Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

"WERSER" - dat is Weser up Plattdütsch

#1 von Lola , 16.03.2014 08:02

..un de is in Not!

http://www.wasser-in-not.de/index.php/werraversalzung

http://www.wasser-in-not.de/index.php/we...-vom-maerz-2011

Zitat aus o.g.Link:

An Werra und Weser ist der Zweite Weltkrieg bis heute nicht beendet –

denn in der Werra gilt für Chlorid
ein Grenzwert aus dem Jahre 1942, der seiner-
zeit als »krisenbedingt« ausdrücklich nur für die
Zeit des Krieges genehmigt wurde; er beträgt
2500 Milligramm Chlorid/Liter. Der ebenfalls
aus dem Jahre 1942 stammende Grenzwert für
die Wasserhärte wurde auf Antrag von K+S von
55 Grad dH auf 90 Grad dH (2) erhöht und im
Jahre 2009 noch einmal fortgeschrieben. Es
sind insbesondere die hohe Wasserhärte und
der hohe Gehalt an Kaliumsalzen, die die Werra
heute so lebensfeindlich machen.
Zitat Ende

Ein Facebook-Eintrag der BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx e.V., der sich auf einen Beitrag aus der Wilhelmshavener Zeitung v. 15.3.2014 bezieht, hat mich bewogen hier mal ein wenig zu lesen, denn Bremen liegt ja bekanntlich an der Weser und somit betrifft das Thema auch die Bremer Bürger.

Nun zu dem Bericht:
Die Basu ist besorgt über das Vorhaben der K + S Kali GmbH eine Pipeline von Hessen bis zur Jade zu bauen, um Salzabwässer zwischen Wilhelmshaven und Hooksiel einzuleiten.
Bisher wurden diese Abwässer in der Werra verklappt. Auf öffentlichen Druck habe man Kali + Salz aufgefordert eine andere Möglichkeit zu finden.
Der Bericht klärt weiter darüber auf, dass von der geplanten Einleitstelle bereits die Kavernengesellschaft IVG und die VWKG Salzabwasser in die Jade einleiten.
Genehmigungen für 9000 Kubikmeter pro Stunde wurden erteilt, wobei die Basu das "Weltnaturerbe Wattenmeer" in Gefahr sieht

(Basu = Freie Liste für: Bildung/Arbeit/Soziales/Umwelt)

Übrigens an der Lesum gibt es auch Salzkavernen!!


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RE: Kavernen an der Lesum

#2 von Lola , 17.03.2014 13:11

http://www.umwelt.bremen.de/sixcms/media...hreibung_OW.pdf

Der Stand der Lektüre ist allerdings aus dem Jahre 2004. Eine Ergänzung neueren Datums konnte ich nicht finden.

In dieser Broschüre ist auch u.a.die NWKG aufgeführt- Diese Tabelle findet man auf Seite 10-
http://www.nwkg.de/

Freie Hansestadt Bremen
Der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr
Industrielle Direkteinleiter
Kläranlagen >2000 EW
Nahrungsmittelbetriebe
- Stahlwerke Bremen*
- Bremen-Seehausen
- Fr. Weißheimer Malzfabrik
- Swb-Synor GmbH / KW Hafen REA
- Bremen-Farge
- Swb-Synor GmbH / Hastedt REA
- Bremerhaven ZKA
- E.ON Kraftwerke
- Delmenhorst
- BREWA Umwelt-S
- Nord-West-Kavernengesellschaft
- Reiner Brach GmbH
- BREGAL
- Motorenwerke Bremerhaven
- Lloyd Werft
* EPER-pflichtig

Bei dieser Broschüre geht es um die Weser sowie auf Seite 19 um die Lesum , Wasserentnahme- Einleitung - und um Salz.

Zitat Seite 10-
1.10
Altablagerungen
An die Weser in Hemelingen grenzen zwei Altablagerungen an. Zum Einen handelt es sich um
eine Fläche beim Allerkai, auf der im Zeitraum 1958-1961 Hausmüll, Bauschutt, gewerbliche
Abfälle, Ölschlämme und Asbestabfälle ausgebracht wurden. Die Altablagerung ist von Auen-
lehm unterlagert und zur Weser hin eingespundet, die Oberfläche ist größtenteils versiegelt. Bei
1994 durchgeführten Untersuchungen (Rammkernsondierungen) wurde kein Stauwasser fest-
gestellt. Eine Beeinflussung des Oberflächengewässers durch die Altablagerung wird als un-
wahrscheinlich angesehen.
Eine weitere Altablagerung befindet sich direkt am Hemelinger See. Hier wurden im Zeitraum
1969-1970 Hausmüll, Bauschutt und gewerbliche Abfälle eingelagert. Bisher gibt es zu wenig
Untersuchungen, so dass eine Beeinflussung des Oberflächengewässers nicht auszuschließen
ist.
An der Unterweser gibt es eine Altablagerung auf dem ehemaligen Vulkan-Gelände. In einem
Zeitraum von 1945-1967 wurden hier Schlacke, Bauschutt, Kohlenwasserstoffe und gewerbli-
che Abfälle gelagert. Auf Grund der umfangreichen Sicherungsmaßnahmen wird jedoch eine
Beeinflussung des Oberflächengewässers durch die Altablagerung unterbunden.
1.11
Sonstige anthropogene Belastungen
Bei Untersuchungen im Rahmen der Richtlinie 76/464/EWG (Ableitung gefährlicher Stoffe in
Oberflächengewässer) an der Messstation Hemelingen wurden Qualitätsziel-Überschreitun-
gen bei den Stoffen Uran und Zink festgestellt. Beide Stoffe stammen wahrscheinlich aus dem
Bergbau im Harz und werden aus Niedersachsen nach Bremen eingetragen. Messungen der
Stoffen Dibutylzinn und Kupfer ergaben sowohl in Farge als auch in Hemelingen Überschreitun-
gen des halben Qualitätsziels.
Weiterhin kommt es durch die Schifffahrt und durch Baggerarbeiten zu einer Belastung. Das
schlickhaltige Baggergut aus der Hafenunterhaltung der bremischen Häfen (Bremen-Stadt und
Bremerhaven) wird auf Grund der TBT-Belastung seit 1997 nicht mehr im Wurster Arm in Bre-
merhaven umgelagert sondern im Rahmen der Integrierten Baggergutentsorgung landfest auf
der Baggergutdeponie Bremen-Seehausen untergebracht. Jährlich müssen aus den bremischen
Häfen insgesamt ca. 310 000 m³ feinkörniges Material an Land entsorgt werden.
1.11.1
Aufwärmung
An der Unterweser gibt es auf Bremer Gebiet drei Kraftwerke, die zu einer Erwärmung der
Weser beitragen: das E.ON-Kraftwerk in Farge und das Kraftwerk Hafen sowie Mittelsbüren
der Stadtwerke Bremen. In der Mittelweser in Bremen führen die Kraftwerke Robert Frank und
das Kraftwerk Hemelingen zu einer Aufwärmungen der Weser. Konkrete Daten liegen nicht
vor, es gelten die Regeln des Wärmelastplans. Sehen die Kraftwerksbetreiber in den Sommer-
monaten die Gefahr dass die Einleittemperatur mehr als 30°C betragen kann, so wird eine
Sondergenehmigung beantragt, den Grenzwert überschreiten zu dürfen. Es handelt sich hierbei
um einmalige, kurzfristige Genehmigungen. In der Regel wird eine Einleittemperatur von 32°C
zugelassen. Die maximal zulässige Temperatur von 28°C in der Unterweser oberhalb der
Brackwassergrenze wird hierbei eingehalten. In jedem Fall wird alternativ geprüft, ob die
Kraftwerksleistung heruntergefahren werden kann, um so den Grenzwert einzuhalten
Probleme durch Aufwärmungen im Gewässer resultieren vor Allem aus einer Verminderung des
Sauerstoffgehaltes, einer Erhöhung der Stoffwechseltätigkeit (insbesondere relevant im Winter
während der „Ruhephasen" der Organismen) und der ökologischen Barriere für an niedrige
Temperaturen adaptierte Tiere. Weiterhin kann es insbesondere in Staubereichen (wie beispiels-
weise vor dem Weserwehr) zu erheblichen Aufwärmungen in den Sommermonaten kommen.

