Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

..ich sag nur Blumenthaler! Wer sonst!

#1 von Lola , 01.10.2013 00:01



http://www.ortsamt-blumenthal.bremen.de/...en198.c.4057.de

..was soll man dazu noch schreiben?

..einfach mal selber lesen!


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RE: ..ich sag nur Blumenthaler! Wer sonst!

#2 von Lola , 08.10.2013 08:11

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,679827.html

Zitat
Blumenthaler Stadtteilparlament fordert geschlossen die Stilllegung - 08.10.2013
Tanklager: Beirat zieht an einem Strang
Von Christina Denker

Blumenthal.

Was das Tanklager in Farge betrifft, ziehen alle im Beirat vertretenen Fraktionen gemeinsam mit der Bürgerinitiative nun an einem Strang: CDU, Grüne, SPD und Linke fordern den Senat auf, den Bund dazu zu bewegen, die derzeitige Konzession für das ehemalige Kraftstoffreservoir aufzugeben.
Zitat Ende

Vor ca. 1 Jahr habe ich das erste Mal eine öffentlichlich Beiratssitzung in Blumenthal besucht und war entsetzt über diese Uneinigkeit und dem rauhen Ton, der dort herrschte. Ich dachte zunächst es wäre nur an dem Tag so gewesen und habe dann die nächste Beiratssitzung auch besucht und an diesem Tag hat der Beiratssprecher die Tanklagergeschichte vorgetragen. Es begann mich zu interessieren und so hatte ich mich dazu entschlossen am 1.Dez.2012 meinen ersten Bürgerantrag zu stellen. Was daraus geworden ist, kann man hier lesen:
Bürgerfragen

Wobei die Frage nach den Immobilienpreisen leider bis heute noch nicht beantwortet wurde, obwohl der OAL hier schon nachgefasst hat. .
.Wie heißt es so schön? .."Gut Ding will Weile haben"

Meine Vision im letzten Jahr war: Alle Parteien sitzen an einem runden Tisch und es gibt hinsichtlich des Umweltschadens eine Geschlossenheit der Parteien zum Wohle Blumenthals mit den Ortsteilen.

Alle Kommunalpolitiker vom Beirat Blumenthal haben die Gefahr erkannt, die durch die Grundwasser-und Erdverseuchung ausgehend vom Tanklager Farge, und entsprechend zum Wohle einer ganzen Region durch Forderungen an den Bremer Senat reagiert.

Die Beiratssitzungen hatten manchmal schon "Showcharakter" , aber man sieht ja, wenn es darauf ankommt, dann machen alle das Richtige.


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RE: ..ich sag nur Blumenthaler! Wer sonst!

#3 von Lola , 15.10.2013 08:35

Der gemeinsame Antrag von SPD, CDU, B90 Die Grünen, Die Linke

zur Schließung des Tanklager Farge, auf der gestrigen Beiratssitzung

..wurde einstimmig angenommen!

Zurücklehnen? Auf keinen Fall!


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RE: ..ich sag nur Blumenthaler! Wer sonst!

#4 von fight4yrights , 15.10.2013 13:31

....und wie Ernst der Blumenthaler Beirat den Grund- und Trinkwasserschutz nimmt, zeigte sich anschließend in der Ablehnung des Grünenantrages zum Trinkwasserschutz auf dem ehemaligen BWK Gelände!
Es sind die jahrzehntelangen "Sonderregelungen" für die (Petro-Chemische-Agrar) Industrie gewesen, die uns einen Altlastenberg bescheren, der höher und gefährlicher als der Mount Everest ist.
Aber Mutti wird uns schon beschützen.....

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RE: zum Thema BWK

#5 von Lola , 15.10.2013 17:46

@ fight4yright

Lektüre: http://www.blumenthal-zeitung.blogspot.d...7/bwk-stel.html

Jeder Blumenthaler war aufgefordert eine Stellungnahme zum B-Plan 1288 abzugeben. Das war meine Stellungnahme. Soviel ich weiß war es auch die einzige Stellungnahme.
Ich hatte in Dr.Reinhard Landwehr - Stadtforscher- einen kompetenten Ratgeber.

„Mit falsch gebauten Städten kann man eine Gesellschaft

und eine Demokratie genauso ruinieren,
wie durch die Einrichtung eines totalitären Regimes.“

(Hans Paul Bahrdt, Sozialwissenschaftler)

...dieses Zitat sollten sich die Kommunalpolitiker merken.

Es war schon sehr enttäuschend, dass die Kommunalpolitiker so entschieden haben und sich leider nicht gegen ein Industriegebiet ausgesprochen haben.

Genauso enttäuschend war die Reaktion des Bauamts HB-Nord auf die Stellungnahme.

Das Bauamt HB-Nord untersteht einem "Grünen" Senator, oder?


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RE: zum Thema BWK

#6 von fight4yrights , 16.10.2013 06:50

Zitat
Das Bauamt HB-Nord untersteht einem "Grünen" Senator, oder?


Nee, letztendlich ist es die Macht der Industrie- und Handelskammer, denen sich alle, egal welcher Coleur beugen sollen.

Mit dem B-Plan wurde etwas entwickelt, was die ganze Zeit gefehlt hat: Ein gültiger Bebauungsplan den es vorher nicht gab.
Da die Müllverbrennungen auf dem BWK - Gelände also quasi "illegal" errichtet worden sind, werden sie jetzt nachträglich legalisiert.
Seit nunmehr 6 Jahren ruht das Verfahren der Bürgerinitiative gegen die "Mülle" vor dem Verwaltungsgericht....die ja "Bestandschutz nach altem Recht hat" - unabhängig von der Parteizugehörigkeit des zuständigen Senators.
Wie soll das VWG entscheiden, wenn die "Verdreckung" eines Stadtteils nachträglich für rechtens erklärt wird?
Und wie beim Tanklager beruft man sich darauf, dass immer alles in Ordnung war. An die Aufsichtsbehörden will keiner ran. Und Störfälle passieren nun mal, denn "Irren ist menschlich".
Und ein bisschen Dreck schadet doch niemandem, da ein ganzer Stadtteil letztendlich von diesen Industriearbeitsplätzen profitieren soll.

Und wenn es dann Auffälligkeiten bei der Krebsrate gibt, dann liegt das an der "sozial-schwachen Struktur (hohe Arbeitslosigkeit, Rauchen, Saufen, Lotterleben) und wenn es dann die von Böhrnsen versprochenen 6000 Arbeitsplätze gibt, dann wird Blumenthal wieder das, was es mal war:
eine blühende Stadt.
Um dieses zu erreichen, muss ein bisschen Dreck halt sein.
Wie krank ist das denn?

Hierzu ein Artikel aus dem heutigen Ärzteblatt:
Medizin
Europäische Großstadtluft stört intrauterines (im Mutterleib) Wachstum
Dienstag, 15. Oktober 2013


Kopenhagen/Barcelona – Neun von zehn Stadtbewohnern in der Europäischen Union sind dem heute veröffentlichten Report der Europäischen Umweltagentur (EUA) zufolge Luftschadstoffen in Konzentrationen ausgesetzt, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Darunter leidet laut einer Studie in Lancet Respiratory Medicine (2013; doi: 10.1016/S2213-2600(13)70192-9) auch die vorgeburtliche Entwicklung von Kindern.
Der Londoner Smog gehört der Geschichte an und die Luftqualität in den europäischen Metropolen ist weitaus besser als in Peking oder Singapur, auch wenn in einigen Städten Osteuropas die hohe Schadstoffbelastung in der Luft durchaus spürbar ist. Doch selbst in westeuropäischen Städten liegen die Feinstaub- oder Ozonwerte trotz Umweltzonen häufig über den Grenzwerten, die auf Dauer Gesundheitsschäden auslösen können.
Zwar sind laut dem EUA-Report die Schadstoffkonzentrationen im letzen Jahrzehnt deutlich gesunken. Die Schwefeldioxidkonzentration beispielsweise fiel um 50 Prozent. Dennoch waren zwischen 2009 und 2011 bis zu 96 Prozent der Stadtbewohner in Europa Feinstaubkonzentrationen (PM 2,5) über den WHO-Richtlinien ausgesetzt. Bei bis zu 98 Prozent waren auch die Ozonwerte überschritten. In vielen Städten werden laut EUA auch die (im Vergleich zu den WHO-Empfehlungen) weniger strengen Grenz- beziehungsweise Zielwerte der EU-Rechtsvorschriften verletzt.
Unter der Luftverschmutzung leiden keineswegs nur die Atemwege der Bewohner. Über die Lungen gelangen Schwefeldioxid, Stickoxide, Benzol und Feinstaub auch in den Kreislauf. Luftschadstoffe können auf diese Weise laut dem EUA-Report Kopfschmerzen auslösen, das Nervensystem schädigen, die Funktion von Leber und Milz stören und die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern.
Eine Gruppe um Marie Pedersen vom umweltepidemiologischen Forschungsinstitut CREAL (Centre de Recerca en Epidemiologia Ambiental) in Barcelona kann jetzt zeigen, dass auch die Feten im Uterus (das Ungeborene Kind) in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Gruppe wertete dazu die Daten von 14 Kohortenstudien aus 12 europäischen Ländern (darunter eine aus Duisburg) aus, in denen die Schadstoffbelastung mit dem Geburtsgewicht in Beziehung gesetzt wurde. Außerdem wurde die Verkehrsdichte auf den Straßen im Umkreis von 100 Metern zur Wohnung ermittelt. Die Untersuchung umfasst Daten zu 74.000 Frauen, die zwischen Februar 2004 und Juni 2011 ein Einzelkind zur Welt gebracht hatten.

Ergebnis: Vor allem der Feinstaubgehalt wirkte sich ungünstig auf das Geburtsgewicht aus. Nach den Berechnungen von Pedersen erhöht jeder Anstieg der PM2,5-Konzentration um 5 µg/m3 das Risiko auf ein niedriges Geburtsgewicht um 18 Prozent (adjustierte Odds Ratio 1,18; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,06-1,33). Die Assoziation bestand auch bei niedrigen Feinstaubbelastungen unterhalb des EU-Grenzwerts von 25 µg/m3: Hier stieg das Risiko pro 5-µg/m3-Stufe sogar um 41 Prozent (Odds Ratio 1,41; 1,20–1,65). Für PM10-Werte (Odds Ratio 1,16; 1,00-1,35) und Stickstoffmonoxid (Odds Ratio pro Anstieg um 10µg/m3: 1,09; 1,00-1,19) wurde ebenfalls eine signifikante Assoziation gefunden.
zum Thema
• EUA-Report
• Situation in Deutschland
• Pressemitteilung der EUA
• Abstract der Studie im Lancet
• Pressemitteilung von CREAL
• Stellungnahme des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists
aerzteblatt.de
• Luftverschmutzung verursacht Herzversagen und Lungenkrebs
• Luftverschmutzung fördert Insulinresistenz bei Kindern
• Feinstaub beschleunigt Atherosklerose
Ebenso für die Verkehrsdichte: Pro 5.000 Fahrzeuge am Tag nahm das Risiko auf ein niedriges Geburtsgewicht um 6 Prozent zu (Odds Ratio 1,06; 1,01-1,11). Selbst ein Einfluss auf den Kopfumfang der Kinder, ein allgemeiner Marker für eine Entwicklungs¬störung des Gehirns, war nachweisbar: Pro 5-µg/m3-Stufe PM10 ermittelte Pedersen eine Abnahme des Kopfumfangs um 1,3 Millimeter.
Welche Auswirkungen das verminderte intrauterine Wachstum auf die Entwicklung der Kinder hat, ist unklar. Die Public-Health-Bedeutung ist jedoch enorm. Pedersen schätzt, dass Luftschadstoffe für nicht weniger als 22 Prozent aller Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht verantwortlich sind. Dieses attributable Risiko ist deshalb hoch, weil alle Stadtbewohner betroffen sind, während Schwangere andere vorgeburtliche Risiken wie Rauchen und Passivrauchen oder Alkohol vermeiden können.
Diese Risiken sind, wie das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists in einer Stellungnahme herausstellte, für das einzelne Kind sehr viel höher. Für die Gesellschaft als Ganzes könnte die Luftverschmutzung jedoch den größeren Schaden für die nächste Generation anrichten. © rme/aerzteblatt.de


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zuletzt bearbeitet 16.10.2013 | Top

RE: zum Thema BWK

#7 von Lola , 16.10.2013 08:33

"Nee, letztendlich ist es die Macht der Industrie- und Handelskammer, denen sich alle, egal welcher Coleur beugen sollen."

Du schreibst "beugen sollen", Sie können sich aber auch dagegen wehren, wenn sie sich denn trauen!

Offenbar trauen sich hier in Blumenthal nur eine Handvoll Menschen,ansonsten verstehe ich das so, dass Blumenthal fest in der Hand von Lobbyisten ist, oder?
Muss aber nicht so sein!!

Es ist schön, dass es einen Bebauungsplan gibt, aber die Blumenthaler hätten sich dagegen auflehnen können, weil der Plan als solches Ungereimtheiten aufweist.

Warum ist Bremen so klamm?
Seit vielen Jahren stelle ich mir diese Frage.

Da wird im Beirat lang und breit über Hundefreilaufflächen, Hundehaufen und Papier auf der Straße diskutiert und wie man 10% des Jahresbudgets "abzweigen" kann, damit man selbst darüber verfügen kann in welche Grünflächen es angelegt wird.

Bevor man diese Forderung stellt, sollte man erst einmal ein Konzept vorlegen, wofür man das Geld verwenden will.

Das Projekt "essbare Stadt" hat mir von Anfang an gut gefallen, aber wenn man hier erst einmal hinter die Fassaden geschaut hat dann stellt man fest, wenn das Projekt realisiert wird, dann wirkt es am Ende so, als hätte man ein Abendkleid an und will partout nicht einsehen, dass dreckige und stinkende Schuhe dazu leider nicht passen.

Auch ein Projekt wie die "essbare Stadt" zaubert die Verbrennungsanlage am Zentrum nicht weg. Auch wenn für die Skulpturen einen anderen Standort auf dem Marktplatz bekommen, ist das sehr schön, aber leider will man von den wirklichen Problemen ablenken.

Die "dreckigen und stinkenden Schuhe" sind da und verstecken unter einem Abendkleid nützt gar nichts.

Erst wenn man konsequent handelt, indem man sich dazu bekennt, der Industrie eine klare Absage für das BWK-Gelände erteilt, macht es Sinn die historischen Gebäude mit Fördermitteln zu sanieren. Welches Unternehmen will sich denn dort ansiedeln, wenn es nicht weiß, ob der nächste Nachbar ein Industrieunternehmen sein wird, das möglicherweise mit einer Sondergenehmigung ausgestattet wird.

Solange die Blumenthal Bürger und Geschäftsleute sich weiterhin ihrem Schicksal ergeben und sich nicht wehren, solange wird sich hier positiv für die gesamte Bevölkerung nichts ändern.

Irgendwann kommt auch in Blumenthal den Verantwortlichen vielleicht die Erkenntnis, Geld ist wirklich nicht alles.

Die Rahmenbedingungen sind eine Bringeschuld und müssen stimmen. bevor die Verantwortlichen in Blumenthal die Hand nach öffentlichern Geldern austreckt.

Hier ist schon sehr viel geschrieben worden und es kann sich jeder im Forum daran beteiligen. Es erfordert keinen Mut, sondern es kostet nur ein wenig Überwindung sich dafür stark zu machen und die "Blumenthaler Stimmen" nicht verstummen zu lassen.

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