Kraftwerk Farge (Quelle: wikipedia)

RE: Bremische Stadtentwicklungspolitik

#76 von Lola , 30.11.2013 08:58

http://www.weser-kurier.de/startseite_ar...rid,723354.html
Zitat

Bremen verändert Bebauungsplan - 30.11.2013
Mehr Wohnen in der Innenstadt
Von Jürgen HInrichs

Bremen. Wohnen zwischen Wall und Weser: Was in Bremen zurzeit noch vergleichsweise wenigen Menschen vergönnt ist, soll als Angebot deutlich ausgeweitet werden. Nach einem Beschluss der rot-grünen Mehrheit in der Bürgerschaft hat die Bauverwaltung das Konzept für einen neuen Bebauungsplan erarbeitet. Ziel ist, mehr Flächen auszuweisen, auf denen in Zukunft neben Gewerbe auch Wohnen möglich ist. Der grobe Plan dafür liegt unserer Zeitung vor. Im Januar soll die Öffentlichkeit informiert werden.
Zitat Ende

Vielleicht nimmt es ja für den B-Plan 1288 auch noch ein gutes Ende und offenbar ist die rechtzeitige Änderung eines Bauplans durchaus möglich.


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Doch noch eine zweite Leipziger Baumwollspinnerei?

#77 von Reinhard , 05.12.2013 13:02

Doch noch eine zweite Leipziger Baumwollspinnerei?

Nach den Sozialdemokraten hat sich auch ihr Bremer Koalitionspartner Gedanken zu einer stärkeren Ausrichtung des ehemaligen BWK-Geländes für eine kulturell-künstlerische Nutzung gemacht. Dabei ist in einem Änderungsantrag der Grünen eine Ergänzung zu dem von der SPD vorgeschlagenen „Kultur-Treffpunkt“ vorgesehen. So soll die Bereitstellung der ehemaligen BWK-Gebäude für Künstler und Jungunternehmer geprüft werden, die hier Ateliers und Arbeitsräume (Lofts) nutzen können. Die Vermarktung soll durch die Bremer Wirtschaftförderungsgesellschaft (WFB) erfolgen.

Als Beispiel wird explizit die Überseestadt genannt. Eine Entwicklung, die von einem Kultur-Treffpunkt und Ateliers-Gebäuden ausgeht, ähnelt jedoch vermutlich mehr der heutigen Situation der ehemaligen Leipziger Baumwollspinnerei.

Das könnte jetzt einen raschen Test des „Kompromisses“ sein, den der B-Plan 1288 vorsieht. Wird man genügend Künstlerinnen und Künstler finden können, die hier trotz der zukünftig möglichen industriellen Umgebung in ihrer Nachbarschaft einen geeigneten Standort für ihr Schaffen sehen werden? Oder haben vielleicht mögliche gewerbliche Interessenten dann Sorgen wegen ständiger Konflikte?

Eine schnelle Probe aufs Exempel kann hier immerhin noch zu einer Korrektur der Bebauungsplanung führen, wenn man mit potenziellen Nutzern ins Gespräch kommt.

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Empirische Bestätigung

#78 von Reinhard , 14.12.2013 14:04

Empirische Bestätigung

Die in diesem Thread geäußerte Befürchtung, dass ein Industrie- und Gewerbegebiet auf dem BWK-Gelände auch die Sozialstruktur der angrenzenden Wohngebiete beeinflusst, ist nicht nur eine fragwürdige Vermutung. Eine Auswertung der Daten für die angrenzenden Baublöcke im Zeitraum 2009-2012 belegt vielmehr eindeutig diese Erwartung.

Vermutlich aufgrund des relativ niedrigen Mietniveaus waren offensichtlich vor allem Hartz IV-Empfänger und Arbeitslose gezwungen, in der Nachbarschaft der weiterhin arbeitenden Industriebetriebe eine Wohnung zu suchen. Damit scheint hier ein Quartier einkommensschwacher Haushalte zu entstehen, das sich gegenläufig zur sinkenden Arbeitslosigkeit und zum geringeren Bedarf an Transferleistungen im übrigen Bremen entwickelt.

