Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Brisante Computersimulation

#91 von Reinhard , 07.10.2014 10:24

Brisante Computersimulation

Heute lassen sich Fußballspiele und die Entwicklung ganzer Staaten spielerisch am Computer simulieren. Das sind technische Möglichkeiten, die sich in vielen Bereichen des Lebens einsetzen lassen und auch entsprechend heute fast überall genutzt werden.

Gesamtbild statt einzelne Messungen

Das könnte auch für ein so komplexes System wie die Kontaminationen des Tanklagers Farge gelten, wo man bisher nur punktuelle Informationen für zahlreiche Grundwassermessstellen besitzt, aber kein zusammenhängendes Gesamtbild.

Jetzt soll sogar die weitere Sanierung auf der vorhandenen Informationsgrundlage angestrebt werden, was nur überraschen kann, wenn man an den Projektübersichtsplan denkt. Hier soll schließlich ein Schaden beseitigt werden, dessen Größe gar nicht bekannt ist. Man will sogar einen Zeitraum kennen, in dem eine unbekannte Schadstoffmenge beseitigt ist. Dabei legt es der gesunde Menschenverstand nahe, dass sich das nur berechnen lässt, wenn sowohl die Gesamtmenge und als auch die Menge bekannt sind, die sich in einem Jahr beseitigen lässt.

Man kann diese Absicht auch einem etwas ausgefallenen Beispiel veranschaulichen. Wenn einer Brauerei eine größere Menge Bier „abhanden“ gekommen ist, die bei Einbrechern gefunden wurde, wird man nicht so vorgehen wie die Auftraggeber beim Tanklager Farge. Man wird, um den Wert des Schadens und die Rückholung zu planen, das Volumen der Biermenge ermitteln. Und dazu wird man nicht an einzelnen Stellen die Höhe der aufgespalten Bierkästen messen, sondern so zählen, schätzen und berechnen, dass man die beiden wirklich interessierenden Fragen beantworten kann.

In Farge ist man hingegen in den veröffentlichten Gutachten beim Zählen einzelner aufgestapelter Säulen, den Grundwassermessstellen, stehengeblieben. Da sich die Kontaminationen nicht so einfach „zählen“ lassen wie Bierkisten, kann hier ein Computermodell weiterhelfen.

Grundparameter eines Computermodells

Wie könnte so ein Simulationsmodell für das Tanklager Farge aussehen?

Man müsste das Gebiet des Tanklagers und seine Umgebung in Planquadrate untergliedern und für diese Quadrate aufgrund der vorliegenden Messdaten die dort vorhandenen Kontaminationen erfassen. Dabei wären für die Bereiche, für die es keine empirischen Daten gibt, Schätzdaten zu verwenden, die z.B. aus den Messwerten für benachbarte Quadrate abgeleitet werden. Neben einer Reihe weiterer Details wäre dabei die vorhandene BTEX-Menge ein wichtiges Datum, das sich aus einer Leichtphase und einer Konzentration im Grundwasser errechnen lässt.

Aus diesen Daten lässt sich dann sehr leicht die gesamte Menge der Giftstoffe, also vor allem von BTEX und MTBE ermitteln.

Simulationsleistungen des Modells

Dieses statische Bild lässt sich dynamisieren; wenn man die Strömungsrichtung und –geschwindigkeit, den natürlichen Abbau von BTXE und MTBE durch Mikroorganismen und die abgeschöpften Leichtphasen in das Modell einbaut.

Mit diesen Daten muss man dann nicht mehr lange darüber grübeln, wie sich einzelne Messdaten, die in den Sachstandsberichten veröffentlicht werden, zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen.

Wenn die Parameter gemessen bzw. plausibel geschätzt sind, lassen sich bei den aktuell bekannten Informationen die zukünftigen Entwicklungen für die nächsten Jahre fortschreiben. Man kann also beispielsweise prüfen, ob es Gefahren für weitere Wohngebiete geben wird, ohne dass dabei subjektive Beurteilungen durch interessierte Stellen Eingang finden.

