Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

Grohner Düne: Abriss oder WiN?

#1 von Reinhard , 09.08.2013 10:16

Rechenkunststück

Nachdem das WiN-Gebiet Grohner Düne weitgehend aus den Schlagzeilen der Medien verschwunden ist, hat der Bremer CDU-Vorsitzende und Ex-Wirtschaftssenator jetzt eine alte Idee wieder in die politische Diskussion gebracht: den Abriss der Hochhäuser und einen anschließenden Neubau. Auf dieser Weise soll ein „qualitativer Beitrag“ zur Verbesserung des Wohnungsmarktes geleistet werden.

Das mag durchaus stimmen, wenn damit die Vernichtung preiswerter Wohnungen meint.

Anders sieht die Rechnung jedoch aus, wenn man an die Zahl der gesuchten preiswerten Wohnungen denkt, die in deutschen Groß- und Universitätsstädten vor allem gesucht werden. Hier würde der Abriss von knapp 600 Wohnungen bedeuten, in denen über 1.500 Einwohner leben, von denen fast 90 % einen Migrationshintergrund besitzen, dass diese Wohnungen zunächst einmal fehlen.

Diese Lücke können auch neue Wohnungen auf dem Abriss-Areal in einigen Jahren nicht schließen, wenn man die Verdichtung der Bebauung senkt. Es wird dann weniger Wohnungen geben, die zudem teurer sein werden.

Noch fragwürdiger wird dieser Vorschlag eines ehemaligen Wirtschaftssenators, wenn auf diese Weise der Senat angeblich sein Versprechen einhalten kann, „bis zum Ende des Jahrzehnts in Bremen 14000 neue Wohnungen zu schaffen.“

Soll das etwa ein Hinweis darauf sein, was von Verspechen der Politiker generell zu halten ist, auch wenn sie nicht einmal im Wahlkampf abgegeben werden?

Man lässt erst 600 modernisierte Wohnungen abreißen, die 1997 gebaut wurden, dann vielleicht 200 neue errichten und sich schließlich als Politiker feiern, der „neue Wohnungen geschaffen“ hat.

Da bleibt nur die Frage offen, wer die Kosten dieser Ankurbelung der Bauwirtschaft zu tragen hat.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


[b]Geschmäckle?[/b]

#2 von Reinhard , 15.08.2013 13:37

Geschmäckle?

Der Vorschlag des Bremer CDU-Chefs hat noch ein besonderes Geschmäckle, wie man im Ländle sagen würde. Dieser Hinweis bezieht sich nicht nur auf eine unmittelbare Verbindung zur Bauwirtschaft, sondern auf den Kaufvorschlag. Hier soll einem Immobilienunternehmen ein ganz besonderer Wunsch erfüllt werden, indem die öffentliche Hand eine angebliche „Chance“ nutzt und die Immobilie abnimmt, die der Konzern nicht mehr in seinem Portfolio haben will. Anschließend sollen die Wohnungen dann abgerissen werden. Das sieht nach einem Geschäft aus, bei dem eine „Heuschrecke“ zulasten von Steuerzahlern und Mietern einen Schnitt machen kann.

Sieht so etwa die Wohnungspolitik verantwortungsvoller deutscher Wirtschaftspolitiker aus?

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


Thema: Grohner Düne

#3 von Lola , 15.08.2013 13:56

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,142392.html

Zitat
Deutsche Wohnen AG übernimmt ehemaligen Baubecon-Bestand / Mietverträge nicht berührt - 21.06.2012
422 Wohnungen in der Düne werden verkauft
Von Patricia Brandt

Grohn. Die 422 Wohnungen im vorderen Teil der Grohner Düne wechseln im Laufe des kommenden Monats den Besitzer. Damit rückt der sozial schwierige Komplex einmal mehr in den Blickpunkt. Zumal sich andeutet, dass die Wohnungen schon bald weiterverkauft werden könnten.
Derzeitige Eigentümerin der betreffenden Wohnungen ist die "Barclays Capital" mit Sitz in London. Der Verkauf der Grohner Düne ist dabei lediglich Teil eines Gesamtpakets. Es ist eine milliardenschwere Übernahme, die die börsennotierte Wohnungsgesellschaft mit Unternehmenssitz in Frankfurt am Main Deutsche Wohnen AG anstrebt: "Wir werden 23500 Wohnungen – da ist Bremen dabei – aus den Baubecon-Beständen übernehmen", bestätigte gestern Manuela Damianakis, Leiterin Unternehmenskommunikation Deutsche Wohnen AG, auf Anfrage. Die Baubecon war zeitweise ebenfalls Eigentümerin der Wohnungen.
Zitat Ende

Der Beitrag ist allerdings aus dem Jahr 2012 !


Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


Falscher oder richtiger Zeitpunkt?

#4 von Reinhard , 15.08.2013 16:30

Falscher oder richtiger Zeitpunkt?

Der Vorstoß des CDU-Chefs erscheint zeitlich nicht in die Befindlichkeit der Grohner Düne zu passen; denn hier hat sich nach dem Fortzug krimineller Clanmitglieder die Situation deutlich verbessert. Auch ist gerade ein neues Konzept "Pro Düne" angelaufen, das von der Bremer Uni begleitet wird. Zudem hat die neue Quartiersmanagerin bereits eine Reihe spannender Ideen entwickelt.

Hier scheint man also auf einem guten Weg zu sein, der keinen Abriss erforderlich macht.

Anders stellt sich hingegen offensichtlich die Situation auf der Eigentümerseite dar. So hat im letzten Sommer die Deutsche Wohnen aus Frankfurt, die aus einer Immobilientochter der Deutschen Bank entstanden ist, in einem Paket von 23.000 Wohnen auch 422 Wohnungen im vorderen Teil der Grohner Düne gekauft, die sie jetzt, wie Gerüchte besagen, weiterveräußern möchte, da sich diese relativ kleine Anzahl von Wohnungen in Bremen von einem Konzern mit über 80.000 Wohnungen nicht rentabel verwalten lässt. Da käme daher jetzt sicherlich ein Aufkäufer nicht ungelegen.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


RE: Falscher oder richtiger Zeitpunkt?

#5 von Klueverbaum , 15.08.2013 23:05

Zitat von Lola im Beitrag #3
"Wir werden 23500 Wohnungen – da ist Bremen dabei – aus den Baubecon-Beständen übernehmen", bestätigte gestern Manuela Damianakis, Leiterin Unternehmenskommunikation Deutsche Wohnen AG, auf Anfrage. Die Baubecon war zeitweise ebenfalls Eigentümerin der Wohnungen.
Zitat Ende

Der Beitrag ist allerdings aus dem Jahr 2012 !




Baubecon - da war doch was? Ist das nicht die Firma, die in Blumenthal den sogenannten Kümmerling - ähm Kümmerer - ähm Immobilienstandortmanager stellt???

Klueverbaum  
Klueverbaum
Beiträge: 78
Registriert am: 31.01.2013


RE: "Gewoba kommt wieder nicht zum Zug"

#6 von Lola , 15.04.2014 07:49

https://m.weser-kurier.de/articles/82884...r-nicht-zum-zug

Zitat

Grohner Düne - 14.04.2014
Gewoba kommt wieder nicht zum Zug

Von Patricia Brandt

Der Verkauf der Düne geht offenbar komplett an der Gewoba vorbei. Nachdem bereits der Ankauf des größeren Teils des Betonkomplexes mit 422 Wohnungen gescheitert war, ist dem städtischen Wohnungsunternehmen jetzt auch der Ankauf der restlichen 150 Wohnungen nach Informationen der Norddeutschen entglitten. Bausenator Joachim Lohse (Grüne) bestätigt, dass die Eigentümerin die Verhandlungen derzeit mit einem anderen Bieter weiterführen will.
Zitat Ende


Es handelt sich um 2 Kapitalgesellschaften, wobei die eine -Gewoba- die Verpflichtung hat günstig einzukaufen und die andere Kapitalgesellschaft, die Verkäuferin, zum höchstmöglichen Preis verkaufen will.
Hier braucht die Gewoba geschickte Vertreter um nicht schlechte Wohnungen überteuert zu kaufen.
Ich möchte gleichzeitig an den Beginn dieses Threads erinnern und zwar an Posting 1, 2 u.s.w., denn das Thema wurde im Jahr 2013 schon diskutiert, aber da hieß es "Abriss oder WiN" und jetzt ist man immerhin bei Sanierungsforderungen angekommen.