Aber auch wenn man darauf verzichtet, den negativen Trend fortzuschreiben, sind hier bereits jetzt Baublöcke entstanden, in denen jeder Dritte arbeitslos und zusätzlich jeder dritte Haushalt auf Hartz IV-Leistungen angewiesen ist.

Bei diesen Fakten dürfte es schwer fallen, von einem Industrie- und Gewerbegebiet auf dem BWK-Gelände einen Abbau der sozialen Probleme Blumenthals zu erwarten. Die nackten Zahlen sprechen eher für eine gegenläufige Entwicklung.

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Auch eine Erfolgsmessung

#79 von Reinhard , 18.12.2013 11:41

Auch eine Erfolgsmessung

Der Arbeitskreis Bremen-Nord, der vom Bürgermeister ins Leben gerufen wurde, bei der Senatskanzlei angesiedelt ist und inzwischen von der Presse abgekürzt als Böhrnen-Arbeitskreis bezeichnet wird, hat es nicht leicht. So steht er durch die Ankündigung des Bürgermeisters unter Zugzwang, der in Bremen-Nord 6.000 Arbeitsplätze versprochen hat, ohne dabei auf Einzelheiten einzugehen.

Zudem hat er gleich beim Start des Arbeitskreises Bremen-Nord auf die „Daten des Statistischen Landesamtes verwiesen und daraus den Schluss gezogen, „dass mehr Einwohner in Bremen-Nord gehalten oder neu gewonnen werden müssen“.

Anscheinend hat bei der Entwicklung eines großen Wurfs für Bremen, den man sich anscheinend zunächst von einem verbesserten Image des Stadtbezirks versprochen hat, auch der Ausschluss der Öffentlichkeit von den Sitzungen nicht geholfen, von denen nicht einmal Protokolle veröffentlicht werden. Man kann also von dem Verlauf der Diskussionen nichts erfahren, sondern nur wie jetzt in dieser Woche anschließend einer „Zwischenbilanz verschiedener Vorhaben“ vertrauen.

Immerhin gab es jetzt schon die siebte Sitzung des Arbeitskreises, obwohl Blumenthals Ortsamtsleiter vor dem ersten Treffen erklärt hatte, er brauche „nicht noch drei Gesprächsrunden".

In der abschließenden Information der Medien am Montagabend war allerdings von statistischen Bilanzen, die das Resultat von positiven und negativen Entwicklungen erkennen lassen, nicht die Rede. Es ging ausschließlich um eine Auflistung von „Fortschritten“, wie sie der Arbeitskreis sieht.

Was damit konkret gemeint ist, lässt sich leicht am Ortsteil Blumenthal und dem BWK-Gelände erkennen. Hier wird bereits auf der positiven Seite verbucht, wofür recht spät Geld bereitgestellt wurde, was möglicherweise realisiert wird, was bereits zu einem früheren Termin angekündigt war und auch Maßnahmen, über deren Auswirkungen die Statistik des Statistischen Landesamtes keine positiven Prognosen erwarten lassen.

Das gilt etwa für die spät und ohne ein bisher veröffentlichtes Handlungskonzept eingestellte Quartiersmanagerin.

Das BWK-Gelände selbst ist gleich dreimal unmittelbar betroffen. So wird berichtet, dass durch die „Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrensplanverfahrens“, demnächst Rechtssicherheit für die weiteren Erschließungsmaßnahmen sowie zukünftige ansiedlungswillige Firmen auf diesem großen Areal an der Weser“ erreicht werden kann. Eine Aussage, die einen Leser nachdenklich machen kann, wenn er noch an der symbolischen Spatenstich vor Kurzem und die weiteren Ankündigungen denkt. Erfolgen die Maßnahmen und Gespräche etwa ohne eine gesicherte Rechtsgrundlage?

