Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Wifo Tanklager-Farge

#1 von Lola , 29.12.2013 10:23

http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftl...ngsgesellschaft

Wikipedia hat eine übersichtliche Auflistung und Recherche über die Tanklager und der "Wifo", die man mit o.a. Link aufrufen kann.

Zitat aus o.a. Link

Die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft mbH (kurz WiFo) war eine 1934 in Berlin durch das Reichswirtschaftsministerium gegründete Tarnfirma, welche für die Beschaffung, Lagerung und Herstellung von kriegswichtigen Rohstoffen zuständig war und damit die Logistik der Wehrmacht sicherstellte. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Errichtung von geheimen Großtanklagern, darüber hinaus war sie für den Betrieb von Mineralölkesselwagen, Tankschiffen, den Ausbau von Transportstrecken und den Betrieb von Werken zur Chemiegrundstoffherstellung wie beispielsweise Salpetersäure zuständig. Die WiFo existierte nach dem Krieg weiter und löste sich dann bis zum Jahre 1970 selbst auf, wobei die Nachfolgeunternehmen heute privatisiert sind.

Ein wichtiger Faktor bei der deutschen Wiederaufrüstung war die Versorgung einer modernen und motorisierten Streitmacht mit Treibstoff, welche im Falle eines Krieges aufgrund der zu erwartenden Blockade nicht auf Importe gestützt werden konnte. Deswegen beabsichtigte Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht die Anlegung großer Treibstoff-Vorräte, welche durch die Einfuhr aus den rumänischen Ölabbau-Gebieten und der Herstellung synthetischen Benzins gewonnen werden sollten.[1] Nachdem sich sowohl deutsche Unternehmen als auch die Royal Dutch Shell nicht für Bau und Finanzierung von Großtanklagern gewinnen ließen, gründete die Reichsregierung eine eigene Zweckgesellschaft, um Kraftstoffreserven einlagern zu können.
Zitat Ende

Zitat aus Relikte.com http://www.relikte.com/brm_wifo/
Die Bauausführung am Wifo-Tanklager ist der Firma Gottlieb Tesch aus Berlin übertragen worden. Für die Unterbringung der Arbeitskräfte wurde vermutlich Ende 1936 am Westrand des Depots das "Lager Tesch" eingerichtet. Ab 1938 kamen in den Baracken auch tschechische Fremdarbeiter unter. 1941 trafen zahlreiche Kriegsgefangene der Roten Armee in diesem Lager ein. 1942 folgte schließlich eine größere Gruppe polnischer Zwangsarbeiter. Die Bewachung der Anlage und der Arbeiter führte die SS durch. Für sie wurde am Südostrand ein eigenes Wohnlager gebaut. Über die weiteren Arbeiterlager in der Umgebung berichtete eine separate Seite.
Zitat Ende


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#2 von Lola , 30.12.2013 19:35

Im vorangegangenen Beitrag hatte ich geschrieben, dass das WIFOTanklager-Farge von der Firma Gottlieb Tesch Berlin gebaut wurde.

Mich hatte interessiert ob es Erfahrungswerte bezüglich Korrosion von 80 Jahre alten Tanks gibt. Für diese Anfrage habe ich die folgende Firma angeschrieben:
http://www.gottliebtesch.de/unternehmen_gruendung.html

in der Hoffnung, dass man Archivunterlagen aus dem Jahr 1933 bis zur Fertigstellung des Tanklager Farge noch hat, schrieb ich Anfang des Jahres eine Mail an die heutige Firma Gottlieb Tesch. Die Historie der Fa. Gottlieb Tesch läßt sich sehr schön auf deren Homepage nachlesen.
Leider hat man auf meine Mail nicht geantwortet, obwohl ich dazu geschrieben habe, es ginge bei meiner Mail nur um die technische Frage hinsichtlich Korrosion und nicht um Ethik und Moral. Schade das man mir nicht geantwortet hat, zumal man sich auch mit Umwelttechnik beschäftigt und in Farge und Rönnebeck müssen wir mit einem gigantischen Umweltschaden leben, den man aber leider nicht sehen kann. Übrigens wurden die Tanks damals nicht geschweißt, sondern genietet.

Zitat aus der Webseite der Fa. Gottlieb Tesch

Mit dem Ausbau der Infrastruktur in Berlin gewann der Ingenieurbau zunehmend an Bedeutung. Gottlieb Tesch erkannte die Chance und sicherte sich durch den recht zeitigen Aufbau einer Tiefbau-Abteilung wichtige Marktanteile. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Unternehmen nicht mehr nur in der Hauptstadt, sondern in ganz Deutschland und zeitweilig auch im Ausland aktiv.

Nachdem die große Weltwirtschaftskrise überstanden war, wurde das Familienunternehmen 1930 in die Gottlieb Tesch GmbH umgewandelt.
Sämtliche Anteile übernahm zunächst die Boswau & Knauer AG, die sie 1938 an die Julius Berger Tiefbau AG verkaufte. Durch die Fusion der Julius Berger-BAUBOAG AG mit der Grün & Bilfinger AG im Jahr 1975 wurde das Berliner Traditionsunternehmen Teil der Bilfinger Berger Unternehmensgruppe.

Im Jahre 1994 wurden die verschiedenen Tiefbauaktivitäten der Bilfinger Berger AG im Raum Berlin, in der Gottlieb Tesch Straßen- und Leitungsbau GmbH, einer Tochter der Gottlieb Tesch GmbH Bauunternehmung, zusammengeführt.

Den Ansprüchen eines geänderten Marktes folgend, entschied man sich im Jahre 2000, unter Einbeziehung der Erfahrungen langjähriger Mitarbeiter, zu einer Verselbständigung eines Teilbereiches des Unternehmens in Stahnsdorf über den Weg der Neugründung einer GmbH. Dieser Geschäftsteil wurde dann 2003 an den geschäftsführenden Gesellschafter, Herrn Dipl.-Ing. Jürgen Bender veräußert und bildet die Grundlage für das heutige Unternehmen.
Zitat Ende


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#3 von Lola , 01.01.2014 09:42

1930 Gottlieb Mesch GmbH
sämtliche Anteile übernahm zunächst Boswau + Knauer AG

1938 wurden sämtliche Anteile an Julius Berger Tiefbau AG verkauft

1975 Fusion der Julius Berger-BAUBOAG mit der Grün + Bilfinger zur

Bilfinger Berger AG

1994 wurden die verschiedenen Tiefbauaktivitäten der Bilfinger Berger AG im Raum Berlin, in der Gottlieb Tesch Straßen- und Leitungsbau GmbH, einer Tochter der Gottlieb Tesch GmbH Bauunternehmung, zusammengeführt.