http://fraktion.cdu-bremen.de/index.php?view=|3962%2C202
Die Forderung der CDU lautet:
Bedingt durch die Versäumnisse des Bausenators fordert die CDU-Fraktion in ihrem Antrag, umgehend sämtliche Möglichkeiten zu nutzen, um die Grohner Düne zum Sanierungsgebiet oder städtebaulichen Entwicklungsgebiet zu erklären. Als stadteigene Wohnungsbaugesellschaft hätte die GEWOBA dadurch zukünftig ein Vorkaufsrecht. „Das muss sofort geschehen und nicht erst wenn die Immobilie in ein paar Jahren wieder zum Verkauf steht“, so Neumeyer. Die Grohner Düne sei integrations-, sozial- und baupolitisch wichtig für Bremen und müsse somit Teil der Stadtentwicklung sein. Die CDU-Fraktion fordert in ihrem Antrag deshalb den Senat auf, ein ressortübergreifendes Konzept zur Beseitigung der Missstände vorzulegen. „Und zwar mit einer klaren Zeitmaßnahmen-Achse sowie einen Finanzierungsplan. Nur so können wir langfristige Verbesserung erreichen.“


Weitere Postings bez.Privatisierung von Wohnungsbaugesellschaften findet man hier:
"Bremische und Beamten-Baugesellschaft bekommen offenbar schon wieder einen neuen Eigentümer

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: "Verkauf der Grohner Düne:Linke fordert Umbau der Gewoba"

#7 von Lola , 18.04.2014 07:34

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,830058.html

Zitat
Verkauf der Grohner Düne - 16.04.2014
Linke fordert Umbau der Gewoba
Von Patricia Brandt

Vegesack. Nach dem verpassten Ankauf der Grohner Düne geht die politische Diskussion weiter. Die Linke-Bürgerschaftsfraktion appelliert an den Senat, Wettbewerbsnachteile der städtischen Wohnungsgesellschaft Gewoba abzustellen.

„Wenn die Gewoba geschlossene Wohnbestände rekommunalisieren soll, muss der Senat dafür sorgen, dass Bremens mit Abstand größter Wohnungsgesellschaft nicht länger die Hände gebunden sind“, kommentiert Claudia Bernhard, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion Linke, Berichte dieser Zeitung, dass die städtische Wohnungsgesellschaft Gewoba jetzt auch bei den Kaufverhandlungen um die ‚Kleine Düne‘ in Vegesack außen vor bleibt.

Die Linke dazu:
Bernhard: „Die bittere Wahrheit ist doch: Bauressort und Gewoba hätten die Düne auch dann nicht gekauft, wenn sie ihnen auf dem Silbertablett angeboten worden wäre – einfach, weil sie beim Preis nicht mithalten wollten.“

Es bleibt spannend wer der nächste Übernahmekandidat für die Grohner Düne sein wird!

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


RE: Neuwieder Straße ist zwar nicht HB-Nord, aber Bremen!

#8 von Lola , 19.04.2014 07:11

https://m.weser-kurier.de/articles/83181...e-fuer-hochhaus

Zitat
Bremen
Neuwieder Straße: SWB zieht Konsequenz aus offener Rechnung - 19.04.2014
Energieversorger droht mit Stromsperre für Hochhaus

Von André Fesser

Die Mieter des Hochhauses in der Neuwieder Straße 1 in Tenever sind verunsichert. In einem Schreiben hat ihnen der Energieversorger SWB am Donnerstag mitgeteilt, dass er Mitte Mai die Allgemeinversorgung des Gebäudes mit Strom einstellen wird. In dem Papier, das unserer Redaktion vorliegt, begründet das Unternehmen den Schritt damit, „dass der Eigentümer des Hauses trotz Zahlungsaufforderung keine ausreichenden Zahlungen (...) geleistet hat“. Für Mieter wie Sabine Lohrmann, die seit vielen Jahren in der Neuwieder Straße wohnt, ist das ein Schock: „Ich bin fast vom Stuhl gefallen“, sagt sie. „Mit so etwas hätte ich überhaupt nicht gerechnet.“

Eigentümer des Gebäudes ist der private Immobilienkonzern Grand City Property, das Unternehmen also, das kürzlich durch den Kauf eines Teils der Hochhaussiedlung Grohner Düne für Aufsehen gesorgt hatte. Es ist auch das Unternehmen, das in Bremen seit Langem in der Kritik steht, weil ihm vorgeworfen wird, notwendige Sanierungen an seinen Objekten nicht vorzunehmen. Nun die drohende Stromsperre für ein Haus mit mehr als 90 Wohneinheiten. Das Unternehmen selbst hat auf Anfrage unserer Redaktion zu der Angelegenheit bisher keine Stellung genommen. Nach Angaben der SWB hat sich aber inzwischen ein Vertreter der Hausverwaltung bei dem Energieversorger gemeldet und um die neuerliche Zusendung der Rechnung gebeten. Eventuell fließt nun doch noch Geld, und die Mieter kommen um die Stromsperre herum.
Zitat Ende

Es ist schon erschreckend welche Auswirkungen die damalige Privatisierung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, auf die heutigen Bewohner dieser Immobilien inzwischen hat.