Auch sollen sich – wieder einmal, könnte man wohl ergänzen - „für große Flächen an der Wasserseite „bereits Firmen“ interessieren. Dabei wird allerdings nichts darüber gesagt, ob dabei die Kaje ein Grund für die Standortwahl ist oder ein Entgegenkommen bei den Grundstückspreisen für diese attraktive Lage, die bei einer anderen Nutzung sicherlich ein Mehrfaches in das klamme Stadtsäckel bringen würde.

Sogar von den Arkadengebäuden wird nach langer Zeit wieder etwas berichtet, auch wenn die Nachricht an einen noch nicht gedrehten Film „Und jährlich grüßt das Murmeltier“ erinnert. Immerhin wurde vor fast genau einem Jahr am 18.12.1012 durch eine Pressemeldung der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) eine „Vitalisierung“ angekündigt und für den Mai dieses Jahres der „Baustart“ versprochen. Da ist man jetzt vorsichtiger geworden und erwähnt nur noch „Verkaufsverhandlungen“, die sich „bereits auf der Zielgeraden“ befinden, „sodass dort demnächst die Umbau- und Sanierungsarbeiten beginnen können“.

Ein derartiger Baustart ist sicherlich demnächst prinzipiell nicht ausgeschlossen. Erwartbarer sind jedoch die Auswirkungen der weiterhin angestrebten industriellen und gewerblichen Nutzung des BWK-Geländes, wenn man die Statistiken des Statistischen Landesamtes wirklich hinzuzieht und analysiert.

Oder glaubt der Arbeitskreis, dass sich die Blumenthaler nicht mehr durch das soziale Umkippen ganzer Quartiere schocken lassen, da sie sich, wie ihr Ortsamtsleiter vor dem ersten Treffen des Arbeitskreises den Medien gegenüber erklärt hat, „zu sehr in ihrem Elend eingerichtet“ haben?

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Was Bilder sagen können

#80 von Reinhard , 22.01.2014 11:30

Was Bilder sagen können

In der heutigen Ausgabe des BLV findet man zwei „Sonderseiten“ (Seiten 14 und 15) mit der Überschrift „Gewerbegebiet BWK / VULKAN. Starke Dienstleister und Gewerbetreibende stehen für Innovation, lokale Entwicklungschancen und vielseitigen Branchenmix“

Auf den beiden Seiten stehen Anzeigen der bereits dort vorhandenen wenigen Gewerbetriebe (Catering, Lackierzentrum und Tischlerei im Blumenthaler Gebiet). Beteiligt haben sich jedoch nicht die Großen und weniger Imageträchtigen, also Brewa, Chemiefaser und HKW.

Vor allem fallen jedoch die beiden riesigen Fotos oder Fotomontagen auf, die nicht beschriftet sind und daher offenbar keinem realen Zeitpunkt in der Geschichte oder auch Zukunft dieses Areals zugeordnet werden können.

Nicht einmal die Vorgaben durch den Bebauungsplan 1288 wurden hier berücksichtigt, denn der immer wieder herausgestellte direkte Zugang vom Blumenthaler Zentrum zur Weser und auch der Weserradweg fehlen. Er wird durch Mengen an Fahrzeugen und Containern versperrt, die das gesamte Areal am Fluss für sich beanspruchen. Von dem ursprünglich einmal prämierten Masterplan Blumenthals ist somit kaum etwas übriggeblieben. Das müsste sogar die sonst gewerbefreundliche Blumenthaler SPD auf den Plan rufen, die sich zumindest für diese beiden zentralen städtebaulichen Elemente, die den Wohnwert Blumenthals steigern sollen, eingesetzt hat.

