Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Bürgerstiftungen im Vergleich

#1 von Reinhard , 25.07.2014 17:19

Geburtsfehler

Die aktuelle Kritik am Bolzplatzprojekt rückt die gesamte Organisation der Bürgerstiftung Blumenthal und des Fördervereins Bürgerstiftung Blumenthal in den Mittelpunkt einer näheren Betrachtung. Hinter diffusen Baugenehmigungen und Videoüberwachungen werden dann rasch grundsätzliche Schwächen der beiden Blumenthaer Organisationen erkennbar.

Dazu muss man nicht lange nach Beurteilungsmaßstäben suchen. Es gibt sie bereits seit Mai 2000, also einer Zeit, als sich in Blumenthal vermutlich noch niemand mit der Gründung einer Bürgerstiftung beschäftigt hat. Dabei handelt es sich um „10 Merkmale einer Bürgerstiftung“, die vom Arbeitskreis Bürgerstiftungen auf dem 56. Jahrestag des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen verabschiedet wurden. Es geht also nicht um kritische Überlegungen einer extremen Gruppe oder wenig geschätzten Zeitung , sondern um die Empfehlung der deutschen Bürgerstiftungen schlechthin.

Diese 10 Punkte sind heute das wichtige Kriterium für die Vergabe des Gütesiegels für Bürgerstiftungen, das bisher 259 Bürgerstiftungen erhalten haben.

Ein Blick auf die Satzung lässt rasch erkennen, warum für die Stiftungsbemühungen in Blumenthal dieses Gütesiegel in weiter Ferne liegt.

Unter den 10 Merkmalen einer Bürgerstiftung beschäftigen sich allein drei mit der Unabhängigkeit. So heißt es u.a unter Punkt 3: „ Politische Gremien und Verwaltungsspitzen dürfen keinen bestimmenden Einfluss auf Entscheidungen nehmen.

Wer einen Blick auf dies Spitze des Blumenthaler Fördervereins wirft, muss hier eher das Gegenteil feststellen, denn die Verwaltungsspitze stellt den 1. Vorsitzenden und seine beiden Stellvertreter kommen aus dem Beirat.

Verwaltung und Politik bestimmen damit einen Förderverein, der sich mit einer „Bürgerstiftung“ beschäftigt. Folgt man der Definition des Arbeitskreises Bürgerstiftungen, der mindestens 259 Bürgerstiftungen in Deutschland folgen, kann man also in Blumenthal gar nicht von einer „Bürgerstiftung“ sprechen, da ein zentrales Definitionsmerkmal, die Unabhängigkeit von Verwaltung und Politik, nicht gegeben ist.

Sind möglicherweise sogar die jetzt sichtbar gewordenen Schwachstellen Folgen einer offenbar missglückten Gründung einer Filiale der innovativen Verwaltung, die sich Bürgerstiftung nennt?


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Ökonomische Dominanz

#2 von Reinhard , 26.07.2014 08:45

Ökonomische Dominanz

Die Abhängigkeit von der Blumenthaler Politik ist nur ein Geburtsfehler einer Bürgerstiftung Blumenthal. Daneben besteht eine zweite Gefahr, die aus Einflüssen eines einzelnen übergroßen Sponsors resultieren kann. Dazu heißt es in den 10 Punkten: „Eine Dominanz einzelner Stifter, Parteien, Unternehmen wird abgelehnt.“

Diese allgemeine Festlegung wird von der Bürgerstiftung Braunschweig exemplarisch konkretisiert. Danach sieht man die Gefahren einer ökonomischen Abhängigkeit immer dann, wenn ein einzelner Sponsor mehr als 10 % zu den Jahreseinnahmen beiträgt.

Üblicherweise wird dabei allein aufgrund der Höhe der Spenden ein übergroßer Einfluss angenommen, ohne dass konkrete Handlungen nachgewiesen sind, durch die der Hauptsponsor in die Entscheidungen des Förderverein oder der Stiftung eingreift.

Wie sieht eine denkbare ökonomische Dominanz bei der Bürgerstiftung Blumenthal und beim Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal aus?

Nach den Angaben auf der Webseite der Bürgerstiftung kann der Förderverein ca. 14.000 € im Jahr ausgegeben und erhält vom Kraftwerk Farge 15.000 €. Ähnlich sieht es bei den Mitteln aus, die für eine Stiftungsgründung zur Verfügung stehen. In beiden Fällen stammen deutlich mehr als 10 % von Kraftwerk Farge. Wenn man sich auf die Gelder von Stiftern und Sponsoren beschränkt, scheinen es sogar über 90 % zu sein. Damit kann man nach den üblichen Kriterien eine erhebliche Dominanz unterstellen.

Das gilt beim Förderverein in ganz besonderer Weise, da man aus den Protokollen erfährt, dass nicht die Bürger über die Mittelvergabe entscheiden, wie man es bei einer Bürgerstiftung erwartet, sondern das Kraftwerk Farge. So musste, um das Festival der Vereine durchzuführen, zunächst das „Einverständnis der GDF SUEZ“ eingeholt werden. Offenbar ist also zumindest die Mittelvergabe an ein Vetorecht des multinationalen Konzerns GDF SUEZ gebunden.

Man könnte daher die “Bürgerstiftung“ vermutlich richtiger als GDF SUEZ-Stiftung bezeichnen, die in Blumenthal vom Ortsamtsleiter und der Beiratsspitze betreut wird.


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Käufliche Beiräte?

#3 von Reinhard , 27.07.2014 08:21

Käufliche Beiräte?

In einer parlamentarischen Demokratie sind die Abgeordneten bekanntlich nur ihrem Gewissen verpflichtet. Das gilt auch trotz der häufig diskutierten Fraktionszwänge, Tätigkeiten als Lobbyisten für Unternehmen und Verbände oder trotz des Schielens auf lukrative Beschäftigungen nach dem Politikerleben. Zumindest findet man in allen diesen Fällen keine schriftliche Zusicherung, nach der ein Abgeordneter für eine bestimmte Geldsumme in einer gewünschte Weise abstimmen wird.

Allerdings scheint dieser zentrale Grundsatz einer Demokratie in Blumenthal nicht immer zu gelten. Hier soll sich jedenfalls über die Bürgerstiftung Blumenthal, die bisher noch nicht besteht, ein Abstimmungsverhalten der Beiratsmitglieder „kaufen“ lassen.

Dieses wohl einmalige Angebot ist allerdings nicht ganz billig und wird nur für eine spezielle Entscheidung eingeräumt.

Offenbar haben die Blumenthaler Beiratsmitglieder für sich und anscheinend sogar ihre Nachfolger eine Erklärung abgegeben, wie man sie in keinem Lehrbuch der Demokratie findet. Alle Stifter, die „mehr als 100.000,00 € in das Stiftungskapital“ einbringen, erhalten die „Zusicherung, dass spätestens nach ihrem Ableben ein öffentliches Gebäude oder eine Straße mit ihrem Namen verbunden wird.“

Da keine beurkundeten Absichtserklärungen von mindestens der Hälfte der Blumenthaler Beiratsmitglieder veröffentlicht sind, muss man sich fragen, wer für dieses Versprechen gegenüber Stiftern geradesteht.

Gibt es etwa jemanden in Blumenthal, der ein bestimmtes Abstimmungsverhalten von gewählten Beiratsmitgliedern garantieren kann?

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Kanzlerin ohne Land und Wahl

#4 von Reinhard , 28.07.2014 08:00

Kanzlerin ohne Land und Wahl


Eigentlich ist die Organisation einer Stiftung recht einfach. Wie schon der Name besagt, stehen die Stifter im Mittelpunkt. So wählen sie als Stifterforum in der Regel für fünf Jahre einen Stiftungsrat, der den Vorstand wiederum wählt und überwacht. Der Vorstand selbst führt das laufende Geschäft und erstattet dem Stifterforum jährlich Bericht. Abweichend von diesen Regelungen wird der erste Vorstand von einer Gründerstifterversammlung gewählt.

Das ist ein überzeugendes Konzept, das die Stifter beteiligt und damit motiviert.

Aus diesen leicht nachvollziehbaren Regelungen lassen sich ganz einfache logische Schlussfolgerungen ziehen: ohne eine Stiftung und ohne eine Versammlung von Stiftern kann es keinen Stiftungsvorstand geben. Man braucht ihn allerdings auch nicht, weil es gar keine Stiftung gibt.

So sieht die bunte, weite Stiftungswelt außerhalb von Blumenthal aus. In diesem Bremer Stadtteil scheinen diese einfachen logischen Regeln jedoch nicht zu gelten; denn hier findet man für die noch nicht existente Bürgerstiftung bereits die Information: „Designierter Vorstand ist Oliver Berger, Rechtsanwalt, Schlätzer, Küchen & Berger“.

