Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

RE: Beirat ist nicht gleich Beirat

#76 von fight4yrights , 07.12.2014 16:33

Zitat
Warum muss in Blumenthal das geheim bleiben, was in Vegesack öffentlich ist?



Vielleicht weil der Ortsamtleiter in Blumenthal von sich aus das Angebot gemacht, in Blumenthal das zu schaffen, was andere Beiräte nicht wollten.

Das zumindest eine offizielle Version eines MdBB (Gedächtniswiedergabe, kein Zitat!)
Die Sozialministerin hätte alle Ortsämter angerufen und angefragt, ob es in deren Bereichen die Möglichkeit für eine kurzfristige Unterbringung "auffälliger unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge" gäbe.
Alle bis auf Herr OAL Nowack hätten in ihren Ortsamtseinzugsgebiet keine Möglichkeit, aber Herr Nowack hätte sofort dieses angeboten. Nach dem Motto: In Blumenthal schaffen wir das und die freistehende Immobilie wäre auch schon vorhanden.

Und mal ganz allgemein:
Ich wünsche jedem hier untergebrachten Flüchtling, dass er so schnell wie möglich aus diesen Massenunterkünften heraus kommt. Wenn genügend Immobilienangebote vorhanden wären, dann bräuchte man auch keine Turnhallen belegen.
Es gibt nicht einmal passende Angebote für Menschen mit Körperbehinderungen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Hauptsache der hochwertige Immobilienmarkt wächst.
Armes Deutschland!
Nur der Politik Versagen vorzuwerfen ist polemisch.

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RE: Beirat ist nicht gleich Beirat

#77 von Christian Milpacher , 07.12.2014 19:58

Guten Abend,

diese Darstellung ist zwar nett gemeint, stimmt aber nicht mit den Fakten überein.

- Fakt ist, das Her Nowack vom Sozialressort die Information bekam, dass die Immobilie Rekumer Straße 12 für kriminell gewordene unbegleitete Minderjährige Jugendliche genutzt werden soll.
Dafür wollte man den Beirat in einer Sitzung informieren. Diese Sitzung wurde kurzfristig einberufen (40 Std.).
In dieser nicht öffentlichen Sitzung wurde der Beirat von Herr Frehe und den Träger Makarenko Schifffahrt GmbH sowie Lothar Kannenberg über das Konzept sowie über die Umf informiert.

- Fakt ist, das die Stadt zuständig ist und den Beirat nicht fragen musste, da es sich bei der Immobilie nicht um eine Immobilie der Stadt handelt. Es wurden keine Beschlüsse gefasst nur informiert auf der Beiratssitzung.
Auch der angebliche Beschluss der gefasst wurde, dass kein Protokoll geführt wurde ist eine absichtliche falsche Information von Herrn Nowack und das sehr berechnend.

Weder Herr Nowack noch der Beirat hatte einen Einfluss, den wollte Herr Nowack aber gerne haben.
Deswegen gab es sofort einen Bericht in der SPD Zeitung in der von einer "Sternstunde" die Rede war.
Als die Bürger sich aber nicht so verhielten wie angedacht und der Druck sehr schnell anwuchs, ruderte Herr Nowack zurück und erklärte das Sozialressort für Verantwortlich.


Ich möchte aber erklären, das ich kein Gegner der RS 12 bin, ich bin aber für die Wahrheit und die spricht sehr deutlich gegen das Projekt, es hätte so wie es ist nie starten dürfen.

Flüchtlinge haben es verdient zur Ruhe kommen zu können und einen Neuanfang zu beginnen.

Es ist aber nicht so einfach alles zu bewältigen wenn man das Problem selbst gemacht ist.
http://www.bagljae.de/downloads/118_hand...en-umf_2014.pdf
Auszug :
2.3 Definition „Flüchtling“
Das SGB VIII verwendet den Begriff „Flüchtling“ nicht; ein Flüchtling ist zunächst ein Ausländer/ eine Ausländerin. Ausländer sind alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 Grundgesetz (GG) sind. Als Flüchtling werden hier Bürger aus Staaten außerhalb der EU bezeichnet, die aus politischen, wirtschaftlichen, ge- schlechtsspezifischen, gesundheitlichen, religiösen oder sonstigen Gründen auf der Flucht sind oder aufgrund der familiären Situation, des Fehlens von persönlicher Si- cherheit oder aus sonstigen Motiven ihr Heimatland verlassen haben und Schutz su- chen. Nicht unter den Flüchtlingsbegriff fallen Ausländer/ -innen, die Staatsangehörige der EU-Staaten und anderer westlicher Industriestaaten sind.

Ein Flüchtling im Sinne dieser Handlungsempfehlungen ist auch, wer keinen Asylan- trag stellt bzw. gestellt hat oder dessen Asylantrag abgelehnt wurde und wer den Sta- tus der Duldung innehat.

Bremen will niemand Abschieben, ist nicht verwerflich, das Problem ist doch aber es kommen immer mehr nach Bremen. Es spricht sich herum das Bremen niemand nach Hause schickt. Nun haben wir das Problem nicht genug Unterkünfte für alle zu haben.
Das diese Politik zu Konflikten führt ist nicht verwunderlich, die Frage ist wie wird man dem ganzen her.

MfG
Christian Milpacher

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Bürgerbeteiligung statt Geheimhaltung

#78 von Reinhard , 07.12.2014 20:30

Bürgerbeteiligung statt Geheimhaltung


Wenn es so gewesen sein sollte, stellt sich eine ganz wichtige Frage: Wie kann ein Ortsamtsleiter „von sich aus etwas anbieten“, wozu er als Bremer Vewaltungsbeamter nach dem Ortsbeirätegesetz (OBG) keinerlei Recht hat?

Die Geheimsitzung vom 17.10 mit ihren von vielen nicht gewünschten Folgen muss jedoch nicht nur beweisen, wie sich ein plötzlicher Antipolitiker in Adventsstimmung gegenüber anderen Ortsamtsleitern und Beiräten unsolidarisch verhält und vermutlich ungeprüft einen überstürzt umgesetzten Plan der Sozialsenatorin durchsetzt.

Man kann daraus auch Schlussfolgrungen für eine Novellierung des OBG ableiten. Einen ersten Vorschlag findet man am Ende des zweiten Teils eines Blogartikels zur Rekumer Str. 12.

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Was wäre, wenn..?

#79 von Reinhard , 08.12.2014 18:05

Was wäre, wenn..?


Da wir praktisch nichts über die Hintergründe und den Verlauf der Geheimsitzung von Blumenthaler Beiratsmitgliedern am 17.10. erfahren haben, könnte es abgelaufen sein, wie es ein Mitglied im Forum gepostet hat. Danach soll ein Bürgerschaftsabgeordneter, der offensichtlich der Sozialsenatorin nahesteht, von einer ganz besonderen Aktion der Sozialbehörde berichtet haben.

Diesmal sah sich die Verwaltung mit dem Problem konfrontiert, dass sie kein Konzept für die steigende Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen erarbeitet hat, die innerhalb kurzer Zeit in Bremen mehrfach straffällig geworden sind.

Deren Unterbringung wäre vermutlich auf der ganzen Welt ein schwieriges Problem, und zwar ganz unabhängig von der Frage der räumlichen Herkunft. Kaum jemand möchte ein Gefängnis, eine Institution der Heimerziehung oder eben eine Erziehungseinrichtung für mehrfach straffällige Jugendliche in seiner Nachbarschaft haben, in der die Jugendlichen ohne einen Begleitung von Erziehern das Haus verlassen können.

Wenn daher nach allen Erfahrungen in der Vergangenheit einem Bremer Stadtteil die Einrichtung einer solchen Institution angekündigt wird, dürfte die Reaktion wie bei den Briefen ausfallen, in denen die Umnutzung von sieben Turnhallen in Erwägung gezogen wurde.

Wie die weitere Entwicklung gezeigt hat, wurde tatsächlich gar keine Turnhalle umgenutzt. Es gab nur einen Aufschrei und der eine oder andere Beirat war ohne jede Gegenstimme bereit, für eine Containersiedlung zu stimmen.

Die Taktik, mit einem Ereignis zu drohen, das niemand möchte, war also durchaus erfolgreich. Flüchtlinge müssen sich nicht mit einer Turnhalle behelfen, da es Geld und Zustimmung für neue Atriumdörfer gab.

Das wäre jedoch in dieser historischen Episode anders gewesen, wenn sich ein Beirat voller Selbstlosigkeit für die Opferung seiner Turnhalle zugunsten von Flüchtlingen entschieden hätte. Dann hätte die Sozialbehörde keinen Rückzieher machen können, wenn sie nicht ihre Glaubhaftigkeit und damit ihr taktisches Repertoire verlieren wollte. In diesem Fall würden also Flüchtlinge im Stadtteil des so „guten“ Beirats in einer Turnhalle leben müssen, während sich alle anderen über eine bessere Lösung freuen dürften.

Einen ähnlichen Versuch könnte die Sozialbehörde auch Mitte Oktober gestartet haben, um das ganz schwierige Unterbringungsproblem für mehrfach straffällige jugendliche Flüchtlinge zu lösen, die zunächst von den senatorischen Behörden und Bürgerschaftsabgeordneten der Regierungsfraktionen als „hoch aggressiv“ und „hoch kriminell“ bezeichnet wurden.

Hier konnte die Behörde wie bei den Turnhallen nicht mit der Zustimmung auch nur durch einen einzigen Beirat rechnen. Man musste sich also keine großen Gedanken über ein derartiges Vorhaben machen, da es gar nicht realisiert werden sollte. Vielmehr sollte die Ankündigung nur dazu dienen, die Bereitschaft der angesprochenen Beiräte zu erhöhen, ein detailliert geplantes späteres Projekt zu akzeptieren.