Es sieht daher so aus, also habe sich der Eigentümer einmal seine Wunschvorstellung wenigstens in einer Fotomontage realisieren lassen: ein voll bebautes und genutztes Logistik- und Gewerbegebiet, das in nichts mehr an die heutige und bereits seit Jahren bestehende Industriebrache erinnert, für die sich kaum Kaufinteressenten finden lassen, was schon die BWK feststellen musste.

Oder hofft der Eigentümer, nach und nach aufgrund seines Einflusses den Bebauungsplan noch in diese Richtung ändern zu können, wenn man die Entscheidungsträger mit einem wunderschönen intakten Logistik- und Gewerbegebiet im Sonnenlicht beeindruckt?

Und warum werden diese Sonderseiten gerade jetzt veröffentlicht?

Läuft die Sache auch nach dem symbolischen Spatenstich nicht so, wie es sich der Eigentümer verspricht, sodass man eine entsprechende Imagewerbung benötigt?

Man wird schließlich sicherlich nicht versuchen wollen, eine durch Anzeigen finanzierte Zeitung von einer sachlichen und damit auch manchmal kritischen Berichterstattung abzuhalten.


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zuletzt bearbeitet 22.01.2014 | Top

RE: Was Bilder sagen können

#81 von fight4yrights , 22.01.2014 17:46

Die Bilder suggerieren Zeiten, die es gar nicht mehr gibt. Die Autos sind weg. Egerland hat Kurzarbeit angemeldet und braucht dort sowieso keine Flächen mehr.
Auf dem BWK Gelände werden jetzt ordentlich Straßen gebaut und das Wasserschutzgebiet,
- man höre und staune! - umfaßt das ganze BWK Gelände bis zur Chemiefaser und bis an die Weser
Das EVA Gelände ist nicht im Wasserschutzgebiet, aber das HKW.
Neulichs auf einem Gang über das BWK Gelände wurden dort zwei Tankautos ent"pumpt". Was für eine Art von Flüssigmüll kann das denn gewesen sein???? Gelbe Säcke und andere Feststoffe kommen in Containern.
Aber die Blumenthaler begreifen nur ganz langsam, dass das Gewerbeaufsichtsamt vielleicht doch nicht so genau hinschaut...
Bisschen Dreck hat bekanntlich noch keinem geschadet (siehe Tanklager) und die Blumenthaler sind sowieso hart im Nehmen.

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RE: Was Bilder sagen können

#82 von Lola , 22.01.2014 20:12

http://www.youtube.com/watch?v=tNpdfpmSoeM


Zitat eines Kommentars"
"Diese Art von Kunst ist einfach zeitlos und jedesmal, wenn man das hört, fallen uns Parallelen in zu gegenwärtigen Ereignissen ein. "

So isses!


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RE: Was Bilder sagen können

#83 von fight4yrights , 23.01.2014 19:02


Gut, dass ich kein Keiner bin....
LG


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zuletzt bearbeitet 23.01.2014 | Top

Tatsächlicher Engpass

#84 von Reinhard , 24.02.2014 09:35

Tatsächlicher Engpass

Was hier im Thread bereits mehrfach anhand ökonomischer Studien herausgestellt wurde, konnte jetzt der Bremer SPD-Bürgermeister auch ganz konkret aus dem Mund von Unternehmern in Bremen-Nord erfahren. Während die Blumenthaler Mehrheitsparteien immer noch an die Wunderwirkungen von einem Industriegebiet auf dem ehemaligen BWK-Gelände glauben, das für einen Aufschwung mit weniger Arbeitslosen in diesem Stadtteil sorgen soll, zeigt sich an dem konkreten Beispiel, dass der heutige Arbeitsmarkt nicht mehr mit dem in jener Zeit vergleichbar ist, als die BWK noch 1.000 Mitarbeiter und mehr beschäftigte.

Bei seinem Besuch der Yachtwerft Meyer wurde dem Bürgermeister „der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften als Problem dargestellt“, wie der Weser-Kurier informiert.