Es gibt jedoch noch weitere Verwendungsmögchkeiten. Man kann die vorhergesagten Daten auch mit denen der bestehenden Messstellen vergleichen. Dadurch lässt sich die Qualität des Modells überprüfen, was besonders bei den Annahmen über die Strömungsrichtung und -geschwindigkeit sowie den natürlichen Abbau von Bedeutung ist.

Brisante Verursachungsforschung

Und dann gibt es noch eine weitere mögliche Anwendung. Es lässt sich nicht nur ein Blick in die Zukunft versuchen, sondern auch in die Vergangenheit. Das kann zu Ergebnissen führen, die möglicherweise nicht jedem gefallen. Ein Resultat könnte beispielsweise lauten, dass eine große Leckage während des Kriegsendes gar nicht zu der heutigen Kontaminationsfahne geführt haben kann. Möglicherweise wäre sie vielmehr bereits seit langer Zeit auf natürliche Weise abgebaut worden oder hätte sich schon früher in die Wohngebiete ausweiten müssen.

Ist eine Angst vor diesen möglichen Ergebnissen vielleicht der Grund dafür, dass der Eigentümer und die Umweltbehörde die „ungefährlichen“ einzelnen Messdaten bevorzugen?

Notwendige Beteiligung der Betroffenen an den Entscheidungen über die Beobachtung der Kontamination

Das wäre zumindest ein sehr gewichtiges Argument, um eine Beteiligung der Betroffenen an der gutachterlichen Begleitung zu fordern. Nur so lässt sich schließlich ein denkbares Kartell von Organisationen verhindern, das möglicherweise nicht nur eine Aufklärung über die Vergangenheit, sondern auch eine korrekte Sanierungsplanung verhindert.

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Erleichterung mit Fragezeichen

#92 von Reinhard , 08.10.2014 10:50

Erleichterung mit Fragezeichen

Wie man gestern in der Anwohnerversammlung gehört hat und heute im BLV lesen kann, ist für die Bürgerinitiative Tanklager Farge das Tanklager „Geschichte“. Der Grund für diese erfreuliche Feststellung ist ein Schreiben aus der Bremer Gewerbeaufsicht, das von einer Besprechung mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr berichtet. Darin soll mitgeteilt worden sein, „dass das Tanklager Farge nicht mehr verkauft, sondern stillgelegt werde.“

Damit sichert diese von der Bürgerinitiative als „amtliche Bestätigung“ gewertete Mitteilung eine Aussage ab, die der Landkreis Osterholz bereits als Pressemitteilung am 31.3. 2014 veröffentlicht hat. Danach war unmittelbar zuvor dem Landkreis von den zuständigen Bundesbehörden mitgeteilt worden, dass der Bund das „Tanklager in Farge voraussichtlich Mitte 2014 stilllegen und im Anschluss die bislang bestehende Betriebsgenehmigung zurückgeben“ werde. Eine anschließende Weiterverwendung als Tanklager wäre nach dem Urteil des Osterholzer Dezernenten wegen einer erforderlichen neuen Beantragung einer Betriebsgenehmigung praktisch unmöglich.

Wenn man beide Informationen im Zusammenhang betrachtet, tauchen Fragen auf, die den ersten positiven Eindruck in Nachdenken verwandeln können.

Zum einen ist nicht klar, was der Ausschluss eines Verkaufs bedeutet. Ist damit der Weiterverkauf als Tanklager gemeint oder will der Bund weiterhin praktisch auf Dauer Eigentümer der Immobilie bleiben, für die er keine Verwendung hat? Hier muss man sich fragen, ob das wirklich eine Dauerlösung sein kann oder ob sich nicht die an der weiteren Verwertung des Grundstücks beteiligten Institutionen, also der Bund als Eigentümer sowie Bremen und Schwanewede als Gemeinden, die über die Bauleitplanung Einfluss nehmen können, auf eine dauerhafte Nutzung einigen müssen.

Zum anderen scheint der Zeitplan ins Stocken geraten zu sein, da wir inzwischen nicht mehr die Mitte des Jahres, sondern Oktober haben. Hierzu gibt es weiterhin keine Auskünfte, sodass sich leicht ein ungutes Gefühl einstellt.

Das Tanklager ist also nicht nur Geschichte, es hat auch weiterhin eine Geschichte mit Fragezeichen.