1.11.2
Wasserentnahmen
Die Stahlwerke Bremen entnehmen für Produktionszwecke Wasser aus der Unterweser. Es handelt sich um eine kontinuierliche Entnahme von durchschnittlich 2200 l/s, von denen im
Produktionsprozess 220 l/s verdunsten und 1980 l/s wieder eingeleitet werden. Die Entnahme
beträgt weniger als 0,1 % des mittleren Abflusses.

1.11.3
Salzbelastung
In regelmäßigen Abständen werden von der Kaverne Lesum neue Tanks zur Einlagerung von Öl
und Gas aus den Steinsalzformationen des Untergrundes gespült. Dieses Spülwasser wird bei
Unterweser-km 16 in die Weser eingeleitet. Weitere Mengen Salzwasser können auch beim
Aus- und Umlagern der Substanzen in der Kaverne in die Weser abgeleitet werden. Ferner wird
die Weser durch den thüringischen Kalibergbau mit Salzen belastet. Es wurden und werden
intensive Anstrengungen unternommen, um diese Belastungsquelle zu verringern.

Seite 19
3.6
Trophie
In der Lesum ist eine deutliche Nährstoffbelastung festzustellen. Die meisten Stickstoff- und
Phosphorverbindungen führen zu einer Einstufung schlechter als Güteklasse II. Bei den Para-
metern Gesamtphosphor und Ammonium-Stickstoff wird über die Hamme eine große Menge
eingetragen. Laut Gewässergütebericht des Landes Niedersachsen (2000) führen die Messun-
gen an der Trend-Messstelle Tietjens Hütte in der Hamme zu einer Einstufung in Güteklasse III
bzw. III-IV für beide Parameter
. Eine Belastung durch Gesamtstickstoff und Nitrat-Stickstoff ist
in der Hamme allerdings nicht festzustellen. Eine Belastung durch diese Parameter ist auch in
der Wümme festzustellen, allerdings wird hier Güteklasse II-III erreicht, in der Lesum meist nur
Güteklasse III (siehe Tabelle 7). Dass diese Belastung von der Kläranlage Osterholz-Scharmbeck
herrührt, die in die Lesum einleitet, ist unwahrscheinlich, da die Reinigungsleistung der Kläranla-
ge als gut zu bezeichnen ist. Evtl. werden die Stickstoffverbindungen auf diffusem Weg in das
Gewässer eingetragen.
Besonders hoch ist das Gewässer mit Chlorid belastet. Hier kann oft nicht besser als in
Güteklasse III-IV eingestuft werden. Die Belastung rührt zum Einen von der Tidebewegung der
Weser her
, die hohe Chloridfrachten mit sich führt. Diese werden mit dem Flutstrom in die
Lesum gedrückt. Die Spannbreite der gemessenen Chloridkonzentrationen zwischen 46 und
425 mg/l verdeutlicht dieses. Ein natürliche Belastungsquellen sind der im tiefen Untergrund
liegende Salzstock und die hohen Chloridkonzentrationen im oberen Grundwasserleiter
. An-thropogen verstärkt wird der Salzeintrag, wenn aus den Steinsalzformationen (NaCl) neue Hohl-
räume ausgespült werden, die von der Kaverne Lesum zur Einlagerung von Öl und Gas genutzt
werden. Das Spülwasser wird zwar in die Weser eingeleitet, kann aber durch das Hin- und
Herschwingen des Wassers infolge der starken Tidebewegung in die Lesum gedrückt werden.
Die Sauerstoffsituation im Gewässer kann weitgehend als gut bezeichnet werden.

Seite 22

3.11.2
Wasserentnahmen
Die Kaverne Lesum entnimmt regelmäßig, aber in zeitlich größeren Abschnitten Wasser
, um dieunterirdischen Tanks zu spülen.

3.11.3
Salzbelastung
Wenn die Kaverne Lesum neue unterirdische Tanks anlegt, kommt es für den Zeitraum der
Freispülung vermutlich indirekt über die Weser zu einer Salzbelastung in der Lesum.

Zitat Ende

Leider gibt die Broschüre nicht auf um welche Mengen es sich hier bei der Wasserentnahme aus der Lesum handel sowie die Menge der Abwässer, die wieder in die Lesum eingeleitet werden.
Dabei wäre interessant zu wissen, welche Mengen von Salz u. anderen Stoffen mit den Abwässern in die Lesum wieder eingeleitet werden.

Zitat Ende


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Thema:Salzpipeline

#3 von Lola , 10.04.2014 08:25

http://www.weser-kurier.de/region/weserm...rid,824512.html

Zitat
Politik zeigt sich besorgt über Pipeline-Pläne zum Jadebusen / Auswirkungen auf die Weser befürchtet - 10.04.2014
Mehr Salz fürs Meer
Von Georg Jauken

Brake. Die Braker Kreistagspolitiker sind alarmiert. Eine geplante Salzpipeline vom hessisch-thüringischen Kali-Revier bis nach Hooksiel berührt zwar kaum die Wesermarsch. Doch die Politiker sind besorgt, dass bei der zusätzlichen Salzfracht auch der Salzgehalt der Weser ansteigen könnte, was enorme Auswirkungen auf die Böden der Wesermarsch habe.
Zitat Ende

Das Problem "Salzabwässer" ist ja nicht neu.

