Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Gesamtmodell der Kontamination

#1 von Reinhard , 14.10.2014 10:30

Die verengte Sicht der Bundesbau

Im aktuellen Blogkommentar wird auf die Notwendigkeit eines Simulationsmodells für die Kontaminationen auf dem Gelände des Tanklagers und in seiner Umgebung hingewiesen, damit ein durch Fakten abgesicherter Sanierungsplan entwickelt werden kann.

Diese Forderung scheint durchaus berechtigt zu sein, wenn man die Unterlagen durchsieht, die auf der Tanklager-Seite der Umweltbehörde abgerufen werden können. Dort findet man weder einen Hinweis auf ein vorliegendes Modell noch auf die Ergebnisse seines Einsatzes.

Etwas anders sieht es jedoch aus, wenn man sich bei der HPC AG nach deren Referenzen bei der „Altlastentsorgung“ umsieht. Dort wird das Projekt in Farge folgendermaßen beschrieben: Erkundung einer Boden- und Grundwasserkontamination durch BTEX einschließlich Grundwassermodellierungen sowie Planung und Begleitung der Grundwassersanierung“.

Hier wird also durchaus von Modellen und später auch Modellrechnungen gesprochen, die sich allerdings nur auf die „Strömungssituation des Grundwassers“ beziehen. Der Auftraggeber, die Senatorin für Finanzen, Geschäftsbereich Bundesbau, hat sich also weder für das Ausmaß der Kontamination noch die Informationsgrundlagen für eine Sanierung gekümmert, sondern ausschließlich – es war 2007 – für die Bewegung der Kontaminationsfahne.


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RE: Gesamtmodell der Kontamination

#2 von Lola2 , 08.11.2014 08:52

http://www.weser-kurier.de/region_artike...rid,984777.html

http://www.weser-kurier.de/region_artike...rid,984777.html
Zitat
Drei Verletzte bei Unfall mit chemischen Kampfstoffen
Bei der Vernichtung von Reststoffen syrischer Chemiewaffen in Munster hat es einen Unfall mit drei Verletzten gegeben.
Die Mitarbeiter der Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten (Geka) erlitten Verätzungen durch Reste von Senfgas..
..

Der Artikel endet wie folgt:
Der Standort der Geka inmitten von großen Truppenübungsplätzen hat historische Gründe. In den beiden Weltkriegen wurde hier Giftgas produziert. Bei einer Explosion wurden 1919 weite Bereiche verseucht.
Die Geka reinigt jedes Jahr rund 5000 Tonnen des kontaminierten Erdbodens. Die Bundesgesellschaft ohne kommerzielle Interessen untersteht dem Verteidigungsministerium und hat etwa 140 Mitarbeiter.
Zitat Ende

http://www.dw.de/wo-syriens-senfgas-zu-salz-wird/a-17526691
http://de.wikipedia.org/wiki/Senfgas
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ch...s-a-997231.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Unges%C3%A4ttigte_Verbindungen

http://www.n-tv.de/wissen/Was-ist-Senfga...cle2703081.html
Zitat
Übelriechend und hochgiftigWas ist Senfgas?

von Jana Zeh

Senfgas ist ein chemisches Kampfmittel, das vor allem im Ersten Weltkrieg zu den gefürchtetsten Waffen gehörte und tausende Menschen verwundete oder tötete. Der hochgiftige Stoff soll sich tonnenweise in Arsenalen der libyschen Streitkräfte befinden. Aber was verbirgt sich hinter dem Gemisch?

Senfgas ist eine chemische Verbindung, die zu den organischen Schwefelverbindungen gehört. Die chemische Formel dafür lautet: (C2H4Cl)2S. Senfgas, das auch als Lost, Dichlordiethylsulfid oder Yperit bezeichnet wird, kommt nicht natürlich in der Umwelt vor, sondern muss chemisch hergestellt werden. Es kann dann als Gas einer Flüssigkeit in Schwaden, als ölige Flüssigkeit oder auch in fester Form auftreten. Es ist in flüssiger und fester Form klar bis gelb oder braun. Auch das Geruchsspektrum von Senfgas reicht von Knoblauch über Zwiebeln und Senf bis hin zu Gummi. In hochgereinigter Form ist Dichlordiethylsulfid allerdings geruchlos. Im gasförmigen Zustand ist Senfgas schwerer als Luft und sammelt sich dementsprechend am Boden. Es kann gut durch Kleider, Schuhe und andere Materialien dringen.
Zitat Ende

Die Geschichte lehrte uns, dass man bei Kriegsende Munition und Waffen- der Kriegsmaschinerie - vergraben hatte. Im Tanklager Farge befanden sich Mischanlagen, sodass man alle notwendigen chemischen Substanzen herstellen konnte und von daher gab es sicherliches vieles was vergraben werden konnte.