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


Ein dritter Weg

#9 von Reinhard , 21.04.2014 14:50

Ein dritter Weg

In den letzten Tagen wurde die Situation der Mieter in den WiN-Gebieten Tenever, Grohner Düne und Lüssum in der Presse geschildert. Nach diesen Berichten kann man den Eindruck gewinnen, dass die Mieter praktisch rechtlos der Willkür einiger privater Wohnungsbaugesellschaften ausgeliefert sind, die ihre Kosten skrupellos zulasten der Mieter reduzieren, um höhere Profite zu erzielen.

Um den geschilderten nicht nur für die Mieter unzumutbaren Zuständen zu entgehen, haben einige Parteien auf den ersten Blick verführerische Vorschläge gemacht, deren Implikationen offenbar kaum bedacht werden. So wollen etwa die Wutbürger die Probleme durch den Abriss der Düne radikal beseitigen, wobei allerdings offenbleibt, wo man die jetzigen Bewohner mit preiswertem Wohnraum versorgen will. Auf der anderen Seite will die Linke durch einen Aufkauf der Immobilien durch die Gewoba die Mieter vor ausbeuterischen Miethaien schützen. Das soll die Stadtgemeinde Bremen als Mehrheitsaktionär sicherstellen, obwohl auch die Commerzbank an dieser AG beteiligt ist.

Vergessen wird bei diesen Forderungen offenbar, wer die Kosten für diese Vorschläge tragen soll, wenn die bestehenden Immobilien abgerissen werden oder man einen Preis für die Übernahme der Düne zahlen soll, der über einer von der Kalkulation der Gewoba gerechtfertigten Schwelle liegt.

Für diese empfohlene Wertvernichtung werden im Endeffekt die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden müssen bzw. dürfte sich durch eine weitere Schuldenaufnahme die ohnehin wenig rosige Zukunftserwartung für Bremen weiter verschlechtern. Schließlich handelt es sich bei dieen Ausgaben nicht um Investitionen in die Zukunft wie etwa im Bildungsbereich, sondern um die Vernichtung von vorhandenen Werten und die Zahlung von Werten, die vermutlich bei einer korrekten Bewirtschaftung gar nicht vorhanden sind.

Dabei sind diese weiteren Schulden gar nicht notwendig, falls man sich mit den Mechanismen des Wohnungsmarktes beschäftigt und nach ihnen handelt. Wenn man einmal unterstellt, dass die privaten Wohnungsbaugesellschaften die Kosten senken wollen, um ihren Profit zu steigern, geht das nur, wenn keine geeignete Gegenreaktion der Mieter auf diese Politik erfolgt. Man könnte es mit einem Arbeitsmarkt vergleichen, auf dem die Arbeitnehmer weder streiken oder ihren Arbeitgeber wechseln, sondern höchstens über eine Zeitung ihre missliche Lage beklagen.

Wie wir alle wissen, sorgen die Gewerkschaften für ganz andere Reaktionen. Das ist auch auf dem Wohnungsmarkt möglich, wenn sich die Bewohner etwa einer großen Immobilie zusammenschließen und mit einem kollektiven Auszug drohen.

In diesem Fall hat jedoch der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass die Mieter gesicherte Rechte haben, da sie eine Wohnung nicht so leicht wechseln können wie einen Stromanbieter oder eine Kaffeesorte, deren Qualität oder Preis nicht mehr ihren Vorstellungen entspricht. So können Minderungen des Mietwertes von der Miete abgezogen werden.

Dabei ist in den WiN-Gebieten zu berücksichtigen, dass hier die Mieten sehr häufig vom Sozialamt gezahlt werden. Um Mietminderungen durchzusetzen, müsste sich also das Sozialamt nicht nur als Auszahlungsautomat verstehen, sondern wie ein privater Mieter, der jeweils nur die Miete zahlt, die aufgrund des tatsächlichen Mietwertes gerechtfertigt ist. Nur wenn sich die fehlende Beseitigung von Wohnungsmängeln auch auf die Einnahmen einer Wohnungsgesellschaft auswirkt, kann schließlich der Markt wirken. Im anderen Fall werden nicht die gut arbeitenden Gesellschaften begünstigt, sondern die größten Kostendrücker. So sorgen die Mieter und die Sozialbehörden von der Tendenz her für eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten der größten Miethaie.