2000 Den Ansprüchen eines geänderten Marktes folgend, entschied man sich im Jahre 2000, unter Einbeziehung der Erfahrungen langjähriger Mitarbeiter, zu einer Verselbständigung eines Teilbereiches des Unternehmens in Stahnsdorf über den Weg der Neugründung einer GmbH.

2003 Dieser Geschäftsteil wurde dann 2003 an den geschäftsführenden Gesellschafter, Herrn Dipl.-Ing. Jürgen Bender veräußert und bildet die Grundlage für das heutige Unternehmen.

http://www.gottliebtesch.de/unternehmen_gruendung.html


zu Julius Berger: http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Berg...uunternehmer%29
zu Boswau + Knauer AG: http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Bau

http://www.tagesspiegel.de/berlin/ahnenf...te/1251298.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Bilfinger_%28Unternehmen%29

Wie ich finde, sehr interessante Firmengeschichten.


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#4 von Lola , 04.01.2014 04:16

Nachdem nun leider mein Versuch fehlgeschlagen ist und ich keine Antwort auf meine Mail von der Fa. Tesch bekommen habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen, in dieser Richtung nicht mehr zu recherchieren, denn das ist vergeudete Zeit.

Es kann auch nicht die Aufgabe einzelner Bürger sein,den Job von gut bezahlten Beamten des Umweltamtes oder des Gewerbeaufsichtsamtes zu erledigen.
Dieser Umweltschaden in Farge und Rönnebeck ist von einem solch gigantischem Ausmass, dass absolute Transparenz sich von selbst vesteht.
Es gibt Möglichkeiten herauszufinden wie dick die Wandstärke der Tanks ist und ob es Risse gibt. Außerdem läßt sich mit den heutigen technischen Möglichkeiten prüfen, ob es Korrosionsschäden von innen gibt.

Aus verlässlicher Quelle wurde mir mitgeteilt, dass Ende der 90iger-Jahre viele Tanklager zurückgebaut wurden und es gab keines wo der Boden nicht kontaminiert war.
Bei dem Rückbau der vielen Tanklager müssen auch Erkenntnisse über den Korrossionsgrad der Tanks in Abhängigkeit ihrer Nutzungsdauer bekannt geworden sein. Die Ergebnisse könnten dem Bundesumweltamt vorliegen.

Dem Bundesamt für Materialforschung und -prüfung in Berlin-Dahlem (BAM) und /oder der Physikalischen Prüfanstalt in Braunschweig sollten exakte Kenntnisse in Sachen Lebensdauer für Treibstofftanks vorhanden sein. Tankstellen gibt es in Deutschland ja wohl genügend.

Eine Anfrage dort ist übrigens nicht kostenlos.
Vielleicht hat man ja aus Gründen der Sparsamkeit keine Anfrage gestellt, weil Bremen so klamm ist.


http://www.google.com/patents/DE102009059036B4?cl=de

http://de.wikipedia.org/wiki/Tank_%28Beh%C3%A4lter%29
Zitat
Ölschlamm

Trotz der hohen Qualität von Markenheizölen kann nicht verhindert werden, dass sich nach einer gewissen Zeit auf dem Tankboden durch Sedimentation Paraffine, Rost und Sand (anorganische Bestandteile der Rohöle) schädliche Ablagerungen bilden. Diese Ablagerung, der sogenannte „Gatsch“, enthält neben den oben beschriebenen Bestandteilen auch Komponenten aus dem Rohöl. Problematisch sind hier besonders die Anteile an Benzol und anderen leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen. Bei Stahltanks kann das sogar zur Durchrostung führen. Auch in Privathaushalten ist eine rechtzeitige Tankreinigung anzuraten. Besonders, wenn der Tank häufig fast leergefahren wird, kann angesaugter Ölschlamm Störungen (zugesetzter Ölfilter) verursachen, die den Ausfall der Heizungsanlage zur Folge haben.
Zitat Ende


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zuletzt bearbeitet 04.01.2014 | Top

RE: Wifo Tanklager-Farge

#5 von Lola , 04.01.2014 22:36

Historie des Tanklagers

Historie des Tanklagers

#1 von fight4yrights , 17.12.2013 12:28

Und gestern beim Stöbern in der Bücherstube Blumenthal fiel mir folgendes Buch in die Hand

Und hier ein Zitat aus "Bunker >Valentin<" von Marc Buggeln (Edition Temmen), S. 19

Zitat"Das erste Öl wurde in Farge im Jahr 1940 eingelagert. Die Wifo bezeichnete als Datum der Inbetriebnahme den 16. August 1940. Ende 1940 betrug der Ölstand 8.474 t, also nur etwa 3% des endgültigen Fassungsvermögen. Weil die Wehrmacht das neu gewonne Öl in der Regel schnell verbrauchte, sank die Einlagerung im Kriegsverlauf sogar noch weiter.
Mitte 1943 lagerten noch 3.482 m³ in Farge. Letztlich wurden also riesige Mengen an Geld, Material und Arbeitskraft in den Bau des Tanklagers investiert - vor allem auch mehr als tausend Zwangsarbeiter eingesetzt -, ohne dass das Lager den ihm zugedachten Zweck für den deutschen Krieg auch nur ansatzweise erfüllte.
Bei den Bombenangriffen im März 1945 auf den U-Boot Bunker wurde auch das Wifo-Tanklager attackiert. Dabei wurden jedoch nur zwei Tanks der Mischanlage beschädigt, was allerdings zu einem weithin sichtbaren Feuer führte.
Kurz vor Eintreffen der allierten Truppen in Bremen-Nord setzte die Kriegsmarine noch Ölleichter ein, um die letzten Treibstoffbestände des Wifo-Tanklagers zu retten."


(Zitat Ende, Fettdruck von mir)

Der Erklärungsversuch für diese gigantische Schadstofffahne (Bombenangriff(e) zum Ende des 2. Weltkrieg) erscheint mir unter diesem Aspekt mehr als "hilflos".
Was verbrennt kann wohl kaum als fast "reinster Treibstoff" im Boden landen.
Und offensichtlich stimmt die Maxime "von nichts kommt nichts" im Falle des Tanklagers auch nicht. Denn von fast gar nichts ist offensichtlich gaaaaanz viel geworden.
Vielleicht ist das aber auch nur unser "historisches Erbe"!.!??


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#6 von Lola , 04.01.2014 22:40

Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?


Zitat vormerken

RE: Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?