Zeitzeugen von damals haben auch von von Senfgas gesprochen, was sie selbst gesehen haben oder aus Berichten von Familienangehörigen.

http://pharmgesch-bs.de/Seminar/Ypern%20Grafiken/Ypern.htm
Ypern: Chlorgas, Senfgas
Zitat
Senfgas (Lost) ist eine hochtoxische Substanz mit knoblauch- oder senfartigem Geruch. Da es seine Giftwirkung nicht nur über die Atemwege, sondern auch über die Haut entfaltet, also ein Kontaktgift darstellt, stellte es eine Möglichkeit dar, die Schutzfunktion der Gasmasken zu umgehen. Senfgas hemmt eine Reihe von Enzymen und schädigt die DNA. Daraus resultieren nach einer Latenzzeit von mehreren Stunden schwere Entzündungen der Haut, die großflächigen Verbrennungen ähneln.
Weiterhin kommt es zu Schäden der Atemwege und des zentralen Nervensystems.
Neben der akuten Toxizität besitzt Senfgas hochgradig kanzerogene Eigenschaften.23
Zitat Ende

Für mich sind die Aussagen der Zeitzeugen sehr wichtig, denn nur durch sie kann z.B. die Umweltbehörde herausfinden wonach sie suchen muss.

Man muss nur wollen, dann findet man genügend Anhaltspunkte.

http://www.ioew.de/uploads/tx_ukioewdb/I...Chlorchemie.pdf
..dieser Bericht stammt aus dem Jahr 1990 und es handelt sich um eine Kurzfassung.

Zitat
Erkennbare Risiken für Beschäftigte, Anwender und Umwelt wurden so lange als möglich geleugnet und den Geschäftsinteressen untergeordnet.
Zitat Ende


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RE: Gesamtmodell der Kontamination

#3 von Lola2 , 08.11.2014 17:47

Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...rid,524808.html

zum vorangegangenen Beitrag von heute stelle i ch als Quellenangabe folgenden Beitrag ein:


Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?

#5 von Lola , 28.04.2013 14:02

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,524808.html

Zitat
Karl-Heinz Schönberger erlebt den Angriff auf Farge - 16.03.2013
„Ohrenbetäubendes Geknalle“
Von Christina Denker

Blumenthal. Karl-Heinz Schönberger, Jahrgang 1935, hat seine Kindheit in der Turnerstraße, früher Jahnstraße, verbracht. Seine Erinnerungen werden derzeit von Wulf Böcker vom Denkort Bunker Valentin aufgezeichnet. Schönberger kann sich noch gut an die Bombardierung des U-Boot-Bunkers und des Tanklagers durch die Alliierten erinnern.
Zitat Ende

Der Bericht klärt weiter auf..
Zeitzünder sollen die Detonationen ausgelöst haben. "Und dann hat der Bunker 13 einen Volltreffer abbekommen", weiß er noch genau. Wulf Böcker kann das auch bestätigen: "Der Bunker 13 war der einzige Tankzylinder, der getroffen worden ist", sagt er. Insgesamt, hat der Historiker recherchiert, seien 62 Bomben über dem Tanklager abgeworfen worden. Die Detonationstrichter sind auch auf Luftbildern zu sehen, die im Denkort ...lagern.

Der Zeitzeuge Herr Schönberger berichtet auch von "sogenannten Fasskellern auf dem Gelände des Wifo-Wald
In ihnen sollen Flüssigkeiten und Stoffe gelagert worden sein. Schönberger kann sich vorstellen, dass ausgetretene Treibstoffe und andere Flüssigkeiten in den Bombentrichtern entsorgt worden sind. Sein Vater, der als Angehöriger des Volkssturms das Tanklager bewacht hatte, sprach von "Gelbkreuz", das er dort gesehen haben will, ein chemischer Kampfstoff, der als Senfgas Anwendung fand."
......
Der Historiker Wulf Böcker berichtet von Luftbildern auf denen die Detonationstrichter zu sehen sind. Diese Bilder lagern im Denkort.
http://www.denkort-bunker-valentin.de/

Ich könnte mir vorstellen, dass es interessant wäre zu wissen wo die Bombentrichter sind und einen Vergleich machen zu können, ob diese Bombentrichter im Zusammenhang mit der heutigen Schadstofffahne stehen könnten.


Der Zeitzeuge sprach von "Gelbkreuz", das sein Vater dort gesehen haben will. Dieser chemische Kampfstoff fand als Senfgas Anwendung.
Die IG Farben (mit 18% am Tanklager beteiligt) war Lieferant dieser chemischen Kampfstoffe und nun sind die Chemiker gefragt, bauen sich Stoffe, wie Gelbkreuz im Laufe der Jahrzehnte ab oder verhindern sie gar, dass z.B. andere Stoffe, wie Benzol u.s.w. die den Boden kontaminiert haben, sich überhaupt abbauen können?

Zitat Ende

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Mikrobiologische Sanierung
"Anfrage an das Verteidigungsministerium"

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