Neben den Sozialbehörden können selbstverständlich auch die Mieter aktiv werden. Dazu könnte beitragen, wenn im Rahmen der WiN-Projekte nicht nur Back- und Tanzkursen veranstaltet werden, sondern es auch Informationen über das Mietrecht gibt.

Man muss also nicht immer nur über Missstände klagen, sondern kann innerhalb der bestehenden Rechte für erhebliche Verbesserungen sorgen, deren Kosten nicht einmal der Allgemeinheit aufgebürdet werden müssen, wie es manche Politiker gern vorschlagen.

Reinhard  
Reinhard
Beiträge: 1.139
Registriert am: 24.01.2013


RE:"Bausenator will gegen Immobilienspekulation vorgehen"

#10 von Lola , 23.04.2014 07:25

http://www.weser-kurier.de/bremen_artike...rid,833805.html

Zitat
Nach Verkauf der Grohner Düne plant Joachim Lohse eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe / Ziel ist Ausweisung als Sanierungsgebiet - 23.04.2014
Bausenator will gegen Immobilienspekulation vorgehen
Von Sara Sundermann

Nachdem zuletzt problematische Wohnblocks in Bremen mehrfach den Besitzer gewechselt haben, will Bausenator Joachim Lohse (Grüne) etwas gegen Spekulationen auf dem Bremer Immobilienmarkt unternehmen. Der Großteil der Wohnungen im Brennpunkt-Wohnblock Grohner Düne wurde im März an das umstrittene Immobilienunternehmen Grand City Property verkauft und nicht an die ebenfalls mitbietende städtische Gewoba. Dass es der Gewoba nicht gelang, die Wohnungen zu kaufen, sorgte für Kritik. Auch für den Verkauf der restlichen 150 Wohnungen gibt es derzeit Lohse zufolge keine Verhandlungen mehr mit der Gewoba.

Im Bericht heißt es weiter:
"In Bremen haben Fonds- und sogenannte Familiengesellschaften die Wohnungsbestände aus den 70er-Jahren ins Visier genommen“, so die Analyse der Baubehörde. Wohnblöcke wie zum Beispiel die Grohner Düne seien gut belegt, und die Miete werde oft vom Amt getragen. „Diese Objekte sind bei potenziellen Geldanlegern heiß begehrt, weil die Rendite sicher ist“, heißt es, „allerdings investieren sie nicht in den Erhalt der Häuser.“
Zitat Ende

Vielleicht sollte man zusätzlich dazu übergehen, dass das Amt für Soziale Dienste die Miete nicht direkt überweist, sondern wie man es mit den kleinen privaten Wohnungsvermietern handhabt, dass die Miete an den Mieter überwiesen wird und der zahlt dann an den Vermieter. Das wäre dann außerdem noch eine Chancengleichheit in Sachen Vermietung.
Vielleicht sind die Wohnungen dann für Spekulanten nicht mehr so interessant.
Möglicherweise sind die Mieter kritischer, als das Amt für Soziale Dienste und nehmen Mißstände nicht mehr so ohne weiteres hin, wenn es sich um "ihr" Geld handelt.

Sollte der Mieter die Miete an die Wohnungsgesellschaft nicht weiterleiten, dann hat diese eben Pech gehabt und muß den gesetzlichen Weg beschreiten, den jeder kleine Vermieter auch nehmen muss. Vielleicht ziehen die Spekulanten dann ab, denn welcher Spekulant will Wohnungen in seinem Portfolio haben wo der Mietfluss unsicher ist. Oder gibt es da auch Unterschiede?

Bremen ist so klamm und kann es sich überhaupt nicht leisten einfach Mieten zu zahlen, ohne zu prüfen ob sie überhaupt den Mietpreis wert sind.

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


"Ich schäme mich, hier zu wohnen"

#11 von Lola , 15.05.2014 19:03

https://m.weser-kurier.de/articles/85107...-hier-zu-wohnen

Zitat

Bremen
Grohner Düne: Anwohner im Gespräch mit neuem Eigentümer - 14.05.2014
"Ich schäme mich, hier zu wohnen"

Von KIRA PIEPER

Die neue Verwaltungsgesellschaft der Grohner Düne, die Firma Grand City Property, hat sich den Bewohnern vorgestellt. Nur wenige Anwohner hatten von dem Termin erfahren, somit konnten auch nur wenige die Möglichkeit nutzen, ihrem Ärger über Missstände Luft zu machen.
Zitat Ende

Hier im Forum kam schon der Hinweis, dass die Miete sehr häufig vom Sozialamt gezahlt wird und da ist die Sozialbehörde aufgefordert tätig zu werden, was überhaupt für die Mieten geleistet wird.