Nur hat sich in diesem Fall ein Ortsamtsleiter ganz unerwartet und unvorhersehbar verhalten, indem er sein eigenes Spiel wollte und das unausgegorene Scheinprojekt für eine überzeugende Lösung gehalten hat.

Da dürften nicht nur viele Blumenthaler in Farge und Rekum empört gewesen sein, sondern sich auch Mitarbeiter der Sozialbehörde an den Kopf gefasst haben: „Ein Einrichtung für straffällige Jugendliche in einem Wohngebiet. Und noch dazu für Jugendliche, die sich am liebsten im Bremer Hauptbahnhof herumtreiben würden, mit einer Bushaltestelle vor der Haustür, von wo sie ein Bus direkt zum Bahnhf bringen kann. Noch dazu bauliche und konzeptionelle Merkmale, die in Bremen bei einer Einrichtung der Jugendhilfe entsprechend einer Richtlinie unzulässig sind.“

Hätte man hingegen die Taktik der Sozialbehörde erkannt oder auch nur wie die anderen Beiräte die Interessen Blumenthals und seiner Bewohner vertreten, hätte die Entwicklung eine deutlich andere Richtung genommen. Blumenthal wäre nicht gespalten, Blumenthaler würden nicht in den Medien als „Rassisten“ gebrandmarkt und die Jugendlichen könnten ohne ständigen Beobachtungsstress nach einem ausgereiften Konzept und den Bremer Richtlinien entsprechenden Bedingungen (re)sozialisiert werden.

Und wenn diese Geschichte nicht stimmen sollte, ist sie zumindest eine gute Anekdote, die sehr anschaulich die Arbeitsweise der Sozialbehörde und die Reaktion Bremer Beiräte zeigt.

Auch wird erkennbar, was es bedeuten kann, wenn ein Beirat nach dem Urteil des Ortsamtsleiters eine Sternstunde erlebt hat.


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„Kuchenschenker“ oder „Hetzer“

#80 von Reinhard , 10.12.2014 19:15

„Kuchenschenker“ oder „Hetzer“

Wenn Verwaltungen einige Wochen, nachdem ihre Beschlüsse umgesetzt wurden, Fragen der Öffentlichkeit beantworten, kann man dadurch im Großen und Ganzen keine aufregenden Neuigkeiten erwarten. Dafür gleicht die Situation zu sehr der eines Untersuchungsausschusses zum NSU. Niemand in der Öffentlchkeit und in den Medien kann das Verhalten der deutschen Verfassungsschützer und Geheimdienste nachvollziehen, da „die Sicherheitsbehörden damit beschäftigt (waren), die Spuren ihres Versagens, und ihrer Verflechtungen in das NSU-Umfeld zu verwischen und zu vernichten.“ So wurden daher auch kaum Konsequenzen gezogen.

Eine Behörde muss sich generell im besten Licht darstellen, damit sie nicht an Ansehen und Finanzmitteln verliert. Zudem wird von den Behördenspitzen stets erwartet, dass mögliche kleine Fehler einzelner Mitarbeiter nicht bekannt werden.

Daher stellen weder die Statements und die Antworten auf der Einwohnerversammlung noch jetzt das Protokoll eine große Enthüllungsstory dar, wie das manchmal im Vorfeld erwartet wurde.

Allerdings ermöglicht die schriftliche Fassung der Antworten einen besseren Überblick über das Gesamtgeschehen der drei Stunden Beeinflussung durch die Bremer und Blumenthaler Verwaltung.

Die Bremer Verwaltungsarmada

Generell ließen die Bremer Verwaltungsspitzen eine merkwürdige Beurteilung des Verhaltens der Bürger erkennen, die sie im Prinzip mit der Administration öffentlicher Aufgaben betraut haben und dafür Steuern zahlen. Das "ungewöhnliche" Haltung gegenüber dem „Auftraggeber“ wird besonders deutlich, wenn man einzelne Stellen des Protokolls liest.

Danach hat man zumindest weder Zeit und damit Steuermittel gescheut, denn es wurden aufgeboten 15 Vertreter der Bremer Verwaltung in Bremen, drei der Bremer Verwaltung in Bremen-Blumenthal sowie ein Moderator, der von der Verwaltung ausgewählt wurde und ein langjähriger Hörfunkmitarbeiter von Radio Bremen ist, der sich als „immer noch taz-Leser und Sozialdemokrat“ bezeichnet hat.

Während die Einzelheiten zahlreicher Eingangsstatements der Verwaltungsspitzen nicht unbedingt neu sind, was inzwischen auch für die Antworten auf eine Rehe der Fragen gilt, gibt es einige Besonderheiten, die eine entsprechende Aufmerksamkeit verdienen. Dabei handelt es sich weniger um die in Bremen besonders raren Informationen in Euro oder Cent sowie empirische Forschungsdaten, um die Behördenleute offensichtlich wie Talkshows einen großen Bogen machen. Das wäre für sie offenbar einfach zu viel Bürgerinformation, währen kleinere Städte und Landkreise damit keinerlei Problem haben.

Unter einem anderen Blickwinkel lässt sich dem Protokoll hingegen etwas abgewinnen.

Die neue Bremer Schwank- und Märchenwelt

Die Bremer Stadtmusikanten sind bekanntlich nur als Skulptur bis Bremen gekommen. Außerdem haben sie nicht unsere heutige Zeit erlebt, wo Tiere entweder als Familienmitglieder angesehen, nach ökologischen Kriterien gehalten oder in Massen gehaltene Vorprodukte der Fleischindustrie sind. Sonst hätten sie während der Einwohnerversammlung in der Farger Schützenhalle märchenhafte Geschichten hören können, die so voller Widersprüche und Ungereimtheiten stecken, dass sie niemand gern seinen Kindern erzählt hätte. Die armen gestressten Eltern müssten jedenfalls bei den angeblichen Antworten zu viele bohrende Nachfragen erwarten, da die Aussagen der Verwaltung voller Ungereimtheiten und Widersprüche stecken.

Die beiden Typen der Bürger in Farge und Rekum

Weng erfreulich fällt für viele Zuhörer schon zu Beginn die Aufteilung der Zuhörer und damit vor allem der Bürger von Farge und Rekum auf. Hier antwortet die Verwaltung auf eine polemische Frage, die von „hetzerischen Aufrührern“ spricht. Weder diese Ausdrucksweise noch der unterstellte Tatbestand wurden dabei von der Verwaltung moniert, sondern nur in der Antwort ergänzt, es hätte auch bereits in der ersten Woche ca. 30 Besucher gegeben, die „Kuchen dabei hatten“. (S. 6)

Damit war die anscheinend politisch korrekte und auch sicherlich kindgerecht Aufteilung der Bürger in gute „Kuchenbringer“ und böse „Hetzer“ geleistet, wobei es offenbar für die Verwaltung keine anderen Bürger zu geben scheint, die in in einer nicht polemisch verzerrten Welt vermutlich die meisten Steuern zahlen und damit diese so dichotom denkende Verwaltung finanzieren.

Ein „akademisch“ betreutes Wohnprojekt

Aber das dürfte vermutlich keine kindliche Nachfrage in der Adventszeit sein. Schwieriger wird es da bei der nächsten Frage, in der es darum geht, was zunächst von der Sozialsenatorin als „intensivpädagogische Maßnahme bezeichnet wurde.

Jetzt soll es sich nur um „ im Grunde um ein Wohnprojekt handeln, wie der OAL in seinem Eingangsstatement ausgeführt hat. Später wurde dann im Verlauf der Diskussion eine Nachfrage nicht beantwortet. (S. 10)

Folgte man dieser Zuordnung, würde man sicherlich die Einrichtung an der Rekumer Str. 12 mit Krankenhäusern oder eben auch Gefängnissen zusammenfassen, denn Kranke, Strafgefangene und hier straffällige Jugendliche wohnen in diesen Häusern.

Nur wird jedes aufgeweckte Kind schnell erkennen, dass es einen großen Unterschied gibt, der in der „Betreuung“ durch Ärzte und Pfleger, Gefängnisangestellte oder die Mitarbeiter der "Akademie Lothar Kannenberg" besteht.

Allein wenn man nach den Kosten geht, würde niemand auf die Idee kommen, von einem „Wohnprojekt“ zu sprechen. Die Sozialsenatorin bezeichnet die Maßnahme an der Rekumer Str. 12 daher auch als ein Projekt der Jugendhilfe.

Damit sieht die Rechtslage nach dem OBG anders aus, da Beiräte nur bei privaten Änderungen von Wohnunsmietern und -eigentümern kein durchgängiges Beteiligungsrecht haben. Bei Planungen der Jugendhifle greift hingegen § 10 (2), der sich u.a. auf Planungen für Mittel der Kinder- und Jugendförderung bezieht.

Damit sind ältere und jüngere Kinder mit kniffligen Suchspielen gefordert. Sie können vesuchen, herauszufinden versuchen, warum Krankenhäuser und Gefängnisse keine Wohnanlagen sind, die „Akademie Lothar Kannenberg“ hingegen doch.

Für die älteren Kinder gibt es sogar eine nicht gar nicht langweilige Nuss zu knancken. Man kann sich überlegen, ob die Jugendhilfemaße auch unter den §10 (2) fällt, wenn es gar keine richtige „Planung“ im eigentlichen gegeben hat, wie es nach dem OBG die Voraussetzung für eine Beteilung des Beirats ist.

„Versehen“ bei der Klientenauswahl

Viele kleine Aufgabe, die Kindern in Märchen und Lernaufgaben abgefordert werden, bestehen in der richtigen Zuordnung von Einzelfällen zu bestimmten Oberbegriffen.