Hat man mal an Forschungsaufträge gedacht, ob die Rückstände nicht einer anderen Verwendung zugeführt werden können?
Seit 1942 hat sich in der Forschung viel getan und eine Pipeline verlagert das Problem nur und es kann nicht sein, dass Flüsse und Meer Auffangbecken für Abwässer aus der Industrie herhalten müssen.

Was sagt das Umweltamt in Bremen dazu?
Die Werra gilt ja schon als "lebensfeindlich".

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RE: Wie sicher sind die Kavernen an der Lesum?

#4 von Lola , 16.06.2014 08:46

Zitat aus Beitrag 2:
"1.11.3
Salzbelastung
In regelmäßigen Abständen werden von der Kaverne Lesum neue Tanks zur Einlagerung von Öl
und Gas aus den Steinsalzformationen des Untergrundes gespült
.
Dieses Spülwasser wird bei
Unterweser-km 16 in die Weser eingeleitet. Weitere Mengen Salzwasser können auch beim
Aus- und Umlagern der Substanzen in der Kaverne in die Weser abgeleitet werden. Ferner wird
die Weser durch den thüringischen Kalibergbau mit Salzen belastet. Es wurden und werden
intensive Anstrengungen unternommen, um diese Belastungsquelle zu verringern."



Zitat vormerken

Initiativen gegen Fracking, Kavernen und unterirdische Lagerung von Öl und Gas

#1 von Lola , Heute 05:49

http://www.gegen-gasbohren.de/initiativen/

http://www.gegen-gasbohren.de/2014/06/15...her-gegruendet/

Zitat
Mitmachen
Das noch sehr junge grenzüberschreitende Umwelt-Netzwerk ist offen für weitere Umweltgruppen und für besorgte Bürgerinnen und Bürger. Wer sich vernetzen möchte, kann sich bei Udo Buchholz unter 02562-23125 bzw. unter naturschutz-gronau{att}freenet.de melden. Wie sich das Netzwerk mittelfristig organisieren wird, eher informell oder fester strukturiert, ist im Moment noch offen.
Zitat Ende

http://www.gegen-gasbohren.de/2014/06/03/info-va-in-bremen/

Am 12.6.2014 war in Bremen eine Veranstaltung:

"“Gegen Fracking sein, für sauberes Trinkwasser, eine intakte Umwelt!”
Klingt so gut und ist doch so kompliziert, weil jeder unter diesem Begriff etwas anderes versteht. Die Bandbreite erstreckt sich von sauberen Trinkwasser für alle bis zum Wertverlust der eigenen Immobilie durch die Industrialisierung der gesamten Region.

Der Südkreis des Landkreis Rotenburg (Wümme) gehört mit 14 000 Bohrlöchern, über 50 Produktionsbohrungen, ca. 100 Frac-Behandlungen – auch in Wasser”schutz”gebieten, drei Durchbohrungen der trinkwasserführenden Schicht (Rotenburger Rinne), vier aktiven Versenkbohrungen und diversen Leitungsschäden mit Benzol- und Quecksilberaustritten zu den bundesweit am stärksten durch die Gasindustrie belasteten Regionen. Vertreten sind hier RWE-Dea und ExxonMobil.

Die Bürgerinitiativen „Gegen Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ und „Frackfreies Bremen und Umland“ möchten dazu beitragen, dass hier die Bremer Bürger informiert werden".

Wie sicher sind die Kavernen an der Lesum?

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Thema: Salz-Pipeline

#5 von Lola , 17.06.2014 06:40

http://www.weser-kurier.de/region/nieder...rid,876237.html

Zitat
Wilhelmshaven. Ist eine Pipeline zur Nordsee für Salzabfälle aus der hessischen Kaliindustrie sinnvoll zur Entlastung der Weser? Mit dem umstrittenen Projekt dieser Salzpipeline beschäftigen sich am Freitag die Anrainer der Flüsse Werra und Weser bei einer Konferenz in Wilhelmshaven.
Zitat Ende

Der Beitrag klärt weiterhin darüber auf, dass Politiker eine küstennahe Einleitung in den Urlaubsregionen ablehnen, während die Natürschützer Nachteile für das Wattenmeer befürchten. Es handelt sich immerhin um eine jährliche Menge von "sieben Millionen Kubikmeter Salzlauge" . Außerdem kommt noch das Soleabwasser durch das Ausspülen der unterirdischen Kavernen im ostfriesischen Etzel hinzu.

Hat man die Kavernen an der Lesum vergessen?

Dazu verweise ich z.B. auf meine Beiträge Nr.1 - 3 in diesem Thread.


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zuletzt bearbeitet 17.06.2014 | Top

"Konferenz warnt vor Pipeline"

#6 von Lola1 , 21.06.2014 06:57

http://www.weser-kurier.de/region/nieder...rid,879843.html

Zitat

Politik soll Projekt für Abfalltransport zur Nordsee stoppen - 21.06.2014

Konferenz warnt vor Pipeline

Wilhelmshaven. Umweltschützer haben vor schweren Schäden im Ökosystem Wattenmeer durch eine Pipeline für Chemie-abfälle zur Nordsee gewarnt. Der Plan einer Abwasserleitung für Laugen des hessischen Unternehmens Kali + Salz (K+S) zur Küste sei ökologisch und wirtschaftlich nicht zumutbar, sagten Teilnehmer der Konferenz der Werra-Weser-Anrainer (WWA). Sie forderten am Freitag in Wilhelmshaven einen Stopp der Versalzung der Flüsse Werra und Weser. Stattdessen müssten die Abfälle direkt beim Verursacher aufbereitet werden. Dafür seien technische Verfahren vorhanden, die das Umweltbundesamt derzeit prüfe.

Das Pipeline-Projekt, dessen Kosten auf eine Milliarde Euro geschätzt werden, sei bisher nicht auf Alternativen untersucht worden und allein deshalb nicht genehmigungsfähig, sagte Konferenzleiter Walter Hölzel. K+S plane mit neuen Verklappungsstellen an der Oberweser oder zur Nordsee die Wasserrahmenrichtlinien der EU zu umgehen. Nach den EU-Vorgaben dürfe sich die Wasserqualität nicht verschlechtern.
Zitat Ende

Der Beitrag endet mit dem Hinweis darauf, dass die Grünen bezweifelten, dass die gigantischen Mengen von K + S-Abwässern mit techn. Mitteln abgebaut werden können und man Klarheit von einer Studie des Umweltbundesamt bekommen würde.