#3 von Lola , 31.03.2013 18:54

http://www.geschichtsspuren.de/forum/tan...rge-t17372.html

Zitat aus dem Beitrag v. 8.1.2013
aus
TECHNICAL REPORT NO. 244-45
OIL STORAGE CONSTRUCTION IN Germany- Septmber 1945-

III, Wifo Oil Storage, Farge (Cont'd)...
.." 17. Air Raids


Near the end of the war, an air raid was made by 202 American
and 12 British bombers. The British bombers were said to have
carried 10 tons bombs. Over 1200 explosions wore counted. Only two
tanks i n one tank group were wrecked ..... and one pump
house and piping damaged. Figure 29, shows the excavation roquired
to repair piping. Only a few hits were registered, but much excavatlon
was required to repair the damage. Alcohol had been stored
only recently i n the tank group which was h i t and TUTOGEN A which
is required for extinguishing alcohol f i r e s was not available on
the premises, The f i r e burned for about eight hours when TUTOGEN A
was obtained, Three 200 l i t e r flasks werc sufficient to extinguish
the f i r e in about five minutes. "

Eine komplette Recherche über die gelagerten Stoffe sind unerläßlich. Ob das jemals gemacht wurde?


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#7 von Lola , 04.01.2014 22:41

Zitat vormerken

RE: Nach welchen Schadstoffen sollte man suchen?

#4 von Lola , 01.04.2013 08:25

Only a few hits were registered, but much excavatlon(es muss heißen excavation=Ausgrabung) was required to repair the damage. (Es waren nur wenige Treffer registriert, aber viel Aushub war erforderlich um den Schaden zu reparieren)
In den getroffenen Tanks war Alkohol gelagert und weil man kein Tutogen zum Löschen hatte ( man hätte nur einen 200l-Kanister benötigt um den Brand innerhalb von 5 Minuten zu löschen) und so hat das Feuer 8 Stunden gebrannt.
Das zeigt, dass man zu damaligen Zeiten keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat.

Offenbar haben die englischen und amerikanischen Behörden erkannt, dass es sich wahrscheinlich um größere Schäden handelt und erhebliche Ausgrabungen notwendig sind um diese Schäden zu reparieren.
Selbst als Laie kann ich mir vorstellen, auch wenn die übrigen Bombenabwürfe keine direkten Treffer ergeben haben, richten die Druckwellen nicht auch schon erheblich Schäden an?
Wer kann es ausschließen, dass es keine Haarrisse gegeben hat, oder das Dichtungen und Verbindungsstücke von Rohrleitung zu den Tanks schadhaft geworden sind.
Warum hat man 1970 ein neues Rohrleitungssystem gebaut? Weil es an der Zeit war oder weil man Defekte festgestelt hat?
Hat im Zuge der Erneuerung der Rohrleitungen Verunreinigungen des Erdreichs und Grundwasser festgestellt?
Gibt es über diese Arbeiten Dokumentationen?
Inzwischen sind auch mehr als 40 Jahre wieder vergangen.


Wurde jemals von der Bundeswehr bei Übernahme des Tanklagers eine Bestandsaufnahme von eventuellen Schäden an allen Rohrleitungen und an allen Tanks gemacht?
Gibt es Dokumentationen aus denen die Auflistung von Schäden hervorgeht und dass man den Bremer Senat darüber in Kenntnis gesetzt hat?

Wasserschutzgebiet
..wer mag kann dort auch noch lesen.
Der Weser Kurier hatte kürzlich auch eine interessante Dokumentation bezüglich der Bombenabwürfe.
http://www.weser-kurier.de/region/zeitun...rid,506462.html

Sollte meine Übersetzung fehlerhaft sein, dann bitte ich um Korrektur.


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#8 von Lola , 04.01.2014 22:52

http://tanklager-farge.blogspot.de/

11.05.1945 Besetzung durch brit. Truppen,
anschließende Übergabe an das amerik. Militär,

1957 Übergang des Tanklagers Bremen-Farge an das Verteidigungsministerium der Bundesrepublik Deutschland,
die vereinigte Tanklager und Transportmittel Gesellschaft ( VTG) wurde gegründet.

03.07.1963 Verkauf der VTG an die IVG.


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#9 von Lola , 04.01.2014 23:58

http://www.vtg.de/v/s/content/40
Zitat
Geschichte

Die VTG geht in ihrer heutigen Form auf den im Jahr 1951 gegründeten Staatsbetrieb VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH zurück, der 1961 im Rahmen des Verkaufs an die Preussag (heute TUI-Gruppe) privatisiert wurde. Dabei reichen die Wurzeln der VTG mit ihren Tochterunternehmen sogar bis ins 19. Jahrhundert zurück.

Während der 45-jährigen Konzernzugehörigkeit zur Preussag beziehungsweise TUI Gruppe konzentrierte sich die VTG auf den Geschäftsbereich Waggonvermietung, war aber auch in der Binnenschifffahrt und im Tanklagergeschäft tätig. Mittels verschiedener gezielter Akquisitionen und Desinvestitionen wurde die Geschäftstätigkeit anschließend auf die drei Geschäftsbereiche Waggonvermietung, Schienenlogistik und Tankcontainerlogistik ausgerichtet.

Heute zählt die VTG Gruppe zu den führenden Waggonvermietunternehmen Europas und ist in Nordamerika und Asien vertreten. Seit dem Börsengang im Juni 2007 ist die Aktie der VTG Aktiengesellschaft im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert – seit September 2008 zudem im Auswahlindex SDAX.

Hauptaktionär der VTG Aktiengesellschaft ist die Compagnie Européenne de Wagons S.à r.l., deren Anteile mehrheitlich von Fonds gehalten werden. Diese werden von einer internationalen Investmentgruppe um die WL Ross & Co LLC, New York (USA) verwaltet.

Zu den wesentlichen Meilensteinen der Unternehmensentwicklung zählen:

1951 Gründung der VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH

1961 Privatisierung im Rahmen des Verkaufs an die Preussag – heute TUI-Gruppe

1981 Erste Tankcontaineraktivitäten

1992 VTG übernimmt die Mehrheit an der Transpetrol GmbH Internationale Eisenbahnspedition

1994 Beteiligung an der TRANSWAGGON AG

1997 Gründung der VOTG Tanktainer GmbH

2002 Übernahme der europäischen Waggonvermietaktivitäten der australischen Brambles-Gruppe und damit verbunden eine Vergrößerung des Wagenparks um rund
23.000 Waggons

2004 Aufstockung der Beteiligung an der Transpetrol GmbH Internationale Eisenbahnspedition auf 74,9%

Verkauf des nicht zum Kerngeschäft zählenden Unternehmensbereichs Bulk- und Speziallogistik

2004-2007 Verstärkung des Geschäftsbereichs Waggonvermietung um ca. 6.500 Waggons durch den Erwerb der Eisenbahngüterwagen- und Tankcontainerflotte der Algeco S.A., Paris, Frankreich, sowie der Wagen der OMV AG, Wien, Österreich, der Rexwal Finance S.A., Zug, Schweiz, der Railtrans und der Nordwaggon AB, Bromma, Schweden

2007 Börsengang am 28. Juni 2007 (Prime Standard, Frankfurter Wertpapierbörse)

Erwerb der englischen Tankcontainer-Vermietgesellschaft Tankspan Leasing Ltd. mit 3.100 Tankcontainern

Aufstockung der Anteile an der VOTG Tanktainer GmbH von 58,35% auf 100%

2008 Gründung der „OOO“ VTG Russia mit Vertriebsbüro in Moskau
Abschluss der Akquisition des Waggonvermietunternehmens Texas Railcar Leasing Company Ltd. mit rund 1.000 Waggons und damit Einstieg in das nordamerikanische Waggonvermietgeschäft
Übernahme des Waggonbaubereichs der Graaff Gruppe
Joint Venture der VOTG Tanktainer GmbH mit der chinesischen Cosco Logistics; Shanghai Cosco VOTG Tanktainer Ltd.
VTG-Aktie steigt in den Auswahlindex SDAX auf

2010 Erwerb von ca. 1.800 Güterwagen und gleichzeitig Eintritt in den europäischen Getreidetransportmarkt


2011 Geschäftsbereich Schienenlogistik strukturiert sich neu und vereinheitlicht Markauftritt; Fokus auf drei Produktsegmente: Flüssigkeiten, Agrarprodukte und Industriegüter
Verdoppelung des Wagenparks in Nordamerika durch Übernahme der Geschäftstätigkeit des amerikanischen Waggonvermietunternehmens SC Rail Leasing America; Zusammenführung mit Texas Railcar Leasing und Umfirmierung in VTG Rail
60 Jahre VTG - Jubiläum u.a. mit der Ausstellung "Ein Blick zurück nach vorn" am Hauptsitz in Hamburg zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des VTG-Konzerns
Übernahme der Unternehmensgruppe Railcraft, dadurch Einstieg in den Markt der GUS und des Baltikums mit einer Flotte von rund 870 Waggons
Erwerb des Wagenparks (rund 300 Mineralölwaggons) des italienischen Wettbewerbers Sogerent

Übernahme einer 100%igen Beteiligung am Schienenlogistikunternehmen TMF


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#10 von Lola , 05.01.2014 00:22

Die VTG geht in ihrer heutigen Form auf den im Jahr 1951 gegründeten Staatsbetrieb VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH zurück, der 1961 im Rahmen des Verkaufs an die Preussag (heute TUI-Gruppe) privatisiert wurde. Dabei reichen die Wurzeln der VTG mit ihren Tochterunternehmen sogar bis ins 19. Jahrhundert zurück.

http://de.wikipedia.org/wiki/Preussag - (es lohnt sich den Bericht komplett zu lesen!!!)
Zitat
Neue Tätigkeitsbereiche ab 1960

Ab Anfang der 1960er Jahre verlegte die Preussag ihre Tätigkeitsfelder auf die lohnenden und zukunftsträchtigen Bereiche Chemie, Strom, Logistik und Stahl. 1960 engagierte sie sich im Chemiebereich. In Ibbenbüren baute sie in Beteiligung eine Fabrik zur Herstellung von Natronlauge mittels Chloralkali-Elektrolyse. 1961 stieg die Preussag durch Übernahme vom Bund in die VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel ein und engagierte sich ab 1962 im Stahlbau. Bereits 1955 war das Unternehmen in die Kohleverstromung durch das Kraftwerk Ibbenbüren eingestiegen.

Ab 1960 weitete die Preussag ihr Tätigkeitsfeld auf das Ausland aus, unter anderem durch Erdölbohrungen in Marokko oder im Jemen sowie die Erforschung von Erzlagerstätten.

Etwa Mitte der 1960er Jahre stieg die Preussag vermehrt in die Konsumgüterindustrie ein, da sie sich aufgrund der gestiegenen Reallöhne der Arbeitnehmer hohe Profite versprach. Der Unternehmensbereich Körperpflege stellte Pflegemittel und Kosmetikartikel her, wie Mundwasser, Parfüm, Zahnbürsten, Kämme.
Krise und Überwindung 1970–1973

Infolge der enormen Expansion aller Unternehmensbereiche kam es ab 1970 zu einer schwerwiegenden Existenzkrise. Die Dividende für die Aktionäre wurde überwiegend Rücklagen entnommen, in den Jahren 1971–1972 entfiel sie ganz. Die Kleinaktionäre mit ihrer Volksaktie fühlten sich betrogen. 1972 kam es zu Personalveränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand, und die schwedische Boliden beteiligte sich über seit 1970 bestehende Joint Ventures in der Bleiproduktion mit 50 Prozent am Unternehmen.[6][7] Der neue Vorstand sanierte ab 1973 das Unternehmen durch Beschränkung auf Kernbereiche des Geschäfts, u.a. Abgabe des Körperpflegebereichs. Die Ölkrise von 1974 bescherte der Preussag enorme Gewinne, weil sie die von ihr hergestellten Ölerzeugnisse verteuerte.

1971 wurde das neue Firmenlogo eingeführt und der Firmenname von Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft in Preussag geändert.
Wandlung in ein Transport- und Touristikunternehmen

1989 übernahm die Preussag die Salzgitter AG und trennte sich 1998 wieder von ihr. Dies stellte eine der größten Fusionen der Nachkriegszeit dar. Der größte Unternehmensumbruch aber war der Aufkauf aller Hapag-Lloyd-Aktien 1997. Dadurch kam das Geschäftsfeld Containerschifffahrt hinzu, die sich zum zweiten Standbein des Unternehmens entwickelte. Vor allem durch die Hapag-Lloyd stieg die Preussag in die wachsende Touristikbranche ein. Durch weitere Zukäufe gehörte 1999 die TUI komplett der Preussag. Mit dem Kauf der britischen Thomson Travel Group im Jahr 2000 wurde das Unternehmen zum weltweit größten Touristikkonzern. Dadurch wird etwa 70 Prozent des europäischen Reisemarktes abgedeckt.

2002 benannte sich die Preussag in TUI um. Damit hatte die Preussag sich zu einem Dienstleistungsunternehmen gewandelt und ihre auf Grundstoffe ausgerichtete Firmengeschichte verlassen. In der Folge wurde auch der Bereich Energie an Gaz de France (Deutschland-Aktivitäten, 2002) und OMV (internationale Aktivitäten, 2003) abgestoßen.
.................................................................................................................................................................................................

Preussag Immobilien
Zentrale der Preussag Immobilien in Salzgitter

Den Firmennamen Preussag tragen nicht mehr viele Tochtergesellschaften. Einzige überregional noch bekannte ist die Preussag Immobilien GmbH mit Sitz in Salzgitter. Sie verwaltet für Dritte Immobilienvermögen und ist in den Bereichen Hausverwaltung, Portfolio-Management, Gewerbe-Immobilienverwaltung, Projektentwicklung und Baumanagement tätig. Sie ist einer der größten Verwalter von Wohnungseigentum in der Region Salzgitter. Ferner verwaltet sie Wohnungseigentum in Kiel, Hannover, Braunschweig und in der Harz-Region.

Im Jahr 1937 wurde das Unternehmen als Wohnungs-Aktiengesellschaft gegründet, um Wohnraum für die Arbeiter im neu aufgebauten Stahlwerk zu schaffen. Hieraus entstand im Laufe der Zeit die heutige Preussag Immobilien. Seit Gesellschaftsgründung wurde ein umfangreicher Wohnungsbestand zur eigenen Bewirtschaftung aufgebaut. Ab 1975 werden Wohnungseigentumsanlagen erstellt und die Eigentumsverwaltung nach dem Wohnungseigentumsgesetz begonnen. Der Betreuungsbereich Wohnraummanagement für Dritte ist bis auf über 8.000 Einheiten angewachsen. Schwerpunkte sind die Regionen Salzgitter, Kiel und neuerdings auch Hannover.

Im Jahr 1988 werden erste Wohnungsbestände als Treuhandverwaltung für Kapitalanleger übernommen. Seit 1990 werden Gewerbe- und Industriegrundstücke verwaltet. Zeitgleich erfolgen Planung, Organisation und Durchführung von Wohnungsprivatisierungen im eigenen Bestand. Im Rahmen eigener Projektentwicklungsmaßnahmen finden 1997 Grundsteinlegungen erster Großprojekte statt. Die Preussag Immobilien führt 2000 ein umfangreiches Baumanagement für Immobilien in Spanien, Portugal und den Niederlanden ein. Diese Einführung ist verbunden mit Projektentwicklungsmaßnahmen auf eigene Rechnung. Im Jahr 2001 wird die TUI-Repräsentanz in Berlin, Unter den Linden fertiggestellt.

Im Jahr 2005 führt Preussag Immobilien ein zentrales Immobilien-Management (ZIM) im TUI-Konzern ein und übernimmt 2006 das Portfolio-Management für die Service-Center der Hapagfly Fluggesellschaft an den innerdeutschen Flughäfen.
Zitat Ende


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RE: Wifo Tanklager-Farge

#11 von Lola , 05.01.2014 18:57

Mir war ein Schreiben des Umweltamt HB noch in Erinnerung bei dem auf Seite 3 der Verteiler aufgeführt war.

Mir ist seinerzeit schon aufgefallen, dass eine Firma Preussag Immobilien u.a. im Verteiler aufgenommen war.
Es handelt sich um ein Schreiben v. 21.3.2013- Thema: Information zur Grundwasserproblematik im Bereich Farge -
Die Information an die Bewohner sollte als Hauswurfsendung in der 14.KW erfolgen.

Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Schreiben vom Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.
Seite 3 von 3
Verteiler:
1. Ortsamt Blumenthal office@oablumenthal.bremen.de
2. Bauamt Bremen Nord office@bauamtnord.bremen.de
3. Umweltbetrieb Bremen, 3 Grünflächen Bezirk 7 Nord-Vegesack office@ubbremen.de
4. Polizei Bremen WV 12, Umwelt WV12.UK@POLIZEI.BREMEN.de
5. Polizei Bremen S 93 / Polizeirevier Blumenthal S93@polizei.bremen.de
6. Bundeswehr-Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Schwanewede bwdlzschwanewede@bundeswehr.org
7. BAIUDBw KompZBauMgmt Hannover baiudbwkompzbaumgmthk6@bundeswehr.org
8. Immobilien Bremen, Bundesbau - Außenstelle Farge Stephanie.Allmers@IMMOBILIEN.BREMEN.DE
9. ThyssenKrupp System Engeneering GmbH kerstin.sprung@thyssenkrupp.com

10. Preussag Immobilien GmbH info@preussag-immobilien.de

11. HPC Harress Pickel Consult AG oboecker@hpc-ag.de
12. Landesverband der Gartenfreunde e.V. bremen@gartenfreunde.de
13. Gesundheitsamt Bremen

.............................................

Vielleicht erfahren wir ja noch warum die Firma Preussag Immobilien vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im Mail-Verteiler bezüglich Grundwasserverseuchung, ausgehend vom Tanklager Farge, berücksichtigt wurde und ob es einen Zusammenhang zum Tanklagerverkauf gibt.


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RE: Wifo Tanklager-Farge IVG

#12 von Lola , 06.01.2014 00:15

..was war vor 20 Jahren? - 1993


http://www.ivg.de/unternehmen/historie/
Zitat
Von der Montan zum europäischen Immobilien- und Infrastrukturinvestor

Das einst unter dem Namen "Industrieverwaltungsgesellschaft" bekannte bundeseigene Unternehmen ist nach seiner vollständigen Privatisierung durch Börsengang im Jahr 1993 heute einer der großen Asset und Investmentmanager Europas.

1916 Gründung der Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH (Montan)
1951 Umfirmierung in Industrieverwaltungsgesellschaft mbH (IVG)
1986 Umwandlung in die Rechtsform der AG
Going Public und Teilprivatisierung zu 45 %