Das gilt in ganz besonderer Weise für das Umerziehungshaus, da hier die Unterbringung und Betreuung erheblich teuer sind als in einer üblichen Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Nach der Innnenbehörde werden daher in der Rekumer Straße jugendliche untergebracht, die „Diebstähle, Einbrüche und Raubtaten“ begangen haben.

Das ist leicht verständlich. Es gilt aber nicht mehr, wenn eine weitere Antwort auftaucht, in der auch hochbegabte Kindere leicht eine falsche Zuordnung vorgeschlagen hätten. Es wurde jedenfalls nach dem genehmigten Protokoll erklärt, um offenbar die Ungefährlichkeit der Jugendlichen zu betonen:„In der Rekumer Str. 12 leben auch Jugendliche, die nichts getan haben“ (S. 12)

Bei der großen Anzahl von Jugendlichen an der Rekumer Str. 12 insgesamt haben also mindestens zwei in Bremen keine Straftaten begangen.

Obwohl wegen der Jugendlichen, die sich angeblich gegenseitig zu erstechen drohen, schnell eine Einrichtung eröffnet werden musste, fehlen jetzt offenbar die angeblichen Klienten. Oder ist das nur eine Anfangsmaßnahme, um den Kritikern und nicht den „Hetzern“ keine Argumente zu liefern. Nur würde man daraus ja bestenfalls schließen können, dass ein Aufenthalt in der „Akademie Lothar Kannenberg“ nicht zu Straftaten führt.

Eine Köchin als pädagogische Bezugsperson

Die sogenannten Antworten der Verwaltung stellen jedoch nicht nur die logischen Fähigkeiten der Leser vor große Herausforderungen. Dasselbe gilt auch für die ganz einfache Anwendung der Grundrechenarten bei Zahlen bis maximal 5 und später einmal 12.

Nach der ersten Information durch die Senatorin schien alles klar zu sein, als es hieß „der Betreuungsschlüssel soll eins zu eins nicht unterschreiten, das heißt: Jedem Jugendlichen steht ein Betreuer gegenüber.

Daraus musste man wohl schließen, dass jeder männliche Jugendliche einen sozialpädagogischen Fachmann oder vielleicht auch einen Respekttrainer als männliche Bezugsperson bzw verkürzt ausgedrückt, als Quasi-Vater erhalten sollte. Offenbar wollte man auf diese auch die hohen Kosten für dieses angebliche "Wohnprojekt" rechtfertigen.

Das sieht nach den Beobachtungen einiger Beobachter, die inzwischen das Haus an der Rekumer Str. beobachtet und dort Gespräche geführt haben, anders aus.

In einer Antwort auf die Verwaltungsversammlung soll der Hinweis auf ein 1:1 Verhältnis falsch verstanden werden, da jetzt bei den Betreuern auch „Hauswirtschafter und Bürokräfte mitgezählt“ werden.

Das würde damit rein von Zahlen her bedeuten, dass einige Jugendliche als versierte Bezugsperson eine Dolmetscherin, eine Köchin, eine Raumpflegerin oder eine Bürokraft erhalten. Da kann man kaum noch von einer „akademischen“ Betreuung sprechen.

Zumindest kann man auf diese Weise mit Kindern zahlreiche Divisionsaufgaben üben. Also fragen wie viele Köchinnen man braucht, damit jeder von fünf Jugendlichen eine "Bezugsperson" hat. Dabei sollte man immer erwähnen, dass nichts falsch verstnden werden darf.

Zusammenstöße mit Autos, die niemanden gefährden

Besonders für kleine Kinder ist es sehr gefährlich, wenn man ihnen erzählt, wie harmlos und ungefährliche es aus der Sicht von Bremer Staatsräte ist, wenn man absichtlich gegen ein Auto oder gegen einen Bus läuft.

Dadurch wird angeblich „niemand im Umfeld des Projektes gefährdet“ (S. 9).

Auch wenn man viele „Antworten“ noch mit Unverständnis, aber Gleichmut gelesen hat, sollte man hier sehr deutlich machen, dass es nicht die Aufgabe einer Verwaltung sein darf, derartige Unfälle zu verharmlosen.

Ein bisschen mehr Moral sollte sie schon vermitteln, denn Suizidversuche müssen ja nict so aussehen, dass andere Menschen körperlichen und psychischen Schaden neben können. In einer derartigen Fall muss am von einer eindeutigen „Gefährdung“ sprechen, auch wenn sie anders aussieht, als sie vielleicht erwartet wurde.

Wissenschaftliche Studien als beliebig verwendbare Begründungen für Nicht-Leser

Manche Eltern erzählen ihren Kindern Märchen und anderen Geschichten, um ihnen moralische Grundsätze für das Leben beizubringen oder ihren Intellekt an kleinen eingebauten Aufgaben zu schulen.

Das ganz man für verschieden Alterstufen machen. Wenn man unter den Antworten jedoch etwa für die ganz Großen sucht, findet man zwar einen Bereich, der sich eignen würde. Nur ist die Aussage zu nichtssagend.

Auf die Frage nach einer wissenschaftlichen Untersuchung zum Konzept Kannenberg wird zwar auf eine Untersuchung der Universität Kassel hingewiesen. Danach ist das Projekt „sach- und fachgerecht begleitet und beurteilt und ist sehr gelobt worden“ (S. 7)

Leider fehlen hier die in der wissenschaftlichen Welt üblichen Angaben über die Autoren und den Titel,vor allem Zitate für die Gründe für das angebliche Lob. Nach diesen Kriterien wäre die Antwort unter Wissenschaftlern also wertlos, da sie völlig ohne Belege ist und damit sehr gut zu einem Märchen passt.

Nur müsste man dann vielleicht noch ergänzen, dass die Untersuchung zu einem Viertel von Mitteln des Trägers, also mehr oder weniger von Herrn Kannenberg bezahlt wurde. Es handelt sich also um kein unabhängiges Forschungsprojekt, sondern eher um eine Auftragsarbeit, die trotzdem- und das ist sehr bemerkenswert – die von Herrn Kannenberg behaupteten Erfolgswahrscheinlichkeiten seiner Methode in Frage stellt. Das ist sicherlich eine besonder Form von „Lob“, mit dem in der zwischenmenschlichen Kommunikation vermutlich nicht weit kommt, wenn man einsetzt. Man darf dann nur die üblichen Nettigkeiten lesen, aber nicht die Ergebnisse.

Aber vielleicht ist das ja eine gute Regel, um in der Verwaltung oder Politik Karriere zu machen.

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Nicht durchschaute Taktik mit verhängnisvollen Folgen?

#81 von Reinhard , 12.12.2014 09:52

Nicht durchschaute Taktik mit verhängnisvollen Folgen?

War die „Anekdote“ mit der Fehlreaktion des Blumenthaler Beirats auf eine von der Sozialsenatorin als Drohgebärde gemeinte Ankündigung einer Maßnahme für straffällige jugendliche Flüchtlinge vielleicht doch etwas mehr als bloße Fiktion?

Nach dem Bericht im BLV vom Mittwoch liegt das wirklich sehr, sehr nahe.

Von einem tatsächlich vorhandenen entscheidungsfähigen und vor allem realisierbaren intensivpädagogischen Konzept kann schließlich auch Wochen nach der Geheimsitzung immer noch nicht gesprochen werden.

So soll zwar nach den Antworten der Sozialbehörde in ihrer Reaktion auf die reale Petition „eine Konzeption und Leistungsbeschreibung“ angefordert worden sein und eine Konzeption auch „vorliegen“. Dabei ist allerdings nicht gesagt, dass sie sich auf Bremen bezieht und nicht mit dem Konzept für Diemelstadt-Rhoden identisch ist.

Nur wurde sie bisher weder von der Sozialbehörde oder der „Akademie Lothar Kannenberg“ veröffentlicht. Nicht einmal auf der von der Verwaltung veranstalteten Einwohnerversammlung konnte ihre Existenz durch ein vorzeigbares Papier bestätigt werden. Es handelt sich also bisher um ein notwendiges Phantom, das den Auftrag an die "Akademie Kannenberg" überhaupt erst juristisch zulässt.

Für Außenstehende ist die Frage der Dringlichkeit zunächst schwer zu beurteilen. So war es auch in diesem Fall, als die senatorischen Behörden von jugendlichen Flüchtlingen am Hauptbahnhof berichteten, die dort ständig kriminell aktiv seien, wobei es sogar zu einer Messerstecherei mit tödlichem Ausgang gekommen sein soll.

Nach dem 17. 10., also der geheimen Beiratssitzung in Blumenthal, die die Ampel auf „grün“ geschaltet hat, war es dann offenbar schwer, überhaupt straffällige jugendliche Flüchtlinge für Rekum zu bekommen. So haben die Justizbehörden einige der vorgesehen Jugendlichen hinter Schloss und Riegel gesperrt, ein Jugendlicher hat nach einem Suizidversuch, bei dem Autofahrer in der Nahe des Hauses gefährdet wurden, das Haus verlassen, und jetzt haben sich nach dem BLV-Bericht zwei weitere Jugendliche auf den Weg nach Dänemark gemacht Zudem soll nach der Antwort auf eine Frage bei der Einwohnerversammlung im Haus an der Rekumer Str.12 ein Jugendlicher leben, der völlig unschuldig ist.

Es handelt sich danach also um eine ganz dringliche Maßnahme für vermutlich zwei Jugendliche, für die zahlreiche Mitarbeiter eingestellt wurden. Da wäre es sicherlich einfacher und preiswerter gewesen, zwei Ersatzeltern anstatt einer administrativen „Obhut“ zu suchen und sie fürstlich zu bezahlen. Auf alle Fälle hätte das zu mehr Ordnung und Struktur im Leben der beiden Betroffenen geführt, als dieser Rekumer Bienenkorb im Rampenlicht.

Es hat also vor dem 17.10 offenbar weder eine besondere Dringlichkeit noch ein vorhandenes Konzept gegeben, aber in der nächsten Zeit den Bedarf für eine Einrichtung dieser Art.

Da Blumenthal jedoch so bereitwillig für eine unverzügliche Aufnahme war, musste die Sozialsenatorin offensichtlich mit einer Maßnahme beginnen, die in keiner Weise vorbereitet war.

Das hat zwangsläufig Folgen:

- Jetzt leben daher drei Jugendliche in einem Haus, das angeblich für 12 geeignet ist. Allerdings kann das Obergeschoss aus Brandschutzgründen ohnehin nicht genutzt werden.

- Nicht einmal die Bindung an feste Bezugspersonen und die Gruppenbildung haben geklappt, da keine soziale Gruppe besteht, sondern ein desorganisiertes kurzfristiges Zusammenleben mit den entsprechenden Konflikten.

- Sogar das Wichtigste für eine kurzfristige pädagogische Maßnahme kann den Jugendlichen mitgeteilt werden: eine Zukunftsperspektive.

So war die Abbruchquote schon nach sechs Wochen in Rekum höher als in Diemelstadt-Rhoden nach sechs Monaten.

Aber manche sprechen immer noch von einem Erfolg, weil sie es als Verantwortliche müssen. Objektive Beobachter werden dieses wohl kaum ganz ernst gemeinte Projekt mit seinen Kaffeestunden für Ersatzmüttter eher als das sehen, was es ist: ein falsch verstandener Versuch,

- der den Jugendlichen keine bessere Perspektive eröffnet,
- Farge und Rekum zerrissen hat,
- dem Image Blumenthals durch die ungewöhnliche Arbeit seines Ortsamtes und Beirats sowie den angeblichen Rassismus schadet und
- Steuergelder für eine höchst überflüssige Maßnahme vergeudet.


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zuletzt bearbeitet 12.12.2014 | Top

RE: Nicht durchschaute Taktik mit verhängnisvollen Folgen?

#82 von Lola2 , 12.12.2014 13:07

...das hört sich ja alles an wie "ein Stück aus einem Tollhaus"!

Vielleicht sollten die Verantwortlich jetzt mal "ihre Glaskugel" befragen wie es nun weitergehen soll und wenn die auch keine Antwort hat, weil sie angesichts dieser unglaublichen Geschichte verstummt ist....,...

...... mit Transparenz und Weitsicht eine vernünftige, politisch und menschlich korrekte Entscheidung zu treffen, die allen Beteiligten gerecht wird.

Wenn man will, dann klappt das auch, denn schlimmer kann es eigentlich nicht werden, oder doch?

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Die rigide Welt eines Rassismusjägers

#83 von Reinhard , 14.12.2014 17:35

Die rigide Welt eines Rassismusjägers

An der Rekumer Str. 12 entzünden sich viele Geister. Dabei geht es nicht nur um die deutsche Asyl- und Flüchtlingspolitik, das besondere Bremer „Konzept“ mit seinem Standort an der Rekumer Straße oder auch die „Empathie“ mit den straffälligen Jugendlichen, sondern um einen heftigen Wettbewerb zwischen sechs Facebookgruppen.

So entstand gleich zwei Tage nach der Geheimsitzung des Blumenthaler Beirats die Gruppe „Rekumer Str. 12 Nicht mit uns“, die durch ihre Petition und Kundgebung besonders viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat. Grund dafür war vor allem ihre bereits in wenigen Tagen erzielte hohe Mitgliederzahl von ca 2.600.

Das neue offene Diskussionsforum von Herrn Milpacher

Inzwischen haben sich nicht nur als Reaktion auf diese erste Protestgruppe weitere Facebookgruppen gebildet. Vielmehr geht die Gruppe, mit der alles anfing, inzwischen einen neuen Weg und hat einer eigene Webseite gestartet. Der Name „Bremer Bürger“, der ganz von der Entstehung der Facebookgruppe abgelöst ist, legt damit das nahe, was Christian Milpacher, ein ehemaliges Mitglied der ersten Gruppe, zum Anlass genommen hat, um mit „Bremen Nord-Das geht uns alle an!“ eine neue Facebookgruppe zu gründen. Hier soll nicht nur ein breiteres lokalpolitischen Feld beackert werden, sondern auch eine sachliche Diskussion der teilweise soheftig umstrittenen Positionen möglich sein. In dieser Gruppe reicht das Spektrum der Mitglieder von der SPD, die u.a. durch Herrn Nowack und Herrn Lemke, den ehemaligen Senator und Werder-Manager und -Aufsichtsratschef, bis hin zu Herrn Seidl von der AfD.

Anders als die „Bremer Bürger“ soll hier zwar politisch diskutiert werden, aber nicht im Sinne von Parteipolitik. Deshalb erklärt Herr Milpacher gleich in seiner Gruppenbeschreibung, dass er selbst "keinerlei Gründung einer politischen Partei oder Wählerinitiative" anstrebt und "auch keine von diesen" präferiert. Das gilt auch für Gruppenadmins, die sogar "selbst von seinem/ihren Amt zurück treten" werden, falls sich das ändern sollte.

Das sind einige Fakten, vor deren Hintergrund sich exemplarisch die Arbeitsweise eines „Rassismusjägers“ beschreiben und analysieren lässt.

Die Attacke auf Herrn Milpacher

Vor ein paar Tagen wurde diese neue Entwicklung von Frau Büsing, die auch im Forum gepostet hat, lobend erwähnt und dabei die Arbeit von Herrn Milpacher als „deeskalierend“, „trotzdem kritisch“ und ohne „erkennbar feindliche Töne“ herausgestellt.

Das ist eine deutlich geänderte Haltung dieser Facebookgruppe, die zuvor noch gern gemeinsame Sache mit der von Herrn H. initiierten Gruppe „Ein Zuhause in Bremen nicht nur für ausgewählte Flüchtlinge“ gemacht hat und unter ihren Nachbarn vermeintliche Rassisten aufspüren wollte.

Diese veränderte Einschätzung konnte offenbar Herr H. nicht nachvollziehen. Vielmehr reagierte er gleich mit seinen „kühnen“ Behauptungen: „Christian Milpacher? Der Mitbegründer der "Rekumer Straße 12 - nicht mit uns", dann da rausgeflogen, weil er politisch werden will und den Ortsamtsleiter-Posten für seine Politgruppe will?“.

Hier lässt sich leicht erkennen und im Internet überprüfen, wie Herr H. zu seinen Aussagen kommt. Sachlich stellen seine Behauptungen die Wahrheit auf den Kopf, da Herr H. offenbar in dem Konflikt zwischen Herrn Balz und Herrn Milpacher die Personen verwechselt hat. Hätte Herr H. einmal gelesen, was User schreiben, die er alle ohne Ausnahme so gern als „braunen“ Haufen oder „Rassisten“ brandmarkt, hätte er festgestellt, dass die Gruppe „Bremen-Nord - Das geht uns alle an!“ nicht parteipolitisch ist und damit auch keine „Politgruppe“ darstellt, die den „Ortsamtsleiter-Posten“ gewinnen kann. Das sind objektiv falsche Behauptungen, die zudem aufgrund der noch 5-jährigen Amtsdauer des jetzigen Ortsamtsleiters und der politischen Machtverhältnisse in Blumenthal abstrus sind.

Die "Wahrheitsliebe" des Herrn H.

Ohnehin scheint Herr H. an der Aufklärung von Sachverhalten nicht interessiert zu sein, da ihm beispielsweise die Recherchen zu Herrn Kannenberg, deren Ergebnisse auch hier im Forum vorgestellt wurden, missfallen. Hier soll angeblich versucht werden, „den Fremdenhass hinter "wissenschaftlichen" Argumenten zu verstecken oder zu legitimieren“. Was Hinweise auf die wenig erfolgreichen und für viele Beobachter gegen die Menschenwürde verstoßenden Erziehungsmethoden von Herrn Kannenberg mit „Fremdenhass“ zu tun haben, bleibt dabei völlig offen. Herr H. scheint offenbar zu glauben, alles, was ihm nicht gefällt, als "Rassismus“ oder „Rassenhass“ bezeichnen zu dürfen und damit viele Menschen, die nur ihre eigene Meinung bilden wollen, beleidigen zu dürfen.

Schließlich liebt Herr H. die Vereinfachung, auch wenn nicht immer ganz klar wird, wo man das seiner Meinung nach darf und wo nicht. So muss man bei der Aufnahme in seine Gruppe die Frage beantworten, ob man für oder gegen Flüchtlinge ist. Da ist dann offenbar keine besonders überlegte Antwort gewünscht, denn wie eine Welt ohne Krankheiten, Hunger usw. könnte ja auch eine ohne Flüchtlingen wünschenswert sein, sodass man mit „möglichst keine“ antworten müsste. Das verhindert jedoch die Aufnahme.

Etwas differenzierter darf man hingegen bei anderen häufig diskriminierten Gruppen urteilen, deren Angehörige sogar für Herrn H. nicht alle gut sind. So zitiert er:"auch lesbische schwarze Behinderte können Scheiße sein".

Aber das sind nur Randfragen, die vielleicht Wahrheitsfanatiker, Wissenschaftler oder Logiker interessieren.

