:24

Es geht los!

Heute werden die Fotos von Anneliese Sendler "sprechen"; denn ihre Tochter Margot Körber berichtet um 17 Uhr im Rahmen der Ausstellung "Frauen auf der BWK" über das Leben ihrer Mutter und ihres Großvaters, der für diesen fotografischen Schatz mit seiner Kamera gesorgt hat.

Die Fotoausstellung selbst ist bereits ab 14 Uhr in der ehemaligen Blumenthaler Bücherei an der Landrat-Christians-Str. 109 geöffnet. Eine mögliche Wartezeit bis zum Beginn des Vortrags wird durch ein Video über Anneliese Sendler verkürzt, das non stop läuft.

Einige Fotos als Appetithappen findet man bereits auf der Facebookseite des Veranstalters bzw. seines Vorsitzenden.

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RE: Es geht los!

#6 von Lola2 , 18.08.2015 09:10

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1189036.html

Zitat
Frauen auf der BWK: Margot Körber erinnert sich an das Leben ihrer Mutter Anneliese Sendler
Persönliche Stadtteil-Geschichte
Ulf Buschmann 18.08.2015 0 Kommentare

Es war eine Liebe zwischen Schweißwolle und Kammzug. Anneliese Sendler arbeitete im Büro der Bremer Woll-Kämmerei (BWK). Der junge Helmut Zimmer war Kammmeister – eine der wichtigsten Tätigkeiten in der Produktion. Irgendwann trafen sie sich, und das nicht nur während der Arbeit. Anneliese Sendler und Helmut Zimmer verliebten sich ineinander. Aus der Ehe sind die Kinder Margot und Helmut hervorgegangen.
Zitat Ende

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Nachschläge zur Ausstellung

#7 von Reinhard , 29.08.2015 09:26

Nachschläge zur Ausstellung

Die Ausstellung „Frauen auf der BWK“, die der Förderverein Kämmereimuseum unter seinem Vorsitzenden Detlef Gorn im August dieses Jahres den Blumenthalern und anderen Interessierten angeboten hat, ist Anfang dieser Woche zu Ende gegangen. Sie ist also jetzt Erinnerung, zu der auch die Beiträge in der Lokalpresse gehören, die informativ und lobend über dieses weitere Arbeitsergebnis des sehr aktiven Kämmereivereins berichtet haben. Dazu gehören die Artikel „Unverzichtbare Frauen“ von Regina Drieling, „Idylle – selbst zu Zeiten des Krieges?“ von Albrecht-Joachim Bahr, "Persönliche Stadtteil-Geschichte" von Ulf Buschmann und "Im Wechsel der Zeiten. Fotodokumentation über Frauenarbeit bei der Bremer Wollkämmerei" von Doris Friedrichs.

Mit dieser Ausstellung hat der Kämmereiverein eine fast vergessene Tradition aufgegriffen, die er selbst im Vorjahr unter dem Thema „Die Bremer Woll-Kämmerei in der Zeit des Nationalsozialismus" wiederbelebt hat.

Alte Blumenthaler Zeiten

Gerade der Veranstaltungsraum, die alte Blumenthaler Stadtbibliothek, weist auf diesen alten Anknüpfungspunkt besonders hin. Von diesem Gebäude konnte 1972 der Blumenthaler Historiker Ulf Fiedler im damaligen Nord-Kurier berichten, dass hier in rund zwanzig Jahren 400 kulturelle Veranstaltungen mit 45.000 Besuchern stattgefunden hatten. Davon waren allein 300 zu einem Vortrag von Golo Mann gekommen, in dem sich der Sohn mit seinem Vater Thomas Mann beschäftigt hat.

Als der unermüdliche Organisator dieses so erfolgreichen Kulturprogramms, der Diplom-Bibliothekar Gerhard Goecke, 1976 in seinen Ruhestand ging, konnte er für den Zeitraum seit dem Beginn seiner Blumenthaler Zeit im Jahr 1952 sogar von 51.000 Besuchern sprechen.