Gibt es auch hier wie bei den versprochenen Straßenbenennungen einen Strippenzieher, der in diesem Fall sogar ein Wahlergebnis verkünden kann, obwohl nicht einmal die beteiligten Wähler bekannt sind?

Ein Vergleich kann die Tragweite dieser Aussage veranschaulichen. Die Prognose auf der Blumenthaler Website ist gleichzusetzen mit einer Erklärung der EU: Zukünftige Kanzlerin der Vereinigten Staaten von Europa ist Frau Dr. Angela Merkel.

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Förderungsverein wozu?

#5 von Reinhard , 30.07.2014 08:30

Förderungsverein wozu?

Liest man die Firmierung „Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal“ scheint alles klar zu. Hier soll etwas für eine Bürgerstiftung getan. Da die bisher noch nicht existiert, da das nötige Stiftungskapital fehlt, sollte es sich dabei vor allem darum handeln, die nötigen Voraussetzungen für deren Gründung zu schaffen. Man sollte also erwarten, dass man sich vor allem um die Gewinnung von Menschen kümmert, die mit ihren Stiftungszusagen die Grundlage für eine Stiftungsgründung schaffen. Das wären vor allem Informationen über die steuerlichen Vorteile, aber auch die wertvollen Leistungen, die ein solches bürgerschaftliches Engagement für eine Gemeinde oder einen Stadtteil bringen kann.

Nach diesem Konzept ist beispielsweise ein Förderverein in der Stadt Kelkheim bei Frankfurt aufgebaut, die etwas weniger Einwohner als Blumenthal hat. Hier verfolgt ein Förderverein Bürgerstiftung Kelkheim e.V. laut Satzung parallel zwei Ziele:

- das Motivieren von Stiftern zur Bereitstellung von Stiftungskapital für die Bürgerstiftung Kelkheim und

- die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements im sozialen Bereich zur Stärkung von Gemeinsinn, Bildung und Eigenverantwortung.

Das ist eine notwendige Doppelgleisigkeit, die optimal dem Förderziel entspricht. Man sollte sie daher auch beim Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal erwarten.

Jedoch ist es hier anders. Der Begriff „Stiftung“ taucht in der Vereinssatzung nur einmal auf, und zwar bei der Firmierung. Danach fehlt jeder Hinweis auf die Förderung einer Stiftungsgründung. Vielmehr werden als Zweck des Vereins sechs Förderungsfelder wie „Förderung der Alten- und Jugendhilfe“ genannt. Die Gründung einer Bürgerstiftung gehört nicht dazu.

Bestenfalls kann bei den Wegen, auf denen diese Zwecke erreicht werden sollen, eine Bürgerstiftung auch eingeschossen sein, wenn von einer „Förderung steuerbegünstigter Körperschaften, die sich im Rahmen der genannten Zwecke betätigen (Fördertätigkeit im Sinne des § 58 Abgabenordnung)“ gesprochen wird. Damit kann allerdings vieles gemeint sein wie z.B. Mittel für eine Bolzplatzstiftung, die den Unterhalt des Bolzplatzes auf der Bahrsplate finanziert. Von der Stiftung, die auf der Webseite „www.buergerstiftung-blumenthal.de“ angekündigt wird, ist zumindest in der rechtlich verbindlichen Satzung des Fördervereins trotz seines Namen keine Rede.

Das sieht fast so aus, als ob unter der bekannten Marke „Bürgerstiftung“ ein Verein gegründet wurde, der Spenden sammelt und verteilt, aber sich kaum für die Förderung und Gründung einer Bürgerstiftung Blumenthal einsetzen will.

Entsprach eine solche längerfristige Orientierung vielleicht gar nicht den Vorstellungen der Initiatoren?

Aber warum haben sie dann die Dinge nicht beim Namen genannt, sondern eine Verpackung mit dem irreführenden Aufdruck „Bürgerstiftung Blumenthal“ gewählt?


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Gutsherrliches

#6 von Reinhard , 04.08.2014 19:11

Gutsherrliches

Vor einiger Zeit ist die Fraktionsvorsitzende der Linken aus dem Vorstand des Fördervereins Bürgerstiftung zurückgetreten, da sie das von ihr als „gutsherrlich“ angeprangerte Verhalten des Vorsitzenden nicht akzeptieren wollte.

Das ist die eine Seite der Entscheidungsstrukturen des Fördervereins, die ihn deutlich von Bürgerstiftungen unterscheiden, die ein Gütesiegel erworben haben.

