Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Wätjens Park

#1 von Lola , 30.01.2013 08:07

http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,487514.html
Zitat
Eine bedeutende Grünanlage für Bremen
Von Ulf Fiedler

Nichts deutete darauf hin, dass der am 30. Januar 1813 in Bremen geborene Christian Heinrich Wätjen jemals für Blumenthal von Bedeutung sein würde. Heute an seinem 200. Geburtstag gilt er als wesentlicher Impulsgeber und Vollender des nach ihm benannten Parks in Blumenthal.
Zitat Ende

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


Missachtetes Bürgerengagement

#2 von Reinhard , 14.09.2013 10:23

Missachtetes Bürgerengagement

Nachdem es in der letzten BLV-Ausgabe am Mittwoch keine Gegendarstellung gab, muss man es wohl für eine Tatsache halten. Das ist zwar vom Inhalt her kaum glaublich. Nur wenn nicht einmal die betroffene Bremer Staatsanwaltschaft widerspricht, muss es dennoch wahr sein.

Konkret geht es um eine der nicht zu zahlreichen attraktiven Sehenswürdigkeiten Blumenthals, um deren Erhaltung sich ein spezieller Förderverein kümmert. Dort wurde Wätjens-Büste von einem Täter beschädigt, der anscheinend am Tatort nicht nur eine Wollmütze, sondern auch ein Fingerglied mit Nagel als unfreiwillige Hilfe für die polizeiliche Identitätsfeststellung hinterließ.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Verfolgung dieser Sachbeschäddigung, deren Aufklärung keinen großen Einsatz erfodern dürfte, eingestellt, weil diese Tat beim Beschuldigten wegen anderer Straftaten „nicht beträchtlich ins Gewicht“ fällt, da
„im Falle einer weiteren Verurteilung eine nicht oder nur unwesentliche höhere Gesamtstrafe zu bilden wäre.“

Diese Argumentation mag aus der Sicht einer Behörde, die ihre Arbeit minimieren will, folgerichtig sein. Nur hat die Staatsanwaltschaft auch andere Aufgabe. Das gilt in ganz besonderer Weise für Bremen, wo die hohe Kriminalitätsrate in allen Städtevergleichen neben der Verschuldung und den schlechten Pisa-Werten immer die Attraktivität Bremens als Wohnstandort deutlich belastet.

Daher muss man sich fragen, ob die Staatsanwaltschaft nicht auch an die Außenwirkungen ihres Handeln denkt. Kann man wirklich andere potenzieller Straftäter von ihrem Vandalismus abhalten, wenn man bei einem Schaden von 5.000 € von der „Erhebung einer öffentlichen Klage absieht“? Das hat zweifellos keinerlei abstreckende Wirkung und kann eher als Einladung verstanden werden, einmal nach Bremen und in Wätjens Park zu kommen, wenn man sich denn schon als „Vandale“ produzieren muss.

Weniger motivierend dürfte die Haltung der Staatsanwaltschaft jedoch auf die Vereinsmitglieder des Fördervereins wirken, deren Arbeit für den Park und damit für ihre Mitbürger offenbar von einem Organ des Staates, der eben diese Bürger vertritt, anscheinend kaum gesehen und schon gar nicht geschützt wird.

Wäre es nicht die Aufgabe des Staates, wenn er schon nicht die Pflege von Parks selbst übernehmen kann, wenigstens das Engagement von Bürgern, die ihm diese Arbeit abnehmen, zu schützen?

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


Nur ein Versicherungsfall?

#3 von Reinhard , 19.09.2013 18:54

Nur ein Versicherungsfall?

Auch wenn die „Argumente“ nicht hier, sondern in einem gestern vom BLV veröffentlichten Leserbrief vorgetragen wurden, verdienen sie eine Antwort, zumal sie sich leicht als Kritik an der hier vertretenen Position verstehen lassen.

Der Briefschreiber kreidet dem Vorsitzenden des Fördervereins Wätjens Park darin so ganz nebenbei ein „Geltungsbedürfnis“ an und nennt den Park einen „ dunklen Moloch“, der „erst einmal ausgelichtet“ werden müsse, da man dort „vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht“. Damit soll der Förderverein „möglicherweise“ für den Vandalismus eine Mitverantwortung tragen, obwohl sich der offensichtlich nachts austobte, wenn man ohnehin den Wald nicht von den Bäumen unterscheiden kann. Trotzdem wird dem Förderverein und seinem Vorsitzenden „möglicherweise“ eine Mitschuld an der mutwilligen Sachbeschädigung durch einen Jugendlichen zugeschrieben.

Damit aber nicht genug der Kritik an dem Vorsitzenden des Fördervereins!. Der „Parkberater“ empfiehlt ihm den Abschluss einer Versicherung, damit der nicht ein „selbstverschuldetes Manko“ „mit unendlichem Geschrei bejammern“ müsse.

