Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Selbstzensur

#61 von Reinhard , 24.11.2014 10:27

Selbstzensur


Die Facebookgruppe „Rekumer Str. 12 ohne Voruteile“ scheint immer stärker zu zeigen, dass es ihr nicht nur um ein gutes Verhältnis zu den „Jungs“ an der Rekumer Str. 12 geht.

Das lässt jetzt bei den Postings zu dem Vorfall in der Nacht zum Sonntag erkennen.

Als Mitglieder den Polizeieinsatz gesehen haben, waren diese mutigen Frauen nicht um ihre eigene Sicherheit besorgt, sondern haben gleich an einen gefährdeten Erfolg ihres Engagements für die straffälligen Jugendlichen gedacht, da „dieser Vorfall mit Sicherheit nicht unbeobachtet blieb“.

Um die politischen Folgen abzuschätzen und vermutlich möglichst klein zu halten, haben sie sich „mit den Betreuern in Verbindung" gesetzt und sich somit "über die Hintergründe informiert.“ Offenbar haben diese angeblich „unpolitischen“ Frauen also volles Vertrauen in den Wahrheitsgehalt der Aussagen von Beteiligten, die von möglichen Straftaten dort beruflich besonders betroffen wären. Es scheint sich also um keine Fans von Krimis zu handeln, wo man gegenüber solchen Angaben erheblich kritischer ist.

Da eine derartige Skepsis fehlt, ist für die Gruppe jetzt alles in Ordnung, nachdem sich „alle 6 Jugendlichen .. jetzt wieder im Haus“ befinden.

Mehr will man nicht schreiben, obwohl die Aussagen der Betreuer bekannt sind. Schließlich hat man auch mit dem Ortsamtsleiter "gesprochen". Der hat offensichtlich aus den Folgen der Geheimsitzung am 17.10. nichts gelernt. Daher wenden sich andere User im Forum dieser Gruppe gegen diese „Heimlichtuerei“.

Trotz oder vielleicht auch wegen dieser Selbstzensur gibt es sogar Reflexionen über die Bedeutung des Vorfalls, wenn die Initiatorin ihre Mitstreiterinnen mit den Worten aufmuntert, „dieses Projekt nicht gleich als gescheitert zu sehen.“

Auch gesteht sie jetzt eine realistischere Risikoeinschätzung ein: „Es wird immer mal etwas passieren und deswegen muss nicht gleich wegen jedem ein Riesenfass aufgemacht werden“.

Nur scheint niemand in dieser Gruppe wirklich lernfähig zu sein: Man hat Angst vor Transparenz und flüchtet sich in Geheimniskrämerei. Das erinnert sehr an die Geheimsitzung von Beiratsmitgliedern am 17.10., die Blumenthal so gespaltet hat.

Das wollen der Ortsamtsleiter und seine FollowerInnen in der Facebookgruppe offenbar fortsetzen. Liegt ihnen so sehr an einer Aufspaltung der Blumenthaler in angeblich "gute" und "böse" Bürger, wobei sie sich das Recht nehmen, diese diskriminierende Einteilung vorzunehmen?


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Rassismus-Polizei

#62 von Reinhard , 24.11.2014 14:17

Rassismus-Polizei


Früher haben sich vor allem die Kirchen um die Ausrichtung von Kindergärten gekümmert, um dort eine frühkindliche Sozalistion mit Kindergärtnerinnen betreiben zu können, die nach den Regeln der jeweiligen Konfession ihr Sexualleben zu führen hatten.

Das hat sich inzwischen weitgehend geändert. Die christliche Religion wurde um die Durchsetzung einer gesunden Ernährung zumindest ergänzt, wie man auf der Facebookseite der Gruppe „Rekumer Str. 12 ohne Vorurtreile“ ganz unpolitisch erfahren kann.

Dieses große Engagement der guten Mütter für Obst und Vollkornbrot hat man jetzt um eine soziale Komponente erweitert. Man wacht nicht nur über die Einhaltung der gerade für gesund gehaltenen Ernährung, sondern auch über die richtige Gesinnung der Eltern und der Elternbeiräte. Dabei spielt eine grüne Politikerin, die Beisitzerin im Landesvorstand und Beiratsmitglied in Borgfeld ist, eine exponierte Rolle.

Im Hinblick auf die Bremer Bildungspolitik hat sie anscheinend resigniert. Nicht mehr die PISA-Ergebnisse sollen wenigstens den deutschen Durchschnitt erreichen. Sie möchte hingegen die politische Wirklichkeit vereinfacht darstellen. So ist sie „überzeugt“, dass sich durch eine „leichte Sprache“ „mehr Menschen für Politik interessieren und aktiv beteiligen würden, wenn sie die Inhalte besser verstehen würden“

Diesen Versuch einer Vereinfachung der Politik hat sie jetzt offenbar bei einer Sitzung des KiTa-Gesamtelternbeirats in Angriff genommen, wie sie auf der Facebookseite der Gruppe „Rekumer Sr. 12 ohne Vorurteile" berichtet.

Dabei konnte sie zunächst nur „unterschwellig einen „fremdenfeindlichen Tenor spüren“. Das reichte ihr jedoch nicht. Daher „wollte“ sie zum Schluss ermitteln, „ob die Ängste der Eltern durch die Delinquenz der Jugendlichen, oder ihre Herkunft ausgelöst werden“.

Das Ergebnis dieses inquisitorischen Versuchs ohne Rechtsbeistand für die Opfer, über den man keinerlei konkrete, überprüfbare Details erfährt, fiel dann so aus, wie es offenbar sein sollte. Das Ziel war damit offenbar erreicht. So schreibt sie: „Obgleich mein vorsichtig formulierter Vorwurf des Rassismus von der Mehrheit vehement abgestritten wurde, so konnten sich schlussendlich Einige dazu durchringen einzugestehen, dass wohl beides eine Rolle spielt, sowohl die Tatsache, dass es sich bei den Jungs um "Intensivstraftäter", als auch "Fremde" handelt.

Anscheinend erfolgte hier eine "Gesinnungserspürung", bei der „Fremde“ mit Angehörigen einer anderen Rasse gleichgesetzt und damit verwechselt werden.

Das dürfte zumindest in früheren Zeiten für Norddeutsche generell schockierend gewesen sein, als man noch viel auf ein Sprichwort gab: "Man kennt einen Menschen erst, wenn man einen Scheffel Salz mit ihm gegessen hat"

Ohnehin haben Vorurteile gegenüber Fremden zunächst einmal auch eine psychische und soziale Funktion, wie jeder erfährt, der sch damit etwas ausführlicher beschäftigt und nicht nur nach einer sprachlichen Diskriminierung anderer sucht.

Aber um eine Analyse von Vorurteilen scheint es nicht zu gehen. Durch subjektive Gefühle will man eine Gruppe, die einem nicht gefällt, als „Rassisten" bezeichnen. Dabei wird nicht einmal nach objektiven Kriterien gesucht. Es ist wie in einem Roman von Franz Kafka: Man gilt plötzlich als "Rassist" und weiß nicht, wie es dazu gekommen ist.

Mit dieser Form von Gesinnungspolizei wird sogar die Scharia-Polizei in den Schatten gestellt, denn ob jemand Alkohol im Glas hat oder in ein Bordell gegangen ist, lässt sch wenigstens zweifelsfrei feststellen. Das gilt für dieses „Aufspüren“ von angeblichen Rassisten hingegen nicht.


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zur Einwohnerversammlung v. 24.11.2014 in Farge

#63 von Lola2 , 25.11.2014 09:09

Für mich war die gestrige Einwohnerversammlung eine interessante Erfahrung,
dass plötzlich so viele Menschen doch aufstehen können um Politik und Verwaltung klar zu machen,
dass sich hier eine Demokratische Macht zu Wort gemeldet hat, nämlich die Bürger!

Zum Schluss machte ein Bürger mit seiner höflichen Art, den Beteiligten schwere Vorwürfe, dass sie große Schuld auf sich geladen haben, dass ein ganzer Stadtteil gespalten ist. Nachbarn die jahrelang gute nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt haben, reden nicht mehr miteinander und grüßen sich nicht einmal mehr. Kinder im Kindergarten würde es ebenso ergehen und es wäre eine beispiellose Hetze auf kritische Bürger losgetreten worden, die noch immer ungebrochen anhält. Das alles hätte vermieden werden können wenn man sofort das Gespräch mit den Bürgern gesucht hätte, bevor man sie vor die vollendete Tatsache stellt. Es wurden hier nur sachliche Fragen gestellt und die Bürger haben das Recht diese zu stellen.

Der Diskussionsleiter nahm diesen Beitrag als Schlussbeitrag um die Versammlung zu beenden.

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Vor und hinter der Fassade

#64 von Reinhard , 26.11.2014 07:58

Vor und hinter der Fassade

Die Initiatorin der Facebookseite „Rekumer Str. 12 ohne Vorurteile“ hat nach der Einwohnerversammlung die Beschreibung der Facebookgruppe geändert. Jetzt lautet sie klar und eindeutig: „Wir unterstützen die Arbeit der Akademie Kannenberg in der Rekumer Straße. 12.“

Das ist eine deutliche Identifikation mit der Arbeit des Respekttrainers Lothar Kannenberg, die vor allem nach zwei Ereignissen während der letzten Tage nicht unbedingt zu erwarten war.

Wenn man sich bei der Darstellung vor allem auf die Angaben der angesprochenen Facebookseite bezieht, gilt das zunächst einmal für den Suidzidversuch eines der „Jungs“.

Dieser Versuch wird jetzt als Belanglosigkeit abgetan, weil dadurch keine außenstehenden Bürger Blumenthals betroffen sein sollen. Auch dass muss nicht unbedingt richtig sein, denn wenn sich ein Jugendlicher vor ein fremdes Auto wirft, lässt sie schließlich nicht prognostizieren, wie ein solcher Zwischenfall ausgeht.

Aber das soll hier nicht das Thema sein. Vielmehr wird einiges über das Verhältnis zwischen den Jugendlichen und ihren „Respekttrainer“ ausgesagt, auch wenn sich die Aussagen vor allem auf die Angaben der Polizei stützen, die offenbar keinen Psychologen hinzugezogen hat.

Für ein Straßenkind, wo immer es früher gelebt haben mag, ist ein Suizid eine einschneidende Entscheidung, die der Jugendliche sicherlich noch nicht allzu häufig getroffen hat. Sonst hätte er schließlich nicht in seinem Heimatland überlebt und den weiten Weg nach Bremen geschafft. Das ist alles nichts für depressive „Weichlinge“.

Eine richtige "Familie" wie sie Herr Kannenberg als Vater versprochen hat, wird kaum sofort die Polizei einschalten, wenn ein Mitglied aus dem Haus gegangen ist, ohne die Eltern zu informieren. Hier scheint der Informationsfluss hingegen überhaupt nicht klappt zu haben, wenn die Jugendlichen nicht mit ihren Respekttrainern sprechen, sondern sich selbst rasch auf die Suche machen.

Aus diesen simplen Tatsachen muss man wohl schließen, dass zumindest für einen Jugendlichen das „Konzept Lothar Kannenberg“ sehr rasch mit aussichtsloseren Erwartungen verbunden ist als das Leben auf der Straße.

Zudem wurde insgesamt zu den Respekttrainern kein Vertrauensverhältnis aufgebaut, das zu einer gemeinsamen Suchaktion geführt hat.

Das „Konzept Kannenberg“ hat also bisher nur gezeigt, warum es mit hohen Abbrecherquoten verbunden ist, die an der Rekumer Str. 12 sogar bis zum finalen Ausstiegsversuch, dem Suizidversuch, führen können.

Zur praktischen Durchführung dieses Konzepts, über das die Studie der Uni Kassel und das Engagement der Sozialtherapeutin Christa Schudeja aufgeklärt haben, will die sogenannte Ohne-Vorurteile-Gruppen offensichtlich weiterhin nicht beitragen, ja, sie scheint sich nicht einmal darüber informiert zu haben, weil sie eben ihre Jungs mag und ihr der Mann Lothar Kannenberg wohl nicht nur als Respekttrainer gefällt. Hier scheint das Gefühl über eine sachliche Information gesiegt zu haben.

Nicht einmal die Aufklärung über die Jugendlichen, die tatsächlich an der Rekumer Str.12 untergebacht wurden, kann sie davon abhalten, obwohl sich darin eine sehr unseriöse Politik der Bremer Behörden zeigt.

Nach den Aussagen auf der Einwohnerversammlung wurden gar nicht die Jugendlichen ausgewählt, für die man angeblich dringendst eine Unterkunft suchte, damit sie sich nicht gegenseitig mit Messern erstechen oder das Leben anderer gefährden, sondern eher harmlose Kleinkriminelle. Das wurde von der Ohne- Vorteile-Gruppe sogar mit dem Satz “Im Haus wohnen demzufolge derzeit KEINE verurteilten Intensivstraftäter!!!“ (Ruth Büsing ) besonders herausgestellt. Nur hat die Autorin dabei offenbar über diese Erklärung nicht weiter nachgedacht.

Damit haben die senatorischen Behörden jetzt die hier angesprochene Wandlung der straffälligen Jugendlichen, die hoch kriminell und aggressiv sein sollten, zu braven, netten „Jungs“, die mit Kindergartenkindern Laub fegen, aufgeklärt.

Um einen guten Eindruck in den ersten Tagen zu hinterlassen, hat die Sozialbehörde also kräftig gemogelt. Man hat andere geschickt als angekündigt waren, um zunächst Zwischenfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit zu vermeiden und den Kritikern möglichst Wind aus den Segeln zu nehmen, bevor vielleicht später ein Unwetter folgt.

Dabei hat man übersehen, dass man dadurch selbst die angebliche Dringlichkeit für die Geheimsitzung in Blumenthal als bloßen Vorwand entlarvt hat; denn wie man bei der Ohne-Vorurteile-Gruppen lesen kann, wurden die schwierigen Fälle in Untersuchungshaft genommen.(Ruth Büsing)

Ein ganz besonderes Spiel hat die Sozialbehörde dadurch mit den Freunden der „Akademie Lothar Kannenberg“ getrieben. Man hat sie zu Marionetten in einem Stück degradiert, das offenbar die „Täuschung der Bewohner Farges und Rekums“ auf die Bühne des Lebens bringen soll.

Wenn die Facebookgruppe nicht nur durch wenige Vorurteile auffallen will, sondern sich nach den neuen Informationen auch einmal ein Urteil gebildet hat, wird sie feststellen müssen, dass sie ihre Vorurteilsfreiheit schlecht genutzt hat.

Damit hat sie weder den Jugendlichen einen Dienst erwiesen, die unter dem Drill des Konzepts Lothar Kannenberg leiden, noch dem Frieden in Blumenthal, den die Sozialbehörde durch ihr anscheinendes Täuschungsmanöver immer noch weiter gefährdet.

Daran kann auch ein offener Brief eines Mitglieds wie Sandra Marciniak nichts ändern, denn Taten zählen mehr als Worte, auch wenn man dadurch ein "Gefällt wir" vom Ortsamtsleiter und vom Beiratssprecher erhält. Nur werden die ja dummerweise von vielen aufmerksamen Politikbeobachtern in Blumenthal als Partei gesehen, da sie an der Weichenstellung schon allein aufgrund ihrer Funktionen für die Spaltung in den Ortsteilen nicht "ganz" unbeteiligt waren.


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zuletzt bearbeitet 04.12.2014 | Top

Gefährlich

#65 von Gast , 26.11.2014 09:08

Moin Herr Landwehr,

Mit Hochgenuss lese ich gerade heute Ihren Blog.

Ich freue mich sehr, festzustellen, wie unglaublich gefährlich unsere Gruppe Ihnen erscheint, dass die "Ohne Vorurteile" Gruppe dermaßen in Ihrem Focus steht.

Wir werden seit Tagen schon "lobend" von Ihnen erwähnt! Über alle Maßen lobend!
Jeder weitere versuchte "Angriff" von Ihnen auf uns bestätigt mich nur darin, dass unsere Gruppe das Richtige tut.

Würden bestimmte Menschen oder bestimmte Gruppierungen signalisieren, dass sie unseren Auftritt befürworten, würde ich mich allen Ernstes fragen, was ich falsch mache in meinem Leben.

Oder anders ausgedrückt - Ihre Kritik ist unsere Anerkennung!
Weiter so!

Gruss

Ruth Büsing


zuletzt bearbeitet 26.11.2014 11:23 | Top

RE: "Gefährlich" für wen?

#66 von Reinhard , 26.11.2014 10:49

Guten Morgen Frau Büsing,

über Ihr kritisches Posting habe ich mich sehr gefreut, da mein Interesse ja einer sachlichen Diskussion kontroverser Standpunkte gilt.

Das trifft ganz besonders für den Fall des Umerziehungshauses an der Rekumer Str. zu, wo auf eine Geheimsitzung Blumenthaler Beiratsmitglieder eine Gegenreaktion aus der Blumenthaler Bevölkerung erfolgte wie in jüngster Zeit zu keinem anderen politischen Thema im Stadtteil.

Die anschließende Diskussion dazu konnte man zunächst noch gut verfolgen; aber inzwischen haben sich derartige Abgrenzungsmechanismen zwischen den Facebookgruppen entwickelt, dass man sich kaum noch über unterschiedliche Positionen an der Quelle informieren und gleich seine eigene Meinung in die Debatte einbringen kann. Das gilt vor allem für den Marktführer, der sich total abgeschottet hat.

Für einen inhaltlich gehaltvollen Kommentar kann man dort also als bewusstes Nichtmitglied nichts lesen und verwenden.

Allein die Neugier hat mich daher zum ersten formalen Nachahmerprodukt geführt. Von einer unglaublichen Gefährlichkeit Ihrer Gruppe lese ich jetzt erstmals in Ihrem Post. Das muss ich vorher wohl total in mein Unterbewusstsein verdrängt haben.

Wenn Sie den Thread zur Rekumer Straße genau verfolgen, habe ich bisher die Selbstkennzeichnung Ihrer Gruppe als „unpolitisch“, wobei ein Verstoß mit einem Ausschluss aus Ihrer Gruppe geahndet werden soll, als naiv und autoritär angesehen, da es für mich, wie ich im Studium überzeugt wurde, fast nur Fragen gibt, die auch einen politischen Aspekt besitzen. In Ihrer Gruppe hätte man es jedoch auch präziser und offener als Diskussion der Geheimniskrämerei durch die Bremer und Blumenthaler Verwaltung benennen können, also die Frage, die mich zunächst fast ausschließlich interessiert hat, bevor ich über Herrn Kannenberg recherchiert habe.

In den letzten Tagen haben sich meine Kommentare weitgehend auf drei konkrete längere Posts Ihrer Gruppe zu ganz speziellen Fragen bezogen:

- Ihre Selbstzensur, um nichts möglicherweise Negatives über das „Konzept Lothar Kannenberg“ schreiben zu müssen,

- das „Erspüren“ einer Gesinnung anderer, um „Rassismus“ zu finden und heute Morgen

- die Identifikation Ihrer Gruppe mit der „Akademie Lothar Kannenberg“ bereits in der Selbstbeschreibung von "Rekumer Str. 12 ohne Vorurteile", die zu der entsprechenden selektiven Wahrnehmung von zwei Ereignissen geführt hat.

Die in meinen Beiträgen vertretenen Positionen halte ich für diskussionsbedürftig und hätte daher gern Argumente gelesen, die meine Meinung infrage stellen.

Das hätte mich weniger beunruhigt, als von einer derartigen Abhängigkeit Ihres Selbstbewusstseins und das Ihrer Gruppe von meiner Kritik lesen zu müssen. Das haben Sie doch wirklich nicht nötig! Stehen nicht starke Männer wie die Herren Kannenberg und Nowack hinter Ihnen? Außerdem sind Sie doch selbst zweifellos Powerfrauen.