Das aufgeschlossene Blumenthaler Publikum

Ein besonderes Interesse an diesem kulturellen Austausch in der Blumenthaler Stadtbibliothek gab es nicht nur auf der Seite des Publikums, sondern auch bei den Vortragenden, wenn der Schriftsteller Edzard Schaper nach seiner Lesung über sein aufgeschlossenes Publikum ins Gästebuch schrieb: „Es war eine Ehre, den dreihundertsten Vortrag in Blumenthal zu halten und eine große Freude, vor diesem so einsichtig reagierenden Publikum sprechen zu dürfen“.

Aktuelle Chancen

Dieses Vierteljahrhundert eines kulturellen Mittelpunktes in Blumenthal mit einem kräftigen Ausstrahlungseffekt in den gesamten Bremer Norden gibt es inzwischen nicht mehr. Der Spiritus rector, ohne dessen besonderen Einsatz dieses Programm nicht zustande gekommen wäre, fehlt ebenso wie die von Bremen verkaufte Immobilie.

Wie jedoch die Ausstellungen des Kämmereivereins in diesem und im letzten Jahr bewiesen haben, gibt es weiterhin ein Publikum für Veranstaltungen mit historischem oder kulturellem Bezug, also etwa Fotoausstellungen und zeitgeschichtliche Vorträge. Auch kommen vom Förderverein Kämmereimuseum und vor allem seinem Vorsitzenden die notwendigen Impulse.

Es fehlt damit vor allem eine Immobilie mit geeigneten Räumen, da sich im Gebäude der ehemaligen Stadtbibliothek heute Künstlerateliers befinden, sodass es für andere Veranstaltungen nur sehr bedingt zur Verfügung steht.

Diese Lücke kann ein kulturelles Zentrum in einem der BWK-Gebäude an der "Historischen Achse" schließen, wie es der Blumenthaler Beirat beschlossen hat. Nur besteht hier das bekannte Problem, dass in der Politik nicht immer wortreiche Erklärungen mit konkreten Maßnahmen zusammenfallen, zumal das ständig angeblich fehlende Geld eine hilfreiche Begründung für Versäumnisse beim ein nachdrücklichen Verfolgen von Zielen ist.

Kultur als "weicher" Standortfaktor

Dabei muss man in diesem Fall ein kulturelles Projekt nicht einmal als weniger wichtige wünschenswerte, aber nicht notwendige Ergänzung zu einer angestrebten Schaffung von Arbeitsplätzen sehen. Ein Stadtteil wie Blumenthal braucht, wenn er ein attraktiver Standort für Wohnungen und Arbeitplätze sein will, auch gute "weiche" Standortfaktoren. Dafür bietet das BWK-Gelände hervorragende Voraussetzungen, wenn in den denkmalgeschützten Gebäuden aus der BWK-Zeit und in architektonisch passenden baulichen Ergänzungen auf den Flächen der abgerissenen ebenerdigen Hallen sportliche, kulturelle und gastronomische Freizeiteinrichtungen entstehen, die die Attraktivität des Stadtteils insgesamt steigern.

BWK und BWK-Museum als identitätsstiftende Einrichtungen

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Bewahrung der historischen Identität Blumenthals, das durch die ehemalige Woll-Kämmerei geprägt ist und noch immer wird. Hier kann ein BWK-Museum diesen Bezug dokumentieren, da ein Unternehmen von der Größe der BWK immer auch zeitgeschichtliche Entwicklungen widerspiegelt.

Wenn also Blumenthal wieder ein kulturelles Zentrum haben soll, um seinen Einwohnern eine größere Identität zu geben und ihre Integration zu erhalten, kann man nur hoffen, dass die Ideen des Fördervereins und der Blumenthaler Beiratsmitglieder auch von der Stadt und vom Land Bremen aufgegriffen werden.

Von Fotos zur Zeitgeschichte

Solange die Präsentationsformen des Fördervereins Kämmereimuseum räumlich und vor allem auch zeitlich begrenzt sind, können ihre Aussagen durch Beiträge im Internet ergänzt werden. Hier bestehen diese Einschränkungen der realen Welt zumindest nicht.

Diese Brücke zwischen der Fotoausstellung "Frauen auf der BWK" und der Entwicklung der Frauenrechte in Deutschland, Bremen und speziell in der Wollkämmerei versucht exemplarisch ein Blogartikel zu schlagen.


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zuletzt bearbeitet 29.08.2015 | Top

   

Tag des offenen Denkmals
Ausstellung: BWK in der NS-Zeit

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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