Wenn man diese feindselig anmuteten Zeilen liest, kann man sich kaum vorstellen, dass bei derartigen Anfeindungen ein Blumenthaler Bürger noch motiviert als Freiwilliger für die Gemeinschaft arbeiten wird.

Aber das ist nur die eine Seite des Vorfalls. Die andere ist die Kriminalität, die offenbar nicht sanktioniert, sondern durch Versicherungen neutralisiert werden soll. Damit wird im Endeffekt für eine Gesellschaft plädiert, in der Werte durch Vandalismus vernichtet werden können, wobei der Schaden auf die Besitzenden verteilt wird.

Stellt sich der Schreiber des Leserbriefes vielleicht so die Herstellung sozialer Gerechtigkeit vor oder will er nur die Abschlüsse und Provisionen der Versicherungswirtschaft steigern?

Allerdings scheinen nicht alle Bremerinnen und Bremer diese Einstellung zur Kriminalität zu teilen, da sie in diesen Delikten einen wesentlichen Grund für ihre Kritik an der Lebensqualität der Weserstadt sehen. Um dabei für eine Verbesserung zu sorgen, wird die überflüssige persönliche Kritik an einem engagierten Bürger kaum reichen.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


RE: Nur ein Versicherungsfall?

#4 von Lola , 19.09.2013 20:19

..oho, na das ist aber eine Rechtsauffassung! Wenn bei jemandem "nichts zu holen ist", kann es doch nicht bedeuten, dass diese Person straffrei davon kommt. Dem stellt man einen Freibrief aus, damit er sich noch frei entfalten kann, oder?

Eine Geldstrafe und die Reparaturkosten können auch z.B. im Park abgearbeitet werden.
Nennt man so etwas nicht auch "gemeinnützige Arbeit?
Wer eine Straftat begeht, muss auch die Konsequenzen tragen. Wo kommen wir denn dahin, dass nur derjenige eine Strafe aufgebrummt bekommt, "bei dem was zu holen ist".


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: "Förderverein von der Justiz enttäuscht"

#5 von Lola , 22.11.2013 15:31

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,715882.html

Zitat

Blumenthal - 22.11.2013
Vandalismus in Wätjens Park: Förderverein ist von der Justiz enttäuscht
Von Christina Denker

Blumenthal. Eine zerstörte Skulptur in Wätjens Park, ein abgetrenntes Fingerglied und ein Jugendlicher, dem eine Fingerkuppe fehlt – und das alles in einer einzigen Nacht, der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 2011. Die Polizei hatte wenig später einen 17-jährigen Nordbremer ausfindig gemacht. Er wurde verdächtigt, den Kopf der Wätjen-Büste im gleichnamigen Park abgeschlagen und sich dabei an einem Finger verletzt zu haben. Im Sommer dieses Jahres stand der mutmaßliche Täter vor dem Blumenthaler Amtsgericht.
Zitat Ende

Lt. Oberstaatsanwalt Frank Passade "Eine DNA-PProbe hat es gegeben" und der Beitrag klärt weiter darüber auf, "dass der damals Beschuldigte zweifelsfrei Eigentümer des abgetrennten Fingerglieds gewesen ist. Hätte der Test kein eindeutiges Ergebnis liefern können, hätte der Mann freigesprochen werden müssen. Wurde er aber nicht."
"Das Verfahren ist eingestellt worden, weil der Beschuldigte wegen anderer Delikte bereits zu einer Gesamtstrafe verurteilt worden war und eine weitere Verurteilung wegen Vandalismus das Strafmass nicht oder nur kaum erhöht hätte." So der Oberstaatsanwalt.

Hoffentlich hat der Täter das Bild eines erhobenen Fingers-mit abgetrenntem Fingerglied- immer im Hinterkopf, sollte ihn irgendwann wieder einmal die Lust übermannen wie ein Vandale über anderer Leute Eigentum herzufallen und zu zertören was ihm in die Quere kommt. Das die Tat unter Alkoholeinfluss begangen wurde, ist in meinen Augen keine Entschuldigung, sondern eher ein Fall für eine Therapie.

Aber wie es so ist, das Leben besteht aus verpassten Gelegenheiten.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: "Förderverein von der Justiz enttäuscht"

#6 von fight4yrights , 23.11.2013 06:59

Zitat
Das die Tat unter Alkoholeinfluss begangen wurde, ist in meinen Augen keine Entschuldigung, sondern eher ein Fall für eine Therapie.



Und wie sollte die Therapie aussehen?

fight4yrights  
fight4yrights
Beiträge: 142
Registriert am: 26.01.2013


RE: "Förderverein von der Justiz enttäuscht"

#7 von Lola , 23.11.2013 08:31

..wer solche Zerstörungen unter dem Einfluss von Alkohol begeht, der sollte sich vielleicht einmal mit einem Psychologen unterhalten oder zu den "Anonymen Alkoholikern" gehen.


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


   

"VIP - Vegesack interessierte Personen"
Kunst im öffentlichen Raum

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen