Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Auf dem Weg zum BWK-Museum

#1 von Reinhard , 30.12.2014 18:53

Von Beispielen kann man immer lernen!

Schon bisher gab es einen Blogartikel über Kämmereimuseen, der sogar besonders viele Leser angesprochen hat. Nur besitzt er den Nachteil, dass ähnliche Themen vor allem durch die Gesamtüberschrift verbunden sind.

Das ist jetzt anders geworden. Ein Teil des alten Artikel wurde durch den Abschnitt „Wollmuseen weltweit“ ergänzt und neu unter dem Titel „Ein wichtiger Teil der Wirtschafts- und Industriegeschichte: Museen über Kämmereien, Tuchfabriken und andere Textilunternehmen“ ins Netz gestellt ( http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...xtilmuseen.html ).

Das ist allerdings nur der eher formale Hintergrund. Besonderes Interesse sollte vor allem der Teil über das National Wool Museum im australischen Geelong verdienen. Und das nicht nur, weil Blumenthal sicherlich ein leicht gespaltenes Verhältnis zu dieser Großstadt im Bundesstaat Victoria haben dürfte, da hier die BWK mit der teuren Neugründung einer Wollkämmerei gescheitert ist.

Wenn man ein eigenes BWK-Museum nicht aus den Augen verliert, kann gerade dieses Museum wie auch die anderen gute Anregungen geben. Das gilt nicht zuletzt für die Realisierung eines virtuellen Museums; denn die Museumsleute in Geelong haben bereits über 7.000 ihrer Objekte mit einem Foto und kurzem Kommentar online gestellt. Zudem bieten sie den besonders interessierten Lesern die Möglichkeit, bei Fragen über eine Eingabefolie unmittelbar an den Sammler des jeweiligen Objekts zu mailen.

Andere Wollmuseen haben sich vorrangig darüber Gedanken gemacht, wie sich ein möglichst breites Publikum ansprechen lässt.

Auch wenn sich vieles zwangsläufig vieles nicht auf Blumenthal übertagen lässt, liefern die weltweit betrachteten Museen nicht nur Reisetipps, sondern eben auch Denkanstöße für ein konkretes BWK-Museum.

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Über Währungsreform und Wirtschaftswunder

#2 von Reinhard , 04.05.2015 16:38

Über Währungsreform und Wirtschaftswunder

Die frühe Nachkriegszeit ist gegenwärtig ein öffentliches Thema. Dabei muss die Geschichte der BWK nicht ausgespart bleiben. Das belegt ein neuer Blogartikel über den Zeitraum 1948 bis 1967, also die Zeit zwischen dem Beginn des ersten Geschäftsjahres nach dem Zweiten Weltkrieg und der ersten Nachkriegsrezession, die gleichzeitig mit dem Beginn zahlreicher soziokultureller Veränderungen zusammenfällt. Das gilt nicht zuletzt im Modebereich für den Siegeszug der Jeans.

Dank der Sammelarbeit des Fördervereins Kämmereimuseum und der Zeitungsarchive von Hamburger Abendblatt und Weser-Kurier konnte damit eine weitere Lücke in einer geplanten Darstellung der Geschichte der BWK geschlossen werden.

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Die Chancen zurückliegender Fehler

#3 von Reinhard , 10.05.2015 10:06

Die Chancen zurückliegender Fehler

Das lange Siechtum und das schließliche Ende der BWK liegen schon Jahre zurück. Der jetzige Versuch, nach den Ursachen und möglichen Alternatven zu suchen, wie er jetzt in enem Blogartikel unternommen wird, ist daher einerseits von historischem Interesse.

Andererseits wird unter der Überschrift „Lieb und teuer: der Kämmereistandort Blumenthal. Kritische Fakten und die Sicht der Werkszeitung „Sir Charles“" jedoch auf Gefahren hingewiesen, die Entscheidungsträger immer wieder machen. Man sollte daher frühzeitig auf derartige Denkfallen achten, um sie vermeiden zu können. Dabei kommt es nicht zuletzt darauf an, sich rechtzeitig von eingefahrenen Routinen zu trennen und etwas Neues in Angriff zu nehmen, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Das galt im Hinblick auf industrielle Standortbedingungen zur Zeit der Schließung des Blumenthaler Werks vor sechs Jahen, noch mehr jedoch heute. Das menschliche Denken kann schlafen, die ökonomische Entwicklung jedoch nicht!

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"Sir Charles" soll zurück aufs BWK-Gelände....Die Norddeutsche

#4 von Lola2 , 09.07.2015 07:29

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1163090.html

Zitat
Wahrzeichen der Wollproduktion muss dem Umbau der zentralen Blumenthaler Kreuzung Platz machen
„Sir Charles“ soll zurück aufs BWK-Gelände
Iris Messerschmidt 09.07.2015 0 Kommentare

„Da müssen wir erst einmal die Besitzverhältnisse klären.“ Rainer Imholze vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr richtet seinen Blick auf den Steinwidder, der auf dem Gelände vor dem Blumenthaler Bahnhof steht. Eine dichte Hecke mit spitzen Dornen bewacht den Schafsbock, der an die Ära der Bremer Woll-Kämmerei (BWK) erinnert.

„Den Blumenthaler Kollegen von den Deutschen Wollkämmerern“ und 1932 steht auf dem Bronzeschild, das durch den Bewuchs davor kaum noch zu sehen ist. „Der Schafsbock war mal weiß und ein richtiger Blickfang“, macht Detlef Gorn vom Förderverein Kämmereimuseum klar. Sein Wunsch: Der Steinwidder soll an seinen alten Platz zurückkehren, auf das BWK-Gelände.
Zitat Ende

...er sollte vor allem sicher vor Zerstörung stehen und als Wahrzeichen trotzdem gut sichtbar wahrgenommen werden.

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Schaumwein oder Champagner?

#5 von Reinhard , 23.01.2016 12:29

Schaumwein oder Champagner?

Wichtige Einblick in die Bremer Industriepolitik erhält man nicht zwangsläufig aus den Reden, die hochrangige Entscheidungsträger halten, wenn erste Spatenstiche erfolgen oder ein aufwändig restaurierter Straßenabschnitt wie die Historische Achse auf dem BWK-Gelände für die Öffentlichkeit freigegeben wird. Manchmal findet man hintergründige Informationen auch in großflächigen Werbeanzeigen, wie sie die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) am letzten Mittwoch im BLV ganzseitig veröffentlicht hat.

Unter der Überschrift „Gewerbegebiet BWK/ Vulkan“ findet man dort die Anzeigen von Firmen, die sich offenbar angesiedelt haben. Dazu gehören im ehemaligen BWK-Bereich als bereits alte Bekannte der Partyservice und das Lackierzentrum.

Zusätzlich füllen drei eigene Anzeigen des Wochenblattes die Seite.

Geworben wird vorrangig mit einer offensichtlichen Fotomontage des Gewerbegebiets, das entgegen dem Eindruck, den reale Passanten dort gewinnen, nicht aus gepflasterten Freiflächen zu bestehen scheint, sondern bis zum letzten Quadratmeter als Lagerfläche für Raumelemente genutzt zu werden, die sich auch bei einer maximalen Vergrößerung nicht unbedingt als Pkws identifizieren lassen.

Wie dem auch sei! Die biedere Anzeige spricht nicht unbedingt für ein gelungenes Konzept, für sich mit begeisterten Testimonials von Kunden werben lässt.

Das kann man als einen Beleg für das Scheitern einer Planung ansehen, die hier im Forum und Blog als bedenklicher Nutzungskonflikt und suboptimale Verwendung eines Filetstücks auf dem Immobilienmarkt herausgestellt wurde.

Lässt sich diese langjährige Entwicklung noch als Fortsetzung der bisherigen Vermarktungspolitik der WFB verstehen, wird es im Hinblick auf andere Hoffnungen in Blumenthal noch erheblich dramatischer. Hier muss man fragen, was die Bremer Wirtschaftsförderer aus der „Perle der Industriekultur“, also vor allen aus den denkmalgeschützten Gebäuden aus den Anfangsjahren der BWK, tatsächlich machen wollen.

Zunächst wurde das Gewerbegebiet „Vulkan-West“ in „Gewerbegebiet Bremer Wollkämmerei", und zwar mit Charakterisierung "Areal der Möglichkeiten!“ umbenannt, um den unterschiedlichen Charakter beider Flächen herauszustellen. Das zeigt u.a. ein 2011 bei youtube veröffentlichtes Video:




So sprach man bei dem ehemaligen Werksgeländes der Bremer Woll-Kämmerei von einem „Gewerbegebiet, das mit der historischen Achse .. einen äußerst reizvollen Aufenthaltsort bietet“. Nach den Worten des Wirtschaftssenators vom April letzten Jahres eignete sich „die einzigartige Architektur der Gründerzeit“ „ideal für Künstler, Designer, Ingenieure und Architekten, für Gastronomie oder Veranstaltungen“.

Von diesen Überlegungen findet man in der aktuellen Anzeige, die aus den benachbarten Flächen der WFB in Blumenthal und Vegesack einen Einheitsbrei macht, nicht ein Wort.

Haben es die Entscheidungsträger etwa aufgegeben, Kunden zu suchen, die zu dem besonderen Ambiente des alten BWK-Geländes passen? Das würde auch das offensichtliche Desinteresse an einem dortigen Kulturzentrum mit einem BWK-Museum erklären. Wer nur Logistikflächen loswerden will, braucht kein Kulturzentrum in der Nachbarschaft. Ja, es würde sogar vermutlich eher stören.

Anders wäre es natürlich, wenn man Künstler und andere Kreative ansprechen will. Für sie könnte ein Kulturzentrum ein Orientierungspunkt sein, an dem sich die weitere Vermietung ausrichtet. Der Kultur-Treff könnte dann ein Ankerprojekt für die gesamte zukünftige Entwicklung zumindest entlang der Historischen Achse werden.

Es macht schließlich einen Unterschied, ob man als Künstler, Architekt oder Kreativwirtschaftler einen Standort im Gewerbegebiet Vulkan-West hat oder aber an der Historischen Achse in der Nachbarschaft des Blumenthaler Kulturzentrums und des BWK-Museums.

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B-Plan 1288 (BWK-Gelände) in der Diskussion
Die Geschichte der BWK - "Einblicke"

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