Es gibt nämlich die Möglichkeit der Mietminderung.

Vielleicht sollte die Sozialbehörde sich mal sachkundig machen, wöfür sie die Steuergelder ausgibt.

Es kann nicht sein, dass die Stadt Bremen dafür sorgt, dass Wohnungsbaugesellschaften ihren Profit machen und Geld ausgegeben wird für Wohnraum, der sich offenbar in einem desolaten Zustand befindet.

Die verantwortlichen Beamten sollten sich fragen ob sie hier wohnen möchten und ob sie ihr Gehalt für derartigen Wohnraum ausgeben würden und darum haben Behörden, wie das Sozialamt, die Verpflichtung mit Steuergeldern sensibel umzugehen, selbst wenn man Konflikte am liebsten vermeiden möchte, aber häufig ist es eben unerläßlich, denn es geht schließlich um Steuergelder und Bremen ist bekannlich sehr "klamm".

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


"Grohner Düne komplett verkauft"

#12 von Lola , 23.05.2014 17:07

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,856286.html

Zitat
Konzern erwirbt restliche Wohnungen - 21.05.2014
Grohner Düne komplett verkauft
Von Patricia Brandt

Vegesack. Nachdem Senat und Bürgerschaft in dieser Woche das weitere Vorgehen in Bremens größtem sozialen Brennpunkt beschlossen haben, ist der Verkauf der Grohner Düne komplett an der Gewoba vorbeigegangen: Der Immobilienkonzern Grand City Property hat inzwischen auch den zweiten, kleineren Teil der Hochhaussiedlung erworben. Damit wird der Konzern die Verwaltung und Vermietung der insgesamt 570 Wohnungen in der Anlage übernehmen. Das bestätigte am Mittwoch Firmensprecherin Kerstin Petersen.

Zitat Ende

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


"Ein Kauf der Grohner Düne wäre das Beste"

#13 von Lola2 , 04.01.2016 08:35

http://www.weser-kurier.de/region/die-no...id,1283766.html

Zitat
Beiratssprecher Jürgen Hartwig über den Arbeitskreis Bremen-Nord und die Entwicklung Vegesacks
„Ein Kauf der Grohner Düne wäre das Beste“
04.01.2016 0 Kommentare

Neues Jahr, neue Debatten, neue Entscheidungen: Welche Themen wollen Nordbremer Beiräte in 2016 vorantreiben, welche abschließen? Was ist aus ihrer Sicht in den Stadtteilen gut, was schlecht gelaufen? Antworten geben ihre Sprecher. DIE NORDDEUTSCHE hat sich mit ihnen zu Gesprächen über Quartiere, Chancen und Versäumnisse getroffen. Lesen Sie heute das Interview mit dem Vegesacker Beiratssprecher Jürgen Hartwig (SPD). Er macht den Anfang.
Zitat Ende

Lola2  
Lola2
Beiträge: 956
Registriert am: 29.06.2014


"SOS-Kinderdorf will direkt in der Grohner Düne aktiv werden"

#14 von Lola , 08.07.2016 21:00

Die Norddeutsche v. 8.7.2016 ....Projekt gegen Armut - SOS-Kinderdorf will direkt in der Grohner Düne Düne aktiv werden

Zitat
Bis zu 50 Kinder aus der Grohner Düne leiden täglich Hunger. Um sie kümmert sich nach der Schule niemand. Weder steht für die Jungen und Mädchen ein warmes Mittagessen auf dem Tisch , noch werden sie bei den Hausaufgaben betreut. Das hat die Organisation SOS-Kinderdörfer ermittelt. Die Einrichtung mit Sitz in Worpswede will dafür sorgen, dass sich noch ab diesem Jahr Fachkräfte um die Kinder aus den Blöcken kümmern.
Zitat Ende

Sollte in Kürze ein Link zur Verfügung stehen, stelle ich ihn ein, damit jeder Interessierte den kompletten Beitrag aufrufen kann.

Lola  
Lola
Beiträge: 1.197
Registriert am: 24.01.2013


   

"Haven Höövt droht der Teilabriss"
"Machtspieler – Friedrich Hennemann und der Untergang des Bremer Vulkan"

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen