Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Blumenthals WiN-Gebiet

#1 von Reinhard , 01.11.2013 10:12

Wie WiN-Gebiete gemacht werden…

Bisher gab es in der Presse bereits kleine Informationshäppchen, ohne dass dafür eine offizielle Meldung oder gar ein parlamentarischer Beschluss vorlag. Anscheinend waren Teile der Medien mit einigen Hinweisen begünstigt worden, sodass man erfahren konnte, dass die alte Ablehnung der Schaffung eines Mini-WiN-Gebietes nicht mehr der aktuelle Stand der Diskussion in den beteiligen senatorischen Behörden war. Stattdessen ist jetzt ein „flankierendes WiN-Gebiet“ vorgesehen, das nicht nur die George-Albrecht-Straße, sondern auch angrenzende Baublöcke umfassen soll. Nach einem Bericht im Weser Report vom 20. Oktober ist dabei ein Areal zwischen Fresenbergstraße, Landrat-Christians-Straße, Bahnhof und Mühlenstraße ins Auge gefasst, in dem etwa 1.500 Menschen leben.

Diese selektiv kommunizierten Überlegungen hinter den Verwaltungsmauern sollten jetzt durch eine Vorlage zur Sitzung der Deputationsitzungen am 31. Oktober legitimiert werden.

Darin werden für den „Schwerpunkt George-Albrecht-Straße je 20.000 € in 2014 und 2015 für Stabilisierungsmaßnahmen im Quartier auf Basis des in 2013 erarbeiteten Konzepts“ (Vorlage, S. 5) beantragt.

Zur offensichtlichen „Begründung heißt es in demselben Papier, dass sich im „ Gebiet „George-Albrecht-Straße“ , das „2010 sowie 2013 als Vermutungsgebiet der ressortspezifischen Bedarfsplanung eingestuft“ war, der „Index im Vergleich zu 2010 verbessert“ (Vorlage, S. 2) hat.

Später erkennen die Autoren der Vorlage in der George-Albrecht Straße und der Lüder-Clüver-Straße „weiterhin statistische Auffälligkeiten“, wobei sich „allerdings….beide Baublockbereiche im Index verbessert“ (Vorlage, S. 3) haben.

Vermutlich hätte man nicht überall einem politischen Entscheidungsgremium eine solche Vorlage zugemutet:

1) Die einleitenden statistischen Hinweise sprechen in keiner Weise für ein flankierendes WiN-Gebiet gerade zum jetzigen Zeitpunkt, sondern eher dagegen.

2) Über die Abgrenzung des Gebietes wird kein Wort verloren, obwohl das für die Beurteilung des Vorhabens keine unwichtige Frage ist.

3) Das „in 2013 erarbeitete Konzept“ ist der Vorlage nicht beigefügt und lässt sich auch an keiner anderen Stelle beschaffen. Vielmehr soll es gemeinsam, wie es an anderer Stelle hieß, mit der am 1. Oktober eingestellten Quartiersmanagerin erarbeitet werden. Mit anderen Worten liegt es also bisher gar nicht vor.

Die Deputierten und Bürgerschaftsabgeordneten sollen damit über eine Maßnahme abstimmen, für die es bisher kein Konzept gibt, sondern nur durch die Einstellung der Quartiersmanagerin geschaffene Fakten.

Anscheinend will man die Politiker durch die in Aussicht gestellten Gelder und die so demonstrierte Aktivität in einem sozialen Brennpunkt von zu intensiven Nachfragen abhalten, sodass sie die Vorlage nach dem bewährten Prinzip abnicken, zumal es ebenfalls wie üblich „keine Alternativen“ (Vorlage, S. 6) geben soll.

War dies vielleicht auch ein Grund, den Bürgerantrag in Blumenthal über ein Modellprojekt Roma-Integration zunächst einmal auf Eis zu legen, da er dieses wunderschöne Bild alternativloser Entscheidungen gestört hätte?


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Flankierend oder beschwichtigend?

#2 von Reinhard , 06.11.2013 10:42

Flankierend oder beschwichtigend?

Die für Blumenthal angekündigten Mittel aus dem WiN-Topf sind nicht überall auf begeisterte Zustimmung gestoßen. Das war vermutlich bei der kaum nachvollziehbaren Begründung auch nicht anders zu erwarten.

Kritik gab es in Burglesum, wo dieselbe Deputationsvorlage eine Kürzung der Mittel für die flankierenden WiN-Gebiete Marßel und Alwin-Lonke-Quartier vorsieht. So muss für einige Kritiker der Stadtteil Burglesum deshalb kürzer treten, weil Geld für „die flankierende Förderung der George-Albrecht-Straße“ benötigt wird.

Das von den senatorischen Behörden so hoch gelobte Bremer WiN-Konzept wird also als eine Art Verschiebebahnhof gesehen, über den die Sozialbehörde eher nach Gutdünken als nach sachlich nachvollziehbaren Gründen Entscheidungen trifft.

Das könnte man leicht als eine verständliche, aber nicht begründete Reaktion von negativ Betroffenen sehen, für die keine weiteren Mittel vorgesehen sind.

Falls man jedoch versucht, die Entscheidungskriterien der Sozialbehörde, wie sie der Deputation vorgelegt wurden, nachzuvollziehen, stößt man auf eine Reihe von Fragen, die die Bedenken der Kritiker eher zu bestätigen scheinen.

Auch wenn man das WiN-Konzept und die Auswahl der Fördergebiete nach einem Index für Vermutungsgebiete sozialer Problemlagen nicht für die ideale Lösung schlechthin hält, muss man erwarten, dass sich die Autoren dieser Verfahren an ihre erklärten Überzeugungen halten. Das scheint jedoch nicht immer der Fall zu sein, wie der kleine Wirrwarr des WiN 1x1 zeigt.

„Flankierende“ WiN-Gebiete

Ursprünglich kannte man in Bremen nur einen Typ von WiN-Gebieten, der aus den Korrekturmaßnahmen für Leerstände in den Großsiedlungen entwickelt worden war und die Größe von einem oder mehreren Ortseilen hatte. Für diesen räumlichen Zuschnitt wurde auch ein geeigneter organisatorischer Rahmen mit hauptamtlichem Quartiersmanager, WiN-Forum und WiN-Projekten entwickelt.

Anschließend ist es jedoch nicht bei diesem klaren Zuschnitt des WiN-Konzepts geblieben. Es wurden sogenannte flankierende WiN-Gebiete eingeführt, wobei der Begriff flankierend, der häufig Dienstleistungen bezeichnet, die nicht zur „Haupttätigkeit“ einer Kommune gehören, sondern zusätzlich angeboten werden, kaum präzisiert ist.

Diese generelle Ergänzung zum Kern-WiN-Programm wurde sogar ausdifferenziert, indem die WiNologen inzwischen zwei Untertypen kennen, deren Einführung die Sozialbehörde selbst als „folgerichtig“ bezeichnet. So hat man im Jahr 2005 eine „Förderschiene zur Verstetigung“ und im Jahr 2008 eine „Förderschiene zur Prävention“ eingeführt. Dadurch soll die Entwicklung in Quartieren, die von den Indikatoren her keine WiN-Förderung mehr benötigen, verstetigt werden bzw. in Gebieten, die die Schwellenwerte noch nicht erreichen, eine weitere Negativentwicklung verhindert werden.

Damit wurde, wie die Formulierungen deutlich zeigen, die Ausweisung der WiN-Gebiete von sachlichen Voraussetzungen weitgehend unabhängig; denn mit diesen Begründungen dürfte man kaum die Förderung eines WiN-Gebietes beenden oder die Aufnahme von Quartieren in das WiN-Programm ablehnen können, da negative Entwicklungen prinzipiell überall möglich sind.

Die aktuelle Bedeutung objektiver Kriterien

Diese tatsächliche Bedeutung, die die Bau- und Sozialbehörde den angeblich weiterhin wichtigen objektiven Kriterien einräumen, zeigt sich bei den Entscheidungen zu Marßel und dem Alwin-Lonke-Quartier. Hier wären die Schlussfolgerugen nach den mühsam ermittelten Zahlen eindeutig: Marßel „zeigt eine auffallend positive Veränderung und erscheint nicht mehr im Monitoring“ (S. 3) und für die Grönlandstraße im Alwin-Lonke-Quartier hat sich der Index „verbessert“ (S.3), beträgt aber weiterhin 314,5 (S. 22) und liegt damit deutlich über dem Wert etwa von Tenever (255,3), wo der Wert in vergleichbarer Größenordnung gefallen ist, ohne dass deshalb die Förderung gekürzt werden soll.

Im Bremen Norden leiten die senatorischen Behörden in ihrer Deputationsvorlage aus diesen Zahlen jedoch für Marßel eine weitere Förderung mit 20.000 € und im Alwin-Lonke-Quartier mit 5.000 € ab, um eine „selbstständige Durchführung der Ortsteilkonferenz“ erarbeiten zu können.

Ursprüngliche Programmziele

Wenn jetzt Quartiere gefördert werden, die weniger benachteiligt sind als andere, aber in der Vergangenheit gefördert wurden, oder eine organisatorische Maßnahme subventioniert werden soll, haben die zuständigen Stellen offenbar die Zielsetzung des WiN-Programms aus den Augen verloren. Ursprünglich sollten auf diese Weise die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Ortsteilen angeglichen werden, um allen Bremerinnen und Bremern möglichst gleichwertige Start- und Lebenschancen zu schaffen.

Da inzwischen jedoch das Erlernen kurdischer Tänze durch Kindern zwischen 8 und 14 Jahren zu den Vorzeigeprojekten etwa im Alwin-Lonke-Quartier gehört, kann man leicht darüber ins Grübeln geraten, ob die Einzelprojekte und damit das Programm insgesamt noch zielführend sind.

Auch in der Mittelbegründung ist schließlich nicht mehr von einem Zielbezug die Rede, sondern man findet vielmehr die tröstenden Worte, dass Marßel „nicht leer“ ausgeht.

Da müssen sich die senatorischen Behörden nicht wundern, wenn viele etwas von dem Kuchen wollen, von dem man etwas bekommen kann, wenn eine Negativentwicklung droht und ...man sich offenbar politisch genügend bemerkbar machen kann.


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RE: Flankierend oder beschwichtigend?

#3 von Lola , 06.11.2013 18:11

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,702558.html

Zitat
SPD befürchtet Folgen für Marßel - 06.11.2013
Kritik an Kürzung der Win-Mittel
Von Julia Ladebeck

Der SPD-Ortsverein Burgdamm/Marßel kritisiert die geplante Reduzierung der Mittel aus dem Programm Wohnen in Nachbarschaften (Win) für Marßel. Wie berichtet, soll die Förderung von bisher 37000 Euro jährlich auf 20000 Euro reduziert werden. Michael Häfker, Vorsitzender des Ortsvereins, befürchtet verheerende Auswirkungen auf die Arbeit im Quartier. Zum einen könne der Quartiers-Koordinator nicht mehr finanziert werden, da dessen Gehalt alleine schon 11400 Euro betrage.
Zitat Ende

..von der Förderung für die Quartiere geht noch das Gehalt des Quartiersmanagers ab und dann ist der Rest für die eigentlichen Projekte?

..dann dürfte es bei der George-Albrecht-Straße ebenso sein.

Wie ärgerlich, dass man so viel Geld für die beiden "Kümmerer" nun zahlen muss!
Dieses Geld hätte weiß Gott klüger angelegt werden können!


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Mogelpackung

#4 von Reinhard , 13.12.2013 11:46

Mogelpackung

So müsste man nach dem Urteil des Bremer WiN-Experten Joachim Barloschky das neue flankierende WiN-Gebiet zwischen George-Albrecht-Straße und Marktplatz in Blumenthal bezeichnen. Darauf weist ein neuer Blog-Artikel hin, der auf die bisher hier völlig vernachlässigten formalen Beteiligungsmöglichkeiten der Bewohner eingeht. Die wären jedoch für den ehemaligen Quartiersmanager von Tenever ganz entscheidend; denn für ihn gilt: „Wo Quartiersentwicklung draufsteht, muss auch Beteiligung drin sein.“

Bei dem neuen WiN-Gebiet fehlt jedoch nicht nur die organisierte Beteiligung der Bewohner, sondern auch die Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit, da die Sozialbehörde immer noch kein Handlungskonzept veröffentlich hat, das über die Zielsetzungen und geplanten Maßnahmen informiert.

Offensichtlich haben die senatorischen Behörden mit der Aufarbeitung der Situation an diesem Brennpunkt Schwierigkeiten. Liegt das vielleicht daran, dass die statistischen Daten hier deutliche Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur aufweisen, die durch die Nähe zum BWK-Gelände und zum Ghetto an der George-Albrecht-Straße ausgelöst wurden?

Nach dem Blog-Artikel ist es jedenfalls in den letzten Jahren in vielen Quartieren des Gebietes zu einer „Flucht“ der deutschen Bevölkerung und einem deutlichen Anstieg der Empfänger von staatlichen Transferleistungen gekommen. Wenn man Segregationstendenzen wirklich vermeiden will, scheint es also fast schon zu spät zu sein.


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"Serientäter:CDU fordert mehr Härte"

#5 von Lola , 17.12.2013 06:41

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,736201.html

Zitat
Debatte im Beirat angekündigt - 17.12.2013
Serientäter: CDU fordert mehr Härte
Von Marina Köglin

Blumenthal. In der Nordbremer Bevölkerung herrscht zunehmend das Gefühl, dass Straftäter „zu milde davonkommen“.
Zitat Ende

Vielleicht wären viel früher, so ca. vor 10 Jahren oder noch weiter zurück, ganz andere Forderungen notwendig gewesen, dann wäre die Entwicklung in Blumenthal anders verlaufen.

http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...al-zentrum.html

Zitat
Donnerstag, 5. Dezember 2013
neu: WiN-Gebiet Blumenthal-Zentrum

Eine gute Bremische Lösung für einen sozialen Brennpunkt?

Kein Win-Gebiet Blumenthal, kein spezielles Programm für den sozialen Brennpunkt George-Albrecht-Straße, sondern eine Ausweisung als flankierendes WiN-Gebiet für das alte Blumenthaler Zentrum und umzu
Zitat Ende

Diese Zahlen, über die soziale Struktur in den einzelnen Baublöcken kann sich auch jeder Politiker besorgen um zu sehen, wie die Entwicklung seines Stadtteils
verlaufen ist und wie die Zukunft aussehen wird. Oder will man das am Ende überhaupt nicht wissen?

Der Blogbetreiber hat sich die Mühe gemacht und die Auswertungen der vorliegenden Zahlen für die Baublöcke/Straßen erstellt, die man im Blog unter o.a. Link nachlesen kann.

Hier sind ganz andere Forderungen notwendig, als das alljährliche Schreien nach mehr Härte durch die Justiz.

Wenn Forderungen nach mehr Härte durch die Justiz kommen, dann ist m.M., dass es im Vorfeld schwere Versäumnisse gegeben hat, zu denen sich keiner bekennt um diese Fehler und Versäumnisse auszumerzen.

........Es ist so wie es ist......
und es sieht nicht so aus, als würde es in absehbarer Zeit eine Änderung geben, denn von einer positiven Änderung für Blumenthal entfernt man sich immer mehr, da täuscht auch nicht der Bolzplatz, der noch angelegt wird, darüber hinweg.

....aber manchmal geschehen noch Wunder, vielleicht dauern die in Bremen nur etwas länger, wer weiß das schon?


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RE: "Serientäter:CDU fordert mehr Härte"

#6 von fight4yrights , 17.12.2013 12:16

Hallo Lola,

Zitat
Hier sind ganz andere Forderungen notwendig, als das alljährliche Schreien nach mehr Härte durch die Justiz.

Wenn Forderungen nach mehr Härte durch die Justiz kommen, dann ist m.M., dass es im Vorfeld schwere Versäumnisse gegeben hat, zu denen sich keiner bekennt um diese Fehler und Versäumnisse auszumerzen.



eben...
Anstatt sich Gedanken zu machen, was schwierig ist, verbreitet man "das alljährliche Schreien nach mehr Härte", was einfach und populistisch ist.
Aber den "Dumpfbacken" im Beirat traue ich mittlerweile auch nicht mehr zu.
LG
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Bescherung ohne Wunschzettel

#7 von Reinhard , 25.12.2013 14:16

Bescherung ohne Wunschzettel

Über ein Jahrzehnt lang wurden über die Vergabe von Wohnungen an der George-Albrecht-Straße Einwohner konzentriert, die in der Gesellschaft als sozial benachteiligt gelten und nur wenig in das deutsche Bildungs- und Beschäftigungssystem integriert sind. Diese Anhäufung verschiedener Problemlagen hat sich im Herbst letzten Jahres in kriminellen Handlungen entladen, die von den Medien breit dargestellt wurden und auch das Interesse der Bremer Politiker verstärkt auf diesen sozialen Brennpunkt gelenkt haben. Nachdem man bis dahin dieses Quartier offenbar als geeignetes Gebiet für die Unterbringung von Problemgruppen gesehen hat, die sich in anderen Vierteln kaum ohne Proteste der dortigen Wohnbevölkerung unterbringen lassen, ist inzwischen eine Änderung eingetreten.

Seit dem Herbst dieses Jahres gibt es jetzt das, was man zuvor vermissen musste: Maßnahmen vor allem der Sozialbehörde. So wurden eine Quartiersmanagerin eingestellt, eine Ausweisung als flankierendes WiN-Gebiet vorgenommen und für zwei Jahre jeweils 20.000 € bereitgestellt. Zusätzlich wird auf der Bahrsplate ein Bolzplatz gebaut, bei dem vor allem Werder Bremen, die Sparda-Bank Hannover und die Blumenthaler Bürgerstiftung engagiert sind, und, wie der Weser-Kurier berichtet hat, will ein bisher sehr wenig bekannter Verein „Spiel-Landschaften-Stadt“ aus der George-Albrecht-Straße wöchentlich drei Stunden lang eine Spielstraße machen. Zudem sind weitere politische Initiativen etwa für „ein wohnortnahes, niedrigschwelliges Angebot für Kinder aus dem Umfeld der George-Albrecht-Straße, zum Beispiel in Form eines sozialpädagogischen Spielkreises“ angekündigt.

Das lässt an diesen Tagen an eine Bescherung für die Anwohner der George-Albrecht-Straße denken, wobei wie in einer modernen Patchworkfamilie die Auswahl der Geschenke nicht unbedingt koordiniert wurde. Es kann sogar so aussehen, dass bei den Maßnahmen weniger an die Beschenkten als an die Profilierung der Geber gedacht wurde. Zudem fehlt offenbar noch die Vernetzung, wie man sie vom Quartiersmanagement in WiN-Gebieten erwartet.

Auch konnten in diesem Fall die Beschenkten selbst bisher keine eigenen Wünsche äußern. Nicht einmal bei einer Bewohnerbefragung oder einer Versammlung durften sie bisher ihren Wunschzettel artikulieren. Offenbar soll das erst möglich werden, wenn Mitte nächsten Jahres ein Quartierstreffpunkt eingerichtet ist. Provisorische Zwischenlösungen scheint man nicht sehen zu können oder zu wollen, obwohl in der Nähe durchaus Räumlichkeiten zur Verfügung stehen dürften. Immerhin haben hier einmal Sitzungen des Blumenthaler Stadtrates und Hauptversammlungen der Bremer Woll-Kämmerei stattgefunden. Und damals gab es noch nicht die vielen Leerstände von Geschäftsräumen…

Allerdings wäre diese Bürgerbeteiligung nur ein wichtiger Aspekt des WiN-Konzepts. Daneben müssten auch Maßnahmen aus dem Konzept entwickelt werden, das den Weg zu einem Problemabbau aufzeigt. Hier müsste man prüfen, ob möglicherweise auf dem Gabentisch, den bisher verschiedene Institutionen relativ unabhängig voneinander zusammenstellen, Defizite bestehen, indem etwa Bereiche fehlen, mit denen der Geber nicht gut werben kann oder die auf Wunschzetteln etwa von Kindern gern „vergessen“ werden, weil sie nur nützlich, aber nicht „geil“ sind.

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Vergessene Beschlüsse?

#8 von Reinhard , 29.12.2013 19:02

Vergessene Beschlüsse?

Offenbar hat das flankierende WiN-Gebiet in Blumenthal nur einen suboptimalen Start, auch wenn die Quartiersmanagerin inzwischen zahlreiche Ideen vorstellt. So hat die senatorische Arbeitsgruppe zwar nur eine Beschäftigung von zwei Jahren für die Quartiermanagerin vorgesehen, aber kaum etwas für einen raschen effektiven Arbeitsbeginn getan. So hat man offenbar versäumt, einen Teilnehmer damit zu beauftragen, wichtige Vorarbeiten zu erledigen, die sich nicht in einem Arbeitskreis erledigen lassen. Dazu hätte etwa die Anmietung und eine notwendige Umgestaltung eines Quartierstreffs gehört; denn wenn man ohne ein konkretes Handlungskonzept eine Quartiersmanagerin auswählen und einstellen kann, hätte man das mit derselben Nonchalance auch bei den notwendigen Räumlichkeiten machen können. Dann hätte man jetzt nicht das Problem einer Quartiersmanagerin, die nicht im WiN-Gebiet vor Ort mit einem Büro präsent ist und damit einen vollwertigen Arbeitsbeginn vom Quartierstreffpunkt aus erst Mitte nächsten Jahres erwartet.

Erste Überlegungen ohne lokalen Bezug

Wenn man in der Presse von den ersten Ideen der Quartiersmanagerin für ihre Arbeit liest, kann man sich fragen, ob sie diese wirklich für das alte Blumenthaler Zentrum und den Bereich der George-Albrecht-Straße entwickelt hat. Erzählcafés und vor allem Kulturdinners erinnern eher an - wie man so sagt gut bürgerliche - Viertel im Grünen, in denen ältere alleinstehende Menschen leben, für die bisher nur wenig Angebote zu finden sind, um aus einer sozialen Isolation herauszukommen. Ausflüge, auf denen Flüchtlinge ihre neue Heimat kennenlernen, sind sicherlich ein ideales Angebot für die Ortsteile, in denen jetzt die teilweise umstrittenen Flüchlingsunterkünfte entstehen.

Aber sind das die vordringlichen Aufgaben in dem flankierenden Blumenthaler WiN-Gebiet?

Hier hatte die Bremer Bürgerschaft auch im Dezember letzten Jahres etwas ganz anderes beschlossen, und zwar

- den weiteren Ausbau der U3-Kindertagesbetreuung in unmittelbarer Nähe der George-Albrecht-Straße,

- die Einsetzung von Sprach- und Integrationsmittlerinnen und -mittler als weitere Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner,

- eine regelmäßige Sprechstunde des Kontaktpolizisten im Quartierstreffpunkt,

- spezifische arbeitsmarkt- bzw. beschäftigungspolitische Maßnahmen und Bildungsangebote, die den Bewohnerinnen und Bewohnern eine bessere Erwerbsperspektive eröffnen,

- städtebauliche Maßnahmen, die die Wohn-, Sicherheits- und Lebensqualität in dem Quartier verbessern,

- eine Stabilisierung der ausländerrechtlichen Aufenthaltssituation von Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers sowie

- die Realisierung weiterer Maßnahmen im Rahmen des Projekts „Stopp der Jugendgewalt“ vor.

Von der Realisierung dieser zentralen Maßnahmen, die sicherlich von den Antragstellern nicht grundlos aufgenommen wurden, ist jetzt nicht mehr die Rede. Man kann den Eindruck haben, dass sie aufgrund der „Ruhe“ nach dem Sturm im Herbst letzten Jahres, als die George-Albrecht-Straße in den Massenmedien für Schlagzeilen sorgte, vergessen wurden.

Aber darf man sie deswegen tatsächlich vernachlässigen und die Lösung der Probleme an der George-Albrecht-Straße darauf konzentrieren, „die Menschen aus ihren Wohnungen rauszuholen.“?


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RE: Vergessene Beschlüsse?

#9 von Lola , 29.12.2013 20:23

http://www.soziales.bremen.de/sixcms/det...men69.c.2598.de

Frühkindliche Bildung in Bremen
Wieso, weshalb, warum – Kinder müssen fragen


http://www.stiftung-fairchance.org/sprac...CFUdZ3godKnoACw

Zitat
Aktueller Stand

Seit Schuljahresbeginn 2011/2012 läuft MITsprache als Pilotprojekt an fünf Grundschulen in Berlin-Gesundbrunnen. Momentan werden insgesamt rund 100 Kinder in je vier Schulstunden in der Woche von Lehrerinnen und Erzieherinnen mit diesem Programm gefördert. Die Gruppen bestehen aus je circa sechs Kindern im ersten bzw. zweiten Schuljahr, die durch vorherige Sprachtests ausgewählt wurden. Diese Kinder werden zwei Jahre lang mit dem Sprachförderprogramm MITsprache unterstützt.

Planmäßig werden ab dem Schuljahr 2013/14 mehrere im Einzugsbereich der fünf Schulen liegende Kindertagesstätten aufgenommen, sodass ab dann die kontinuierliche Sprachförderung der Kinder gewährleistet ist.
Zitat Ende



Kürzlich habe ich einen Beitrag im Weser-Kurier Nord gelesen, dass die "Sprachlosigkeit" bei Kindern im Vorschulalter auffällig ist. Es handelt sich bei den Kindern, die Probleme mit der Sprache haben nicht nur um Kinder mit Migrationshintergrund.
Was wird speziell in Bremen - Blumenthal für die Sprachförderung getan?


http://www.stiftung-fairchance.org/stiftung
Zitat
Über die Stiftung Fairchance

Unsere Stiftung hat zum Ziel, Kindern und Jugendlichen bessere Perspektiven und Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland zu ermöglichen. Hierbei unterstützen wir insbesondere Projekte zur Integrations- und Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund.

Mit dem Sprachförderprogramm MITsprache und mit anderen Förderprojekten möchten wir die bestehenden öffentlichen Strukturen nachhaltig und langfristig in ihrer Arbeit unterstützten und mit kreativen Programmen neue Impulse setzten.
Unterstützer der Stiftung Fairchance

Wir haben schon viele Mitstreiter für dieses gemeinsame Ziel gewonnen – jede weitere Unterstützung hilft uns, einer bunten, lebendigen und für alle offenen stehenden Gesellschaft wieder ein Stück näher zu kommen.


Gewinnerin des Deutschen Journalistenpreises 2013 spendet Preisgeld
29.11.2013 - Die Journalistin Susanne Donner unterstützt mit ihrem Preisgeld das Bildungskonzept MITsprache.

Zitat Ende

Wie ist es bloss möglich, dass man in anderen Städten, wie z.B. Berlin, die Hilfe von Stiftungen in Anspruch nimmt, nur Bremen scheut irgendwie davor zurück. Warum?
Da werden locker Gelder für einen Bolzplatz eingeworben, aber wie sieht es mit der Förderung von Bildung aus? Können diese Gelder auch so locker eingeworben werden?


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Bildungsoffensive Blumenthal (BoB)

#10 von Reinhard , 30.12.2013 12:13

Bildungsoffensive Blumenthal (BoB)

Wenn man einige Meldungen in der Bremer Lokalpresse während der letzten Tage durchsieht, lassen sich auch in Bremen und speziell in Blumenthal konkrete Stiftungsmittel gegen bestehende Bildungsdefizite einsetzen. Man muss nur bei einigen aktuell diskutierten Angeboten zugreifen und sie vermutlich in ein größeres Konzept stellen, das auch noch bestehende Leerstellen ausfüllt. Benötigt werden vor allem Organisatorinnen oder Organisatoren, die die vorhandenen Angebote aufgreifen und den Mut haben, daraus so etwas wie eine Bildungsoffensive Blumenthal (BoB) zu machen.

Gerade die Gelder, die Bremer Stiftungen für Bildungsaufgaben zur Verfügung stellen, sollten Motivation genug sein, um in diesen Schlüsselbereich für die Zukunft Blumenthals Zeit und auch zusätzliche Mittel zu investieren. Schließlich ist die Bildung der wichtigste Ansatzpunkt für die Integration zumindest der nachwachsenden Generationen. Vermutlich lässt sich nur auf diese Weise die Verfestigung von Folgen sozialer Benachteiligung verhindern, wie man sie in einigen Haushalten von Migranten und langjährigen Hartz IV-Beziehern findet. Auch dürfte eine entsprechende Förderung notwendig sein, um Fehlentwicklungen frühzeitig zu verhindern, die das deutsche Bildungssystem in den internationalen Vergleichen immer wieder sehr schlecht aussehen lassen. Bekanntlich ist ja bei uns der Zusammenhang zwischen dem Bildungsabschluss der Kinder und dem der Eltern erheblich enger als in anderen vergleichbaren Ländern, worunter nicht zuletzt auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ganz generell leiden kann.

Das ist die allgemeine Perspektive. Konkret geht es zunächst einmal um eine Reihe kleiner Schritte.

So hat die Deutsche Kindergeldstiftung zugesagt, drei Jahre lang jährlich 10.000 € für eine „Bildungsbrücke“ bereitzustellen, die die Schulnebenkosten für Grundschüler übernimmt. Diesen Betrag will ein regelmäßiger Spender des Fördervereins der Bürgerstiftung Blumenthal um zusätzliche 2.500 € erhöhen.

Mitte Januar soll im Rahmen eines Workshops im Haus der Zukunft über dieses Projekt beraten werden. Das sollte ein Anlass sein, um einen Blick auf die Bildungssituation insgesamt zu werfen, da die schulischen Nebenkosten nur ein Mosaikstein in einem Gesamtbild unterschiedlicher Bildungschancen sind.

So gibt es noch eine Reihe weiterer Initiativen, über die kürzlich berichtet wurde. So besteht eine private Aktion für die Vermittlung von Lesehelfern, und die swb-Bildungsinitiative, die pfiffige Lernprojekte im Land Bremen unterstützen will, hat sich mit einem „Letzten Aufruf“ an die Öffentlichkeit gewandt. Hier stehen jährlich bis zu 110.000 € zur Verfügung.

Das sind bisher nur Angebote, bei denen Blumenthal zugreifen sollte, wenn man tatsächlich an einer nachhaltig positiven Entwicklung des Stadtteils interessiert ist. Optimal wäre die Integration dieser Maßnahmen in ein Gesamtkonzept, das die Förderung sozial benachteiligter Kinder von der Wiege bis zum Schulabschluss vorsieht. Dabei ließen sich auch die Schwachstellen erkennen, da die Stiftungen sich jeweils nur in Teilbereichen engagieren. Defizitär bleibt so beispielsweise die Bildungsberatung der Eltern, die, wie Erfahrungen in anderen Städten zeigen, bei Roma-Familien häufig viel Geduld erfordert.

Organisatorische Grundlage für ein derartiges Bildungsprojekt könnte eine Datei der betroffenen Kinder und Jugendlichen sein, in der die Hinweise und Empfehlungen von Kindergärten, Schulen usw. zusammengetragen werden, um für jeden Einzelfall möglichst zielgenaue Maßnahmen einzusetzen.

Wenn Mitte Januar über eine Umsetzung der Bildungsbrücke beraten wird, dürfte bereits für dieses Projekt eine entsprechende Informationsunterlage benötigt werden. Es käme also darauf an, dabei etwas weiter zu denken und die Bildungsförderung in Blumenthal nicht auf die Vergabe von Mitteln für Grundschüler zu beschränken.

Möglicherweise wäre der Aufbau einer Bildungsoffensive Blumenthal ein interessantes Projekt für die Quartiersmanagerinnen der benachbarten WiN-Gebiete Blumenthal und Lüssum, da der größte Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen in diesen sozial benachteiligten Gebieten leben dürfte.

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RE: Bildungsoffensive Blumenthal (BoB)

#11 von Reinhard , 02.01.2014 10:57

Blumenthaler Prioritätensetzung?

Seit den letzten Wochen werden in Blumenthal drei Projekte diskutiert, an deren Entstehung und Entwicklung vor allem Blumenthaler beteiligt sind, also nicht vorrangig senatorische Behörden wie beim symbolischen Spatenstich auf dem BWK-Gelände und der langsamen Entstehung eines flankierenden WiN-Gebietes im alten Blumenthaler Zentrum.

Wenn man einen Vergleich zwischen der Behandlung der drei Maßnahmenbündel betrachtet, zeigen sich deutliche Unterschiede. Man kann sich daher fragen, ob die Bereiche

- Fußball, und zwar der Bolzplatz auf der Bahrsplate,
- Ortsverschönerung, und zwar der Bürgerantrag zum „Essbaren Blumenthal“ und
- Bildung sozial benachteiligter Kinder, und zwar erste Ansätze bei der „Bildungsbrücke

in Blumenthal in gleicher Weise behandelt werden. Oder werden etwa Akzente gesetzt, die von der Sache her nicht immer ganz nachvollziehbar sind und die weitere Entwicklung Blumenthals daher nicht optimal fördern?

Damit keine Missverständnisse auftauchen, ist vielleicht eine Vorbemerkung angebracht. Dieser Vergleich will und soll nicht als Kritik an einzelnen Maßnahmen missverstanden werden, sondern nur auf Projekte aufmerksam machen, die vermutlich zu sehr vernachlässigt werden.

Wie bereits an anderer Stelle breit dargestellt und erörtert wurde, werden auf der Bahrplate 111.000 € für einen Boltzplatz mit einem Belag aus relativ teurem Kunstrasen investiert, ohne dass über dieses Projekt vorher ein Workshop oder eine Beiratsdiskussion mit anschließender Abstimmung erfolgte.

Der Bürgerantrag zum „Essbaren Blumenthal“, wurde im Beirat sehr positiv diskutiert, ja, nach Aussagen des Ortsamtsleiter kann er für dieses Projekt sogar 60.000 € lockermachen, um damit zwei Jahre lang Lohnzuschüsse für zehn Personen innerhalb von Qualifizierungsmaßnahmen finanzieren. Danach hat sich dann allerdings nichts mehr in dieser Sache ereignet, über das öffentlich berichtet wurde.

Jetzt steht mit dem Workshop im Lüssumer Haus der Zukunft eine Diskussion der „Bildungsbrücke“ an. Hierfür wurden Blumenthal von der Kindergeldstiftung 30.0000 für zwei Jahre und weitere 2.500 € zweckgebunden von der Bürgerstiftung angeboten. Das sind also deutlich geringere Mittel als die 111.000 € bzw. 60.000 €. Sie beziehen sich allerdings auch auf eine relativ begrenzte Aufgabe, da sie für die Begleichung schulischer Nebenkosten von Grundschülern bestimmt sind. Immerhin wird hier anders als beim Bolzplatz zunächst einmal ein Workshop veranstaltet, bevor es zu einer Entscheidung über das Stiftungsangebot kommt.

Vielleicht sollte das ein guter Anlass sein, um die Bildungsdefizite benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Blumenthal einmal breiter zu diskutieren. Das gilt sowohl für eine Aufstockung der vergleichsweise geringen Mittel, über die man bisher konkret spricht, und vor allem die Organisation koordinierter weiterer Maßnahmen.

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#12 von Reinhard , 07.01.2014 11:58

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Wenn es nach der Bremer Bau- und Sozialbehörde geht, soll sich in Blumenthal demnächst einiges ändern. Das kann man zumindest dem Bericht zur Quartiersentwicklung „Altes“ Zentrum Blumenthal entnehmen, der der Sozialdeputation am 19.12. vorgelegt wurde und bisher offenbar nur einigen Ausschussmitgliedern in Blumenthal und wenigen Journalisten zugänglich war.

Unter den „Stadtteilneuigkeiten“ auf der Internetseite des Ortsamts findet man hierzu bisher keinen Hinweis. Hier wird offenbar ein Bericht über die „ Proberammung von Spundwänden“ für wichtiger gehalten.

Man muss daher schon etwas in den Weiten der virtuellen Welt des Internets suchen, bevor man im Archiv der Sozialbehörde auf den Text stößt.

Dieser Beitrag, der vor allem die schon lange angekündigte und ausstehende „Bestandsanalyse und Handlungskonzept" für das neue flankierende WiN-Gebiet in Blumenthal umfasst, ist dabei durchaus interessant und vor allem auch diskussionsbedürftig, auch wenn es zu den Aussagen, wie es bei den senatorischen Behören Bremens eine Standardaussage ist, „keine Alternative“ geben soll.

Offenbar regt das Stadtplanungsbüro prolocco sogar mehrfach eine stärkere Beteiligung der Einwohner an, etwa wenn es um ein neues Leitbild für Blumenthal und einen Namen für den „Marktplatz“ geht. Da muss es schon überraschen, dass diese Überlegungen in Blumenthal bisher nicht aufgegriffen wurden und etwa das flankierende WiN-Gebiet „Altes“ Zentrum Blumenhtal nicht auf der Tagesordnung des Beirats steht.

Aber das muss ja nicht so bleiben. Da Blog und Forum so lange auf diese Unterlagen warten mussten, soll hier eine ausführliche Erörterung der Stärken und Schwächen des vorgelegten Konzepts erfolgen. Dazu sind auch alle aufgerufen, die nicht innerhalb des WiN-Gebiets leben; denn nicht zuletzt geht es um „die gemeinsame Erarbeitung eines Leitbildes“, was „nicht so „nebenbei“ vom Quartiersmanagement mit erledigt werden“ kann.

Hier soll zunächst geklärt werden, „wer die Verantwortung dafür übernimmt, die Schlüsselmaßnahme voranzutreiben“. (S. 41) Dabei ergibt sich ein Problem, auf das in Blog und Forum mehrfach hingewiesen wurde: die Entwickkung des „Marktplatzes“ und ganz Blumenthals muss in Abhängigkeit von der Bebauung des BWK-Geländes gesehen werden.

Diese Bezüge fehlen in dem proloco-Bericht, wo es nur heißt: „Baulich-räumliche Fragestellungen sowie eine Perspektiventwicklung für das ehemalige Zentrum werden z. Zt. beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr erarbeitet, die weitere Entwicklung des ehemaligen BWK-Geländes liegt bei der Bremer Wirtschaftsförderung“ (S. 5)

Trotz dieser Begrenzungen dürfte das Konzept eine gute Diskussionsgrundlage sein. Das gilt auch für den Vergleich mit den im Blog und Forum vorliegenden „Alternativen“.


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Platz der Stille

#13 von Reinhard , 08.01.2014 14:59

Platz der Stille





Die Inhaberin und der Inhaber des Stadtplanungsbüros greifen bei der Entwicklung eines Handlungskonzepts für das flankierende WiN-Gebiet „Altes" Zentrum Blumenthal nicht nur auf die Ergebnisse eines Workshops am 6.6.2013 zurück. Sie machen auch zusätzliche Vorschläge, die außerhalb des Sozial- und Bildungsbereichs liegen, die beim Workshop vor allem personell vertreten waren.

Bei ihrer Bestandsanalyse haben die Gutachter festgestellt, dass der „Marktplatz“ offiziell gar keinen eigenen Namen hat, sondern die Gebäude vielmehr den jeweiligen Straßen zugerechnet werden. Daher haben sie jetzt einen Vorschlag, um „zur Bewohneraktivierung beizutragen und positiv auf Identifikation und Image zu wirken.“ Diese Chance soll ein Namenswettbewerb bieten.

Allerdings dürfte dabei eine Schwierigkeit auftauchen, da die Gutachter an anderer Stelle festgestellt haben, dass das ehemalige Zentrum „Perspektivlosigkeit“ (Bestandsanalyse und Handlungskonzept, S. 11) ausstrahlt. Es dürfte daher schwerfallen, einen Namen zu finden, der gleichzeitig die derzeitige Situation korrekt bezeichnet und eine positive Wirkung besitzt.

Auch wenn der Wettbewerb noch nicht gestartet wurde und daher noch keine Aussicht auf den Gewinn eines attraktiven Preises besteht, soll hier einmal ein erster Name zur Diskussion gestellt werden. Wie wäre es mit „Platz der Stille“? Diese Bezeichnung dürfte die aktuelle Situation sehr sachlich beschreiben und auch die positiven Seiten dieses Platzes gegenüber anderen Straßenzügen hervorheben.

Ein anderer Name könnte die Notwendigkeit eines ebenfalls gewünschten „Bündnisses für Blumenthal“ betonen, wenn der „Marktplatz“ zwischen Blumenthal Center, BWK-Gelände und George-Albrecht-Staße in „Platz des unbekannten Fehlplaners“ umbenannt würde.

l


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RE: Platz der Stille

#14 von fight4yrights , 08.01.2014 17:40

Platz des himmlischen Friedens????

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RE: alles treffende grundsolide Namen

#15 von Lola , 08.01.2014 18:08

..als Jury hätte ich große Probleme den Gewinner zu ermitteln!


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Bremens Umerziehungshaus in Rekum
Sozial benachteiligtes Blumenthal

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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