Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

RE: Wifo Tanklager-Farge/ Zusammenstellung von Recherchen

#16 von Lola , 06.01.2014 12:27

Ich habe meine alten Recherchen durchsucht und füge noch etwas hinzu, sodass deutlich wird, dass man mit der Gesundheit von Kindern in anderen Ländern sorgsamer umgeht als hier in Bremen-Farge.

http://www.imi-online.de/2002/12/15/zusammenstellung-von/

Zitat
In den USA geht man mit den Gefahren von JP 8 anders um. Derzeit untersucht eine Kommission des US-Senats den so genannten “Leukämie-Cluster” von Fallon/Nevada. 16 Kinder sollen aufgrund einer leck geschlagenen Pipeline, durch die JP 8 gepumpt wird, an Leukämie erkrankt sein. Die Pipeline versorgt den Marineflieger-Stützpunkt Fallon. Quelle: http://www.intrinet.de/news/hintergrund/206704.php3



TV, vom 18.11.02 HINTERGRUND JP8

Das Jet Propellant (JP) 8 ist die militärische Version des zivil genutzten Treibstoffs Jet A 1. JP 8 (auch als JP 8 100 bekannt) entstand aus dem Wunsch der amerikanischen Militärs heraus, einen universellen Kraftstoff für verschiedene Verwendungszwecke zu haben. Eingesetzt werden kann JP 8 deshalb sowohl in Flugzeugen, als auch in Panzern, Lkw oder auch in mobilen Feldküchen. Ab 1980 wurde der Kraftstoff in Großbritannien getestet. Ab 1990 wurde JP 8 bei den Streitkräften der Nato eingeführt. Rund 9,4 Milliarden Liter JP 8 verbraucht allein die US-Air-Force nach eigenen Angaben jährlich. Der Treibstoff wird jedoch auch von anderen Truppenteilen und Nato-Verbündeten, unter anderem auch von der Bundeswehr, benutzt.

Neben 99,8 bis 99,99 Prozent Kerosin enthält JP 8 Benzene, Tulole, Xylene und Naphtene. Um das Vereisen der Motoren zu verhindern, wird laut Bundesregierung Diethylenglycolmonomethylether zugesetzt.

In Spangdahlem wird JP 8 dadurch gewonnen, dass die Zusätze dem Jet A 1 aus der Pipeline zugesetzt werden, die durch die Eifel läuft und unter anderem den luxemburgischen Flughafen Findel versorgt. Teilweise wird JP 8 auch gebrauchsfertig von den Raffinerien geliefert. Der direkte Umgang mit dem Kraftstoff ist nur mit Schutzkleidung erlaubt.

Als gesundheitsgefährdend gelten neben der Flüssigkeit auch die Aerosole, die Abgase und die vom JP 8 ausgehenden Dämpfe.
Zitat Ende
....................................................................

Der Kindergarten in Farge-Rekum ist direkt auf der Pipeline.

Übrigens kann man bei der Leukämie-Liga (Blumenthal ?) schöne Kalender mit Motiven aus Bremen kaufen. Ein kleiner Betrag geht an die Leukämie-Liga.


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ Gifte

#17 von Lola , 07.01.2014 22:01

http://www.gifte.de/Chemikalien/diethyle...methylether.htm

..zum vorgenannten Beitrag:

Neben 99,8 bis 99,99 Prozent Kerosin enthält JP 8 Benzene, Tulole, Xylene und Naphtene. Um das Vereisen der Motoren zu verhindern, wird laut Bundesregierung Diethylenglycolmonomethylether zugesetzt.


Diethylenglycolmonomethylether -
Symptomatik: Der Stoff kann oral, über eine Inhalation oder über die Haut (Kontaktgift!!) aufgenommen werden. Eine Einwirkung auf die Augen und / oder die Haut ist an einer Rötung zu erkennen. Auf der Haut bildet sich ein Schorf. Nach einer wiederholten oder länger andauernden Einwirkung wird die Haut entfette. Nun kann es auch zu Schädigungen des Thymus und der Hoden kommen. Bei neugeborenen Versuchstieren sind Missbildungen nachgewiesen worden.


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ IVG

#18 von Lola , 08.01.2014 08:05

http://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_John_von_Freyend

Ich komme nochmal zurück auf die Privatisierung der IVG. An dieser Maßnahme war Eckard John von Freyend maßgeblich beteiligt.

Zitat aus o.a. Link:
Karriere

Nach zwei Jahren als Assistent der Geschäftsführung der Vermögensverwaltung der Grafen Quadt in Isny arbeitete John von Freyend von 1970 bis 1988 beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), zuletzt als Mitglied der Hauptgeschäftsführung mit Zuständigkeit für Bildung und Forschung, Energie und Umwelt sowie für Verkehr und Telekommunikation.[6]

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde John von Freyend im November 1990 (bis März 1995) als Ministerialdirektor zum Leiter der Abteilung Industrielles Bundesvermögen des Bundesfinanzministeriums (BMF) berufen. Zu seinem Verantwortungsbereich gehörte vor allem die Zuständigkeit für die Treuhandanstalt, für die das BMF die Rechts- und Fachaufsicht hatte, sowie die Privatisierung von Bundesbeteiligungen in Westdeutschland. Hier war er unter anderem an der Privatisierung der Lufthansa, Telekom, Gelber Post, Rhein-Main-Donau AG, IABG sowie der IVG Immobilien beteiligt.[7]
Zitat Ende

Herr John von Freyung hat auch diverse Mandate in Aktiengesellschaften, u.a. bei Hahn AG
http://www.hahnag.de/hahn-gruppe/aufsich...fsichtsrat.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Hahn-Immobilien-Beteiligungs_AG
Mit ist nur folgendes aufgefallen:
Hahn Geschäftszentrum Bremen-Blumenthal GmbH & Co. KG (94,96 %)

Wo befindet sich dieses GZ?


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ IVG

#19 von Lola , 08.01.2014 09:06

habe eben festgestellt, dass ein Link für die Hahn-Gruppe Aufsichtsräte nicht funktioniert, daher gebe ich den Link nochmal ein:

http://www.hahnag.de/hahn-gruppe/aufsichtsrat.html

Zitat aus o.a. Link

Dr. Eckart John von Freyend, Bad Honnef

Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
Gesellschafter der Gebr. John von Freyend Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Bad Honnef

Aufsichtsratsvorsitzender bei folgenden Gesellschaften:
EUREF AG, Berlin
Hamborner REIT AG, Duisburg

Aufsichtsratsmitglied bei folgenden Gesellschaften:
AVECO Holding AG, Frankfurt am Main
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bonn
Investment AG für langfristige Investoren TGV, Bonn
VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Bonn
Zitat Ende

Die Liegenschaft Tanklager-Farge wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bonn zum Verkauf angeboten. Herr John von Freyung ist dort Mitglied des Aufsichtsrates und von daher hat er vielleicht auch von dem gigantischen Umweltschaden gehört, der vom Tanklager Farge ausgeht.


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ IVG u.s.w.

#20 von Lola , 08.01.2014 17:47

Mich interessiert alles was mit dem Tanklager möglicherweise zu tun hat und natürlich auch die evt. involvierten Personen, die auf Grund ihrer Mandate bei Kapitalgesellschaften schon zum Kreis der Involvierten gehören.

Dr.Eckart John von Freyung ist u.a. Aufsichtsratsvorsitzender der
http://www.hamborner.de/Objekte.167.0.html
Hamborner Reit AG, die sich mit Immobilien beschäftigt und auf ihrer Webseite auch interessante Objekte am Airport, HB sowie im Technologie-Zentrum bei der Uni-Bremen aufführt.

Zur EUREF AG
habe ich folgendes beim Googeln gefunden:
http://forschungscampus-euref.de/
Gefördert vom Bundesministerium für Bildung Forschung

http://www.lars-oberg.de/aus_dem_wahlkreis/2750158.html
..ein kritischer Bericht eines SPD-Politikers in Berlin..

Zitat des letzten Absatz..
Jetzt, da sich Vieles von dem was auch von Lars Oberg im Vorfeld dieses Beschlusses kritisch angemahnt wurde bewahrheitet, bleibt die Frage offen, ob das Bebauungsplanverfahren nicht etwas gründlicher und mit noch stärkeren Vorgaben und Einschränkungen für den Projektentwickler hätte durchgeführt werden müssen. Zwar hat die SPD viele Anwohnerinteressen durchsetzen können, ein fahler Beigeschmack bleibt dennoch, da am Ende des gesamten Verfahrens wohl kein EUREF, keine Energieuniversität und kein CO2 neutrales Vorhaben stehen wird, sondern lediglich eine gigantische Wertsteigerung des Geländes - durch die Ausweisung als Kerngebiet - die Herrn Müller reicher macht die Rote Insel aber nicht wirklich voranbringt.
Zitat Ende


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RE: Wifo Tanklager-Farge/ Zusammenstellung von Recherchen

#21 von Lola , 24.01.2014 20:08

Je weiter ich recherchiere umso öfter stolpere ich über dieselben Namen. In diesem Beitrag geht es ebenfalls um Wasser, jedoch um die Versalzung der Werra/Weser.
Vor einigen Tagen schrieb jemand in einem Beitrag, die folgende Buchstabenkombination " kfaakbd".
Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich die o.a. Buchstabenkombination bei Google eingegeben, und landete u.a. bei Fußballergebnissen aus Bad Salzungen/Thüringen und dann habe ich bei diesem Ort vor allem natürlich sofort die Versalzung der Werra/Weser gedacht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werra

http://www.wasser-in-not.de/index.php/werraversalzung
Zitat
PM der WWA: Eine Mogelpackung in grünem Geschenkpapier – Der Gewässerschutz der K+S GmbH

Kategorie: Anrainerkonferenz-Beiträge
Erstellt am Dienstag, 15. Oktober 2013 12:17
Zugriffe: 159

Das Regierungspräsidium Kassel hat in einer Genehmigung aus dem Jahre 2012 darauf hingewiesen, dass die K+S Kali GmbH auf einen Entsorgungsnotstand zusteuert.
Zitat Ende

http://de.wikipedia.org/wiki/K%2BS
Zitat aus der Historie

Während der NS-Zeit profitierten die Kali-Unternehmen von der eingeschlagenen Autarkie-Politik der Nationalsozialisten, die für einen wesentlichen Anstieg der Kali-Nachfrage sorgte. Auf Drängen der Machthaber wurde der Verbund der Werksgruppe Salzdetfurth-Aschersleben-Westeregeln am 22. Dezember 1937 unter Führung von Salzdetfurth fusioniert und auf einer außerordentlichen Hauptversammlung die Änderung des Firmennamens in Salzdetfurth AG sowie die Verlegung des Firmensitzes nach Berlin beschlossen. Im Zuge der „Arisierung“ jüdischen Vermögens erwarb die Wintershall AG die von der Familie Petschek gehaltenen Anteile an der Salzdetfurth AG und beteiligte sich damit an ihrem größten Konkurrenten. Während des Zweiten Weltkrieg kam es zum Einsatz von Zwangsarbeitern, deren Anteil an der Gesamtbelegschaft 1944 mehr als ein Drittel betrug.[11] Während der letzten Kriegsjahre wurden in den Stollen der Kali-Bergwerke kriegswichtige Güter, Kunst- und Kulturschätze versteckt. In einige Stollen wurden Rüstungsbetriebe errichtet, um sie vor den zunehmenden Bombardements der Alliierten zu schützen. Dort kam es ebenfalls zum Einsatz zahlreicher Zwangsarbeiter.[12]
„Salz - Kali Bergbau Museum“ in Bad Salzdetfurth

Nach dem Krieg wurden die in der Sowjetischen Besatzungszone liegenden Produktionsstätten enteignet, wodurch etwa 60 Prozent des Unternehmensbesitzes verloren gingen. Die Unternehmung verlagerte, wie andere Konzerne, ihren Firmensitz nach Westdeutschland und kehrte an ihren Ursprung nach Bad Salzdetfurth zurück. Schon bald nach Kriegsende wurde in den verbliebenen Werken die Produktion wieder aufgenommen, da die alliierten Besatzungsmächte die Versorgung mit Kali als notwendige Grundversorgung ansahen. 1948 zählte die Salzdetfurth AG neben Wintershall, der Burbach-Kaliwerke AG, der Kali-Chemie AG und Preussag zu den größten deutschen Kaliproduzenten
http://de.wikipedia.org/wiki/K%2BS


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zuletzt bearbeitet 24.01.2014 | Top

RE: Wifo Tanklager-Farge/ Zusammenstellung von Recherchen

#22 von Lola , 23.03.2014 07:55

Mein Interesse ist nicht nur auf das Tanklager Farge fokussiert und endet am Zaun oder an der Weser, Von daher schweife ich auch häufig ab zu Themen, die mich sonst noch so interessieren, eben weil sich alles irgendwie um meinen Wohnort dreht.

Zum einen ist es eben die Weser, die offenbar ziemlich in Not ist durch Einleitung von Chlorid und anderen Stoffen
("WERSER" - dat is Weser up Plattdütsch)
und Stoffe, die das Erdreich und Grundwasser verseucht haben. Die Schadstoffe haben nicht am Zaun des Tanklagers Halt gemacht.

Beim Lesen über Kalisalzabbau hat mich auch die Geschichte der Fa. Wintershall interessiert und eine interessante Recherche kann man hier lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wintershall

http://www.wintershall.com/unternehmen.html
Auf der Webseite wird die 80-jährige Geschichte des Unternehmens interessant präsentiert, zumal ein Standort gar nicht weit weg ist

und den gibt es seit 60 Jahren, wie man auf der Webseite lesen kann.
http://www.wintershall.com/presse-news/6...eutschland.html

In Barnsdorf - (Kreis Diepholz)und dort beschäftigt man sich mit :
Zitat
60 Jahre Wintershall Deutschland in BarnstorfStandort mit Tradition und Zukunft
Olaf Lies, niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SPD), besuchte zum Festakt das Bohrkernlager am Standort Barnstorf.
Seit Jahrzehnten produziert Wintershall am Standort Barnstorf (Kreis Diepholz) heimisches Erdöl und Erdgas. Grund, um 2013 mit Gästen aus Politik und Wirtschaft zu feiern. Mit dabei: Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies. „Wintershall Deutschland gehört nicht nur zu den Pionieren der deutschenErdöl- und Erdgasindustrie. Das Unternehmen ist auch ein wichtiger Wirtschaftsmotor an den unterschiedlichen Standorten in Niedersachsen und sorgt für hochwertige Arbeitsplätze“, hob der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies in seiner Festansprache hervor. „Damit Niedersachsen auch in Zukunft das Erdöl- und Erdgasland in Deutschland bleibt, gilt es, die bislang in der Förderung eingesetzten Verfahren weiter zu verbessern“, sagte Lies: „Es muss gelingen, diese Herausforderung nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem umweltschonend und mit größtmöglicher Akzeptanz zu lösen.“

Barnstorf ist Zentrum der heimischen Förderung von Wintershall, Deutschlands größtem, international tätigen Erdöl- und Erdgasproduzenten. Hier entsteht entscheidendes Know-how zu Bohr- und Fördertechniken – auch für den internationalen Einsatz. Denn aufgrund der geologisch anspruchsvollen Förderstätten bildet die heimische Förderung für Wintershall ein Innovationszentrum für neue Technologien.
Zitat Ende

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RE: Wifo Tanklager-Farge/HPC-Gutachten v.8.3.2013

#23 von Lola , 19.04.2014 00:37

http://umwelt.bremen.de/sixcms/media.php...b_red.24778.pdf

Zitat
A Partner of Projekt-Nr. Ausfertigungs-Nr. Datum Auftraggeber
2121696
08.03.2013
Tanklager Bremen-Farge
LKNr. 220 038
Erkundung von Kontaminationsverdachtsfläch
en (Phase IIb) im Bereich Tanklager
Bremen Farge


Auftraggeber
2121696
08.03.2013
Tanklager Bremen-Farge
LKNr. 220 038
Erkundung von Kontaminationsverdachtsfläch
en (Phase IIb) im Bereich Tanklager
Bremen Farge
Bundesbau bei Immobilien Bremen AÖR
Bundesbau
Theodor-Heuss-Allee 14
22815 Bremen
Bearbeiter: Dipl. Geol. O. Böcker
HPC AG Tel.: (0421) 20 24 30-0
Wilhelm-Herbst-Straße 5 Fax: (0421) 21 70 10


A Partner of
Bundesbau bei Immobilien Bremen
Seite 2 von 60
Erkundung von Kontaminationsverdachtsflächen im Bereich
Tanklager Bremen Farge, Phase IIb
HPC AG Bremen
Inhaltsverzeichnis
Text
Seite 1. Anlass und Aufgabenstellung
4
2.Kenntnisstand vor Untersuchungsbeginn
5
2.1 Vorhandene Unterlagen und Berichte
5
2.2 Liegenschaftsbeschreibung 6
2.3 Standortsituation 16
3.Untersuchungskonzept 17
3.1 Methodische Vorgehensweise
17
3.2 Untersuchungsumfang 17
4.
Durchführung der Untersuchungen
18
4.1 Feldarbeiten 18
4.2 Begleitender Arbeits- und Emissionsschutz
22
4.3 Laboruntersuchungen 22
5. Untersuchungsergebnisse 22
5.1
Liegenschaftsbezogene Untersuchungen
22
5.2 Untersuchungsergebnisse der KF 2 (Deichschart, Verteilerstation
Hafen) 23
5.3 Untersuchungsergebnisse der KF 4/KVF 119 (Verladebahnhof 1) 31
6. Darstellung und Begründung der Bewertungskriterien und –Maßstäbe44
6.1 LAWA-Empfehlungen für die Erkundung und Bewertung von
Grundwasserschäden 45
6.2 Geringfügigkeitsschwellen der LAWA
46
6.3 Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) 46
6.4 Eigenschaften relevanter Schadstoffe
48
7. Gefährdungsabschätzung 51
7.1 KVF-2 51
7.2 KF 4/KF 119
53
8. Empfehlungen für das weitere Vorgehen
56
8.1 KVF 2

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RE: Dienstag, 8. April 2014 neu Tanklager 4: Kein Betrieb mehr, aber...

#24 von Lola , 19.04.2014 06:52

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...anklager-4.html

Zitat

Anhaltende Folgen und Zukunftsperspektiven

Seit Mai 2013 ist das Tanklager Farge stillgelegt und am 21. März hat der Bund als Eigentümer mitgeteilt, dass er seine Genehmigung für den Tanklagerbetrieb zurückgeben will.Damit hat sich die Situation im kontaminierten Bereich grundlegend geändert.

Einerseits haben die Anwohner jetzt die Gewissheit, dass auch in Zukunft keine weiteren Schadstoffe in den Boden und das Grundwasser gelangen werden. Der Kampf gegen einen Weiterbetrieb, wie es noch Ende 2012 von den politischen Gremien in Blumenthal und Bremen mehrheitlich gefordert wurde, hat damit zu einem erfolgreichen Abschluss geführt.

Andererseits bleiben jedoch die Altlasten, auf die sich daher der Blick stärker konzentrieren kann. Dabei geht es zunächst vor allem um eine objektiv korrekte Aufarbeitung der vorliegenden Messdaten, damit auf dieser Grundlage die bisherige Sanierung und der angekündge Sanierungsplan beurteilt werden können.

Wichtig ist daneben allerdings auch die zukünftige Nutzung des Tanklagerareals, für die mit dem Bürgerschaftsbeschluss zur Stilllegung des Tanklagers eine erste Weichenstellung erfolgte. Hier können sich für die Ortsteile Farge und Rönnebeck und damit für Blumenthal insgesamt neue Entwicklungsimpulse ergeben, da eine zusätzliche Fläche von ca. 3,2 qkm beplant werden kann. Das ist, wenn man nur den Bremer Anteil nimmt, etwa die Fäche des Ortsteils Rönnebeck von 2,43 qkm, auf dem über 4.500 Einwohner leben.

Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese Planungsfreiheit eingeschränkt ist, solange kein Rückbau der alten Anlagen erfolgte und es für weitere Kontaminationen auf dem Tanklagergelände etwa durch Kampfmittel und andere Chemikalien keine Entwarnung geben hat.
Zitat Ende

7.Sachstandsbericht von HPC und weitere Recherchen des Blog-Autors kann man im Blog mit o.g. Link aufrufen.

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RE: Dienstag, 8. April 2014 neu Tanklager 4: Kein Betrieb mehr, aber...

#25 von Lola , 19.04.2014 08:03

Worüber die Umweltbehörde nicht informiert (5)

Lesenswert ist auch dieser Beitrag aus dem o.a. Thread, ebenso wie die vorangegangenen Postings:


#68 von Reinhard , 16.04.2014 11:34

Vorausschauend

Wobei zum Thema Tanklager auch hier Hintergrundinfos zu finden sind:
..was war vor 20 Jahren? - 1993 (3)

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RE: "Tanklager: Sanierung dauert bis 2036"

#26 von Lola , 25.04.2014 07:26

https://m.weser-kurier.de/articles/83517...is-2036-saniert

Zitat

Bundeswehr legt Masterplan für Beseitigung von Umweltschäden vor - 24.04.2014
Tanklager Farge bis 2036 saniert

Von Jürgen Theiner

Bremen. Die Beseitigung der Grundwasserschäden amTanklager Farge wird noch gut 20 Jahre in Anspruch nehmen. Das geht aus einem sogenannten Masterplan hervor, den die Bundeswehr vorgelegt hat. Er enthält eine detaillierte Aufstellung der anstehenden Sanierungsmaßnahmen. „Wir sind damit einen großen Schritt weitergekommen“, ist Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) überzeugt.

Dewr Beitrag endet wie folgt:
Regressforderungen aussichtslos?

Aus der Antwort der Umweltbehörde lässt sich herauslesen: Beim Bund ist für Farger Hausbesitzer nichts zu holen. Nach Auskunft der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben seien „keine vergleichbaren Fälle bekannt, in denen ein Wertverlust von Grundstücken aufgrund der Nähe zu problematischen öffentlichen Immobilien durch Entschädigungszahlung kompensiert worden wäre“.

Nach Ansicht der Umweltbehörde ist aber ohnehin nicht belegbar, dass die Grundwasserverseuchung im Raum Farge den Wiederverkaufswert von Häusern pauschal gedrückt hat. Angesichts der geringen Zahl von Kaufverträgen aus jüngerer Zeit ließen sich keine „belastbaren Aussagen“ machen. Das sieht der Blumenthaler Immobilienmakler und Sachverständige Rolf Dettmers jedoch anders. Er spricht von einem „ganz klaren Preisverfall“ in Wohnlagen wie dem Schützenplatz oder entlang der Betonstraße. Dort seien Häuser – wenn überhaupt – nur noch zu niedrigen Preisen an Zugezogene zu verkaufen, „denen das Thema Grundwasserbelastung nichts ausmacht“, so Dettmers.
Zitat Ende

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Kurze Rückfrage

#27 von Reinhard , 06.10.2015 23:40

Kurze Rückfrage

Zitat
Somit bin ich der Meinung, dass sich das Tanklager Farge auch heute noch im Besitz der Preussag bzw. einer Nachfolgefirma befindet.



Wenn das Tanklager tatsächlich "noch im Besitz der Preussag"/ TUI wäre, wie kann dann der Bund über einen Verkauf entscheiden, wovon der Weser-Kurier berichtet hat (Posting 24)?


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zuletzt bearbeitet 06.10.2015 | Top

RE: Kurze Rückfrage

#28 von Lola2 , 07.10.2015 08:42

...ja, das stimmt. Diese Verkaufsanzeige gab es. Es wurde aber nicht verkauft.

Vielleicht habe ich ja mal eine Diskussion angeregt, oder?

Bis heute wundere ich mich darüber warum Bremen keine Verhandlung mit dem Bund geführt hat, wenn der Bund ohnehin für die Sanierung zuständig ist, dann muss doch Bremen überhaupt nicht befürchten, dass es zur Verantwortung gezogen wird. Die Sanierung wird doch sogar vom Umweltamt Bremen überwacht, sodass Bremen auch nicht die "Katze im Sack" kauft.

Bremen kann doch nur gewinnen, und zwar ein riesiges Gelände, von dem allerdings ein Teil noch zu Schwanewede gehört, aber immerhin. Welcher Stadtstaat hat das Glück und kann über ein derart großes Areal in Zukunft verfügen und neu beplanen?

Es ist doch nicht das ganze Gebiet vom Tanklager Farge verseucht und in anderen Bundesländern gab oder gibt es auch Tanklager wie das z.B. Tanklager in Achim, dort hat man den Boden ausgekoffert und einfach mal lesen..

http://www.weser-kurier.de/region/achime...rid,547813.html

Überall ist man sozusagen in Aufbruchstimmung und es entstehen neue Ortschaften, warum bewegt man sich in Bremen nicht vom Fleck.

Ich konnte leider keine Info entdecken, dass man damals bei dem Verkauf das Tanklager Farge ausgeklammert hat. Ich habe nur die Info gefunden dass das Tanklager Neuburg/Donau im Besitz vom Bund bleibt.

Wenn das alles Quatsch ist, dann können wir mein Posting auch löschen, aber wo findet man die entsprechenden Verträge die Aufklärung über die Besitzverhältnisse vom Tanklager-Farge geben?

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RE: ..ob Quatsch oder nicht...auch auf die Gefahr hin, einen Denkfehler gemacht zu haben.

#29 von Lola2 , 26.10.2015 18:43

..interessant ist es allemal!

http://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/...49/para3_4.html

Zitat

Text

Tagesordnungspunkt als RTF Download
3. Privatisierung der VTG Vereinigte Tanklager- und Transportmittel GmbH, Hamburg (VTG), BMBes

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes bezieht sich auf seine Vorlage vom 7. Dezember 1960 und erläutert kurz die in Aussicht genommenen Maßnahmen für die Privatisierung der VTG 7. Er betont, daß bei dieser Regelung die Verteidigungsbelange voll gewahrt würden. Die Entscheidung sei eilig, da eine Ausgliederung der nicht zu privatisierenden Vermögenswerte der VTG bis Ende des Jahres durchgeführt werden müsse, weil sonst die steuerlichen Vorteile aus dem auslaufenden Organvertrag verloren gehen würden 8. Er bittet, ihn zu den Verkaufsverhandlungen zu ermächtigen. Die Zustimmung des Kabinetts zur Höhe des Kaufpreises werde er dann zu einem späteren Zeitpunkt erbitten. Der Bundesminister für Verteidigung erklärt, daß er sich mit dem Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes auf Grund der bisher bekannten Fakten grundsätzlich geeinigt habe. Nun seien aber neue Tatsachen bekanntgeworden, die einer eingehenden Klärung bedürften. Es sei bisher immer davon ausgegangen worden 9, daß im Bedarfsfall der Zugriff auf die für den Verteidigungsbedarf benötigten Kesselwagen möglichst lautlos erfolge. Nun habe sich aber herausgestellt, daß von den ausgesuchten 5000 Kesselwagen 1635 seit etwa zwei Jahren in der Sowjetzone eingesetzt seien. Diese Wagen könnten also nicht lautlos zurückgezogen werden. Die Frage der etwaigen Kündigung dieser Mietverträge sei von größter politischer Bedeutung, da die Zone auf diese Kesselwagen angewiesen sei 10.