Ich freue mich daher schon auf Ihr nächstes Posting, das sicherlich auch auf Inhalte eingehen wird, nachdem wir das übliche Vorgeplänkel hinter uns haben.

Also viele freundliche Grüße bis zum nächsten Post von Ihnen oder einem Mitglied Ihrer Gruppe.


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..Schlau-Schule ..

#67 von Lola2 , 27.11.2014 13:22

http://www.schlau-schule.de/lehrkonzept/...s-leitbild.html

http://www.schlau-schule.de/engagement/f...-sponsoren.html

http://www.schlau-schule.de/blog/8/Schla...n-AURELIUS.html

http://www.schlau-schule.de/einblicke/medien.html

http://www.schlau-schule.de/lehrkonzept/...tet-schlau.html

So geht man z.B. in Bayern mit" unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen" um..

Zitat
Doch jeder Tag, den die Jugendlichen sprach- und orientierungslos in den Aufnahmelagern oder auf der Straße verbleiben, befördert die vielzitierten Negativkarrieren und belastet sowohl die Jugendlichen selbst als auch ihr soziales Umfeld.
Zitat Ende

http://www.fluchtraum-bremen.de/Bericht_...s_in_Bremen.pdf
Zitat
Wird eine Beschulung von Flüchtlingen verzögert, ist
damit eine wesentliche Chance zur Partizipation am und Integration in den gesellschaftlichen Alltag
verpasst. Die Bildungschancen dieser Menschen sind reduziert, Probleme, wie z.B.
Marginalisierung, Straffälligkeit etc. können folgen "

Zitat Ende



Was "Fluchtraum Bremen" über verpasste Chancen in Sachen Bildung und Integration vorgibt, habe ich im vorangegangen Absatz zitiert.

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Das Kannenberg-Konzept in der Rekumer Realität

#68 von Reinhard , 27.11.2014 16:12

Das Kannenberg-Konzept in der Rekumer Realität

Das Umerziehungshaus an der Rekumer Str. 12 hat in einer Weise, die die Sozialbehörde und das Ortsamt in dieser Schärfe und Dauer vermutlich nicht erwartet haben, nicht nur die Bürgerschaft in Blumenthal gespalten. Ein Ausdruck der entstandenen Konfliktline zwischen den Unterstützern der Nowack-Kannenberg-Position und ihren Kontrahenten, die weiterhin die Einrichtung am jetzigen Standort und das Zustandekommen der Entscheidung kritisieren, ist die Entstehung von mindestens fünf Facebookgruppen, die sich gegenseitig behaken und ihre „Geheimnisse“ vor einander verbergen wollen.

Internetdiskussionen bei der Gruppe „Bremen-Nord - Das geht uns alle an!“

Während sich die ursprüngliche Protestgruppe bei Facebook gegenüber Nichtmitgliedern als „geschlossene“ Gruppe abschottet, führt eine Koalition der beiden Gruppen „Rekumer Str. 2 ohne Vorurteile" und „Ein Zuhause in Bremen nicht nur für ausgewählte Flüchtlinge“ einen intensiven Kampf gegen vermeintliche „Rassisten“ und einen „brauen Haufen“. Die ähnlich orientierte Gruppe „menschen gegen kinderpogrom in farge“ hat inzwischen offenbar ihr virtuelles Leben ausgehaucht, da das letzte Lebenszeichen ein Posting vom Endes letzten Monats ist.

In dieser virtuellen Welt, die zumindest teilweise die Spaltung in der realen widerspiegeln dürfte, hat Herr Milpacher mit der Gruppe „Bremen-Nord - Das geht uns alle an!“ eine unabhängige Gruppe geschaffen, deren politisches Spektrum von der AfD bis zur SPD reiccht, wenn man die Lokalpolitiker unter den Mitgliedern als Kriterien wählt.

Sehr wichtig für eine reizvolle und vor allem auch informative Diskussion auf der Seite ist es, dass Herr Milpacher den Blumenthaler Ortamtsleiter als Mitglied und nicht selten auch als Diskussionsteilnehmer für diese Grue gewinnen können. Das scheint teilweise bewunderswerte diploamtichen Fähigkeiten zu erfodern, wenn etwa der OAL sein Ineresse zu verlieren sccheint, und mit Kritiern, die aneblich „alle kein Interesse an Fakten haben“ ihm seine „Zeeit stehlen.“.ogden ,ncht iimmer ,eicht zu sein,

Mit der Polarisierung der Meinungen ist fats zwangsläufig eine psychische Anspannungen verbndne, die zu entspechen Entadungsversuchen in einer Dkskussion frht, in der neide Seitn teilnehmen. So sieht sich der OAL als ausführendes Organ des Senats, währehd ihm seine kriitke die Euphorie nicht vergessen haben, als er die Entscheidung zum Umerziehugnshaus an der Rekumer Straße als Sternstunde des Beirats bezeichnet hat.

Ausganspunkt einer Online-Diskussion war gesetern Nachmttag der Ensatz von vier Manschaftswagen der Polizei an der Rekumer Str. 12. Dabei ging es neben dem konkreten Anlass vor alem um die Entschediung vn Sozialbehörde, Orstamt und Beirat, aber ach die tasächliche aktuelle Umsetzung des „pädagogischen“ Konzepts Lothar Kannenberg an der Rekumer Straße ging.

Da gestern insgesamt über 150 Posts seit 17 Uhr verfasst wurden, die bisher knapp 90 Leser gefunden haben, soll hier eine Zusammenfassung von Details zum Bremer Konzept der „Akademie Lothar Kannenberg“ erfolgen, über die bisher relativ wenig bekannt ist. Zwar lässt sich ein Darstellung über die Situation in Nordhessen im Internet abrufen, aber dort waren die Rahmenbedingungen erheblich anders: es gab keine Bushaltestelle vor der Haustür, wo eine Linie zum „Hauptbahnhof“ abfuhr und auch keine Sprachprobleme, sodass die Respekttrainer sich nicht nur über eine Dolmetscherin wirklich mit ihren Klienten unterhalten konnten.

News vom Abendessen in angenehmer Stimmung

Ungewöhnlich an der Diskussion war die Tatsache, dass auf ganz aktuelle Informationen aus dem Haus selbst zurückrückgegriffen werden konnte, es sich also nicht um Vermutungen oder bloßes Hörensagen handelt, über das mehr der wenig sachlich Meinungen ausgetauscht werden kann.

In diesem Fall war hingegen Herr Nowack selbst nach dem Polizeieinsatz im Haus und hat dort „zu Abend gegessen“. Dabei soll die Stimmung sehr „angenehm“ gewesen sein, „weil alle froh waren, dass der Störenfried weg ist.“

Fast gleichzeitig konnte Herr Milpacher als zweite Quelle noch Informationen beisteuern, die er in einem Gespräch mit dem Stellvertreter von Herrn Kannenberg erhalten hat.

Das Problem liegt dabei in der Bewertung dieser Quellen, da es sich um Aussagen von Vertreten der "Akademie Lothar Kannenberg" handelt, die über zwei Blumenthaler Gruppenmitglieder vermittelt wurden, die auch eine mehr oder weniger dezidierte Meinung zu dem Haus an der Rekumer Straße haben.

Andere Sichtweisen, etwa die der Jugendlichen, die kaum deutsch sprechen, stehen hingegen nicht zur Verfügung. Das muss daher immer berücksichtigt werden, wenn man feststellen will, was wirklich abläuft und wie es von den unterschiedlichen Gruppen von Betroffenen wahrgenommen wird

Betreuunsquoten und individuellen Bezugspersonen

In der ersten offiziellen Erklärungen, mit denen den Anwohnern die Unterbringung straffällig gewordener jugendlicher Flüchtlinge verkauft werden sollte, wurde von einer intensiven Kontrolle der Jugendlichen berichtet. Danach sollte ein Betreuungsverhältnis von 1: 1 bestehen, sollte jeder Jugendliche eine persönliche Bezugsperson haben und es sollte auch nachts immer ein Respektrainer anwesend sein.

Nach den aktuellen Berichten scheint das zu Erwartungen geführt zu haben, die von der Realität nicht abgedeckt werden. So wird für vier bzw. sechs untergebrachte Jugendliche offenbar neben Herrn Kannenberg, der allerdings zwei Wochen lang nicht in Bremen sein wird und seinem Stellvertreter, über dessen Ausbildung nichts Näheres bekannt ist noch ein persönlicher Bodyguard für den Ex-Boxer Lothar Kannenberg, der sich als Leibwächter" "Martin" vorgestellt hat, in Afghanistan zu den Spezialkräften gehört haben soll und jetzt sein Anerkennungsjahr als Erzieher absolviert als Betreuer aufgeführt. Das übrige Personal, d.h. die Köchin, eine Putzfrau und eine Bürokraft müssten daher mitgezählt werden, um auf eine höhere Quote für das Betreuungspersonal zu kommen.

Schwierig dürfte es vor allem sein, bei diesem Personaleinsatz für jeden Jugendlichen eine errechbare persönliche Bezugsperson zu besitzen. Damit fällt ein ganz wesentlicher Teil des vorgestellten Konzepts aus.

Schwieg wird es auch, wenn man die Daten zur Rundumbetreuung genauer überprüft. Auch wenn, umgerechnet auf einen 24-Stunden Tag,für jeden Jugendlichen nur sieben Stunden lang ein Betreuer zur Verfügung stehen muss, dürfte das bisher mit dem vorhandenen Personal nicht erreicht worden sei.


Das diffuse Lernkonzept

Offenbar erfolgt zumindest gegenwärtig die Erziehung nicht nach den Prinzipien Makarenkos, da die Jugendliche nicht selbst für ihre Mahlzeiten und eine saubere Wohnung sorgen müssen, sondern dies von einer Köchin und einer Putzfrau erledigt wird.

Allerdings soll dieses hauswirtschaftliche Personal den Jugendlichen helfen, diese Aufgaben selbst einmal zu übernehmen.

Bei der Auswahl des pädagogischen Personals scheint es keine Rolle gespielt zu haben, ob ein Bewerber vielleicht diese Zusatzqualifikationen besitzt, sodass für die Bequemlichkeit der straffälligen Jugendlichen an der Rekumer Str. 12 mehr getan wird als für viele andere Flüchtlinge und Bremer, die sich um diese Dinge selbst kümmern müssen.

Als Begründung führt die Sozialbehörde an, dass es ich um „Straßenkinder" handeln soll, denen „alles beigebracht werden muss“. So sollen sie erst,wie Herr Milpacher vom stellvertretenden Leiter der „Akademie“ erfahren hat, wie „kleine Kinder“ mit vielen Besprechungen, gemeinsamem Kochen und kleinen gemeinschaftlichen Aufgaben erzogen werden, bevor es „abends zum Sport geht.“

Es ist schon erstaunlich, wie diese "kleinen Kinder" auf den Straßen überlebt und die Fahrt nach Bremen ohne die Begleitung von Erwachsenen geschafft haben sollen.


Die Auswahl der untergebrachten Jugendlichen

Wie schon an anderer Stelle aufgrund er unterschiedlichen Charakterisierungen durch die Justiz und jetzt durch das Sozialamt und die Lokalpresse erwartet, hat tatsächlich eine deutliche Selektion der straffälligen Jugendlichen stattgefunden, die nach Rekum gekommen sind.

Herr Milpacher schätzt ihr Alter auf 13 bis 16 Jahre, sodass sie eher zu den jüngeren Flüchtlingen zählen dürften, die damit leichter beeinflussbar sein sollten als die älteren.

Aber nicht nur das. Man wählt nicht nur nach Alter aus, sondern trifft eine ganz individuelle Auswahl. Wie Herr Milpacher es darstellt, werden von den senatorischen Behörden vorgesehene „Jungs zu Herrn Kannenberg geschickt“ Der darf sie dann danach aussortieren, mit wem er „es schaffen kann“ und „wer nur die Gruppe sprengen würde“.

Auf diese Weise wird also zwischen angeblich Privilegierten und einem Rest unterschieden, was zweifellos die Anfangszeit mit den Auserwählten für die Respekttrainer leichter gestaltet. Nur muss man sich fragen,ob die Rückfallquote des Konzepts Kannenberg, die ohnehin nicht gerade niedrig ist, auch in Nordhessen auf diese Weise geschönt wurde.

Zudem sollten sich vor allem die wirklichen Menschenfreunde unter den Anhängern des Systems Kannenberg fragen, wie das Schicksal der negativ Selektierten aussieht. Wer wird sich um diese „schwarzen Schafe kümmern, die von einer Art Gott als hoffnungslose Fälle aussortiert wurden. Oder erinnert es eher an die Aussonderung von "lebensunwertem" Leben oder die Bestimmung nicht ganz "reinrassiger" Tiere bei einem Kaninchen- oder Geflügelzuchtverein zur Schlachtung?

Drei polizeirelevante Vorfälle in drei Tagen bei vier bis sechs Jugendlichen

Bei diesen neuen Hintergrundinformationen muss man sich noch stärker fragen als nach den Studien über das Erziehungscamp in Rhoden, wieso gerade die neu gegründete "Akademie Lothar Kannenberg“ für diese Maßnahme besonders geeignet sein soll; denn sie kann weder auf qualifiziertes Personal zurückgreifen noch hat sie ein Konzept für die Sozialisierung bzw. Resozalisierung von Straßenkindern, die kein Deutsch sprechen.

Die drei polizeirelavanten Vorfälle innerhalb von vier Tagen bei vier bzw. sechs Jugendlichen sind ein sichtbare Zeichen dieser eklatanten Defizite. Ganz gleich was sich tatsächlich abgespielt hat, als ein Jugendlicher einen Suizidversuch unternommen haben soll, einig Jugendliche offenbar an einem Ladendiebstahl durch das Personal des Händlers gehindert wurden und einer der zunächst Privilegierten sich nicht zum ausgesonderten Rest machen lassen wollte, in dieser Dichte ist es ein Tatbestand, der nicht nur verharmlost werden sollte. Schließlich handelt es sich nicht nur um interne Vorgänge, denn wenn sich einer Jugendlicher vor einen Bus werfen will, gefährdet er damit auch die Gesundheit anderer.

Übereilt und unprofesionell

Die Gesamtbeurteilung fiel gestern Abend in der Diskussion unterschiedlich aus, auch wenn die Sozialbehörde, die anders als das Blumenthaler Ortsamt nicht persönlich an der Diskussion teilgenommen hat, als Sündenbock erschien. Das dürfte auch keineswegs falsch sein, da es offenbar weiterhin einen erheblichen Zeitdruck auch auf Herrn Kannenberg ausübt.

So wurde Herr Kannenberg nach den Informationen, die Herr Milpacher erhalten hat, gefragt, ob er die Maßnahme übernehmen würde, woraufhin ihm das Haus an der Rekumer Str. 12 bereitgestellt wurde. Obwohl er sich dort eine längere Vorbereitungszeit erbeten hat, wurden ihm rasch die ersten Klienten ins Haus geschickt.

Auch soll es keine Planungen für die weiteren Jugendlichen geben, sodass es aufgrund dieser Verhaltensweise der Sozialbehörde schwierig ist, pädagogisch sinnvolle Gruppen zu bilden und Bezugspersonen für die Jugendlichen zu bestimmen.

Hinzu kommt allerdings, dass die „Akademie“ zumindest aufgrund fehlender erfahrener Mitarbeiter und eines nicht vorhandenen Konzepts, das auf die konkrete Situation der speziellen Gruppe jugendlicher Flüchtlinge abgestimmt ist, überfordert ist.

Hätte man hier der Sozialbehörde früher und bestimmter Einhalt geboten, hätten sich vermutlich viele Probleme für Blumenthal und für die betroffenen straffälligen Jugendlichen vermeiden lassen.

Nur ist das eben eine Aussage, die nicht ohne „hätte“ und „wäre“ auskommt.

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Wahlhillfe für die Wutbürger

#69 von Reinhard , 29.11.2014 14:39

Wahlhillfe für die Wutbürger


Inzwischen haben die Bürger in Wut (BiW) ihre große Chance erkannt, die ihnen die Bremer und Blumenthaler Verwaltung mit ihrer desaströsen Bürgerinformation zur Rekumer Str. 12 gegeben hat.

Da sie anders als die AfD mit zwei Abgeordneten in der Bürgerschaft vertreten sind, können sie dort Fragen zu den Maßnahmen de Sozialsenatorin stellen, was vermutlich zu einer größeren öffentlichen Resonanz führen dürfte als die fast unübersehbar große Zahl von Fragen, die über den Blumenthaler Beirat eingereicht wurden.

Nach seinen ersten Fragen zu den Kosten der Maßnahme in Rekum, die vom Senat weitgehend ausweichend beantwortet wurde, indem er sich hinter einer angeblich vereinbarten Vertraulichkeit verschanzt hat, wurden jetzt von dem ehemaligen SPD-Abgeordneten Korol (BiW) zwei weitere aktuelle Anfragen an den Senat eingereicht.

Davon beziehen sich drei Fragen auf einen notwendigen Ausbau des Gebäudes, der offensichtlich nicht rechtzeitig vor dem überstürzten Beginn der Maßnahme erfolgte, und drei weitere auf die Hintergründe der Polizeieinsätze während der letzten Tage, wobei auch Informationen über die entstandenen Schäden erbeten werden.

Wie gerade die aktuellen Anträge zeigen, wurde die Übernahme des Hauses durch die „Akademie Lothar Kannenberg“ offenbar nicht mit der notwendigen Sorgfalt vorbereitet. Es sieht vielmehr so aus, dass die „Akademie“ nicht Kapazitäten frei hatte, sondern eher als ein Neuling auf diesem Gebiet im Raum Bremen für sich selbst eine Aufgabe suchte, ohne in der sozialen Arbeit mit Straßenkindern, die kein Deutsch sprechen, Erfahrungen zu besitzen.

Diese Defizite zeigen sich auch in vielen Kleinigkeiten, wenn etwa Unterrichtsmaterialien und Boxhandschuhe, ja sogar die Nutzung eines Boxrings von einer Anwohnerinnengruppe beschafft oder vermittelt werden müssen, und der Ortsamtsleiter anstelle der Sozialsenatorin und der „Akademie“ auf die Suche nach Sportplätzen gehen muss.

Interessant wird jetzt das Verhalten der anderen Parteien sein. Wird die CDU auf Stadt- und Landesebene eine eher kritische Position beziehen und ebenfalls wie die Wutbürger dem Senat unangenehme Fragen stellen? Und werden die drei anderen Parteien die Senatspolitik weiterhin unterstützen, indem sie vor allem der Sozialsenatorin eine Gelegenheit verschaffen, sich und die Arbeit ihrer Behörde in ein gutes Licht zu rücken.


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zuletzt bearbeitet 29.11.2014 | Top

Statt „rassistischer“ Haufen jetzt „Masse“

#70 von Reinhard , 30.11.2014 11:16

Statt „rassistischer“ Haufen jetzt „Masse“

Die Mitglieder mancher Facebookgruppen, die sich mit der Situation an der Rekumer Str. beschäftigen, brauchen offenbar klare Wegweiser und Verbotsschilder, bevor sie etwas posten. Bei dem virtuellen und realen Förderverein für die „Akademie Lothar Kannenberg“ war das zunächst der „politischer“ Hinweis, auf eine so miserable Information der Bürger über eine Maßnahme der Sozialsenatorin, wie es sie in keinem anderen Bremer Stadtteil gegeben hat, mit keinem Wort einzugehen. Nachdem anschließend die Bürger, denen diese Behandlung durch die angeblich demokratische Obrigkeit nicht gefallen hatte, als „Rassisten“ gebrandmarkt wurden, hat man jetzt eine erneute Wende vollzogen. Immerhin hat sich der Ortsamtsleiter, der auch Gruppenmitglied ist, gegen einen allgemeinen Rassismusvorwurf ausgesprochen.