Spannend wird es, wenn ein solcher Demokrat, wie sich Herr H. selbst bezeichnet, mit anderen, die er nicht so leicht zu "Rassisten abstempeln" kann, diskutieren muss.

Die Innenwelt eines Rassismusjägers

Was dann abläuft, lässt sich aktuell im Forum der Ohne-Vorurteile-Gruppe verfolgen. Da sich Herr H. trotz seiner vermutlich verleumderischen Kritik über die tatsächlichen Aussagen von Herrn Milpacher offensichtlich nicht informiert hat, startet er mit einem bekannten Allgemeinplatz. Danach ist es ganz gleich, was jemand genau sagt, weil „unterm strich … die Diskreditierung der Jugendlichen“ rauskommt. Es folgt dann die in manchen Kreisen beliebte Unterstellung, das jemand sich zwar zunächst für einen Zuzug von Ausländern ausspricht, dann jedoch für sein eigenes Wohngebiet ablehnt. Auch wenn Herr H. kein entsprechendes Zitat vorweisen kann, macht er aus seiner Unterstellung im Forum eine Suggestivfrage: „das war doch der Tenor auch von ihm oder?“

Ein besonderes Kopfschütteln dürfte dann mit dem Versuch verbunden sein, diese bloße Unterstellung an Beispielen zu illustrieren. So findet es Herr H. „schon sehr diskriminierend, ..wenn solche Vorbehalte gegen einen selbst geäußert werden würden, wegen irgendeines anderen Vorurteils, dick, alleinerziehend, dünn, arm, andere Hautfarbe, alt etc. Passiert 1000 fach!“

Dem wird kaum jemand widersprechen. Immerhin ist hier Herr H. bereit, einmal über seinen eindimensionalen Schatten zu springen und auch auf soziale Vorurteile hinzuweisen, die unabhängig von einem Flüchtings- oder Ausländerstatus sind.

Nur wird der Leser hier fast zwangsläufig ein besonders gravierendes Vorurteil mit einer sehr diskriminierenden Wirkung vermissen: die Zurechnung zu einem „braunen“ Haufen, zu "Fremdenfeinden" oder "Rassisten", obwohl sich jemand selbst nur für weniger Geheimniskrämerei bei der Standortwahl ausgesprochen hat, sodass alle weiteren Schlussfolgerungen bestenfalls unter Sippenhaftung fallen müssten, wie man sie früher auch einmal in Deutschland gekannt hat.

Bei dieser völlig unterschiedlichen Beurteilung verschiedener sozialer Vorurteile, kann man kaum zu einer sachlichen Diskussion mit Herrn H. gelangen. Das mussten daher sowohl die Ohne-Vorurteile-Gruppe als auch Herr H. selbst einsehen, und zwar mit der entsprechenden Folge.

Während man sich für Herrn H, aus welchen Gründen auch immer, offenbar mit Menschen „gruppieren" darf, die Vorurteile gegenüber Behinderten, Hartz IV-Empfängern, Roma, Kriminellen usw. haben, gilt das nicht für Flüchtlinge. Das trifft bei ihm sogar dann zu, wenn der Vorwurf wie bei Herrn Milpacher durch mehrere Zeuginnen ausgeräumt wurde.

Argumentationen unter Freunden

Statt zu argumentieren wirft er seinen Diskussionspartnerinnen in der Ohne-Vorurteile-Gruppe „Unsinn und Quatsch“, ja, er geht sogar so weit, ihnen eine faschistische Haltung zu unterstellen, wenn er eines seiner Postings mit der alten KP-Parole „Kein fußbreit den Faschisten“ schließt.

Das ist offenbar ein derart rigider Standpunkt, der gegenüber Argumenten völlig resistent ist, sodass sogar Herr. H. erkannt hat, dass er damit nicht in eine Gruppe passt, die nicht von ihm geführt wird. So hat er sich aus der Diskussion verabschiedet und entsprechend seiner Selbsteinschätzung den anderen Mitgliedern "viel Spaß noch bei dem Unsinn" gewünscht.

Offensichtlich fehlen also Herrn H. alle Eigenschaften, die einen Demokraten ausmachen, wenn man darunter nicht ein KP-Mitglied aus der Zeit vor dem Untergang der DDR versteht. Die Auseinandersetzung mit den Argumenten anderer, ein möglichst geringes Maß an sozialen Vorurteilen und vor allem Toleranz scheinen nicht zu seinen Stärken zu gehören.

Mau und selbstverliebt

Daher wird Herr H. sicherlich in seiner neuen Facebookgruppe „BREGIDA BREmer Gegen Idiotische Deppen allerorts“ weniger Probleme haben, da hier ein Avatar namens Pidder Lang Administrator ist, der am 13.12. 2012 um 13.10 Uhr geboren wurden und dessen einziger Facebookfreund Herr H. ist. (1)


Nachtrag:
1) Inzwischen wurde das Geburtsdatum von Pidder Lang revidiert. Auch wenn dieses Facebookmitglied sich als fast biblischer Prediger visualisiert, wendet er sich sprachlich mit der Erkenntnis "Rassisten, Arschlöcher und rassistische Arschlöcher gibt es nicht nur in Deutschland" an seine Leser.

Nach einer persönlichen Mail legt Herr Hermening Wert darauf, dass er Pidder Lang gesehen und angefasst hat. Diese Aussage konnte allerdings nicht geprüft und bestätigt werden.


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Es geht auch ohne Lärm und Kannenberg

#84 von Reinhard , 15.12.2014 11:18

Es geht auch ohne Lärm und Kannenberg

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es Probleme mit der Unterbringung von straffälligen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nicht nur in Bremen.

Allerdings unterscheidet sich die Vorgehensweise gegenüber anderen Städten. Das gilt auch für die Bereitschaft, die Öffentlichkeit nicht nur mit Allgemeinplätzen über die Kosten verschiedener Maßnahmen abzuspeien, sondern sie in Euro und Cent zu informieren.

So betreibt Hamburg eine „Sondereinrichtung in Wandsbek, in der neun Jugendliche untergebracht werden, die höchst aggressiv sind und als nicht anpassungsfähig gelten.“

Dazu wurde einem CDU-Abgeordnete auf eine parlamentarische Anfrage hin mitgeteilt, dass „der Betrieb dieser Einrichtung ..den Steuerzahler durchschnittlich 87.067 Euro pro Monat“ kostet.

Das dürfte damit der finanzielle Rahmen sein, in dem sich auch die „Akademie Lothar Kannnenberg“ bewegt. Nur ist in Bremen die Frage, warum man hier eine Einrichtung benötigt, die größer geplant ist als die in Hamburg, obwohl Bremen nach dem Königsteiner Schlüssel weniger umF zugeteilt werden.

Außerdem stellt sich die Frage, wer die Kosten für die teilweisen Leerstände zu übernehmen hat, da bei der jetzigen Fluktuation die „Akademie“ kaum planen kann. Dabei ist sie für diese ungünstige Belegungssituation nicht verantwortlich.

Aber derartige Heime sind ohnehin nicht die Regel in Deutschland. Es gibt auch eine ganz andere Aufnahme von Straßenkindern aus Nordafrika, bei der man die erste Chance in Deutschland besser organisiert und daher seltener eine kostspielige zweite benötigt. Das zeigt die Stadt Freiburg im Breisgau, die bereits seit Jahren von einem grünen Oberbürgermeister regiert wird.

Hier legt man großen Wert auf das Hilfeplan- oder Clearingverfahren gleich nach der Ankunft in Freiburg, in dem die Identität, das Alter, die Familiensituation, der Gesundheitszustand und die Fluchtgeschichte, ab auch persönliche Interessen und Perspektiven angesprochen werden.

Falls Zweifel an der Altersangabe der Jugendlichen bestehen, nimmt das Amtsgericht eine Altersfestsetzung vor. Dazu werden unabhängige Experten wie Psychologen, Kinderärzte oder Ethnologen herangezogen.

Das Christophorus Jugendwerk als Freiburger Clearinghaus ist für die medizinische und psychologische Versorgung, pädagogische Angebote, die Vermittlung der deutschen Sprache und den Zugang zum Bildungssystem verantwortlich.

Gleichzeitig verfügt es über ein Netz von Privatpersonen, die Jugendliche in Kurzzeitpflege nehmen können.

Diese Verteilung der Minderjährigen an Privatpersonen ist eine fast „schwäbisch“ preiswerte Regelung. So bekommt in Freiburg das Christophorus Jugendwerk 335 € pro Tag pro Jugendlichen. Wohnt der minderjährige Flüchtling bei einem Kurzzeitpfleger, erhält dieser als Honorarkraft anteilig 102 € pro Tag.

Das ist deutlich weniger als die 10.000 € pro Monat bzw. über 300 € pro Tag in Hamburg, allerdings erheblich mehr als die etwa 26 € pro Tag, die einer Pflegefamilie pro Pflegekind ausgezahlt werden.

Falls die Jugendlichen trotz dieser intensiven Betreuung durch Kurzzeitpfleger Straftaten begehen, verlässt man sich auf die drei Sanktionsmöglichkeiten des Jugendstrafrechts: Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel und Jugendstrafe.

Da in der Regel eine Bestrafung mit der Ableistung von Arbeitsstunden erfolgt, hält man anders als in Bremen keine spezielle intensivpädagogische Einrichtung für notwendig.

Eine Großstadt kann also ihre Schwierigkeiten mit straffälligen umF auch anders lösen, als das an der Rekumer Str. 12 mit einem kaum erkennbaren Erfolg versucht wird. Dazu muss man nicht einmal ein neue Einrichtung mit einem umstrittenen Standort schaffen und kann sogar Steuergeld sparen.

Vielleicht sollte sich einmal die grüne Sozialsenatorin im grün regierten Freiburg erkundigen, wie man Probleme mit straffälligen jugendlichen Flüchtlingen ohne viel Lärm in den Griff bekommen kann.


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Bürgerabend der „Bremer Bürger“

#85 von Reinhard , 16.12.2014 11:45

Bürgerabend der „Bremer Bürger“

Erstmals wird die alte, mitgliederstarke Facebookgruppe „Rekumer Str. 12 Nicht mit uns“ unter ihrem neuen Namen „Bremer Bürger“ eine öffentliche Veranstaltung durchführen. Dabei handelt es sich entsprechend der Einladung um einen „moderierten Bürgerabend“.

Er soll am 17.12. um 19.00 Uhr in der Gaststätte "Rekumer Hof“ beginnen.

Nach der Tagesordnung will man sich u.a. mit der weiteren Politik Bremens im Hinblick auf straffällige unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie mit den Erfahrungen während der ersten Wochen der „Akademie Lothar Kannenberg“ an der Rekumer Str.12 beschäftigen.

Bemerkenswert ist bereits bisher die noch nicht besonders lange Liste der teilnehmenden Lokalpolitiker. Sie reicht vom Vorsitzenden der Bürger in Wut Jan Timke über den CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Rainer Bensch bis zum Blumenthaler SPD-Ortsamtsleiter Peter Nowack.

Damit ist nicht nur ein relativ breites politisches Spektrum vertreten, sondern auch aus einer früheren Absage eine angenommen Einladung geworden. Hier scheint der Ortsamtsleiter nach den ersten Auseinandersetzungen mit Herrn Balz jetzt also stärker auf einen Ausgleich zwischen den beiden Lagern in Farge und Rekum zu setzen.

Auffallend ist das Fehlen eines AfD-Vertreters, was die Abspaltungen von der alten Protestgruppe erklären kann, in denen AfD-nahe Politiker aktiv sind.

Interessant dürfte sicherlich auch werden, wie die Politiker ein Experiment einschätzen, für das ursprünglich zwölf Jugendliche vorgesehen waren, während jetzt nur noch zwei „teilnehmen“. Aber es ist nicht nur ein Versuch ohne die vorgesehene Beteiligung und damit voraussichtlich außerhalb des geplanten Kostenrahmens. Zudem dürften sich bei der großen Fluktuation während der letzten Wochen kaum stabile Beziehungen zu Erziehern herausgebildet haben, sodass von der Umsetzung des zentralen Elements des pädagogischen Konzepts keine Rede sein. Für die „Akademie“ gibt es so zwar viele vollmundige Ankündigungen und Beschreibungen durch die Sozialsenatorin, jedoch real nur einen organisatorischen und pädagogischen Flop: ein Haus, dessen Obergeschoss sich vorerst nicht nutzen lässt, eine extreme Abbrecherquote und ein pädagogisches Konzept, das immer noch nicht veröffentlicht wurde.

Aufgrund dieser Tatsachen scheint sich immer weniger die Frage zu stellen, ob man für oder gegen diese „Akademie“ an der Rekumer Str. 12 ist. Unbefangene Beobachter, die weder gegen die Einrichtung demonstriert haben noch dort Kaffee trinken, dürften sich vor allem mit der Qualität der Einrichtung beschäftigen, also prüfen, ob sie gut oder schlecht ist. Danach werden viele zu dem Schluss kommen, dass es sich um ein Projekt handelt, das alle notwendigen Kriterien erfüllt, um ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler aufgenommen zu werden.


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Gerade aus Flops kann und sollte man lernen!

#86 von Reinhard , 17.12.2014 10:05

Gerade aus Flops kann und sollte man lernen!

Nach dem aktuellen Entwicklungstand erscheint das Umerziehungsprojekt an der Rekumer Str. 12 als ein Fehlschlag, den man, falls jemand sein Gesicht unbedingt wahren will, nur mit großem Engagement und vermutlich zusätzlichen Geldern notdürftig retten kann. Immerhin wurde ja nach dieser Übergangslösung eine endgültige Einrichtung angekündigt, sodass man nur diese Zeit auf kleinster Flamme überbrücken muss, wenn man nicht als völlig inkompetent dastehen will.

Gründe für den Flop

Neben den fehlenden baulichen Voraussetzungen, dem schlechten Standort und dem nicht vorhandenen Konzept für die Umerziehung von straffälligen jugendlichen Flüchtlingen, die kein Deutsch können, scheint die Sozialbehörde eine ganz einfache Tatsache übersehen zu haben.

Straßenkinder haben vermutlich überall auf der Welt andere Wertvorstellungen als Grüne, für die ein Leben vor allem dann ausgefüllt ist, wenn sie Karriere machen und abends im Viertel bei Gesprächen mit Bekannten und Nachbarn ihren Biorotwein genießen können. Das wollen die Jugendlichen aus Algerien und Marokko offensichtlich nicht, wobei dafür nicht allein der Islam mit seinem Alkoholverbot der Grund ist. Für sie zählt vor allem das freie Leben, das eben keine vorgeschriebene „Stukturierung“ kennt. Die hätten sie schließlich auch in Nordafrika finden können.

Wenn es also ein eher rudimentäres Bremer Konzept gibt, das nicht von den Werten und Bedürfnissen der Klienten ausgeht, sind viele Abbrecher die zwangsläufige Folge, wodurch derartige Projekte an ihren immanenten Fehlern scheitern.

Die fehlenden Bürgerkompetenzen

Das hätte man an der Rekumer Str. 12 vermutlich verhindern können, wenn die Verwaltung in Bremen und Blumenthal die Bürgerinformation und -beteiligung nicht so gründlich ausgeschaltet hätte. Daher sollten sich die Behörden auf allen Stufen häufiger vor Augen führen, dass die Bürger nicht ausschließlich dumme Wichtigtuer sind, die der Verwaltung das Leben schwer machen wollen. Unter ihnen sind vielmehr häufig Fachleute, die es mit den Verwaltungsbeamten, die nicht selten in ihren Aufgabenfeldern Autodidakten sind, durchaus an Fachwissen aufnehmen können. Hier wäre es also sehr sinnvoll, wenn die Kenntnisse alle Interessierten kombiniert würden.

Vorschläge für ein novelliertes Ortsbeirätegesetz (OBG)

Das ist durch die Geheimniskrämerei im Blumenthaler Beirat völlig gescheitert. Hier haben offenbar die Beiratsmitglieder für sich keine Beteiligungsmöglichkeit gesehen, obwohl die Zuständigkeitsregelung gar nicht so eindeutig ist, wie sie vom Ortsamtsleiter behauptet wird. Und auch auf die Rechtsauskünfte der Sozialbehörde kann man sich keineswegs verlassen, wie die Diskussion im Vegesacker Beirat gezeigt hat.

Wenn man die jetzige Misere in Farge und Rekum sieht, wird damit deutlich, dass mehr Bürgerinformation und Beiratsbeteiligung erforderlich sind. Dafür sprechen gleich zwei Gründe. Zum einen können dadurch die am Ende beschlossenen Konzepte inhaltlich nur besser werden und zweitens werden sie so leichter von betroffenen Anwohnern akzeptiert.

Daher sollten bei der geplanten Novellierung des Beirätegesetzes diese Erfahrungen von der Rekumer Str. 12 Berücksichtigung finden. Das heißt konkret:

- Einwohnerversammlungen müssen bei Projekten der Flüchtlingshilfe vor der Behandlung durch den jeweiligen Beirat vorgeschrieben werden (Ergänzung zu § 6 OBG),

- dabei können als Ergebnis „Runde Tische“ beschlossen werden, an denen die beteiligten Gruppen gemeinsam offene Fragen zu klären versuchen(Ergänzung zu § 6 OBG ,

- die Beiräte müssen auch bei der Umnutzung privater Gebäude und Flächen ein Beteiligungsrecht haben, wenn die neue Nutzung Teil einer senatorischen Planung ist. ( Ergänzung zu § 9 (1) 6 OBG)

Der aktuelle Text, der das ausschließlich für öffentliche Flächen und Gebäude vorsieht, lädt sonst nur zum Rechtsmissbrauch ein. Schließlich braucht Bremen nur eine dieser Immobilien an einen privaten Scheininteressenten zu verkaufen und dann zurückzumieten, um ein lästiges Beteiligungsrecht eines Beirats auszuschalten. Derartige juristische Spielchen sollte ein weitsichtiger Gesetzgeber von vorherein verhindern!

Man kann also sinnvolle Schlüsse aus diesem Flop in Farge und Rekum ziehen. Jetzt kommt es nur darauf an, diese Vorschläge zu diskutieren und die überarbeitete Version in den Gesetzgebungsprozess einzubringen, also über eine Bürgerschaftsfraktion, eine Petition oder eine andere Maßnahme.


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„Coming out“?

#87 von Reinhard , 19.12.2014 20:07

„Coming out“?


Es wurde schon längere Zeit vermutet. Ja, es gab auch deutliche Hinweise. Nur fehlte offenbar die gewünschte Kulisse, um die Absichten öffentlich zu machen.

Die hat es jetzt in der Regionalausgabe von „Bild“ gegeben, also der Zeitung, die den kritischen Schwenk anderer Medien in ihrer Berichterstattung zur Rekumer Str. 12 nicht mitgemacht hat.

Die aus der Facebookgruppe „Rekumer Str. 12 Nicht mt uns“ hervorgegangenen „Bremer Bürger“ wollen sich – so heißt es in „Bild“ - nicht nur an der Beiratswahl in Blumenthal, sondern auch an der Bürgerschaftswahl in ganz Bremen beteiligen.

Nachdem das BLV zunächst am Mittwoch nur allgemein von einer „neuen Wählergemeinschaft“ gesprochen hatte, die hinter der Einladung zu einem Bürgerabend in den Rekumer Hof stand, wird „Bild“ damit konkreter.

Die Kontroversen um das Haus an der Rekumer Str. 12 dürften also vermutlich neben einer Stärkung von CDU, BiW und AfD auch zu ganz neuen Angeboten für die Wähler in Bremen-Nord führen. Möglicherweise hat die Aktivierung von Wählern über Facebook, wie man das in Blumenthal bisher nicht gekannt hatte, sogar in Vegesack Folgewirkungen.

So hat sich Herr Seifert zunächst in Facebookforen zur Rekumer Str. 12 mehr oder weniger profiliert, um jetzt einen Teil der Mitglieder der großen Gruppe von Herrn Balz zu übernehmen und gleichzeitig mit der Nachrichtenseite „Vegesack aktuell“ ein lokales Standbein aufzubauen. Programmatische Grundlage scheint die Seite „Bürgerliche Initiative“ anzubieten. Dort findet man allerdings bisher eine Baustelle, die ähnlich wie die Bremer Bürger noch viel Mitarbeit von offensichtlich bisher fehlenden Interessierten benötigt.

Auch scheinen sich die Initiatoren nicht nur über ein Programm wenige Gedanken gemacht zu haben, dass durch eine Reihe von Punkten Wähler in ganz Bremen anspricht. Auch wenn die 5%-Klausel für die Beiratswahl nicht gilt, sind hier nach den Erfahrungen der letzten Beiratswahl ca. 2.000 Stimmen oder, da jeder Wähler fünf Stimmen hat, 400 Wähler für einen Sitz im Beirat erforderlich.

Vorher sind jedoch einige formale Hindernisse zu überwinden. Es müssen eine Wählergemeinschaft mit einer Satzung und einem Programm gegründet, Kandidaten nach einer Reihe von Vorgaben gewählt und Unterstützungsunterschriften gesammelt werden. Dazu ist in Bremen eine Anzahl von einem Promille der Wahlberechtigten erforderlich. Im Jahr 2011 waren das 494 Unterschriften.

Das ist 2011 nicht jeder kleinen Partei in Blumenthal gelungen. Und jetzt wird man wahrscheinlich abwarten müssen, wie sich die „Akademie“ in Rekum entwickelt. Vielleicht ist sie ja zur Zeit der Wahl sogar Vergangenheit, sodass es dann verstärkt auf das übrige Programm der Bremer Bürger ankommen dürfte, das bisher praktisch völlig fehlt.


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Fast offizielle Mehrheitskalkulation

#88 von Reinhard , 20.12.2014 13:52

Fast offizielle Mehrheitskalkulation

Prognosen sind bekanntlich immer schwer, da sie die Zukunft betreffen. So lautet bekanntlich ein gern zitiertes Bonmots.

Statistiker haben daher eine Reihe von Methoden entwickelt, um in Modellrechnungen unter bestimmten Annahmen zu Aussagen über eine wahrscheinliche Zukunft zu gelangen.

Das sind häufig recht komplexe Verfahren, wobei nicht immer ersichtlich ist, ob sie wirklich den legendären Blick in eine Glaskugel ersetzen können.

Wenig erfolgreich dürfte jedoch der Versuch sein, von der heutigen Zahl der Äpfel auf die Zahl der Birnen im kommenden Mai zu schließen, wenn man dabei anscheinend zur weiteren Verbesserung der Prognoseleistung nur einen sehr kleinen Teil der Äpfel berücksichtigt hat.

Dieses Prognosemodell wurde am letzten Donnerstag nach einem Artikel im Weser-Kurier vom Blumenthaler Ortsamtsleiter vorgestellt. Danach sollen die „Bremer Bürger“ nicht einmal in Rekum die Mehrheit stellen, weil „ihre Online-Petition in der Bremer Bürgerschaft Stand heute Abend 329 Unterzeichner, keine Mehrheit ist, nicht einmal in Rekum."

Dabei wurde offenbar zweierlei übersehen:

- Die Unterzeichnung einer Petition ist etwas anderes als eine Wahl. Das gilt vor allem in diesem Fall, da einige Bürger rein formale Vorbehalte gegenüber dem Text der Petition erläutert haben. Daraus lässt sich jedoch nicht auf die Einstellung zur miserabel laufenden intensivpädagogischen Einrichtung an der Rekumer Str. 12 schließen. Zumindest bleibt hier de Frage völlig offen, warum die Zahl der Unterzeichner ein Indikator für die „Mehrheit“ sein soll und nicht die Zahl der Mitglieder der einzelnen Facebookgruppen. Passen dann etwa die gewünschten Anteilswerte nicht?

- Außerdem werden bei den Unterzeichnern der Petition die Unterschriften unter den schriftlichen Text, die bereits dem Petitionsausschuss übergeben wurden, nicht berücksichtigt. Das dürften zumindest über 1.500 bzw. 1.800 Unterzeichner sein. Diese sollte man bei einem noch so schlechten Indikator für Mehrheitsverhältnisse zumindest berücksichtigen, denn warum soll jemand praktisch dasselbe zweimal unterschreiben.

Falls man die Methode von Herrn Nowack einmal auf den Stimmenanteil der SPD anwenden und auch über 80% der Stimmen nicht berücksichtigen würde, lägen die Sozialdemokraten in Blumenthal nur knapp über der 5%-Marke.

Man kann also mit Zahlen sehr phantasievoll jonglieren, wenn niemand näher nachfragt.

Nachtrag

Inzwischen gibt es eine wie gewohnt höfliche und argumentativ gut abgesicherte Reaktion des OAL auf seine "Rechnung". Sie lautet wörtlich:

"Blumenthal.xobor ist völliger Blödsinn
Das ist das gleiche als wenn einweben uns über die Geschehnisse in Kirkel im Saarland schreiben würde.
Einmal für zwei Stunden dagewesen und behaupten, alles zu wissen..."


Damit liegt er nur in einem Punkt richtig. Während sein Standardargument auch mit der Angabe von zwei Stunden mit der Realität nichts zu tun hat, stimmt es, dass seine Prognose sowohl in Kirkel als auch an jedem anderen Ort der Erde falsch ist. So hart und universal sind nun einmal die Prinzipien der Mathematik. Da ist es völlig egal, wo man sich wann aufgehalten hat. Entscheidend sind vielmehr der Mathematikunterricht und/oder der Gesunde Menschenverstand.

Das zum Thema Mathe! Wichtig ist natürlich auch die Fähigkeit des Lesens. So schreibt der OAL in einem anschließenden Post:

"Da war die Frage eine andere. Ich bin auch gegen offenen Vollzug in einem Wohngebiet."

Wird jedoch überhaupt - einmal ganz unabhängig von der Bedeutung für die "Rechnung" - in einem der beiden Texte von einem "offenen Vollzug" gesprochen, in einer anderen jedoch nicht.

Das kann jeder Leser selbst überprüfen, wenn er die Links zur schriftlichen und zur Online-Petition aufruft.

Man wird auch hier sicherlich lange warten müssen, bevor der OAL seinen Leserfehler eingesteht. Das ist schließlich nicht seine stärkste Seite. Fakt ist zumindest, dass der Begriff "offener Vollzug" in beiden Texten überhaupt nicht erwähnt ist, sondern es in beiden Fällen um die "Unterbringung der auffälligen, unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge in der der Rekumer Straße 12" bzw. die "Unterbringungsmaßnahme Für 12 Intensivtäter im Haus Rekumer Str 12" geht.

Es ist damit sehr erstaunlich, mit welchen Kompetenzen sich Bremen und die Mehrheit der ehemaligen Blumenthaler Beiratsmitglieder repräsentieren lassen.

 


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zuletzt bearbeitet 21.12.2014 | Top

RE: Fast offizielle Mehrheitskalkulation

#89 von Reinhard , 21.12.2014 14:07

Empathie? Aber mit wem?

Die Facebookgruppe, die sich selbst immer noch irreführenderweise "Rekumer Str. 12 ohne Vorurteile" nennt, hat seit einiger Zeit Schwierigkeiten bei der Suche nach Diskussionsthemen. So macht man Ausflüge die einst so gemiedene politische Welt von AfD, Pegida und jetzt von der Bremer Bürgern. Das ist aber durchaus verständlich, wenn man die Entwicklung der "Akademie Lothar Kannenberg" anschaut, für die sich seine Facebook-Fan-Gruppe so stark gemacht hat. Hier scheint inzwischen die große Motivation abhanden gekommen zu sein.

Die Kaffee-Idylle an der Rekumer Str. 12

Es schien für die MitgliederInnen der Facebookgruppe, die sich selbst „ohne Vorurteile“ sieht, alles gut zu laufen. Die Sozialbehörde hat dort zunächst vier Jugendliche untergebracht, deren Resozialisierung sich beim Essen des mitgebrachten Kuchens aufgrund der Erfahrungen mit eigenen schwierigen Söhnen fast mütterlich verfolgen ließ. Auch konnte man die „Akademie“, die für ihre Aufgabe vermutlich auch nur den „Hungerlohn“ von ca. 10.000 € pro Monat und Kopf wie eine vergleichbare Einrichtung in Hamburg erhält, aus der Not helfen. Dank der MitgliederInnen im Haus erfuhr man rasch, wo Bedarf besteht.So konnte man in der Not mit Lehr- und Sportmaterial helfen, damit die "Akademie" anscheinend überhaupt erst mit ihrer Arbeit beginnen konnte. Die Senatorin und die Akademieleitung hatten offenbar gar nicht daran gedacht, dass man eine Sprache nicht nur sprechen, sondern auch lesen können muss.