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RE: "Plan für Salzpipeline schmeckt der Küste nicht"

#7 von Lola1 , 21.06.2014 22:23

http://www.welt.de/wirtschaft/article129...este-nicht.html

Zitat


Wirtschaft
Kaliproduktion



20.06.14

Plan für Salzpipeline schmeckt der Küste nicht

Seit gut 100 Jahren ist bereits eine Pipeline für Salzabfälle zur Nordsee in der Diskussion. Im Nordwesten lehnen Politiker eine küstennahe Einleitung jedoch ab. Eine Konferenz soll Lösungen bringen.

Ist eine Pipeline zur Nordsee für Salzabfälle aus der hessischen Kali-Industrie sinnvoll zur Entlastung der Weser? Mit dem umstrittenen Projekt dieser Salzpipeline beschäftigen sich am Freitag die Anrainer der Flüsse Werra und Weser bei einer Konferenz in Wilhelmshaven.
Zitat Ende

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RE: Die Salzpipeline war schon lange eine Thema, oder?

#8 von Lola1 , 22.06.2014 14:54

http://kassel-zeitung.de/cms1/index.php?...-verlieren.html

Hier geht es um Kenntnisse und Erfahrungen im Pipelinebau.

Den Kommentar zu dem Artikel fand ich auch sehr interessant:

Aber interessant ist es schon, was du da darstellst. Demnach hat der Konzern doch einiges Know-how im Pipeline-Bau, das könnte der anderen BASF-Tochter K+S doch beim Salzlaugentransport helfen, oder? Die sollten mal miteinander reden in Kassel...

#1 Wolfgang Ehle am 21.02.2011 19:34 (Antwort)

................................

http://www.historisches-lexikon-bayerns....l/artikel_44659

Zitat
Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF)

Einer der größten Chemiekonzerne weltweit, zunächst mit offiziellem Hauptsitz in Mannheim, seit 1919 in Ludwigshafen am Rhein (Pfalz). Gegründet am 6. April 1865 von Friedrich Engelhorn (1821-1902), war die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) zwischen 1925 und 1945 Mitglied der I.G. Farben AG. Der Konzern stand anschließend unter französischer Kontrolle. 1952 wurde die BASF neu gegründet. Die Produktpalette umfasste im 19. Jahrhundert vor allem synthetisch hergestellte Farbstoffe; später kamen Sprengstoffe, Kautschuk, Pflanzenschutz- und Düngemittel, Kunststoffe und Veredelungschemikalien hinzu. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zählte die BASF zu den größten Chemiekonzernen weltweit mit einer sehr umfangreichen Produktpalette.

http://www.schoene-aktien.de/kali-und-salz_alte_aktien.html
Historie

http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershall

http://www.barnstorf.de/wirtschaft/branc...D=72&no_cache=1

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"Wintershall Holding GmbH ist der größte deutsche Erdöl- und Erdgasproduzent mit Sitz in Kassel

#9 von Lola1 , 22.06.2014 22:33

http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershall
Zitat
Wintershall ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der BASF.

Erdgashandel, der auch Transport und Speicherung beinhaltet.
Der Erdgashandel erfolgt weitgehend über die Tochter Wingas, die gemeinsam mit dem russischen Partner Gazprom betrieben wird. Im November 2012 vereinbarten BASF/Wintershall und Gazprom, dass das bisher gemeinsam betriebene Erdgashandels- und Speichergeschäft, darunter Wingas, vollständig auf Gazprom übergehen soll. Im Gegenzug erhält Wintershall Beteiligungen an russischen Erdgaslagerstätten. Diese Vereinbarung wurde – nach Zustimmung der Aufsichtsbehörden – zum Jahresende 2013 vollzogen.

Lektüre, fast schon wieder Geschichte..... http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_211977.html

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"Jetzt gesamtes Wattenmer Weltnaturerbe"

#10 von Lola1 , 24.06.2014 08:40

http://www.weser-kurier.de/news/kultur3_...rid,881774.html

Zitat
Katar - 23.06.2014

Unesco erweitert Weltnaturerbe Wattenmeer

Doha (dpa) - Die Unesco hat das Weltnaturerbe Wattenmeer erweitert. Nach der Entscheidung der Kulturorganisation der Vereinten Nationen vom Montag in Doha gehören nun auch der dänische Teil des Wattenmeers und zusätzliche niedersächsische Offshore-Gebiete zum Welterbe der Menschheit.

Das grenzüberschreitende Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich auf 11 500 Quadratkilometern über Deutschland, Dänemark und die Niederlande. Das Areal gilt als weltweit größtes zusammenhängendes Watt-Inselgebiet. Teile davon sind bereits seit 2009 auf der Unesco-Liste.
Zitat Ende

Man kann nur hoffen, dass das Pipeline-Projekt um die Salz-Abwässer, damit vom Tisch ist, denn
die Nordsee darf nicht weiter für die Entsorgung von Industrierückständen mißbraucht werden.

Das sollte für alle Meere gelten, denn die Meere sind weder "Güllegruben" noch "Mülleimer".


http://de.wikipedia.org/wiki/Erdgas

In dem Bericht von Wikipedia kann man lesen, was so alles in der Nordsee entsorgt wird:

Zitat
Radioaktiver Abfall

Im Dezember 2009 wurde der Öffentlichkeit bekannt, dass bei der Erdöl- und Erdgasförderung jährlich Millionen Tonnen radioaktiv verseuchter Rückstände anfallen, für dessen Entsorgung größtenteils der Nachweis fehlt.[21] Im Rahmen der Förderung an die Erdoberfläche gepumpte Schlämme und Abwässer enthalten NORM-Stoffe (Naturally occurring radioactive material), auch das hochgiftige und extrem langlebige Radium 226 sowie Polonium 210. Die spezifische Aktivität der Abfälle beträgt zwischen 0,1 und 15.000 Becquerel (Bq) pro Gramm. In Deutschland, wo etwa 1000 bis 2000 Tonnen Trockenmasse im Jahr anfallen, ist das Material laut der Strahlenschutzverordnung von 2001 bereits ab einem Bq pro Gramm überwachungsbedürftig und müsste gesondert entsorgt werden. Die Umsetzung dieser Verordnung wurde der Eigenverantwortung der Industrie überlassen, wodurch die Abfälle letztlich über Jahrzehnte hinweg sorglos und unsachgemäß beseitigt wurden. Es sind Fälle dokumentiert, in welchen Abfälle mit durchschnittlich 40 Bq/g ohne jede Kennzeichnung auf einem Betriebsgelände gelagert wurden und auch nicht für den Transport besonders gekennzeichnet werden sollten.[22]