Das hätte ein Ausgangspunkt für eine entspanntere Lage im Stadtteil werden können. Nur geht es in den gegnerischen Gruppen nicht nur um unterschiedliche Sachpositionen, man braucht sie auch, um selbst psychisch von dem Gegensatz einer guten Binnengruppe, der man selbst angehört, und einer bösen Außengruppe der anderen zu profitieren.

Das zeigt sich sehr deutlich an der neuen Aufteilung in die „Masse“ und die eigene „Elite“, die in Anlehnung an den französischen Mediziner und Ethnologen Gustave Le Bon eingesetzt wird.

Auch wenn seine Methoden aus dem 19. Jahrhundert für Fachleute heute archaisch sind, scheinen sie den Ansprüchen der „Akademie“-Gruppe zu genügen.

Man glaubt bei seinen Gegnern einiges von dem entdeckt zu haben, was Le Bon als Massenphänomene etwa bei einem extremen Kursanstieg od -verfall an der Börse beobchtet hat oder auch, und das ist der zentrale Hintergrund, beim Aufstieg der „Arbeitermassen“ zu einer politschen Kraft in Frankreich.

Diese Verbindung dürfte zwar prinzipiell nicht ganz einfach sein; denn eine große Facebookgruppe, die immer noch wenigstens das Zehnfache an Mitgliedern besitzt wie die eigene, lässt sich kaum im sozialpsychologischen Sinn als Masse bezeichnen. Hier fehlt einfach ein reales Zusammentreffen auf einem relativ engen Raum, wie man es etwa bei Massenkundgebungen oder anderen Großevents erleben kann.

So müssen die Bluenthaler Anhängerinnen Le Bons auf Randbeobachtngen zurückgreifen. Hierzu zählen solche „bekannten“ Massenphänmene wie „"Massensuggestion von Gefahr durch 5 Jugendliche", die „permanente Beobachtung des Hauses“ an der Rekumer Straße, das abgesprochne Auftreten der Guppe während der letzten Blumenthaler Beiratssitzung und ein plötzlich entstandener „derartiger Hass“.

Deshalb bedankt sich sogar ein Mitglied der „Elite“, also der „Akademie“-Gruppe, dafür, „dass ich nicht berauscht werden konnte“. Die Einteilung in „Masse“ und „Elite“ hat also ihre Funktion erfüllt und man muss deshalb nicht mehr prüfen, ob die „Beweisführung“ auch korrekt war.

Anscheinend haben die Le Bon-Anhängerinenn ihre Lektüre abgebrochen, bevor sie zu den späteren Werken ihres Idols gekommmen wären. Dort hätten sie sich über richtigen Rassismus aufklären können, etwa wenn „höherstehende Rassen von den niedrigeren Rassen“ unterschieden werden, wobei „erstere eine gewisse Anzahl sehr entwickelter Gehirne hervorbringen, während bei den niedrigeren Rassen die Menschen gleicher seien.“

Le Bon hat dann unter seinem Begriff von Rasse noch eine Botschaft für seine Anhängerinnen in Blumenthal parat: Wenn es eine menschliche Entwicklung geben sollte, müssen sie mit weiteren unterschiedlichen Meinungen rechnen, denn wir gehen „nicht der Gleichheit, sondern einer zunehmenden Ungleichheit entgegen.“ Das kann dann, wie man an der Rekumer Straße erleben kann, zu Einstellungen führen, die schon an die Propaganda im Vorfeld eines Krieges erinnern, wenn man mit Andersdenkenden nicht mehr auf einem Marktplatz stehen will oder sie als „Masse“ abqualifiziert.

Auch wenn man seinem Idol in diese Richtung nicht ganz folgen will, bietet Le Bon in seiner „Psychologie der Massen“ eine einfache Weisheit an, die das intellektuelle Leben und damit auch das Posten bei Facebook sehr erleichtern kann:

"In einem kleinen Vorrat an Redewendungen und Gemeinplätzen, die wir in der Jugend erlernten, besitzen wir alles Nötige, um ohne die ermüdende Notwendigkeit, denken zu müssen, durchs Leben zu gehen."


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Verschollen auf den sieben Weltmeeren?

#71 von Reinhard , 30.11.2014 15:38

Verschollen auf den sieben Weltmeeren?

Der Wahrheitsgehalt der Antworten von „Experten“ lässt sich nicht immer sehr leicht überprüfen, da es in vielen Fällen um Beurteilungsfragen geht, zu denen auch Fachwissenschaftler häufig unterschiedliche Postionen vertreten.

Aber es gibt auch einen ganz anderen Typ von Fragen und Antworten, bei denen man nur zwei Aussagen nebeneinander halten muss, um festzustellen, ob die Auskünfte widerspruchsfrei sind oder sich deutlich unterscheiden und sogar sachlich falsch sein müssen. In diesem letzten Fall kann man dann nochmals nachfragen oder konstatieren, dass in dem konkreten Fall die Sozialsenatorin eine falsche Auskunft gegeben hat oder die Hintergründe selbst nicht kennt.

Dieser leicht überprüfbare Fall liegt bei der Frage nach dem Betreiber der „Akademie Lothar Kannenberg“ an der Rekumer Str. 12 vor, die jetzt in Verbindung mit der Petition beantwortet wurde.

Hierzu wurde die Öffentlichkeit am 17.10. von der Senatorin folgendermaßen informiert:

„Der verantwortliche Jugendhilfeträger „Makarenko Schiffahrt GmbH“ mit dem Partner „Akademie Lothar Kannenberg“ ist in ganz Deutschland aktiv und bietet unter anderem seit den frühen 90er Jahren intensivpädagogische Maßnahmen auf Schiffen, um Jugendlichen Struktur und Halt zu geben“.

Vor sechs Wochen war also die Makarenko Schiffahrt GmbH der „verantwortliche Jugendhilfeträger“, eine Eigenschaft, die erforderlich ist, damit eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln möglich ist.

Jetzt wird hingegen von einem „Betriebskonsortium“ gesprochen, in dem mit der Wildfang GmbH ein erfahrener Jugendhilfebetreiber beteiligt sein soll.

Die Qualität der Betreuung, an der nach den ersten Erfahrungen in Rekum Zweifel aufgekommen sind, soll durch die „Akademie Lothar Kannenberg“ sichergestellt sein, „die ebenfalls seit vielen Jahren in diesem Arbeitsbereich erfolgreich in ganz Deutschland tätig ist.“

Wie schon die ersten Angaben sind auch diese Aussagen zumindest teilweise irreführend oder sogar falsch:

1. Die fragwürdige Makarenko Schiffahrt, die überschuldet war und praktisch keine Erfahrung bei intensivpädagogischen Maßnahmen nachweisen konnte, scheint nicht mehr beteiligt zu sein. Dabei hatte sie das Triumvirat hinter dem gesamten Konsortium extra beim Amtsgericht in Walsrode neu gegründet. Das lässt auf finanzielle und/oder personelle Probleme hinter den Kulissen schließen. Zunächst ist diese Gesellschaft offenbar "verschollen". Man musste also offenbar den Projektträger kurzfristig auswechseln.

2. Die Wildfang GmbH hätte man auch gleich als Träger beauftragen können, was jedoch unterblieben ist. Ein Grund könnte sein, dass man diese etablierte Gesellschaft nicht mit der Neugründung der „Akademie Lothar Kannenberg“ verbinden wollte, da ein solcher Versuch immer mit unerwünschten finanziellen Verpflichtungen oder Kratzern für das sozialpädagogische Renommee verbunden sein kann.

3. Die „Akademie Lothar Kannenberg“ kann nicht „ebenfalls seit vielen Jahren in diesem Arbeitsbereich erfolgreich in ganz Deutschland „ sein, da sie nach der Auskunft auf ihrer Webseite erst im "März 2014“ gegründet wurde.

Diese "Antworten" sind also eher mit neuen Fragen gleichzusetzen.

Glauben etwa die Damen und Herren der Sozialbehörde den Bürgern jede noch so inhaltsleere oder falsche Antwort unterjubeln zu können?

Oder haben sie „nur“ den Überblick verloren, sodass ihnen allein schon deshalb eine Information kritischer Bürger missfällt, die nicht jede Auskunft gläubig schlucken?

Dank ihrer sorgfältigen Prüfung hat die Sozialsenatorin damit einen Träger gewählt, den sie anschließend kurzfristig wieder auswechseln musste, und mit der operativen Durchführung eine Gesellschaft beauftragt, bei der sie anscheinend übersehen hat, dass diese "Akademie" erst im März 2014 gegründet wurde und seitdem noch kein laufendes Geschäft vorzuweisen hat.


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Hält auch die Sozialsenatorin der Standort in Rekum für ungeeignet?

#72 von Reinhard , 01.12.2014 11:01

Hält auch die Sozialsenatorin der Standort in Rekum für ungeeignet?

Wenn man die Stellungnahme der Sozialsenatorin zur Petition liest, die mit 1.500 Unterschriften der Vorsitzenden des Petitionsausschusses der Bürgerschaft am 22. Oktober 2O14 übergeben wurde, kann man es fast glauben. Und das obwohl, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, „der Forderung des Petenten, die Jugendhilfeeinrichtung Rekumer Straße 12 zu schließen, .. nicht nachgekommen werden“ kann.

Bei einem Blick auf die weiteren Details wird man jedoch überrascht. Dort wird von einer Prüfung verschiedener Nutzungsmöglichkeiten für das Haus an der Rekumer Str. 12 gesprochen. Dabei will man zu dem Ergebnis gekommen sein, „dass es kurzfristig für die Nutzung zur Unterbringung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen geeignet ist.“

Das mag ja sein, nur ist das gar nicht die Frage der Anwohner, der Mitglieder der Facebookgruppe und vieler Bürger in Farge, Rekum und ganz Blumenthal.