Das wirft ein deutliches Licht auf die tatsächlichen Engpässe auf dem deutschen und Bremer Arbeitsmarkt. Man kann daher nicht erklären, einige Blumenthaler seien nicht „mit dem Abitur geboren“ und auf zukünftige gewerbliche Arbeitsplätze hoffen. Auf diese Beschäftigungsmöglichkeiten für wenig Qualifizierte wird man lange warten müssen, da deren Zeit in Deutschland mit seinem hohen Lohnniveau vorbei ist. Eine kluge und vorausschauende Politik setzt daher auf Qualifizierungsmaßnahmen und die entsprechenden Arbeitsplätze. Das sollte auch für Blumenthal und seine Entwicklungschance, das BWK-Gelände, gelten.


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zuletzt bearbeitet 25.02.2014 | Top

RE: "Bürgerbeteiligung ohne Bürger"

#85 von Lola , 07.03.2014 09:01

so lautet die Überschrift eines Beitrages in der heutigen Ausgabe des Weser Kurier - Seite 2 - Lokales
http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,796658.html

Herr Lohse bemängelt "Geringes Interesse an Verkehrsentwicklung 2025" und im Beitrag wurde auch Bremen-Nord bzw. Blumenthal mit dem Umbau vom Bahnhof und die dortige Änderung der Straßenführung "Ständer" erwähnt.

Im letzten Jahr wurde auf einer öffentlichen Veranstaltung der B-Plan 1288 sowie Umbau Ständer und Bahnhof Blumenthal vorgestellt.

Zum B-Plan 1288 hat es eine schriftliche Stellungnahme von einer Bürgerin gegeben, die sich Rat und Hilfe bei einem Stadtforscher geholt hat. Vielleicht sollte Herr Lohse einfach mal in seiner Behörde prüfen ob man dort die "Bürgerbeteiligung" ebenso positiv sieht wie er.
Vielleicht ist die Basis der Behörde ganz anderer Meinung und bei den Bürgern wird die Lust zur Beteiligung sozusagen "im Keim erstickt".

Was macht es für einen Sinn die Bürger zur Beteiligung aufzurufen und gleichzeitig müssen diese, wenn sie sich dann beteiligt haben, eine Petition bei der Bürgerschaft einreichen um dieses Recht, was ihnen per Gesetz zugebilligt wurde, überhaupt zu bekommen.
Als Bürgerin gewinne ich den Eindruck, dass diese Aufrufe zur Bürgerbeteiligung mehr oder weniger eine Alibifunktion haben um nach außen hin zu zeigen "seht her, bei uns wird Demokratie wirklich gelebt und umgesetzt".

Es ist etwas zu einfach den Bürgern mangelndes Interesse zu bescheinigen.

Ich bin von unserem "demokratischen Bremen" ziemlich desillusioniert und erst gestern habe ich in der Zeitung einen ganz wichtigen Satz gelesen

............................................" dass die Behörden von den Bürgern gewählt und bezahlt werden.".......................................................

Vielleicht wird das einfach zu selten gesagt!"

(Quelle Krebsregister (3) Posting 37)


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"Ringstraße auf der BWK bleibt unvollendet"

#86 von Lola , 11.03.2014 07:18

Zitat
Stadt und Heizkraftwerk können sich nicht auf Lückenschluss einigen/ Wendehämmer als Provisorium"

Bei der Erschließung weiterer Gewerbeflächen auf dem BWK-Gelände sind Probleme aufgetaucht. Die geplante Ringstraße im südlichen Teil des Areals kann in der bisher vorgesehenen Form nicht realisiert werden, weil das dort ansässige Heizkraftwerk (HKW) den Verkauf eines Grundstücks verweigert. Die Trasse muss deshalb im westlichen Teil unterbrochen werden. Sie wird vorerst in zwei Wendehämmern enden.
Die Lücke in der Ringstraße ist für die Wirtschaftsbehörde ein Ärgernis, denn im Großen und Ganzen sei sie sich mit dem HKW und dem Klärwerksbetreiber Brewa über ein ganzes Bündel an Grundstücksgeschäften und Entschädigungen für Leitungs-und Wegerechte einig.
Zitat Ende

Leider ist der Artikel im Internet noch nicht abrufbar, sodass ich keinen Link einfügen kann.