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zuletzt bearbeitet 08.10.2014 | Top

"öffentliche Anwohnerversammlung v. 7.10.2014"

#93 von Lola2 , 08.10.2014 17:35

...auf der gestrigen Anwohnerversammlung, zu der die Bürgerinitiative Tanklager Farge eingeladen hatte, gab es gleich zu Beginn eine Mitteilung, die auch in der heutigen Ausgabe vom "Das BLV" veröffentlicht wurde, das das Tanklager Farge für die BI mehr oder weniger "Geschichte" wäre.

Die BI hat aber nicht versäumt zu erwähnen, dass entsprechende Vorarbeiten bereits durch den Landkreis Osterholz in die Wege geleitet wurden. Im Artikel des BLV fehlt dieser Hinweis.
Dieser ehrliche Hinweis der Sprecherin der Bürgerinitiative hat mir sehr gut gefallen.

Allerdings warum sie es als mutig bezeichnet hat, das eine Aufsichtsbehörde wie das Gewerbeaufsichtsamt, den Eigentümer des Tanklagers zu einer schriftlichen Aussage hinsichtlich der Zukunft des Tanklagers bewegt hat, wurde nicht näher erläutert.
Sie informierte auch darüber, wie angenehm es ist wenn man mit Bundesbehörden zu tun hat, da würde man den Unterschied merken, wie unprofessionell die Behörden in Bremen im Umgang mit den Bürgern und des Tanklagers waren.
Eine Bürgerin stellte die Frage ob das bedeuten würde, der Aktendeckel wird zugeklappt, denn das wäre nicht ihr Ziel. Sie wünscht eine lückenlose Aufklärung und den Grund warum Menschen aus ihrem Umfeld an Krebs gestorben sind und warum es weiterhin Krebserkrankungen gibt.
Die Sprecherin der BI gab ihr Recht und bestätigte, das sei auch ihr Anliegen, aber es braucht Zeit.

Die Einstellung der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft hat ein anderes Vorstandsmitglied der BI als sehr negatives Zeichen empfunden. Aus Gründen der Verjährung war eine weitere Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft jedoch nicht mehr möglich.

Der OAL, der als teilnehmender Besucher und Bürger dieser Veranstaltung beigewohnt hat, ergriff das Wort und informierte, dass er ein Schreiben der Staatsanwaltschaft vorliegen hätte, das man buchhalterisch alles geprüft hätte, wenn z.B. 100.000 reingegangen sind ins Tanklager, dann sind auch 100.000 wieder rausgegangen. Die Sprecherin der BI teilte ihm freundlich mit, sie hätte etwas anderes vorliegen.

Desweiteren informierte der OAL, dass der Bürgerantrag einer Rönnebecker Bürgerin abgeändert wurde und man will einen Forschungsauftrag dafür genehmigt bekommen und das wäre nicht so einfach, aber jetzt nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat, muss man sehen, dass dieser Forschungsauftrag genehmigt wird, weil vorher kein Zugriff auf die Daten vorhanden war.
Sollte ich etwas falsch verstanden haben, so möge man mich bitte korrigieren.

Es kam dann noch die Frage bzw. Feststellung aus dem Publikum -wer denn die Überwachungsbehörde sei? Das wäre ja nicht die Staatsanwaltschaft sondern das Gewerbeaufsichtsamt. Auch wäre das Thema Korrosion wohl nie behandelt worden. Warum eigentlich nicht?

Von den Ing. wurden wieder die Sachstandsberichte erläutert und Fragen nach den Tanks beantwortet, wobei die BI nicht versäumt hat zu erklären, dass es sich um genietete Tanks handelt und einen Hinweis, dass der OAL die Meinung vertritt, das genietete Tanks ebenso dicht sind wie geschweißte Tanks. Die Tanks aus dem Tanklager Farge wären jedenfalls genietet und man hat das damals gemacht, nicht weil man nicht schweißen konnte, sondern weil es sich um Stahl handelte, der nicht zum Schweißen geeignet war. Ich habe es so verstanden, dass es sich um minderwertige Qualität gehandelt hat.