Sie wollen wissen, ob das Gebäude und seine Lage auch für ein Projekt für mehrfach straffällig gewordene Jugendliche geeignet ist, die nach einem Konzept der „Akademie Lothar Kannenberg“ umerzogen werden sollen.

Diese Prüfung scheint es nicht gegeben zu haben, da dazu jeder Hinweis fehlt. Oder war das Ergebnis etwa negativ und wurde deswegen „vergessen“?

Die Wackelpuddingvereinbarung

Schwierig wird es jedoch, wenn jemand die Antworten aus dem Haus der Sozialsenatorin liest und die fehlende Prüfung selbst vornehmen will. Hier zeigen sich weitere Folgen der Geheimsitzung des Blumenthaler Beirats am 17.10., über die der Ortsamtsleiter nicht einmal die Unterlagen veröffentlichen will, die den Beiratsmitgliedern von der Sozialsenatorin als Grundlage für ihre Erörterung vorgelegt wurden, wenn es sie denn überhaupt gegeben hat.

Damit kann die Öffentlichkeit nicht einmal überprüfen, ob die aktuellen Maßnahmen überhaupt mit dem ursprünglich abgeschlossenen Vertrag übereinstimmen. Schließlich ist nicht einmal definitiv bekannt, ob der Vertragsabschluss tatsächlich, wie es zunächst erklärt wurde, mit einer Makarenko Schiffahrt GmbH erfolgte oder mit der Wildfang GmbH bzw. einer ihrer Töchter.

Aber das ist ohnehin nur die Spitze eines Eisberges von Details, die der Öffentlichkeit vorenthalten werden; denn es ist ebenfalls offen, wie die Jugendlichen für die „Akademie“ ausgewählt werden und ob Vorgaben für die Qualifikation von Mitarbeitern bestehen, ob also auch die Sozialsenatorin es für eine fast notwendige Voraussetzung für einen sogenannten Respekttrainer hält, dass er längere Zeit ein Gefängnis von innen gesehen hat.

Da der Vertrag mit dem Firmengeflecht aus Bothel, das Herrn Kannenberg beschäftigt, nicht einmal mit Schwärzungen bei persönlichen Daten publiziert wurde, sind die harten Bestimmungen nicht greifbar.

Das zeigt sich beispielsweise bei der Frage der „Intensivtäter“. Nach den Kriterien, die etwa im größten Bundesland NRW festgelegt sind, müsste man die Jugendlichen, die nach den ersten Angaben für das Haus in Rekum vorgesehen waren, als Intensivtäter bezeichnen, da sie innerhalb weniger Monate 30 bis 40 Straftaten begangen haben sollen.

Wenn es jetzt an der Rekumer Str. 12 keine Intensivtäter geben soll, wurde offenbar eine abweichende Auswahl gegenüber der ersten Ankündigung getroffen. Nur ist das nicht greifbar, weil die Öffentlichkeit die entsprechende Bestimmung im Vertrag zwischen Bremen und dem Jugendhilfeträger, wer immer er sein mag, einfach nicht dingfest machen kann, da sich dieser geheim gehaltene Vertrag wie ein Wackelpudding von der Sozialsentorin benutzen lässt, wenn man eine konkrete Antwort erhalten will.

Das immer noch geheime Bremer Kannenberg-Konzept

Neben dem Vertrag gibt es auch über das Bremer Konzept der „Akademie“ weiterhin keine Auskünfte. Offenbar soll es nicht mit dem im Erziehungscamp in Rhoden identisch sein, da nach der Antwort auf die Petition „der Träger „verpflichtet“ ist, „Anforderungen bezogen auf den Schulbesuch, die Rechte der Jugendlichen, ihre Beteiligungsmöglichkeiten und Ausstattung der Jugendlichen mit Taschengeld und die Zusammenarbeit mit anderen zu beschreiben und zu beachten.“ Auch sollen entsprechend dem Gesetz zur Achtung der Gewalt in der Erziehung „jede Form von Gewaltanwendung (körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen) verboten“ sein.

Dabei ist es sicherlich erfreulich, dass in der „Akademie“ auch die deutschen Gesetze gelten, nur haben diese Aussagen keinen Wert für eine Beantwortung der Frage zur Eignung des Gebäudes und seiner Lage.

Hier wäre vielmehr zu klären, ob im Haus die Einrichtungen vorhanden sind, die für das spezielle Erziehungsprogramm und einen Schulbesuch benötigt werden. Davon ist jedoch nicht die Rede.

Hier kann und muss daher gefordert werden, dass das aktuelle Konzept der Akademie für Bremen endlich veröffentlicht wird.

Insgesamt wird damit deutlich, dass offenbar von der Sozialsenatorin gar nicht geprüft wurde, ob das Haus an der Rekumer Str.12 für die Unterbringung straffällig gewordener Jugendlicher, die nach einem nicht veröffentlichten Konzept der „Akademie Lothar Kannenberg“ umerzogen werden sollen, tatsächlich geeignet ist.

Das war jedoch zumindest implizit die zentrale Frage der Petition.

Die betroffenen und interessierten Bürger werden daher prüfen müssen, wie sie endlich eine Antwort auf ihre Fragen erhalten können, ob es durch eine Ergänzung zur Petition oder über den Weg eines Bürgerantrags versucht werden sollte.

Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass es der Sozialsenatorin durch die geheime Beiratssitzung am 17. 10. gelungen ist, praktisch alle Informationen über die Eignung der Immobilie und das Konzept Kannenberg vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Beiräte, die sich ihrem Spiel mit Zeitdruck und Kompetenzgerangel verweigert haben, konnten hingegen sicherstellen, dass sie zusätzliche Informationen erhielten oder runde Tische mit den Anwohnern eingerichtet wurden, um offene Farge zu klären.

Das ist jedoch anscheinend in Blumenthal nicht einmal versucht worden.


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Beirat ist nicht gleich Beirat

#73 von Reinhard , 02.12.2014 12:04

Beirat ist nicht gleich Beirat


Die Art und Weise, wie die Sozialsenatorin ihre Standortentscheidungen für Übergangswohnheime und andere Projekte für Asylsuchende durchzusetzen versucht hat, haben nicht in allen Bremer Beiräten nur Zustimmung gefunden. Zwar wollte niemand eine Aufnahme von Flüchtlingen generell verweigern, aber es gab nicht nur unterschwelligen Unmut gegenüber der Vorgehensweise der Sozialsenatorin.

Beirätekonferenz contra Sozialsenatorin

Das wurde vor allem in einer Bremer Beirätekonferenz Anfang August 2013 deutlich, als Edith Wangenheim, die Beiratssprecherin von Woltmershausen auflistete, was die Beiräte von der Sozialsenatorin erwarten.

Das war eine transparente Aufstellung aller in Frage kommenden Gebäude und Flächen einschließlich der Gründe, warum sie für die Sozialbehörde geeignet bzw. nicht geeignet

Auch soll eine Verbindung der jeweiligen Standortwahl mit einem „Gesamtkonzept zum Thema Flüchtlinge“ erfolgen, das unter dem Stichwort „Integration von Anfang an“ Themen wie KiTas, Bildung, Betreuung, schnelle Klärung des Aufenthaltsstatus, Arbeitserlaubnis usw. einschließt.

Daneben will man die Stadtteilgerechtigkeit berücksichtigt sehen, sodass kein Stadtteil bei der Frage der Flüchtlingsunterkünfte von vorherein ausgenommen ist und die derzeitige Belastungssituation berücksichtigt wird.

Aus der zustimmenden Reaktion der Sozialbehörde schloss anschließend die linksalternative taz auf ein „Friedensangebot“, weil die Sozialbehörde eine Liste mit sämtlichen für Flüchtlingsunterkünfte geeigneten Grundstücken und Gebäuden der Stadt zusammenstellen und sie allen Beiräten „schnellstens“ aushändigen wollte, die sich im Gegenzug um eine Mitarbeit bemühen sollten.

Eine Rüge und ein „Nein“ für die Sozialsenatorin in Vegesack


Die Beirätekonferenz war damals auch eine Reaktion auf die Vorgänge in der Vegesacker Beiratssitzung vom 3. Juli 2013, als die Sozialbehörde in ihrer bekannten Manier eine Containersiedlung neben einem Sportplatz in der Fährer Flur errichten wollte.

Jedoch hatte die Senatorin offenbar ihre senatorische Macht überschätzt; denn ihre Informationspolitik war im Vorfeld provozierend gewesen und der Standortvorschlag miserabel. Das wurde ihren Vertretern in der Beiratssitzung auch sehr deutlich gemacht, und zwar von allen Fraktionen, auch wenn die Grünen und die Linke nicht in allen Punkten mit der Mehrheit stimmten.

Breiten Raum nahm die kaum vorhandene Information durch die Sozialsenatorin ein. So wurde die Vorgehensweise der Sozialsenatorin kritisiert, die „den Beirat Vegesack nicht ordnungsgemäß im Vorfeld beteiligt“ hatte. Vielmehr hatte die Sozialsenatorin in „buten und binnen“ verkündet, dass bei einer Suche nach neuen Standorten die Wahl auch auf den Stadtteil Vegesack gefallen sei. Hier hatte man, wie ein Beiratsmitglied erklärte, „mit Unverständnis“ darauf reagiert, „dass der Beirat über das Fernsehen erfahren“ hat, dass die Wahl „ausgerechnet“ die Fährer Flur ist. Speziell bemängelten die Fraktionen auch fehlende Angaben über die Kriterien, „die zu der Auswahl des Standortes Fährer Flur geführt haben“ sowie über Standorte, die „ebenfalls im Fokus standen“.