In Ländern mit größeren geförderten Mengen von Öl oder Gas entstehen deutlich mehr Abfälle als in Deutschland, jedoch existiert in keinem Land eine unabhängige, kontinuierliche und lückenlose Erfassung und Überwachung der kontaminierten Rückstände aus der Öl- und Gasproduktion. Die Industrie geht mit dem Material unterschiedlich um: In Kasachstan sind weite Landstriche durch diese Abfälle verseucht, in Großbritannien werden die radioaktiven Rückstände in die Nordsee geleitet.[21][22] In den Vereinigten Staaten gibt es in fast allen Bundesstaaten aufgrund der radioaktiven Altlasten aus der Erdölförderung zunehmend Probleme. In Martha, einer Gemeinde in Kentucky, hat das Unternehmen Ashland Inc. tausende kontaminierte Förderrohre an Farmer, Kindergärten und Schulen verkauft, ohne diese über die Kontamination zu informieren. Es wurden bis zu 1100 Mikroröntgen pro Stunde gemessen, so dass die Grundschule und einige Wohnhäuser nach Entdeckung der Strahlung sofort geräumt werden mussten.[23


http://www.deutschlandfunk.de/unbekannte...rticle_id=99731

Zitat
Bei der Öl- und Gasförderung gelangen Schlämme aus der Unterwelt an die Erdoberfläche, die ein gefährliches Gepäck mit sich führen: Radioaktivität. Seit den 70ern ist das Problem der strahlenden Abfälle der deutschen Gas- und Ölindustrie bekannt. Bei Nachfragen nach konkreten Zahlen gibt man sich aber zugeknöpft.

Flaches Land, grüne Wiesen, fette Kühe - und dazwischen, mitten im norddeutschen Emsland: ein Hauch von Texas:

"Wir sind hier am westlichsten Punkt des Feldes. Das ist eine sogenannte Pferdekopfpumpe. Technisch ausgedrückt eine Kolbentiefpumpe. In etwa 700 Meter Tiefe hängt hier eine Kolbenpumpe im Bohrloch, die durch ein Gestänge auf und nieder bewegt wird und durch jeden Kolbenhub Öl und Wasser an die Oberfläche befördert."

Otto Wilhelm kennt sich aus mit Öl. Er ist Betriebsleiter der BASF-Tochter Wintershall. Seit über 60 Jahren werden hier im Emsland Öl und Gas aus dem Boden geholt. Stolz führt Wilhelm jedes Jahr Dutzende Besuchergruppen durchs Emsland: Politiker, Journalisten, interessierte Bürger.

Doch was allen Besuchern bislang verschwiegen wurde:

Mit jedem Barrel Öl und jedem Kubikmeter Gas fördern die Pumpen ungeahnte Mengen radioaktiver Abfälle an die Oberfläche: Schlämme, Abwässer und Ablagerungen versetzt mit Radium 226, Polonium 210 und anderen gefährlichen Stoffen.



....
Jedes Jahr produziert die Öl- und Gasindustrie Millionen Tonnen radioaktiver Rückstände.

Sogenannte NORM-Stoffe, naturally occurring radioactive material - radioaktive Isotope aus der Natur.

Doch das macht sie nicht weniger gefährlich. Sie stammen aus Hunderten bis Tausenden Metern Tiefe und werden erst durch die Öl- und Gasförderung an die Oberfläche, in die Biosphäre gebracht.

Dort können sie, wenn sie nicht sicher entsorgt werden, dasselbe Unheil anrichten wie alle radioaktiven Substanzen: Sie zerstören durch ihre Strahlen Zellen und Erbgut und lösen Krebs aus.

Radioaktivität kann man nicht riechen, nicht schmecken, nicht spüren. Umso wichtiger ist es, dort, wo sie auftauchen kann, darüber zu reden, davor zu warnen. Doch im Fall der radioaktiven Abfälle der Öl- und Gasindustrie wird bis heute geschwiegen.

Wo sind die radioaktiven Abfälle und andere Rückstände geblieben?
Wo wurden sie entsorgt?

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RE: "Jetzt gesamtes Wattenmer Weltnaturerbe"

#11 von Lola1 , 24.06.2014 08:55

..zum vorangegangenen Beitrag habe ich noch einen interessanten Bericht gefunden, der sich mit Industrieabfällen beschäftigt:

http://www.enviromintechnologies.com/anw...d-sonderabfall/

http://www.enviromintechnologies.com/anw...cksilberabfall/

Es hat alles seinen Preis... die Industrie verdient sicherlich nicht schlecht.....

..eine saubere Umwelt gibt es nicht zum Nulltarif...

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RE: "Jetzt gesamtes Wattenmer Weltnaturerbe"

#12 von Lola1 , 24.06.2014 09:11

http://www.umweltbundesamt.de/themen/abf...altige-abfaelle

Zitat
Anfallendes Quecksilber

Bei mehreren industriellen Prozessen fällt Quecksilber an, das abgeschieden und beseitigt werden muss. Beispiele sind die Verbrennung von Kohle, die Reinigung von Erdgas und metallurgische Verfahren.

..
Beseitigung quecksilberhaltiger Abfälle

Quecksilberhaltige Abfälle müssen dauerhaft in geeigneter Form von der Umwelt ferngehalten und in tauglichen Behältern abgelagert werden. In Deutschland bieten die Untertagedeponien dafür die besten Voraussetzungen. Oberirdisch dürfen nur geringe Mengen Quecksilber enthaltende Abfälle abgelagert werden, wenn sie die Zuordnungswerte nach Anhang 3 der Deponieverordnung einhalten. Die Zuordnungswerte für Quecksilber sind zum Beispiel nach Deponieklassen gestaffelte Grenzwerte für die in einem genormten Schüttelversuch in Wasser gelöste Quecksilbermenge.


In vielen Fällen bietet sich als Vorbehandlung die Abtrennung des Quecksilbers vom übrigen Abfall durch thermische Verfahren an. Das dabei aufgefangene metallische Quecksilber wird dann einer zugelassenen Verwendung zugeführt oder separat beseitigt.


Im vom UBA beauftragten Projekt „Verhalten von Quecksilber und Quecksilberverbindungen bei der untertägigen Ablagerung in Salzformationen, insbesondere ihrer möglichen Mobilisierung durch salinare Lösungen“ wurde die Dauerlagerung von metallischem Quecksilber und von chemisch in Quecksilbersulfid umgewandeltes metallisches Quecksilber in Untertagedeponien untersucht. Die Stabilisierung von Quecksilber als Quecksilbersulfid steht inzwischen in großtechnischem Maßstab in Deutschland zur Verfügung. Die Vor- und Nachteile der Dauerlagerung als Flüssigkeit (Quecksilbermetall) oder als Quecksilbersulfid (Feststoff) müssen unter ganzheitlichen Gesichtspunkten gegeneinander abgewogen werden.