Die andere betrifft die Perspektive der Vereine und Initiativen, die Fördermittel benötigen. Inzwischen ist es üblich, dass sich bei einer Bürgerstiftung jeder, der für ein Projekt Geld benötigt, über ein Internet abrufbares Formblatt um Mittel bewerben kann. Das gilt für die häufig als Vorbild angesehene Bürgerstiftung Hannover, aber auch für kleinere im Bremer Umland wie die Bürgerstiftung Achim, die sogar einen Leitfaden für die Projektförderung entwickelt hat, und nicht zuletzt die Bürgerstiftung Bremen, wo sich die Bürgerstiftung Tanklager Farge Anfang des Jahres beworben hat.

Auf diese Weise muss sich kein Antragsteller vollkommen benachteiligt fühlen, weil er keine informellen Kontakte hatte, und das Entscheidungsgremium im Förderverein kann die Anträge sorgfältig im Hinblick auf de Erfüllung objektiver Kriterien vergleichen.

Da ist offenbar beim Förderverein in Blumenthal noch ganz anders. Hier gibt es kein formalisiertes Verfahren. Stattdessen wird von “zufälligen“ Kontakten zum Werksleiter des Kraftwerks in Farge oder zum Ortsamtsleiter berichtet.

Kann das auch der Grund sein, warum die Förderziele ein wenig gedehnt wurden und beispielsweise nach den Segways jetzt ein Bobby Car-Rennen in Vegesack und ein Graffiti-Bild in Lüssum Geld erhalten?

Wie lautet doch noch einmal der Werbeslogan des Vereinsvorsitzenden? Ach ja: „Die Stiftung will Projekte unterstützen, die das soziale, kulturelle und demokratische Miteinander fördern".

Bei dem Ziel kann es wohl fraglos keine Alternativen zu diesen ungewöhnlichen Maßnahmen einer Bürgerstiftung bzw. ihres Fördervereins geben? Oder etwa doch?

Werden neben einigen Vorstandsmitgliedern vielleicht auch potenzielle Antragsteller gutsherrlich behandelt?

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Kann der Förderverein Bürgerstiftung auch „Bücher“?

#7 von Reinhard , 14.08.2014 10:21

Kann der Förderverein Bürgerstiftung auch „Bücher“?

Ende vorigen Jahres hat sich der Blumenthaler Beirat gegen die Aufstellung öffentlicher Bücherregale ausgesprochen, was von der Linken vorgeschlagen worden war und inzwischen sogar in zahlreichen kleineren Gemeinden alltäglich geworden ist.

Das ist die Mehrheitsentscheidung, die man zunächst einmal akzeptieren muss, auch wenn man sie für falsch hält. Allerdings macht es in diesem Fall viel Sinn, wenn man sich die aktuelle Entwicklung in anderen Teilen Bremens anschaut und vor diesem Hintergrund nachschaut, warum sich Blumenthals Beirat vor wenigen Monaten so abweichend entschieden hat.

Dabei kann man dann auch einmal darüber nachdenken, dass für die Mehrheit des Blumenthaler Beirats kein Unfehlbarkeitsdogma gilt, also jederzeit eine Revision seines Beschlusses aus dem November 2013 möglich ist oder dass sogar fast dieselben Entscheidungsträger über den Förderverein Bürgerstiftung Blumenthals eine Korrektur vornehmen können.

Wie bereits an anderer Stelle im Forum sehr ausführlich dargestellt wurde, wäre Blumenthal als Stadtteil mit öffentlichen Bücherregalen keineswegs eine Ausnahme in Deutschland.

Das gilt auch für Bremen, wie eine aktuelle Entwicklung in der Neustadt beweist. Dort haben der Beirat, und zwar parteiübergreifend, die Bürgerstiftung Bremen und eine engagierte Bürgerin, die die Institution bereits aus ihrer Heimatstadt Bonn kannte, für einen Bücherschrank auf dem Delmeplatz gesorgt. Kürzlich wurde hier mit einer kleinen Fete das erste erfolgreiche Jahr dieses bürgerschaftlichen Projekts gefeiert. Die Bürgerstiftung Bremen konnte daher mit einem „Weiter so!“ alles Gute für die kommende Zeit wünschen.

Wie in anderen Städten gab es zunächst auch in der Neustadt einige Bedenken, die sich vor allem auf einen möglichen Vandalismus bezogen. Hier wurde jedoch eine Lösung ohne Videoüberwachung gefunden. Vielmehr hat man aus Globalmitteln einen Stahlschrank finanziert, den man bei der Behindertenwerkstatt Martinshof in Auftrag gab.

Um die im Blumenthaler Beirat gesehenen organisatorischen und rechtlichen Hindernisse zu beseitigen, wurde für den Delmemarkt eine Vereinbarung zwischen der Initiative Bücherschrank Delmemarkt und der Bürgerstiftung Bremen geschlossen. Darin „begrüßt und unterstützt“ die Bürgerstiftung die Initiative und „ist bereit, die rechtliche Verantwortung nach außen für das Vorhaben auf dem Delmemarkt zu übernehmen und u.a. die dafür notwendigen Erklärungen gegenüber den Behörden, namentlich dem Amt für Straßen und Verkehr abzugeben.“

Zusätzlich hat sich die Bürgerstiftung grundsätzlich bereit erklärt, „bei Bedarf das Vorhaben Bücherschrank auch mit eigenen Mitteln zu unterstützen.“

Eine Bürgerstiftung und vermutlich auch ein Förderverein können also mit geringen Mitteln eine bürgerschaftliche Initiative unterstützen, die für ein besseres Miteinander in einem Quartier sorgt.

Für die Nachhaltigkeit und positive Ausstrahlung der Literatur-Idee sprechen inzwischen die zahlreichen in Deutschland aufgestellten öffentlichen Bücherschränke und erste Erfahrungsberichte.

Wenn also ehrenamtliche Betreuerinnen oder Betreuer, Beiräte und
eine Bürgerstiftung bzw. eine Förderverein Bürgerstiftung zusammenarbeiten, lässt sich mit relativ geringen Mitteln ein Platz aufwerten, die Kommunikation in der Nachbarschaft verbessern, vielleicht sogar die Bildung der Nutzer erweitern und vor allem einem Ort ein verändertes positives Image verleihen.

Wäre das nicht wirklich eine gute Chance auch für Blumenthal und nicht zuletzt auch den Förderverein Bürgerstiftung? So könnte er beweisen, das er nicht nur teure Bolzplätze für wenige Jugendliche organisiert, sondern auch für kulturelle Projekte steht, die ebenfalls die Integration fördern können und sich als ein erster kleiner Schritt verstehen lassen, um aus Blumenthal auch einen Bildungstadtteil zu machen.

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Hilfreiche Ungeborene

#8 von Reinhard , 05.09.2014 18:58

Hilfreiche Ungeborene

Wenn man auf die Namen von Sponsoren in Blumenthal und umzu stößt, fehlt dabei nur selten der Name einer „Bürgerstiftung Blumenthal“. Das gilt beispielsweise für 3.000 €, die der Denkort U-Boot-Bunker Valentin erhalten hat, damit dort junge Erwachsene u. a. aus Kirgisien, Iran und Afghanistan die Reste einer ehemaligen Betonmischanlage aus der Baustellenzeit 1943-45 freilegen konnten.

Diese Nennung wäre nichts Besonderes, wenn es die aufgeführte Institution tatsächlich geben würde, sie also nicht nur ein virtuelles Leben im Internet führen und nur einen „designierten Vorsitzenden“ benennen könnte.

Da die Bürgerstiftung bisher kein reales Leben besitzt, sollte man vielleicht einmal überlegen, ob man nicht mit weiteren Avataren auf diesem Gebiet noch mehr Gutes für Blumenthal tun könnte.

Mit ein wenig Fantasie bei der Namensgebung sollte das doch möglich sein, nachdem jetzt das Prinzip bekannt ist!


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Mut zum Buch

#9 von Reinhard , 28.09.2014 16:06

Mut zum Buch

Spätestens seit die Auswirkungen der ökonomischen Globalisierung den deutschen Wohnungsmarkt erreicht haben, sind sozial benachteiligte Quartiere eine Herausforderung für die Stadtpolilitik in ganz Westeuropa.

Die Reaktionen der Kommunalpolitiker und der Stadtplaner unterscheiden sich jedoch. Während beispielsweise der Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal einen Bolzplatz und ein Graffiti-Bild fördert, damit die Bewohner der WiN-Gebiete Lüssum und Blumenthal „Altes Zentrum“ wieder Anschluss an die aktuelle Wirtschafts- und Sozialentwicklung erlangen, geht man im Hannoveraner Stadtteil Hainholz einen anderen Weg.



Dort versucht man es mit Kultur. So steht hier neben einem Kulturzentrum ein öffentlicher Bücherschrank, der in keiner Weise besonders gesichert ist. Es handelt sich auch um keine Spezialanfertigung aus Metall, um mögliche Schäden durch „Vandalen“ zu vermeiden, wie es in einem Bremer Stadtteil gemacht wird.

Man setzt offensichtlich auf die Identifikation der Anwohner mit ihrem Wohnumfeld und liegt damit richtig, wie der unbeschädigte Bücherschrank ohne Videoüberwachung beweist.

Häufig muss man eben den Menschen nur etwas Positives zutrauen. Dieser Erfolg des „Mutes zum Buch“ in Hainholz sollte daher alle ähnlich Denkenden bestätigen und ermutigen.


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RE: Mut zum Buch

#10 von Herr H. ( Gast ) , 05.02.2015 22:48

"Reinhard", erst informieren, dann schreiben! Die meisten Stiftungen sind nicht so aufgebaut, wie sie das hier beschreiben. Stiftungen sind erstmal nicht Demokratisch. Sie können es aber sein, was Sie mit Stiftungsversammlung und Wahl und so beschreiben ist eine Möglichkeit. Oft gibt es nur einen Stifter, und Deut bestimmt einen Vorstand. Dieser ergänzt sich dann selbst wenn Personen gehen. Bürgerstiftungen sind eine relativ neue Erscheinung mit sehr unterschiedlichen "Machtkonstruktionen" Demokratisch gewählte Beiratsmitglieder sind doch erstmal gut, denn Sie genießen das Vertrauen vieler Bürger, sonst währen sie ja nicht gewählt worden! "Reinhard" durfte aber nicht mit wählen, denn erst wohnthier gar nicht. Weiß aber alles besser! Und ja, ich weiß wovon ich rede, ich habe schon mal eine Stiftung gegründet! Ach ja, der erste Vorstand wird nichtgewählt, auch von keiner Versammlung. Erst wird ernannt! Lesen hilft! Grüße vom Rassismus Jäger an den RassismusjägerJäger ;)


Herr H.
zuletzt bearbeitet 10.02.2015 08:35 | Top

Korrektes Lesen ist schwer!

#11 von Reinhard , 10.02.2015 08:33

Hallo Herr Hermening,

wenn Sie "richtig" gelesen hätten, dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass es hier ausschließlich um Bürgerstiftungen geht. Von "Steuersparmodellen" auf der Basis von Stiftungen, über die etwa aus Liechtenstein berichtet wird, ist an keiner Stelle die Rede.

Leider haben Sie offenbar trotz Ihrer angeblichen Lektüre nicht verstanden, dass man zwischen dem Förderverein Bürgerstiftung Blumenthal und der noch gar nicht gegründeten Bürgerstiftung Blumenthal unterscheiden muss.

In der erst angedachten Bürgerstiftung Blumenthal arbeiten daher logischerweise keine Beiratsmitglieder. Entsprechend sieht es mit einer Mitgliedschaft aus, für die eine Regelung fehlt. Zumindest im Förderverein ist sie nicht auf Blumenthal begrenzt. "Es ist nicht zwingend der Wohnsitz in Blumenthal erforderlich".

Was bleibt damit von Ihrem kritischen und zitatfreien Posting? Ein Versuch, der offenbar unbedingt gewollt, aber nicht gekonnt wurde.

Wie auf der Jagd nach "Rassisten" sollte man sich zuerst sorgfältig informieren, bevor man falsche Behauptungen verbreitet und andere Menschen diskriminiert.


Reinhard  
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zuletzt bearbeitet 10.02.2015 | Top

RE: Korrektes Lesen ist schwer!

#12 von Herr H. ( Gast ) , 10.02.2015 22:02

Herr Landwehr!
Sie können ja doch antworten! Und stellen Sie sich vor, ich kann besser zwischen Stiftungen und Vereinen unterscheiden als Sie! Denn Ihre Beiträge sind, wenn ich es mal so ausdrücken darf, sehr unqualifiziert! Nur ein paar Beispiele:
Ein Zitat aus diesem Thema von Ihnen:
"Eigentlich ist die Organisation einer Stiftung recht einfach. Wie schon der Name besagt, stehen die Stifter im Mittelpunkt. So wählen sie als Stifterforum in der Regel für fünf Jahre einen Stiftungsrat, der den Vorstand wiederum wählt und überwacht. Der Vorstand selbst führt das laufende Geschäft und erstattet dem Stifterforum jährlich Bericht. Abweichend von diesen Regelungen wird der erste Vorstand von einer Gründerstifterversammlung gewählt.
Das ist ein überzeugendes Konzept, das die Stifter beteiligt und damit motiviert.
Aus diesen leicht nachvollziehbaren Regelungen lassen sich ganz einfache logische Schlussfolgerungen ziehen: ohne eine Stiftung und ohne eine Versammlung von Stiftern kann es keinen Stiftungsvorstand geben. Man braucht ihn allerdings auch nicht, weil es gar keine Stiftung gibt.
So sieht die bunte, weite Stiftungswelt außerhalb von Blumenthal aus. In diesem Bremer Stadtteil scheinen diese einfachen logischen Regeln jedoch nicht zu gelten; denn hier findet man für die noch nicht existente Bürgerstiftung bereits die Information: „Designierter Vorstand ist Oliver Berger, Rechtsanwalt, Schlätzer, Küchen & Berger“.


Lauter falsche Aussagen:
Im Stiftungsrecht sind keine Wahlen vorgesehen! In der Regel wird also garnicht gewählt. In der Regel gibt es auch keinen Stiftungsrat. In der Regel gibt es auch kein Stifterforum, dem Bericht erstattet werden muss.
Wenn die Stiftung aber entsteht, was erst passieren kann, wenn mindestens 50.000 € zusammen gekommen sind, in Niedersachsen wurde diese Grenze für Bürgerstiftungen übrigens auf 25.000 € herabgesetzt, dann muss ein designierter Vorstand da sein, denn sonst kann auch keiner ernannt werden. Bei der Gründungsversammlung wird nicht gewählt. Ja, es muss nicht mal eine solche Versammlung geben!
Die Stiftungen geben sich selbst eine Satzung, in der sowas wie Stiftungsrat, Vorstand, Kuratorium, Stiftungsversammlung und eventuelle Wahlen festgelegt werden können, muss aber nicht sein, Eine Stiftung ist etwas völlig anderes als ein Verein!
Das normale Verfahren in Stiftungen ist die Kooptation in den Gremien, können Sie selbst nachschuen, was das ist.
Die grundlegenden Bestimmungen zum Stiftungsrecht finden sie in den §§ 80 - 88 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Die näheren Regelungen zur Errichtung, Anerkennung und Aufsicht liegen bei den Bundesländern. Im BGB steht zu der Art, wie ein Vorstand zu bilden ist, nichts! Nur das es festgelegt sein muss.
Weiter unten reden Sie über Mitglieder der Stiftungen. Stiftungen haben keine Mitglieder! Stiftungen sind kein Verein! Es gibt gute Notare und Anwälte, die Ihnen in Bezug auf das Stiftungsrecht da sicher weiter helfen könnten. Auch manche Banken helfen in solchen Fällen weiter, ohne, dass sie selbst davon finanziell profitieren würden.
Ich hoffe, das waren genug Zitate und Angaben? Mehr und genauer hinterlegt als bei Ihnen denke ich!
Sie meinen, Sie wissen alles, oder? Engagieren Sie sich doch mal für die Integration! Geben Sie der Bürgerstiftung Blumenthal ausreichend Geld, um anerkannt werden zu können! Gehen Sie in den Vorstand und merken Sie, dass das nicht vor allem Ehre, sondern vor allem Arbeit ist, die in so einer Bürgerstiftung nicht vergütet wird! Immer mecker mecker mecker!

Nehmen Sie sich lieber Zeit mal meine Nachfragen, die sehr eindeutig sind, zu beantworten, als hier weiter Unsinn zu schreiben.

xxxxxxxxxxxxxxx

Anmerkung

Der anschließende Teil des Postings behandelt ein anderes Thema und stellt zudem eine Wiederholung eines älteren Beitrags dar.

Er wurde daher an dieser Stelle gelöscht, um die thematische Kontinuität sicherzustellen. Damit is keinerlei Zensur, da der Text weiterhin an der Stelle zu finden ist, an der er zunächst vom Verfasser eingeordnet wurde.

(Reinhard, Administrator)


Herr H.
zuletzt bearbeitet 12.02.2015 13:16 | Top

" Bürgerstiftung Blumenthal "

#13 von Lola2 , 11.02.2015 11:10

http://www.buergerstiftung-blumenthal.de/unterstutzer/

Zitat
GDF SUEZ Energie Deutschland AG
Sparda-Bank

SV Werder Bremen



Ihre Aufgaben

Die Bürgerstiftung Blumenthal befindet sich immer noch in der Vorlaufphase. Nach der Gründung möchte sie im Stadtteil Blumenthal bildungspolitische, soziale und kulturelle Projekte fördern. Sie wird eigene Projekte initiieren oder die zielgerichteten Vorhaben von Institutionen oder Vereine unterstützen.

Die Bürgerstiftung Blumenthal hat einen weit gefassten Stiftungszweck. Der Schwerpunkt ihres Engagement wird sein:

die Förderung der Jugend- und Altenhilfe
die Förderung von Kunst und Kultur
die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens
die Förderung des Sports
die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke
Zitat Ende

Greifen hier nicht Großunternehmen in die Aufgaben ein, die eigentlich von der Politik geregelt werden müssen und zwar mit Steuergeldern?

"Nach der Gründung möchte sie im Stadtteil Blumenthal bildungspolitische, soziale und kulturelle Projekte fördern. Sie wird eigene Projekte initiieren oder die zielgerichteten Vorhaben von Institutionen oder Vereine unterstützen."

Besteht hier nicht die Gefahr, dass Großkonzerne Einfluss auf Bildung und politische Richtungen nehmen können und das möglicherweise ein "Denkkurs" vorgegeben werden könnte?

Trotz aller sozialen Aktivitäten und Unterstützungen durch die Bürgerstiftung stehe ich als Bürgerin den Aussagen über die zukünftigen Vorhaben sehr kritisch gegenüber.

Für mein Demokratieverständnis sollte eine solche Einrichtung neutral sein.

Lola2  
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Herrn Hs Ausweichen vor Bürgerstiftungen

#14 von Reinhard , 11.02.2015 16:47

Herrn H.s Ausweichen vor Bürgerstiftungen

Hallo Herr H.,

Ihre Kenntnisse des Stiftungsrechts sind "wirklich" beeindruckend, auch wenn außer dem BGB-Hinweis Quellen einmal wieder Mangelware sind. Da ist es schon gut, dass sie immer wieder Ihre eigene Qualifikation herausstellen und die anderer herabsetzen. Sonst könnte man Ihr Posting leicht für Internetkopien halten, denen naturgemäß ein enger Bezug zu einem konkreten Thema fehlt.

Das erklärt möglicherweise auch, warum Sie auf die von mir angesprochenen konkreten Fälle kaum eingehen. Mein Thema waren nicht Stiftungen ganz generell, sondern ausschließlich Bürgerstiftungen. Wer den Text tatsächlich liest, sollte das unschwer feststellen.

Falls Sie Schwierigkeiten dabei hatten, ein anerkanntes Beispiel für eine Bürgerstiftung zu finden, kann ich die Bürgerstiftung Hannover empfehlen.

Dort werden in der Satzung die Funktionen von Stiftungsversammlung, Stiftungsrat und Vorstand auch für Leser sehr anschaulich dargestellt, die sich bisher nur mit den Stiftungen von Einzelpersonen oder von Familien beschäftigt haben. Dabei wird auch das demokratische Element erkennbar, wie es für zertifizierte Bürgerstiftungen typisch ist.


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zuletzt bearbeitet 12.02.2015 | Top

RE: Herrn Hs Ausweichen vor Bürgerstiftungen

#15 von Herr H. ( Gast ) , 11.02.2015 17:19

Zufällig bin ich Gründer einer von Anfang an zertifizierten (vom Bundesverband) Bürgerstiftung, die auch als mildtätig und gemeinnützig anerkannt ist. Haben Sie statt zu meckern auch schon mal was getan? Noch ein Hinweis: Im Gesetz gibts keine Bürgerstiftungen, nur Stiftungen.

Anmerkung:

Manchmal ist die soziale Realität "weiter" als der Gesetzgeber. Und in Deutschland wie auch weltweit gibt es sehr viele Bürgerstiftungen. Allerdings fehlt eine Gründung in Blumenthal, obwohl dort teilweise das Gegenteil behauptet wird.

Das war übrigens auch das Thema meiner Beiträge, die keine Abhandlungen über Stiftungen ganz generell sein sollten. Texte müssen sich schließlich auf ihr gewähltes Thema konzentrieren und sollten nicht alles mit allem verbinden.


Herr H.
zuletzt bearbeitet 12.02.2015 10:35 | Top

   

Bolzplatz und Discgolf-Parcours auf der Bahrsplate
Bolzplatz auf der Bahrsplate

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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