Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#1 von Lola , 27.01.2013 08:22

http://www.gruene-fraktion-bremen.de/fil...in_standort.pdf

Stadtbürgerschaft Sitzung 30.6.2004 (Seite 403 letzter Absatz rechts unten)
Zitat
Ich möchte aber vielmehr auf einen Punkt das Augenmerk
lenken, nämlich die Ergebnisse der Analyse
des Krebsrisikos in Bremen-Nord. Diese Studie
zeigt, dass in Bremen-Nord das Krebsrisiko
signifikant erhöht ist, und zwar auch, wenn man
die durch Asbest entstandenen Todesfälle herausrechnet.
Das heißt, man hat hier Hinweise, irgendetwas
muss dort sein. Wenn wir überhaupt das,
was wir machen, nämlich das Krebsregister, ernst
nehmen, dann muss man sehen, irgendetwas
muss dazu geführt haben, dass hier eine signifikante
Erhöhung des Krebsrisikos vorhanden ist.
Zitat Ende

In 2004 hat man schon erkannt, " dass hier eine signifikante Erhöhung des Krebsrisikos vorhanden ist"
und trotzdem hat man die Genehmigung für eine Sondermüllverbrennungsanlage erteilt?!

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_U...oren_von_Bremen
Der Link zeigt uns wer, wann in Bremen Umweltsenator/in war.

"Das heißt, man hat hier Hinweise, irgendetwas
muss dort sein" - Quelle Link der Bürgerschaftssitzung 30.6.2004

!!!!!!!!! ????????? !!!!!!!!!!

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#2 von Reinhard , 27.01.2013 09:50

Aus ganz praktischen Erwägungen sollte man zumindest als ersten Untersuchungsschritt im Krebsregister die möglichen Auswirkungen der Umweltbelastungen durch das Tanklager, das Kraftwerk Farge und die Brewa-Anlagen als Einheit betrachten und daher zumindest die Daten für den gesamten Stadtteil kleinräumig auswerten.

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#3 von hatschi , 30.01.2013 20:18

Es sind 4 neuraligische Punkte : 1. Kraftwerk Farge Tanklager
2. Tanklager Farge
3. Brewa Sondermüllverbrenung
4. HKW Blumenthal ( verbrennt Festmüll des Landkreises Diepholz)
Es gab zwei Kleinräumige Analysen im Radius von 3 km rund um die BWK - Daten von 2001 und 2002. Veröffentlicht wurde das 2004 und 2005. Dabei wurde letztlich keine
Besonderheit erkannt .
Die Studien waren so angelegt, dass der Vergleich der Zahlen auf Stadtteilebene in Bremen durchgeführt wurde. Mit dieser Methode hätte bei der Auswertung der Schulergebnisse keine Besonderheit für Bremen festgestellt werden können - erst die PISA Studie, die Bremen mit anderen Städten verglich , kam heraus, das Bremen PISA-Schlußlicht war.
Die Forderung aufzustellen ist deshalb sinnvoll.


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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#4 von Reinhard , 01.02.2013 11:16

Hallo hatschi, hallo alle liebe Mitinteressierte,

inzwischen waren die vom Umweltsenator beauftragten Mitarbeiter des Krebsregisters und des BIPS nicht untätig und haben im November letzten Jahres eine aktuelle Auswertung der Krebsdaten für den Zeitraum 2005 –2009 vorgelegt.

Darin kommen sie zu Ergebnissen, die nach der bisherigen Auswertungsgeschichte zumindest ein wenig überraschen können, denn diesmal wird nicht mit einem Verweis auf geringe Fallzahlen und Bewohner, die durch ihr Trinken und vor allem Rauchen ein erhöhtes Krebsrisiko selbst verschuldet haben, ein Umwelteffekt generell geleugnet.