Aber das waren wirklich nur kleine Probleme, bei denen sich rasch helfen ließ. Das gab ein gutes Gefühl, da man nicht nur die Situation der Jungs gut verstanden, sondern ihnen auch gleich geholfen hatte.

Das Eigenlob er Sozialsenatorin

Diese glückliche Zeit feierte die verantwortliche Sozialsenatorin als ihren "Erfolg". So erklärte sie am 18.11. nach einem Bericht von Radio Bremen in der Stadtbürgerschaft:

- kein an der Rekumer Str. 12 "untergebrachter Jugendlicher sei bislang wieder straffällig geworden".

- "Ebenso habe kein Minderjähriger gegen seine Unterbringung dort protestiert."


Die Entscheidung mit den Füßen an der Rekumer Str. 12

Das war die Frühzeit des Umerziehungshauses an der Rekumer Straße als noch alles neu für die Jugendlichen war, die noch dazu im Mittelpunkt eines breiten Interesses standen. Aber solche Situation verlieren bekanntlich meist schnell ihren Reiz, und es bleibt das Einerlei der Kannenbergschen Tagesrituale zurück. Die Folgen sind dann auch abrupt und vor allem sehr deutlich eingetreten.

In Verbindung mit fünf Polizeieinsätzen hat die "Akademie" gleich sechs ihrer Klienten verloren. Das ist nicht gerade wenig, wenn man dran denkt, dass sie mit vier Jugendlichen gestartet ist.

Nach einer offiziellen Auskunft des Senats, die vom BiW-Abgeordneten Korol eingefordert war, kam es zwischen der Nacht vom 22. auf den 23. 11. bis Mitte Dezember, also in drei Wochen, zu fünf Polizeieinsätze mit Bezug zum Kannenbergschen Umerziehungshaus. Anlässe waren dabei nach den Angaben der Polizei, also nicht den Darstellungen der Mitarbeiter der Akademie", "körperliche Bedrohung, versuchte Körperverletzung gegen Betreuer und ein Verdacht auf räuberischen Diebstahl, wobei nach polizeilichen Einschreiten keine Straftat festgestellt werden konnte. Ein weiterer Anlass für einen Polizeieinsatz war der Schutz eines Jugendlichen."

Das sind harte Fakten, die auch eine Gruppe, die sich vorrangig auf die Unterstützung der "Akademie" konzentrieren will, einfach ausblenden kann. So konnte man sich zu Beginn dieser kleinen Serie von Polizeieinsätzen noch eine halbwegs verständliche Erklärung zurechtlegen. Dabei wurde sogar fast statistisch argumentiert, wenn es in einem Posting der Initiatorin der Gruppe heißt, dass "6 Jungs die jetzt wohnen haben 5 bisher gezeigt das sie willig sind sich hier einzufügen und auch bereit sind dazu zulernen." Das war selbstverständlich eine deutliche Mehrheit, denn " nur 1 (Jugendlicher) hat es jetzt nicht geschafft." Dabei wurde auch das Verhalten der damals noch in der Akademie lebenden fünf weiteren Jugendlichen besonders herausgestellt. Sie waren bei einem Suizidversuch hinter dem Betroffenen hergelaufen, "um ihn zu beruhigen und ins Haus zurück zu holen!"

Nach den weiteren Polizeieinsätzen hat dieses Argument sein Gewicht völlig eingebüßt, denn trotz einiger Neuzugänge leben inzwischen nur zwei Jugendliche in der Akademie. Nicht einmal den "hilfsbereiten" Jugendlichen, die angeblich einen anderen zurückholen wollten, hat es tatsächlich in der Akademie gefallen.

Eine "Akademie" für zwei Jugendliche - das ist unter sozialpädagogischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht gerade viel, da sich so keine stabile soziale Gruppe bilden lässt und die Fixkosten für die Miete, das Personal mit Erziehern, Respekttrainern, Bodyguard, Köchin, Putzfrauen und Dolmetscherinnen sowie vermutlich mit einer Art Managementgebühr, um damit die Anwendung des als Marke geschützten "Konzepts Ludwig Kannenberg" zu bezahlen, müssen weiterhin von Bremen gezahlt werden.

Besonders hart dürfte die Situation allerdings für die Kannenberg-Fan-Gruppe sein, da sie jetzt nur noch zwei Jugendliche als Adressaten für ihre vielköpfige Empathiegefühle besitzt.

Teure “Arbeit“ ohne Konzept

Aber sogar dafür will ihnen das Gruppenmitglied Herr Kannenberg, dessen Unterstützung sich die Gruppe als zentrales Ziel gesetzt hat, die Grundlage entziehen. Trotz aller freundlichen Gespräche beim gemeinsamen Kaffeetrinken hat er das Verhalten der Gruppe missbilligt und damit seine treuesten Facebookfreundinnen vor den Kopf gestoßen. Die brauchten sogar einige Stunden, um überhaut die Aussage von Herrn Kannenberg zu erwähnen, dann aber auch gleich als mögliche journalistische Fehlleitung in frage zu stellen.

Nach dem Weser-Kurier hat Herr Kannenberg auf seine schwierigen Arbeitsbedingungen möglicherweise entschuldigend hingewiesen. Danach ist er "wegen der andauernden Besuche der Gut- und der Wutbürger noch nicht zur eigentlichen pädagogischen Arbeit gekommen“.

An dieser klaren und leicht verständlichen Feststellung wird im Forum, das Herrn Kannenberg als ihr Idol ansieht, zunächst einmal der Begriff "Gutmensch", problematisiert, da er nicht zum eignen Vokabular gehört. So kann se bei den Vorurteilslosen nicht überraschen, wenn "dummerweise ..bei mir das Wort "Gutmensch" sehr negativ" ankommt.

Da für manche Menschen bekanntlich nicht sein kann, was nicht sein darf, war es "wahrscheinlich", "wenn es denn überhaupt wirklich eine Äußerung von Herrn Kannenberg war, sicherlich nicht negativ gemeint, sondern vielleicht nur etwas unglücklich ausgedrückt."

Damit kommt die Posterin auf das große Dilemma der empathischen Gutfrauen zu sprechen. Sie gesteht ein, dass "es .. aber auch wirklich verflixt schwierig" ist, "auf der einen Seite seine Solidarität zeigen und Motivationshilfe geben, aber auf der anderen Seite auch nicht stören." Da bleibt für die hin- und hergerissene Posterin am Ende nur ihre unbeantwortete Frage: "Wie macht man es richtig?"

Die Empathieverlierer

Dabei hätte man für Empathie wirklich gute Möglichkeiten, wenn man es ernst meinen würde und nicht ähnlich wie Neonazis oder Rassisten zunächst zwischen Würdigen und Unwürdigen unterscheiden wollte.

Bisher haben sich die Gruppenmitglieder ausschließlich auf die Jugendlichen konzentriert, für die ihr Idol als Mischung von selbst erklärtem Experten und richtendem Gott erklärt, wer es "schaffen" kann.

Nur was macht ein Mensch, der sich so voller Stolz für empathisch hält, mit den "Ausgesonderten", mit den Diskriminierten, die keine 10.000 €-Förderung pro Monat erhalten?

Das sind Jugendliche, über die Herr Kannenberg mit seinen bekannten prognostischen Fähigkeiten urteilt: "Wers nicht packt, der geht!" oder bei denen "Hopfen und Malz verloren ist"

Auch fragt in dieser Gruppe niemand danach, was es bedeutet, wenn Jugendliche "vom Bundesgrenzschutz aufgegriffen" wurden oder "von den Einsatzkräften in Gewahrsam genommen worden sein" sollen.

Das sieht nach einer besonderen Spielart einer psychologischen Einstellung aus, die in der Psychologie nicht unbedingt als Empathie bezeichnet wird. In dieser Wissenschaft gehört zur Empathie die Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Dabei machen die Psychologen keine Einschränkung auf nur eine Teilgruppe von Menschen, also beispielsweise auf Jugendliche, die alles schön machen, was Herr Kannenberg von ihnen verlangt, oder auf die Protestgruppe der "Bremer Bürger" zählen.

Die Erklärung liefert die Grundlage der Empathie, d.h. die Selbstwahrnehmung. Wer danach offener für seine eigenen Emotionen ist, kann die Gefühle anderer besser deuten. Das gilt dann nicht nur für eine Handvoll von "Jungs", zu denen sich ein mütterliche Gefühl entwickelt, sondern für alle Menschen. Schließlich kann man Mitgliedern der "Bremer Bürger" und Anhängern der AfD verständnisvoll begegnen und sich um die "Jungs" Sorgen machen, die durch das fragwürdige Kannenberg-Raster gefallen sind.


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zuletzt bearbeitet 22.12.2014 | Top

..zum Beitrag 88.....

#90 von Lola2 , 22.12.2014 04:53

.....ich habe mir die Mühe gemacht und die FB-Diskussion mit dem OAL von Blumenthal gelesen wie z.B.:

......"DasLesen ist zwar interessant, aber nur verlorene Lebenszeit"........


tztztz ---einfach hier nicht mehr lesen, vielleicht würde sich das Leben dann verlängern, wer weiß das schon, oder?

Was treibt denn einen "ranghohen Beamten der Stadt Bremen" dazu, in einem Forum wie" Blumenthal-Zeitung Xobor" , das er als "Blödsinn" bezeichnet, offenbar regelmäßig zu lesen?

Hier werden nur Themen, Geschehnisse und Entscheidungen diskutiert oder transparent gemacht, "die das öffentliche Leben selbst geschrieben hat", oder?

....vielleicht in etwa wie ein Spiegel?

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