Quelle: Die Norddeutsche Ausgabe 11.3.2014 - Seite 1 - Autor Jürgen Theiner


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zuletzt bearbeitet 11.03.2014 | Top

Zukunftsprojekt „Planungstourismus?

#87 von Reinhard , 16.03.2014 10:56

Zukunftsprojekt „Planungstourismus?


Inzwischen ist das Bauamt Bremen-Nord in die politische Kritik geraten. Anlass dafür ist nicht der B-Plan 1288, sondern die „Verschleppung und Investorenfeindlichkeit“ beim Umbau des Blumenthaler Bahnhofs und dem Bau der Seniorenwohnanlage Fichtenhof. So bezeichnet zumindest die CDU das Verhalten der Baubehörde.

Das sind sehr sachliche Verwaltungsfragen, an denen viel Geld der betroffenen Investoren hängt.

Diese prosaischen Aspekte lassen einige fast einmalige Leistungen der Städteplaner im Stadthaus Vegesack vergessen. Dabei konnte man dort einem interessierten Publikum gerade eine weitere kuriose Innovation bei der Planung des alten BWK-Betirebsgeländes vermelden.

Bisher hatte der Bebauungsplan 1288 bekanntlich bereits zwei Vorschläge auf das geduldige Planerpapier gebracht, die ihren Realitätstest noch nicht bestanden haben. Man kann und muss daher einige Fragezeichen vermerken, da die Erfahrungen in anderen Gebieten und nicht zuletzt auch in Blumenthaler Zentrum selbst deutlich negativ ausfallen.

So sollen hier nach dem veröffentlichten letzten Planentwurf Nutzungen auf benachbarten Flächen anscheinend problemlos möglich sein, die üblicherweise zu vielen Konflikten führen. Es sollen sich nicht nur in der Theorie der Planer, sondern auch später in der gebauten Realität beispielsweise Gäste der Außengastronomie vor einem der historischen BWK-Gebäude über den Rauch und Gestank im angrenzenden Industriegebiet freuen, wie es ihnen der Bremer Wirtschaftssenator versprochen hat.

Vielleicht brechen die Gäste jedoch auch zu einer ganz besonderen Sehenswürdigkeit des Gebiets auf: zu einer Kaje, die es möglicherweise geben kann, von der aus Güter nicht zu einer unmittelbar benachbarten Straße, sondern über den Weser-Fuß- und Radweg hinweg durch einen Kran Lasten gehoben werden, was aufgrund der damit verbundenen Gefahren generell gar nicht zulässig ist. Hier müssten daher bei den Ladearbeiten Sperrungen erfolgen.

Jetzt soll eine weitere Konfliktlösung in den B-Plan 1288 eingebaut werden, die eine ganz spezielle Sicht auf die Geometrie erkennen lässt und an Planungen der Stadt Schilda erinnert. Es geht dabei um einen Kreis, der gar keiner ist, da der Kreisumfang durch zwei Wendehämmer unterbrochen ist. Der angestrebte Kreisverkehr, der üblicherweise besonders flüssig sein soll, kann also nicht mehr stattfinden.

Mit großer Spannung kann man bei diesen Vorgaben erwarten, was die überarbeitete Version des B-Plans bringen wird. Nach einer Mitteilung des Bauamtes Bremen-Nord soll „die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans 1288 gem. § 3 Absatz 2 BauGB Anfang 2014“ stattfinden.

Aufgrund der drei Kuriositäten, die der Plan bisher zu bieten hat, könnte man bei diesem Zukunftsprojekt, wie es die Bremer Senatskanzlei bezeichnet, auf den Gedanken kommen, dass das Bauamt hier eine besondere Art des Tourismus fördern will.

Wer sich für städtebauliche Planungen und Entscheidungen interessiert, die nicht auf den ersten Blick überzeugen , kann hier rasch fündig werden, ohne lange Wege zurücklegen zu müssen. Neben einem Bier bei Krach und Gestank, einer möglichen Kaje ohne Straßenanbindung und einem Ringverkehr mit Wendehämmern ist es schließlich nicht weit, um auch einen fast toten Marktplatz zu besichtigen, auf dem sich weder Menschen aufhalten noch Autos parken, und eine Straße zu begehen, die gleichzeitig ein „Gefahrenort“ und eine temporäre Spielstraße sein soll.


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zuletzt bearbeitet 16.03.2014 | Top

RE: Sorgfalt ist in jeder Beziehung immer gut!

#88 von Lola , 17.03.2014 10:23

http://www.weser-kurier.de/bremen/stadtt...rid,805320.html

Zitat
Bremen-Nord - 17.03.2014
Grüne: Sorgfalt vor Schnelligkeit bei Baugenehmigungen
Von Patricia Brandt

. Nachdem die CDU in der vergangenen Woche indirekt das Umweltressort (Grüne) aufgefordert hat, Bauamtsleiter Maximilian Donaubauer abzulösen, springt jetzt die Fraktion der Burglesumer Grünen für den Nordbremer Bauamtschef in die Bresche.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um mögliche Investorenfeindlichkeit, plädiert die Fraktion für Sorgfalt statt Schnelligkeit bei Genehmigungen von Bauvorhaben. „Große Investorenprojekte stoßen immer häufiger auf den Unmut in der Bevölkerung. Umso wichtiger ist es, sorgfältig zu prüfen, ob ein Projekt städtebaulich in die Umgebung passt und rechtlich vertretbar ist“, meint Beiratsmitglied Ulrike Schnaubelt. Auch für den Investor sei dies im Endeffekt günstiger. Fraktionssprecherin Barbara Punkenburg: „Solange Investoren hohe Parteifunktionen in der Nord-Bremer Politiklandschaft innehaben, ist es besonders wichtig, genau zu prüfen.“

Zitat Ende


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Offene Worte

#89 von Reinhard , 30.03.2014 10:45

Offene Worte

Nachdem die WFB bisher immer von zahlreichen Interessenten für Immobilien auf dem ehemaligen BWK-Gelände berichtete hat, mit denen man kurz vor einem Vertragsabschluss steht, konnte man am Freitag anlässlich eines Ortstermins des Bürgermeisters auf dem BWK-Gelände erstmals in der Öffentlichkeit andere Töne hören.

Dort musste die WFB eingestehen, dass man für die Gebäude und speziell die Sortierung trotz aller Bemühungen keinen privaten Käufer gefunden hat. Als Grund nannte man nicht die Gebäude, wie der Weser Report heute schreibt, sondern den Standort: „Würde das Gebäude in der Überseestadt stehen, hätten wir es schon verkauft“.

Und auch der Bürgermeister sah bei der Nutzung der BWK-Gebäude die Überseestadt als Vorbild.

Das ist zweifellos ein sehr interessanter Hinweis. Nur muss man dann auch erkennen, warum das BWK-Gelände heute nicht mit der Übeerseestadt vergleichbar ist. Die Erklärung ist in diesem Fall ganz einfach: Die Bremer Politiker und Planer wollten es nicht. In Blumenthal soll eine industrielle Nutzung mit den dann unvermeidbaren Umweltbelastungen im Vordergrund stehen, und man versucht daher, eine Wohnnutzung, die den besonderen Reiz der Überseestadt ausmacht, zu verhindern.

Man beklagt sich als jetzt also über Fakten, die man selbst geschaffen hat und durch den B-Plan 1288 durchsetzen will.

Logischer wäre es daher zweifellos, diese selbst geschaffenen Hindernisse zu beseitigen und aus dem BWK-Gelände doch noch einen attraktiven Wohn- und Gewerbepark zu machen. Dann müsste man in der Fachzeitschrift „Bauwelt“ nicht nur einen Artikel zum Thema „Wohnen in der Überseestadt Bremen“ lesen, sondern könnte ich dort auch über einen „Attraktiven Mix aus Büros, Kunst, Kultur und Wohnen in historischen BWK-Gebäuden“ informieren.

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RE: Offene Worte

#90 von Lola , 02.04.2014 07:52

https://m.weser-kurier.de/articles/81878...m-im-lesum-park

Zitat

Neue Projekte bei Procon - 01.04.2014
Zweites Gesundheitszentrum im Lesum-Park

Von Jürgen Theiner

Im Lesum-Park kündigen sich weitere bauliche Entwicklungen an. Zurzeit wächst dort ein Ärztehaus mit diversen Praxen und einer Apotheke aus dem Baugrund der ehemaligen Wilhelm-Kaisen-Kaserne.
Zitat Ende

Im Bericht heißt es weiter;
"Nagel schilderte seine Pläne am Montagabend beim Dialog-Forum von Wirtschaftsrat Bremen-Nord und Handelskammer. Die Podiumsdiskussion sollte „Perspektiven für den Wirtschaftsraum Bremen-Nord“ ausloten, wobei Sachstandsberichte zu den Schlüsselprojekten Lesum-Park, Science Park und BWK-Gelände als Anknüpfungspunkte für eine nachfolgende Diskussion gedacht waren."

Abschließend hieß es:
"Arm an Neuigkeiten war auch der Beitrag von Heiko Fischer zur Entwicklung des BWK-Geländes. Fischer ist Prokurist bei der Wirtschaftsförderung Bremen, er koordiniert dort die Bemühungen zur wirtschaftlichen Wiederbelebung des 32 Hektar großen Areals. Nach seiner Darstellung sind größere Flächen und Gewerbebauten bereits verkauft oder vermietet.

In der Diskussion mahnte Moderator Bernhard Wies ein Gesamtkonzept für die Wirtschaftsentwicklung in Bremen-Nord an. Ein solcher Plan müsse mehr sein als die Summe bereits gestarteter Schlüsselprojekte. Es gelte, die Potenziale Bremen-Nords „mit mehr Biss“ zu vermarkten. Ähnlich sah es Andreas Otto (Handelskammer). Auch er forderte eine „Gesamtstrategie“. Dabei müsse sich der Senat auch der Instrumente der Bauleitplanung bedienen, zum Beispiel des Flächennutzungsplans. Dieses Grundraster der städtebaulichen Entwicklung, das in unregelmäßigen Abständen überarbeitet wird, müsse „wirtschaftsfreundlich ausgestaltet sein“, so Otto. Thorsten Nagel, der es bei seinen Projekten häufig parallel mit den Senatsressorts für Wirtschaft und Bau zu tun hat, vermisste eine koordinierende Instanz, an die sich Investoren wenden können. „Es fehlt jemand, der ressortübergreifende Befugnisse hat. Das ist ein Hauptproblem in dieser Stadt“, urteilte Nagel."

Nagel schilderte seine Pläne am Montagabend beim Dialog-Forum von Wirtschaftsrat Bremen-Nord und Handelskammer. Die Podiumsdiskussion sollte „Perspektiven für den Wirtschaftsraum Bremen-Nord“ ausloten, wobei Sachstandsberichte zu den Schlüsselprojekten Lesum-Park, Science Park und BWK-Gelände als Anknüpfungspunkte für eine nachfolgende Diskussion gedacht waren."

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Vorbilder für die Nutzung des BWK-Geländes?
Auf dem Weg zum BWK-Museum

Burg Blomendal (Quelle: wikipedia)
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