Ein weiteres Bedenken richte sich gegen die nachträglich bekanntgewordene Tatsache, daß 2000 Kesselwagen für fünf Jahre in der Bundesrepublik langfristig vermietet seien; bei einer Übertragung dieser Kesselwagen auf die IVG würden die Mietverträge nicht automatisch erlöschen. Auch diese Frage müsse geprüft werden.

Weiterhin bitte er, das Tanklager Neuburg/Donau nicht zu privatisieren, da das Bundesministerium für Verteidigung beabsichtige, dieses Tanklager nach vorübergehender Bewirtschaftung durch die IVG in eigener Regie zu übernehmen.

Schließlich müsse auch noch über die Verwendung des Verkauferlöses der VTG gesprochen werden. Das Bundesministerium für Verteidigung übernehme Bundesbahnausbesserungswerke als Reparaturwerkstätten für die Bundeswehr mit erheblicher Kostenaufwendung. Der Erlös aus dem Verkauf der VTG müsse daher dem Bundesministerium für Verteidigung für die IVG zur Verfügung gestellt werden, da sonst die IVG ein reines Zuschuß-Unternehmen würde.

Staatssekretär Dr. Westrick stimmt dem Vorhaben des Bundesministeriums für wirtschaftlichen Besitz des Bundes auf Privatisierung der VTG grundsätzlich zu. Er weist aber darauf hin, daß die Verhandlungen über ein neues Interzonenhandelsabkommen 11 nicht durch Entscheidungen über die in der sowjetischen Besatzungszone verwendeten 1635 Kesselwagen beeinträchtigt werden dürften. Außerdem müsse auch sichergestellt werden, daß das Notstandsprogramm durch die vorgesehene Inanspruchnahme der 5000 Kesselwagen nicht gestört werde 12. Über diese Fragen müsse zwischen den beteiligten Ressorts noch verhandelt werden. Er lege Wert darauf, daß sein Haus an diesen Verhandlungen beteiligt werde.

Der Bundesminister für Verkehr stimmt grundsätzlich der Privatisierung der VTG zu. Er macht aber darauf aufmerksam, daß - da die Preußag bisher nicht mit dem Vermietungsgeschäft von Kesselwagen befaßt gewesen sei - dies eine neue Aufgabe für die Preußag bedeute, was mit Schwierigkeiten verbunden sein könne.

Außerdem weist er darauf hin, daß bei einem Ausbau von Pipelines die vorhandenen Kesselwagen nicht mehr im heutigen Ausmaß Verwendung finden würden. Es bestehe dann die Gefahr, daß bei einer privaten Bewirtschaftung der Kesselwagen keine oder nicht genügend Ersatzbeschaffungen vorgenommen würden.

Auch eine Bewirtschaftung der Kesselwagen durch die IVG sei schwierig, da auch hier die notwendigen Kenntnisse nicht vorhanden seien. Seines Erachtens müsse die Verfügungsgewalt über die Kesselwagen im Verteidigungs- und Vorspannungsfalle durch ein Zentralbüro erfolgen, eine Regelung, die sich in der Vergangenheit bewährt habe.

Der Kaufpreis für die VTG dürfe nicht zu niedrig festgesetzt werden, da sonst unter Umständen die Gefahr bestehe, daß die Preußag die Vermögenswerte der VTG weiter veräußere, was zu einer unerwünschten Konzentration führen könne.

Im übrigen weist er darauf hin, daß die Nichtveräußerung des Tanklagers Neuburg an der Donau insofern zu Schwierigkeiten führen könne, weil sich dort auch die Werkstätten der VTG befänden.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes bestätigt die Ausführungen des Bundesministers für Verteidigung wegen der in der Sowjetzone laufenden 1635 Kesselwagen. Diese seien in der Tat nicht im Zwischenverkehr eingesetzt, sondern würden dort ständig verwendet. Die vom Bundesministerium für Verteidigung benötigten 5000 Kesselwagen könnten aber aus den Beständen in der Bundesrepublik reserviert werden, wie sich inzwischen herausgestellt habe.

Die vom Bundesministerium für Verteidigung erwähnten 2000 Kesselwagen in der Bundesrepublik seien in der Tat langfristig bis zum Jahre 1964 vermietet. Dieser Tatbestand spiele aber keine Rolle für die Entscheidung der Frage, ob sie privatisiert oder in Bundesbesitz bleiben sollten, da in der Tat ein etwaiger Verkauf die Mietverträge nicht auflöse. Mit den Mietern müsse - gleichgültig ob von privater Seite oder von Seiten der IVG - verhandelt werden, um die Verträge abzukürzen oder eine Klausel in die Verträge einzuführen, wie er sie bereits mit dem Bundesminister für Verteidigung besprochen habe.

Wegen des Verkaufspreises herrsche Übereinstimmung, daß für die Preußag keine Vergünstigungen vorgesehen werden sollten.

Im übrigen müsse er darauf hinweisen, daß die Preußag bereits jetzt Tankschiffe und Kesselwagen und damit Erfahrungen auf diesem Gebiet besitze; allerdings werde der Erwerb der VTG naturgemäß ihren Geschäftsumfang erweitern.


Mit der Erörterung der von Staatssekretär Dr. Westrick angeschnittenen Fragen zwischen den beteiligten Ressorts erklärt er sich einverstanden.

Staatssekretär Prof. Dr. Hettlage erklärt, daß das Bundesministerium der Finanzen im Grundsatz der Privatisierung der VTG nicht widerspreche. Mit der vorgeschlagenen Konstruktion sei jedoch - steuerlich gesehen - die ungünstigste Form gewählt worden, wobei er noch darauf aufmerksam machen müsse, daß die Länder etwa zwei Drittel des Steueraufkommens, der Bund jedoch nur ein Drittel erhalte.

Nach der Reichshaushaltsordnung müsse der angemessene Preis für das zu privatisierende Bundesvermögen bezahlt werden. Die Tankwagen müßten also zum Zeitwert verkauft werden.

Der Kaufpreis für die VTG müsse nach Meinung des Bundesministeriums der Finanzen noch überprüft werden; seines Erachtens müsse er bei 140 bis 150 Mio. DM liegen.

Die Veräußerungserlöse sollten nicht in den Bundeshaushalt fließen, sondern zur Verbesserung und Pflege des Bundesvermögens verwendet werden.

Staatssekretär Hopf berichtet sodann über eine Aufsichtsratssitzung der IVG, die am 5. Dezember 1960 stattgefunden hat, und über die dort zu Tage getretenen Auffassungen und angestellten Überlegungen.

Der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen äußert die Ansicht, daß die vorgesehenen Maßnahmen zwischen den beteiligten Ressorts noch nicht genügend geklärt seien. Man solle die Beschlußfassung daher heute vertagen.

Dem wird vom Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes unter Hinweis auf die Eilbedürftigkeit der Angelegenheit widersprochen.

Nach weiterer Aussprache beschließt das Kabinett:

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes wird ermächtigt, zur Durchführung der Privatisierung der VTG in Verkaufsverhandlungen einzutreten. Von dem Verkauf werden ausgenommen rund 5000 Kesselwagen, 10 Tankschiffe und das Tanklager Neuburg/Donau; außerdem die gesondert vermieteten rund 1600 Kesselwagen.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes wird weiter ermächtigt, rund 5000 Kesselwagen, 10 Tankschiffe und das Tanklager Neuburg/Donau noch vor der Privatisierung der VTG an die IVG veräußern zu lassen.

Über die weitere Verwendung der gesondert vermieteten rund 1600 Kesselwagen der VTG und die damit zusammenhängenden Fragen, insbesondere auch ihrer etwaigen Ausgliederung aus der Privatisierung, soll noch zwischen dem Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes und dem Bundesminister für Verteidigung verhandelt werden. Zu diesen Besprechungen soll das Bundesministerium für Wirtschaft hinzugezogen werden.

Über die Frage der Inanspruchnahme der 5000 Kesselwagen im Vorspannungs- oder Verteidigungsfall in ihrer Auswirkung auf das Notstandsprogramm soll ebenfalls noch verhandelt werden. Diese Verhandlungen sollen im Bundesverteidigungsrat, ggf. nach Vorbereitung im Abteilungsleiterausschuß des Bundesverteidigungsrates, geführt werden. Zu den Beratungen sollen das Bundesministerium für Wirtschaft und das Bundesministerium für Verkehr hinzugezogen werden.

Der Bundesminister für wirtschaftlichen Besitz des Bundes wird über den Kaufpreis und das Ergebnis seiner Verhandlungen mit den beteiligten Ressorts dem Kabinett berichten und dann die Zustimmung des Kabinetts zur Höhe des Kaufpreises herbeiführen.

In der heutigen Pressekonferenz soll nur gesagt werden, daß die Angelegenheit eingehend im Kabinett, aber ohne abschließenden Beschluß erörtert worden sei. Die Verhandlungen würden fortgeführt 13.

Fußnoten

7

Vorlage des BMBes vom 7. Dez. 1960 in B 136/2348, weitere Unterlagen in B 115/3363. -
Die VTG, ein Tochterunternehmen der Industrie-Verwaltungs-Gesellschaft (IVG) Bad Godesberg, befand sich in mittelbarem Eigentum des Bundes. Mit rund 14 000 Kesselwagen, 10 Tankschiffen und einigen kleineren Tanklagern war sie die größte Kesselwagengesellschaft Westeuropas.

Die Privatisierung der VTG war bereits 1955 von der Bundesregierung beschlossen worden (vgl. 25. Sitzung des Kabinettsausschusses für Wirtschaft am 18. Febr. 1955 TOP 1: Kabinettsausschuß für Wirtschaft 1954-1955, S. 317).

Die Geschäftsanteile der VTG sollten in vollem Umfang an die Preussag veräußert, die Finanzierung durch Ausgabe neuer „Volksaktien" gesichert werden.

Der BMVtg hatte seine Zustimmung an die Bedingung geknüpft, dass die Tankschiffe und 5000 Kesselwagen in Bundesbesitz verblieben und für Verteidigungszwecke kurzfristig zur Verfügung stünden.

Der BMBes hatte in seiner Vorlage vorgeschlagen, die für Verteidigungszwecke benötigten Tankschiffe und Kesselwagen von der Privatisierung auszunehmen und der IVG zu übertragen.
Die Geschäftsführung sollte weiterhin durch die VTG erfolgen.

8

Zur Organschaft vgl. 40. Sitzung am 29. Okt. 1958 TOP 2 (Bundeshaushalt: Kabinettsprotokolle 1958, S. 370).
9

„worden" von den Bearbeitern eingefügt.
10

Im Entwurf des Protokolls folgen die Sätze:
„Man könne erwägen, eine etwaige Rückziehung der Wagen als Repressalie in Erwägung zu ziehen. Die Frage bedürfe jedoch eingehender Prüfung." (B 136/36296).

11

Vgl. hierzu 134. Sitzung am 21. Dez. 1960 TOP C.
12

Zur Notstandsgesetzgebung vgl. 105. Sitzung am 22. April 1960 TOP 6.

13

In der Pressekonferenz am 14. Dez. 1960 (Text in B 145 I F/89) wurde dieses Thema nicht angesprochen. -

Fortgang 151. Sitzung am 14. Juni 1961 TOP 3 (B 136/36124).

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RE: ..Ein Ministerialdirektor wird Chef einer ehemaligen Staatsfirma - gute Kontakte helfen.

#30 von Lola2 , 26.10.2015 18:55

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9158515.html
Zitat
02.01.1995
Beamte Kritische Grenze

Ein Ministerialdirektor wird Chef einer ehemaligen Staatsfirma - gute Kontakte helfen.

Das mochten die Bediensteten des Bonner Finanzministeriums gar nicht glauben: Einer der Ihren, ein hoher Beamter und enger Mitarbeiter von Amtschef Theo Waigel, quittierte aus freien Stücken seinen Dienst - und verzichtete auf seine üppige Pension.

"Nach meiner Erinnerung", so Personalrat Günter Wilke, "gab es das hier noch nie."

Amtsmüde Staatsdiener in den höheren Rängen treten gemeinhin anders ab. Will es zu einem ärztlichen Frühpensionsattest partout nicht langen, muckt der Beamte eben einmal auf und wird vom Dienstherrn prompt gefeuert. Das sichert die Altersversorgung.

Die Staatsrente kümmere ihn nicht, ließ Ministerialdirektor Eckart John von Freyend, 52, noch vor wenigen Tagen wissen. Er werde sich künftig gemeinsam mit seinen Brüdern dem ererbten kleinen Wirtschaftsverlag widmen, so der Adelssproß auf der Weihnachtsfeier seiner Abteilung.

Freunden, die auf der Party im Ministerium dabeisein durften, teilte er die rührende Geschichte schon auf der Einladung mit. Ein Beamtenmärchen.

Tatsächlich wechselt der Staatsdiener in ein paar Wochen auf den hochdotierten Chefsessel der Industrieverwaltungsgesellschaft AG in Bonn (IVG). Der Mischkonzern (knapp 400 Millionen Mark Umsatz) handelt mit Immobilien und Eisenbahnwaggons, vermietet riesige Tanklager und reinigt Flughäfen.

Eigentümer des Unternehmens war bis vor kurzem der Bund, zuständig der Finanzminister und in dessen Auftrag aktiver Inhaber der Firma der Abteilungsleiter für den Bundesbesitz: John von Freyend.

Die eine Hälfte des einstigen Staatsbetriebs wurde 1986 verkauft, die zweite Tranche vor gut einem Jahr an die Börse gebracht. Verantwortlich war Ministerialdirektor von Freyend.

Der Mann kenne "den Laden" wie kaum ein anderer, lobt IVG-Aufsichtsrat Dieter-Julius Cronenberg, Produzent von Fahnenmasten und bis vor einigen Wochen FDP-Bundestagsabgeordneter. So wußte von Freyend denn auch längst, als er noch die Legende seines bescheidenen Rückzugs in den idyllischen Familienbetrieb verbreitete, was auf ihn zukommen würde.

Ein Geflecht von Beziehungen führte zu abenteuerlichen Ergebnissen. Selbstverständlich sitzt Waigels Ministerialdirektor auch im IVG-Aufsichtsrat. Der erste Mann im Kontrollgremium ist der frühere Maschinenbau-Manager und heutige Aufsichtsratsmulti Manfred Lennings.

Der wiederum saß bis zuletzt auch dem Kontrollorgan der bundeseigenen Treuhandanstalt vor, die dem Finanzminister unterstellt ist - zuständig Abteilungsleiter von Freyend. "Tag und Nacht", sagt er, seien Lennings und er "gemeinsam in Treuhandgeschäften aktiv". Das verbindet.

Da lag es nahe, daß Lennings sich für von Freyend verwandte. Für den 23. Dezember bat er die Aufsichtsräte zur wichtigsten Sitzung des Jahres, um der IVG noch schnell einen neuen Boß zu bescheren. Einziger Kandidat für den Spitzenjob auf Lennings Tagesordnung war von Freyend.

Geschickt hatten dessen Freunde im Aufsichtsrat zuvor die Arbeitnehmervertreter auf ihre Seite gezogen. Die Vertreter der ÖTV waren zunächst nicht erbaut, den Herrn aus dem Finanzministerium an die Spitze des Unternehmens zu setzen.

Doch die Gewerkschafter hatten ein Problem. Vor der endgültigen Privatisierung waren dem IVG-Konzern einige Teile abgetrennt worden. Dadurch sank die Zahl der im Konzern Beschäftigten von einst rund 5000 auf unter 2000.

Für die Gewerkschaft ist das eine kritische Grenze: Bei weniger als 2000 Mitarbeitern fällt, so bestimmt es das Gesetz aus dem Jahre 1976, die paritätische Mitbestimmung weg.

Dann wäre die Chance endgültig vertan, einen Arbeitnehmerrepräsentanten als Arbeitsdirektor im IVG-Vorstand zu installieren, wofür die ÖTV seit langem kämpft.

So waren die Gewerkschafter hoch zufrieden, als Lennings und Vorstandskandidat von Freyend gemeinsam erklärten, sie wollten die Mitbestimmung in jedem Fall beibehalten.

Zudem signalisierten sie, die Sache mit dem Arbeitsdirektor gehe klar. So stimmten auch die Vertreter der IVG-Beschäftigten für den Aristokraten aus dem Ministerium.

Billig ist der neue Mann an der Spitze nicht. Auf etwa 600 000 bis 700 000 Mark wird das Freyend-Salär pro Jahr geschätzt. Genau kennt er es selbst nicht, sagt er: "Ich weiß, das Gehalt ist in Ordnung. Aber das ist ja kein so wichtiger Punkt." Y

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