Besonders beanstandet wurde die Tatsache, dass die Sozialbehörde, obwohl eine Zustimmung aus Vegesack fehlte, bereits mit den Vorbereitungen für die Unterbringung auf dem Sportplatz begonnen und sogar Anfang Juli 2013 öffentlich erklärt hatte: „Die Ausschreibungen laufen.“

Als inhaltliche Gründe gegen die Bebauung der Fährer Flur wird darauf verwiesen, „dass die Fläche des Sportplatzes Fährer Flur die einzige Freifläche in einem riesigen Wohngebiet ist, die der Umgebung noch zur Verfügung steht.“ Außerdem hat Frau Sprehe von der SPD bezweifelt, „dass auf einer Fläche von 3000 m² Mobilbauten mit Gemeinschaftsräumen und Freifläche für bis zu 120 Personen errichtet werden können.“

Nicht einmal die Rechtsauffassung der Sozialbehörde blieb unwidersprochen. Hier wurde dem Staatsrat mit Jura-Abschluss der Sozialbehörde klar gemacht, „dass der Beirat im Falle der Bebauung nicht gehört werden muss, sondern .. lt. Beirätegesetz beschließen“ muss.

Bei dieser Diskussion war das Abstimmungsergebnis eindeutig. Alle Beiratsmitglieder stimmten gegen den Standort, nur die Vertreter der Grünen und der Linken haben sich nicht der Rüge an die Adresse der Sozialsenatorin für ihre Informationsverweigerung angeschlossen.

Die Geheimniskrämerei in Blumenthal

Damit wurde in Vegesack eine offene Diskussion zum Standort für einer Containersiedlung geführt. Hier haben sich die Fraktionen gemeinsam gegen das Vorgehen der Sozialsenatorin gewehrt und sich mit ihrer Kritik an einem schlechten Standort durchgesetzt. Die Details, also die Beiträge der einzelnen Beiratsmitglieder und die Ausführungen der Vertreter der Sozialbehörde kann jeder im veröffentlichen Protokoll nachlesen.

Aber wie sieht es in Blumenthals aus?

Hier gibt es zur Rekumer Str. 12 beim Ortsamt und Beirat nur ein schwarzes Informationsloch, das durch eine fragwürdige „Geheimsitzung“ von Beiratsmitgliedern entstanden ist. Die Öffentlichkeit wurde nicht einmal über den Grund für diese ungewöhnliche und in der Durchführung vermutlich rechtlich unzulässigen Form unterrichtet.

So weiß außer den wenigen Eingeweihten, also dem Ortsamtsleiter und den teilnehmenden Beiratsmitgliedern, niemand, ob auch in Blumenthal das Vorgehen der Sozialbehörde gerügt wurde, ob man auch hier die Rechtsgrundlage für das Handeln der Sozialbehörde erörtert hat und welche Argumente für und gegen die Errichtung der Jugendhilfeeinrichtung für Straffällige in einem Wohngebiet vorgebracht wurden.

Alles das darf aus der Sicht des Ortsamtsleiters, wie er in einer Facebookdiskussion betonte, nicht öffentlich werden.

Nur hat er dabei vergessen, ganz einfache Fragen zu klären:

Warum muss in Blumenthal das geheim bleiben, was in Vegesack öffentlich ist?

Warum ist der Blumenthaler Beirat gegenüber den anderen Bremer Beiräten so unsolidarisch und unternimmt nichts dagegen, wenn die Sozialbehörde ihre Informationsverweigerung und ihre Termindruckpolitik auf die Spitze treibt?

Warum legen das Ortsamt die Informations- und Beteiligungsrechte nicht sachlich dar, die Blumenthal genau wie Vegesack nach dem Ortsbeirätegesetz besitzt? Es ging schließlich nicht um ein privates Mietverhältnis, sondern um eine kommunale Jugendhilfemaßnahme mit erheblicher Bedeutung für den Stadtteil.


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Hintergründiger Blogartikel

#74 von Reinhard , 03.12.2014 23:57

Hintergründiger Blogartikel


Heute gab es kein Posting zum Umerziehungshaus an der Rekumer Str. 12 wie an den letzen Tagen, dafür jedoch einen „Ersatz“ in Form eines Blogartikels mit dem Titel „Eine geheime Bremer Verwaltungsaktion provoziert die Bürger in Farge und Rekum: Eine Facebook-Gruppe erschüttert als Reaktion die politische Landschaft Blumenthals

Das ist eine breite Thematik, die eine Reihe von Teilfragen umfasst, die man nicht nur kurz erwähnen kann. Dazu gehören:

- die Darstellungen zur Geheimsitzung Blumenthaler Beiratsmtglieder am 17. Oktober und der Bewertung durch das Ortsamt und die SPD-Fraktion,

- die Informations- und Beteiligungsrechte des Beirats im konkreten Fall,

- das Konzept Kannenberg sowie seine empirische Analyse un Bewertung,

- sechs Facebookgruppen, die sich vorrangig mit der Rekumr Sr. 12 beschäftigen,

- die realen Aktionen in Farge, Blumenthal und Bremen,

- die möglichen Auswirkungen auf die politische Entwicklung in den Ortsteile Farge und Rekum sowie im Stadtteil und

- die Bremer Flüchtlingspolitik und die Konflikte zwischen der Sozialsenatorin und zahlreichen Bremer Beiräten.

Damit sollte der Text, der sich auch mit Hinweisen auf mögliche Alternativen zur aktuellen Ausrichtung der Facebooksgruppen und der Politik in Blumenthal beschäftigt, Anreize zur Diskussion bieten. Die sind hier erwünscht und führen nicht gleich zu Löschungen wie auf anderen Seiten.


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RE: Hintergründiger Blogartikel

#75 von Reinhard , 06.12.2014 11:17

Dürfen die „Guten“ alles?

Die Bremer Sozialsenatorin Anja Stahmannn und ihr Staatsrat Horst Frehe sind die Personifikationen der grünen Flüchtlingspolitik des Bremer Senats. Damit repräsentieren sie für einen großen Teil der Bremer eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen, während sie von anderen kritisiert werden, weil sie angeblich durch die Bereitstellung von Flüchtlingsunterkünften für eine höhere Kriminalität in einzelnen Wohngebieten und für Probleme in Kindergärten und Schulen verantwortlich sein sollen.

Diese Anfeindungen durch Gegner des rot-grünen Senats scheinen bei den Anhänger dieser Koalition eine kräftige Unterstützung für die Sozialbehörde und damit in ganz besonderer Weise für die angegriffene Senatorin zu mobilisieren. Das legt zumindest der ungewöhnlich hohe Stimmenanteil von 92,9 % nahe, den Frau Stahmann auf dem Wahlparteitag für ihre Kandidatur auf den 3. Platz der grünen Landesliste erhalten hat.

Dabei sind Frau Stahmnn und Herr Frehe auch persönlich noch ganz besondere "Gute". So kann man dank der Sozialsenatorin sein „Karmaverbessern, wie sie im Hinblick auf Spenden vor der letzten Bürgerschaftswahl versprochen hat, und Herr Frehe, der seit einem Unfall im Jahr 1966 auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat dieses persönliche Handicap sogar zugunsten anderer eingesetzt. So hat er nicht nur die erste „Krüppelgruppe“ in Bremen gegründet, sondern auch 1978 die „kleinbürgerliche Moral“ der Ostgrenzer, die „bei Behinderten großen Abstand gehalten“ haben, dazu genutzt, um einem Bekannten die Flucht aus der DDR zu ermöglichen.

Die prinzipiell „gute“ Arbeit in der Sozialbehörde

Jeder weiß, dass die Sozialbehörde eine notwendige Arbeit für Bremen leisten muss, die zwar generell geachtet wird, nur eben nicht in einigen Einzelfälle, wenn sie damit das Leben für die jetzigen Bewohner einzelner Wohnquartiere zu beeinträchtigen droht.

Mit diesem ambivalenten Verhältnis leben die Sozialsenatorin, ihr Staatsrat und alle Mitarbeiter der Sozialbehörde. Ja, sie versuchen sogar, wenn man ihrem Handeln mit großem Wohlwollen begegnet, es für ihre Arbeit und damit ein besseres Leben der Asylsuchenden und Flüchtlinge in Bremen zu nutzen.

Allerdings kann man ihnen auch nachsagen, dass sie ihre Vorstellungen mit drei Daumenschrauben durchzusetzen versuchen, deren Einsatz zumindest hart an die Grenze des Zulässigen geht.

Aufbau einer Drohkulisse

Wie bei einer mittelalterliche Folterung kann die Durchsetzung mit dem Zeigen der vorhandenen schmerzhaften Werkzeuge beginnen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Brief vom Sportamt, den Anfang August 2014 sieben Sportvereine erhalten haben, drunter der TuS Huchting, der ATSV Sebaldsbrück, die SG Aumund-Vegesack, der TV Grohn, der TS Woltmershausen und die FT Blumenthal, um auf Wunsch der Sozialbehörde zu überprüfen, ob sich „die Sporthallen für eine Übergangszeit für die Flüchtlingsunterbringung freimachen lassen.

Darin haben die senatorischen Behörden den Vereinsvorständen mitgeteilt, dass die Turnhalle, deren Eigentümer Immobilien Bremen ist, möglicherweise als Unterkunft für Flüchtling benötigt wird.

Diese Ankündigung hat zu einer tiefen Verunsicherung der Vereine und ihrer Mitglieder geführt, da in zahlreichen Fälle das sportliche Vereinsleben ohne die Benutzung der Hallen gar nicht möglich ist. Sogar der schulische Sportunterricht wurde ein einigen Fällen auf diese Weise bedroht. Das hat für viel Unruhe gesorgt und den Betroffenen und ihren politischen Vertretern in den Beiräten gezeigt, welche Möglichkeiten die Sozialsenatorin besitzt, weil niemand Flüchtlinge in Zelten sehen möchte. Schließlich sind die Mitglieder der Bürgerschaft mit vielleicht ganz wenigen Ausnahmen Politiker, denen eine Willkommenskultur für Flüchtlinge außerordentlich wichtig ist.

Zeitdruck als unabwendbares Sachargument

Ein zweites Druckmittel besitzt die Senatorin in Hinweisen auf den wachsenden Zustrom von Flüchtlingen, sodass sich der Bedarf an benötigten Unterkünften nicht leicht prognostizieren lässt. Daraus entsteht dann ein moralisches Dilemma, mit dem die Sozialbehörde die Beiräte konfrontiert. Entweder entscheiden sie sich rein sachlich nach den toten Paragraphen des Gesetzes für eine juristisch wasserfeste Detailprüfung, die längere Zeit dauern kann, oder sie drücken ein formaljuristisches Auge zu und handeln aus humanitären Gründen schnell zugunsten der Flüchtlinge, die auf dieses Weise nicht in Zelten bei Wind, Wetter und auch winterlichen Temperaturen leben müssen.

Eigenmächtige „Auslegung“ des Ortsbeirätegeetzes (OBG)

Doch damit nicht genug versucht die Sozialbehörde auch die Beiräte über ihre tatsächlichen Rechte zu täuschen, indem sie Tatsachen zu schaffen versucht, ohne dabei die den Beiräten nach dem Ortsbeirätegesetz eingeräumten Informations- und Beteiligungrechte zu beachten. Das hat sogar im Vegesacker Beirat zu einer formalen Rüge an die Sozialsenatorin geführt.

Nach dem 2010 novellierten Beirätegesetz haben die Beiräte wenigstens ein Informationsrecht im Hinblick auf die Planungen der Sozialbehörde und zudem immer dann ein Beteiligungsrecht, wenn öffentliche Flächen oder Gebäude für die Flüchtlinge umgenutzt werden sollen. Hier kann nicht die Behörde, sondern hier hat der Beirat zu entscheiden, auch wenn das die Juristen der Sozialbehörde nicht immer zu lesen scheinen.


Gemeinsame Reaktion der Beiräte im 2013

Wegen dieser taktischen Winkelzüge der Sozialbehörde hat sich in vielen Beiräten Unmut angestaut. Das wurde vor allem in einer Bremer Beirätekonferenz Anfang August 2013 deutlich, als die Beiratsvorsitzende aus Woltmershausen auflistete, was die Beiräte von der Sozialsenatorin erwarten.

Das war eine transparente Aufstellung aller in Frage kommenden Gebäude und Flächen einschließlich der Gründe, warum sie für die Sozialbehörde geeignet bzw. nicht geeignet

Auch soll eine Verbindung der jeweiligen Standortwahl mit einem „Gesamtkonzept zum Thema Flüchtlinge“ erfolgen, das unter dem Stichwort „Integration von Anfang an“ Themen wie KiTas, Bildung, Betreuung, schnelle Klärung des Aufenthaltsstatus, Arbeitserlaubnis usw. einschließt.

Daneben will man die Stadtteilgerechtigkeit beachtet sehen, sodass kein Stadtteil bei der Frage der Flüchtlingsunterkünfte von vorherein ausgenommen ist und die derzeitige Belastungssituation berücksichtigt wird.

Aus der zustimmenden Reaktion der Sozialbehörde schloss anschließend die linksalternative taz auf ein "Friedensangebot“, weil die Sozialbehörde eine Liste mit sämtlichen für Flüchtlingsunterkünfte geeigneten Grundstücken und Gebäuden der Stadt zusammenstellen und sie allen Beiräten „schnellstens“ aushändigen wollte, die sich im Gegenzug um eine Mitarbeit bemühen sollten.

Das Protokoll der Sitzung ist jedoch nicht so euphorisch, wenn es dort lapidar heißt: "Herr Staatsrat Frehe sagte zu, die in Frage kommenden Flächen und Gebäude stadtteilbezogen schnellstens zur Verfügung zu stellen, wenn feststeht, ob sie geeignet sind."

Der Blumenthaler Geheimcoup Mitte Oktober 2014

Damit war der Sozialbehörde während der 8. öffentlichen Sitzung der Beirätekonferenz im August 2013 verdeutlicht worden, welche Informationen und welches Verhalten die Beiräte von der Sozialsenatorin erwarten.

Gegenüber diesem Diskussionsstand hat sich der Blumenthaler Beirat in seiner Geheimsitzung vom 17.10.2014 völlig unsolidarisch verhalten, als er offenbar die übliche Taktik der Senatorin nicht erkannt hat und sich entgegen aller eigenen Rechte und Interessen zum bloßen Mitläufer der Sozialsenatorin degradierte.

Mögliches Drohszenario der Sozialbehörde zur Rekumer Straße

Der „Vorschlag“ der Sozialbehörde, der zu der überstürzt angesetzten Geheimsitzung von Blumenthaler Beiratsmitgliedern geführt hat, war offenbar eine geschickte Kombination der drei sonst meist eingesetzten Drohmittel:

- die Absicht, jugendliche Intensivstraftäter in einem Wohngebiet zu resozialisieren, ist, wenn man die Erfahrungen aus anderen Bremer Beiräten heranzieht, besonders unerwünscht. Während gegenüber Flüchtlingsfamilien praktische keine Vorbehalte bestehen, gilt das nicht mehr in demselben Maße für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, wie das Beispiel Borgfeld zeigt, und schon gar nicht für kriminelle jugendliche Flüchtlinge. Dieser Versuch lässt sich daher sehr gut mit der Ankündigung vergleichen, Turnhallen umzunutzen.

- der aufgebaute extreme Zeitdruck, da einer Jugendlichen aus der vorgesehene Straftätergruppe einen anderen durch eine Messerattacke tödlich verletzt wurde. Hier habe die Erfahrungen mit der „Akademie Lothar Kannenberg“ in den letzten sechs Wochen belegt, dass die Maßnahme weder so dringend war noch ausreichend vorbereitet wurde. Wie inzwischen bekannt ist, wurden die Jugendlichen, die als hochgradig kriminell eingestuft waren, inzwischen bereits von de Polizei hinter Gitter gebracht, und die Planung der Maßnahme in Rekum lässt jede Professionalität vermissen. Die Sozialbehöde hat in der kurzen Zeit keinen solventen und erfahrenen Träger ausgewählt, kein für Jugendliche, die kein Deutsch sprechen, modifizierte Erziehungskonzept vorgelegt, obwohl aus ihm die Anforderungen an die erforderlichen Räumlichkeiten abgeleitet werden müssten. Gerade hierbei st zu berücksichtigen, dass in Rekum anders als in Diemelstadt-Rhoden die Unterbringung der straffälligen Jugendlichen nicht in einem abgelegenen Camp erfolgt und keine Sportanlage, die für das Konzept Kannenberg von zentraler Bedeutung ist, innerhalb des Gebäudes vorhanden ist.

- offenbar sollte, wenn man den Aussagen des Ortsamtes folgt, den Beiratsmitgliedern klargemacht werden, das der Beirat trotz des OBG keine Informations- und Beteiligungsrechte besessen haben soll.

Anders als etwa der Vegesacker Beirat hat es der in Blumenthal nicht geschafft, sich in dieser Situation als effektives politisches Gremium zu organisieren, das der Sozialbehörde für deren Vorgehensweise eine Rüge erteilt hat und entsprechend seinem Informationsrecht nach § 5 und 7 und seinem Beteiligungsrecht nach § 10 (2) eine genügend lange Zeit für die Prüfung der erforderlichen Unterlagen gefordert und durchgesetzt hat. So blieben fast alle Fragen zur wirtschaftlichen Situation, zu den pädagogischen Erfahrungen, zum vorhandenen Personal usw. der vorgesehenen „Akademie Lothar Kannenberg“ und anderer Jugendhilfeträger ungeklärt.

Die Blumenthaler Verzichtspolitik

Damit ist es dem Blumenthaler Ortsamt und Beirat nicht gelungen, sich als kompetenter Vertreter der Interessen von Blumenthal, aber auch der Bremer Beiräte insgesamt und nicht zuletzt auch als Fürsprecher für die betroffene Jugendlichen zu profilieren. Man hat nichts für eine gute Entscheidung im Hinblick auf die straffälligen Jugendlichen noch die Interessen Blumenthals und seiner Einwohner getan.

Dieser Verzicht auf eine eigenständige Politik lässt damit den Blumenthaler Beirat als zahnlosen Papiertiger erscheinen, der offenbar von den „Guten“ so beeindruckt war, dass ihm gar nicht aufgefallen ist, welche Taktik sich hinter den oberflächlichen Argumenten verbirgt.

Diese Schwächen wurden bereits während der ersten Wochen in Rekum deutlich sichtbar. Die Sozialbehörde war offenbar auf die rasche Unterstützung durch den Beirat gar nicht vorbereitet, da der Aufbau der „Akademie Lothar Kannenberg“ desorganisiert und übereilt erfolgt ist.

Es ist daher im Rückblick durchaus verständlich, wenn sich die Beteiligten am 17.10. hinter „verschlossenen“ Türen versteckt haben; denn sonst würden es vermutlich noch weniger Beobachter verstehen, wieso man diesen Verzicht auf Politik als „Sternstunde“ bezeichnen kann.

Während man sich nach der Rüge durch den Vegesacker Beirat und die deutliche Kritik an dem Verhalten der Sozialbehörde durch die Beirätekonferenz fragen musste, ob sich die „Guten“ wirklich alles erlauben können, sieht es nach der Geheimsitzung in Blumenthal anders aus. Hier ist es den „Guten“ offenbar gelungen, die „Gutgläubigen“ auf ihre Seite zu ziehen, sodass jetzt ein Ort gespalten ist, sich die Sozialbehörde weiterhin nicht an die Abmachungen von der Beirätekonferenz hält und die Jugendlichen, um die es geht, trotz der hohen Kosten ein chaotisches, suboptimales Resozialisierungsprogramm über sich ergehen lassen müssen.

Wenn sich jemand von den „vermeintlich Guten“ so überrumpeln lässt, muss man fragen, warum das ähnliche Verhalten der Sozialbehörde in Vegesack mit einer Rüge geahndet wurde.

Gibt es vielleicht, Verwaltungsbeamte und Politiker, die ihr politisches Handwerk beherrschen, und andere, die sich als große Verlierer selbst loben, weil sie gar nicht merken, dass es andere sind, die einen angestrebten Erfolg klammheimlich feiern können?


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"Lüssumer Heide: Anwohner fühlen sich dort nicht mehr wohl"
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