1993 Vollprivatisierung bei breiter Streuung an der Börse

1996 Einführung eines Holding-Modells, damit einhergehend die klare Trennung strategischer und operativer Aufgaben
Umfirmierung in IVG Holding AG
Ab 1997 Konzentration auf Gewerbeimmobilien in Europa
2002 Umfirmierung in IVG Immobilien AG (nach Abgabe aller Nicht-Immobilien-orientierten Geschäftsbereiche)
2004 Erwerb von 50,1 % an Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft mbH (OIK)
2005 Erwerb von 33 Kavernen der Bundesrepublik Deutschland in der Kavernenanlage Etzel bei Wilhelmshaven
2006/2007 Aufstockung der Anteile an OIK auf 94 %
2008 Platzierung des größten Infrastrukturfonds in Deutschland - IVG Kavernenfonds - mit einem Investitionsvolumen von 1,7 Mrd. Euro
2009 Start der operativen und finanztechnischen Restrukturierung der IVG als Konsequenz aus der Finanzkrise
2010 Platzierung des "IVG Premium Green Fund", des größten deutschen Green Building Immobilienspezialfonds" mit einem Investitionsvolumen von 300 Mio. Euro
2011 40 Jahre Kavernenanlage Etzel
Eröffnung von THE SQUAIRE mit Ankermietern KPMG und Hilton Hotels
2012 Finalisierung der Transaktion „Silberturm“, Club-Deal unter IVG-Führung
Platzierung IVG REIT
Einzug Lufthansa als dritter Ankermieter in THE SQUAIRE
Joint Venture mit Beni Stabili, Italiens größtem Immobilienunternehmen
2013 Akquisition des „Prime-Portfolios“ – Club-Deal mit einem Investitions-volumen von 500 Mio. Euro unter Führung der IVG, die auch den Fonds und das Gebäude verwaltet.
Zitat Ende

http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftl...ngsgesellschaft Tanklager Farge

2007 IVG verkauft das Tanklagergeschäft an TanQuid

http://www.finanznachrichten.de/nachrich...h-co-kg-019.htm
Zitat
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Angemeldete Fusionen: IVG Tanklager Ges.mbH/IVG Tanklager Bertriebsf./TanQuid Zweite GmbH & Co. KG


http://www.wallstreet-online.de/nachrich...aeft-an-tanquid
Zitat
IVG Immobilien AG verkauft Tanklagergeschäft an TanQuid
Autor: Redaktion w:o
| 01.10.2007, 15:20 | 2766 Aufrufe | 0 | druckversion
IVG Immobilien AG, eine der großen börsennotierten Immobiliengesellschaften Europas, hat das Tanklagergeschäft an die TanQuid Zweite GmbH & Co. KG für € 58 Mio. verkauft. Der Verkauf des Tanklagergeschäfts war bereits im Frühjahr im Rahmen der Konzentration auf das Kerngeschäft angekündigt worden. Im Geschäftsbereich Kavernen fokussiert sich IVG künftig ausschließlich auf die großvolumige unterirdische Lagerung von Gas und Öl.
Zitat Ende

Vielleicht kann das jemand erklären! Einmal heißt es "Fusion" und dann wiederum "Verkauf"! ???


Lola  
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RE: Wifo Tanklager-Farge/ Bundesarchiv-Kabinettsprotokolle

#13 von Lola , 06.01.2014 08:24

http://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/...49/para3_4.html

Zitat
Tagesordnungspunkt als RTF Download
3. Privatisierung der VTG Vereinigte Tanklager- und Transportmittel GmbH, Hamburg (VTG), BMBes

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes bezieht sich auf seine Vorlage vom 7. Dezember 1960 und erläutert kurz die in Aussicht genommenen Maßnahmen für die Privatisierung der VTG 7. Er betont, daß bei dieser Regelung die Verteidigungsbelange voll gewahrt würden. Die Entscheidung sei eilig, da eine Ausgliederung der nicht zu privatisierenden Vermögenswerte der VTG bis Ende des Jahres durchgeführt werden müsse, weil sonst die steuerlichen Vorteile aus dem auslaufenden Organvertrag verloren gehen würden 8. Er bittet, ihn zu den Verkaufsverhandlungen zu ermächtigen. Die Zustimmung des Kabinetts zur Höhe des Kaufpreises werde er dann zu einem späteren Zeitpunkt erbitten. Der Bundesminister für Verteidigung erklärt, daß er sich mit dem Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes auf Grund der bisher bekannten Fakten grundsätzlich geeinigt habe. Nun seien aber neue Tatsachen bekanntgeworden, die einer eingehenden Klärung bedürften. Es sei bisher immer davon ausgegangen worden 9, daß im Bedarfsfall der Zugriff auf die für den Verteidigungsbedarf benötigten Kesselwagen möglichst lautlos erfolge. Nun habe sich aber herausgestellt, daß von den ausgesuchten 5000 Kesselwagen 1635 seit etwa zwei Jahren in der Sowjetzone eingesetzt seien. Diese Wagen könnten also nicht lautlos zurückgezogen werden. Die Frage der etwaigen Kündigung dieser Mietverträge sei von größter politischer Bedeutung, da die Zone auf diese Kesselwagen angewiesen sei 10.

7

Vorlage des BMBes vom 7. Dez. 1960 in B 136/2348, weitere Unterlagen in B 115/3363. - Die VTG, ein Tochterunternehmen der Industrie-Verwaltungs-Gesellschaft (IVG) Bad Godesberg, befand sich in mittelbarem Eigentum des Bundes. Mit rund 14 000 Kesselwagen, 10 Tankschiffen und einigen kleineren Tanklagern war sie die größte Kesselwagengesellschaft Westeuropas. Die Privatisierung der VTG war bereits 1955 von der Bundesregierung beschlossen worden (vgl. 25. Sitzung des Kabinettsausschusses für Wirtschaft am 18. Febr. 1955 TOP 1: Kabinettsausschuß für Wirtschaft 1954-1955, S. 317). Die Geschäftsanteile der VTG sollten in vollem Umfang an die Preussag veräußert, die Finanzierung durch Ausgabe neuer „Volksaktien" gesichert werden. Der BMVtg hatte seine Zustimmung an die Bedingung geknüpft, dass die Tankschiffe und 5000 Kesselwagen in Bundesbesitz verblieben und für Verteidigungszwecke kurzfristig zur Verfügung stünden. Der BMBes hatte in seiner Vorlage vorgeschlagen, die für Verteidigungszwecke benötigten Tankschiffe und Kesselwagen von der Privatisierung auszunehmen und der IVG zu übertragen. Die Geschäftsführung sollte weiterhin durch die VTG erfolgen.
8

Zur Organschaft vgl. 40. Sitzung am 29. Okt. 1958 TOP 2 (Bundeshaushalt: Kabinettsprotokolle 1958, S. 370).
9

„worden" von den Bearbeitern eingefügt.
10

Im Entwurf des Protokolls folgen die Sätze: „Man könne erwägen, eine etwaige Rückziehung der Wagen als Repressalie in Erwägung zu ziehen. Die Frage bedürfe jedoch eingehender Prüfung." (B 136/36296).

Ein weiteres Bedenken richte sich gegen die nachträglich bekanntgewordene Tatsache, daß 2000 Kesselwagen für fünf Jahre in der Bundesrepublik langfristig vermietet seien; bei einer Übertragung dieser Kesselwagen auf die IVG würden die Mietverträge nicht automatisch erlöschen. Auch diese Frage müsse geprüft werden.