Aber die Betreiber der Brewa-Anlagen und der Umweltsenator müssen sich als Verursacher und gesetzlicher Kontrolleur dennoch keine Sorgen gemacht. So wird jetzt festgestellt: „Im aktuellen Untersuchungszeitraum 2005 –2009 zeigt sich für die Region um die BWK bei Männern eine geringfügig erhöhte Neuerkrankungsrate (+ 6%) für die Gesamtheit aller Krebserkrankungsformen im Vergleich zum übrigen Stadtgebiet von Bremen“.

Das sind jedoch nur dürre Zahlen, denen eine gekonnte Interpretation fehlt.

Da man sich jetzt ein Verfahren ausgedacht hat, um den Effekt des angeblich geringen Gesundheitsbewusstseins der unteren Schichten zu eliminieren, werden die findigen Autoren allerdings noch vor größere Erklärungsprobleme gestellt: „In der Untersuchungsregion scheint der Unterschied bei der Neuerkrankungsrate bei Männern jedoch nicht allein durch die Sozialstruktur der Bevölkerung erklärbar zu sein, da sich dies in der Region mit ähnlicher Sozialstruktur nicht widerspiegelt.“

Aber auch dieser Erklärungsnotstand lässt sich meistern, denn schließlich weiß niemand, wie lange die Latenzzeit bei Krebserkrankungen exakt dauert. Und das kann als wirklich genialer Ausweg dienen, wenn man keinem Lebenden auf die Füße treten will: „Bei der Interpretation des Befundes muss berücksichtigt werden, dass die Region um die BWK in den 1960-1990er Jahren ein Werftenstandort war und die Bevölkerung, insbesondere Männer als dort Beschäftigte, einer höheren Schadstoffsexposition ausgesetzt waren als im übrigen Stadtgebiet. Durch die zum Teil lange Latenzzeit für die Entstehung einer Krebserkrankung könnten diese beruflichen Belastungen sich bis heute noch in der Erkrankungshäufigkeit niederschlagen.“ (S. 3)

Dieses „könnte“ sollte doch jeden überzeugen und vor allem diejenigen, die damit aus dem Schneider sind, denn wer kann heute noch Werften aus der Zeit 1960-1990 rechtlich belangen.

Man darf nur nicht zu lange über diese Interpretation nachdenken, denn dann könnte man auf die Frage kommen, warum es diese Auswirkung erst jetzt gibt und warum inzwischen die einmal genannte minimale Latenzzeit von 5 Jahren, die seit der Brewa-Diskussion inzwischen vergangen ist, jetzt ganz in den Hintergrund tritt.

Die Einwohner, die in einer anderen Umgebung vermutlich nicht an Krebs erkrankt wären, wird das allerdings kaum noch interessieren.

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#5 von Lola , 02.04.2013 18:58

Ich gehe mal davon aus, dass es für diese Anlage auch eine Betriebsgenehmigung gibt!

Wo kann man diese im Internet finden?

Wurde bei Erteilung der Genehmigung diese befristet?

Wann endet die Frist und muss neu beantragt oder entschieden werden?

Vielleicht kann das mal jemand beantworten.

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#6 von Reinhard , 02.04.2013 19:11

Hier ist die Senatspressestelle nicht ganz so zugeknöpft wie beim Tanklager gewesen.

So heißt es etwa: „Zugleich sei erforderlich, mit vertrauensbildenden Maßnahmen die Ängste in der Bevölkerung abzubauen. Deshalb wird die Umweltbehörde die Anregung des Petitionsausschusses aufgreifen, einen Runden Tisch unter Mitwirkung der Bürgerinitiativen und Petenten einzurichten, die das Emissionsverhalten der Anlage regelmäßig überprüft und ggf. Verbesserungsvorschläge unterbreitet.“

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#7 von Lola , 02.04.2013 19:50

http://www.senatspressestelle.bremen.de/...en146.c.9581.de

zITAT
Zugleich sei erforderlich, mit vertrauensbildenden Maßnahmen die Ängste in der Bevölkerung abzubauen. Deshalb wird die Umweltbehörde die Anregung des Petitionsausschusses aufgreifen, einen Runden Tisch unter Mitwirkung der Bürgerinitiativen und Petenten einzurichten, die das Emissionsverhalten der Anlage regelmäßig überprüft und ggf. Verbesserungsvorschläge unterbreitet.
Zitat Ende

Hat es denn diesen "runden Tisch" gegeben?
Haben sich alle Personen getroffen und gemäß Schreiben v. Umweltsenator v. 24.6.2004 gehandelt?