Man ist auch noch auf das Unglück in Ritterhude eingegangen und hat einen Vergleich zum Tanklager und den Pipelines gemacht und das Szenario mag man sich nicht vorstellen, wenn ein solches Unglück in Farge passiert wäre.

Es kam dann der Hinweis, dass man bei den Bremer Behörden hinsichtlich Lagerlisten vor allem von Chemikalien leider nicht weitergekommen ist. Das Umweltamt hat keine. Wie ist es dann mit dem Gewerbeaufsichtsamt?
Es wurde noch diskutiert, dass der Tanklagerbetreiber die chemische Industrie beliefert hatte und somit dürften sich zumindest chemische Grundprodukte im Tanklager befunden haben, für die es dann auch Lagerlisten geben muss.

Es kam dann noch die Frage, warum sich die Schadstofffahne weiter ausbreitet. Sie müßte kleiner werden, schon allein deswegen weil sie auch durch Mikroorganismen abgebaut würde, aber irgendetwas zerstört vielleicht die Mikroben, sodass ein natürlicher Abbau nicht gegeben ist.

Die Sprecherin der BI teilte mit, dass man Hinweise hätte und man würde Zeit benötigen um diesen nachzugehen und zu prüfen.

Die Veranstaltung wurde auf Video aufgezeichnet und dieses Video wird man hoffentlich zeitnah auf der Webseite der BI abrufen können.
Ganz so rosig wie der Verfasser des Posts auf der Webseite der BI sieht, sehe ich das nicht, denn es ist keine Rückgabe der Betriebsgenehmigung erfolgt ,sondern eben das was man vom Landkreis Osterholz bereits vorliegen hat. Es sagt auch nichts darüber aus wer der spätere Nutznießer des Tanklagers sein wird!!!

http://tanklagerfarge.wordpress.com/2014...tig-geschichte/
..dort kann man den Verlauf des gestrigen Abends aus der Sicht des Vorstandes der BI sehen.



.................................................................
Zum Thema Korrosion
Kerosin: JETAI, F34 und F44 (2)

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RE: "öffentliche Anwohnerversammlung v. 7.10.2014"

#94 von Lola2 , 09.10.2014 07:41

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,961286.html

Zitat
Tanklager-Initiative: Offenbar kein Verfahren gegen die Verursacher - 09.10.2014
Ermittlungen eingestellt
Von Klaus Grunewald

Seit rund zwei Jahren kämpft die örtliche Bürgerinitiative um eine lückenlose Aufklärung aller Umweltschäden durch das Tanklager Farge. Jetzt ist ihr erstmals von offizieller Seite mitgeteilt worden, dass der weltweit größte unterirdische Speicher für Kraftstoffe endgültig und dauerhaft stillgelegt werden soll. BI-Sprecherin Heidrun Pörtner: „Die Geheimniskrämerei scheint vorbei zu sein.“
Zitat Ende

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RE: "öffentliche Anwohnerversammlung v. 7.10.2014"

#95 von Lola2 , 09.10.2014 08:14

..... ich habe bei der Fülle der Informationen, die auf der Anwohnerversammlung Thema waren, noch einige Punkte nachträglich hinzuzufügen, weil sie in der Presse keine Erwähnung fanden.

Bei dem Thema genietete Tanks informierte Herr Rehnisch die Anwohner darüber, dass die Tanks damals genietet wurden. Gleichzeitig hatte er den Besuchern auch ein Bild gezeigt, auf dem man das Innere eines Tanks sieht und ganz vorne war die genietete Naht deutlich zu sehen. Solche Bilder hat man natürlich nicht so gern gezeigt war sein Kommentar.
Seine Erklärung warum man die Tanks genietet hatte, habe ich bereits im Beitrag Nr.93 aufgeführt.

Außerdem wurden wir von der Sprecherin der BI informiert, dass die SWB dazu übergegangen ist in kontaminierten Gebieten die Kunstoffwasserrohre gegen Metallrohre wieder auszutauschen, weil man neue Erkenntnisse hat, dass Kunstoffrohre für bestimmte Stoffe durchlässig sind.
Die SWB prüft das Erdreich inzwischen wenn neue Leitungen verlegt werden und eben in kontaminierten Gebieten wird punktuell das Erdreich überprüft.

Wir wurden dann noch weiter informiert, dass die Fließgeschwindigkeit des Grundwassers 30m pro Jahr beträgt und der wichtigste Trinkwasserbrunnen für Bremen befindet sich am Striekenkamp!

Es wird immer schwieriger saubere Trinkwasserreservoirs zu erschließen und darum ist es unerläßlich, dass die Behörden endlich mit den Bürgern in Bremen-Nord zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass anhand der Lagerlisten geprüft werden kann mit welchen Chemikalien wir es noch zu tun haben, die möglicherweise einen natürlich Abbau der Schadstoffe aus den Kraftstoffen vom Tanklager durch Mikroben verhindern.

Es geht um die Rettung der Trinkwasserbrunnen und um die Gesundheit der hier lebenden Menschen.
Beides gerät in der Tat, durch unprofessionelles Handeln der Behörden in akute Gefahr.


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zuletzt bearbeitet 09.10.2014 | Top

Es gibt noch viel zu tun!

#96 von Reinhard , 12.10.2014 16:07

Es gibt noch viel zu tun!


Unter diesem Titel hat das Blog „Blumenthal-Zeitung“ eine neue Reihe von monatlichen Kommentaren gestartet, die mit einem Vorschlag zur weiteren Organisation der Bürgerbeteiligung bei der weiteren Kontrolle und Sanierung der Tanklager-Kontamination beginnt.

Dabei wird aufgrund der vorhandenen Unzulänglichkeiten bei der bisherigen fragmentierten Aufarbeitung der Tanklagerproblematik ein Arbeitskreis vorgeschlagen, in dem a) alle Aspekte der Tanklagerkontaminationen behandelt werden und b) neben den bereits jetzt beteiligten Behörden auch unabhängige Fachleute und sachkundige Bürgerinnen und Bürger mitarbeiten. Dieses Gremium würde damit die ausschließliche Kontrolle durch den Eigentümer und die Bremer Umweltbehörde ersetzen.

In diesem umfassenden Tanklager-Arbeitskreis sollen die Krebstudien revidiert und erweitert werden sowie eine breitere Analyse der Immobilenpreisentwicklung im Bereich des Tanklagers Farge konzipiert werden. Auch soll die Sanierungsplanung durch eine Erweiterung der bisher vorhandenen Informationsgrundlage durch zwei bisher vernachlässigte Aspekte ergänzt werden: eine mögliche Stärkung des Abbaus der Kohlenwasserstoffe durch Mikroorganismen und die Entwicklung eines Simulationsmodells, um ein dynamisches Gesamtbild der Kontamination zu erhalten.

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RE: Es gibt noch viel zu tun!

#97 von Lola2 , 29.10.2014 21:52

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...nklager-bi.html
..wieder ein sehr interessanter Bericht und Anregungen wie man den Bürgern mit fachlichem Wissen weiterhin beistehen kann, denn das Tanklager ist zwar geschlossen, aber die Probleme für die Bevölkerung sind nach wie vor vorhanden und es gilt herauszufinden wie man Trinkwasser und Bürger schützen kann.

http://tanklagerfarge.wordpress.com/vide...nerversammlung/

..das Video über die öffentliche Anwohnerversammlung der BI Tanklager Farge.
Der Abend wurde etwas lebhafter gestaltet, denn die interessierten Anwohner konnten ihre Fragen schon zu Hause vorbereitet auf einen Zettel sc hreiben und diesen beim Betreten des Veranstaltungsortes in einen Kasten werfen.
Die Fragen wurden dann im Laufe des abends beantwortet.

Ab Minute 50 beginnen die Anwohnerfragen, etwas Stimmung und Zoff fehlte auch nicht.

Herr Schlaetzer informierte über die Frage des Schadensersatzes und das Vorstandsteam gab wieder sachliche Berichte über das Tanklager, Kontamination und Sanierung.

Es war kein langweiliger, trockener Abend.

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RE: Es gibt noch viel zu tun!

#98 von Lola2 , 14.01.2015 17:52

https://tanklagerfarge.files.wordpress.c...lager-farge.pdf

Pressemitteilung vom Verein "Tanklager Farge" e.V. v. 12.1.2015 kann man mit dem o.a. Link aufrufen.

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RE: Es gibt noch viel zu tun!

#99 von Lola2 , 16.01.2015 06:48

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1033866.html

Zitat
Farger Initiative kritisiert aktuellen Tanklager-Bericht
Über Aussagen geärgert
Albrecht-Joachim Bahr 16.01.2015 0 Kommentare

Gerade haben sich die Mitglieder der Umweltdeputation, wie berichtet, mit dem Bericht der Umweltbehörde zum aktuellen Stand des Tanklagers Farge befasst. Vorab schon war die Bürgerinitiative Tanklager Farge um eine Stellungnahme gebeten worden. Die Initiative ist auf einige Unstimmigkeiten gestoßen.

Henning Leber, zweiter Vorsitzender der Initiative, sagt: „Man spricht von ‚praktisch‘ leeren Tanks und Leitungen und bezieht sich hiermit offenbar auf ‚technisch leer‘, was nicht mit einer völligen Entleerung gleichzusetzen ist.“ So würde der Eindruck erweckt, es befänden sich keinerlei Gefahrstoffe mehr im Tanklager. In Wirklichkeit bleibe der Umfang der Restmengen im Dunkeln, kritisieren die Farger. Auch sei von einem „uneingeschränkten“ Betrieb der Sanierungspumpen die Rede, obwohl die durch das Abpumpen gewonnen Schadstoffmengen das nicht hergäben.

Der Beitrag endet wie folgt:

Trotz aller Kritik am Bericht der Umweltbehörde geht die Vorsitzende Heidrun Pörtner davon aus, „dass die Deputierten unsere Fragen in die Bewertung des Bericht haben einfließen lassen“. Politik, Bürger und Behörden zögen mehr und mehr an einem Strang. „Gerade weil der Weg noch sehr weit ist, ist es auch die einzige Möglichkeit!“
Zitat Ende

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Der Grundstückseigentümer haftet

#100 von Reinhard , 26.10.2015 12:14

Der Grundstückseigentümer haftet

Hauseigentümer können sich bekanntlich nicht nur darüber freuen, dass sich in ihrer Wohnung nicht an eine einschränkende Hausordnung halten müssen und einen eigenen Garten ganz nach ihren Wünschen gestalten und nutzen können. Aber es gibt auch Pflichten. Dazu zählt es etwa, dass man Sträucher nicht über die Grundstücksgrezen wachsen lassen darf und schon gar nicht über den Bürgersteig. Wer sich daran nicht hält, bekommt einen Brief vom Ordnungsamt, in dem eine Frist zur Beseitigung des Überhangs gestellt wird.

So verfahren Gemeinden bei den kleinen Immobilienbesitzern, wenn sie ihren gesetzlichen Verpflichtungen nict nachkommen. Wie sieht es jeodch bei den ganz großen aus, von deren Wohlwollen man ich möglicherweise noch in anderen Bereichen einges verspricht.

Diese Frage muss man sich gerade in Blumenthal stellen, wo der Bund bzw. die Bundeswehr Grundstckseigentümer ist, die mit dem Tanklager Farge nicht nur einen pflanzlichen Überhang nicht beseitigt, sondern offenbar bei der Sanierung ihres Tanklagergrundstücks auf den Faktor Zeit setzt. Man hoft offenbar immer noch, dass Mikroben die karzinogenen Kohlenwasserstoffe beseitigen werden und will bis dahin weiterhin möglichst viel Gras über die Sache wachsen lassen.

Anders kann man die Nachrichtenpolitik des Bunds kaum verstehen, der erst eine Rückgabe der Betreibsgenehmigung für das Tanklager angekündigt hat, dann jedoch auf Tauchstation gegangen ist. Nicht einmal einer Einladung zu einer Beiratssitzung am 15.9.2014 ist die zuständige Beamtin aus Hannover bekanntlich gefolgt.

So hat sich ein Eigentümer verhalten, von dessen Grundstück sich eine Kontamiationsfahne ausbretet, die ein Trinkwasserschutzgebiet bedroht und damit für ein erhöhtes Risiko für Leukämieerkeungen verantwortlich sein dürfte.

Wie hätte sich in einem ähnlichen Fall ein Privatunternehmen verhalten, wenn man nichts mehr vor den Augen der Öffentlichkeit verbergen kann?

Nach allen Erahrungen etwa mit Chemie- und Mineralöluntenehmen hätten die Berater eine Tansparenzoffensive vorgeschlagen, um Vertrauen zurückzugewinnen. Nur braucht der Staat keine Kunden, sondern kann seine Einnahmen in Form der Steuern selbst festsetzen, ohne dabei groß auf „Kundenwünsche“ und „Kundenmeinugen“ Rücksicht nehmen zu müssen.

Aber das Interesse des zur Haftung verpflichteten Gundstückseigentümers ist nicht mit dem der Gemeinde oder des Stadtteils identisch. Hier muss man sich nicht nur um den Überhang, sodern erheblich stärker um Umweltschäden kümmern, bei denen es nicht um eine bequemere Nutzung von Fußwegen, sondern die Gesundheit und das Grundstücksvermögen der Anlieger geht.

Man muss sich daher fragen, warum sich die Blumentaler und Bremer bei der Beseitigung der Schäden durch das Tanklager Farge so aussschließlich auf die grüne Bremer Umeltbehörde konzentrieren. Sie ist schließlch nur eine Zwischenstufe; denn der Bund als Eigentümer ist bekanntlich nicht entmündigt, sondern trifft nach unserer Rechtsordnung die Entscheidungen. Dabei muss er sich zwar an Kontrollvorgaben halten, nur kann jede Zwischenschaltung einer weiteren Institution üblicherweise nur die Dauer und Präzision einer Informationsübertragung erschweren.

Der neu konstituierte Tanklagerausschuss des Beirats sollte daher, auch wenn er zu einem großen Teil aus Mitgliedern des Tanklager-Vereins besteht nicht ausschließlich auf die Schwerpunkte der früheren Bürgerinitiative sehen.

Es gibt auch wichtige andere Aspekte. Dazu gehören

- ein direkter Kontakt zur Bundesimmobilienverwaltung, um sich dort aus erster Hand zu informieren und ein nachhaltiges Gespräch zwischen den Betroffenen, die der Ausschuss vertreten könnnte, und dem Eigentümer zu organisieren.

- die Nachbesserung einer Sonderauswertung des Krebsregisters einzufordern, durch die die fehlenden Auswertungen der vorliegenden Untersuchung nachgereicht werden.

Aber es gibt durchaus noch mehr zu tun!


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zuletzt bearbeitet 26.10.2015 | Top

Tanklager: Bürger wollen Tempo

#101 von Lola , 01.06.2016 08:59

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1388488.html

Zitat
Versammlung am 7. Juni in Farge
Tanklager: Bürger wollen Tempo
Albrecht-Joachim Bahr 01.06.2016 0 Kommentare

Georg Karfusehr, Geologe und Geschäftsführer des Oldenburger Sanierungsunternehmens Groundsolution, ist überzeugt, dass die Sanierung des Tanklagers Farge schneller abgeschlossen werden kann, als von der Umweltbehörde angestrebt. Er legt ein Gutachten vor, worin es heißt, „dass der von der Behörde bisher geplante Sanierungszeitraum von mehr als dreißig Jahren deutlich unterschritten werden kann“. Karfusehr stellt seine Überlegungen während einer Anwohnerversammlung vor, zu der die Tanklager-Initiative für Dienstag, 7. Juni, einlädt. Die Veranstaltung findet im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Rönnebeck-Farge, Farger Straße 19, statt und beginnt um 19 Uhr.
Zitat Ende

Lola  
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"Gefährliches Relikt"

#102 von Lola , 04.07.2016 15:00

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1411073.html

Zitat
Tanklager: Antworten auf zentrale Fragen
Gefährliches Relikt in Farge
Lisa Boekhoff 01.07.2016 0 Kommentare

Vor fast 80 Jahren begannen die Nationalsozialisten, in Bremen-Nord ein unterirdisches Tanklager zu bauen. Heute ist das Gelände stillgelegt: Boden und Grundwasser im Umfeld sind verseucht.
Zitat Ende

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Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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