Zitat Ende


http://www.dela-recycling.de/quecksilber...e-abfaelle.html
Zitat
Die DELA bietet für eine Vielzahl von quecksilberhaltigen Abfällen aus den Bereichen Petrochemie, Erdgasförderung, Chlorproduktion und chemische Industrie die fachgerechte Aufbereitung und umweltschonende Entsorgung an. Die dabei eingesetzten technischen Verfahren sind Destillation, Vakuumtrocknung und Quecksilberstabilisierung.
Zitat Ende

http://www.dela-recycling.de/norm-schlaemme.html
Zitat

NORM-Schlämme – fachgerechte Aufbereitung bei höchster Betriebssicherheit

Menschen sind ständig ionisierender Strahlung aus der Umwelt ausgesetzt. Die Ursache dafür sind natürliche Strahlenquellen, die unabhängig vom Menschen existieren. Eine Strahlungsquelle etwa ist die terrestrische Strahlung – natürliche Radionuklide. Sie kommen in Böden und Gesteinen der Erdkruste vor. Mit natürlich vorkommenden Radionukliden angereicherte Materialien bezeichnet man als NORM: Naturally Occuring Radioactive Material.

Bei der Förderung von Erdöl und Erdgas werden als Nebenprodukt Bohrschlämme mit an die Oberfläche transportiert, so genannte NORM-Schlämme. Sie enthalten natürliche Radionuklide. Darüber hinaus sind sie mit Quecksilber belastet und mit Kohlenwasserstoffen beladen.
Zitat Ende

Wo wurden in der Vergangenheit diese NORM-Schlämme entsorgt oder gelagert?
Heute hat man ganz andere Erkenntnisse und die Industrie hat ja seit etlichen Jahren Möglichkeiten ihre Abfälle fachgerecht zu entsorgen.
Wo sind die Abfälle aus früheren Zeiten geblieben?

Auf jeden Fall ein interessantes Thema.

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"Rätselraten und Kali-Pipeline"

#13 von Lola2 , 20.09.2014 05:10

http://www.nwzonline.de/raetselraten-um-...1664688578.html

Zitat

Ökologie
Rätselraten um Kali-Pipeline

Werner Biehl schlägt Alarm: Druck auf die Küstenregionen wächst
Das Land Hessen stellt den Nutzen einer Fernleitung in Frage. Am „Runden Tisch“ zur Werra-Versalzung sieht man das anders.
Gerd Abdelt

Wilhelmshaven/Kassel Das Gezerre um den geplanten Bau einer Pipeline aus dem hessisch-thüringischen Kalirevier an die Nordsee wird immer undurchschaubarer. Einerseits geht das Land Hessen nach einem Bericht der in Kassel erscheinenden „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) auf Distanz zum umstrittenen Pipeline-Bau. Andererseits wirbt der Leiter des „Runden Tisches“ zur Werra-Versalzung, Prof. Dr. Hans Brinckmann, für den Bau der Fernleitung an die Jade als privates Infrastrukturprojekt – weil das für das Land Niedersachsen Vorteile habe.

Hintergrund sind die salzhaltigen Abwassereinleitungen des Unternehmens K+S Kali, die die Flüsse Werra und Weser massiv belasteten. Die Verschmutzungen haben die Europäische Union auf den Plan gerufen, die mit Verweis auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie bis Ende 2015 ein Konzept verlangt, wie die Flussökologie wieder hergestellt werden soll.

Das Thema ist hoch brisant, geht es doch um den Erhalt der Düngemittelindustrie an der in Hessen und Thüringen 8500 Arbeitsplätze und erhebliche Steuereinnahmen hängen. Am Runden Tisch wurden bislang drei Lösungsansätze diskutiert: Das Unternehmen K+S muss seine Produktion so umstellen, das keine Abwässer mehr entstehen; eine verringerte, angeblich unvermeidbare Abwassermenge wird über eine Pipeline zur Oberweser geleitet oder – die dritte Alternative – über ein „langes Rohr“ bis zur Jade transportiert, wo es zwischen Wilhelmshaven und Hooksiel in die Nordsee eingeleitet werden könnte.
Zitat Ende

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"Dauerhafte "Lösung für Salzabwasserproblematik in Werra und Oberweser"

#14 von Lola2 , 02.10.2014 08:27

http://www.k-plus-s.com/de/news/pressein...sse-140929.html

Zitat
Hessische Umweltministerin Priska Hinz und K+S Vorstandsvorsitzender Norbert Steiner stellen Vier-Phasen-Plan zur Salzabwasser-Entsorgung vor – Werra und Oberweser erreichen wieder Süßwasserqualität.

Das Land Hessen hat sich mit dem Rohstoffunternehmen K+S auf einen Vier-Phasen-Plan zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung im Werra-Kalirevier verständigt. Die heute von Umweltministerin Priska Hinz gemeinsam mit dem K+S-Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner vorgestellten Eckpunkte umfassen einen Regelungszeitraum bis zum Jahr 2075. Ziel der verschiedenen Maßnahmen ist es, insbesondere durch erhebliche weitere Investitionen seitens K+S, den Naturraum Werra-Weser im Sinne der Umwelt und des europäischen Wasserrechts weiter zu entlasten und die Zukunftsfähigkeit der Arbeitsplätze und der Kali-Standorte in Nordhessen zu sichern.

In Kürze:

Ein langfristiger Maßnahmenplan schafft einen klaren und verlässlichen Rahmen bis in die Zeit nach Stilllegung der Produktion.
Die Versenkung in den Untergrund endet 2021. Die lokale Entsorgung wird ab 2021 durch den befristeten Betrieb einer Leitung zur Oberweser ergänzt, um Flexibilität bei der Entsorgung der Abwässer zu gewinnen.
Bau einer neu entwickelten Anlage, die den Salzabwasseranfall ab Ende 2017 um 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr verringert.
Haldenabdeckung zur langfristigen und kontinuierlichen Verringerung des Haldenabwasseranfalls.
Werra und Oberweser erreichen am Ende der Phase 4 Süßwasserqualität.
Die Lösung der Salzabwasserentsorgungsproblematik wird nicht den nachfolgenden Generationen überlassen.
Diese Eckpunkte sollen in den nächsten Wochen in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag ausgearbeitet und festgeschrieben werden. Umweltministerin Priska Hinz machte deutlich: „Wir haben es geschafft, erstmals eine dauerhafte Lösung für diese jahrelang ungelöste Problematik vorzulegen. Mit dem Vier-Phasen-Plan wird in Werra und Weser wieder Süßwasserqualität hergestellt werden.“ K+S-Vorstandschef Steiner betonte: „Heute ist ein guter Tag für unsere Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und die vielen mit K+S verbundenen Arbeitsplätze in der Werra-Region: Das Land Hessen und K+S haben sich auf einen Rahmen verständigt, der den dortigen Kalibergbau langfristig und unabhängig von politischen Konstellationen ermöglichen soll.“

Mit den aktuellen Vereinbarungen wird K+S insbesondere in den Jahren 2018 bis 2021 noch einmal rund 400 Millionen Euro investieren, zusätzlich zu den umfangreichen Maßnahmen zum Gewässerschutz seit 2008. Ein erheblicher Teil davon fließt in die Planung, den Bau und den Betrieb einer befristeten Ergänzungsleitung an die Oberweser, die Ende 2021 in Betrieb gehen soll und als Ergänzung der lokalen Einleitung in die Werra bis zum Ende der Produktionszeit einen Teil der Salzabwässer des Werkes Werra transportieren wird. Der Betrieb dieser Pipeline erlaubt, die Fläche für die benötigten Stapelbecken auf etwa 25-30 Prozent der bisherigen Planungen zu reduzieren. Um das Haldenabwasser langfristig zu reduzieren, sollen die Halden abgedeckt werden. Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen, für die ein entsprechendes Genehmigungsverfahren notwendig ist, wird für Werra und Oberweser Süßwasserqualität erreicht.

„Es wurde vereinbart, dass K+S zur Umsetzung dieser Maßnahmen Investitionen im Umfang von 400 Millionen Euro tätigt. Der Landeshaushalt wird dabei mit keinem Euro belastet. In der Lösung des Abwasserproblems gilt unumstößlich das Verursacherprinzip“, so Ministerin Hinz. Steiner unterstrich: „Wir haben die Grundlage für einen Maßnahmenplan geschaffen, der die Entsorgungsfragen der nordhessischen Kali-Standorte ein für alle Mal beantworten soll. Vor diesem Hintergrund sind wir bereit, die erheblichen zusätzlichen Aufwendungen, die eine enorme wirtschaftliche Herausforderung für uns sind, auf uns zu nehmen.“
Die vier Phasen im Überblick:
Phase 1 (Ende 2015 bis Ende 2021): Neue Anlage verringert Salzabwassermenge deutlich; Oberweser-Fernleitung soll Ende 2021 in Betrieb gehen

In Phase 1 errichtet K+S am Standort Hattorf eine Kainit-Kristallisation-Flotations-Anlage, die die bisher geplante Lösungstiefkühlung ersetzen wird. Mit dieser technischen Neuentwicklung soll die Menge der Produktionsabwässer um durchschnittlich 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr verringert werden.

Zur künftigen Entlastung der Werra plant und baut K+S eine Ergänzungsleitung an die Oberweser sowie Stapelbecken mit maximal 750.000 Kubikmeter Fassungsvermögen. Die Fernleitung soll Ende 2021, befristet bis 2060, in Betrieb gehen. K+S erwartet, dass hinsichtlich der Realisierung der Fernleitung Investitionssicherheit gewährleistet ist.

Es ist beabsichtigt, K+S eine letztmalige und befristete Versenkerlaubnis bis Ende 2021 zu erteilen. Voraussetzung hierfür ist die Unbedenklichkeit der Einleitung für Grund- und Trinkwasser. K+S muss dies nachweisen (unter anderem durch ein 3D-Modell). Der Umfang der Versenkung wird in sechs Jahren insgesamt circa 12 Millionen Kubikmeter betragen (jährlich etwa 2 Millionen Kubikmeter). Für das Jahr 2014 liegt das genehmigte Versenkvolumen bei 4,5 Millionen Kubikmeter.

Zur langfristigen Verringerung des Haldenabwassers werden Verfahren zur Haldenabdeckung erprobt.
Phase 2 (Ende 2021 bis Ende 2032): Oberweser-Fernleitung entsorgt Teilmengen der Salzabwässer, Versenkung endet

Zu Beginn der Phase 2 wird die befristete Oberweser-Fernleitung in Betrieb genommen. Parallel dazu wird die Versenkung in den Untergrund endgültig und dauerhaft beendet. Gleichzeitig werden die Grenzwerte zur Einleitung in die Werra im Vergleich zur ersten Phase gesenkt: der Grenzwert von Chlorid von 2.500 mg/l auf 1.700 mg/l, Kalium von 200 mg/l auf 150 mg/l und Magnesium von 340 mg/l auf 230 mg/l.
K+S schließt die Erprobung der Haldenabdeckung beziehungsweise von gleichwertig effektiven Verfahren zur Verringerung des Haldenwasseranfalls ab und initiiert entsprechende Genehmigungsverfahren.
Phase 3 (Ende 2032 bis Ende 2060): Salzgehalte in der Werra sinken weiter

Die Rohsalzaufbereitung am Standort Unterbreizbach/Thüringen wird aller Voraussicht nach im Jahr 2032 eingestellt. Dies verringert die Produktionsabwässer um eine weitere Million Kubikmeter und ermöglicht eine nochmalige Senkung der Salzgehalte in der Werra.
K+S beginnt mit der kontinuierlichen Umsetzung der Haldenabdeckung zur Verringerung des Haldenabwasseranfalls. Die Salzbelastung der Werra geht auf etwa 1.000 mg/l Chlorid zurück, für Kalium gilt der Grenzwert 150 mg/l, für Magnesium 230 mg/l.
Phase 4 (Ende 2060 bis 2075): Werra erreicht Süßwasserqualität

Zu Beginn der Phase 4 im Jahr 2060 wird mit Erschöpfung der Lagerstätten die Kaliproduktion des Werkes Werra eingestellt. Es entstehen keine Produktionsabwässer mehr. Die Abdeckung von 60 Prozent der Haldenfläche wird abgeschlossen sein. Diese Maßnahme senkt das Haldenabwasser auf 1,5 Millionen Kubikmeter pro Jahr bis spätestens 2075. Diese werden lokal in die Werra eingeleitet. Die Werra erreicht mit Ablauf der Phase 4 Süßwasserqualität: Am Pegel Gerstungen sollen die Grenzwerte 800 mg/l Chlorid, 70 mg/l Kalium und 90 mg/l Magnesium erreicht werden. Die Oberweser-Fernleitung wird außer Betrieb genommen.

„Wir haben in intensiven Verhandlungen eine Gesamtlösung erarbeitet, die vom Unternehmen eine hohe Investitionssumme und die notwendigen Genehmigungsvoraussetzungen einfordert. Der Plan schafft eine verlässliche Perspektive zur Verbesserung der ökologischen Qualität der Flüsse und den Erhalt der Arbeitsplätze in Hessen“ resümierte Umweltministerin Hinz die Bedeutung des Vier-Phasen-Plans zur dauerhaften Salzabwasser-Entsorgung.

Ihre Ansprechpartner:

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft Und Verbraucherschutz
Karin Möhrlin
Telefon: +49 611 815-1020
Fax: +49 611 815-1943
pressestelle@umwelt.hessen.de

K+S Aktiengesellschaft

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"Traum vom Trinkwasser aus der Weser"...

#15 von Lola2 , 17.11.2014 08:46

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...rid,991225.html

..so lautet die Überschrift auf Seite 1 eines Artikel in der Zeitung "Die Norddeutsche"

Nordbremer Bürgerschaftsabgeordnete fordert: Bremen muss bei der Versorgung unabhängig bleiben.


"Es ist immer gut, wenn man beim Trinkwasser autark ist". Maike Schäfer

http://de.wikipedia.org/wiki/K%2BS

http://www.k-plus-s.com/de/historie/

http://www.fr-online.de/rhein-main/k-s-a...6,28527030.html

Zitat
Am Donnerstag verabschiedet sich Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im Landtag von den Hoffnungen auf den Bau einer Pipeline. Selbst bei sofortiger Einstellung des Projekts werde sich die Werra nicht mehr erholen.

Im jahrelangen Streit über die Wasserverschmutzung durch den Kali-Abbau des Unternehmens K+S in Nordhessen gibt es Hiobsbotschaften. Am Donnerstag verabschiedete sich Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im Landtag von den Hoffnungen, die das Land jahrelang auf den Bau einer Pipeline gesetzt hatte. Man müsse „neue Lösungen“ finden, sagte Hinz.

Die Flüsse Werra und Weser könnten selbst dann nicht in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden, wenn die Produktion sofort eingestellt würde, fügte die Ministerin hinzu. Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders wies auf die Halden mit Kaliabfällen hin. In Neuhof bei Fulda werde es noch 700 Jahre lang Haldenabwässer geben.

Widerstand aus Niedersachsen

Über die Pipeline sollten salzhaltige Abwasser entweder in die Oberweser oder direkt in die Nordsee geleitet werden. Der Runder Tisch „Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion“ hatte die 400 Kilometer lange unterirdische Leitung zur Nordsee empfohlen. Auch das hessische Umweltministerium hielt sie lange für die ökologisch beste Methode. Noch im Koalitionsvertrag nannten CDU und Grüne die Empfehlung des Runden Tisches die „Grundlage für unser Handeln“. Niedersachsen leistet aber schon lange Widerstand gegen ein solches Vorhaben – unter anderem, weil es ihren Plänen zum Schutz der Wesermarsch zuwiderlaufen würde.

Zudem hätte das Projekt hohe Kosten verursacht. Für die Nordsee-Pipeline hätte K+S etwa 2,4 Milliarden Euro zurückstellen müssen. Der CDU-Abgeordnete Dirk Landau wies darauf hin, dass sich der Börsenwert des gesamten Unternehmens sich nur auf 2,5 Milliarden Euro belaufe.

Ein Gutachten, das von Umweltministerin Hinz in Auftrag gegeben worden war, kam zudem zu dem Ergebnis, dass die Wasserqualität in der Werra auch nicht gut werde, wenn die salzhaltigen Laugen per Pipeline abtransportiert werden. Selbst dann werde der Fluss nicht wieder zu einem „naturnahen Gewässer“, sondern könne bestenfalls „Süßwasserqualität“ erreichen.

Dieses Ziel soll nun mit weniger aufwendigen Schritten verfolgt werden. Hinz will sie in der nächsten Woche gemeinsam mit K+S vorstellen. Die Firma muss die Kosten übernehmen. „Das geht hier ganz klar nach dem Verursacherprinzip“, betonte Hinz.
Zitat Ende

Auf der einen Seite wird bedauert, dass man keine Pipeline zur Nordsee bauen kann um die Salzlaugen nicht mehr in Werra/Weser leiten zu müssen, andererseits wundert man sich, wenn Seehunde krank werden und sterben.
Es ist ja nicht nur die Fa. Kali+Salz die Einleitungen in die Flüsse vornehmen darf.

Schauen wir uns doch die die Genehmigungen an wer alles und wieviel im Bereich und Bremerhaven einleiten darf.

Das Umweltamt Bremen kann darüber Auskunft geben.


Ich habe diesen Thread mit dem folgenden Zitat im Posting 1 gestartet:

An Werra und Weser ist der Zweite Weltkrieg bis heute nicht beendet –

denn in der Werra gilt für Chlorid
ein Grenzwert aus dem Jahre 1942, der seiner-
zeit als »krisenbedingt« ausdrücklich nur für die
Zeit des Krieges genehmigt wurde; er beträgt
2500 Milligramm Chlorid/Liter. Der ebenfalls
aus dem Jahre 1942 stammende Grenzwert für
die Wasserhärte wurde auf Antrag von K+S von
55 Grad dH auf 90 Grad dH (2) erhöht und im
Jahre 2009 noch einmal fortgeschrieben. Es
sind insbesondere die hohe Wasserhärte und
der hohe Gehalt an Kaliumsalzen, die die Werra
heute so lebensfeindlich machen.
Zitat Ende


Für mich wäre es eher ein Albtraum - Trinkwasser- aus der Weser zu bekommen. wer weiß welche Generation in ferner Zukunft, diesen Traum von Frau Schaefer verwirklichen kann?


Zum Thema Chlorid: http://de.wikipedia.org/wiki/Chloride
"Chloride sind Verbindungen des chemischen Elementes Chlor. Dieses kann mit Metallen, Halb- oder Nichtmetallen verbunden vorliegen. Metallchloride wie z. B. Natrium- und Kobaltchlorid sind Salze der Chlorwasserstoffsäure, besser bekannt als Salzsäure (chemische Formel: HCl). Ein solches Chlorid enthält in seinem Ionengitter einfach negativ geladene Chlor(−I)-Ionen Cl− (meist Chlorid-Ionen genannt). Nichtmetallchloride wie Chlorwasserstoff, Schwefelchloride, Kohlenstofftetrachlorid (Tetrachlormethan) und Chlordioxid sind als molekulare Verbindungen wesentlich flüchtiger als salzartige Chloride. Chlorhaltige Kohlenwasserstoffe werden in der Organik als Derivate der verschiedensten Verbindungen der Kohlenwasserstoffe betrachtet und benannt. So wird Methan, bei dem ein Wasserstoffatom gegen ein Chloratom ausgetauscht (substituiert) wurde, Chlormethan bzw. Methylchlorid genannt. Hier liegt jedoch nicht wie bei den oben angesprochenen ionischen Verbindungen Chlor als Chloridion vor, sondern ist kovalent mit dem Kohlenstoffatom verbunden. Chlorid ist im eigentlichen Sinne jedoch nur die Kurzbezeichnung für das einfach negativ geladene Chloridion. Organische Amine bilden mit Chlorwasserstoff organische Hydrochloride, die Chloridionen enthalten."


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