Also mit "Vertrauen" ist das ja so eine Sache hier in Blumenthal. Man sollte auch nicht den Begriff inflationär verwenden.

Vielleicht liest hier zufällig jemand der über den "runden Tisch" etwas berichten kann.


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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#8 von Scouti ( Gast ) , 06.04.2013 12:09

Hallo,

Scouti

RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#9 von Scouti ( Gast ) , 06.04.2013 12:36

Hallo, von einem Runden Tisch ist mir nichts bekannt. Aber - wichtig:
Am Donnerstag, dem 11. April 2013, findet eine Sitzung der Umweltdeputation statt. Diese Sitzungen sind öffentlich. In der Tagesordnung vom 11.4. findet sich unter 12i der Punkt "Geruchsbelästigung in Blumenthal" ( siehe Umweltdeputation Bremen ...Link "Städtische Deputation für Umwelt...). Unter diesem TOP müsste es also neueste Informationen geben. Hoffentlich macht sich jemand aus Bremen-Nord auf den Weg.
Sitzungsbeginn: 15.30 Uhr Ort: Ansgaritorsaal
TOP11 soll um 17.00 Uhr beginnen.
TOP 12 umfasst Berichte der Verwaltung; dazu gehört das Gewerbeaufsichtsamt. 12i soll mündlich erfolgen; andere Berichte sind schriftlich.
Ein Zertifikat für die Brewa ist bis 18.11.2012 gelaufen ( siehe unter "Brewa " Zerifikat ).

Scouti

RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#10 von Lola , 06.04.2013 13:55

..zunächst einmal vielen Dank für die Aufklärung und den Hinweis auf die Veranstaltung am 11.4.2013!!!

Vielleicht liest ja noch jemand hier mit, der etwas über diesen "runden Tisch" sagen kann, denn was nützen Empfehlungen wenn nichts davon umgesetzt wird.

Schauen wir mal ob noch jemand etwas zu diesem Thema berichten kann.

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#11 von Reinhard , 07.04.2013 10:17

Nach dem Bericht der Verwaltung zur Sitzung der Umweltdeputation vom 6.9.2012 ist „die ursprünglich mit der Eindampfungsanlage verbundene Verbrennungsanlage .. seit 20. Januar 2012 nicht mehr in Betrieb und wird zurückgebaut.

Die geltende Genehmigung vom 20. Januar 2012 erlaubt nur noch die Eindampfung von wenigen Abfallarten (Spülwässer
und Mineralölgemische, die als gefährlich im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gelten).

Die Eindampfung erfolgt mittlerweile ohne Verbrennungseinheit.“

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#12 von Lola , 11.04.2013 07:26

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,543736.html

Zitat
- 11.04.2013
Nach Aufregung um Gestank in Blumenthal: Brewa will ihre Abluft verbrennen
Von Patricia Brandt

Bremen-Nord. Mal roch es nach Erdgas, mal faulig, mal ranzig, mal nach Teer. Weil die Klagen über den zeitweilig auftretenden Gestank in Blumenthal so unterschiedlich waren, fiel es den Behörden schwer, sich auf einen Verursacher festzulegen. Inzwischen gilt es beim Gewerbeaufsichtsamt aber als Fakt, dass das Entsorgungsunternehmen Brewa für die Duftwolken verantwortlich ist. Die Firma behandelt auf dem Areal der ehemaligen Bremer Woll-Kämmerei (BWK) Abwässer. Die Firma versichert, künftig mit einer neuen Methode im Umgang mit der Abluft am Standort stärker auf die Geruchsnerven der Blumenthaler Rücksicht nehmen zu wollen: "Wenn die Ansprüche über die letzten Jahre gewachsen sind, dann werden wir das tun", so Geschäftsführer Günter Timmer.
Zitat Ende

Ich glaube kaum, dass die Ansprüche über die letzten Jahre gewachsen sind, sondern vielmehr das die Bürger sich wehren und es werden immer mehr die sich dagegen wehren,
wenn man auf ihre Gesundheit keine Rücksicht nimmt.


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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#13 von Scouti ( Gast ) , 11.04.2013 17:19

Bezug: Der heutige Artikel in der Norddeutschen. Es geht doch nicht um "Duftwolken" oder um empfindlicher gewordene "Geruchsnerven" sondern um schädliche "Abluft".

Scouti

RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#14 von Lola , 11.04.2013 18:12

..was für "Abwässer " werden dort behandelt?
wurde das auch vom Gewerbeaufsichtsamt geprüft?

Wo kommen die "Abwässer" her?
Aus Bremen-Nord?
Aus dem Land Bremen?
Aus dem Umland?
Aus dem Ausland?
Sind es Abwässer aus der Chemieindustrie?
Sind es Abwässer aus der Landwirtschaft?
Sind es Abwässer aus der Lebensmittelindustrie?
Sind es Abwässer aus Forschungslabore?

..der Gestank zeigte offenbar ein breites Spektrum!

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RE: BREWA Sondermüllverbrennungsanlage

#15 von Lola , 18.10.2013 06:57

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,687818.html

Zitat
BWK-Anwohner kämpfen gegen Müllverbrennung - 18.10.2013
Verhandlung nach sieben Jahren
Von Maike Schlaht

Blumenthal. Vor sieben Jahren hat der Blumenthaler Hartmut Schurr Klage eingereicht gegen die Nutzung der Müllverbrennungsanlage auf dem BWK-Gelände. Das Verfahren ist vor dem Oberverwaltungsgericht gelandet. Jetzt, sieben Jahre später, soll es tatsächlich eine mündliche Verhandlung geben.

...es heißt weiter im Bericht:
Nachdem lange nach den Ursachen geforscht worden war, hat das Gewerbeaufsichtsamt das Entsorgungsunternehmen Brewa als Verursacher der Duftwolken ausgemacht. Das privatwirtschaftliche Unternehmen behandelt mithilfe der Efa Abwässer – darunter Spülwässer und Mineralölgemische, die im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes als gefährlich gelten.
...
Erst vor wenigen Wochen sei ein neuer Bebauungsplan für das ehemalige BWK-Gelände genehmigt worden, der zwei separate Flächen zur industriellen Nutzung ausweise. Wäre das Areal auf dem Plan als eine zusammenhängende Fläche ausgewiesen, so Schurr weiter, wäre die Nutzung zur Müllverbrennung nicht erlaubt. „So wurde nachträglich legalisiert, was nach dem nicht vorhandenen Plan nicht möglich gewesen wäre.“ Keine sechs Wochen nach der Genehmigung habe das Oberverwaltungsgericht den Termin für die mündliche Verhandlung herausgegeben. Für Schurr ist der gesellschaftliche Wille klar erkennbar: Die Müllverbrennung solle erhalten werden. „Wir sind zermürbt“, sagt er sieben Jahre, nachdem er die Klage eingereicht hat. Der Blumenthaler wird am 29. Oktober zur Verhandlung im Oberverwaltungsgericht gehen – auch wenn er nicht als Kläger geladen ist. Er hofft auf einen Richter, der das Verfahren als fehlerhaft beurteilt.
Zitat Ende

Schauen wir mal ob es für Blumenthal und die Bürgerinnen und Bürger doch noch gut ausgeht.

Dazu passt dann auch möglicherweise diese Nachricht: "Brüssel verklagt Deutschland"
Deutsches Umweltrecht Beitrag Nr.11


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Algen für das Klima

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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