Weiterhin bitte er, das Tanklager Neuburg/Donau nicht zu privatisieren, da das Bundesministerium für Verteidigung beabsichtige, dieses Tanklager nach vorübergehender Bewirtschaftung durch die IVG in eigener Regie zu übernehmen.

Schließlich müsse auch noch über die Verwendung des Verkauferlöses der VTG gesprochen werden. Das Bundesministerium für Verteidigung übernehme Bundesbahnausbesserungswerke als Reparaturwerkstätten für die Bundeswehr mit erheblicher Kostenaufwendung. Der Erlös aus dem Verkauf der VTG müsse daher dem Bundesministerium für Verteidigung für die IVG zur Verfügung gestellt werden, da sonst die IVG ein reines Zuschuß-Unternehmen würde.

Staatssekretär Dr. Westrick stimmt dem Vorhaben des Bundesministeriums für wirtschaftlichen Besitz des Bundes auf Privatisierung der VTG grundsätzlich zu. Er weist aber darauf hin, daß die Verhandlungen über ein neues Interzonenhandelsabkommen 11 nicht durch Entscheidungen über die in der sowjetischen Besatzungszone verwendeten 1635 Kesselwagen beeinträchtigt werden dürften. Außerdem müsse auch sichergestellt werden, daß das Notstandsprogramm durch die vorgesehene Inanspruchnahme der 5000 Kesselwagen nicht gestört werde 12. Über diese Fragen müsse zwischen den beteiligten Ressorts noch verhandelt werden. Er lege Wert darauf, daß sein Haus an diesen Verhandlungen beteiligt werde.

11

Vgl. hierzu 134. Sitzung am 21. Dez. 1960 TOP C.
12

Zur Notstandsgesetzgebung vgl. 105. Sitzung am 22. April 1960 TOP 6.

Der Bundesminister für Verkehr stimmt grundsätzlich der Privatisierung der VTG zu. Er macht aber darauf aufmerksam, daß - da die Preußag bisher nicht mit dem Vermietungsgeschäft von Kesselwagen befaßt gewesen sei - dies eine neue Aufgabe für die Preußag bedeute, was mit Schwierigkeiten verbunden sein könne.

Außerdem weist er darauf hin, daß bei einem Ausbau von Pipelines die vorhandenen Kesselwagen nicht mehr im heutigen Ausmaß Verwendung finden würden. Es bestehe dann die Gefahr, daß bei einer privaten Bewirtschaftung der Kesselwagen keine oder nicht genügend Ersatzbeschaffungen vorgenommen würden.

Auch eine Bewirtschaftung der Kesselwagen durch die IVG sei schwierig, da auch hier die notwendigen Kenntnisse nicht vorhanden seien. Seines Erachtens müsse die Verfügungsgewalt über die Kesselwagen im Verteidigungs- und Vorspannungsfalle durch ein Zentralbüro erfolgen, eine Regelung, die sich in der Vergangenheit bewährt habe.

Der Kaufpreis für die VTG dürfe nicht zu niedrig festgesetzt werden, da sonst unter Umständen die Gefahr bestehe, daß die Preußag die Vermögenswerte der VTG weiter veräußere, was zu einer unerwünschten Konzentration führen könne.

Im übrigen weist er darauf hin, daß die Nichtveräußerung des Tanklagers Neuburg an der Donau insofern zu Schwierigkeiten führen könne, weil sich dort auch die Werkstätten der VTG befänden.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes bestätigt die Ausführungen des Bundesministers für Verteidigung wegen der in der Sowjetzone laufenden 1635 Kesselwagen. Diese seien in der Tat nicht im Zwischenverkehr eingesetzt, sondern würden dort ständig verwendet. Die vom Bundesministerium für Verteidigung benötigten 5000 Kesselwagen könnten aber aus den Beständen in der Bundesrepublik reserviert werden, wie sich inzwischen herausgestellt habe.

Die vom Bundesministerium für Verteidigung erwähnten 2000 Kesselwagen in der Bundesrepublik seien in der Tat langfristig bis zum Jahre 1964 vermietet. Dieser Tatbestand spiele aber keine Rolle für die Entscheidung der Frage, ob sie privatisiert oder in Bundesbesitz bleiben sollten, da in der Tat ein etwaiger Verkauf die Mietverträge nicht auflöse. Mit den Mietern müsse - gleichgültig ob von privater Seite oder von Seiten der IVG - verhandelt werden, um die Verträge abzukürzen oder eine Klausel in die Verträge einzuführen, wie er sie bereits mit dem Bundesminister für Verteidigung besprochen habe.

Wegen des Verkaufspreises herrsche Übereinstimmung, daß für die Preußag keine Vergünstigungen vorgesehen werden sollten.

Im übrigen müsse er darauf hinweisen, daß die Preußag bereits jetzt Tankschiffe und Kesselwagen und damit Erfahrungen auf diesem Gebiet besitze; allerdings werde der Erwerb der VTG naturgemäß ihren Geschäftsumfang erweitern.

Mit der Erörterung der von Staatssekretär Dr. Westrick angeschnittenen Fragen zwischen den beteiligten Ressorts erklärt er sich einverstanden.

Staatssekretär Prof. Dr. Hettlage erklärt, daß das Bundesministerium der Finanzen im Grundsatz der Privatisierung der VTG nicht widerspreche. Mit der vorgeschlagenen Konstruktion sei jedoch - steuerlich gesehen - die ungünstigste Form gewählt worden, wobei er noch darauf aufmerksam machen müsse, daß die Länder etwa zwei Drittel des Steueraufkommens, der Bund jedoch nur ein Drittel erhalte.

Nach der Reichshaushaltsordnung müsse der angemessene Preis für das zu privatisierende Bundesvermögen bezahlt werden. Die Tankwagen müßten also zum Zeitwert verkauft werden.

Der Kaufpreis für die VTG müsse nach Meinung des Bundesministeriums der Finanzen noch überprüft werden; seines Erachtens müsse er bei 140 bis 150 Mio. DM liegen.

Die Veräußerungserlöse sollten nicht in den Bundeshaushalt fließen, sondern zur Verbesserung und Pflege des Bundesvermögens verwendet werden.

Staatssekretär Hopf berichtet sodann über eine Aufsichtsratssitzung der IVG, die am 5. Dezember 1960 stattgefunden hat, und über die dort zu Tage getretenen Auffassungen und angestellten Überlegungen.

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen äußert die Ansicht, daß die vorgesehenen Maßnahmen zwischen den beteiligten Ressorts noch nicht genügend geklärt seien. Man solle die Beschlußfassung daher heute vertagen.

Dem wird vom Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes unter Hinweis auf die Eilbedürftigkeit der Angelegenheit widersprochen.

Nach weiterer Aussprache beschließt das Kabinett:

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes wird ermächtigt, zur Durchführung der Privatisierung der VTG in Verkaufsverhandlungen einzutreten. Von dem Verkauf werden ausgenommen rund 5000 Kesselwagen, 10 Tankschiffe und das Tanklager Neuburg/Donau; außerdem die gesondert vermieteten rund 1600 Kesselwagen.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes wird weiter ermächtigt, rund 5000 Kesselwagen, 10 Tankschiffe und das Tanklager Neuburg/Donau noch vor der Privatisierung der VTG an die IVG veräußern zu lassen.

Über die weitere Verwendung der gesondert vermieteten rund 1600 Kesselwagen der VTG und die damit zusammenhängenden Fragen, insbesondere auch ihrer etwaigen Ausgliederung aus der Privatisierung, soll noch zwischen dem Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes und dem Bundesminister für Verteidigung verhandelt werden. Zu diesen Besprechungen soll das Bundesministerium für Wirtschaft hinzugezogen werden.

Über die Frage der Inanspruchnahme der 5000 Kesselwagen im Vorspannungs- oder Verteidigungsfall in ihrer Auswirkung auf das Notstandsprogramm soll ebenfalls noch verhandelt werden. Diese Verhandlungen sollen im Bundesverteidigungsrat, ggf. nach Vorbereitung im Abteilungsleiterausschuß des Bundesverteidigungsrates, geführt werden. Zu den Beratungen sollen das Bundesministerium für Wirtschaft und das Bundesministerium für Verkehr hinzugezogen werden.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes wird über den Kaufpreis und das Ergebnis seiner Verhandlungen mit den beteiligten Ressorts dem Kabinett berichten und dann die Zustimmung des Kabinetts zur Höhe des Kaufpreises herbeiführen.

In der heutigen Pressekonferenz soll nur gesagt werden, daß die Angelegenheit eingehend im Kabinett, aber ohne abschließenden Beschluß erörtert worden sei. Die Verhandlungen würden fortgeführt 13.

13

In der Pressekonferenz am 14. Dez. 1960 (Text in B 145 I F/89) wurde dieses Thema nicht angesprochen. - Fortgang 151. Sitzung am 14. Juni 1961 TOP 3 (B 136/36124).


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ Bundesarchiv-Kabinettsprotokolle

#14 von Lola , 06.01.2014 08:27

http://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/...19/para3_6.html

Zitat
Tagesordnungspunkt als RTF Download
3. Privatisierung der VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH, Hamburg, (VTG), BMBes

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes trägt den wesentlichen Inhalt seiner Vorlage vom 5. Juni 1961 vor und bittet das Kabinett, seine Zustimmung zu der Veräußerung der VTG an die Preussag zum Kaufpreis von 110 Mio. DM zu erteilen 10. Nach seiner Auffassung und der des Bundesministeriums der Finanzen solle der Veräußerungserlös dem Bundeshaushalt zufließen 11. Der Bundesminister für Verteidigung beantragt demgegenüber, den Verkaufserlös nach Abzug der Steuern der IVG zu belassen und die Bewirtschaftung der bei der IVG verbliebenen Kesselwagen dem Bundesminister für Verteidigung zu übertragen.

10

Siehe 133. Sitzung am 14. Dez. 1960 TOP 3 (Kabinettsprotokolle 1960, S. 425-428). - Vorlage des BMBes vom 5. Juni 1961 in B 136/2348. - Das Bundeskabinett hatte am 14. Dez. 1960 der Privatisierung der bundeseigenen VTG grundsätzlich zugestimmt. Aus Gründen der Verteidigungsbereitschaft waren in Ausführung des damaligen Kabinettsbeschlusses zehn Tankschiffe, 6378 Mineralöl-Kesselwagen und das Tanklager Neuburg/Donau von der VTG auf die in Bundesbesitz verbliebene Industrie-Verwaltungs-Gesellschaft mbH (IVG) übertragen worden. Die Preussag hatte sich bereit erklärt, die Geschäftsanteile der VTG zum Stichtag 1. Juli 1961 zum Kaufpreis von 110 Millionen DM zu übernehmen.
11

Vgl. hierzu den undatierten Vermerk des BMF für die Kabinettssitzung in B 126/51620.

Das Kabinett stimmt der Veräußerung der VTG an die Preussag zum Kaufpreis von 110 Mio. DM zu. Die Verwendung des Erlöses soll zwischen den beteiligten Ressorts noch einmal erörtert werden 12.

12

Nicht ermittelt.

Der Bundesminister für Verkehr unterrichtet in diesem Zusammenhang das Kabinett darüber, daß er dem Ersten Präsidenten der Deutschen Bundesbahn, Prof. Dr. Oeftering, die Genehmigung erteilt habe, in den Aufsichtsrat der Preussag einzutreten. Das Kabinett erhebt keinen Widerspruch 13.

13

Kaufvertrag vom 3. Juli 1961 in B 136/2348.


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ Zusammenstellung von Recherchen

#15 von Lola , 06.01.2014 10:40

Kommentieren kann ich diese ganzen Verbindungen nicht.
Ich überlasse es Leuten die diese wirtschaftlichen Verbindungen so erklären können, dass ein Bürger mit einer normalen Schulbildung und/oder Berufsausbildung folgen kann.

Was mir immer wieder auffällt, bei all den Recherchen, dass ist das Streben nach Macht der involvierten Protagonisten.

Fühlte sich niemand zuständig, den gigantischen Umweltschaden, ausgehend vom Tanklager Farge, zu verhindern oder zu minimieren?

Alle involvierten Firmen, deren Vorstände sowie Aufsichtsräte u.s.w. haben mit Sicherheit viel Geld mit dem Tanklager verdient, vor allem auch dann noch als schon längst bekannt war, dass es Erd-und Grundwasserkontaminationen gab.

Eines ist ganz sicher, die Bürger in Rönnebeck und Farge registrieren alles was mit dem Tanklager zu tun hat, denn es geht hier um ihre Gesundheit und Vernichtung von ihren Immobilienwerten.

Verlassen sollte man sich nur auf sich selbst und nicht darauf, dass die Politik es schon "richten" wird.

Die Bürger haben Rechte und dieZahl derer wird immer größer, die sie auch ausschöpfen.


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zuletzt bearbeitet 06.01.2014 | Top

   

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